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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, March 27, 1915, Image 2

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2
Eine Irnedens - Jeier in Ant
werpen.
Wie der große Tieg Hindenbirrg's von der deutschen Schule in Antwer
pen gefeiert wurde.
Großes Hauptquartier.
.10. März. Wenn ich früher von
der große; deutschen Schule in Ant
wcrpen las und von ihrem Leiter,
dem nmlhigen Kampier für Ans
landsdeutschthiim Tr. Gaster, so
hätte ich nicht ahnen können, an
welch einem besonderen und unver
geßliche;; Tage ich Beide kennen ler
nen würde.
In den Antwerpencr deutschen
Kreisen halte man mir viel von dem
bevorstevenden Wohlthätigkeilsfest,
den erste; deutsch-vlämischen Con
zert, erzählt; und da ich ihm nicht
beiwohnen konnte, sonder an diesem
Lage nieder im Großen Hauptquar
tier sein mußte, so nahm ich gern die
freundliche Einladung an, wemgstens
der Hauptprobe zuzuhören. Gerade
im Augenblick, da ich dorthin ans
brach, lies, die,Meldung von der Voll
endung des Sieges bei Angustow ein.
Hunderttausend Russen gefangen!
Tic Freude war ja kaum zu fassen!
In dieser Stimmung tan; ich nach
der „Allgemeine! deutsche Schule"
in der OueUiiistraße, in deren mit
einer Theaterbühne abgeschlossenen
Festsaal großen Aula eben die Probe
begonnen hatte. Nur, wenige Gäste
waren zu ihr geladen und die lange;
Sitzreihen waren leer. Aber, als ob
sie vor einem Parkelt von Königen
spielten, so glänzend bewältigren die
Musiker unter der Leitung des Diri
genten Marschner ihr ziemlich schwer
und anspruchsvoll zusammengestelltes
-Programm. Als m.m mir nachher
erzählte, das; diese Kapelle ans alle;
in Antwerpen liegende; Truppen
theilen erst während des Krieges zu
sammengestellt worden sei, wollte ich
das kann; glauben. Uebrigcns ar
beitete der Kapellmeister nicht wenig,
im die letzten Feinheitcn ans jedem
Instrument hcranSznholen, und es
war eine Freude, zu beobachten, vie
unter seiner Hand die Fülle wuchs,
die Glätte Politur gewann.
Ta ereignete sich nährend einer
Pause, in welcher der vielbeschäftigte,
von seinen Gästen und den Conzert
vordereiinngen in Anspruch genom
mene Direktor Tr. Gaster einmal
ausblicken konnte, ein niedlicher Zwi
schensatz. Der liebenswürdige Scho
larch bemertie zu seinem Staunen
aus der Galleric die inunteren Schü
ler einer seiner höheren Klassen, die
offenbar äußerst vergnügt der Musik
lauschten, aber doch Werth darauf leg
ten, nicht bemerkt zu werden. „Nun,
was macht denn Ihr da oben? Habt
Ihr denn beute Nachiniltag keinen
Unterricht?" fragte er etwas erstaunt
hinaus. Ta kam als Antwort das
einzige jauchzende Wort: „Nussen
sieg!" Wie die vergnügte Fanfare
deS Bnchsinken iin Frühlingswalde,
so klang eS.
Gleich darauf füllte sich der Saal
mit den Schülern und Schülerinnen
der Anstalt. Tie Bänke vor mir, die
vorher kahlen, waren Kops an Kops
mit sauberen Jungen und hübschen
Mädchen besetzt. De; Knabe nach
hätte man in jeder höhere; Schule zu
Hause sei; können. Tic Mädchen
aber gehen hier viel eleganter und
damenhafte?.' aAses in Deutschland
irgendwo "hew ßö stmgcn Fräuleins
üblich ist. Sie richten sich hierin nach
de in den wohlhabende Kreise
Belgien' üblichen Gebräuche;.
Nachdem zup Einleitung der klei
nen Feier, velche sich ans diese Weise
in die Musikprdkß einschob, der Män
cherchor, der bei dein Conzert mit
wirken sollte, ein vaterländisches Lied
gesungen hatte, verlas Tircktor Tr.
Gasterdas Sicgeltelcgramm und
sägte daran eine kurze Ansprache, die.
ans der Stimmung des Augenblicks
geboren, sicherlich das Treffendste
war, was man den deutschen Schü
ler md Schülerinire; in die Herzen
schreiben konnte. Wir feiern, so
führte er ans, beute eine; der größ
ten Siege der Weltgeschichte. Ter
Naine Hindenbnrg wird als der eines
der bedeutendste,; Feldherren durch
die Zukunft glänzen, vie die Na- <
men, die Ihr in Euren GoschichtSbü- ;
cheri; leset, Moltte, Napoleon, der
große Friedrich. Junge, nehmt -
Euch ei; Beispiel an unseren Käm-
psern, daß Ihr werdet vie sic! Mäd- j
chen, denket daran, das; Ihr ihnen
Schutz und Rettung verdanket. So j
denke Jeder an seinen Theil, daß er >
werde wie innere Soldaten, die sol- ,
ches geleistet haben, ein Teutscher, s
der sich vor einer Welt von Feinden -
nicht fürchtet. Tie Knaben blickten
niuthig drein, aber die Mädchen nicht
>' den Schaß! Ei; Inbelrnf anS s
Kindersliiniiiei; erscholl das Kaiser- t
hoch. Tan; wurde vom Mannerchor r
und alle; Anwesende; „Heil Tir im
Sicgerkranz" gesungen. Einen ganz !
eigenartig Passenden Austlang aber
fand dies unvorbereitete Schulfest
durch den Vortrag eines flämischen
Liedes. Fräulein Alice Clasen, eine
frühere Schülerin der Anstalt, sang
„Mi jn Moedersprak" von Peter Be
noit, dein Antwerpencr Eomponislen.
Möchte dieses innige Heirnathlied
bald auch in Deutschland so bekannt
werden, wie es verdient.
Nun war die Feier zu Ende, und
ich hatte das Bewußtsein, kräftiger
kann auch in Teutschtand nirgend die
Siegeösrende zum Turchbruch kom
men, als hier bei diesen deutsch-bel
gischen Schülern und und Schülerin
nen, von denen jeder von klein auf
in dem Gedanken erwächst, sein
Teutschtlmin nichts al-Z etwas selbst
verständlich Geschütztes zu besitzen,
sondern als einen gefährdete; Schatz,
den er ans eigener Kraft vertheidi
gen muß. Heilte hatten diese jungen
Antwerpencr Teutschen aber noch ei
ne besondere Freude.
Nach der Probe mußte nämlich die
Musikkapelle iiach dem Bahnhofs
platze ziehen, um dort mehrere Sie
geslicder zu spielen; so sollten auch
die Aiitwerpeiier von unserem großen
Siege erfahren.
Ta nachte es sich ganz von selbst,
daß bei' Antreten der Kapelle vor
den; Schnlthor ein Paar kleine Mä
del mit flatternden Scidcnbändern
im offenen Haar sich hinter den Mu
sikern cmsbcmten, andere nahmen die
Anregung ans, und mit einein Male
hatte sich ein langer Zug ansgestellt.
Voran die Militärmnsik. dahinter die
kleinen ind großen Mädchen, die klei
nen md großen und selbst die ganz
großen Jungen, md daran haben sich
uiitenvegS noch viele Teutsche, auch
Feldgraue, die durch die Straßen
schlenderten, froh und frisch ange
schlossen. So ging es in Schritt und
Tritt mit Musik die Quellinstraße
hinauf nach der Kaiser-Avenue. Dort
bildeten die rasch herbeigeströmten
Belgier förmlich Spalier, um sich
dann ebenfalls anzuschließen. Tenn
Las ist in Antwerpen schon ganz so,
wie -irgendwie in Deutschland.
Wenn die Musik kommt, so laufen
Alle mit.
Am Bahnhofsplatz wurden einige
Siegcslieder gespielt, zuletzt„Tentsch
land, Tentschland über Alles," unter
kräftiger Stimmcnbegleitiing aller
anwesenden Teutschen. Besonders
die Vellen Mädchcnkehlen hat man
deutlich herausgehört.
Es ist iiicht inimer rathsam für
deutsche Kinder gewesen, sich in Ant
werpen so offen zum Teiitschthum zu
bekennen. Als die „Allgemeine
deutsche Schule" nach langen, insrci
willigen Kriegsserien (am tl. Ja
nuar (015 statt am 21. September
1914) ihr 75. Schuljavr eröffnete,
hatten Direktor md Schulvorstand
in einen; Rundschreiben an die El
tern darailf hinweisen müssen, daß
die Ldnder auf der Straße vie i; der
Schule alles unterlassen sollten, was
die Empfindlichkeit Anderer reize;
könnte. Ferner war „in Anbetracht
der Verhältnisse" für das erste Vier
teljahr der Nachinittags-Unterricht so
viel nie möglich beschränkt vorbei;,
dainit die Kinder nicht in; Tnnkeln
nach Hanse zu gehe; brauchten. War
?s doch wiederholt vorgekommen, daß
Schüler und Schülerinnen, die ein
deutsches Abzeichen trugen oder auch
nur unter sich deutsch sprachen, ver
-olgt und beschimpft wurden. Das
sind Zeiten, die nun vorbei sind.
Wenn solche Erlebnisse etwas erreicht
haben, so kann es höchstens das sein,
daß die Kinder sich in ihre; Zusam
nenhalt noch inehr befestigt fühlen.
Tie deutsche Schule in Antwerpen,
velche vie die drei anderen großen
Zeutschei; Auslandsschiile; in Brüssel,
Znkarest und Eonstantinopcl seit den;
Oktober 1919 mit den höheren Schn
ei; in Tentschland gleichgestellt wnr
>e, ist seit Jahrzehnten eine geistige
Hochburg in Antwerpen, mit der sich
hre frühere; Zöglinge zeitlebens vor
linde; fühle; und der als Schüler
inzngehören jeder junge Teutsch
'lntwerpcncr stolz ist. Und vir alle
'öimeii auf diese Pflanzstätte dent
cher Wissenschaft stolz sein. Nicht
veniger als vier Oberlehrer stehe;
lebst sieben Primanern als Soldaten
m Felde, und je zwei Lehrer und
wci Schüler trage; bereits das ci
crne Kreuz. Von frühere; Schü
ern haben an die dreißig den selb
>ranen Rock angezogen, sieben habe:
ich das eiserne Kreuz errungen und
wci sind als Helden gefallen.
„ES haben sich schon wieder viel
en ;>>;s als Freiwillige gemeldet,"
lüstcrte mir ein etteS schlankes
kerlchen zu mit dein ich mich wäh
cnd einer Pause der Conzortprobe
mtcrhielt. „Wir wollen nur noch
>a§ Eirrjährige bauen, dann geht es
Won den Kümpfen in den Kar
pathen.
Die dentschei; Hiilsstrnppen als Lehrlinge der Oesterreicher im Gebirgs
kamps. Ter Werth der Skilnnscr. Der allgegen
wärtige Panzerzng.
(Von Leonhard Adelt, Kriegsberichterstatter.)
Oestc r r e i ch is ch e s Krieg s
presse - Quartier, 6. März.
Ans den Karpathenkämpfen der
deutschen Truppen erfahre ich folgen
de Einzelheiten: Tie Hinfahrt vor
für unsere Leute zwiefach verschönt
durch das herrliche Winterbild der
verschneiten Gebirgslandschaft, in die
sich die schlväbischen Eolonien aus der
josephststschen Zeit, mittelalrerlich ge
schlossen wie Meriansche Städtcan
sichlen, einschmiegen, und durch die
unbegrenzte ungarische Gastfreund
schaft, die sich ans allen Stationen
betbätstste. Auch die ungarischen
LandstürMer, die vir hinter Mun
kacs an der Bahnstrecke nach Lem
berg in ihrer schweren Ausgabe ablö
sten, begrüßten uns froh, wie sich
denn überhaupt sofort ein herzliches,
nie gestörtes Einvernehmen mit im
scren österreichischen und ungarischen
Kameraden herstellte. Ihre größere
Erfahrung im Gebirgskrieg kam ms
namentlich in der ersten Zeit zugute,
wo vir häufig beim Vorrücken oder
bei Umgehungen schutzlos den Unbil
den des Wetters ausgesetzt waren, in
mannshohem Schnee Wege schaufeln
nd bei zwanzig Grad Kälte in
Schneesinrm nächtigen, uns unter
dem feindlichen Feuer in den hartge
frorenen Boden eingraben und steile,
dicht bewaldete, unbezwingbar scher
ende Höhen stürmen mnßten. Auch
der Transport der schweren Artillerie
bereitete große Schwierigkeiten. Ver
hältnismäßig leichter ging der Nach
schub der Traiiiwagen vor sich. nter
deren Räder Schlittenkufen gekettet
wurden. Außerdem kamen Tausende
von Schlitten zur Verwendnng, väh
rend uns das Essen vielfach in Koch
kisten zuging, die von Manlthieren
sicher über die gelvagtesten Jäger
steige getragen wurden. Ta schlim
me Erfahrungen der Novemberkälte
unsere Leute gelehrt hatten, ans der
Hm zu sein, kamen trvtz der Kälte
verhältnismäßig wenig Erfrierungen
vor, obwohl in den schwach bevölker
ten und überdies von den Russen
verwüsteten GebirgSstrichen Quartier
in Torf oder Gedöst eine Seltenheit,
Quartier in Schützengräben und
Erdhöhlen die Regel war. Tie Ski
lünfer stießen manchmal bei Streif
zügen durchs Hochgebirge ans leere
Sennhütten. Heustadel und Schutz
hütten des Karpathenvereiiis oder
eines Skiverbandes, denn das Ge
lande ist zum Skiläufen wie geschaf
fen. da die dichten Bestände deS
Fichtenwaldes über 1200 Meter Höhe
nicht hinausgehen und dort offene,
veitgedchnre Almen einsetzen. So
nachte eine Patrouille einen Skiaus
slng ans den 1670 Meter hoben
Sztoj, um die russischen Stellungen
zu erkunden. Bis zur Plajalm be
nutzten sie die Fahrstraße, von dort
die Fußsteige über die waldfreien,
aber vielfach hock eingezäunten Al
men. Von der gewaltigen Pyramide
des Sztoj aus bot sich eine unver
gleichliche Fernsicht, die in Süden
bis in die ungarische Ebene, iiord.
wärts nach dem lawornikapaß zu
reichte, den die Eisenbahn in mehre
ren Tunnels und hohen gemauerten
Trajekte durchschneidet. liizwischen
hatten die recht-Z anschließenden Eo
lonnen von Qckörmezö aus die Paß
hölie von Wysztow genommen und
galizischen Boden betreten. Ta auch
die links anschließende Truppen
über den llzsoker Pas; nach Galizien
vorgedrungen waren, war eS an der
Zeit, den Russen die von ihnen noch
behauvtete sehr starke mittlere Stel
lniHV'lstis dem tausend Meter hohen
Lvsa und dein vorgelagerten Sattel
paß mit der Hauptstraße nach Skole
und Anst zu entreißen. In all die
nicht stndircil?" „Oh ja, ich will gern
stndiren. Nach dem Feldzuge komme
ich aus die Schule zurück. Aber erst
siegen!"
Ich habe eine junge Taine gespro
chen, die nach ihrer Mundart Rhein
ländern sein konnte und ihre Fami
lie auch als rheinisch bezeichnete. Da
bei war bereits ihr Großvater in
Antwerpen eingewandert und ihr
Vater hier gebore.
Man hat uns Teutschen nachge
sagt, daß vir schon in der zweiten
Generation im Auslande unsere
Stammesart verlören und im frem
den Wesen untergingen. Darin ha
bei vir uns doch wohl gebessert, und
nach dem Kriege werden vir cs noch
mehr thun. In unscheinbarer, nim
crmüder Friedenöarbeit aber hat ei
ne solche Aiislandsschnle, wie die
Antwerpencr, ihr großes Theil zu
solcher Besserung geleistet.
W. Scheuermann,
Kriegsberichterstatter.
Der Deutsche Forrespondent, Baltimore, Mb., Samstag, ben 27. März 1915.
!- sen Kämpfen führte rein artillcrisli
- schcs Vorgehen nicht zum Ziel. Tie
z. Entscheidung brachte fast immer erjt
der Sturmangriff mit dem Bajonett.
. Wer weif;, welche schier Übermensch
I lichen Anforderungen ein oft abge
schlagener, immer wieder bis zum
schließlichcn Erfolg erneuerter Bajo
nettangriff gegen eingegrabene,
durch Stacheldrahtverhaue, Astver
haue, Minen, Maschinengewehre ver
stärkte Bcrgstellnngen an die Ner
ff ven, die physische Ausdauer und den
moralischen Muth stellt, der wird die
Leistungen unserer Karpathentrnp
Pen danach und nicht nach der An
zahl der erzielten Kilometer aufzer
!' ordentlich hoch einschätzen und die
! Verluste mit dem Erreichten in Ein
klang finden. Ta ein sorcirter Front
'' angriff gegen die Lysastcllung zu
verlustreich gewesen wäre und die
deutschen Truppen überdies bei ei
ff nem seitlichen Vorstoß in der linken
Flanke durch eine österreichisch-unga
", rischeColonnc gedeckt schienen, beschlos;
die Armeeleitnng, den Lysaberg zll
umgehen und dadurch seine Freigabe
zli erzwingen oder die dort stehenden
" Russen zu umzingeln. Tie klinge
' lmng, die gewiß zu den kühnsten
' Manövern des Feldzuges gezählt
werden inns;, erfolgte theils ans Sci
' tcnstraßen, Heils über (RwirgSPfade
. und Wildsteige, wo Luchs. Wolf und
' Bär Hansen und Rudel von Hirschen
den Büchsen der Kämpfer zu ent
springen suchten. Es glückte auch,
! den im Lysagebiet conzentrirteii ruf
ff fischen Kräften, darunter werthvoller
Artillerie, in den Rücken zu falten.
Toch zogen sie in Eilmärschen Ver
stärkungen heran und stellten die
schon unterbrochene Verbindung mit
ff dem Lnsacontingeilt wieder her. Tic
dadurch selbst gefährdeten deutschen
Regimenter entzogen sich geschickt der
drohenden Einzwängnng. Ter ci
ff gemliche Zweck der Umgehung war
0 trotzdem erreicht. Tic Russen ränm
' ten die Lnsastellimgen und gingen
vor den gleichzeitig über die Paschohe
ff vorstostendenVerbüiideten
zurück. In dem dortigen ahsallen
" den Gelände suchen sie nun eine neue
Entscheidung.
Ter allgege n>v ärtige
Panzerzng.
Manche interessante Einzelheiten
über daS Eingreifen eines österreichi
schen Panzerznges in den Karpatbcn
kämpsen habe ich hier erfahren.
Seine Aktionen hatten mit den
allergrößten Schwierigkeiten zu
kämpfen, da die Nüssen alles anfbo
ff ten, nni die wenigen Schienensträn
ge im Gebirge zu zerstören. Ans der
, Strecke Tartaro —Mikiiticzy—To-
, ra, wo der Panzcrzug zuerst operirte.
waren außer den gesprengtenßrücken
an zwölf Stellen die Geleise anfge
rissen und 15 Barrikaden hemmten
das Vorwärtskommen. Tic Zerstö
, rmige; waren so durchgeführt, das;
die Wiederherstellung mir im feind
, lichen Feuer erfolgen konnte. Tic
(Hcfahr wirrde dadurch erhöht, das;
. im liefen Schnee die Stellen, wo die
ff Schienen aufgerissen waren, nur
schwer zu erkennen waren. In dem
Panzerzng waren Reparaturmatcria
lien mitgesührk. und trotz heftiger
, Beschiestnng arbeiteten die ivackeren
, Eiscnbahnpioinerc scclenrnhig. Statt
Schienen legten sie Eisenklötze ei,
, ans denen der Panzerzng gut vor
ff wärts kam. Tie erste Jährt ging
. bis in einen Ort, in dem sich die Rns-
sen befestigt hatten. Tie Vorposten,
an denen der mit sechs Maschincnge-
wehren armirte Panzerzng vorbei
fuhr, nahmen keine Notiz von ihm.
, Bei Anbruch der Morgendämmerung
langte der Zug vor der Barrikade
auf der Station an, zu deren beiden
- Seiten sich die Schützengräben hin
-1 zogen. Ein leldwebel verliest den
; Zug, um die Barrikade wegznschic
t ben: da gab der? russische Posten
Jener. Ans den Schuf; hin eilten
. 25 Mann theilweisc im Hemd anS
- dem WachthanS und eröffneten ein
- Schnellfeuer. Gleichzeitig wurde ans
- allen Fenstern geschossen, und der
i Schützengraben besetzt.
Nach längerem Maschincngewehr
scner fuhr der Zug zurück. Tie Rns
. sen waren durch diesen Uebcrfall so
erschreckt, das; 6000 Rubel ans die
> Erbcutniig dieses Zuges ausgesetzt
- wurden. Bei einer späteren Höhe
kam der Zug bei Tartarow hinter
eine vom Feinde besetzte Höhe und
boschost die Russen von rückwärts.
Zwischen den beiden Schwarmliincn
fuhr er dann weiter. Er schost mit
seinen Maschinengewehren, das; die
Russen in ihrer Angst die weiter
vorn gescgene Brücke anzündeten.
Dadurch wurde das vor der Brücke
gelegene Schicnenfeld völlig zerstör!.
Zuschriften über den Krieg.
„Deutschland, unser Kinder- und
Vaterland" muß und wird be
stehen. Ein hochinteressantes
Schreiben über die Sachlage zur
Zeit in der alten Heimath.
Frau Auguste Johnson hat von
Hrn. Rolf Spröcke in Danzig ein
Schreiben vom 5. März erhalten, das
von jedem Leser des „Teutschen Cor
respondenten" sorgfältig gelesen wer
den sollte. In diesem Schreiben
heißt eS:
„Erklärlich ist es wohl, daß Ihr in
dieser für uns Teutschen so ersten
Zeit oft und viel von hier hören
möchtet, besonders aber die Wahr
heit kennen möchtet, um ein freies
Urtheil über die Lage der Tinge bil
den zu können. Nun ja, so wohlfeil
Euer Verlangen ist, so wenig läßt
sich dieses ergiebig befriedigen, denn
die Zeit eilt hier so schnell und die
Einzelbeiten werden so rasch von an
deren gefolgt, das; inan Bücher schrei
ben könnte, wobei Ihr doch wohl
nicht im Entferntesten empfangen
würdet, was hier vorgeht und was
wir empfinden; zudem must im In
teresse der Vaterlandsvertheidigung
Vieles verschwiegen werden, denn
unsere Gegner haben überall Verbin
dungen und wissen jede Uleinigkeit
aufzubauschen, das heißt, ans einem
Punkt einen Erdball zu machen, nicht
ein Mal private Briefe sind ihnen
heilig. Ta ich gerade etwas Zeit
habe, will ich Einiges von vier er
zählen und beginnen mit privaten
Sachen, um dann zu den kriegeri
schen Begebenheiten zu kommen.
Tast Eure Lebensweise durch den
tobenden Weltkrieg beeinträchtigt
wird, ist sehr zu bedauei'n. Das; sich
die Verhältnisse dort ungünstiger für
den Einzelnen gestalten ist auch nicht
erfreulich, besonders da die Verdienst
und ErnährnngSgelegenheit beginnt,
mercantile Formen einzunehmen.
Aber Alles dieses, Ihr Lieben, inns;
geduldig getragen werden, sind cs
doch nur Geschehnisse, denen jeder le
bende Mensch mehr oder minder aus
gesetzt ist. Durch Klagen läßt sich
dabei nichts abwenden, viel aber
durch thatkräftiges richtiges Handel
ohne Voreingenommenheit, vor allem
durch vereintes Eingreifen aller Be
tbeiligter. Und zuletzt, wenn man
auch von den alten Gewohnheiten
und Bequemlichkeiten abläßt, zum
Sattessen wird es doch noch reichen,
mm und das ist und bleibt die
Hauptsache.
Insgesammt wünschen wir, daß
Ihr alle drüben „im goldenen, freien
Lande" von Euren Sorgen und Nö
then befreit werden möget, vor al
lem, das; Ihr im Lande selbst nicht
den Krieg bekommt, sonst auch vor
Krankheit ernsterer Art und vor Ku
mmer verschont bleibt und wenn Euch
auch das Schicksal noch so hart an
süßt, nur Geduld, über uns wallt
eine Götterhand und wunderbar ent
wirret diese den Faden. Am deut
lichsten ist dieses zu spüren, an dem
Erfolge, den die deutschen Waffen in
dem fetzigen Kriege haben. Wir nen
nen den Krieg den heiligen Krieg,
weil uns von den englischen Kaiif
mannsseelen. von den russischen Mör
dern und Dieben, Brandstiftern,
von den französischen haßerfüllte
Revanchelügncrn und dein sonstigen
Lausgcsindel, welches sich gegen im)
aufthut, die Kricgsfackcl in's Land
geworfen wurde, als wir mit unse
rer Kulturarbeit beschäftigt waren.
Man wollte uns überfallen, ns
unsere heiligsten Güter —Vaterland
und Heimath entreißen und das
deutsche Volk zu Vasallen der ruppi
gen Treiverbandstaaten England,
Frankreich, Rußland zu machen.
Aber diesmal hatte man sich verrech
net, der deutsche Michel hatte noch
immer sein gutmüthiges Herz, trug
noch immer die Zipfelmütze, e-S war
aber keine Schlafmütze mehr, sondern
als cs nicht anders ging, da wurde
daraus eine Mililärmütze, die Jeder
mit Ehren trägt, denn Hoch und Nie
drig, Alt und Jung, ob Eonservativ
oder Sozialidemokrat. Jeder griff
zur Waffe, um gegen die Feinde die
deutschen Heiligthümer zu vertheidi
gen und . . . Feinde ringsum . . .
im Verein mit unsere Vnndesgenos
sen, den Ocstcrreichern, und jetzt auch
den Türken, konnten wir Erfolge
zeitigen, Waffenthatcn vollbringen,
wie sie die Weltgeschichte noch nicht
kannte. Gegen eine ungeheure
ttebermacht an Militär konnten wir
nicht nur Stand halten, sondern wir
haben Belgien nd auch Eindrittel
von Frankreich besetzt, dann Russisch-
Polen ist in unsere; Händen und
schließlich zur See haben vir unseren
(Gegnern etliche Schlappen beige
bracht und werden auch unsere Ver-
Spätcr wurde der Panzerzug nur
noch mit Granaten beschossen, die
aber unwirksam blieben. Selbst Ge
fangene konnte der Panzerzug ma
chen. Ein Corpora! und 7 Mann
wurden ausgehobcn. auch sonst tha
ten sich die Eisenbahner sehr hervor.
Leiinhoff, Kriegsberichterstatter.
theidigungsarbcit so lange fortsetzen,
bis vir uns einen ehrenvollen und
dauernden Frieden erkämpft haben.
Als mit Beginn des Krieges die Bel
gier und Franzosen, unterstützt von
den Engländern in Tentschland ein
fallen wollten, wurden die verbün
dete; Heere von unseren Truppe;
einfach überrannt und wir besetzten
feindliches Gebiet, voi; dem vir bis
her nicht einen Zoll verloren hatte,
im Gegentheil, die von ms in Fein
desland errichteten Vcrtheidignngs
stellen sind derart, daß jüngst ein
französisches Blatt schrieb: die Teut
schen sitzen hinter ihren Stellungen
vie die geduldigen Spinnen und
warten nur darauf, daß die unge
duldigen Feinde sich in ihre Netze ver
wickeln, sodaß sie getödtet oder ge
fangen werden. Allmählich gebe
aber die Teutschen stnmer veiler vor,
und der mit so großem Trara ange
kündigte Marsch der französischen,
belgischen und englische; Heere nach
Tentschland's Hauptstadt i; vorige;
Herbst konnte bis jetzt und wird nicht
stattfinden. Tan; die Russen, diese
hatten bereits Einzngsmedaillen für
Berlin, na erst bekamen sie im Herbst
etliche Klopfe, dann als ihr Bundes
genosse, der Winter, kam, half es ih
nen auch licht, denn die russische
Tampfwalze, (so wird die übergroße
Riissenhcer von den Engländer; und
Franzosen mit Vorliebe genannt),
mußte rückwärts statt vorwärts und
bekam dann im Februar Dresche un
ter Verlust von 100,000 Gefangenen,
abgesehen von den Todten und Ver
wundeten. Auch im Osten gehts so
langsam weiter und so bleibt noch
Englands Gegnerschaft zu erwähnen,
von der ja wesentlich ist, daß sie zu
Lande an uns nicht herankann, zu
Wasser hat England ja auch die
Vorinachtschaft eingebüßt, denn Tank
unserer AuSlandSflotte und Unter
seeboote, der Flugzeuge und Lust
schisse rücke; wir den verdammten
Englischman; immer inehr zu Lei
be, iiicht nur seine Haiidelsslvtte er
leidet dauernden Schaden, sondern
er hat auch schon von seiner Schlacht
flotte mehr eingebüßt als vir, und
der Besuch englischer Hafenstädte
durch Misere Wasser- und Lnstkreuzer
hat auch erheblichen Werthschaden
angerichtet. Tann jetzt unsere Un
tcrseeblockade gegen England hat den
Schiffsverkehr von und iiachEngland
lahmgelegt, nicht nur die Lebensmit
tel werden in England tnapp und
theuer werde, sondern auch die ome
rikanischen Lieferungen an Kriegs-,
material für England werden wir
unterbinden und so rechtsertigt sich
die deutsche Maßnahme, jegliches
Handelsschiff in einem bestimmten
Gebiet um Englands Küste zu ver
senken, nur als ein Abwehrmittel
gegen Englands Vorgehen, welches
jedes Handelsschiff mit Waffen ans
gerüstet bat, dann jedem englischen
Schiss befohlen hat unter iientraler
Flagge zu fahren nd auch jedes
neutrale Schiff aufgreift, welches et
wa Rohmaterialien oder Lebensmit
tel nach Tentschland bringt. Ter
Engländer will Tentschlands Eivil
bevölkernng aushungern, durch Ab
schneiden jeglicher Zufuhr. Wir
Tentschc sagen dazu: „Nur zu."
Tenn vir wissen, dieses gelingt der
arme; englisch' Krämerseele nicht.
Erstmalig ist dcrLebeiisinittelbestand
bei uns ein günstiger, der Verbrauch
ist gesetzlich geregelt, sodaß nicht nur
bis zur nächsten Erndte, sondern auch
noch weiterhin, bei weisem Haushol
tei; der Bedarf gedeckt ist. Aber nur
zu leicht kann sich die Sachlage än
den, der immer so gottessürchtige
Englischman; der das deutsche Volk
sür LrUixlinke unu
ist in nscii /tlUel, Sttiistitnt tiir 6nston E'
Z'!rxcric>, Ti-opOm niiri Bzrups. Ls ist rBff'
ntckin. Ls ontitiilt v<lr Opium, Äloi pliiii i,< I rritN',
uirrliotistlio Ivstnnltli;ilv. L vrtrilv >V<irinvr
Dvst-itigt Liklri2NBlkuiv. Ls lioHt Oinirlnx, ninl V in"'
Iculilr. Ls rUüeiitort ü?o 08eIi>vvr<In 1s Xi>nt>>
nini lioiit Vvrstupiiuißs. Ls iiilti
rni vii<>ilr vinvn uixt lurtliiiicdoit
i>< l' Liutivr On,mir—Oer üliittvr Lruiinti. . ,
Die Bortb. vis Mr Immsi' Odkauk
äis Unterschritt von
kaMMeilling nrrvenrcdwäÄ
Schwache, nervöse Personen, geplagt von Hoffnungslosigkeit und iNeckffff
Traumen, erschöpfenden Ausflüssen, Brust-, Rücken- und Kopfschmerzen, HU,.
auSsall, Abnahme des Gehörs uno der Sehkraft. Katarrh, Magendrücken, SU -
Verstopfung, Müdigkeit,Errüthen, Zitiern. Herzklopfen, Brustbeklemmung, AUbst
lschkeit und Trübsinn erfahren aus dem „Jugendfreund", wie alle stol!enl>ff'ft,
licherßcrirriM!ievkrÜndllinkürzestcrZcitu.Stritturtn,Samenstuß,PhiniosiS,KraM"l
aber und Wasserdruck nach einer völlig neuen Methode aus einen Schlag gctieilt wtrvA
Dl' nt'nNolk und lehrrkich Buch <ne„-ste lu-lanO. lurlch, von luui und Alt. M-n" I
SiLU gelesen werden sollte, wird gegen Einsendung von i!!> L-Nlg in Briekmerken versandt van . 8
vout-ekon 137 Last 27.5ie., kisvv VoeK.
Inn rrwadue den „Banimore orrelvundcnt."
durch Aushungern knechten nwstt;'.
wird vielleicht am eigenen Leibe den
Hunger, die schmale Kost spnreli,
denn jetzt, nach kann; vierzehntützg"
Thätigkeit, beträgt der von
scheu Unterseebooten verübte
den an England 8-1 Millionen Mart,
nach englischer Angabe, in Wü'tüM
keit wird eS noch ein bischen unu
sein, also auch hier gebts mseien
Waffen gut und sollte durch naäi
menschlichen Ermessen nicht voi'zitze
henden Fällen, der Bedarf an Lt
hensmitteln in Tentschland tnapp
verden, dann ist es gewiß: bevor ein
Toutscher hungern muß, verden en
die den feindlichen Ländern Anqrbo'
rigen hungern und dazu gehören vor
nehmend die Gefangenen, von denen
vir ja einen bedenklichen Theil lM
bei. Also auch gegen
Machenschaften sind wir gefeit, siw,''
los warten vir ans den Tafl, wenn
vir mit diesem, jegliches Völkerrcch
spottende; Gegner abrechnen
den. Tesbalb sehe; vir Teutsche w
der Heimath auch allem Kommenden
mit voller Ruhe und Znverstcllt
gegen, mag man uns draußen >m >
den englischen Lügennachrichtcn be-m
theilen vie non wolle, mag auch
amerikanische Negierung uft
Theil der amerikanischen BürgE 1"
gegen ns auflehnen vollen, wo
ihnen unsere Vertheidigung-MA
nahmen znr See imbegncin worNN
wir wissen, und die WeltgeßhwN
wird cs einmal bekunden, daß w
Teutsche auch im Kriege
sei; verstehen, ven nnS aber
Gegner das Messer an die Kehle leb -
st drücken vir schnell und mchba
tig zu, wenn mich der nnsaulA
Engländer und seine offenen
Heimen Helfershelfer dabei berb"
ten, den; das ist nü in den vie ff
Kriegsmvnate klar geworden,
ins Festlandsdeiitschen handelt r
sich im Sein oder Nichtsein, daw
auch lieber ein ehrenvolles Harerü
hen, als ein an deutsche AffA
vernichtetes Fortbestehen. Dieses PU
die Gedanke, die uns in Tenlßlffff'
zur Zeit Alle beseelen, denn, st' UA
vie es keine hat je vollbracht, that ff
ms die gewaltige Jetztzeit tünd,
höchste Kraft zu Lieg und Macht,
die Kraft ans deutschem Henna V
gründ. Jeder, der verhciratvr
Landsturm, der kriegsgetra"
Reservist, der in vollster Blust"-' ff
hende Linieiisoldat und der ffwp
begeisterte Kriegsfreiwillige, Gff'
der Professor, der Beamte, de'
beiter md der Schüler, Jeder,
Offizier oder gemeine Soldat in '
Front, Jeder, der
md der Werftarbeiter daheim, ff
dieHansfranen, die Samariterm "
Schulkinder, alle wissen wd
es, cs gilt alles einzusetzen sä' ff
Güter deS Lebens, für Hoff"
Herd md Familie. Nicht
riiiigssncht, nicht Bentegier, "'ff '
Verdrängung eines Kontürnff
war für ms der Anlaß zn
sondern durch den Haß und die -
che anderer Völker, speziell
Führer, wurden vir in de ff'
brand gestoßen, der durch du' 'ff'
blendimg Einzelner ein Oivtst'ff .
richt für Viele wird, eine Nenwsi
die Voltsschaftcn, die den Krieg .
anfbeschmoren. Mithin einigt ff .
das Tente,; und Fühlen hier
deutschen Fesllande in der --'ff,
nmig: „Nim schweige mir stade.
seinem Leid und „och so tiefer ff"
sind vir nicht alle zum Opfer bc'st
und zu den; Tod? Eines steht ÜN
in den Himmel gebrannt, Alles ff
mitcrgehen, Tentschland, unser ff
der- und Vaterland, Tentsasi"
muß bestehen!" -

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