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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, July 04, 1915, Image 14

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6
, Der vierte Juli.
Kein Tag hat so viel zn bedeuten,
Ein Martüein isi's in. Feilen Laus!
Weithin hört man die Glocken läuten,
Tie Temvelpsorten sleb'n weit auf.
TaS ist ein Jaucbzfn und ein Singen,
Als wär" die holde Freiheit da;
Ans allen Kehlen will es dringen,
Das Lied: Heil dir, Amerika!
Und welch ein Donnern, welch ein
Knattern,
Begleitet jeden Sang und Klang!
Tazn kommt noch das Freiheilsschnat
tern,
Als wär"? der reinste Faschingsgang.
Man schwenk; die Fahnen und die
Wimpel,
Ein Freudenmeer bricht heute los;
Wild lärmen sie. die FreibeitSsimpel,
Tie blinde Menge fühlt sich groß!
Ein Redestrom ergießt sich beute,
Wild wälzt er sich von Ort zu Ort;
TaS ist des Volkes größte Freude,
Willkommen klingt das Sckuneichel
wort.
Tie Freiheit läßt man heute leben.
Wie jauchzt man da dem Redner zu!
lind morgen schon stihlt man mit
Beben,
Tie holde Freiheit schläit in Ruh!
Verkracht sind morgen die Raketen,
Ter Zauber weicht, der Jubel
ichweigt;
Ein Blendwerk waren all die Reden,
Sobald die Nach; den Tbron besteigt.
Tie Selbstsucht hebt die ichweren
Tatzen.
Wo bleibt deS Mitleids holder
Schein?
Ein Wuchern ist es und ein Kratzen,
Wer denkt da noch an mein und
dein!"
Tie Selbstsucht will die Freiheit sres
sen,
Trotz Glockenklang und Redeschwall:
Mit Geld wird alles jetzt gemessen!
Tas isl des Tages Widerhall.
Schlau tanzen sie, die Politiker,
Das Volk halt betrogen sein;
Tie Götzen werden immer dicker,
Bleich schimmert er, der Freiheit
Schein.
T!r schlagen alle Pulse schneller,
In wilder Jagd um irdisch Glück;
Und aller Augen leuchten Heller.
Nur vorwärts schaut man, nicht zu
rück.
Weihrauch streut man den Patrioten,
Ten treuen Männern jener Zeit;
Toch heute herrsche die Bigotten,
Tie Heuchler in dem Lammeskleid.
Ter Freiheit Zeugen sind geächtet,
Man muß jetzt Doppelgänger fein:
Nicht um die Freiheit wird gerechtet,
Es ist ein Kampf um mein und dein!
Geschäfte werden jetzt betrieben,
Prinzipien gellen längst nicht mehr,
lind war die Väter eins; geschrieben.
Von Freiheit- Recht, das gilt nicht
inehr.
Nur Eins will man dem Volk er
lauben,
Tamit 'S noch von der Freiheit
träumt:
Am vierten Juli soll"? noch glauben,
Wie wild der Patriotismus schäumt
knallt Euch auS, Ihr Freiheit?-
schwärmer!
Tobt Euch im tollen Reigen auS;
Am nächsten Tage seid Ihr ärmer.
Enttäuscht sitzt mancher dann z
Haus.
A. F. S.
F-reiheitsträiiliik.
Vor Jahr und Tag—lang ist cs her
Ta zog ein Jünglein über's Meer;
Ter Freiheit Drang trieb ihn hin
aus,
Z eng" schien ihm das Elternhaus.
Viel träumte er von freiem Lande,
Wo man die Deutschen hieß willkom
inen;
Tas Beste hat er mitgenommen:
Ein treues Herz und Gottvertraiien,
Auf diesem Grunde wollt" er bauen,
Ten neuen Herd am fernen Strande.
Kein Abfchiednehine sollt" es fein!
Hier ivar's so deutsch, wie an dem
Rhein;
Hell klang der Muttersprache Wort.
Kein Heimweh trieb den Jüngling
fort.
Hier Herrichten ja dieselbe Geister
Und wie daheim, dieselben Sitten;
Im Prunkpalast nnd in den Hütten,
In Kirchen, Schulen, allerorten
Und deutsche Namen an den Pforten,
Verkündeten die deutschen Meister.
Und auch der Sonntag, o wie schön!
Ein echtes, frommes Lobgetön'
So wie daheim, dieselbe Lust.
Tie Freude füllte jede Brust.
Es war so schön, so ungezwungen.
Kein sinsl'rer Geist trieb da fei We
sen,
Was wußte man von; Sabbathbesen!
Kein schroffer Zwang trat je zu Ta- j
ge:
Es gab noch keine Muckerplage.
Die wie ein Gift in'S Volk gedrun
gen.
Tie Teutschen waren noch begehrt,
Kein Neid hat an den, Land gezehrt;,
„Tie besten Bürger in dem Ort!"
Oit hörte ich das stolze Wort,
An ihrem Herd ließ man sich nieder,
Denn gastirei ist das deutsche Weien,
Manch krankes Herz war dort gene
sen ;
Gemüthlichkeit stand immer oben,
So mußte man sie immer loben,
Eiern hörte mau die deutschen Lieder!
Treu waren sie der Republik!
Tas lag in ihrem freien Blick,
Sie boten freudig Herz und Hand,
Dem neuerwählten Heimathland
Und schützten seiner Freiheit Güter.
Da regten sich des Neides Stimmen,
Der Mißgunst Fackeln sah man glim
men :
Den deutschen Geist wollt" man be
kämpfen
lind langsam uns're Sprache däm
pfen,
Das war das Machwerk falscher Brü
der.
Sogar das eig'ne Fleisch und Blut
Verachtete der Väter Gut;
Tie stolzen Säulen stürzten ein,
Altmodisch schien eS, deutsch zu fein —
Dem neuen Zeitgeist wollt" man früh
neu.
So standen wir am Scheidewege.
Erduldend all die schweren Schläge;
Das Schlimmste aber mußte tön;
men.
Fast hat's den Glauben uns genom
men:
Sie wollten uns noch frech verhob
neu!
In unsres Herzens tiefster Noth,
Als unser Vaterland bedroht;
Da ward'S uns plötzlich offenbar
Wie vc gelsrei der Deutsche war.
Der feinen; Heimathland ergebe!
Das war ein herzlos Kesseltreiben,
Die Feder kann es kann; beschreiben;
Schwer liegt es noch in allen Kno
chen,
Fast hat eS uns das Her; gebrochen,
Das war ein Stück von unserm Le
bei;.
Gdrtlob! es hat so sollen sein!
Wir schluckten jeden Tropfen ein;
Die Prüfungszeit war furchtbar
schwer,
Vergessen wird sie nimmermehr
So lange deutsche Herzen schlagen.
Der wilde Strom ist bald zerronnen,
DaS „Gott mit uns!" hat schon ge
wonnen:
Ter Welt znm Trotz. Deutschland
muß siegen!
Wie grausam es die Welt getrieben,
Ein schön'rer Morgen muß bald la
ge. A. F. S.
Amerika im Spiegel.
Ein Amerikaner hat in dem kei
neswegs deutsch-freundliche Outlook
längere Ausführungen über das
Recht nd Unrecht im jetzigen Kriege
und über die Stellung nnd Haltung
Amerika"? zu ihm veröffentlicht, aus
denen wir folgendes wiedergeben:
....Gegen das ehrliche, arbeitsa
me englische Volk habe ich keine
Feindschaft. Aber mit einem Sy
stem. da-s de; Ministerpräsidenten
gestattet, ohne das; andere Mitglie
der seinc's EabinetS darum wissen,
Verträge zu schließen, die feine Na
tion in Krieg verwickeln, kann ich
mich nicht befreunden....
.... Die Amerikaner sind in der
Regel zu viel in Vornrtheilei; befan
gen, un; eine vernunftgemäße An
sich über den Krieg zu habe. Eine
der besten Illustrationen für ameri
kanische Einseitigkeit ist unsere Stel
lungnahme zu Rußland seit Anlang
des Krieges. Vor dein Kriege schrie
ben amerikanische und englische Pu
blizisten Bände über das barbarische,
tyrannische, ehrgeizige, intrigierende
Rußland; aber jetzt, was für ein
Wandel! Rußland ist jetzt der Ban
nerträger der Temokratie, der Inbe
griff aller edlen Tugenden! Das
mag ja richtig sein, doch weiß ich
wohl, was Rußland schreiben würde,
wenn es jetzt gegen England kämpf
te.
. . . .TaS kindische Geschwätz über
Kaiser nnd Könige, militärische Eli
auen und Militarismus, die Anpret
jung der Temokratie als Allheilmit
tel und das papagelmnßige Wieder
plappern von „Krieg ist Hölle".läßt
einen zuweilen vermuthen, daß die
Statistik über unsere Schulbildung
stark ausgepolstert sei.
Wenn Krieg Hölle ist, dann sind
die Vereinigten Staaten in der Höl
le gezeugt nd geboren worden, sind
in der Hölle zur Mannheit erwachsen
und in der Hölle zusammengeschmie
det worden...
Wer den Krieg angefangen hat, ist
eine Frage, über die ich mir gar ich;
den Kopf zerbreche. Ich bin fest
überzeugt, daß Rußland den Krieg
begonnen hat. und zwar mit Einvcr
ständniß England'-) und Frankreichs
Englands Polii'lk war von jeher die
eines modifizirten Donnybrooker
Jahrmarktes Tonnybrook ist ein
! durch seine Rauferei bei Volksfesten
! sprichwörtlich gewordenes Dorf in ,
lrland: taucht irgendwo einer aus,:
so las; ihn schnell durch einen andern;
niederhauen
Ich warte immer noch auf eine j
plausible Erklärung, warum Frank
reich Milliarden an Rußland gelte-
1 Heu hat Kapitalien, bei denen
Frankreich jährlich über 10 Millio
, neu TolarS an Zinsen einbüßt, wenn
man bedenkt, was eine bessere Kapi
talSanlagc eingebracht hätte.
Ta? Geld diente selbstverständlich
, zur möglichst raschen Bewaffnung
und Reorganisation der rnssüchenAr
mee. 1916 und 1917 wäre die rus
sischen Horden in Bereitschaft gewe
sen nnd Frankreich, Rußland und
England wären über Deutschland
hergesallen.
lind nun zu Belgien. Belgien
konnte sich von den Schrecken des
Krieges freigehalten haben, aber es
fürchtete den Zorn Frankreichs und
Englands, wenn es den Teutschen
freien Durchzug gewährte; denn Bel
gien dachte wie fast die ganze übrige
Welt, daß die Verbündeten kurzen
Prozeß mit Deutschland mache wür
den. Belgien setzte eben alles ans
eine Karte, die falsche, nnd verlor...
So liegt m; Belgien zerschmettert
und blutend, mit gebrochenem Her
ze. ein Opfer übel angebrachten
Vertrauens, als einer der vielen von
England Gefoppten. Und England,
seine Topelzüngigkeit und Ohnmacht
zu verbergen, läßt seine Heere win
selnder, flennender Heuchler gegen
die Welt IoS. In Amerika findet
eS Seelenverwandte, erweckt es Wi
derhall. Amerika nimmt die engli
sche Bürde aus sich nnd sorgt für die
armen Belgier. Selbstverständlich
muß für diese gesargt werden, aber
England sollte gehalten sein uns nach
dem Kriege zu entschädigen... .Bel
gien ist nichts weiter als ein Puffer
staat, hauptsächlich durch Englands
Betreiben gegründet und bestimmt,
England vor Frankreich nnd Deutsch
land zn schützen. Daher die britische
Krokodilsthränen! Es wird ein Se
gen sein, wenn Belgien der Theil ei
nes Reiches wird, das es vor weite
rem Schaden zu behüten im Stande
ist. Von Rechts wegen sollte Bel
gien ein Theil Deutschlands sein oder
wenigstens ei Mitglied seines Zoll
gebietes. Wenn Louisiana oder New
j>)ork im Besitz einer seindlichenMacht
wäre, würden wir nicht lange zö
gern, um sie uns einzuverleiben.
Mit Bekümmernis; spreche ich es
auS: was Scheinheiligkeit nnd Heu
chelei betrifft, so ist Amerika ein
Stück von; selben Block.. .. In; Ge
fühle seiner Wohlhabenheit scheint es
zn sagen:
„Deutschland, wärmn kannst du
nicht gut und edel sein wie ich? Ich
bin vollkommen zufrieden mit dein,
was ich habe. Ich habe so viel Land,
wie ich brauche, und will nicht mehr
haben. Tn sagst, dein Volk schreit
nach Brot? Warum ißt es nicht Ku
chen ?
Krieg ist Hölle und dem Geschäfts
leben abträglich.
Ich würde Mexiko den Krieg er
klärt, es erobert und sein Gebiet an
ektirt haben aber es würde mich
fünfhundert Millionen Dollars und
so nnd jo viel EentS gekostet haben,
nnd Blut hätte vergossen werden
müssen.
Nebenbei: Ich würde Mexiko ich!
geschenkt nehmen.
In einigen Fälle mag ja Krieg
ganz am Platze sein. Ich selbst focht
vor einiger Zeit einen kleinen Krieg
mit Spanien auS, und mein Freund
John Bull hat Dutzende kleiner
Kriege mit schwachen Staaten und
wilden Stämmen geführt, aber diese
Kriege haben doch wenig Störung
verursacht.
Aber daß du dich in den Krieg stür
zest mit Gegnern, die stärker sind als
du, das ist unverzeihlich.
Ich bin für Abrüstung, aber wenn
ich meine Fabriken beschäftigt halte,
die Waffen für die kriegführende
Nationen liefern, kannst du mich doch
nicht tadeln, nicht wahr? Geschäft ist
Geschäft. Wenn der Krieg zn Ende
ist nnd ich keinen Absatz mehr für
meine Kriegslieferimgen habe, so
werde ich der Frage der Abrüstung
wieder nähertreten. Den,; ich bin
sehr edelinüthig. Sieh meinen Hei
ligenschein, meine Flügel! Ich be
trachte es als meine Pflicht, der Welt
ein edles Beispiel zn geben.
ES war sehr nnrechk von dir, Lö
wen niederzubrennen. Es ist ja
richtig, das; General Sherman At
lanta niederbrannte und das Land
bis an die See verwüstete, jedoch:
General Sherman war ein Ameri
kancr."
ES sind bereits mehrere Vorschlä
ge gemacht worden, was mit Deutsch
land geschel>en solle, wenn die Ver
bündeten siegen. Ich aber hoffe und
bete, daß Deutschland siege, aus fol
genden Gründen:
Ich trete für Deutschland ein, weil!
man es gemein verleumdet und im-,
ter der Hand schlecht gemacht hat. ;
Wenn Deutschland gewinnt, so!
wird das ein Triumph der Tüchtig-
: kcit und Voraussicht über die Wühler !
! und Unfähigen sein,
s Es wird ein Triumph eines Lau-"
des der Häuslichkeit über ein Land
deS Rassenselbstmordes und der Ei-!
gensucht sein und, bildlich gesprochen,
„Der Dnitsche Eorrkipondent", Baltimore, Md., Sonntag, den 4. Jnli lülu.
ein Sieg Spartas über das verfal
lende Rom.
Tie Welt braucht Deutschland, das
noch an Männlichkeit glaubt, un; der
Verweichlichung, dem Sichgehenias
fe, der WaschläPPigkeit und Unter
würfigkeit entgegen zu arbeiten, die
zur Entartung und Zersetzung sich
ren
....Ein deutscher Siieg würde
auch die Wirkung haben, den verderb
lichen französischen Einfluß auf un
sere Lebensrichtung auszumerzen.
Französische Moral, Kunst nnd Le
bensweise mögen in einen; entspre
chenden Medium ganz gut sein, aber
dem puritanischen Angelsachsei; auf
gepfropft, können sie einen weinen
machen.
Ich habe immer den Eindruck ge
habt, daß Amerika seine Größe den
religiösen und sittlichen Eigenschaften
seiner ersten Ansiedler verdankt,
nicht aber seiner Regierungssorm
oder der llnabhängigkeitserklärung.
Doch was für Erschütterungen haben
die letzten Jahre de; leidenschaftli
che Bewunderer der wahren Seele
Amerikas gebracht. . .
....Wenn eS wahr ist, daß—wie
neulich ein englischer Schriftsteller zn
beweisen versuchte die Amerikaner
dazu neigen, die Menschen anderer
Nationen, mit denen sie in Berüh
rung kommen, nachzuahmen, zu wer
den wir weit, weit besser fahren,
wenn wir uns das sparsame, sittliche,
opferbereite, spartanische Tentfchland
znm Vorbild nehmen, als wenn wir
uns nach Frankreich nnd dem snob
bistischen, luxusliebenden England
zurechtstutzen.
Das „historische Königreich Italien"
der Herren Salnndra und
Svnninv.
Von Karl Witte.
Wer in; Begriff ist, sich einer
Schändlichkeit schuldig zu machen,
geht nicht selten blindlings in die
Falle der Tummheit: ein schlechtes
Gewissen ist häufig genug der schlech
teste Rathgeber. Tas gilt in vollem
Maße von den verrätherischen italie
nischen Machthabern unserer schick
salsschweren Oiegenwart. Ihrem für
alle Feiten festgenagelten Treubruch
haben sie ein Vorspiel vorangehen las
sei;, das an bewußter Verlogenheit
und Geschichtsfälfchung nicht gut zu
übertreffen ist. Wir denken dabei na
türlich an die beispiellos unverschäm
ten Gebietsforderimgen, mit denen sie
nach Brigantenart dem kurz vorher
noch verbündeten Oesterreich Ungar
die Pistole auf die Brust gesetzt und
sich dabei ans die angeblichen Gren
zen des Königreichs Italien von Na
poleon"-- Gnaden berufen haben.
Eine oberflächliche Kenntniß der
neueren Geschichte des eigenen Lau
des darf man doch wohl bei den Her
ren Salandra und Sonnino voraus
setzen. Oder weiß man etwa in Rom
an den verantwortlichen Stellen nicht,
daß jenes aus der Zeit des korsischen
Eroberers heraufbeschworene König
reich von; Gesichtspunkte nationaler
Einheit nnd Unabhängigkeit und der
heute von den Straßenpatrioten mit
so wilder Leidenschaftlichkeit begehr
ten Grenzen so gut wie Alles zu wün
scheu übrig ließ? Für Ignoranten
wollen die leitenden Staatsmänner
jenseits der Alpen gewiß nicht gebal
ten werden, aber dann müssen sie sich
auch den schimpflichen Vorwurf gefal- >
len lassen, daß sie mit der verblöde i
ten irregeleiteten öffentlichen Mei- j
nung Italiens für ihre heimtückischen
verrätherischen Zwecke den schändlich
sten Mißbrauch getrieben haben. i
-Nichts ist leichter, als sie mit dem '
Brandmal gewissenlosen Betruges an
den Pranger zu stellen.
Ter Ursprung, die Entwicklung
und das ltägliche Ende des ersten
Königreichs Italien sind geradezu
ein Hohn ans den nationalen Einig
keitsdrang eines Volkes. In; Juni
1797 beliebte eS dem General Bona
Parte, der durch seine Siege Herr
von Ober- und Mittelatlien gewor
den war, die verschiedenen kleinen
Republiken des mittleren Oberita
lien's zur cisalpinifchen Republik zu
vereinigen. Im Jahre 1802 wurde
sie in die voller klingende „italieni
sche" umgjstauft und zwar in Lyon,
wo eine Eonsulta von Abgeordneten
den großmütbigen Ersten Eonsnl der
französischen Republik de- und weh
müthig anflehte, sich herabzulassen,
auch ihr Präsident zu werden. Mit
Gönnermiene nahm Napoleon die
ihm angebotene Ehre an; er ließ sich
auch nicht lange bitten, als die
Ltaatsconsulta der italienischen Re ;
gierung im Mär; 1805 die Annahme
der monarchischen Verfassung be
schlossen und ihn zum König von,
Italien erkoren hatte. Als solcher!
! setzte der Frankenkaiser sich am 26. .
Mai dieses Jahres in Mailand die.
eiserne Krone der Lombarden auf's
Haupt. „Gott gab sic mir. Wehe,
! dem. der sie antastet!" Im Juni >
ernannte er feinen Stiefsohn Eugen,
Beauharnais znm Virekünig.
! Wie fern Napoleon der Gedanke an !
ein Königreich Italien im Sinne der -
nationalistischen Heißsporne feiner
Feit lind der Gegenwart lag, bekun
> dete er vor aller Welt durch die will
- kürliche Einoerleibung von Parma,
- Piacenza und Guastella in sein
Reich. Ans der Republik Genua, die
: infolge geheimer Unterhandlungen
- um ihre Einverleibung „gebeten"
hatte, wurden drei französisch Te
: partementL gebildet.
Ter Friede zn Preßburg (26. Te
> zcm'oer 1805) bestätigte nicht allein
. die französische Herrschaft über den
- größten Theil der Halbinsel,, ZMdern
- Oesterreich mußte och an das König
reich Italien das Venetianische Fest
land bis znm Jsonzo abtreten, wäh
: rcnd der Kaiser sich für seine beson
deren Pläne das frühere venetianische
> Jyrien und Dalmatien vorbehielt;
seine persönlichen Interessen und die
seines Königreiches standen ihm un
vergleichlich höher als die des italie
nischen Scheinkönigreiches, wo er nach
wie vor der eigentliche Herr blieb,
auch nachdem er seinen Stiefsohn, den
Vice König, zu seinem Nachfolger er
nannt hatte. Und nicht viel anders
lagen die Tinge im Königreich Nea
Hel, wo zunächst sein Bruder Joseph
nnd dann sein Schwager Mnrat von
seinen Gnaden regierten. Es war
deshalb ein durchaus unwahres, mit
den Thatsachen im schroffsten Wider
spruch stehendes Wort, mit dem der
Patriarch von Venedig ihn eines Ta
ges anschmeichelte: „Frankreich haben
Sie gerettet, Italien aber geschaffen.'
Wie lagen die Tinge denn in Wirk
lichkeit? DaS italienische Festland
zerfiel in drei ziemlich gleiche Theile.
Reapel hatte seine alten Nordgrenze ,
von da ab gehörte alles südwestlich
von Apenninen Ron;, Toskana,
Genua, Parma und Piemont un
mittelbar zum französischen Kaiser
reich, während das nordöstliche Trit
theil die Marken, Legationen, Mo
dena und Ober-Jtalien von der Sc
fia bis znm Jsonzo das sogenann
te Königreich Italien bildeten, dem
also unendlich viel von den Grenzen
fehlte, die die heutige italienische Re
gierung ihm zur Beschönigung ihrer
Straßenränberpolitik angedichtet ha
ben. Sollte es da nicht zeitgemäß
sein, die Herren in Nom an die ver
! ächtlichen Worte zu erinnern, die Bo
! napacte im Sommer 1797 an Melzi
! richtete: „Was Ihr Vaterland be
trifft, so braucht man mit ihm noch
wenige; Umstände zu machen, als mit
irgend einen! anderen. Wir können
Alles daraus machen, was wir wol
len."
Jndentzersolgnngcn in Russland.
In Gombin, wo der Eommandant
sich mit den Worten rühmte: „Mein
Gericht ist nicht gerecht, aber schnell",
wurde Ende November ein junger
Mann Namens Felonka in der Stadt
erschossen, drei andere, der dreißig
jährige Klempner Holzmann, der
zweiundzwanzigjährige Schneiöerge
selle Woidislawski nnd der vierzig
jährige Lastträger Weingroß wurden
verhaftet, auf dein Rückzug mitge
schleppt und unterwegs getödtet. Ein
zweiundzwanzigjähriger Poznanski
wurde festgenominen und weggeführt.
Sein Schicksal ist bis zur Stunde un
bekannt. Ein junges Mädchen wurde
geschändet. In Scuüki wurde,; zwei
Inden festgenommen nnd fortge
schleppt. Was mit ihnen geschehen
ist. weiß man nicht. Auf der Straße
i von Plock nach Bocaiiow fuhren zwei
Juden. Unterwegs begegnen ihnen
1 Russen, sie wurden verhaftet, drei
Tage hindurch mißhandelt u. schließ-
lich bei Bocanow aufgehängt. Auf
> dem Wege von Bolkow nach Sloczew
! wurde ein jüdischer Handelsgehilfe
nd ein Selig Lachs ans Bolkow auf
gegriffen und getödtet. Sechs jüdi
sche Kaufleute ans Sulijoiv hatten in
Tobrzylin Zucker gekauft nnd wollten
ihn auf ihren Wagen nach Hause fah
ren. Sie sind nicht zurückgekehrt, auf
dem Friedhof in Lowicz liegen sie be
graben. Tie Russen haben sie unter
wegs getödtet. In Sloczew wurde
der Jude Hefant auf dem Hofe des
Hausbesitzers Kempinsky aufgehängt,
weil er den Teutschen Proviant ge
liefert hatte. Seinen; Sohne sollte
dasselbe Schicksal bereitet werden, es
gelang ihn; aber, zn entkommen.
In Lodz wurde Abra; Limche Ko
han an einen; Freitag Abend ans den;
Kreise seiner Frau nnd zehn Kinder
fortgeschleppt n. getödtet, der Klemp
ner Meier Blechniann wird getödtet,
weil er angeblich ein Telephon beschä
digt hatte. Ein dritter Jude Pteilech
Ellenberg, ein harmloser
lehrtcr, wurde wegen Spionagever
! dacht eingesteckt, der auf die in seiner
Wohnung gefundenen deutschen Ei-
garren gestützt wurde. Er wurde
zun; Tode vernrtheilt. gefessx/Pgi; ei;
j neu Baum gebunden nnd mußle dort
in bitterkalter Tezembernacht ohne
.Mantel nnd warme Kleider vierzehn
lang stehen bleiben, gepei
nigt von blutigem Hohn russischer
, Soldaten. Ein Offizier trat an ihn
! heran, faßte ihn an die Kehle nd be
. merkte kalt lächelnd: „Tie wird den
l Strick schon aushalten." Mit großer
. Mühe gelang es noch in letzter Stun- i
de einer Lodzer Persönlichkeit, den
Unschuldigen vom Tode zu retten.
In Kielce legte der Eommandant
eines dort eingerückten Kosatenregi
ments den Juden eine Eontribution
von 100,000 Rubel auf und, als zur
festgelegten stunde die geforderte
Summe nicht hinterlegt war, be
slimnlte er für jeden weiteren Tag
eine Extrastrafe von je 5000 Rubel.
Derselbe Eoimnandant hielt in der
ganzen Umgegend aufrührerische Re
den gegen die Juden. So forderte er
in der Kirche von Jarnoiv die Anwe
senden zu Gewalttätigkeiten gegen die
Inden auf, nach dem Krieg würden
sie auch von der Regierung für diese
Thaten belohnt werden. Nur durch
das Eintreten des dortigen polnischen
Pfarrers wurde ein Blutvergießen
verhindert.
In Jerzow wurde Mordechaj Ja
mischeivitfch und Blei lech Herschenberg
aufgehängt, zwei Inden werden ver
mißt. In Przesucha drangen die ein
ziehenden Truppen in die Wohn;;
gen der Jude ein, schlugen entzwei,
was sie nicht rauben konnten, nnd
schändete Frauen und Mädchen. Am
20. Oktober kamen die Russen nach
Sochaczew, neun Tage haben sie ge
plündert lind mißhandelt, und kein
Jude durste sich auf der Straße sehen
lassen. In Lowicz wurde ein acht
zehnjähriger junger Mann. Namens
Salz, am 11. Oktober auf dein Weg
vom Gottesdienst nach seiner Woh
nung verhaftet. Später fand man ihn
als Leiche anßerbalb der Stadt. Tie
Russen hatten ihm den Schädel ge
spalten.
Prof. Bürgest Buch über de Krieg.
In der ungeheuren Kriegslitera
tue, die der Kampf gegen Teutsch
land's Weltstellung erzeugt hat, und
die neben einem Wust von Falschem,
Unwahrem, Unsinnigem und Unge
heuerlichem doch auch viel Gutes und
Kluges gebracht hat (so die Bücher
von Münsterberg, Thompson lind an
dere) und wohl das beste Werk, das
unlängst erschienen, ist das Buch deS
Prof. Johann William Burgeß, „Ter
Krieg von 1911, seine Uriache, Zwe
cke und wahrscheinlichen Ergebnisse."
Es isl ein klassisches Werk nach
Inhalt und Form. ES ist ein Buch,
das Jedermann lesen sollte, der wirk
liche Aufklärung über die Veranlas
sungeil und die Ursachen dieses Krie
ges zu erhalten wünscht. Prof.
Burgeß, der früher Professor des Ve
rfassungsrechtes und des internationa
len Rechtes nnd Dekan der Fakultät
für Politische Wissenschaft an der Eo
lmnl'ia Universität in NeivPork war,
hat dies Buch als ein Amerikaner
für Amerikaner geschrieben. Er be
klagt das anti-deutsche Gefühl der
Vereinigten Staaten: und hält es für
durchaus unberechtigt lind unver
nünftig. Ter Sieg der verbündeten
britischen nnd russischen Waffe mit
der Beherrschung der Meere Seitens
einer dieser Mächte, und der des Lan
des Seitens der anderen, würde sei
er Ansicht nach nicht nur den Frie
den und Fortschritt der ganzen Welt
bedrohen, sondern ganz besonders
den Interessen dieses Landes feind
lich sein. Jedes wirkliche amerika
nische Interesse bedingt die Erhal
tung des deutschen Reiches als den
Macht-Mittelpunkt Europas. Es
giebt nichts in der ganzen Kriegsli
teratur, das in so knapper Form so
viel Information enthält und so viel
Licht verbreitet über die nächsten Ur
sachen deS Krieges, nnd die tieferlie
genden Wurzeln als die Kapitel 2
und 9 des Buches. Mit dem schar
fen Blick des geübten historifchenFor
fchers hat Prof. Burgeß die offiziel
le Dokumente studirt und geprüft
und hat mit unerbittlicher Logik bei
vorurtheilssreier Betrachtung die Er
gebnisse zusammengestellt. —Ein Mu
ster überzeugender Beweisführung ist
Kapitel 7, das von der Ausfuhr von
Waffen und Munition an die Krieg
führenden handelt. Er erklärt eS für
„offenbaren Trugschluß" (Sophistin
zu behaupten, das; das Verbot der
Waffenausfuhr ein Bruch der Neu
tralität sei, der nur vorgebracht wer
de, um einem der Kriegführenden
einen Vortheil zu sichern. „Es ist ei
ne der Grnndlehren des internatio
nalen Gesetzes, das; indirekte Folgen
einer Handlung nicht in Erwägung
gezogen werden können. „Wenn
durch irgend eine Verdrehung der L
ogik ans der Einstellung der Unterstü
tzung eines der Kriegführenden, eine
Hülfeleistnng für den anderen ge
macht werden kann, so ist dieser Bei
stand ein indirekter und kann bei di
plomatischen oder internationalen
Erwägungen oder Handlungen nicht
in Betracht kommen! Betrachtet man
die Sache vom Standpnnkte der
Moral, so sollten, falls dem neutra
len Staate zwei Wege offen sind, ei
ner, der einem der Kriegführenden
direkt Hilst, und ein anderer der bei
den oder keinem der Kriegführenden
hilft, der neutrale Staat den letzte
ren Weg einschlagen!" Prof. Wil
son könnte eine Fülle guten Rath
aus diesem Buche schöpfen. Es isl
gesagt, das Beste, was Prof.
Bürgest oder sonst jemand bis jetzt
über den Krieg geschrieben bat. Wer
ein guter Amerikaner ist nnd Ameri
ka gerne ans Leiten der 'Menschlich'
keit und des Rechtes nnd des wirt
lichen Fortschritts sehen will, der leie
das Buch und gebe es weiter an ir
gend einen Amerikaner mchtdentschen
Blutes, dein die Erkenntnis; der
Wahrheit noch nicht wurde. Es wird,
es iiius; sie ihm bringen, wen er eS
liest, und er nicht ganz und gar in
einseitigem Porurtheil besangen isl.
Das steuerliche Schicksal Berlin's.
Das Ergebnis; der Beranlagliiigeu
ziirStaatseinkoininenstener für 1915,
das für Berlin insgesammt -12.7
Millionen Mark gegen 16.5 Millio
nen Mark im Satire 1911 betrug,
darf als günstig angesehen werden,
da die Zahl der steuerpflichtigen um
02,971 Köpfe abnahm - Hauptfach
lich eine Folge der Einberufnugeu
zum Heeresdienst. Tie Abnahme der
Deichten beträgt bei einem Einkoni
men unter 9000 Mark 52,008 Köpfe,
bei einem Einkoniineil über 9i>ol)
Mark <0,969 Kopfe. Ein Rückgang
dieser phpsischen Steuerzahler, wenig
stens der über9ooo Mark, war schon
in früheren Fahren eine ständige Er
scheinung in Berlin; er ist nur im
Kriegsjahr besonders stark hervorge
treten. Tagegen ist in diesem Jahre
zum ersten Mal auch die Fahl der
nichtphpsischen Steuerzahler und Fo
reiisen gesunken. Tie steuerpflichti
gem Aktiengesellschaften, Gesellschaf
ten mit beschränkter Haftung und
Vereine nahinen früher in der Reichs-
Hauptstadt an Fahl und Einkommen
zn und schufen so einen Ausgleich für
das Abwandern der physischen
Steuerzahler, so das; im Endergebniß
Berlin keine Einbuße au steuerlicher
Leistungsfähigkeit erleidet.
Tie Finanzlage der Stadt Pots
dam hat sich einer Mittheilung deS
Bürgermeisters Rauscher zufolge, die
er in der gestrigen Stadtverordneten-
Sitzung machte, so erfreulich gestaltet,
daß die Gefahr einer Steuererhöhung
auf Jahre hinaus nicht besteht. Tic
von der Stadthauptkasse im abgelau
fenen Rechnungsjahr erzielten Ueber
schüsse betragen 272,827 Mark im
Ordinarium und 11,117 Mark im
Extraordinarii;;. Aus dem Ueber
schuß wurden 10,000 Mark als
Grundstock für die Gründung eines
KriegshülssvereinS Potsdam für die
Kirchspiele Gros; Rominten und Tu
beuingken bewilligt, für die Potsdam
beim Wiederaufbau die Patenschaft
übernommen hat. Tie Privatsamm
lung für den gleichen Zweck hat bis
her 5500 Mark erbracht.
Wie in Friedenszeiten.
Tie Große Berliner Straßenbahn
nnd ihre Nebenbahnen beförderten
am Pfingst- Samstag und an den
drei Feiertagen insgesammt etwas
über 0 Millionen Fahrgäste, was
ungefähr dieselbe Leistung darstellt,
wie in den Pfingsttagen des Vorjah
res. Auch die Allgemeine Berliner
Omnibus - Gesellschaft, bei der zu be
rücksichtigen ist, daß der größte Theil
ihrer Kraftwagen jetzt militärischen
Zwecken dient, ist mit dem Pfingst
verkehr zufrieden. Ihre Pferdewa
gen beförderten am Pfingstsamstag
und an den drei Feiertagen 795,090
Personen gegc' 978,769 im Vorjah
re, ihre Kraftwagen 229,903 gegen
817,250 im Vorjahre, zusammen 1,-
018,102 Fahrgäste gegen 1,791,019
im Vorjahre. Tie Hochbahn-Gesell
schaft hatte st; den drei Feiertagen
annähernd eine halbe Million Fahr
gäste zu verzeichneil gegen WO,OOO
in den Psingsttagen 1911. Die Ber
liner Ostbahnen beförderten am
Pfingstsonntag und -Montag insge
sammt 111,000 Personen. Auch die
Berliner elektrischen Straßenbahnen,
von denen keine näheren Zahlenan
gaben vorliegen, bezeichnen ihren
Pfingstverkehr als sehr günstig, so
gar als besser gegenüber 1911. Tie
Teltower .Kreisbahnen wurden am
Pfingstsonntag von 98.679 und am
Pfingstmontag voll 99,728, zusam
men von 78,117 Fahrgästen, benutzt.
Auch der Tampfervcrkehr war infol
ge des heiteren Mailvetters verhält
nißmäßig stark. Tie Teltower
Kreisschiffahrt erzielte, obwohl sie
nur mit der Hälfte ihrer Schiffe sah
reu konnte, mehr als die Hälfte der
Einnalnne des Vorjahres. TieStern-
Tampser - Gesellschaft beförderte an
den drei Feiertagen rund 220,000
Personen. Insgesammt haben die
Groß - Berliner privaten Verkehrs
unternchniungen in den Pfingstta
gen rund acht Millionen Menschen
befördert.
Tie V c r l ll st l i st e. In ei
nein Berliner Theater ist während
der Kriegszeit die Gage auf die Hälfte
reduzirt. Am Zahltage quittiren die
Mitglieder dem Kassirer das empfan
gene Geld. Ter alleweil fidele Ka
pellmeister empfängt seine Gage, ohne
zu quittiren. Ter Kassirer ruft ihm
nach: „Sagen Sie, Herr Kapellmei
ster. wollen Sie nicht quittiren?"
„Na. gut, dann langen Sie mal die
Verlustliste her! "

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