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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, June 06, 1915, Image 8

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8
Sikljrticher Mmmch Mt Mü.Mll
Russen weichen um Dniester zurück
Tie Italiener erleiden eine schwere Schlappe.
Zehn britische Dampfer Beute der „U" Boote.
!
Amerikanische Note an Tentschland fertig.
Absenduittt ans nttbckannten (Gründen verzögert.
Tentschland's Nahrungsmittel-Frage ist gelöst.
Perichr des deutschen KencratNavs.
Berlin, über London, 6. Jnni. Ilrber die Kriegslage erließ das
deutsche Armckhiinptqiilirtier heute die folgende Bekannkninchung:
W tstlicher Kriegsschauplatz.
„Um den Besitz der Uebrrreste der Zucker-Raffinerie zn Souchez fan
den weitere Kämpfe statt. Zur gegenwärtigen Zeit befinden sich dieselbe
wiederum in französischem Besitz.
Der Angriff des Feindes zn Neubillc wurde abgewiesen.
Die Liistsctiisfstativn zu Lvmunirtriiivnt nahe Nanch wurde gestern
bombardirt.
Lestliet, er Kriegsschauplatz.
In Verbindung mit den gestern zurückgeschlagenen russischen An
griffen zn Rawdejan, und Snwdtzniki haben unsere Truppe weitere Fort
schritte gemacht und ihre Gegner, welche den Brückenkopf zu Sawdhniki be
setzt hielten, vertrieben. Sir machten 1070 Gefangene. Weiter nördlich
fanden gestern in der Gegend von F-okeljanij Kavallerieattacken mit gutem
Resultat für uns statt.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Oestlich von Jaroslan ist die Situation unverändert geblieben. Süd
lich von Przenmsl rücken unsere Truppen unter General Marwitz, zusam
men mit den österreichisch-ungarischen Truppen in der Richtung von Mos
zista vor. Die Armer unter General von Linsinge hat den Feind in der
Richtung von Kalnsz und Zurnwno am Dniester zurückgetrieben."
Der österreichische Bericht.
W i e ii, über London, 6. Jnni. Nachstehende Bekanntmachung
wurde heute vom Kriegsininisterinni erlassen:
„Russischer Kriegsschanplntz: Oestlich von Przemhsl nahe Medkha,
waren die Russen nicht in der Lage, dem weiteren Vorrücken der teutoni
schen Verbündeten gegen Mvc-ziskn Widerstand zn leisten.
Im Distrikt nn der unteren San wurden die feindlichen Angriffe ab
gewiesen. Ocsterreichisch-dcntschk Truppen näherte sich vom Westen aus
dem Distrikt in drr Nähe von Kalnsz und Zneawnu.
An der Prnth sind Kämpfe im Gange. Hier leistete der Feind an
mehreren Punkten hartnäckigen Widerstand, wurde aber über den Fluß
zurückgeworfen.
Jtnliriiisches Krirgsthratrr: im thrvlischen und karinthischen Grenz
distrikt ist gestern nichts von Bedeutung vorgefallen. Ein feindliches
Buttnillvn, welches im Distrikt der Stifls-Berge erschien, wurde vertrieben.
Im Etschthal-Distrikt sind zu Fvlgnria ans dein Lavaronne-Plateau und an
mehreren Punkten nnf der karinthischen Grenze Artillerie-Kämpfe im
Gange.
Im Küstendistrikt nördlich von Tolinino unternahmen vier italieni
sche Bnttaillonk einen Angriff, wurdrn aber mit schweren Verlusten zu
rückgeschlagen. Wir nahmen drei Offiziere und fünfzig Mnnn gefangen."
No t e aii Deutschland noch ,
nicht abgesa nd t.
W a s h ing t o n, 6. Juni. Die j
Note an Deutschland, welche Präsi- j
deut Wilson mit der Zustimmung des !
Eabinets vorbereitet hatte, ist beute
nicht abgesandt morden. Vom Wei- >
tzen Hans kam am Vormittag die
Nachricht, daß das Dakuinent vollen
det sei. dasselbe wurde aber nicht, wie
erwarte., den juristischen Beamten j
des Staatsdepartements übergeben. >
Der Grund für die Verzögerung j
der Depeschirnng der Note wurde
nicht bekannt gegeben. Präsident
Wilson spielte während des Vormit
tags Golf und machte nach dem Lun
chevn eine Autofahrt mit Angehörst
gen seiner Familie, van welcher er
erst nach Sonnenuntergang zurück
kehrte. Sekretär Brvan machte eben
falls am Nachmittag eine Spazier
fahrt, und Rechtsbeisiand Robert La
sing begab sich zu einem Baseball
spiel.
Beamte weigerten sich, anzugehen,
wenn die Note abgesandt wird oder
was ihr Status ist. Die Thatsache,
daß der Präsident die Note so gut wie ,
vollendet hat, giebt Grund zu der
Annabinc, daß sie Sekretär Brvan
st heule Abend und morgen sludiren
wird, und daß sic dem juristischen
; Rcrtbgcber und anderen Beamten des
Staatsdepartements zur Revision der
gesetzlichen Einzeinbeiten übergebe
werden wird.
Wenn die Note nicht vor Montag
Abend abgesandt wird, so lau sie
schwerlich vor Mittwoch den Botschaf
ter Gerard für die Uebermittclmig
an das deutsche auswärtige Amt er
reiche, da die llebermittelnng van
Botschaften nach Berlin über Londai,
und Copeiibagen ach Angavc der Be
amten jetzt etwa 18 Stunden in An
spruch nimmt.
In manchen Kreisen herrscht die
Ansicht, daß die Absendung der Note
aus dem Grunde verzögert wird, dem
jetzt auf einem dänischen Dampier
aus der Fahrt nach Berlin befindli
st ' Ist . . , , .
, che persönlichen Abgesandten des
j deutschen Botschafters, Mener-Ger
! bardt, Gelegenheit zu geben. Deutsch
! land etwa zu der Zeit zu erreichen, zu
' welcher die kaiserliche Regierung die
' amerikanische Note in Berathung zie- !
Heu wird. Beamte wollen jedoch
nicht zugeben, daß dies einen Faktor
in der Situation bilde.
Feierlich e Versicher un g
der britischen Regie
r ii ic g.
W a s h i ii g t o ii, 6. Juni. Sir
Eecil Spring Rice, der hiesige briti-
sche Botschafter, bat eine Note der bri
tischen Regierung übermittelt, in der
' die Ver. Staaten feierlich versichert
! werden, daß die „Lusitaiiia" nicht ar°
mirt war. Diese Zusicherung stimmt
mit der van amerikanischen Beamten
vor Ausstellung der Klaririingspapie
re vom NewJ'jorker Hafen durch Zoll
eiimelnner Dudlev Field Malone
überein.
Urkunden, durch welche die Be
hauptung aufgestellt wird, daß Gu
stav Stahle montirte Geschütze an
Bord der „Lusitaiiia" sah, werden
! noch einer Untersuchung durch das
Junizdepartement unterzogen, aber
Beamte erklären, daß keine Beweise §
für die Richtigkeit dieser Behauptung
vorgebracht wurden.
Grundlose Gerüchte.
W ashi ngt o n, 6. Juni.
Botschafter Gerard in Berlin bat
heule an das Staatsdepartement tele
grapbirt, das; Berichte, nach denen
Amerikaner in Deutschland gewarnt
worden sein solle, sich zur Abreise
bereit zu balten. ihren Ursprung in
dem ständigen Rath der Botschaft ba
ben. daß die Kricgszonc in Europa
kein cmpsehlenswerther Platz für
Amerikaner ist.
„Die Warnung, aus die sich die
Mittheilungen beziehen," sagte Se
kretär Brnan heute, „ist das. was
während der ganzen Zeit gesagt wor
i den ist. seitdem der Krieg begann. Es
ist dasselbe an anderen Orten gesagt
worden, nämlich, daß Europa kein
„Der Deutsche Korrespondent", Baltimore, Md., Sonntag, den 6. Jnni 1016.
Seegefecht in der Ostsee.
Petrograd, über London, 6.
Juni. Eine heute erlassene offi
zielle Bekanntmachung des Kriego
iiiinisteril,ms sagt:
„Eine starke deutsche Flotte ist in
der Ostsee erschienen und hat in der
Nähe des Golfs von Riga mit der
russischen Flotte Schüsse niisgr
tauscht."
guter Aineisthaltsplatz für Amerika
ner ist."
Verhandlung verschoben.
W asliing to ii, 3. Juni. Die
l Verhandlungen über die Zurnckbal-
Hing amerikanischer Fleischladniigen
l durch Großbrirannien sind enn Ansu
chen der amerikanischen Packer an!
den 28. Juni verschaben warden. Die §
britische Votichast bat heute von dem >
Auswärtigen Amt in London eine
Depeiche folgenden Inhalts erhalten:
„Es wurde heute (0. Juni) in dem
Prisengerickt von fast allen Applikan
ten des Fleischpacker-Falles der An
trag gestellt, daß die Verhandlungen ,
aili den 28. Juni verichoben werden '
sollen, da die Krone Beweise erbracht !
bat, welche die Antragsteller zwingt, '
Zeugnis; von Kopenhagen zu erbrin-
gen, was drei Wochen heansprucht.
Die Applikation wurde nicht von der
Krone verworfen und im Oiericht die
entschiedene Erklärung abgegeben,
daß die Anwälte Seiner Majestät be
reit waren, mit der Verhandlung am
!7. Juni zu beginnen, und daß die
'Verzögerung von den Antragstellern
verursacht worden sei. Das Gericht
gewährte die Applikation.
Die hauptsächlichen Packer halten
vor einiger Zeit mir Beamten des
j diesigen Staats-Departements confe
! rirl und gebeten, das; die Fälle
schleiiiiigt würden.
Deutsch e s U-Boot i n Eo n- '
st a n l i n o p e I.
B erli n, über London, 6. Juni.
Eine Eonstantiiiopel Depesche an
den „Lokal Anzeiger" sagt, daß ein
deutsches Unterseeboot, welches bei
den Dardanellen tbätig war, in Eon
siantinopel eiiigetroisen ist. wo ibin
eine große Ovation gebracht wurde.
Das Unterseeboot iübrte die türkische
Flagge und sein Commandeur trug.
einen Fez.
G ras von Berchlold osse >
rirt seine Dienst e.
W i e n, über London, 3. Juni. -
Gras Leopold von Berchlold, der frü
Here österreichisch ungarische Minister
des Auswärtigen, bat seine Dienste
als freiwilliger Anlomobilist für die
Campagne gegen Italien osserirt.
In der Hoffnung, seinen Sohn zur
Front begleiten zu können, bildet sich
der Gras als Ehaimeiir ans.
Das Pariser Abend-
Bnll e t i .
Paris, 6. Juni.Heule Abend
har das Kriegsministeriiun die fol
gende amtliche Mittheilung gemacht^
„In dem Sektor nördlich von Ar- !
ras haben wir wichtigen Forlschrin >
gemacht. In Neuville haben wir ge- !
gemvärtig mebr als die Hülste des
nördlichen Sektors und den ganzen j
östliche Theil inne. das heißt, mehr.
als zwei Drittel des Dortes.
Gleicherweise haben wir >3O Me- '
ter im nördlichen Theil des „Labn- §
rinths" gewonnen und leichten Fort- !
! schritt im Ceiitiiim dieies Werkes gc
! macht, waselbjl die Kämpfe ohne Un
terbrechung anhalten.
An der ganzen Front dieses Sek
tors sind die ArliUcrietämpse, beson
ders bei Lorettc und Neuville, sowie
im „Labnrinth" von aiißerordent- ,
! liclicr Heftigkeit gewesen.
Das deutsche Geschütz, welches ge-
stern Abend ans Verdun feuerte, wnr
de beule Morgen lokalisirt und unter
! Feuer genommen. Wir haben ver- !
! möcht, die Wirkung unseres Feuers >
festzustellen, welches die Eoncretbasis
beschädigt und ein Munitionslager in
die Luft gesprengt hat."
Noch ein deutscher Spion
in London verhaftet.
Lando n, 6. Juni. —Heute Nach
mittag wurde hier oniziell angekü
digt, daß ein weiterer deutscher
Spion. Namens Robert Nasenlbal,
verhaftet wurde und daß dcr'clbe ein
Geständniß ablegte.
Ter Bekanntmachung zufolge gc-
stand Roientbal. von der deutschen
Admiralität nach England gesandt
worden zu sein, um Informationen
über Marine-Angelegenheiten zu er
langen.
Rosentbal wurde verhaftet, als er
im Begriffe stand, das Land z ver
lasse. Er war nur kurze Zeit hier.
„Eanlon-Eonclnv Nr. 443, I. O. H."
Erster großer Familienausflug
Sonntag, 6. Jnni 1916,
Miller's Park Dundalk.
(MaiOO,Juni3 —6)
Geldsendungen
nach
Deutschland und Oesterreich-Ungarn
sicher und schnell besorgt.
Theo. H. Diener L Eo.,
217 Lst-Baltimore-Str
222 Süd-Broadrvotz.
(Mr-13-)
KMr-Dkluch.
Teutscher Herrscher im
öfter. Hauptquartier.
Bildung eines ungarischen
(5 oalitionsminiftcrinms
geplant.
Kaiser Wilhelm nimmt an Geburts
tags - Feier des österreichischen
Oberstcommandirenden Erzher
l
zog Friedrich Theil. Einplangt §
-
Führer der Oppositionspartei j
Ungarns. Wird von der Be
völkerung mit großem Jubel be
grüßt.
B erli n, über London. 6. Juni.
Kaiser Wilhelm ist geilern im
Haiivtgnartier des Feldmarschalls
! Erzherzog Friedrich, des ösierreichi
scheu Oberstcomniandirendeii. eilige
troffen, um an der Feier des Ge
burtstages des Ercherzags lbeilzu
nehmen. Der Besuch gab Gelegen
heit zu einem Freudenfest über den
Fall von Przenmsl. Kaiser Wilhelm
wurde überall vom Volk mit slürmi
schein Jubel begrüßt.
Ter Kaiser gab Führern der Oppo
sitionspartei Ungarns, darunter dem
Grasen Julius Andrassp. dem Gra>
j seil Albert Appoinn und dem Grasen
Alader Zichh, eine Reibe von Andien
zen. Diesen Eonferenzen wird in
Verbindung mit den politischen Ent
: Wicklungen in Ungarn große Wichtig
keit bcigemessen. Die Bildung eines
Eoalitiükisminisleriums mit den drei
genannten Grafen nd dem Grafen
Stephan Tisza, dem gegenwärtigen
ungarischen Premier, an der Spitze
wurde in Berathung gezogen. Ein
anderer Vorschlag besteht in der
Schaffung eines neuen Eabinets mit
Gras Tisza als Minister des Innern
mid einschließlich von M. Popovich,
dem früheren Finanzminister.
! Tra n k aii f Przc m v s l's
Fall.
> London, 6. Juni. Von Bcr-
liu langte heute die folgende draht
, lose Depesche hier gn:
„Bei dem Frühstück mit Erzherzog
Friedrich im österreichischen Haupt
gnartier erhob Kaiser Wilhelm sein
Glas und trank ans deü Fall 'von
Przenmsl, über den er mit kräftigen
Wallen sprach.
Die Berliner Zeitungen sagen, das;
wäbrend die Russen die Festung durch
Aushungern zmii Falle bringen
mußten, die Ocsterreicher' und Teut
schen sie im Sturm in wenigen Ta
gen genommen hätten.
! Coali t i o n s - Regie r u n g
für Unga r n.
> London, 6. Juni. Die Er
! change Telegraph Eompaim bat eine
über Amsterdam eingetroffene De
l pesche aus Wie bekannt gegeben,
j welche besagt, das; es beinahe sicher
! sei, das; in Ungarn eine EoalitionS
j Regierung gebildet werde,
l Etliche der Oppositionsmitglieder
werden wichtige Stellungen erhalten.
Russische Truppen cntka !
m e n.
B erli n, 6. Juni, über London.
Berichte von der Front in Galizien
zeigen an. das; die österreichisch-deut
schen Truppen sich nunmehr im vollen
l Besitze aller Theile von Przenmsl be
finden. Die Russen widerstanden je
! dem Vorstoß bartnäckig. wurden aber
schließlich ans den östlichen und süd j
östlichen Forts getrieben, die zuletzt !
! sielen.
! Es wird im Allgemeinen zngege- j
> be, daß der größere Theil der rnsii j
scheu Truppen in Przenmsl einen j
Rückzug nach Osten bewerkstelligen
kannte, indem sie die Stellungen nach
dem Süden zu verlbeidigten. Das!
vielt die angreifende Armee des Ge
nerals von Böhin-Ermolli ans und
verhinderre zeitweilig die vollständige '
Einsckließnng der Stadt. Obgleich
die Eisenbahnlinie, an der entlang
der Rückzug bewerteslelligt wurde,
unter dem Feuer von Feldgeschützen
stand, so war dasselbe doch wirkungs
los, west die Geschütze zu weil ent
scrist waren.
Augenscheinlich bat die Stadt wäb
rend der russischen Besitznahme wenig
gelitten. l
Sogleich nach der Einnahme von
Przeinnsl drang General v. Macken -
sen's Armee ostwärts vor. Diese
fließ ans die russische Nachhut auf den
Höhen nahe Mediika, wo die Gefechte
noch im Gange sind. Den teutoni
schen Verbündeten ist es jedoch gelun
gen, ihre Streitkräste an einer nnun.
terbrochencn Frant zu vereinigen, die
sich ostwärts bewegt. Dadurch ist die
schwierige Stellung des nördlichen
Flügels gehoben worden.
Der einzige ernstliche Widerstand,
der erwartet wird. wird")vahrschein
lich iw der Nähe der Grodek-Seen.
südlich von Lxmberg, geleistet werden,
wo die Russen möglicherweise Reser
von zuzieben können. Es wird er
wartet. daß die Armee des Generals!
Linsüige. welche sich nordoslwärts
von Stri bewegt, in der Lage sein
wird, die Russen im Rücken zu be
drohen, sollten sie solchen Widerstand
leisten.
Deutsche i n Galizien ve r
st ä r k t.
Petrograd, 6. Juni, über Lo
ndon. Weitere Diskussionen über
die Räumung von Przemysl haben
beute in Petrograd die Behauptung
herausgebracht, daß die Deutschen
ihre Truppen, welche während des
Vorstoßes in Galizien an stirer süd
östlichen Front verdoppelt haben und
l daß auch jetzt noch frische Truppen
j und Artillerie bin zugeschickt werden.
! Tie meisten dieser Verstärkungen
werden gegen die russische linke
Flanke in der Tnjester - Region oe
richtet, welche nach dem Fall von
Przemhsl der Hauptpunkt des ösrer
reichisch deutschen Angriffs gewor
den ist.
Tie Bewegung des deutschen Cen
trums scheint >0 Meilen östlich von
Przenmsl ausgehalten worden zu
sein, und die Beseitigung der Unre
gelmäßigkeiten der russischen "Anord
nung hat nach russische Militärper
sonen. die Verkürzung ihrer Front
von 60 aus 16 Meilen zu ihrem Vor
theil mit sich gebracht. Tie Front
linie von Gussakow bis Woldava be
kam vordem ihre Ausdehnung und
Unregelmäßigkeit wegen der Noth
Wendigkeit der Einschließung des
Ringes der Forts von Przemhsl.
Sie war damals .60 Meilen lang.
Jetzt banste die Form einer geräden
Linie zwischen den beiden Punkten,
und ist nicht mehr als 1.6 Meilen
lang.
Mit diesem Centrum der galizi
schen Operationen in Thätigkeit, sol
len die Teutschen ans stirer äußersten
Linken am unteren San zurückge
trieben worden sein und gegen die
Dniester - Befestigungen am stirer
Rechten vordringen. Das gibt der
Lage des Ganzen den Charakter ei
ner Kriegsbewegttng mit Przemhsl
als Centrum.
Paris bedauert Fall von
P rze mhs l.
Paris, 6. Juni. Die Presse
siebt den Fall von Przemhsl als ein
Ereignis; des Krieges an wegen der
begeisternden Wirkung, die dersel
be in Deutschland und Oesterreich ha
ben wird. Es wird jedoch ange
nommen. daß er sehr geringe mili
tärische Bedeutung hat und keinen
besonderen Einfluß auf den Krieg
in Galizien ausüben wird. Die Zei
tungen sagen, das; die Festung ent
wassnet worden isr und das; Prze
mhsl thatsächlich eine offene Stadt
gewesen sei, die keine Unterstützung
für militärische Operationen ge
währte. Es wird die Ansicht ausge
sprochen, das; die Einnahme von
Przemhsl den österreichisch-deutschen
Verbündeten nicht gestatten wird,
! Truppen von der östlichen Front zu
rückzuziehen, um dieselben im We
sten zu verwenden.
Die Londoner Bericht.
Londo n. 3. Juni. Eine De
pesche aus Mithlcne meldet, das; eine
gemeinsame Generalosfensivc gegen
die türkischen Stellungen gestern Be
gönnen hat. Winston Spencer
! Churchill hat in Dunde die Mitthei
lung gemacht, das; die alliirtcnStreit
kräftc sich innerhalb einiger Meilen
vom Siege befunden. Diese Meldn
gen werden als ein Anzeichen dafür
angesehen, daß die Bewegungen auf
l der Halbinsel Gallipoli etwas schnel
ler von Statten gehen, wo die eng
j lisch französischen Truppen um Stel
! lungcn kämpfen, die ihnen die Herr
! schast über die Dardanellen geben
j würden.
j Diese Operationen sind nothwen
diger Weise langsam gewesen. Nach
der Landung der ersten nllürtcn
Truppen hatten dieselben mit dem
! nöthigen Artillerie und Verstärkn
gen versehen werden müssen, damit
sie die Türken angreifen konnten, die
' sebr starke Stellungen inne hatten
und wiederholte Angriffe ans die
britischen und französischen Linien
geliefert haben.
Während mehrerer Tage sind keine !
amtlichen Meldungen von irgend ei-
er Seite eingetroffen, jedoch sagen j
: Depescken von Athen, das; die Alliir j
. ten alle Angriffe zurückgewiesen ha j
ben, von denen der letzte am Montag
, gegen die Australier und Ncuseclän
der gerichtete, den Türken sehr schwe
re Verluste verursacht hat.
Ein erfolgreiches Ende dieser Ope
rationen würde hier mit Freude bc
grüßt werden, da außer den schweren
Verlusten, welche die Landtruppcn
erlitten hatten, die sic unterstützenden ,
Kriegsschiffe in stetiger Gefahr von
deutschen Unterseebooten sind. Es
würde das natürlich das Ende der
j Türkei bedeuten, soweit als Europa
j in Frage kommt.
! Tie Türkei soll sich am Ende ihrer
Mittel im Kaukasus befinden, wo
' selbst die Russen sicheren Fortschritt
machen, und die Türken einer italie-
nischen Landung in Kleinasien zu be
gcgnen haben mögen.
Heftige Kämpfe sind och in Gali
zien !m Gange, wo die Teutschen nd
Oesterreicher eine Einschliefziingsbe
wegung gegen Lemberg versuchen, die
sich bei Przenmsl als erfolgreich er
wiesen bat. Hierbei ist das Glück
wechselhaft. Die Teutschen und
Ocsterreicher scheinen vom Südwesien
Fortschritt zu machen, während ihr
linker Flügel am unteren San anfge
halten ist und ihre äußerste Rechte in
Ostgalizien und der Bukowina von
den Russen schwer bedrängt wird.
Tie versuchte deutsche Offensive im
Westen scheint fehlgeschlagen zu sein,
da Berlin heute den Verlust der Zu
ckerraöiiieriesti in Souchez zugibt, die
als eine wichtige Stellung angesehen
werden, und um deren Besitz viele
Leben geopfert worden sind. In Hoo
ga finden noch Kämpfe zwischen den
Teutschen und Briten statt, wobei die
Offensive wechselweise ergriffen wird.
Obgleich Hr. Churchill, der frühere
erste Lord der Admiralität, angekün
digt bat. das; die deutschen Unterste
boote innerhalb gewisser Grenzen ge
bracht worden sind, so sind doch die
Teutschen in dieser Kriegsart wäh
rend der letzten Tage sehr ersolgreich
gewesen, besonders gegen Fischersahr
zeuge, obgleich solche Schüfe nach der
Haager Vereinbarung immun von
Angriffen sein sollen. Seit Mittwoch
sind fünf Dampfer drei britische,
ein dänischer und ein schwedischer
zwölf britische Fischerdampser nd
zwei Segelschiffe versenkt worden.
Von der italienischen Grenze kom
men nur sehr spärliche Meldungen,
jedoch entnehmen die britische M
ilitärsachverständigen denselben, daß
die Italiener ohne viel Opposition
Stellungen einnehmen, die möglicher
Weise von der grössten Wichtigkeit
sein werden,wenn die großen Schlac
hte beginnen.
Weiter e.K u r d e ii-Vt u s s ch rei
t uii gen gemelde t.
Tiflis, Traiiskaukasien, 0. Juni
(via Petrograd und London). —Nach
der Einnahme von Pan, Türkisch-Ar
nienien, durch die Russen hatten Rot
ten von Kurden fortgefahren. Grau
samkeiten in den Distrikte von Bit
lis, Mush und Tiarbekr zu verüben.
Armenische Freiwillige kämpien in
wachsenden Mengen verzweifelt, um
die christliche Bevölkerung gegen die
Kurden zu 'chützen. Tie Bewohner
von Tiarbekr sind dem Beispiel der
Armenier in Van gefolgt und haben
organisirte, bewaffnete Abtheilungen
gebildet.
Tie Bevölkerung von Ilrumiah in
Persisch-Armcnien begrüßte die Rus
sen mit Begeisterung. Dieselben
brachten Nahrung für die Flüchtlinge
in den amerikanischen Missionen. Tie
Consulate in ilrumiah und Van ha
den während der Kämpfe der letzten
Monate wenig gelitten.
Ter Erfolg der Russen in diese
Distrikten hat Abneigung zwischen
Persern und Arabern verursacht.
Störungen sind im Gange.
Tie Conzentrirung militärischer
Aufgebote in den Dardanellen seitens
der Türken hat Knappheit an Waffen
nd Munition für ihre Truppen im
Kaukasus zur Folge gehabt. Ein
Theil der Artillerie ist von den tür
kischcn Forts in Erzerum, der haupt
sächlichen Stadt in Türkisch-Armc
nien, entfernt worden,
llnter P l 0,0 00 B ürgschast
wegen Drohbriefen.
N e w Bork, 6. Juni. Frede
rick A. Stillwaggon, ein Long Island
Fischhändler, wurde heute wegen der
Anschuldigung, einen Trohbrif an
die „Cunard Dampsschifsahrts-Gesell
schast," einen ihrer Danipser in die
Luit zu sprengen, falls ihm nicht
P 20.000 bezahlt würden, gesandt zu!
haben, unter PIO.OOO Bürgschaft dem
Gerichtsverfahren überwiesen. Ti
siriktsanwalt Perkins sagte, Still
ivaggow habe eingestanden, der Ver
fasser des Briefes zu sein.
Obwohl Ttillwaggon nur mit dem
Schreiben eines Brieses beschuldigt
ist, erklärt doch die „Cunard-Linic,"
>1 solcher Briefe erhalten zu haben,
welche angeblich von demselben Mann
geschrieben worden sein sollen.
„Arion"
j Große Wassersahrt
Dampfer „Dreamland,"
Sonntag, den 6. Juni.
Abfahrt 2 Uhr Nachmittags
vom Fnße des Broadwah.
(JuiiiO) !
Im Streit m eine schwarze Schön
heit.
In bedenklichem Zustande liegt der
20-jährige Neger Wm. H. Smoth
crS im Uiiiversitäts Hospital, infolge
der Verletzungen, die er bei einer
, Schießaffairc erhielt. SmothcrS kam
mit dem Neger Daniel Livers. von
Peach Allen, in Streit, und wurde
von diesem durch Revolverschüsse in
der Nähe des Herzens getroffen. Li
vers soll seinerseits durch Messersti
che verletzt worden sein und wird von
der Polizei gesucht. Der Streit zwi
schen den Wollköpfen entstand angeb
lich über eine schwarze Schöne.
Sonnenaus nd Untergang.
Sonnenaufgang i U. 40 M.
Soiinennntergaiig 7 U. 28 M.
l ONondauigang. . l U. 8 M. Morgen-:'
Flnth 2 U. 12 M. Morgen-:
' Flnth I 11. 00 M, Nachmittags
Das Wetter.
Für Marnlcind und den Distrikt
Columbia heute klar und nördliche
Winde.
Ter höchste Tbermoiiieterstand am
gestrigen Tage betrug 72. Grad um
0 Übr Nachmittags und der niedrigste
66 Grad um 6 Uhr Morgen--.
Ter Feuchtigkeitsgehalt der Lust
war 66 Prozent um 8 Uhr Morgens
und 62 Prozent um 8 Uhr Abends.
In den anderen Wetterbeobach
tnngs-Stationcn des Landes ivurden
die folgenden höchsten Temperaturen
verzeichnet:
Atlantic Eit lg, Bismarck 66,
Boston 61, Buffalo 80, Charleston
80, Chicago 70. Cleveland 78, Ten
ver 68, Tetroit 7<>, Tuluth 70, Cast-
Port 61, Olalvesion 81, Green Bap
76, Hatteras 12, Havre 68, Helena
62. Jackionville 80, Kansas City 81,
Knorville 78, Lonisville 86, Mar
guetle 80, Mcniphj-: !o. Montgomern
02, Montreal 81, Nantncket 60, N'eiv
Orleans 02, N'eiv Bork 70, Oklahoma
78, Philadelphia 70, Pittsburgh 78,
Portland, Me., 62, Portland, Ore.,
86, Onebcc 81, Naleigh 71, 01.
Louis 88. Halt Lake Eit 66, San
Francisco 62, Scranton 78, Sbreve
port 00, Spokane 7!, Svracuse 80,
Tampa 88, Washington 71, Winni
peg 70.
Für das alle deutsche Ehepaar.
Wenn die Olebrechen. des Alters sich
fühlbar machen und keine liebenden
Kinder sich der hülflosen Cltern an
nehmen können, dann ist es diePslicht
eines jeden bemittelten Bürgers, der
bittersten Noth entgegenzutreten.
Das alte deutsche Ehepaar, für wcl
ches der „Deutsche Correspondent"
schon seit Jahren appellirt hat,
braucht nur sehr wenig, da die Frau
durch Handarbeiten noch im Stande
ist, dem kranken Mann zu helfen;
aber sie kann auch selbst nicht mehr
viel verdienen, und daher soll wieder
ein Fond von tjllOl ausgebracht wer
den, von welcher Trimme die Unglück
lichen jede Woche P 2 durch Vermit
telung der Wohlthätigkeitsgesell
schäften erhalle. Schon seit Wochen
ist kein Geld mehr vorhanden, und
man hat sich an den „Teutschen Cor
respondenten" mit der Bitte ge
wandt, so bald wie nur möglich, die
erforderliche Sumnre auszubringen.
Bisher sind P2O eingesandt worden
und gestern ging wieder PI von Frau
Hedrick ein. Die gutherzigen Geber
können sich des innigsten Dankes der
alten Leute versichert halten.
Frl. L. Taisn Blake, die Sekretä
rin der „WohlthätigteitSgesellschaf
ten," theilte mit, das; die beiden Be
dürftigen das 76. Lebensjahr über
schritten haben. Der Mann sitzt Tag
und Nacht in dem einzigen Zimmer
der Wohnung i einem geschenkten
Armstuhle, während die Frau ihm
Abends aus deutschen Büchern und
Zeitungen durch Vorlesen die Zeit
verkürzt.
Zweiter Großer Faiiiilien-Auöflng
Badischer Frauen-Verein,
Marhland-Park,
Sonntag, den 20. Juni 1016.
< Jurist,, l 0,20)
Ein Bankkassircr auf Reisen.
Aus Cumberland, Md., kommt die
Nachricht, das; E. I. Hamill aus
Blaine. W.-Va., der Kassirer der
Kitzmiller Bank in Kitzmiller in Gar
rett-Counth, und ein Beamter und
Aktieninhaber der „Hamill Coal u.
! Coke Co." in Blaine. seit Samstag
Abend vermisst wird. Alle Benin
Hungen seiner Angehörigen und Ge
schäftsvcrbündeten. ihn zu finden,
sind bis jetzt erfolglos gewesen. Man
kann seine Abwesenheit keiner ande
ren Ursache als Krankheit zuschrei
ben, denn er ist einer der erfolgreich
sten Kohlengeschästsleute in diesem
Theil von Virginien. Herr Hamill
entfernte sich am Samstag Abend von
Blaine und kam aus dein Wege nach
Clarksburg, W.-Va., wo er eine ge
schäftliche Verpflichtung gehabt haben
soll, nach Cumberland. Er kam da
! selbst im Abendzug der Western Ma
i rnland Eisenbahn an und wurde l 1
! Uhr 00 in, Windsor-Hotel gesehen.
§ Er sagte einem Freunde, das; er mäh
! rend der Nacht dortzublcibcn beab
! sichtige. Darauf verlies; er das Ho
l tel und ist nicht wieder gesehen wor
.den. Zeine geschäftliche Vercinba
rung in Clarksburg hat er nicht er-
füll;.
Unkel Bräfig Frühliugs-Fest.
Mittwoch, 9. Juni,
Ansang 2 Uhr Nachmittags,
im Canustatter-Pork.
Juni6 —0)
„Bauern Kranken - Uuterst.-Berein."
Großer Familien-Ausflug
Sonntag, 10. Juni 1916.
Miller s Park Tundalk.
(Jurist), 13)

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