OCR Interpretation


Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, October 19, 1916, Image 2

Image and text provided by University of Maryland, College Park, MD

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn83045081/1916-10-19/ed-1/seq-2/

What is OCR?


Thumbnail for 2

2
„An der nngarisch-rnmänischen Grenz-Front hat sich die Sachlage nicht
wesentlich verändert.
Oestlich von Kirlibaba (in den Karpathen) haben unsere Truppen meh
rere russische Angriffe zurückgeschlagen. An dem Flusse Bystritsa (in Ga
lizien) kam es zu Austenposten-Gefechten.
Nordöstlich von Bolazwoce, am Flusse Narayuvka, haben bayerische
Truppen einen starken russischen Stützpunkt genommen; sie nahmen zwei
Offiziere und 350 Mann gefangen und erbeuteten zwölf Maschinengewehre.
Am oberen Laufe des Flusses Sereth wurde ein feindlicher Angriffs
ersuch schon im Keime erstickt. In Wolynicn ist die Sachlage ruhig.
Italienische Front Estster Abend haben bedeutende feindliche
Triippcnmassen unsere Stellungen am Monte Testa, am Roite-Bergrücken
nnd nördlich vom Pasubio-Gipfcl angegriffen. Unsere tapferen Vertheilst
gcr schlugen diese Vorstöste blutig ab.
An einzelnen Punkten im Flein-Thalc, an der Dolomiten-Front nnd
auch auf dem Karst-Plateau kam es zn sporadischen Arkillerie-Duellrn, die
zuweilen einen sehr intensiven Charakter annahmen.
Im südöstlichen Kricgsthcatcr nnd in Albanien ist keine nrnncnSwcrthe
Veränderung in der allgemeinen Saclst.lge eingetreten.''
(Fortsetzung von der 1. Seite.)
solcher Einfluß in wirksamer Weise
nur von Amerika ausgeübt werden.
Wir hegen das feste Vertrauen, daß
Las noble amerikanische Volk unserem
Appell ein williges Gehör schenken
wird und bringen ein dreifaches Hoch
auS auf das amerikanische Volk.
Hurrah, Hurrah, Hurrahl"
Nach der Demonstration vor der
amerikanischen Gesandtschaft begab
sich die Menge zu den Bureaus der
„Associirten Presse", erneuerte die
Demonstration und ersuchte den Ver
treter der Nachrichten-Agentur, durch
die Presse die Welt zu informiren,
was in Griechenland vorgehe.
> Tic Bevölkerung scheint in beinahe
fanatischer Hingabe an dem König zu
klingen, der gestern ohne jede Beglei
tung und Bewachung durch die Stra
ßen der Hauptstadt ritt, überall in
außerordentlich enthusiastischer Weise
begrüßt.
Franzosen mißtrauen
dem griechischen
König.
Paris, 18. Oktober. Jede
Von deni Vice-Admiral Du Fournct,
dem Befehlshaber der „Alliirten-
Flotte in griechischen Gewässern, in
Bezug auf die Controle über die grie
chische Regierung ausgeführte Hand
lung ist auf Anweisung der alliirten
Regierungen vorgenommen worden,
mit dem einzigen Zweck im Auge, die
Verbindung der Entente-Armeen an
der makedonischen Front zu sichern.
Der hier herrschenden Ansicht nach
wurde die Sicherheit der Entente-Ar
meen, die nunmehr im Feldzuge ge
gen die Bulgaren stehen, durch die,
wie es hier angesehen wird, deutsch
freundliche Gesinnung des Königs,
des Cabincts und des Befehlshabers
der Armee und Marine gefährdet.
Dergleichen Angeboten, wie. sic
'am König Konstantin gemacht wur
den. um dem Kriege beizutreten, wur
<e Mißtrauen entgegen gebracht.
Wan fühlte hier, daß deren Annah
- ' gleichbedeutend sei mit der Aus
'üstung und finanziellen Ermög-j
l hung einer machtvollen feindlichen
emec, da des.Königs Angebote stets
, - i der Bedingung abhingen, daß er
t reichlichen Geldmitteln und
K unpfausrüstungen versehen werde,
ungefähr ein Viertel der griechischecn !
' ilitür Ausrüstung wurde kürzlich
> u die Bulgaren ausgeliefert, und
deshalb wird cs von Seiten der En
tente als unweisc angesehen, weitere
Ausrüstungen und Soldmittcl für
die griechischen Soldaten zu liefern.
In der französischen Presse hat Kö
ig Konstantin's Tagesbefehl an die
'.wannschaftcn der griechischenSchlacht
j - 'sie, welche von den Alliirten über
- mimen wurden, tiefen Eindruck ge
macht. Der „Matin" sagt: „König
Konstantin hat öffentlich seine Anti
pathie gegen die Entente bestätigt.
- Wir müssen der Thatsache in's
Angesicht schauen und uns nicht täu
scheu lassen. Konstantin ist ein
Freund des Feindes."
Der „Petit Parisicn" schreibt:
„Aller Zweifel ist zu Ende. Der Kö
nig von Griechenland ist gegen die
Entente. Der Tagesbefehl, den der
König in Gegenwart der Offiziere
und Mannschaften der hellenischen
Marine verlesen ließ, drückt seine in
nersten Oiedanken aus, seine Feind
schaft gegen die Sache der Alliirten
und Treue seiner Sympathien für
unsere Gegner."
Mittheilung griechischer
Regierung.
Athen, 17. Oktober, via Lon
don, 18. Oktober. Die griechische
Regierung hat heute die folgende
Mittheilung ausgegeben:
„Der Kommandant der Marine-
Streitkräste der Ententemächte hat
die Regierung in Kenntniß gesetzt,
daß aus Gründen der Sicherheit
Truppen der Ententc-Alliirtn sich gc
-wungcii gesehen haben, Maßnahmen
für die Controlirung der ganzen Po
lizei des Staates einzuleiten, für
welchen Zweck Detachements in Athen
und in Piräus zur Controlirung
der Polizei und als Schutzmaßnahme
gelandet worden sind."
Die griechische Regierung giebt
weiter an, daß zur Zeit keine An
zeichen dafür vorliegen, daß die Lan-
düng der Truppen der Entente-Alli
irten weiter ausgedehnt werden soll.
Griechenland protestirt
gegen Alliirten-
Maßnahmen.
London, 18. Oktober. Eine
Depesche aus Athen sagt, daß die
griechische Regierung bei den neutra
len Mächten einen Protest eingelegt
hat gegen die Anwendung der Poli
zei-Controle in Athen, mit der Be
gründung, daß dieselbe eine ernste
Verletzung der souveränen Rechte
Griechenland's bedeute.
Griechen Weichen den
Franzosen aus.
Athen, 17. Oktober, via Lon
don, 18. Oktober. Dreihnndert
französische Marincsoldaten wurden
heute von dem städtischen Theater
nach dem Zappeion Ausstcllungs-Ge
bäude, das innerhalb 400 AardS vom
Königsschloß liegt, tranSferirt. Sie
inarschirten mit klingendem Spiel
durch die Straßen, begleitet von
Wandelbilder-Photographen und ei
nem Automobil, in welchem sich Mit
glieder der französisch-britischen Ge-
Heimpolizei befanden.
Mitten auf dem Wege trafen die
Franzosen drei Compagnie' von
Matrosen von der früheren griechi
schen Flotte, welche jetzt in Infante
rie- Divisionen eingereiht worden
sind. Auch diese inarschirten unter
Trompctenklang daher. Als die bei
den Abtheilungen einander begegne
ten, machten die Griechen eine Wen
dung und bogen in eine Querstraße
ein.
K önig K onstantin wird wei
ter gemaßregelt.
London. 18. .Okt, Ter briti
sche Gesandte in Griechenland hatte
heute Abend eine lange Unterredung
mit König Konstantin. So sagt eine
Reuter - Depesche von Athen vom
Dienstag. Seine Majestät, so verlau
tet, habe die Grundlosigkeit für den
Verdacht, daß Griechenland einen An
griff auf die Truppen General Sar
rail's beabsichtige, betont. Zum Be
weis dafür soll der König seine Be
reitschaft erklärt haben, die griechi
scheu Streitkräfte von Larissa zurück
zuziehen.
Vorbereitungen für den
Kriegsfall.
A the n, 17. Oktober, via London,
18. Oktober. Washington ist er
sucht worden, der hiesigen amerikani
schen Gesandtschaft zu gestatten, die
Interessen der österreichischen, bulga
rischen und türkischen Regierungen
im Falle einer Kriegserklärung oder
anderer Complikationcn mit Grie
chenland wahrzunehmen. In Bezug
aus Oesterreich wurde die Erlaubniß
ertheilt.
Wollen Rekruten in den
Ver. S t a a t c n w e r b e ii.
London, 18. Okt. Tic provi
sorische griechische Negierung hat nüt
den Ver. Staaten Unterhandlungen
angeknüpft, in denen um Erlaubniß
nachgesucht wird, unter den Griechen
in den Ver. Staaten Rekruten anwer
be zu dürfen. Nach offizieller An
erkennung wird die provisorische Re
gierung Vertreter nach Aegypten und
Eyprus schicken, um eine Werbung zu
führen. Diese Nachricht bringt eine
Depesche der Exchange Telegraph C i.
von Athen.
WaS dieSe r b en mel d e ii.
Saloniki, via London, 18. Okt.
Die Serben haben östlich von Mo
nastir erfolgreiche Operationen un
ternommen, so sagt der heutige Be
richt des serbischen Armee - Haupt
guartierS. Derselbe lautet:
„Am 16. Oktober haben unsere
Truppen bulgarische Stellungen bei
Topropolye und Sokol (auf der Nid
je-Ebene) angegriffen.
Diese Operationen wurden am 17.
Ottober fortgesetzt und brachten uns
Erfolg.
Auf dem Rest der Front gab es die
übliche Gefechtsthätigkeit."
Petersburgcr Meld ng
von der Dobrud s ch a-
Front.
Petersburg, 18. Okt., via Lon
don. In der heutigen offiziellen
Mittheilung des russische Kriegs-
Büreaus über die Tobrudscha - Ope
rationen heißt es:
„Ein feindlicher Seeplan wurde
von unserer Artillerie getroffen und
Der Teutsche Corresponbcnt, Baltimore, Md., Donnerstag, den 1!). Oktober 1916.
TorMrt.
Italienischer Kreuzer
„Lilra."
Durch deutsches U-Boot
im Mittelmeer.
Der Kreuzer wurde der Ankündigung
des deutschen Reichsmarineamts
zufolge schwer beschädigt.
Näheres über den Zeppelin-An
griff vom 23. September.
Kasernen in Grimsby von Bom
ben getroffen. Etwa 400 bri
tische Soldaten getödtet. Scha
den auf zwei Millionen Pfd. ge
schätzt.
(Drahtlos „ach Eahville.)
Berlin, 18. Oktober. Das
deutsche ReichSmarineamt kündigte
heute an, daß der italienische geschützte
Kreuzer „Libia" am 7. Oktober im
Mittelmeer von einem Torpedo eines
deutschen Unterseebootes getroffen
und schwer beschädigt wurde.
(Der Kreuzer „Libia" hat ein De-
Placement von 3740 Tonnen. Er
hat eine Länge von 341 Fuß und eine
Besatzung von 300 Mann. Seine
Bestückung besteht aus zwei sechszöl
ligen Kanonen, acht 4.7-zölligen Ko
noncn und zwei Torpedorohren.
Die „Libia" wurde im Jahre 1012
als der türkische Kreuzer „Drama"
gebaut. Die Italiener nahmen das
Schiff, als es im Bau begriffen war,
während des türkisch - italienischen
Krieges in Beschlag.
Zeppeline ri chteten unge-
Heuren Schaden an.
(Drahtlos nach Sahbille.)
Berlin, 18. Okt. Augenzeugen
bei dem Angriffe der Zeppeline aus
England vom 23. September berich
ten, wie aus Nachrichten der Uebersee-
Nachrichten - Agentur zu entnehmen
ist, das; die Bomben die Kasernen zu
Grimsby trafen, wobei 100 Soldaten
den Tod fanden, und das; ungefähr
60 Mann auf einem von einer Bom
be getroffenen Kreuzer getödtet wur
den. Es wird gesagt, daß Negentstr.
in London zum größten Theil inßui
nen gelegt wurde.
Der Wortlaut der Meldung ist:
„Augenzeugen sagen, daß mehr als
100 Gebäude, einige davon vollstän
dig, schwer beschädigt wurden. Ter
Schaden wird auf 2,000,000 Pfund
Sterling geschätzt. Regentstraße, die
Haupt - Geschäftsstraße in London,
wurde zum größten Theile in Ruinen
gelegt. In einer südlichen Vorstadt
von London wurde eine Munitions-
Anlage in die Luft geblasen.
In Liverpool wurden eine Brücke
und Eisenbahngelcise so schwer beschä
digt, daß eS für lange Zeit unmöglich
sein wird, sie zu benutzen. Mehrere
Benzolbehälter in der Nähe derThem
se wurden beschädigt.
Tic Kasernen zu Grimsby wur
den getroffen, wobei 400 Soldaten ih
ren Tod fanden. Ein Kreuzer mit
vier Schornsteinen, der im Hinüber
vor Anker lag, wurde von einer Bom
be getroffen und dabei wurden unge
fähr 60 Mann getödtet. Zwei andere
.Kriegsschiffe wurde schwer beschä
digt. In Hüll blieben von einigen
zerstörten Häusern nur die Außen
wände stehen. Großer Schaden wur
de Munition- Fabriken und Eisen
bahnanlagen in Leeds zugefügt.
Eine in Portsmouth gelegene Al
kohol - Anlage, sowie andere Häuser
daselbst wurden getroffen und zwölf
Waggonladungen Pferde vernichtet.
Eine LandungSanlage und Eisenbah
n wurden in die Luft gebla
sen.
Tie Nachrichten - Agentur gibt ei
neu in einer Londoner Zeitung er
schienenen Artikel wieder, in dein die
Theorie aufgestellt, es liege nicht in
der Absicht der Zeppeline - Angriff,,
Frauen und Kinder zu tödten, viel
mehr befolgten sie den Vorsatz, die
Herstellung von Munition zu be
schränken, dadurch, daß sie Unterbre
chung der Arbeit verursachten, nach
dem daS Nahen von Zeppelinen an
gekündigt wird. Tie Zerstörung von
Fabriken sei nicht eigentlich beabsich
tigt. Tie Zeitung habe angegeben, so
sagt die Nachrichten - Agentur, in ei
ner Woche würden Tausende von Ar
beitswochen verloren. In dem Artikel
schreibt jene Zeitung:
„Teutsche Zeitungen vergleichen
diese Resultate mit den Behauptun
gen britischer Zeitungen, das; die Aii
! griffe keinen Schaden anrichteten. Sie
! weisen ans die Thatsache hin, daß die
! britische Regierung die Kabel des
i
, fiel zwischen unseren und den feindli
! chen Linien nieder. Während de-,-
Falles erplodirte die Maschine und
ging in Flammen auf."
Gas-Kcir-Otfeii j
' ' ! Eli Bestellen Sie Ihren Gas-Heizofen !! Üüiü
' IWW i-tzt und ersrenni Sie sich in diesen ! n! E
' - s W W Tagen kühler Näckste nnd Morgen ! !I
' '>! INA IMMM eines beqnemrir Zimmers. Die Mög- k Ws! M
' ' AH! lichkeit, im Stande zu sein, gerade i !
' > gcwünsclste Zimmer 1 I I >. HL
- j zu der von Ihne gewünschten Dem- W -
- E M prratnr zn erwärmen, wenn immer
i' Ein runder Gas-Heizer mit Nickel- Sie es wollen, ist einer der Vortheile M M He'
4 f Plattirtem Deckel und <sust- P 1.95 ünes Gas-Heizers. Entzünden Sie iZ
1 m r,.d sw°,j ,u- j :
H j ' gerichtet. Solide Construktion, gut Z
Zj! j i! lÜHH ! ! I Wenn Sir sich stets einen offenen heizend und schön. Spezialpreis, -o j
HL W! > Kamin mit seinem freundliil>en P 1.45. H
M Schein nnd der von ihn, ansströmen- ß j
- x ! den gastlichen Atmosphäre wünschten, j j
- L I- giebt es in diesen lange herbstlichen H j
-> Abenden nichts Angenehmeres, als
Er gewährt all'die schönen nnd wün- "Ik
v—- schenSwerthen Eigenheiten eine
- -Holzfenrrs ohne dessen Schinntz, noch Ä ' ' - '
M Q/ Umständlichkeit.
Ein ornamentaler Gas Heizer mit - r
nickelplattirtem Deckel, Fuß und Git- 1 ii,, ~r1,1,,,>>,
ZE ter. Reflektor aus Kupfer oder email- r- f
Zk ' Mme ZltlmMrlitl'll. Gas-Klöhe j:
(6as and Electric Eompanv
- L
l St. Uauk 8000. A
Vtthtilnlicht.
Die Niederlagen der
Alliirten.
In den Tagesberichten ih
rer ZrriegSbttteaux.
Deutsche Offiziere verweisen auf Bei
spiele für die neuerdings von den
Ententemächten beliebte Bericht
erstattung. -- Fehlschlüge auf
zwei Fronten einfach todtgcschwie
gen. Was die gestrigen Mel
dungen der Ententemächte zu sa
' gen haben.
(Drahtlos an !>l<- „NllocUrle Preise" via
EahvMc.)
Berlin, 18. Oktober. In
deutschen militärischen Kreisen wird
die Aufmerksamkeit auf ein neues
System der Berichterstattung seitens
der Ententemächte gelenkt. Tie letz
teren verheimlichen nämlich ihre Nie
derlagen, indem sie einfach ankündi-1
gen, daß sich „Nichts von Bedeutung!
ereignet hat".
Deutsche Offiziere sagen, die mar
kanteste Illustration dieser Art Be
richterstattung sei in den Meldungen
von den Somme-Operationen in der!
Zeit vom 9. bis 13. Oktober zu sehe.
Am 12. und 13. Oktober waren die
Angriffe der Entente-Truppen be-!
sonders wuchtig, und das ihnen vor
ausgehende Artillerieseuer war stär
ker, als je zuvor.
Die Angriffe waren nach den An
gaben von Armee-Osfizieren am hes
tigsten um Sailly -Zailiisk-l „„d um
den St. Pierre St. Vaast Wald.
Hearst'schen Internationalen Nach
richten - Dienstes blockire, weil er„un- s
richtige Angaben über den Erfolg der
deutschen Luftschiffe nach New - Bork
gesandt habe."
(Der offizielle britische Bericht über
de Zeppelin - Ueberfall vom 23.SeP
tember gab am folgenden Abend e
konnt, daß keine Berichte über militä
rischen Schaden eingelaufen seien. ES
hieß darin, eine ziemliche Anzahl klei
ner Wohnhäuser und Werkstätten,
zwei Fabriken, eine Eisenbahnstation, !
einige leere Fracht - Waggons wären
entweder vernichtet oder beschädigt j
worden, und 30 Personen getödtet n.
1 lO verwundet.)
Am >2. Oktober rückte der Feind in
sechs bis zehn Linien vor, angeführt
vonberittenen Offizieren. Alles den-!
tete aus die lang erwartete und be
gierig ersehnte Offensive hin; jedoch
die Vorstöße des Feindes brachen
sämmtlich zusammen und kosteten dem
Feind furchtbare Opfer.
Die britischen Truppen wurden
von den deutschen Maschinengeweh
ren dezimirt,- die Infanterie wurde
buchstäblich hingemäht. Trotzdem
berührten die englischen und franzö
sischen Berichte diese .Kämpfe nur
ganz vorübergehend oder ignorirteu
sie ganz.
Oesterreichisch-ungarische Meldun
gen zeigen, daß die Italiener und
Russen eine ähnliche Politik bei der
Abfassung ihrer Berichte adoptirt ha
ben. Wer die amtlichen italienischen
Meldungen durchlieft, ahnt nicht, daß
General Cadorna, der itlaienische
Höchstcommandirende, letzte Woche in
der Karst-Gegend schwere Niederla
gen erlitt.
Es wird ferner bemerkt, daß auch
die Russen seit mehreren Wochen
nicht mehr bei der Wahrheit bleiben,
indem sie nichts davon sagen, wie
zahlreiche russische Angriffe in Woly
nie und Galizien von den teutoni
schen Truppen blutig abgeschlagen
1 wurden und die Russen überaus
I schwere Opfer kosteten.
Britischer Tagesbericht.
London, 18. Oktober. Der
heute Nachmittag vom britischen Ar
meehaiiptguartier ausgegebene ofsi
ziclle Bericht sagt:
„Während der Nacht fiel starker
Regen. Trotzdem haben wir an ver
! schiedenen Punkten zwischen der Al
bert—Bapnu,ne Landstraße und Les
boeufS Fortschritte gemacht.
Wir haben eine Anzahl von Ge
sangcnen gemacht."
Türken angeblich zurück
geschlage n.
Petersburg, 18. Oktober (via
London). Russische Truppen ha
ben in Türkisch-Armcnien starke tür
l kische und kurdische Streitkräfte zu
rückgeworsen. Darüber bringt der
offizielle Bericht daS Folgende:
„Kaukasus-Front. Am 15. und
16. Oktober griffen starke türkische
und kurdische Streitkräste am S':>-
dingdag-Berge, 60 VerstS (ungefähr
10 Meilen) südöstlich von Erzingen,
welches von unseren tapferen kauka
fische Regimentern besetzt war, sie
ben Mal an. Sie wurden aber jedes
! Mal mit schweren Verlusten durch
unser Feuer zurückgeworfen."
jWaS Petersburg meldet.
! Petersburg, 18. Okt. (via
London). Das Kriegsamt beruh-
tot Von heftigen Kämpfen an der ga
lizischen Schlachtfront wie folgt:
> „Westliche Front. Südöstlich
der kleinen Stadt Ozoriany beschoß
der Feind unsere Gräben mit Stick
gas-Bomben und griff unsere Ab
theilungen zwei Mal an. Er wurde
durch unser Feuer abgewiesen.
Nördlich von Korytniza werden
heftige und hartnäckige Kämpfe fort
gesetzt. Alle feindlichen Gegenan
griffe wurden abgewiesen. Oberst >
Adjieo, der tapfere Befehlshaber ei
nes unserer Infanterie-Regimenter,
welcher soeben erst, nachdem er schwer
verwundet worden war, an die Front
zurückgekehrt war, ist, als er sei ta
pferes Regiment zum Angriff führte,
wieder, an beiden Beinen, verwundet
worden.
Nördlich von Ketropatnika erober
ten unsere Abtheilungen durch Ueber
fall feindliche vorgeschobene Posten.
Bei Bolshovtse unternahm der
Feind heftige Gegenangriffe. Diese
wurden durch unser Feuer abgewie
sen.
Südlich von KoroSmezo und bei
Dovna Watra in den Karpathen
wurden alle feindlichen Angriffe ab
geschlagen.
In den Karpathen fällt Schnee
und ist es stellenweise neblich."
Londonübe r B a l k a n
k ä in p s e.
Lond o n, 18. Olt. Der fol
gende Bericht wurde heute über die
Lage an der maccdvnischen Front
ausgegeben:
„An der Struma beschoß unsere
schwere Artillerie mit Erfolg den Oit
Baratli - Juma, 6 Meile südlich
von Demir - Hissar, woselbst feindli
che Bewegungen beobachtet wurden.
An der Doiran - Front setzen „n
sere Patrouillen ihre Thätigkeit fort,
indem sie feindliche Arbeiter-Abthei
lungen auseinander treiben."
Vier Monate Arbeitshaus.
„Shorty on the Dump" oder Cla
rence Reinhardt, wie er mit seinem
bürgerlichen Namen heißt, hat jetzt
doch sein Ziel erreicht, um wieder in's
Arbeitshaus z kommen. Nachdem
er gerade vom Richter Clift vom
nordöstlichen Polizeigericht auf eine
Anschuldigung wegen unordentlichen
Betragens wegen technischer Gründe
freigesprochen worden war, feierte er
dieses Ereignis; damit, daß er sich ei
nen fürchterlichen Rausch antrank. Er
wurde vom Polizisten Minch an der
Orlcans-Straße verhaftet und Rich
ter Shaw von der nordöstlichen Po
lizeistation schickte ihn aus 4 Monate
in's Arbeitshaus.
Kurze Stadtnenigkeiten.
Die „Baltimore-County medizini
sche Gesellschaft" hielt gestern im
„Eudowood Sanatorium" eine Ver
sammlung ab, bei welcher Dr. E.
Frank Jones vom städtischen Gesund
heitsamt über „Diagnose und Be
handlung von Kinderlähmung"
sprach, und Dr. Josiah S. Vowen
vom Staats. Gesundheitsamt über
„Kinderlähmung in Baltimore Coun
ty". Eine GeschästSsitzung und Im
biß schlossen sich an.
In der Halle des Veteranen Corps
des 6. Regiments, Nr. 1112, Madi
sou-Avenue, hielten gestern Abend die
Macabees von Maryland einen öf
fentlichen Empfang ab. Eine Auto
mobil-Parade ging dem Empfang
voran. Das Programm bestand aus
dramatischen und literarischen Nuiu
men. Herr Hobart Smock und Da
niel P. Markey aus Detroit, Mich.,
wirkten mit.
Die jährliche Versammlung der
amerikanischen Vereinigung zur Ver
hütung der Kindersterblichkeit wird
heute in Milwaukee eröffnet, und
nehmen folgende Baltimorer daran
Theil: Dr. I. H. Mason Knox, der
erste Präsident der Gesellschaft. Dr.
John S. Fulton, Sekretär der Ma
ryland Staats - Gesundheitsbehörde,
sowie die Damen Frl. M. F. Etchber
ger und Mary Parker vom Säug
lings-Milchfond und Frl. Esther
Spicer vom „Johns Hopkins Hospi
tal".
Der „City Club von Baltimore"
wird am Samstag, den 21. Oktober,
eine Jnspektionstour ach Canton an
treten, um die Fortschritte und Ent
wickelungen der „Canton Co." ent
lang der Wasserfront zu besichtige.
Herr Walter Brooks, Präsident der
Gesellschaft, hat hierzu Einladungen
ausgesandt. Der „City-Club" hat
Arrangements getroffen, während
der kommenden Gabelfrühstücke be
kannte Herren zu Güsten und zu Red
nern zu habe, unter welchen sich der
Bicc-Präsident der „Baltimore und
Ohio Bahn", A. W. Thompson, der
Präsident der „Western Maryland
Band," Carl Gray, und Herr G. R.
Sinnickson von der „Pennsylvania
Eisenbahn" befinden.
Pastor Christian Kühn von Nr.
Die Hochzeit zwischen Frl. Eva
Apple aus Baltimore und Herrn Ed
ward Mein aus New Bork wird am
Montag in der Wohnung der Braut,
Nr. 1649, West-North Avenue, durch
Rabbiner Dr. Morris Lazaron vom
Madison - Avenue - Tempel vollzogen
werden.
'llboiinriitkii, dir drn ~Di-UchsN
bkiin-n" ich, llnkttia, odrr unrra,l,a>>l>- ,r-
I'OUrn, lind d->- >7ffNr davon v,r a-'lc-
Phon oder lchryllia, MMHrilu,, zu macht.

xml | txt