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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, May 15, 1915, Image 2

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2
Vou der Karpallrenschlacht.
Wir der Ostrnvrch erstürmt wurdr. Tic Wirkung aus dir Kämpsr am
Uzsokrrpaü. Das likbrrschwrmmiingcgrbiet im Südvsien.
Oesterrei ch i s ch e s Kriegs
presse - H a np 1 g u a r t i er, 20.
April.-Tie aus deutschen und öster
reichisch-ungarischen Truppen zusam
mengesetzte Südarmee des Generals
von Linsingen bat bei der Oisensive
einen neuen wickckigen Erfolg errun
gen. Nachdem die Armee über den
Lhsapaß aus Tnctwlka und über den
Fawornikipaß ans Tnchla vorgerückt
war, nahm sie zwanzig Kilometer
jenseits der Grenze Position ein. de
reu Ausnützung durch starte russische
Höstenslellungeil vestindert war. Eine
der tausend Meter hohe Zwinin,
wurde am 9. April von den Deut
scheu erstürmt. Oestlich davon be
stanpleteii sich die Russen weiter ani
dem ungefähr gleich hoben und gleich
unzugänglichen Ostrhvräi, der sich
über dem anderen Orawanser erhebt.
Diesen Berg, in dessen Schluchten
noch tiefer Schnee gebänst ist, hatten
die Russen, ähnlich wie den Zwinin,
seit Monaten zu einer natürlichen Fe
siimg ausgebaut, die nach iiienschli
chem Ermessen niieiiiiiehmvar war.
Aber wie es in dieseinEarpathentrieg
trotz Bergen, Schnee und Kälte für
die Verbündeten noch nie eine II n
Möglichkeit gab, so bereitete auch
diesmal die Truppe des Feldinar
schallientcnants Peter Hosinaiiii su
stematisch die Einnahme des Oslrh
berdes vor. Sappe aus Sappe wur
de gegen die allmählich ansteigenden >
russischen Vorstclluiigen vorgetrieben.!
Minenfelder gelegt und zur Erplo-j
sion gebracht, wie nberhanbt in gro
Bem Maßstabe . jene Taktik ange
wandt. die sich mit allen Hilfsmit
teln der modernen Miiiiertechnit an
de Gegner herannrbeitct und die an
der Westfront gang und gäbe ist, in
den Karpathen aber erst neuerdings
immer mehr zur Ausführung kommt.
Nach sorgfältiger Vorbereitung wiir
de gestern von Feldinarschalliente
nnnt Hossmaiin der Stiirmaiigrisf
ans die eigentliche Höheiislelliiiig an
befohlen. Von der Basis- aus, die
etwa durch den Slraßenzng Planste-
Tnchla gekennzeichnet ist, drangen die
österreichischen Truppen mit glänzen
der Bravour siasfelweise und in meh
reren glcizeitig eingesehteii Sturmco
tonnen gegen die seindlichcnVerschan
Zungen vor. die Stück sür Stück mit
stürmender Hand genommen wurden.
Automatisch schossen sich die Lücken
wieder, welche die Geschosse der rns
fischen Maschinengewehre in die An
griffsreihen rissen. Vom unerschüt
terlichen Willen zi Siege beseelt,
bezwangen sie die Bergbängc und al
le Hemmnisse, als würden sie von
einer gewaltigen Faust emporgctra
gcn. Nach tapferem Widerstand, der
stellenweise immer wieder ansslaiiim
te, räumten die Russen die Verschall
znngcn und suchten ihr Heil in der
Flucht, soweit sie nicht gefangen oder
todt und verwundet die Gräben füll
ten. Während so die hcldenmüthi
gen österreichisch-ungarischen Trnp
pen den Ostrnvrch erstürmten, waren
die deutschen Abtheilungen des Feld
marschallicutenaiits Hofmaiin links
von ihnen und erstürmten die süd
westlichen Abhänge nd Ausläufer
des Ostryvrch, die sie vom Gegner
säuberten. Ter Sieg war vollsiän
dig. Hunderte von Todten deckten
das- Gelände. Hundcte Gefangene
wurden gemacht. Mit dem Zwinin
und Ostrnnrch beherrscht die Siidar
mee nunmehr das Orawathal, das
ihm jetzt nach Belieben als Ansfall
oder Sperrthor dienen kann. Au
ßerdem dürste sich die Rückwirkung
dieses- Erfolges- ans den westlich an
schließenden Frontabschnitt im Raum
von Uzsok günstig fühlbar machen.
Denn der wieder aufgenommenen
nd noch nicht abgeschlossenen Theil
aktioii westlich und nordöstlich des
Uzsoker-Passcs- ist sehr erhebliche Be
deutung beiznmessen. Wie bekannt,
gelang es den Russen Ende März, in
der Tiiklcisenke bis Zboro u. Sztrop
ko vorzustoßen, ohne das; sic aber de
beabsichtigten Durchbruch vollenden
konnten. Sic mußten sich damit be
gnügen. sich aus den Bergen Kastelst
vrch und Fackowa-Hora und dem süd
lich vorgelagerten Höhenrücken Ma
kovicza starte Stellungen zu schas
sen. und verlegten das Scltzverge
wicht ihres Angriffs in das östlich
anschließende Gebiet des Lnpkow
passes-, was die Truppen zu vorüber
gehender Räumung der Biravalinie
zwang. Nachdem das deutsche Bes
kidencorps in den Kamps cstngearn
fcn hatte, konnten die Verbündeten
in dreitägiger Schlacht die gesaiiim
ten Höheiisiellimgcn zurückerobern
und behaupten seitdem westlich des
Laborczathalcs die Höbe 108 östlich
des Flusses, die Höhen 581. Trosin
anSki. Uhlisko. Fawirska und Ko
bia. Abermals setzten die Runen
mit der ihnen eigenen Zähigkeit den
Angriffshebel weiter östlich ein. in
dem sic unter Umgehung des- 1900
Meter hoben Grenzberges Rnwka
aus dem galiziiwen Quellgebiel de-:
San in das ungarische Quellgebiel
der Estrota vorstieße.
Tie AngriisssreUe war geschickt ge
wählt. Ein Vordringen im Ezirota
lal ans Sziinia und Hmnoiina zu
wurde nufere Stellungen am Luv
lower Paß im Rücken bedroht haben.
Diese Gefahr wurde durch den sür die
t. ii. t. Truppen günstigen Ausfall
der Gesichte bei Nagypolniih besei
tig Tie Gefahr ist Bedrohung un
serer Stellungen am llzsokee Paß in
der linken Flanke und im Rücken der
österreichisch ungarischen Armee. Tie
k. >i. t. Truppen hatten hier die Hü
ben Kiczerasokilsta. Ezerivonnvich,
Bvczok, Szczawinka und Klewa imie,
an die sich der von den Teutschen er
stürmte Pvinin anschließt. Alle ge
nannten Berge, deren Höhe zwischen
achllnmdert und neimhundert Metern
beträgt, liegen bereits aus der galizi
scheu Seile im Quelleugebiel von
San, Sin und Opor. Tie Runen
beliaupteien demgegenüber die durch
schniltlch glech hohen Berge Szains
tietaruawstie, Tiircezkiiiizuie, Osten
(nicht zu verwechseln mit dem er
stürmten Ostrnmch und Fasowiez,
westlich des Ilzsoter Passes. Nun
beschreiben die Eisenbahn und die
Paßstraße llugvar—Saiubor, dem
Laus des Uiigslusse-s folgend, einen
! großen, östwärts- geöffneten Bogen,
l der der Bahn zwanzig Kilometer
! laug in Wesloslrichlung parallel zum
Greiiztaiiiiii führt. Gelänge es den
Russen, dieses Bogeustück zu errei
chen, sa wäre die llzsokstelluiig der
Armeegruppe Szurman in noch hö
herem Maße gefährdet, als die Lup
towstclluiig bei seiudlichem Vordrin
ge über Nagvpolaun hinaus-. Schon
einmal hat Szuriiiah die Russen von
der am Bahnbogeu gelegenen Sta
tion Ezoiitos vertreiben müssen, und
auch je.! zeigt seine Ausstellung das
Bild einer gebogene Linie, in deren
Fmieiiseite die Balmbiegung ver
läuft. Tie Ausgabe, das Zwilchen
gelände zwischen Laborczu, Czirota
und llg zu behaupten, fällt dabei
der Armee Böhin-Ermolli zu, die sich
westlich an die Armeegruppe Sznr
inan anschließt Oc-srlich wird Szur
mäh durch die kpinbinirte Südarmee
Linsiiigcns gesiutzsi die sich niit Er
stürinniig des Zwinin und Oslrhvrch
die Beherrschung des- Opor- und Ora
watalgebietes gesichert bat. Ter bis
herige Verlaus der Ereignisse bat die
Zuversicht bestätigt, daß wie überall
jo auch hier die Kaipathenstcllnngen
von den Verbündete gegen alle noch
so foreirten Zturmversnche der Rus
sen gehalten werden.
Während in de Lchiitzeiigräveu
scharf und blutig gekämpft wird,
bauen die Maiiuschafteu hinter der
Front die Reservestelliingen und
Eoniimmikatioueii aus. Ter seiner
zeit von den t. u. k. Truppen ge
sprengte 95 Meter hohe Balniviadukt
bei Ezorbadomo südlich des llzsoker
Passes ist von ihnen nicht wicderher
gestellt, sondern durch eine genial er
dachte Spitzkehre ersetzt worden. Tie
übrigen Viadukte und Brücken wur
den in Holzcoiistruktioiieii erneuert.
Zur Beschaffung des briiötlüglen
Balniholzes wurde ein großesTampf
sägewerk im llngtbal von den Sol
daten wieder in Betrieb gesetzt, wobei
die Leibgurte! als Treibriemen, Eon
serveiibüchscu als Oeler dienen. Ta
die Hauptbahn jetzt einwandfrei
slinktionirt, wurde eine selbstgebaule.
mit Ochse und Pferden betriebene
Feldbahn wieder ausgelassen. An
der Bahnlinie steht den Soldaten ein
eigener Badezug zur Verfügung, ne
ben dem ein Panzerzng seiner weni
ger harmlosen Bestimmung harrt.
Trotz der schweren Verluste in den
letzten Kämpfen ist die Stimmung
unter den Truppen angesichts des
herrlichen Frühlings-Wetters und der
schäiicnLaiidschasr aus-gezeichnet. Nur
die zahllosen verwesenden Russenlei
cheii. die der schmelzende Schnee frei
gibt und die die Luft verpesten, be
einträchtigen die Wirkung des Frllh
liiigSbildes. Regen und lieber
schweinmniigeii habe im eigentlichen
Karpathengebiet nachgelassen. Tage
gen sind die Operationen in der Bu
kowina und Südosigalizicii durch sic
noch stark beeinträchtigt. Tort stehen
die Schützengräben fußhoch unter
Wasier, und es ist bewundernswertst,
mit welchem verivüsilichcn Humor
die Mannschaften sich immer wieder
der Sisnplnisarbcit nnkerzieste, sie
ausznschopscn. Zwischen den gegne
rischen Fronten breitet sich ein drei
Kilometer breites llcberschweni
niungsgcbict aus wie ein See. aber
über dieWasserslächc hinweg beschießt
die österrcichisch-iingariichc Artillerie
die russischen Stellungen. Tas Bom
bardement gilt besonders den Stütz
punkten. die dicßussen noch am Züd
> liier des Tnjeslr innehaben, und zer-
Ter Teutsche Correspondnrt, Baltimore, Md. Samstag, drn 15. Mai 1915.
.. Ans Feldpostbriefe.
„ . - - !>!,
Vvu den verzweifelten Sturmnngrisfen der Franzosen. Einem Heim
gekehrten gesällts bester im Schühcngraben als in Amerika.
Leben der Feldsoldaten in Polen.
H a m b n r g, 25. April. Von '
den verzweifelten Stiirmmigrissen!
der Franzosen erzählt der iolgende>
Briet: !
Agelüsticklich versuchen die Fan- -
-osen mii verziveisistten Angrinen
wieder gut zu machen, was Bruder i
Ruß verbummelt. Mil mindestens
Arineeevrps haben stei ein Armee-'
corps von uns angegriffen. Alles
ben ne zusammen gesucht. Ulanen,
Dragoner, Kürassiere sind
der Fnsanterie verireien gewesen.;
Sie haven mit schwerer Artillerie so
gründlich gearbeitet, das; imjere Brii- §
der de vorderste Graben haben l
räumen müssen. Der Angriff durch!
die Fnsanterie ist dann mit dem Mn
the der Verzweiflung ausgeführt
worden. Aber dies ist wieder ein
gefundenes Fressen sür mi'ere Kame
raden gewesen. Wie inner Regi
ments.Adjutant unserem Oberarzt
erzählte, sollen thatsächlich Berge von
Leichen das SchlachNcstd bedecken.
Man schätzt die srauzästsche Verluste j
zwischen 10,000 bis 50,000 an Tod- l
ten und Verwundeten. Natürlich sind
liniere Verluste auch schwer, aber im
Verhältniß zu den Verlusten der
Franzosen sollen die mn'rigen doch
gering sein. Und die Hauvlsache isl!
ja: Ein deutsches Arinceeorps hat l
mindestens gegen fünf glänzend j
standgehalten und denAngrils gründ-:
lich zerschmettert. Dieser Angriff soll
im ganzen Stellungskriege der größ
te bisher gewesen sein. HoisenUich
hat er Fofsre belehrt, daß ein Durch
bruch durch den deutschen Tamm un
möglich ist, und jeder weitere Versuch
lediglich Wahnwitz und ein Verbre
chen an Frankreich wäre.
Lieber i in S ch ü tz e n g r a b e n,
als in Amerika.
Ein schönes Zeugnis; für die Oie
siiiiiiiiig deutscher Krieger gibt der
folgende Brief eines Kämpfers, der
vordem lange im Auslande weilte:
Glaube mir nicht, Mama, daß ich
niedergeschlagen bin. Wenn man
mit allen deutschen Truppen zusain
men für sein Vaterland kämpf!, kann
man nicht eiüniiitlngt sein. Manche
Stunde, die ich in Amerika verlebt
habe, war viel trauriger, als diese
Kriegssiiiiidm. Fch siebe hundertmal
lieber den fraiizöstschenKiigeln gegen
über, als einer trostlose Melancho
lie, einsam und verlassen ans einem
sremden Erdtheil. Mir scheinen die
Kämpfe liier in Feindesland leicht zu
sein, gegenüber den schweren, seeli
schen Kämpfen, durch die sich jeder
tief einpjindende Mensch hindurch
ringen muß, bevor er mit sich B'ibst
zu der Rübe kommt, die allein ihm
den Friede in sich selbst gibt und
damit auch das großinöglichsle Glück.
Und trotzdem glaube ich, das; dieser
Krieg manchen großen und guten
Einfluß ausübt. Man lern! genüg
samer zu werden. Das- nutzlose Trum
und Tran im Leben fällt fort. Man
erkennt, daß alle Betäubungsmittel
nichts nützen und mir allein die alten
GriiudsäNc.' glücklich machen: Mutter
liebe, Bruderliebe und Vaterlands
liebe.
Il ii v c r w ü stlicher H u m o r.
Eine hübsche Zusammenfassung
über das- Leben der Fcldsoldaten in
Polen giebt der folgende Brief:
Fa Eriiiaiigcstmig vernünftigen
Briefpapiers greise ich zu einem re
guirirtcu i-ussischeu Schalheit. Fch
kaun gar kein Briefpapier gebrau
chen, weil ich es nicht unterbringen
kann.
Fch denke nun, ich habe in meinem
Tagebuch so viel geschrieben über
Erlebtes, daß ich jetzt auch einmal
etwas Allgemeinen sagen null über
das Leben eines Feldsoldaten in Rns
sisch-Poleii.
Also Morgens- nin t llbr ist Auf
stehen, dann ist nm 5 llbr Marschbe
reitschaft z melden. Man krabbelt
sich also hoch ans dem Stroh (Pferde
mist, ohne zu übertreiben) oder von
den blanken Holzdielen und stellt fest,
das; es eine ruppige Kälte ist. Man
mag die Hände der Kälte wegen nicht
auS den Taschen nehmen. Nun tanzt
man hin und her. um die eisigen
Füße zu beleben. Vor dem Waschen
hat man direkt Angst. Pninvcn gibt
es nicht, der Brunnen ist vielleicht 2
Kilometer weit ab. Eimer gibt c?
nicht, außerdem ist der Brunnen auch
knüppeldick zugefroren. Waschen fäll!
also ans. den auch nie Zeit ist nicht
dazu da. Schnell den Mantel an,
das. Koppel nm, Helm ans nd man
ist ittürschserlig. An Kafsetrinken ist
kein Gebaute, bat man noch einen
Brotknusl, so nimmt man dazu einen
Mund voll Schnee, fertig ist die
Laube.
— " ' '
störte mehrere, welche die russischen
Besatzungen nur unter dem Zwange
bedingungslosen Befehls noch halten.
! Leonb. Adelt, Krieg-Berichterstatter.
Fetzt den Telepbonwagkn packen
! und anspannen, dabei ist es aber noch
> slocküiistcr. „Anisitzen." dann geht es
! los. Die Angen sind noch dick vom
! Schloß die Füße gesiibllos, Hände
i und Gesicht dreckig, aber man ge-
I wölnit sich an Alles.
Nun liegt hoher Schnee oder es ist
> Glatteis auf der Landstraße, und wir
-schließen uns vielleicht der 1. Batte
! rie mit unserem Wagen an.
: Dann sich das- Schrecklichste die
Stockungen in der Marschkolonne ei
> ner Division. Wenn ein Wagen oder
j Geschütz verunglückt, was- bei den
Wegen leicht möglich ist, oder die
! Vorhut bat die feindliche Nachhut
beistn Wickel, kann man stehen zwei
bis drei, auch fünf Stunden und
mehr. Von l l llbr bis 5 Uhr, ja
bis 8 Uhr Abends- haben wir gestan
den auf der Landstraße, ans freier
polnischer Steppe, kein Windschutz als
den kleinen Wagen oder die Pferde.
1 Mag man nicht mehr stehe und setzt
l sich auf den Wagen, bums, hat man
sofort Eisbeine. Was man an Woll
decken hat, muß man den armen
Pferden überlegen, sonst klappen ne
bald ab. Da lernt man aber das
§ Fluchen, das sage ich Dir!
! Wenn man Glück hat, hält l. die
j Feldküche, der man zugetheilt ist, in
: angemessener Entfernung. 2. ist das
Essen gerade fertig und 9. ist über
haupt noch Essen da. Sonst muß
man betteln gehen bei der Fnsante
rie, wird rausgeschmissen usw. Fn
zwjschen wird cs wieder dnntel.
Borne brennt ein Dorf lichterloh und
es sängt langsam an zu schneien.
Die Kolonne setzt sich in Bewe
gung. Die Todten liegen an der
Straße. Nach drei Stunden sind wir
vielleicht bei dem brennenden Dorfe,
aber bleiben können wir hier nicht,
denn cs brennt ja Alles; also, nach
dem wir wieder zwei Stunden ge
braucht haben, nm mit dem Revolver
in der Hand die Hänier nach Kosa
ken zu untersuchen, ziehen wir weiter.
Zu sehen ist nichts. Man weiß auch
nicht, woln und wie weit es noch
geht. Es ist befohlen, zu marschiren,
und man marschirt.
Zv ach und nach fühlt man die
Füße, die Knie, den Magen usw.,
dann toimiit die Tageszeit, wo man
selbst zum Fluchen keine Lust mehr
hat. Man macht sich daraus gefaßt,
die Nacht aus der Straße zu verbrin
gen. Haben wir Glück, so hat der
RegiinentS-Eoinmandeiir schon Omar
tier gesunden ii nächsten Dorf, das
-7 Kilometer weit ist. Dann muß erst
für die Offiziere gebeizt, Stroh ge
schleppt, Stuben gesäubert werden,
denn vielleicht sind erst vor zwei
- Stunden die Russen ausgezogen, da
gibt cs viel zu thun für die Ordnung,
-Fiinge, Funge! Dann müssen die
Pferde untergebracht, gesiittert nnb
getränkt werden. Dann darf man sich
fragen, wo lege ich jetzt mein müdeS
Haupt bin? Man sucht, der Heubo
den ist leer, denn wo die Russen wa
ren, „da bat der Kaiser sein Recht
verloren". Da bleibt also entweder
der Stall oder die Küche im Wohn
haus, zwar ist da kein Strob, aber
dafür blanke Holzdielen als Unter
tage. Fnzivischen ist cs vielleicht 1
bis 2 llbr Nacht-?. Legst Du Dich
um 2 llbr hin, so schläfst 2 llbr 2
Minuten wie ein Reiher, das sage ich
Dir. Aber wie lange!
Fa, liebe Schwester, so ist cs- und
nicht anders, daS versichere ich Dir!
Drei bis vier Wochen isl cs uiiS so
gegangen in Ostpreußen. Fetzt in
Rußland haben wir allerdings etwas
Rnlie. Verdammt Fuchlie! MaS
macht eigentlich mein Bett?
Wir kamen einmal Nachts 2 llbr
in ein verlassenes russisches Dorf in'S
Quartier, da schlief ich ganz allein
mit einem Unteroffizier in einem
Bett, d. h. Strohsack. Um l Uhr
gilg eä wieder los. da konnte ich vor
Flicken nicht marschfertig werden. Da
ging es los.
Dann kommt der zweite Punkt lm
Programm des Fcldsoldaten. daS
Geiecht, aber das- läßt sich nicht be
schreiben, da-? mache ich später münd
lich.
Ausgerechnet heute ist Feiertag:
Liebesgaben, Martctcnderwageii und
Post sind zusammen eingetroffen:
aber morgen früh um 5 Uhr soll der
Feind angegriffen werden. Wir ha
ben lange tcineGesangcncii gemacht.l
Funge, Funge, denen soll es aber
schlecht gelni, denn unsere Stellungen
sind ausgezeichnet.
„Wenn der Regieruugsrath die
Waschfrau bestellt...."
Vor der 5. Kammer des Berliner
Kausmannsgerichis traten die R.schen
Eheleute als Kläger gegen den Kauf
mann S. auf, der unter der Bezeich-
nnng Reiniguiigsiilslilut „Viktoria"
in Berlin eine Anzahl Filialen be
treibt. Eine dieser Filialen wurde
vop den Klage erhebenden Eheleuten
geleitet, und zwar lief der Anstel
lungsvertrag bi-? zum 1. Oktober d.
I. Im Einverständnis mit dem Be
tlagten war der Ehemann tagsüber
auch noch für ein anderes Ilnterneh
men lbälig. Fm Januar d. F. ver
ständigte nun der Kläger den Prin
zipal, daß bei ihm Familienzuwachs
in Aussicht stände. Der Chef ver
langte darauf von den Eheleuten,
daß sie Vertretung stellen sollten, und
zwar sollte diese mindestens drei Ta
ge vor der Entbindung ihren Dienst
antreten eine Forderung, deren
pünktliche Erfüllung nicht so ganz
leicht ist. Trotzdem gelang sie in dem
Falle. Am 1. Fannar stellte R. ein
Dienstmädchen ein, pünktlich am 1.
kam das Kind an; außerdem ver
pflichtete N. am selben Tage noch ein
Fräulein zur Führung des Geschäfts.
Als wenige Stunden nach der Ent
bindung der Geschäftsinhaber in der
Filiale anklingelte, ging bei der be
greiflichen Aufregung, in der sich die
Familie befand, nur das Ticiislinäö
chen au den Apparat. Diese That
sache nahm der Chef zum Anlaß, den
Eheleuten die Entlassung und die Fi
liale sofort für geschlossen zu erklä
ren.
Fn der Verhandlung vertheidigte
der Geschäftsinhaber seinen Stand
Punkt damit, daß er dem Ehemann
schon im Januar erklärt habe, er
müsse eine fachmännisch gebildete
Vertretung drei Tage vor der Geburt
des Kindes anstellen. Ein Dienstinäd
chen hätte aber den Fernsprecher nickst
bedienen dürfe; die könne z. 8.,
wenn ein Regierungsrath per Tele
Phon eine bestimmte Waschfrau ver
langt, de größten Schaden anrich
len. Tie Ehefrau wollte sogar die
sich meldenden Waschfrauen vom
Wochenbett aus abfertigen: schon das
hätte ihn zur sofortigen Entlassung
berechtigt. DaS stausiiiannsgerickp
vermochte den Staiidpiintt des Be
klagten nicht zu theilen, es war viel
mehr der Ansicht, daß dessen Verhol
ten eine große Härle für die Eheleute
bedeutete. ES sei zu berücksichtigen,
daß der Anlaß öeS Eonfliktes nicht in
bösem Willen der Kläger, sondern in
einem elementaren Ereignis; zu su
chen sei. — Auf Anrathen des Richter
Collegiums unterwarfen sich die Par
Wien einem Schiedsspruch, nach wel
cheni die Kläger eine Entschädigung
von 100 Mark erhalten und die Fi
liale unter Leitung der Kläger sofort
wieder geöffnet und bis Vertragsab
lauf fortgeführt wird.
Preußische „Barbaren".
Wie sehr deutsche Truppen bemüht
sind, Kunstwerke in Feindesland vor
Vernichtung zu bewahren, wenn nur
die Feinde sie selbst nicht niuthivillig
der Zerstörung aussetzen, ist bekannt,
weniger aber, das; sie auch srüber
schon so bandelten und daß inan in
dieser Beziehung von einer ehrenvol
len Tradition sprechen kann. Die
dentjchen Grundsätze über die Be
bandlung von Kunstwerken bat kein
Geringerer als der General-Feld
marichalt Bülow von Dennewitz aus
gesprochen. Nach der Einnahme bon
Paris hatte nämlich Blücher die
„Brücke von Fcna" sprengen lassen,
obgleich der Gesandte Gras v. Goltz,
ehemals Blncher's Adjutant, Hum
boldt n. A. heftig Einspruch erhoben.
Nun gesellte sich auch Bülow zu ihnen
und schrieb an den Lieger von Aabl
statt folgenden Brief: „Euer Durch
laucht werden eS mir verzeihen, daß
ich über einen Gegenstand, der in An
sehung nuferer Verbindungen mit an
deren Mächten von Folgen sein taun.
vertraulich meine Meinung sage. Es
betrifft die Sprengung der Brücke
von Fena. Kunstwerke ;n vernichten,
wenn nicht ein wesentlicher Zweck da
durch erreicht wird, kann man im All
gemeinen nicht billige, und so ist es
wohl liier der Fall; denn ich bin fest
überzeugt, daß dieser Schritt nicht
allein von unseren Alliirtc. sondern
auch von unserem Monarchen selbst
gemißbilligt wird. Nach meiner Mei
nung muß man die Fnschristen, wel
che die Arroganz Napoleons hervor
gebracht hat, vernichten, das- Werk
aber nicht. Der Charakter unserer
Nation erscheint größer und edler,
wenn man über so etwas sich hinweg
setzt. Wir haben io viel Großes ge
thau, daß wir ans die Prahlerei und
Eitelkeit anderer Völker nickst achten
dürfen, wohl aber bleibt cs gcfäbr
lich, den Haß der Nationen sich zuzu
ziehen." Die Brücke stellt bekanntlich
noch heute.
Vom Kriegsschauplatz.
Was- daS französische
Kriegshnre a u sag t.
Paris, 11. Mai. Das sranzö
fische Kriegsburean veröffentlichte
heute Nachmittag das nachstehende
Conmiunigue über die Ereignisse im
westlichen Kricgsthcatcr:
„Es hat seit gestern Morgen ohne
Unterbrechung geregnet. Gestern
Abend haben wir, trotzdem wir durch
de nassen und schlüpsrigen Bode
sehr behindert waren, mehrere deut
sche Schützengräben südwestlich von
Lonchez besetzt und wir haben auf
der östlichen Front von Loos nach Ar
ras alle gestern gemachten Gewinne
behauptet.
Fm Thäte der Aisne haben wir
gestern viele deutsche Blockhäuser zer
stört und mehrere Schützengräben de
inolirt."
R n s s ische B etracht u n g e n
über Lage im Tuen.
Pctrogra d, 11. Mai. Tie
Russen sind aus starke strategische
Stellungen am Flusse San zurückge
fallen, der durch MittebGalizien von
Norden nach Süden stießt. Sie bal
len ferner den deutschen Vorsioßver
such durch Westgalizieii sür vollstän
dig beendet. Tie Ankunft frischer
russischer Truppen, die mit den deut
schen Flaiiteiitriippen in Berührung
gekommen sind, haben den ans das
Eeutrum ausgeübten Truck beseitigt.
Diese Angriffe, die mit Hülse der Ge i
birgsartillcrie ausgeführt wurden,
zeichneten sich durch besondere Hart
näckigkeit ans. Tie Thätigkeit der
Russen in den letzten Tagen an der
Front in Polen, in der Gegend von
Skiorniewice und Rawa, rührte an
geblich von der russischen Absicht her,
die deutschen Truppen in ihren Stel
lungen zu halten, und deren Verwen
dung in anderen Theile des.stampf
Platzes unmöglich zu machen. Ter
russische Rückzug von Lnpkow war ei-,
ne Folge des ungeheueren Druckes,
den die Teutschen aus die blosgelegte!
russische Stellung ans dem rechten j
Flügel ausübten. Dieser Flügel!
stand bei Wisloka, 20 Meilen östlich!
von Tornow. Jetzt ist er start ver
schanzt worden.
Mit dem Ziimstehenkoiiimen der
deutschen Vorwärtsbewegung in öst
licher Richtung, zwischen Weichsel und
starpatbeu, machte sich gleichzeitig ei
ne neue deutsch-österreichische Offen
sine in der Richtung auf de Stry u.
den llzsock Paß bemerkbar. Dies
ging daraus hervor, daß deutsche
Truppen durch Lnpkow in östlicher
Richtung traiisportirt wurden. An
gesichts dieses deutschen Planes mes
sen die Russen ihren Erfolgen in der
Gegend jenseits der Dniester große,
Bedeutung bei. wo sie eine -Io Meilen
breite Front zwischen Oberthn und
Ezernowitz halten. Weiler nördlich
gelang es den Russen, die Teutschen
in der Linie Mitau stälmo zum Ste
hen zu bringen, und sie aus Ragola
.zv drängen, das halbwegs zwischen
stovno und Rossiena liegt. Die grv
Ben Getreidespeicher von Libau sollen
angeblich vor der Besetzung der
Stadt durch die Deutschen geleert
worden sein.
„Taube "wirft Bombe.
L o n d o ii, l-l. Mai. Eine Reu
ter Depesche von Vmuiden. Holland,
bringt eine Meldung des holländi
schen Mischer - Dampfers „Sgraven-
Hage," das; ein deutscher „Taube"-
Aeroplan drei Bomben nach dem
Dampfer warf, obwohl daS Schiss
die holländische Flagge zeigte. Tie
Bomben sielen in die See und explo
dirten. ohne Schaden anzurichten.
französische Handels-
Verl u st e.
Paris, l 4. Mai. Fraiikrcich's
Einfuhr ist im ersten Quartal des
FahrcS 1916 um 812.000.000
Francs gegen dieselbe Zeit im Vor
jahre zurück gegangen. Tie Ausfuhr
ist in derselben Zeit nm 1,291,000,
000 Francs gefallen. Ter ganze
Rückgaiig entfällt auf Rohinateria.
lien. Tie Einfuhr von fertig gestell
ten Artikeln ist in demselben Quar
tal um 199.000,000 FrcS. gewachsen.
Die Ziffern für den April bcwei
sen, daß sich die Einfuhr, verglichen
mit der Einfuhr im April vorigen
Jahres, um 101.000,000 Francs ge
steigert bat. Darunter befinden sich
6,000,000 Francs für Nalnungsmil
tcl. Die Ausfuhr ist in diesem Mo
nat um 922.000,000 Francs zurück
gegangen. Fast alle importirte Fa
brikwaare kam ans den Vereinigten
Staaten.
Glücklich in Damaskus
gelandet.
Damaskus, Syrien, via Lau l
don, 11. Mai. Lieutenant von!
Mücke und die kleine Abtheilung des i
Kreuzers „Emden." welchen es gelun-!
gen ist. zu entkommen, als das deut- l
sche Schiff am >O. November im in-1
dischen Ozean versekt wurde, ist s
nach sechsmonatlichen abenteuerliche
Fahrten und Laiidreisen hier ange
kommenen. Tie Zahl der Eingetrof
fenen beträgt 50.
Lieutenant von Mücke'S erste Frage
war. ob er das eiserne Kreuz crhal
te habe. Er und seine Leute waren
hoch erfreut zu hören, das; man sie
in Deutschland als Helden betrachte
und daß Jeder die so sehnlich er
wünschte Auszeichnung erhalten habe.
Ter Lieutenant erklärte, sein einzi
ger Wunsch sei nun, ein Kommando
in der Nordsee zu erhalten. >
Kürzlich war gemeldet worden, daß
die entkommene Abtheilung auf dem I
eroberten japanischen Schoöner „Ay-1
sha" in dem arabischen Hafen Lidd I
angekommen sei und das; sie von da
nach Tamaskus aufgebrochen sei. Tie
kleine tapfere Truppe mußte, ehe sie
die Bahn erreichte, mit feindlichen
arabischen Stämmen Kämpfe be
flehen.
K eine u n mittel ba r e (i) e
f a !) r vorbände n.
Pari-:-, 11. Mai. Ein Tele
gramm an die Havas-Agentur ans
Silben besagt, das; die Merzte, die den
König Konstantin behandeln, beute
Abend eine Eonsultation abhalten
werden, Fn der griechischen Ge
sandtschaft in Paris wurde erklärt,
daß nach den letzten Berichten der all
gemeine Zustand des Königs befrie
digend, und das; das Ueber „verhält
nißmäßig gering" sei.
K ö n i g K o n st anti n's E r
k r n ii k n n g.
Land o ii, It. Mai. — Eine De
pesche der „Exchange Telegraph Co."
ane Athen meldet, das; König .Hon
stantin ernstlich erkrankt isl, die
Krankheit aber ihren normalen Per
lauf nimmt. Cr soll an Brustfell
Entzündung leiden, die sich als Folge
einer Erkältung einstellte. Heute
wurde in allen Kirchen um die Wie
derhersiellung des Honigs gebetet.
Aus dem Felde der Ehre
gefallen.
Land o ii. 1 >. Mai. Es wird
bekannt gemacht, das; Lord Te Greiwe
und sein Bruder, Hon. George Philip
Kreuch, im Kriege gefallen sind. Ter
Erstgenannte, in 1879 geboren, war
i früher Lieutenant im königlichen Fii
sielier Regiment. trat aber in 1905
! als Hon. Arthur Reginatv Kreuch
! auS der Armee aus und ging nach
! den Per. Staaten, wo er als Gemei
ner in'S 8. Infanterie Regiment ein
trat. Fn 1919 starb sein Vater und
er erbte dann den Titel Lord Te
Freyne.
Fndussirt.
Tie Haltung der amerikanischen Re
gierung.- Wie i der vom Prä
sidenten abgefaßte Protest-Note
ausgedrückt.
T p r i n g s i e l d, Ftl., 11. Mai.
„Ter Präsident nud seme Rathgeber
in Washington haben mit äußerster
i Vorsicht und Ueberlegung gebandelt,"
sagte Gouverneur Edivard F. Tniins.
„Tie haben einfach dsi Stellung der
Republik hinsichtlich' von
Leben und Rechten ihrer Bürger sor
mulirt, nachdem genügende Zeit ver
sirichen war, um Pernunsl und Recht
die Oberhand über Schreck und Aus
regung über den Verlust so vieler
amerikanischer Menschenleben gewin
nen zu lassen. Tie amerikanische Ra
tion hat durch ge
sprochen und die patriotische Bürger
> schast der Republik steht lopal hinter
ihm und wird ihn bis zum Ende un
terstützen." .
„Ten Forderungen der
Stunde gerecht."
Franksort, Kil-i-ck ). Mai. —-
(Gouverneur Haines V. McErearp
von Keiitucku sagte: „Fch glaube,
Präsident Wilson hat in der heute
veröffentlichten Erklärung Patriotis
mus, Gerechtigkeitssinn u. Enlschlos
senbeit bewiesen. Des Präsidenten
Vorlegung scheint mir Positiv, fest,
unisaßlich und den Ansorderungen
der Stunde entsprechend zu sein."
„W e n i g c r würde ent
täuscht habe ."
Topeka, .Hans., l l.Mai. —Gou-
verneur Arthur Capper von Kansas
j erklärte heute bezüglich der Rote des
Präsidenten an Deutschland:
„Tic Ration wird den Fnhalt der
festen und siarken Rote au Teutsch
land und die Mäßigung und Höflich
keit, mit welchen sic abgefaßt ist, bil
ligen. Tic Note ist umso eindrucks
voller wegen ihrer mäßigen und zu
rückhaltenden Sprache, des Geistes
der Freundschaft und deö Vertrauens
aus Gerechtigkeit am Ende und das
Wohlwollen der deutsche Regierung.
Weniger, als der Präsident in die
ser wichtigen Botschaft der deutschen
Regierung mitgetheilt hat, würde
dem Gefühl der großen Lchwierigkei
ten, welche wir durch die ganze llu
i tcrsceboot-Eampagne der deutschen
j Marine erlitte haben, nicht gerecht
! geworden sein, und mehr ist nicht er
> forderlich, um das Prestige der ame
> rikanischcn Ration und die Tclbstach
! tung derselben vor der Welt aufrecht
zu erhalten. Alle Amerikaner wer
den hassen, daß die deutsche Regle
rung die vernunftgemäßen Forderiui
gen, wie sie in der Note auseinander
gesetzt sind, bewilligen wird."
Was der Gouverneur von
Maryland sagt.
Phil. Lee Goldsborough, der Gon
vcrneur von Maryland, der sich zur
Zeit aus der Reise nach der Ausstel
lung in San Francisco befindet,
machte gestern in Los Angeles, Cal.,
den folgenden Commcntar zu der
Note des Präsidenten: „Es ist die /
Pflicht eines jeden amerikanischen
Bürgers, den Präsidenten in seiner
I Stellung loyal zu unterstützen, und
§ ich bin überzeugt, der amerikanische
l Patriotismus versichert dies."

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