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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, October 08, 1916, Image 18

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10
AuS dem Reiche der Mode.
,
New Aar k, 11. September.
In den letzten Jahren sind unsere
Frauen zu der Ueberzeugung gelaugt,
daß nichts praktischer und ii Grunde
ökonomischer ist, als die Anschaffung
eines großen Pelzmantels. Freilich
sind die Verhältnisse und die Ansichten
über diesen Punkt hente ganz andere,
wie sie in längst vergangenen Zeiten
fasf
Der Pelzmantel von heute.
vorherrschten. Damals galt es für
nothwendig, für die Anschaffung eines
Pelzmantels ein kleines Vermögen zu
verausgaben, denn der Mantel mußte
von seltenem, kostspieligen Pelz sein,
wie Robbenfell, Otter, Biber, Persisch
Lamm, Mink oder Ehinchilla. Unsere
Großmütter hielten es sogar für un
erlnßlich Zobel zu tragen, wenn sie
große Damen waren. Heute ist das
anders. Selbst die reichsten, elegante
sten und auf's Sorgfältigste gekleide
te Frauen begnügen sich mit den we
niger kostspieligen Pelzarten. Erstens
Mantel in Velour delaine
,t t N o - benjeil.
fasf
empfinden sie die mit einem so kost
spieiigen Gegenstand verbundene So
rge als lästig. Dann aber auch rechnen
sie damit, daß ein Pelzmantel leicht
aus der Mode kommt, und ein kost
spieliges Pelzsttick rnodernisiren zu
lassen, kostet beinahe ebenso viel wie
ein neuer Mantel von weniger kost
spieligem Pelz. Amerikanische Händ
ler in Pclzllcidern haben in wunder
barer Weise Fühlung gewonnen mit
dieser neuen Anschauung und ihr La-
gor umfaßt heilte eine erstaunliche
Auswahl an wunderhübschen Män
teln, die thatsächlich nicht kostspielig
sind. Es gibt da alle möglichenlmi
tationen von echten Pelzarten, her
gestellt von dem Pelz bescheidener klei
ner Thiere, die ihr eigenes Hell nicht
wiedererkennen würden, nachdem das
selbe den Prozeß der Bearbeitung
durchgemacht. Man mag wählen, was
Einem gefällt, die Helle von allen
Thieren sind vorhanden, entweder in
Wirklichkeit, oder in imitirtcr Horm.
Die großen Mäntel für den Herbst
sind groß nach jeder Richtung hin. Ex
tensiv in Weite, umfangreich im
Schnitt und bis auf den äußersten
Rand des Kleidersaiimes reichend.
Richt zufrieden mit dieser Größe, ha
ben sie auch große Kragen, große
Manschetten, mächtig große Knöpfe
und oft breite Blenden von abstechen
dem Pelz als Garnitur. Was die Ele.
ganz derselben noch erhöht, ist das
prächtige Seidenfutter, in Mustern
oder in Streifen. Hm Besitz eines
großen Mantels dieser Art, ist die
Trägerin ausgerüstet für Motorfahr
ten, Reisen, Einkaufstouren, Besuche,
für die Ozxw, das Theater oder Aben
d Unsere erste Abbildung
veranschaulicht einen der großen Mä
ntel nach neuestem Muster. Derselbe
dürfte ohne Hrage allgemein Anklang
finden, da er, wie gesagt, für alle
Gelegenheiten paffend ist.
Hür Hrauen jedoch, die einen Man
tel von anderem Material einem Pelz
mantel vorziehen, ist ebenfalls aufs
Beste gesorgt. Ein Mantel soll nicht
nur warm sein, sondern auch rvarm
aussehe. Das ist es, was man die
sen Herbst überall mit Leichtigkeit sin
den kann. Velour delaine ist ein
wunderbares Material, das im Ver
ein mit Pelzgarnirung ebenso zweck
mäßige, wie modisch elegante Winter
möntel ergibt. Schönheit der Linien
und Kleidsamkeit haben die gleiche
Daseinsberechtigung, wie Behaglich
keit, und heute finden wir in einem
Mantel alle diese Eigenschaften ver
eint.
Das neue Velour delaine kommt in
den wunderbarsten Schattiruugen
Die Farben sind so weich und die ver
schiedenen Nuancen so abgedämpft,
daß man einen rothen, grünen oder
lila Mantel tragen kann, ohne im Ge
ringsten gegen den guten Geschmack
-u verjtoßery Tiefe Harben sind that
s'w-refno''„e„k. BottinE. Md.. Sonntag, den 8. Oktober 191.
sächlich kleidsamer, als die eintönigen
grauen und dunkellohsarbigen Schnt
tiruiigen, die bisher in Mänteln vor
herrschten. Kann man sich etwas Hüb
scheres vorstellen, als einen inaulbeer
farbigen Velour delaine Mantel, gar
nirt mit einem breiten Streife Nob
benfcll, mit einem großen, russischen
Kragen und breiten Manschette von
demselben, glänzenden, bräunn
Pelz. Hierzu ein Futter von reizen
dem Brokatstoff, in welchem Maul
beertöne in Rosa und Gran zerflie
ßen, und man hat den idealen Man
tel für rauhe Tage.
Wenn man eine harmonische Note
zwischen Hut und Pelzbesatz zu haben
wünscht, taun der Hut von der Farbe
des Letzteren sein, und wenn man et
was mehr daran wenden kann, würde
sich maulbeersarbiger Sammet mit
tleiueiiStraußfedersPitzen oder Appli
qiiee von flachen Fruch- oder Blumcm
büscheln in gebleichten Manlbeertö
nen, mit Silber untermischt, sehr
hübsch machen.
Ein bübscheS Modell der beschriebe
ncsii Art sehen wir in unserer zweiten
Illustration.
Mit einem solchen Mantel, und
zwei Kleidern, das eine ein einfaches
Serge, und das andere ein AtlaS oder
Sammet, ist die Herbstgardcrobe
durchaus komplett. Tie Taschen der
neuen Mäntel sind so geräumig, daß
man sehr wohl ohne Muff und auch
.Handtasche fertig werden kann. Man
sieht also, auch vom öknonomischen
Standpunkt ist dieser Mantel zu
schätzen.
Paris hat ein Edikt erlassen, daß
alle Gewebe mit glänzender Oberflä
che hervorragend modern sein sollen.
Die Pariser Kleidermacher gaben bei
ihrer August-Eröfsnung ihrem Enthu
siasmus hierüber lebhaften Aus
druck, und amerikanische Frauen stim
men diesem Erlaß mit Beifall zu. ES
ist ein eigener Reiz, der dem Atlas
anhaftet, dem jede Frau leicht erliegt.
Atlas hat die Eigenthümlichkeit, eine
zu rundliche Figur schlank und gra
ciös erscheinen zu lassen. Deshalb ist
Atlas so populär bei Frauen, die dem
„gefährlichen" Alter nahe sind, das
heißt den Jahren, Ivo dst- Figur eine
bedenkliche Rundung annimmt. Man
braucht sich deshalb nicht zu Wundern,
Iveuil die Nachfrage nach Atlas bei
dem hc'ranuahenden Herbst eine über
aus rege ist. Französische Fabrikanten
geben freimüthig zu, daß sie nicht im
Stande sind, irgend etwas hervorzu
bringen, was absolut neu ist ans dem
Gebiete der Seidenstoffe. Und da eü
ihnen möglich ist, selbst in ihrer ge
genwärtige, schwierigen industriellen
Lage, wundervolle Atlassiofse zu pro
duztren, sind sie daran gegangen, ent
zückende Stoffe von hervorragend
glänzender Oberfläche, in den wnn
derbarsten, neuen Farben anzuferti
gen. Selbst dießlau sind, siiifd verschie
den von den altmodischen marine Tö
nen und Mitternachts Blau.Es hißt,
daß dies dem Mangel an Indigo zu
zuschreiben ist. In Atlas von einem
dieser neuen Farbentöne ist das in
ÄtlstS hervorragend modern.
- ' X
DaS moderne Reit Habit für Frauen.
unserer dritten Abbildung wieder
gdgebene Nachmittagskleid. Während
der Rock in glatten Falten hernieder
fällt, gemahnt die Taille an Eton-
Mmtter. Bemerkenswerth ist die,nie
derartige Weste von Brokatstoff, die
im Verein mit den, breiten Krugen ei
nen viereckigen Ansschnitt bildet. Ein
interessantes Detail ist auch der mit
großen Zierknöpsen besetzte Halbgür
tel.
Tie Frage des Fraucn-NeitkleideS
ist schon Gegenstand mancher Kontra-
Verse gewesen, und in gewissem Gra
de ist es das Neitkleid, das diesen ent
schieden vornehmsten Spart je nach
dem, beeinträchtigt oder gefördert hat.
Das alte, glatt anliegende Neitkleid,
das früher als das einzige, statthafte
Habit für Frauen galt, und diese
zwang seitwärts zu reiten, ist heute
fast ganz von dem modernen Reit
beinkleid verdrängt worden, und der
Frau ist es gestattet, gleich dem Man
ne, den natürliche Sitz ans dem
Rücken des Pferdes einzunehmen.
Richt daß dieser Wechsel sich plötzlich
vollzogen hätte. Diese neue Manier
und Tracht hatte anfangs viele Geg
ner, und hat auch heute noch manchen.
Allmählich aber ist das Vornrtheil ge
schwiinden, wobei auch hygienische
Rücksichten in Betracht gezogen wur
de. Heute stößt diese Art des Reitens
kauni och auf groben Widerstand.
Wer sich an der neuen Form des Reit
Habits stößt, kann die Schöße des lan
gen Rockes, die im Rücken bis an die
Taillenliiiie aufgeschlitzt sind, um Be
trächtliches verlängern, so haß sie ei
nem faltigen Nock gleich an beiden
Seiten herniederfließen.
Der fashionable Reitroct, wie er in
unserer vierten Illustration gezeigt
wird, ist lang, bis zu den Knien rei
chend. Der Schooß ist reichlich weit,
so daß er sich leicht über die Figur
breitet, wenn die Reiterin in, Sattel
sitzt. Die Beinkleider sind über dem
Sitz mit Wildleder gefüttert und an
der Außenseite mit dunklem Leder be
kleidet, wo sie mit den, Sattel in Be
rührung komme.
Diese Lederbckleidiing und Futter
dienen als eine Art Wattirimg, die
daS Reiten erleichtert. Der hier im
Bilde Wiede, gegebene Reitrock ist von
iwuestemSchiiitt und mit dreiKüöPfen
geschlossen. Entlveder braune Leder-
oder schwarze Patentleder-Sttefel kön
nen getragen werden, während Stulp-
Handschuhe von englischen,, gegerbtem
Leder für passend gelten. Der elegan
teste Hut für Herbst-Reiten ist ein
Dreimaster oder Rapoleonhut von
weichem, schtmirzen Filz oder Hntnia
cher Plüsch. Dieser sitzt tief auf der
Stirn, deut Kopfe enganliegend, und
ist. zur Sicherheit mit einem Gummi
band befestigt, das entweder mtter
dein Kinn, oder hinten über dem Haar
schließt.
Fast alle jungen Mädchen und
Frauen flechten ihr Haar und binden
es mit einem schmale, schwarzen Taf
fetband, worauf die Ende der Zöpfe
oft genug un, einandcrgedreht wer
den ,>„ sie sehr kurz zu machen.
Wenn das Haar nicht geflochten ist,
wird es in einem tiefen, festen Kno
ten im Nacken befestigt.
W a n d a.
Lackierte Möbel von
Flecken zu reinigen.
Man nehme eine Mischung von gle'-
chen Theilen Leinöl, Weingeist und
Terpentinöl und reibe mit einem mir
dieser Mischung etwas befeuchteten
Lappen die Flecken, bis dieselben ver
schwunden sind, sodann aber diese
Stellen mit gewöhnlichem Fließpapier
ab.
Klebemittel sürßlech.
Klebemittel für Blech erhält man
wenn man gleiche Theil Schellack und
Kolophonium in 6 Theilen starkem
LeinMt löst. .
Gesundheitliches.
4
Schädlichkeit der Kinder-
Gummisachen.
Bei Säuglingen und kleinen Kin
dern stellen sich häufig Erkrankungen
(z. B. plötzlicher Mnndausschlag) ein,
deren Gründe man vergeblich zu er
forschen sucht. In vielen Fällen sind
daran die Gummisachen schuld. Denn
die zum Gebrauch und zmn Spielen
für Kinder bestimmten Pfropfen.
Puppen und ähnliche Spielzeuge sind j
nicht immer ko unscl-ädlich, als man!
allgemein annimmt. Man soll daher!
beim Kaufe der Gummisach-n sehr vor-!
sichtig sein. Bei den Saugpfropfen
achte man darauf, daß man möglichst !
rothe oder rochöraune erhält. Auch die
schwarzen, völlig durchgefärbienSaug
pfropfen, sind unschädlich. Vor der
grauen Farbe hüte man sich, und
wähle lieber beim Einkauf die vorge-'
nannten Sauofrofen.
Mit dem Gummispielzeug muß man §
besonders vorsichtig sein. Man geb:
dem Säugling niemals schwarze Pup-'
pen in die Hand, die man nicht vorher
auf ihre Unschädlichkeit hin geprüft
hat. Schwarze Puppen die durch
und durch gefärbt sind, sind meü'i
schädlich, weil sie das giftige Bleioxyo
enthalten. Es gibt aber auch unschäd- j
liche schwarze Guinmipupten, die aus
dem gleichen Material wie die Saug-
pfropfen hergestellt worden sind, und
diese, die alle"dings viel theurer sind,
gefährden die Gesundheit des kleinen
Kindes nicht. Man prüft sie, indem
man sie in .inen möglichst hohen
Topf, der -ttt Wasser gefüllt ist,
wirft. All die Gumisachen, die sofort
oder auch nach geraumer Zeit unter-!
sinken, sind kür das Kind schädlich
und dürfen ihnen nicht in die Hanv
gegeben werden. Der Grund des Un-,
tersinkenS ist der, daß sie viele minera-
lisch Stoffe enthalten, die schwerer!
als Wasser sind. Auch die grauen
Gummisachen sind mit Mißtrauen zu
behandeln, weil sie alle mehr oder we- >
Niger Zinkoxyd enthalten, das nicht
ganz unschädlich ist. Weir kesser ist es,
nur rothe oder rothbrau".e Gummisa-!
- chen zu wählen, die auch, wenn sie
r durch und durch gefärbt sind, kein:
schädlichen Substanzen enthalten, w-i!
zur Färbung das unschädliche Füns
, fach - Schwcselantimon verwendet
h worden ist. s
Die Gummispielsachen, die mit an
deren Farben oberflächlich übrfärbi
sind, z. B. Puppen, denen man Gesich
ter angemalt hat, sind ebenfalls nicht
", zu kaufen, den die dafür verwendete
Farbe ist nicht einwandfrer. Wenn sie
' auch keine direkt giftigen Bestand-
theile enthält, lo ist sie doch für den
Säugling, der ja bekanntlich überaus
empfindlich ist. ungesund. Es ein-
pfiehlt sich daher, beim Ankauf von
Gummisacheii di größte Vorsicht
' walten zu lassen.
j- "
" Nasenbluten.
>i Das Nasenbluten stellt sich häufiger
1 bei jungen, cus bei alten, häufiger
p bei männlichen, als btt weiblichen
- Personen ein. Obwohl immer unan-
genehm und zuweilen beunruhigend,
>l so ist es doch selten todbringend.
~ Tritt bei Nasenbluten dcr Tod ein.
„ so liegt gewöhnlich ein anderer Krank
heitSzustand ernstlicher Natur zu
Grunde, zumal wenn di betreffende
Person besonders leicht zu Blutungen
geneigt ist, zu den sogenannte'-.
„Reeders" oder „Blutern" gehört.
, Ein gewöhnlicher Fall von Nasen
bluten läßt sich meisten durch die
Anwendung von Hausmitteln beseiti
" gen und braucht uns nicht weiter mit
'' Besorgnis zu erfüllen. Manche Leute
>' gerathen freilich bei dem bloßen An
>' blick von Blut außer sich und handeln
u dann nicht fetten in der Aufregung
l ganz verkehrt. So beugt cfi ein Pa-
iikitt beim Nasenbluten den Kopf nach
vorn über irgend ein Gefäß und beför
i- dert so natürlich nur das Bluten
r Statt dessen sollte er lieber aufrecht
d sitzen oder stehen, so daß -sie Schwere
i- das Blut vom Kopf hinwegzieht. Kälc
r zieht die kleinen Blutgefäße zusammen
r und hält die Blutung ans. Im Win
ter, wenn die Luft kalt ist. wird schon
d das tiefe Einziehen der Luft am offe
„ neu Fenster die Blutung oft stillen,
f. oder das Einführen eines kleinen Eis
e stückes in das blutende Naienloch wird
.. dieselbe Wirkung haben. Ein Stück
, Eis auf den Racke gelegt erweist sich
auch oft wirksam.
j In schweren Bluiungs'ällen binde
man einen breiten Zcugstreifen oder
ein Taschentuch um die Arme unv
Beine, dadurch staut man einen gro
ßen Theil des Blutes zeitweilig aus
der Zirkulation, und das wird die
Stillung der Blutung fördern. Man
. sollte den Verband nicht zu fest an
d ziehen, noch zu lange daran lassen. Ist
h die Blutung gestillt, so löse man dst
r, Streifen in Zwischenräumen einen
nach dem andern, damit nicht das
ft ganze aufgestaute Blut mit einem
r male in die Zirkulation zurückführt,
weil dies leicht eine Erneuerung der
Blutung bewirken könnte Sollten
diese einfachen Mittel sich erfolglos
i erweisen, so rufe man einen Arzt her
bei. Ein zulange anhaltendes Nasen
bluten bringt einen Zustand der
~Schwäch uptz Bluparmujy hervor, in
dem die Person leicht diesen oder jenen
Krankheitsbazillen zur Beut fällt,
die immer berett sind, eine geschwächt-
Festung zu erstürmen. Der Grund,
warum in hartnäckigen Fällen von
Nasenbluten cin Arzt herbeigerufen
werden sollte, ist der, daß er mit Hille
gewisser Apparate sofort den Ort q.
nau bestimmen kann, wc das Uebel
liegt, und dann gerade dort sein:
Hilfsmittel in Anwendung bringen
kann. So geht keine kostbare Zeit mft
Experimentieren verloren.
Nützliches^Wissrn.
4
Zeug wasserdicht zu ma
chen.
Um Zeug wasserdicht zu machest,
kann man S in eine Lösung von
Bleizucker (sug.rr of lead) und Alaun
(Alum) tauchen. Der Zucker wird in
einein Quart Wasser aufgelöst und der
Alaun in kochendem Wasser, eine Unzr
zu jedem Qua.t Wassers. Nachdem
beides gut aufgelöst und verrührt ist,
gieße man die Flüssigkeiten zusammen;
hält man sie in einem Steinkruge
gut verkorkt, so kann man es zu jeder
Zeit gebrauch..,, und w,rd manche
gute Verwendung dafür finden. Wer z.
B. seine eigenen Schuhblätter (Dreh
Shields) anfertigt, oder leichte Kin
dermäntel, Schutzdecken für Wiegen
oder Kinderwagen, Schürzen und der
gleichen mehr, bat stets crn Mittel zur
Hand, das Z:ug wasserdicht zu ma
chen.
Feuerfestes Holz.
Es scheint, daß sich in jüngster Zeit
das Vertrauen zum Holz: als dauer
haftem Baumaterial aufs neue festigt
und sogar der Ueberzeugung zuneigst
daß Holzbauten in vielen Killen Ei
senbauten überdauern. Rur in Bezug
auf die Widerstandsfähigkeit gegen
Feuer ist oas Holz gegenüber dem
Eisen entschieden im Nachtheil, wir
sehr man sich auch seit alten Zeilen
bemühte, durch Ueberstreichen mit al
lerlei Chemikalien die Feuersicherhett
des Holzes zu erreichen. Wie die
„Holzwelt" mittheilt, scheint es jedoch
nunmehr gelungen zu sein. Holz feuer
fest zu machen. DaS Material wird
mit schwefelsauren, Amin.'.ttak, Zink
salz und Borsäure - Sulphaten ge
tränkt, und das Ergebnis -st, daß daS
auf diese Art unprägnirie Hülz bei
Temperaturen bis zu 1000 Grad kein
Feuer fängt. Dieses Verfahren stellt
c'iiic bedeutsamen Fortschritt dar. da
nichtiinprägnirtes Holz sich bereits bei
Temperaturen von 800 bis 600 Grap
entzündet.
Flecke von polirtem Holz
zu entfernen. c
Weiße Fleck-, ivelchc durch Ausstel
len heißer Gesäße oder Bcgießen mir
heißem Kaffee oder Wasser auf polir
ten Flächen entstehen, entfernt inan,
indem man dieselben mit nasser Zigar
renasche bedeckt und dies: einige Zeit,
bei älteren Flecken entsprechend länger,
darauf liegen läßt. Reibt man nwo
mit der Fläche eines Korkpfropfens.
den man vorher über einer Flamm:
etwas ankohlt, tüchtig über die mit der
Asche bedeckten Stellen, so verschwin
den die Flecke spurlos. Sodann wiro
die Fläche klar abgewascheu. mit einem
weichen Fensterleder ganz trocken und
zuletzt mit einem mäßig mit Petro
leum befeuchteten Lappen glänzend
gerieben. Wasserflecke bestreut man
mir Chlornatrium (Kochsalz) und
tröpfelt aus dieses so viel Wasser, daß
es gerade feucht ist und sick> zu löse
beginnt. Nach einer Weile trocknet
man die polirie Fläche sauber mit ei
nem weichen Tuch ab. Dann wir
durch Reiben mit einem guten, weichen
Kork der verloren gegangene Glanz
bald wieder hergestellt.
Lösungsmittel für ringe-,
trpcknete Farbe.
Lösungsmittel für eingetrocknet
Oelfarbe ist ZOprozentige rohe Karbol
säure. Um energischere Wirkung zu
erzielen, nimm, man sogenannte 100-
prozentige rohe Karbolsäure. Pinsel
mit eingetrockiicier Oelfarbe weicht
man einige Tage in roher 60prozen
tiger Säure und wäscht sie dann mit
Wasser. Auch das Amylazetat ist eist
sehr geeignetes Lösungsmittel für ver
harzte Oele.
Reinigung von Goldrah
men.
Man nehme einen weichen Borsten
pinsel, tauche chn in guten Weingeist,
dem einige Tropfen Salmiakgeist zu
gesetzt sind und streich; den Rahmen
an, ohne viel zu reioen. Nach etwa
fünf Minuten ist der Schmutz gelöst
und läßt sich mit dem in Regenwasser
getränkten Pmsel abwichen. Dies
muß mit leichter Hand geüoehen; dann
lege man den feuchten Rahmen in die
Sonne oder in die Nähe eines warmen
Ofens und lasse ihn völlig trocknen.
Bewegt man den Rahmen viel und
stellt ihn aufrecht, so wird er streifig.
Ein Tuch darf den Rahmen nicht be
rühren.
K- i t fü r Aq u a re n.
Kitt für Aquarien ist eine Mischung
von Bleiglätte mit Glyzerin, die im
Verlauf einiger Stunden lteinhart
wiltd - V

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