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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, July 22, 1915, Image 1

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Heute
trübes Wetter,
veränderliche 'Winde.
75. Jahrgang.
National Exchange Bank
Hvpkins-Place nnd German-Straße.
apllal <i?l,s>oo.o(>Y
Urderschnsl nd Prosltc oso.otttt
Ihr Conto wird gewürdigt werden.
Sicherheitskästrn zn vermiethrn.
!
Waldo Nrmcomcr, Präsident.
!„. V. LanSdatc. Aassirer.
tilinion G. Lloraaii,
tJuiiit.'l.lJ) HiUsS-Kasstrer.
Kummer ü Kecker,
Deutsches Bank- und Wechselgrschiist,
MitnUrder drr Aftienbiirsr.
26 Sonth-Skraße.
„NaNonal vanl as tiommcrrr"-Grbäude.
An- und PrckNlif dun Aktien und t'biiguNo
nru. Wechsel und iterdildrirsr aus alle dalitit
iächlichru -lädlr sturohl. All- lllld erlauf
siruidee Gridlrriell. awic Alläscrllchilia roll
oUmllchlcii. Lchisse-larlc von und mich Teuiich
!a„d. (APIÜ7-1
Teutsche Spnrbank von Baltimore,
SUdwesl-Site
Baltimore- und Entaw-Straße.
Vsscil änlich von !> bis II Uhr.
Tounrrsiaä Abend von ; bis 8 Uhr.
Tir liiridrr ircrdeu nur !u sicheren Aslieu
und ebNo-woue lind uuSliewähUel, Hupothelru
1.110.1.1gi. ZPitma, Präsident.
Wliliam Sviimnn. Schatzmeister. I
Tirctiore:— —
Ctiarirk Tiümau. vanär.
iNobrrl Laune. Harrt, ,7, LlUdrmaii,
I. Hrnru Tchäscr, ivroilir H. iahst,
C. Lirbcilurchl. iieorar !. Hrmmcter, !
Hrnr T. Trcher, Ä. C. Purvci,
AtUiaiu Lpilman, Henry Stichling.
Alle Pfandleihen werde ei Jahr aufbewahrt,
ismdiin IE-.
„Soilsolidated Loa isonipanh",
>, l. ord Gah-Tirafle.
S. AaiadcS ii>.,
>l!r. 07.',, Wcsl-Baltiiiiore-Ttraste.
Speiieur Aatrn aus grobe Pfandleihen.
Seite Eingang 7n> Privat-BUreau.
Optiker.
huben letzt ihr Geichüslslotal tu ihrem neu
Luden, Nr. 30, Wesl-Leringion-Slrahr. Volle
Auswahl ovtifcher Aaarcii.
Augen kostenfrei untcrsuch.
Schumacher L- Forcman,
Nr. 3>, West-Lerlngton-Ltrastc
<ScPIL3—I
! George Walter,
j 7 West-Lerington-Str.
nahe (tharlcs.
z Tiamanlcn Uhren.
Schmnilsachen Silbeiwaare.
t Angen kostenfrei von regiftrirlem
LPtiler getzrUft.
1 Re,',rtzle gcnan angrfeNigt.
Wir sprechen Teutsch.
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nurAnrrarrrrrurrttSttNrrnrurrrrrurnmrr
W cr u Ir o lL
Roh nd gehobelt.
Ws Stalin Qrnllll'r La.
414 Light-Str.-Werftc.
!Mür.„—)
C L P. Telephone. 859 Columlna-Aveune.
Gesuch um neuen Prozeß für Becker.
New - Nor k, 21. Juli—Bccker's
Appell für einen neuen Prozeß, um
von dem elektrischen Stuhl gerettet
zu werden, wurde Gouverneur Whil
mau überreicht. Marlin T. Maiitou,
Bocker's Anwalt, theilte heute mit,
daß die Vertheidigung neue Beweise
in. Hände „habe. Welcher Art diese
Beweise sind, wurde nicht bekannt,
Becker weist einleitend auf den AP
pelt au das Oherhimdesgericht hi,
i dem er schon darauf aufmerksam
gemacht habe, das; derselbe Beamte,
gegen dessen Verfehlungen in der
Führung deS Prozesses gegen ihn er
proteslire, jetzt über diese Verfehln
gen zu richten habe. Tan erinnert
er daran, daß Whitiucm es abgelehnt
habe, die Revision der Prozeßatteu,
die zu einem Verhindern der Voll
streckuiig der Todesstrafe durch die
Gouverneur führen kann, einem au
deren, den früheren Chef Richtern
deS Appellhofcs. Andrews" oder Cul
len zum Beispiel, zu übertragen, und
daß Becker's Anwalt. Maiiton, nicht
die Gelegenheit gehabt habe. Appell
richtet: Bartlett das Material zu uu
terbreiteu, auf das Becker feine An
sprüche auf Abwendung der Todes
strafe gründet..
Leo M. Frank auf dem Wege der
Besserung.
Millcdgevill e, Ga., den 21.
Juli. Merkliche Besserung ist i
Haitimorr ü Ohio
<cxl,ns!„n<.'pueti.
2 plyladcyilii d
j ru.7:> —IN,klirr lIS rillt. j
i jl.s—Willi!,, »lld .rück.
slii, Li. glly, spc.stal.iua
l'rllfti'.! SMIWIII Lllllwll l. wir
-.oioi'lllUi-, o.viilll linttlll-LllNlull
K.o'i MlirnrllS. WM'.illrl vun
'lNllttldrNchili 7 wir AoelldS.
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j Drr drnllikraNschrli Prim>iNl>l,l an, 14. Srp
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Slindidat M> dr Sianis-Srnai
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r..ndwrsrllo drr,'l„l,t ha- Agkntlir der
Union Central Life
Insnrnure Eonrprrny
245 —251 Ealvert Bnilding,
Baltimore.
Frank wlieaton,
Geschäfts stilner.
(Tlulisi— ?>ii,U4.Duä.Lo>
I dem Zustande des Leo M. Frank ein
! getreten, dem am letzten Samstag von
> einem Gefangenen des hiesigen
! Staatsgefängnisses eine Wunde am
! Halse beigebracht wurde, gemäß dem
> ihn behandelnde Arzte. Leo Frank >
i sei noch nicht ganz außer Gefahr, doch
! sei seine Genesung ziemlich sicher, so
> versicherte der Arzt.
!
Feuer of „Oklnbviiin".
Washington, 2t. Juli.
' Amtliche Berichte über das Feuer aus
dem Dreadnought „Ollalwma" in der
Schiffswerft tu Eamöeii, N.-1., ge- :
Heu die wirtliche Ursache nicht a.
! Mehr Schaden, als erst angenommen ,
wurde, ist angerichtet worden. Das l
! Deck wurde veschädigt, die Schotten j
> verbogen und die elettrischen Licht- !
j und Ventilations-Aiilagen zerstört.
Das Marine Departement glaubt,
daß das Feuer durch das achtlose
Wegwerfen von Streichhölzer vcrur- >
sacht worden sei.
Tu m a und Reichra 1 h ei u-
berufen.
L o ii d o n. 21. Juli. Ei kaiser- j
licher Utas, der heute erlassen worden
ist. beruft den Rcichsrath und die Du-.'
ma am ersten August zusammen. Die
beiden gesetzgebenden Körperschaften
hatten sich anfangs des Jahres bis
zum November vertagt.
Rmschiittttlich.
Das deutsche Vertrauen
ans Lieg.
Kommt in der nesammten
Presse zum Ausdruck.
„Ein vielversprechender Ansang"
wird die riesige Gefaiigeneiizahl
im Oste geimuut. Alle Au
slreugiiiigeu der Russe, dem sieg
reiche Vordringe der leuloui
scheu Verbündete ei Ende z
mache, bleibe erfolglos.
L o u d o , 21. Juli. Ter Times
zufolge ist der To der deutsche
Presse äußerst zuversichtlich. Die um
letzte Smustag erschienene Zeilim
ge veröffentliche enthusiastische Ar
titel über de Feldzug im Oste,
und bringen äußerst begeisterte Be
sprechuugeu über die Resultate des
ersten Kriegsjahre?.
Die Kölnische Zeitung schreibt i
einem lange halboffizielle Artikel,
daß die neutrale Länder jetzt sich da
rüber klar werde müßte, das; die
Centralmächte und die Türkei unbe
siegbar seien, und erklärt, das; die rie
sige industrielle und wirlbschastliche
Thätigkeit immittelbnr nach dem
Kriege genau dort wieder ansetze
würde, wo sie durch den Ausbruch
des Krieges unterbrochen wurde, und
daß Deutschlands Fähigkeit, Waare
zu liefern und zu kaufen, sich bedeu <
tend schneller wieder entfalte würde,
als die der FeindrDeutschlaiids. Iniol
gedesscu würde Deutschland ebenso
wie Oesterreich und die Türkei ach
dem Kriege nicht allein militärische
Bedeutung, sondern ebenso auch
werthvolle ökonomische Kraft seine
Freunde bieten können.
„E in vielve rsprech e n d e r
An f a u g."
Die Vosüsche Zeitung berechnet an
Hand der offizielle deutschen Berich
te. das; seit Beginn der neuen deut
scheu Offensive 175 Offiziere und 00,
700 Mann gefangen worden seien,
und bezeichnet es „als eine vielver
sprechende Anfang."
All e A st r c u gende r R u s
se vergebens.
B erli n, 21. Juli, via London. —
Ei Telegramm au den Lokalan.zei
ger aus Czernowitz. der Hauptstadt
der Bukowina meldet, das; sich hefti
ge Kämpfe an dem Tniester nahe der
bukowinisch galizischen Grenze ab
spielen. Tie Russen haben dort an
geblich starke Trnppeninassen zusam
mcngezogen. sie machen verzweifelte
Anstrengungen, die Stellungen wie
der zu erobern, die von den Oesterrei
cherit aus dem linken Flnßnfer ge
nominell worden waren. Trotz des
Einsatzcs schwerer Artillerie seien ie s
doch die Bemühungen der Russen er
folglos geblieben.
An der bessarabischen Front sind
die Russen auch noch in der Oise
sive und haben während der letzten
vier Nächte verzweifelte Angriffe un
ternommen. An einer Stelle sei es
ihnen sogar gelungen, die österreichi
schen Stellungen zu durchbreche,
aber später seien die russischen Abi he:
! lungen eine ach der anderen gesan
gen genommen worden und hätten
auch hier es nicht vermocht, irgend
welche Vortheile zu erringen. Am
Montag hat eia Kamps über sechs
Stunde gewährt, während dessen
die Russen acht Angriffsversuche un
ternahmen.
Den in Berlin eintrefsenden Tele
grammen zufolge sind alle amtlichen
l Archive aus Riga, dem russische Ost
! seebasen, und alle dortigen Geld depo
, siten am Montag nach Petrograd ge
! schafft worden, um sie vor de her
annahende Deutschen zu retten. Tie
! RegierungSbcamtcn sind bereits an
gewiesen worden, sich zur Abfahrt zu
rüsten. Tie Zahl der Bürger, die
i der letzten Woche Riga verlassen
haben, wird auf 10,OM geschätzt.
Bleibt in Deutschland.
Washington, LI. Juli—Tr.
l Anton Meyer Gerhard, der als per
, sönlichcr Abgesandter des deutschen
i Botschafters vor der Absendung vor
! letzten amerikanischen Note nach
Berlin gereist war, wird j Europa
bleiben. Es beißt, das; die englische
Regierung sich geweigert hat. im
Falle einer Rückreise des Dr. Meyer
Gerhard diesem sicheres Geleite nach
den Vereinigten Staaten zuzusichern.
Baltimore, Md., Toiiiicrßag, den 22. Juli 1015.
Der Ring wird enger
tim Nie jwlmictie <^uli>>tjtoilt.
NvljilchkrWldtrlilNkdilbttllllgkliriichrn
Feind nilf eiIMM Rückzug mich Osten
Gesnngenenzahl wächst weiter um Tausende.
Acricht des deutschen pHenerMuves.
Berlin, 21. Juli, via London. Das deiitsche Armee-Haupt
gnartier erliest heute folgende Bekanntmachung über die Entwickelung der
Operationen.
W e st l > ch er Kriegss ch aupla tz.
In den östlichen Argonnen: Unsere Truppen erstürmten weitere
feindliche Schützengräben und nahmen fünf Offiziere und 205 Mann ge
fangen nnd erbeuteten nnsterdri ein Maschinengewehr.
In den Vogesen: In der Nähe von Münster haben erbitterte Kam
pfe stattgefunden. Tie Franzosen griffen verschiedene Male unsere Stel
lungen an, und zwar zwischen dem Lingetopf, nördlich von Münster und
Mühlbach. Die Angriffe wurden ausnahmslos zurückgeschlagen. In
einige Schützengräben war es dem Feinde Anfangs gelungen, einzudrin
gen, spater wurde er aber wieder gezwungen, nach energischen Nahkäi
psen sich zurückzuziehen. Südwestlick, vom Rcichsnckerkvps hat der Feind
einen Theil unserer Schützengraben noch im Besitz. Tag nnd Nacht
dauern erbitterte Angriffe auf unsere Stellungen, dir an Diedelshvfen
grenzen, von der Front ans fort. Hilseiifirst wird von einem mörderi
schen Jener belegt. Wir nahmen vier Offiziere nnd etwa 120 Mann,
die meist den französischen Alpentrnppen angehöre, gefangen.
Ein deutscher Arroplan zwang ein französisches Flugzeug in der
Nahe von Bnpaiime znm Abstieg. Das Flugzeug fiel unbeschädigt in un
sere Hände.
Colmar ist von einem feindlichen Flieger beschossen worden. Zehn
Bomben wurden ans Hauser nnd Straffen geworfen. Ein Civilist ist ge
lobtet nnd eine Fron verwundet worden.
Oe st lich e r Kriegsschauplatz.
Lestlich von Popeljnnh-.Knrtschany zieht sich der Feind vor unseren
vorgehenden Truppen zurück. Westlich von Schaust, wurden die letzte
feindlichen Vcrschanznngen erstürmt nnd besetzt. Die Verfolgung des
Feindes wird in östlicher Richtung fortgesetzt.
An der Dnbhssa, östlich von Rossienje, wurde durch einen deutschen
Angriff die russische Linie durchbrochen. Auch hier geht der Gegner
zurück.
Südlich von der Straffe Mariampol - Kowno griffen wir an nnd
erstürmten die Dörfer .Kierkierhski nnd lanowka. Drei hinter einander
liegende russische Stellungen wurden erobert.
Ebenso günstig verlausen die Angriffe unserer Landwehr gegen die
feindlichen Stellungen nördlich von Nowgorod, am Narew. Dir Russen
zogen sich hier ebenfalls zurück und ließen 2000 Gefangene und zwei
Maschinengewehre in unseren Händen.
Weiter südlich wurden starke feindliche Schanzwerke des Feindes
am Narew erstürmt. Hier mnckstenwir 500 Gefangene und erbeuteten
drei Maschinengewehre.
Ter Feind versuchte, hartnäckigen Widerstand am Narew zu leisten.
Seine verzweifelten Gegenangriffe mit eiligst zusammengezogenen Trup
penmnsscn am Brückenkopf bei Rozaa, Pnltusk und Novogeorgiewsk
schlugen fehl. Tie Verluste der Russen waren sehr bedeutend. Wir inch
s rcn hier eintausend Gefangene.
An der Linie Blonir-Grojrc leistete der Feind nur schwachen Wider
stand. linier dem Truck unserer Trnppenmassen, die von allen Seiten
verstärkt worden waren, begann der Feind, seine befestigen Stellungen
bei Grvjcc aufzugeben und sich in östlicher Richtung zurückzuziehen.
S ü d ö st l i ch r r K r i e g s s ch a u p l n tz.
Deutsche Truppen unter Führung des Generals von Wohrsch erreich
ten gestern die Brückenkopf-Stellungen südlich von Ivangorvd. Ein so
fort unternommener Angriff setzte sie in Besitz der feindlichen Stellun
gen bei Wladislnwow. In diesen Abschnitten dauern die Kämpfe noch
fort.
Zwischen den Flüssen Weichsel nnd Bng ist die Armee des Fcldmar
schalls Mackensen wieder auf feindlichen Widerstand gestoßen.
Trotz hartnäckigen feindlichen Widerstandes haben die österreichisch
ungarischen Trnppc.i die feindlichen Stellungen bei Skrzniecz, Niedrzwicn
und Mal, südwestlich von Lnbli, besetzt, und die deutschen Truppen die
Stellungen des Feindes südöstlich nnd nördlich von Krasnostawn genom
men. In dieser Gegend dauern die Kämpfe noch fort."
Der österreichische Bericht.
Wie, via London, 21. Inli. Tie nachstehende offizielle Be
kanntmachung wurde heute in 'Wien veröffentlicht:
„Der Feind hat südlich der Eisenbahnlinie Eholm-Lublin-Ivangv
rod Halt gemacht. Trotz energischen feindlichen Widerstandes ist cs de
teutonischen Verbündeten gelungen, an verschiedenen Stellen die feind
lichen Linien zu durchbrechen. Vor Roznn haben sich unsere Truppen int
! Verein mit deutschen Bataillonen den Weg durch die feindlichen Linien
gebahnt. Zwischen der Tistritza nnd der Weichsel ist die Armee des
Erzherzogs Joseph Ferdinand ans heftigen feindlichen Widerstand gesto
ßen. Auf beiden Ufern der Borzcchow eroberten unsere Truppe in er
bitterten Nahknuipsen feindliche Stellungen, die von serbischen Regimen
tern mit der größten Hartnäckigkeit vertheidigt wurden.
Von dieser Armee nahmen wirgcftcrn dreißig Offiziere nnd sechs
tausend Man gefangen nnd eroberten nenn Maschinengewehre.
Zwischen Weichsel nnd Pilira dauert die Verfolgung des geschlage
nen Feindes fort. Die deutsche Landwehr brach nordöstlich von Zwvlrn
durch die feindlichen vorgeschobenen Stellungen am Brückenkopf von
Ivangorvd. An de angrenzenden Gricchtsabschiiitten dauern die Käm
pfe noch fort.
In Ost-Galizien, nahe Sokol, ist es zu neuen Zusammenstößen ge
kommen. Die Lage am Tniester ist unverändert geblieben.
(Fortsetzung siehe 0. Leite.)
Kill iE.
§ Bei m Strikt in
Bayonne.
(<i,l Arbeiter getödtct, et
wa fünfzig verletzt.
Blutige Zusammenstöße vor den An
lagen der „Standard Oil Com
panh". Tie Behörden von
Hudson County gehen scharf vor.
Militär wird von Trenton ge
sandt werden, wen die Behörden
des Countys nicht Ruhe schaffen
können. Die Erklärung der
„Standard Oil Company."
New Bork, 21. Juli. —Ernste!
Ausschreitungen ereigneten sich heute
vor den Anlagen der Standard Oil
Eo. von New - Jersey, in Bayonne,
wobei der Idl-jÜhrige John Moloski
gelobtet und mehrere Arbeiter ie
bensgesälirlich verletzt wurden. Die
Arbeiter, meistens Ausländer, ver
sammelten sich zu früher Morgen
stunde vor den Pforten der Fabrik.
Gegen Mittag entstand zwischen de
herbeigerufenen Polizisten, Scheins
sei, und Feuerwehrleuten auf der ei
neu Seite und mehreren Tausend
Arbeitern auf der anderen ein allge
meiner Kampf, fünfzig verwundete
Arbeiter und drei Polizisten mußten
iu's Bayonne - Hospital gebracht
werden.
Das Pferd deS Inspektors Cady
wurde unter dem Reiter erschossen,
als dieser eine Zeit lang von den De
monstranten umzingelt und erheblich
bedroht wurde. Diese unternahmen
henke drei getrennte Angriffe.
Sie zertrümmerten sämmtliche
Neuster des Spritzenhauses, griffen
die -Polizeistatio und das Haupt
tbor der Standard Oil Fabrik an.
Drei Demonstranten wurden dabei
von der Polizei verwundet. Scheinst
Eugene Kinhaid aus Hudson-Countii
kam kurz nach Mittag an und hielt
an etwa s<x Arbeiter eine Ansprache.
während welcher er häufigen Beifall
erndtete. Er versprach ihnen. Alles
zu thun, was in seiner Macht stände,
und er sei willens, die Vertreter der
Arbeiter anzuhören. Tann bat er
die Menge, friedfertig nach Hause zu
gehen. Später werden drei Vertre
ter gewählt, die sich mit Scherist s
Kinhaid besprechen wollen. Als Vor
sichtsmaßregel ließ der Scheinst alle
Wirthschaften in Bayonne schließen.
Die Tidewater Co. gab heute be
kannt. daß ihre Arbeiter keine Forde
rungen für Lohnerhöhung und Ver
ringerung der Arbeitszeit gestellt
halten, da sie durch die Ereignisse
von der Standard Oil Co. abge
schreckt worden wären.
Bürgermeister Pierre P. Garven
ans Banonne bat den Gouverneur
beute, Truppen nach Bayonne zu
senden. Es werden jedoch keine
Truppen geschickt werden, wenn nicht
Schreist Kinhaid von Hudson-Conn
ty dies Verlangen stellen sollte.
Er lärung der Standard
O i l C o.
New - Nork, 21. Juli. Die
Standard Oil Co. erließ heute nach
stehende Bekanntmachung:
„Aus de der Gesellschaft bekamt
ten Thatsachen gebt hervor, daß die
gegenwärtige Situation einigen pro
fessionellen Agitatoren zuzuschreiben
ist, die Uneinigkeit zwischen den An
gestellten und den Arbeitgebern zu
stiften trachten. Die Gesellschaft ist
gewillt, alles zum Schutze der Arbei
ter und ihres BentzeS zu thu. Sie
bat demnach die in New - Jersey ge
setzlich vorgeschriebenen Maßnahmen
ergriffen. Die Behörden von Ba
yonne von Hudson County und des
Staates New - Jersey sind vor-!
schriftsmäßig in Kenntnis; gesetzt!
worden, und die Gesellschaft zweifelt,
nicht daran, das; die Situation sich
bald bessern wird.
Maschin i st e n lege n A r
beit zu Bridgevort
nieder.
B ridgePort, Conti., 2t. Juli.
Infolge von Strike Ausrufe leg
ten heute die Maschinisten in mehre
re Bridgeport Werkstätten der Rem
ington „Arms and Aniiiiunitioli"-
Fabrik die Arbeit nieder. Arbeiter
sichrer erklärten, das; etwa 500 Ma
schinisten strikten.
Nr. 203.
Heute Mittag marschirtc eine große
Menge Mm'chinisteil vor die Anlagen
der „Union Metallic Cartridge" Fci-
vrit und veranstaltete dort eine De
monstration. Doch bald darauf langte
ein Automobil mit Polizisten an,
z welche die Menge aufforderten, aus'
einander zu gehe. Die Beamten
mußten (Gewalt anwenden, wobei ei'
l nige Unordnung entstand. Erst durch
die Anluvst von Verstärkungen ge
lang es, die Ztriker zu zerstreuen.
Eine Conferenz wurde von Präsi
dent Sam. GomperS. dein Vice Prä
sidenten I. F. Anderson, Edward
Tucker. dem Vertreter der internatio
nalen Pereiniguug der Maschinisten,
und von Vertretern der „United
Brotherbood of Carpenters," der
„Bridge and Ttructural Iron
Worters" und des amerikanischen Ar
beiterbnndes abgehalten. Ueber den
Verlauf dieser Conferenz Wurde
nichts bekannt. Alis die Frage, ob
die Anschuldigung, daß Ausländer
einen Ztriker zu Stande gebracht ha
ben. untersucht worden sei, antwortete
Hr. Campers, er könne nichts dar
! über bekannt geben.
Strite geschlichtet ?
Brid gevo r l. Ct., 21. Juli.—>
.V I. Keppler, der Viee-Prasident des
„Inleriiationaleii Majchi,iisten-Ver-
I eins," der den Linke in der Reming
ton Waüeu- und Muuitivns-Fabrik
leitete, erklärte heute Abend, das; eilt
Uebereinkonmien ;ii Stande gekom
men 'ei. Er erklärte ferner, das;
keine weiteren Arbeiter in Ansstand
treten würden, das; die Wache zuriick
i ge;ogen und das; die Linkenden am
nächsten Montag wieder die Arbeit
aufnehmen werden.
Ei Sens a t i o spr oz cs; in
Pari S.
P a r i s, 21. Juli. Vier angeb
liche Anarchisten wurden deute bor
dem diesigen ständige Kriegsgericht
prozessier, und stehen unter Anklage,
ausreizeudeTchristen verbreitet zu ha
be. Die Angeklagten sind ein sech
zigjähriger Millionäe. der allgemein
als ercentrisch veranlagt bekannt ist,
Namens Prouvoit, ferner Herr und
Frau Donnidier und ein gewisser
Hiiree. Alle Vier werden beschuldigt,
auti militärische Schriften durch di
Post versandt zu habe. Darin wur
de unter anderem die französische Re
gierung beschuldigt, da? Volk audau
i ernd belogen und betrogen zu haben
und die Soldaten werden ausgefor
dert, aus de Reihen zu desertiren.
Gewaltige Zuschaueiiiieugeii wolmten
dem Prozeß bei, der noch nicht zunl
Abschluß gebracht worden ist.
Britisch - japanische
„F rcunds ch a s t".
! Tokio, l. Juli (Corre'pondenz
der „Assoeiirten Presse"). Japan
hat England in Kenntniß gesetzt, daß
die Erfüllung der englische Bitte
im fernen Osten jeden Handel mit
Englands- feinden zu verbieten, un
möglich sei. Die britische Regierung
hatte kürzlich gefordert, daß in China,
Siam und Persien der Handel mit
deut'chen und österreichischen Unter
thanen verboten werden sollte. Groß
britannien batte nun erwartet, daß
auch Japan einen ähnlichen Erlaß
veröffentlichen würde, die'es Land
hat sich aber nach verschiedenen Bera
thungen zwischen Diplomaten und
Kaufleuten dahin entichieden. daß die
ser Wunsch England's nicht durchführ
bar sei, da dadurch der Handel des
Landes zu großen Schaden nehmen
würde.
Zwei Teutsche vom hollän
disch en Dampfe r g e
n o m m e ii.
New - Bork. 21. Juli. Zwei
Deutsche, die Kajüten - Passagiere
des holländischen Dampfers „NUte
ri e" gewesen sind, wurden von Bord
des Schiffes genommen, als eine Ab
theilung des englischen Kreuzers
„Isis" daS Schiff bei Barnegat an
hielt und vijitirte. Van Borden, der
Eapitän deS holländischen Schiffe?,
meldete dies heute hier bei seiner An
kunft auS Südamerika. Die beiden
Deutschen sind ein gewisser OttoKiirz,
> der in Euracao au Bord gekommen
! war, der andere Mar Weintraut, der
von Porto Niro kam.
Italienische P i o n i er e st cl
lenßalinbrü ck e w i c d e r
h e r.
II di ne. 21. Juli. Das italie
nische Pionier - Corps hat die Wie
derherstellung der Bahnbrücke über
den Isoitzo zwischen Cervigiiano und
Moiifaleone. welche bei Ausbruch des
Krieges von den Italienern zerstört
worden war, vollendet. Der erste Zug
ist heute über die Brücke gefahren.
Die Italiener betrachten die Wieder
herstellung der Brücke in so kurzer
:K'it als ein Meisterwerk der Inge
nicurkunst.

Ilie German Correspondent,
Baltimore, Mil.
July 22, 1915,
<17.60 per Annum.

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