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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, May 15, 1915, Image 1

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E Hrute x
x trübes Wetter,
nordöstliche Winde.
-i-r-l
75. Jahrgang.
i Kauft :
deutsche
Krieysttn!ei!re
>. „ <
E ttuioprozentige). ' s
a ist nicht auri rine atc vaviial i
-> Aiclaac, cS ist anch viel Gri dadcl s-
F vrrdirnrn, da dicsc Aalrilir icarl in W
die Hvdc nrlcrn wird, zvr Nusiran
7> wir vrompi auoacsicftrt, nlcichvici 0 <>
lr fiiiisgil odrr silns.anscnd Toiiars <
<t> anialiie. veauriiic lonatlichc Nbcai,
H innac acslaliri.
Nc Naiccrc lostriciac- dnrai: cks ,
Hrnr L. Sanders, I
NK Watt Sirrcl, A i
<R New Nor! 01c. ü I
> sMciiil —li!> L !
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Kummer Kecker,
Teutsches Bank- nnd Wechselgeschäst,
DNiglirder drr Akiirnborjc.
2<> South-Straße.
„Nailanal Bank vs (ro,mrrlt"-V!kdiiude.
An. und Verlaus on Akiien und OdNkiiiilo
neu. Wechsel mid Credilbricse aus alle hnuv>-
snchNchen Tlcidle Europa s. An- nnd Verlaus
sremdei Gcldloriectz sowie Aueserliguna on
Vollmachten. Schi,sskarle„ von und nach
reulschinnd. <Aprc!7—)
National Exchange Bank
Hopkins-Plnek und German-Straße
!
!aiial ri.üM.VM) ;
Ueblrs.linft und Profite
Ihr Eontv wird gewürdigt werden- j
Sicherheitskästen zu vermietlieii.
Wolda Nelvcamer, Hrüsident.
N. V. Landdaie. anlslrer.
lUlnlon U iaraon.
"l.l?slK.ltzl Sncie-cka'arer
Teutsche Sparbnnk von Baltimore,
rudwcft-cechr
BiEtlmore- und Entaw-Straße.
Lfsen lünllch on !' iS ll Mir.
Tonnerstaa Abrn von l! bis 8 Nbr.
Die Gelder worden mir in sichere ANten
und 01-Mmiionen und ausllewübiicn Hhpolbe
ken angelegt.
vbarles SpNinan, PraNdeni.
Wittiain -rvilnia, Schaymeistcr.
Dir-Ilore:
EbarleS Sptlman. tzobn Lange.
Robert Lange. sarrh sr. vindeman,
W Venn, rLbcütt. Ä. cp"
C. Siederlnech!. George W. a-emmeier
Hcnrn D. Treber. G. C. Niinbel,
William Spilinan, Henrv SiichÜng.
Keid piqeucr Dackdecker
Mareland'S tscment cel garüe
ball e,n leckendes Viech- oder swcdach Wasser
dicht, tziinf tzabre Garanlie. Preis 8,7 c. die
Gallone, abgeiieserl.
Marrland Si- SS Nor East Nvenne
Pboile Wolle 7llv-U.
sAvrlll—tziiNlll)
Consolidated >soan Co. >
Grüble nd des! eguivirle Leib AnslaN in der
kiadt. Pscindei sür irgend eine rieiNünne ge,
ballen Versallene Psiinder qnm Prival-Vcrlaus.
Beitrn.ckinao .um Privol-Bnreov
Rach (äiiavmnc- bevrdc-rt.
Der amerikanische.Kreuzer „New Or
leans". Soll Aineritaner vor
Uehcrgriiien beschützen. Un
ruhen unter Indianern des Pa
gni-Thales greisen nm sich.
A n B ord de s Schla ch t -
sch iis e s „E olorado vo r
San D i e g o. E a 1.. I l. P>ai (via
Las Angeles, Eal.l. Admiral -
Tlwmas Hoivard. der die Paeisie- -
Flalte beiebligl, ba> den Kreuzer j
„New Orleans" der Vereinigten
Staalen nach t'üianmas. Sonera, vvn !
Manzanillv. Evlimer, bcvrdert. Je- >
dvch baben sich die kürzlich gemelde-
ten Störungen an Orten im Inlande j
ereignet, nach denen Hütte nicht ge-
saiidr werden taun.
Die Truppen in Eiiamnas sollen
am Dienstag wegen des niedrigen s
kiirsnerlbes des Ecldes genu-nlerl
haben. Die Rübe wurde wieder ber
gesielli. indem dev Eonimaiidant Bor-
rärbe sicherte und sie an die Soldaten >
zu ermäßiglenPreisen verkaufen ließ, j
Die Unruhe unter den Indianern!
soll durch die angebliche NichteinbalV
tiing des Verst-rechen-.- seitens
Bebörden, Ländereien, welche die In -,
dianer beanspruchten, zurückzugeben, i
verursacht worden sein. Unter diesen '
Ländereien wird das Thal aes Pa
ani Flnsies genannt, n-elches
einer ameritanischen Earporation
canlrollirt und hearbeitel wird.
Noga l c s, Sonora. Mer., 1 lA
Mai. General Sofa traf beule in
Esperanza mit 100 Billa Truppen:
DaUrmorr Ghio
Spekcilc
iN.av (iicmbcrxind nn curinl.
1.7:, Bccicic Zc-rinn und cicrnik.
>.:,>> Mnr!inbni,i und cur.
-il.L', Hnriicr crt!,f
LNNiitNli. i> . UN cu.
-Vc-NlliiN curiuscl viuuui Zic'lu-.1-suicuiins
suicuiins 7-, ninrc-.i-u. Vunioru
! -Vubnlios 7.1:> -?:,>-.
l :>.uu Plllovnrcv, nn cicrn. :U!l>N.
-.!.>!> nuics dn>cliari>t'Nc' Zinh!
-'iiu-llnl! uu> uilru ..ücirn
um Lonni-i un Mcmiu NHurnrn.
!->>.!:> urcdcrin nn cncilii. -onncan.
'.cnsttliri c>mdcn -lu. c>..!l>
: M..V Äasliliiqco I. .-.uriii,
rmjinn und lonnlnn
ccviuii'v
Jockel) Linst
Fr>ls>jal>rs-Wcttrcnncn in Pimlicv
I. diS 18. Mil! kinsÄlikstlich.
ricilNch sckbrn !>!knnc, rinschicetzliq „Stkcrlk
ccmse".
ccrsirs illcnni ü.ilv Nachm. Zutrlit Kl.ov.
! Ai-rilN -.NaiiBl!i
-Nae kasicnlrrt nlrrsocht.
I. W. Barenburg,
Irntlchr- k-vlik-r
iiir icauicablr Bniising, gaiirccr und c aivrri-
Sr>c,e
chllnndrn l >-- Mn NuchmiNUch'-.
vvn cane>„-.-ir,iur. v ln 9
AbeilS
BrtNric M mStzigcn Ereilen angesklNit.
Erslihl llMj
im Znsllrueideu und
v„
Männer - Kkridern
nualitzzlr! ui.S Produwon dar avlvlu!
Kien -Kesuilake.
,'cue n. rsiinrrnnMrn znr NusiLl drrrv
Anciiar van a
I. H. Ncitze L Sohn,
Palcimorrt ringirrr Schnrldrr.
Kill Wkft-Bnltimore-Strj,r,
a9r An.
Dl.Do.To>
Zchuttiacher
Foreman,
vac-cn laut ilir vicfchiMSlvlal in Iliram ncurn
Van, Nr. Mi, Wes! Sreingron-Slrasir. Nolle
ÄuSwnhi oNNchec Waarrn.
NuL> ti'skriislki ntcrsuchi.
. Schumacher <)(- Foremau,
Nr. M, Wcst-L- n-Stratzr.
lTevtL.,->
mrnrrrnnrrrrrnikrrrnr,.
I Gkölge Wülkr,^
N / Wcll--Le'Litt<?torr-Str. 8
8 nal,e c-horlr 8
Tlamanir Uvrrn.
t! Tchuiniriachr - Sillirrwaarrn. !s
tt Augcn :osirnsrr> nun rrgtfcrlrlrm ti
s cScikcr ncprüfl.
Rcccvle nrna aniirsrrtig. i
Wir lprrchr Teutsch. s
8 cAvrI.Ig.TLTN>) 8
' ein, wo sich eine kleine amerikanische
Kolonie wir den ?)aani Indianern im
Kainpsc vesindc-t. Die Indianer sind
in Aufregung, weil die meritanischen
Parteien ein Verspreche, ihnen Län
dereien im Tbale des Noam Flusses
zurück zn geben, nicht gehalien haben.
Vceldnngen >'on beule besagen, daß
! William Stacker, der nacb früheren
; Meldungen getödtet lvorden sein soll
! le, verwundet worden ist nnd einen
, Arm im Kampfe verloren hat. Z.
O. Stöcker scheint auch verwundet
i voorden zn sei. Die aincritanischen
Todten belaufen sich nach diesen Mel
düngen ans drei.
Die hiesige Vertreter Villa'-:- wnr
! den heute Abend benachrichtigt, das;
- die aincritanischen Eigenthünier von
! Ländereien iw Bagni Thäte, in der
i von Esperanza, die Regie
, rnng in Washington ersucht hätten,
j eine Landungs Abtheilung von eineni j
der aweritanischen Kriegsschiffe an
' der weritanischen Küste zur Hnttelei
stung der aineritanischen Kolonisten
! zn befehlen.
Oberst de lo Bega, der Stabschef
! Mavtorena's, erklärte mit Bezug da
i rauf, das; Mannschaften von kricgs
schissen keine Erlaubnis; zur Lau
düng ertheilt werden würde,
i LosAng e l c s. Eal., 11. Mai.!
Nach einer beule hier eingetroise
ne Botschaft bat das Flotten-Dev.u--
lement Admiral Howard beuistragt,
> ein .krieas'chisf nach Tobari Ban in
> Mcrito ;n st-nden, nin der amerit:-
nischen Kolonie in Esperanza beizn-
stehen, d'c von Bagui-Indianern an
: gegriffen worden ist.
VttZlißttt.
Ilebermitteluilg ameri
kanischer Note.
Durch Ueberbürdttnq des
Kabels.
i Das Dotttmeni dürste erst heute vom
Botschafter Ost-rard dem Staats
Sekretär des Auswärtigen über
nnitelt werden. Ostinstige Auf
ahme der Note durch die Preise
des Landes erregt Ownugthuuiig
sin offiziellen Washington.
W a s hing to n, l l. Rüst, Die
Ueberiiiittliing der gestern von den
, Vereinigten Staaten als Resultat
der „Lnsitania" - Katastrophe an
Deutschland gerichteten Protest Note
wurde wiegen lleherlstirdnng des ka°
! bels verzögert und dürste aller
! Wahrscheiiilichteit nach erst morgen
! durch Botschafter Oterard des Staats-
Sekretär des An-.-märtigen im Vc-r
lin überreicht werden.
! Die Mittheilung drückt die zuver
! sichtliche Erwartung der Ber. Staa
len aus, „das; die kaiserlich deutsche
Regierung die Handlungen, über
welche die Regierung der Ber. Staa
ten Beschwerde sührl, desavoniren
w'ird: das; sie, saiveit als möglich, das
maßlose Unrecht wieder gut machen
wird, und das; sie sofort Schritte er
greisen wird, welche dieWiederholnng
eines Vorkommnisses verhüten, wel
! ches den Prinstpie der Kriegführung
! so völlig zuwiderläuft, snr die bisher
die deutsche Regierung so weise und
so bestimmt eintrat."
Zum Schlüsse erklärt die Note, die
„kaiserlich deutsche Regierung könne
nicht erwarten, das; die Regierung
der Ber. Staaten ein Wort oder eie
Honbliingtt'ersäiimen'wsirde, die sich
! nothwendig erweisen sollte pvects
Ausübung ihrer heiligen Pflicht, die
! Rechte der Per. Staate nnd ihrer
! Bürger aufrecht zu erhalten und die
Ausnutzung derselben zn schützen."
Staatssekretär Vrvan crtzielt eine
Meldung von Volschaster Tboma-:
Nc-lson Page in Rom. die besagte,
das-, die Note, welche an die dorlige
aineritanische Votschait gerichtet ivor
de war, um von dort per Telegravtz
weiterbesördert zn iverden. nm 2 Uhr
Nachmittags dort angelangt sei und
iimerhalb einer Ztimde nnd lo Mi
! nuten capirt nnd über Wien telegra
! phisch nach Berlin weitergesandt war
! den sei.
! Im ossi-gellen Wastüugion hildele
natürlich heule die Note den fast an
schließlichen Olesprächsstott. Die fast
eimiiüthigc Ziinimimmg. welche die
Note in der Presse des Landes fand,
und die iw gleichen Sinin gebaltenen
Aeiißeriingen von Otonverneliren.
Sc-iiatoren nnd Repräsentanlen r>es
hier große Owiiiigthulnig hervor. ,
Präsident Wilson äußerte Bein
chern gegenüber, daß er mit warmer
Dantvarkeit die Unterslützniig a::er .
teime, die ihm von alle Seiten ge .
norden sei.
Nack; Ansicht hiesiger Beamter nnd
Diplomaten wird cs mindestens eine
Wockic dauern, ehe die Antwort der .
deutschen Regierung aus die anierika
nische Note hier eintreffen wird.
Es ist der Olebranch jedes Landes, .
diplomatische Noten an ausländischc-
Regierungen in der eigenen Sprache .
zu ühermittcln. owai Bernstorss,
der hiesige deutsche Botschaster, zum
Beü'vü-l spricht englisch so gut wie
ein Amerikaner, doch alle seine diplo
malischen Mittheilungen an das
Staats Departement sind in deutscher Z
Sprache abgefaßt. l
Die Antwort der deutschen Regie :
riing wird wahrscheinlich vom Bot
! schastcr Ost-rard in Berlin über die i
> kabclroute gesandt werden, welche t
für die Nebermittelnng der amcrita i
nischen Note benutzt wurde von
Berlin über Wien nach Rom per Te t
legraph und von dort durch das Mit f
telineer Kabel nach New Bork. Sollte -l
die telegraphische Verbindung zwi i.
scheu Wien nnd Berlin abgeschnitten s
sein, sa müßte Botschafter Olerard :
die Antwort von Berlin per Tele Z
graph nach dein Haag und von dort s
Per Kabel nach London nnd New
?)ort weitersenden. Diese letztere t
Uebermittelung würde etwas längere l
Zeit in Anspruch nc-lnnen.
„Ich habe keinerlei Instruktionen l
erhalten, ich habe überhaupt noch t
nichts erhalten; ich habe nichts ge- i
Baltimore, Md., Zamstag, den 15. Mni 1915.
Die rlillssen lllttfen weiter.
Von Drnisch-OMmchm! krfolgt
Mackr'iiscii-Ariiicr' schvn vvr Przemhö!
Tic Lchlilch! dkl Ll,ali och licl!chicl>c.
Offensive der Franzosen im LLesten gebrochen.
Werickit des deutschen Aencrnlstaties.
Berlin, lst. Mni tvia London). Das deutsche Arinec-Hinipt
gnnrtier erlies) heute den nachstehenden Bericht über die Wriegslnge in
Ost und West:
Die Ereignisse im West r n.
„Im westlichen wrirgstl,enter sind stovte britische Angrüse gegen un
sere neu gewonnene Front bei Bpern gestern sehlgrschlogen, wobei der
Feind schwere Verluste erlittrn Hot. Ans der Mci-.inNst'c-n, Lnndstrasie
hoben wir in der Richtung nf Hovge weiter nn Boden gewonnen.
Im Distrikt siidwcstlick, von Lille Hot der Feind gestern nur on we
nigen Punkten Vorstoswersnche unternommen, welche er in jedem einzelnen
Falle durch lebhafte Artillerie Boiiibardriücitts vorbereitete. Alle diese
Angriffe wurden von uns abgewiesen.
In der Eegend der Höhen von Lorette und nördlich von Arrns ist
der Tag verhältinsinstisstg ruhig verlausen, und der Feind hat keine he
deittrudtn Angriffe unternommen.
Unsere Verluste während der Einnahme von Ein-enctz durch dir Fran
zosen bcliesrn sich ans etwa tOO bis 700 Monn. Ein weiterer Versuch
des Feindes, nnS einen Theil der Schiiticiigräbe wieder zn entreißen,
die wir nordwestlich von Berrtz-au-Boc eingenommen hatten, schlug gon;
lich fehl.
In der Eicgcnd zwischen der Maas und der Mosel brach die Offen
sive des Feindes vor unseren Positionen unter dem Fener unserer Artil
lcrie zusammen.
Dir Insassen eines französischen BiplanS, welcher von unseren Oic
schnticn bei Hngrnvn zu, Abstieg gezwungen worden war, wurden zn t§c
sangenen gemacht.
Die Lage im Osten.
Was die Operationen ans dem östliche .Erirgsschaiiplah anbelangt,
so ist die Schlacht de, Shavli, in der russischen Provinz .Zlnrlcind, auch
geh er noch nicht entschieden wurden.
Nördlich vom Flusse Riemen, nm unteren Lause der Dnbhsn, haben
wir b>o Erfaugenk gemacht. Bei einen! nächtlichen Vorstoß westlich von
Prnsinlnch gelang es einem Theil der russischen erste Tnrtestan-Armee,
nach mehreren erfolglosen Versuchen in unsere m leisten vorgeschobe
nen Laufgräben einzudringen. Als der Abend kam, war der Feind je
buch überall wieder zurück getrieben, nachdem unsere Streitkrästc ihm
schwere Verluste beigebracht hatten. Wir ahme 120 Russen gefangen.
Vv in südöstlichen Kriegsschauplatz.
Ans der südöstlichen Front steht die Vorhut der Armee unter dem
Kommando des t'tcnerals von Mackensen vor Przemhsl, ans dem linken
Ufer des unteren Laufes des Flusses San. Dieser Armee sich znr Rech
te nnd znr Linken anschließend, setze die deutsch-österreichischen Verbün
deten ihre Verfolgung der Russen ans der einen Seite in der Richtung
ans Lvliiiadodrvmi, nnd ans der anderen Seite in der Richtung ans
Kvlanines nnd Kiclcc fort.
Die Russen wäre nicht im Stande, ihre Position ans der Front von
Kieler ach dem Flusse Pilie oder nach Invwledz ;n hrhnnvtcn nnd de
finde sich in vollem Rückzüge nach dem Osten zn."
hört, sch weis; von nichts," sagte Ewas
Bernstorss, der deutsche Botschaster.
heute Nachmittag nach einer Eonse
renz mit Hrn. Lansüig, dem juristi
schen Beiralh des Staat- Departe
ments.
Staatssekretär Brhan machte nach
dein Bestich des Ost-afen Bernstorss
die folgende Ankündigung:
„Der deutsche Botschaster hat uns
zur Kenntniß gebracht, das; in geivis
sen Zeitungen Angaben gemacht win
den, die angeblich von Mitgliedern
des Botschaftsstabes herrühren soll
teil, Angaben, welche er als reine Er
sindnligen bezeichnet. Er hat uns
ersticht, die Presse davor zu warnen,
falsche Aiigaven bezüglich der 80l
schalst in die Well zu setzen."
Dc m fliehen d e n Fei n d
n a ch.
Wien, via London, l i. Mai.
Der österreichische Ost-neralstab c-rlies;
heute Abend die folgende amtliche
Mittheilung:
„Der Rückzug de-.- Feindes in Po
len dauert soc! nno äusteri auch auf
die Operaiionen au der früheren Pi
lica-Frout iciin Wüstung.
Von der ost-geiid östlich von Piotr
toiv bis zur oberen Weichsel wird der
stiebende Feind von den teutonischen
Verbündeten unter den Generälen
von Wovrich n id Dankst weiter ver
folgt. Die deutsch österreichischen
Sttettlräste liooen in dem bergigen
Distrilte nordöstlich von Ki.-Ire -eilen!
Fus; gefasst.
Im mittleren t'talisten stehen sich >
die Ril'ic'ii vor der Armee des Er; !
Herzogs loscvb Ferdinand über den!
San zurück. Von, Distrüt von -s
-broinil. Slrv und Sambor zieht sich!
der Feind vor der Vorlmt der rlrniee!
unter den ('Generälen Borovich und!
von Boehm Ermelti in nordösilicher
Richttmg zurück. Unsere Truppen
haben die Hoben südwestlich von Do
broinil, Step und Sambor erreicht.
Andere Trnppenmassen unter Gene
ral von Linsiiigeii rücken über Turts
und Stole vor und schliesten sich dem
allgemeinen Vormarsch an.
Die Schlacht in Süd-Gali;ieu
! danc-rt fort. Starte russische Streit
tröste stnd über Oberty, nördlich
von Sniatnn und M'ahala vorge
rück.-."
Preis ans Tauchboote.
Loiid o n, 11. Mai. „Ange
sichts des Berichts, das; denticbe Un
terseeboote iicb im Mittelmeer best
den," meldet der Athen Evrre'von
den von Renter. „hat die britische
Ost'sandtichci't eine Anzeige in den Lo
! talzeitnngen erlasse, i ivelcher ein
Preis von isE'.öoo niis Mittheilungen
gesetzt wird, welche ;..r Z.erilörimg ei
es Tauchbootes sähren sollren."
Deut fch e s Unters e e b o o t
ges ii te>i ?
B i n t b. England, l l. Mai Ein
, deutsches ilnlerst-ehoot isl angeolicb in
der Nordsee ;„m Sinken gebracht
worden. Der Eapitän des Dampsc-rs
„Eollairnie" erklärte heute bei der
Antiiiist im hiestgen Haien, das; sein
Schiss anscheinend das Unterseeboot
'.erfrört habe, indem es das Tauch
hont an der Vcortbiiinberlanö klisie
raniite und üöersnhr.
l E iviirde zwar nach des Eapitän-.- ,
! Angabe kein Tauchboot gesichtet, doch s
i sein Schiss siicst ans einen unter:
! Waiier befindlichen Ost-genslaiid.
Unniittelbar daraus erschien eine
i beträchtliche Menge Oc-l ans der Ober
, stäche. Sie dies veranlasste den Eapi
! tön zu der Annahme, dast ein Unter
! seeboot gerammt worden sei.
Milch.
Tie Situation in
Italien.
Revolutionäre Ausbrüche
erregen Besorgnis?.
Noch leine Lösung der Minister
Krise. Gerüchtweise verlautet,
das; Salandra und Sonnino im
Amte bleiben werden. Ernste
Unruhen i Rom und Manlaiid.
Das kriegsiieber im Steige
hegrisfen.
Rom, 11. Mai, via Paris, l.'n
:Mai. Ein Gerücht, das; .König 'Vic
tor Eminaunel die Resignation des
Premierministers Salandra nicht an
nehmen werde, und das; Salandra
und Baron Sonnino, der Minister
des Auswärtige, im Amte verblei
ben würden, verbreitet sich wie ei
Lauffeuer durch die ganze Stadl und
wird offenbar mit grösster E>eung
Ibuniig ausgenommen.
Miiiiste r r a 1 h in Sitzung.
Rom, l l. Mai (Mitternacht.
Premierminister Salandra hat heute
Abend eine EabinettSitzung einber
sen, in welcher eine Entscheidung he
stiglich der gegenwärtigen Krisis ge
treuen werde soll. Die Sitzung ist
seist im E>ange.
R e ooluli o n i n R o m?
R o m, l l. Mai. —Die Aufregung
in Rem hat ungeheure Dimensionen
angenommen. Sie ähnelt einer rieh
Ligen Revolution. Die ganze Stadt
ist von Militär vesetzt werden.
Eine Anzahl Aufständischer begab
sich heute Vormittag ans die Piazza
Monteeitorio, ans der das Gebäude
der Depulirtenkaniiner steht, und er
zwange sich den Eintritt, indem sie
die sämmtlichen Fenster zertrümmer
ten. Hier herrscht die Ansicht, das;
ein neues Salandra kabinet gebildet
werden wird, oder das; znm Minde,
stcn das nenernannte Kabinel der von
Salandra eingeschlagenen Politik fel
gen wird.
E r n st e ll n r n Heu i n M a i
I a ii d.
Rom, l I. Mai. Telegramme
ans Mailand besagen, das; infolge
der gegenwärtige politischen Lage
ernste Unruhen in der Stadt ansge
brechen sind. Tie Anhänger der ver
schiedene Parteien haben zu den
Waffen gegriffen und die Situation
wird als sehr ernst bezeichnet.
Die Ausschreitungen wurden in
Folge der gestrigen Resignation des!
Eabinets beschleunigt. Als diese!
Nachricht einlraf. stieg die Unznsrie !
denhrit sehr schnell. 'Weste Menschen
mengen zogen durch die Stadt, und
es kam zu vielen Zusammenstößen
zwischen den Anhängern der entge
gengesetzten Parteien. Tie Polizei
versuchte, die Ordnung wieder her
zustellen, war aber nicht dazu im
Stande und musste Militär regniri
re.
Die politische Lage in
Italien.
R o in, l l. Mai. Wonig Victor
Emaniiel empfing heute folgende
Personen: Signor Manfreds, den
Präsidenten des Senats: Signor
Marcora, den Präsidenten der De
putirlentaininer, und Signor Gio
Ulli, den früheren Premierminister
und jetzigen Führer der italienischen
Neutratttälspartei. Dies sind die ei
sten politischen Entwickelungen seit
der gestrige Resignation des Eabi
nets, das sich nicht über die interna
tionale Politik des Landes einigen
tonnte. Der König hat die Resigna
lion de - Ealünew bisher noch nicht
bestätig!.
Die Mitglieder des Eabinets tonn
ten sich nicht über die Meinnngsver
schiedenheiten einigen, die zwischen
den Anhängern Giolitti'-:- und den
Veiorivortern der Kriegspartei vor
herrschten. Sie zogen es daher vor.
zu resiginren. statt vor dem zum 20.
Mai einberufene Parlament zu er
scheinen und dorr vor der gesainmten
Welt den in Italien bestehenden
Zwiespalt zur Schau zu stellen. Als
nächster Premierminister werden hier
Marcora und Mannedi viel genannt.
Nach den Landesgesetzen steht dem
Könige das Recht zu. die Resignation
des Eabinets anzunehmen oder ab
zuweisen, und heute cirtulirten die
verschiedencirligsten Ost-nichte über die
angeblichen Absichle des Königs in
dieser Beziehung.
Nr. 135.
Viele glauben. das; Premier Sa-
Icmdra n-egeii dev Haltung des
Signor reiignirt haben, und
das; dieser infolge dessen der Nachfol
> r des Ersteren werden würde.
K üblere Beobachter halten dieses je
doch nicht 'nr möglich, denn sie erklä
ren, das; in dieser ernsien Stunde der
weiter der Landespolttck die Mehr
zahl des Parlamente ant seiner Seite
' wissen müsse, lös wäre weder für
oüolitli, noch nir den scheidenden Mi
nister möglich, nach den letzten Er
eignissen eine derarlige Unterstützung
;n finden. Destzals sei es leicht mög
lich. das; der König ein ganz neues
Eabinet erwählen würde, um Ita
lien'-,- Polittt ivahrend der politischen
. Wirren ebne Rücksickit auf Parteipoli
tit in die Hand zu nehmen.
Ein anderer Verschlag wurde heute
inoffiziell angeregt, der dahin ging,
nach französischem Muster ein groszes
National Eabinet zu schaffen, das
ans Vertretern aller Partei bestehen
und über die Lebensfragen des Lan
des entscheiden sollte. Ans allen
theilen des Landes treffen Berichte
ein. nach denen die Resignation des
Eabinets ungeheure Sensation her
vorgerufen hat. In Genna, Florenz,
Neapel und Palermo fanden riesige
Demonstrationen statt.
Das Eabinet trat heute zusammen
und unmittelbar darauf wurde Sa
landra vom König in Audienz em
pfangen. Ueber die Eabinetssitzung
und die Besprechung Salandra's mit
dem König wurde nichts bekannt ge
macht.
Die „Tribuna," das Organ des
früheren Premiers Estolitti, erklärt,
das; das Eabinet nicht bedacht habe,
das; es mit der Unterstützung des
Hrn. Giolitti eine Majorität unter
seinen Einslns; hätte bringen können,
und das; infolge dessen Signor Gio
litte über die Verhandlungen Jta
lien's mit den Eentralmächten frü
her hätte in Kenntniß gesetzt werden
müssen. Tie Zeitung drückt die Hoff
nung aus, das; noch vor dem Zusam
mentritt des Parlaments eine Eini
gung erzielt wird, so das; dessen Mit
glieder gemeinsam die Regierung un
terstütze tonnte.
Salandra eonferirt mit
k ö n i g.
P a r i s, l l. Mai. Eine Havas-
Depesche ans Rom, welche gestern
Abend aufgegeben wurde, sagt, das;
nach dem Schlüsse der Minister Eon
seren; Premier Salandra mit dem
Könige eonferirt habe, und das; ernste
Ereignisse in der nächsten Zeit zu er
warten seien. <
keine eigentliche Eabinet-
Sitzn g.
R o ni, via Paris, I l. Mai. Die
gestrige Minister Eonserenz war kei
ne eigentliche Eabinets-Sitznng, wie
das Giornale d'ltalia sagt. Die Mi
! visier tame nur zusammen, um die
durch die vollstbümlichekriegsagita
tioii geschaffene Situation zu bespre
chen und Fragen zu erörtern, welche
in der nächsten Eabinets-Sitznng vor
kommen sollten.
Das k r i e g s s i e b er im Ztei
lt e n.
Rom, via Paris, 11. Mai. —Das
Kriegssieber fährt fort, sich über ganz
Italien auszudehnen und die Kund
gebungen in der Hauptstadt sind von
besonderem Eindruck. Eine Menge,
welche Italiens Intervention begün
stigte. begab sich zu dem Hotel, in
welchem Gabriele d'Annuuzio wohnt
und brach in lubelrnse aus, bis sich
der Dichter ans dem Valkone zeigte
i'nd eine glühende Rede für den
Krieg hielt. Von d'Annunzio's Ho
tt begab sich die Menge zum Palais
der Königin Mutter Margherita und
brachte begeisterte Eviva-Rnse aus.
Zwischen kriegsentbusiasten und
Nenlralmen, die ans dem San Syl
veslro Platze eine Versammlung
bwiteii, tan, es zu einem leichten Zu
saminenüosje, wobei die Fenster eines
denliclcn Eases und eines anderen
Etablii'ements zerbrochen wurden.
Berinene Polizei räumte den Platz,
aber die Demonstration wurde noch
einige Zeit im centralen Theile der
Stadt 'ortgesetzt.
Rebellen greifen Italie- ,
ner in Tripolis an.
Rom. via Paris, 11. Mai.
Hstr von Tripolis eingelaufene Nach
richten besagen, dass während des
Nachm illags des 12. Mai eine Ab
theilung italienischer Truppen, be
stehend aus Infanterie und Kaval
lerie. von Rebellen in der Nachbar
schaft von Misnrata von Rebellen an
gegritten wurde. Der Angriff wur
de zurückgewiesen.
Die italienischen Verluste bestan
den aus Todten, darunter drei
Offiziere und 20 Verwundete.

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The German Correspondent, T
5 Baltimore, Mil. T
T May 15, 1915. X
1)17.50 per Annum. X

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