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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, October 23, 1916, Image 1

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!: Heilte I
ü klares Wetter, x
nordöstliche 2Linde. x
76. Jahrgang.
Nationnl Exchange Bank
Hupkiuö-Plaee nutz German-Strnße.
iivdllal r>,r-all.ao
Ueoerschuh und Proslle stllllZlllll
Ihr Eoniv wird gewürdigt werden.
Sicherhlitskästcn zu bcrmicthen.
Wa'd Nemeomre. Präsident,
ist. V. raniidale, Kasstrer.
HDIuIo 01. Morgan.
e.(inie,,il) L-MIS-Nasstrer.
Teutsche Cparbnnk von Baltimore.
Büdwest.r<ee
Baltimore- nnd Entnw-Starße.
„ Lssen titglich von 9 VIS 2 Uhr.
..."onerslng Vidrnd von ,! bi II Uhr
5 iSeidcr loerdeu uur iu sichere Aktien ,
ü'laeiegt ausoewüviten HNPülhekeu j
"barirS Spiiman, Priisideni.
William Ldilmaii, 'rrbtthmeijler.
- DireNiren—
John Lange,
ittvberl Lange. V.urrh . Lindeinan,
ll'chüfer, George cv Daist,.
George W. Lemineler,
Dreher, . s.. stivvvei,
muiam Sbilman. seiiri, .a-llna.
Kummer ü Kecker,
Teutsches Bank- und Wechselgeschäst.
Mitglieder der tieubSrse.
20 Sonst,-Straße.
-.National Pank as rommkrke' -Itlcdiiude.
und iyersaus von ilklien und OVNgalw-
nd Nredilhriese aas alle bauhl
j.ll'PSen , lülste ikuropa'S. In- und viorlaul
!>,?. e iNeldsorten. sowie NuSieeliguag ho
SihissSkarleii von und n-h
'euNchlanl, N!lhr27 >
Schumacher k
KryptopLilisei,
Siiäser, die 72- zm Pak- und stsern
ohne HLs-,.- Linie, Mi, dem
ti- , P"" Siaienllemmer Neguiatur sind
in leder Bezieh,,,, ein Lomsoi.
Schumacher L Foreman, Optiker,
Weft-Leeingj-n-Airuile.
Nochmals rathen wir Ihnen,
sich anderswo umzusehen,
""" iu uns lummen und zu vesichligen,
was ~r ,n ,„,r wenig bennhle
Pioninvs
baden, (ttiche drr vielen
New Nor,. Mo.-.ar
,850.00 P 150.00
"uwiierl Sierlia.-.
PtO.llO P 125.00
Äiefs A. <k v. „'scher
8250.00 PI'OO.OO
Balle, die Woche.
Mann Piano Eo.,
2IÜ, Nord Lidern,-Strafte.
ndiblich von Lrrittgion.
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Psaudlrihra Meeoen ei Zahr ausbrwahrt.
ISmiiNr, ii>2.->.
,st-o(odni,d Lonu iromhaah".
Nr. Nord istah-Straftr.
S. Saiodro >2 110.
Ne. 8711, Wist Baliimurr-Strafte
pezirlle !iiai>n aus grösst Psandlrihru.
eilrn-crinannq mm 'Nrivoidürea.
o> den ..Deulschru Norrespou
' ,'Sit viiukilich der Uluearlmilftlg re
gedeirn, drr vssire davon her Tele- ,
r o„ oder IchilllUch Mtudeiluna cu mame
;; Wefi-iedlgt die Wanderlust
Wenn eS Sie packt, dann pncki's Sie ordentlich jenes Sch- M
8 ne „.ich niidere Orten dos ist Wimderliist. Es gibt eine Art
Ä und Weise wir Sie diese Sehnsucht stillen können. Fohren Sie ous U
N einem
Z Havley-Davrdssn ?
arm hur.igen, schweigsamen, gr-„, llie- Wenn Ellen. weichen Nutzen ei, N
... lcileu. dee o:e,allu.d>gl.Seel-rde deich., voo .vamu.Tavids, Mo.orrad
n '.unn öqticht" HUqtl erklimmt nnd die „lütkk.. Kl, "j
j l.„.,sicn nur "irftrn Dirusti- leistet. Dann L'eucn winde Sie sich Verne- 1
" kennen Sie überall d„F-l,e, -- z, jeder kenwartiqe,. das, rö viel leichter Isi, mit
sw Elö Motorrad au^zukomme.
Kei n z Mol o r- K 0.,
01l 4Vest-North-Arette.
Verlangen Cie eine Vorführung des neuen Hnrle - Davidson Ä
6 Sir werden die wunde,boren Möglichkeiten des Motor,ads.il,rr„S U
k einsehen nnd olles zu übrernschend niedrige Koste.
k n u tt Ul luven.u u u nu u u-tt.n!! UN' uII Ik u'U'iNirjuvclu' u;u.nN"ie
. St. Paul 4880 418 Ost-Foyettr-Str.
Der MM Corrchmöml.
r
Stimmt für
David I, Lewis
—für —
Ver. Stniiten-Sriiator.
„The Parcel Post Man".
('.üovlU- ÄOV7)
Stimmt für
Charles W. Main,
Republikanischer Eongreß-Eandidat,
8. Distrikt.
1., 2., !1, 4., 5,., <!., 7-, 8. d 22. Ward und
0. Iv., 11. ,>d Ni. Prc/iinric der 18. Ward
Insassen.
Wahl: Dsenfta, 7. Nodcinder 1910.
Wahl-ünlalc osscn von ll Morg. VIS 5, Aliend.
(Seplll- Nov's)
Stimmt für
I. Frank Fox.
Republikanischer Eongreß-Eandidat,
4. Distrikt.
!>., 111., 11.. 12., 12, 14., 17., 19. nnd 2U.
WardS und I, 2., 2. und 12. Pietlnktr
der 18. Ward unisassend.
(Ceplü- 9tiil>7i
Stimmt für
Fredettck I. C. Tal-ott
Demokratischer Kandidat
2. Eviigreß-Tistrikt.
Ivestihrnd aus dir 1.-,. und 111. Ward der ladt
Harsord-llounih, Baltlmare
ecounlh und ienirll ((a„nih.
Der Wahl untnworsen Dienstag, 7. via. lUi
>Ccvi7- Nod7>
Für Eongrrß
Zweiter Distrikt
Umfassend HarroU und Harlord
l.sounltes und die 15. und 10. Ward der
l-r'tadt Baltimore.
MiUiam H. Lawrence
Wahl: Dienstag, 7. November 191 V.
SNrnnttvlalc ssen:
In der Lladt. ll Uhr Morg. Ins 5, Uhr Vlvend.
In den NouiiNeg, 8 Uhr Morg. VIS ll Uhr AhöS.
(01114 Nov7)
Stimmt sür Evngreh.
Trister Distrikt.
msalsrnd die 1., 2., 2., 4., 5,., 8., 7., 8. nnd
22. Ward nnd dr 9., IN.. 11. nnd 12.
Preclnli der 18. Ward.
Charles P. Coady.
Wahl nm 7. Novrmbrr 1918,
TNnimlolulk ossen von ll IN,r Morgend bit
ll Nbr NachmMugS.
(evllll Nov7l
Schmerzlose Hühneragen-Kr.
Nile Neiden he, 2Hst, ohne 7>hmee.>e„ behandelt.
..'ll Znhec Ersahnina.
Dr. Z. Slrinhor. Nimmer i. g'allerson Mdg.
11111 l Ost PniNmorc Lirnhk, nahe llioh.
Pboue SIS Paul 111111.
(01l 22 Id >
Aiiljrt'stilitjl' ErslilirlMsi
nn Husch neiden und Hertijzer,
Männer - Kleidern
uiaUfizlrl una ur Brokuklion der absolut
besten Tlelttltale.
Ancstge von P12.L0 an.
altlmorc' rlujlgrr Schneider,
1. H. Reitze L Sohn,
048 West Baltimore-Straße,
Baltimore, Md., Monta, de 23. Oktober 1916.
Zngegtben.
Der Rückzug der Ru
mänen.
Im offizielle Biikinester
Bericht.
Weichen entlang der ganzen Dobrud
scha-Frant vor de; unwidersteh
lichen Drucke der Mackensen'schen
Heerfchaaren. Auf der siebe
biirgischen Front hielten sie an
geblich den teutonischen Armeen
erfolgreich Stand. Amtliche
bulgarische Meldung.
Bnlare st, via London, 22. Olt.
Ter allgemeine Rückzug der Ru
mänen in der Dobrndscha vor der
Armee des Feldmarschalls van
Mackensen wird in den; heutigen Be
richt deS rumänischen Kriegsbüreaus
zugegeben.
Auf der sicbenbärgischen Front
wurden die teutonischen Truppen an
geblich von den Rumänen zurückge
schlagen.
Nachstehend der volle Wirtlau: des
Berichtes:
„Auf der nördlichen und nordwest
lichen Front bei Tulghes und bei Bi
eazae hat sich die allgemeine Situa
tion nicht wesentlich verändert. In;
TrotuS-Thale wurde der Feind ange
griffen und zurückgeschlagen. Bei
Goioasa, in; Uzul-Thale, war die
schwere feindliche Artillerie sehr aktiv.
Im Oituz- und Slanie-Thale ha
> bei; wir den Feind zilrückgemorje.
Im Bnzeu-Lhale wurde ein feind
licher Vorstoß in; Nahtainpje abge
schlagen.
Bei Tadle Butzi, Braloeea und
Predelns ist die Sachlage nnverän
dcrt geblieben. Auf dieser Front
herrschte vollständig Ruhe.
Bei Predeal gab es ein Bombarde
ment seitens der schweren Artillerie.
In der Gegend von Tragoslavle ha
bei; nur zwei Angriffe der feindlichen
Streitkräste zurückgewiesen.
In den Thälern der Flüsse Jil
und Alt und bei Orsova hat sich die
allgemeine Lage nicht verändert.
Ein heiliger Sturm beschränkt hier
die Operationen. Von de; Schau
platz entlang der Dona ist nichts
Neues van Bedeutung zn berichten.
Ans der Dobrndscha Front haben
wuchtige Vorstöße der feindliche Ar
mee'n uns gezwungen, uns zurückzu
ziehen."
Der bulgarische offi
zielle Bericht.
iDrndtlo ch CahviUe.l
Berli;;, 22. Oktober. Das
bulgarische Hauptquartier giebt heute
> die folgende Meldung aus:
„Makedonische Front: Ter Gegeu-
Angriff unserer Truppen am Eerna
Fluß entwickelt sich für uns vortheil
hast.
Rumänische Front: Der Donau
! entlang ist die Lage eine ruhige. I
- der Dobrndscha fanden am 19. und
j 20. Oktober recht ernste Kämpfe starr.
Alle vorgeschobenen Stellungen und
j ein Theil der Hauptstellung des
Feindes befinden sich in unseren
- Händen. Bis jetzt sind 24 Offiziere
und über 8500 Gefangene, zwei Ge
schütze und 22 Maschinengewehre ei
l gebracht worden.
Mangalia am Schwarzen Meer, in
ij der Dobrndscha, wurde von einem
z feindlichen Schiffe beschossen."
t Flotte beschießt bulgari
sche Befestigungen,
ö Saloniki, 21. Oltober, via Lon
( don, 22. Oktober. Bulgarische Be
il sestignngen an der Mündung der
s Struma, im nordöstlichen Griechen
f land, wurden heute von eine; Entente
E Alliirte.Flotte beschossen,
sj Tie serbische Offeiisivve.
Vode n a. Griechenland, 21. Ott.,
Z via Laudon, 22. Oktober. - Tie ser
i bische Offensive schreitet erfolgreich
z fort. Tie Serben eroberten vier Feld
. geschähe, einen Boinbcnwerser und
sieben Schnellfeiiergeschütze. Sie nah
men einen bulgarischen und innen
deutschen Offizier gefangen, sowie
ll I bulgarische und 25 dentsche Sal
daten.
Ter britische B e richt an S
, > Makedonien,
>1 22. Oktober Ter
j ossizieUe Bericht von der makedoni
schen grollt lautet heute wie folgt:
„Jiisolge schlechten Wetters fanden
nur Patrouillen Plänkeleien mit dem
Feinde statt."
Großer deutscher Sieg
ö!esllttttt!er^)vst'lllsclttsclillic!it
Mckkllskll verfolgt fliehenden Kind.
Neue Russeil-Niederlage in Galizien.
Somme-Schlacht kostet Mutte schwere Opfer.
Bericht des deutschen Keneralttabs.
(Drahtlos her Cahvtllo.)
Berlin, 22. Oktober. Feldmarschall von Mackensen's Armee
in der Dobrndscha hat rinen entscheidenden Sieg über die Russen und
Rumänen errungen. Sie hat dieselben ans der ganzen Front zurückge
trieben. Die teutonischen Armeen sind ans der Verfolgung des fliehen
den Feindes begriffen. Tvprai Sari nnd Evbadin sind in den Händen
der Sieger.
Auf der makedonischen Front, nahe Manastir, wo die Serben die
Eerna überschritten haben, haben deutsche Truppen die Bulgaren verstärkt
und halten jetzt die Serben int Schach.
Die Russen sind von den drntsckpösterrrichischen Strettkräften in Ga
lizien bau Nene; geschlagen worden. Nur ein kleiner Streifen Land
am westlichen Ufer des Flusses Narayuvka verbleibt jetzt in den Händen
der Russen. Die teutonischen Verbündeten haben 755 Russen gefangen
genommen.
Auf der Westfront dauern blntigr Kämpfe im Somme-Bezirk fort.
Die Franzosen nnd Briten haben in ihren Angriffen schwere Verluste er
litten. Während die Dentschen ihre Linien südlich der Somme vorscho
ben, haben die Briten in der Richtung von Grandcaurt nnd Phs an Bo
den gewonnen.
Die wird in dem amtlichen Bericht gemeldet, der heute Nachmittag
von der deutschen obersten Heerec-leitnng nnsgegeben wurde nnd se;nem
vollständigen Inhalt nach, wie folgt, lautet:
Balkan-Krieg s s ch n n p l a tz.
Siebenbärgische Front, Armeegruppe des Erzherzogs Karl Franz
Joseph Obwohl die Rumänen mit großer Hartnäckigkeit die Zugänge
zn ilnrm Lande vertheidigen, wurden sie au verschiedene Stellen geschla
gen. Ihre Gegenangriffe waren völlig rrgebnisilvs, und wir behaupte
ten das gewonnene Terrain.
Tobrndscha-Front, Armeegruppe des Feldmarschnlls van Mackensen
Tie Schlacht, die am 19. Oktober in der Dobrndscha begann, ist zu
unseren Gnnsten entschieden Warden. Die russischen nnd rumänischen
Trnppen wurden, nachdem sie außerordentlich schwere Verluste erlitten
hatten, auf der ganzen Front ans ihren befestigte Stellungen hinans
gctrieben. Unsere Truppen haben Tvprai Sari (nahe der Küste des
Schwarzen Meeres, 14 Meilen südwestlich von Eonstanza) nnd Evbadin
sl7 Meilen südöstlich von der Donnn-Stadt Rashovn), zwei starke feind
liche Stützpunkte, eingenommen. Dir verbündeten teutonischen Armeen
sind ans der Verfolgung des geschlagenen Feinde begriffen.
Makedonische Front Der Kampf an dem Knie des Flusses Eerna
ist nach nicht entschieden. Deutsche Trnppen kämpfen dort jetzt an der
Seite der Bulgaren.
Orstlicher Kriegsschauplatz.
Armeegruppe des Prinzen Leopold von Bayern Vor dem Een
trnm der Truppen unter General-Oberst von Wohrsch nnd westlich von
Lntsk sin Wvlynie) wurde die Artillerie-Thätigkeit an einzelne Punk
te eine bedeutend intensivere.
Gefechte, die in vorgeschobenen Stellungen westlich vom oberen Lauf
des Flusses Stripa ansgefochten wurden, nahmen einen für ns gün
stigen Verlauf.
Dentsche Infanterie unter dem Kommando des Generals van Gerck
hat nach erfolgreiche,; Vorstößen lokaler Natur, die in den letzten Tagen
unternommen wurden, den Feind bei einem allgemeinen Angriff in der
(Hegend zwischen Sbistelniki nnd Skvmorosh;, geschlagen. Nur ein klei
ner Streifen Land auf dem westlichen Ufer des Nnraynoka ist in den
Händen des Feindes verblieben.
Der Feind unternahm wiederholte Gegenangriffe, die aber in einem
völligen Fehlschlage endeten nnd ihn schwere Verluste kosteten. Wir nah
men nenn Offiziere nnd 740 Mann gefangen.
W cstlicher Kriegsschauplatz.
Armeegruppe des Kronprinzen Rupprecht von Bayern Die Som
me-Schlacht dauert mit unverminderter Heftigkeit fort. Gestern war die
Artillerie-Thätigkeit wieder eine gemein intensive, besonders nördlich
der Somme.
Trommelfeuer ging den britischen Angriffen voraus, die vom Ancre
ans bis nach Evnreelette nnd ans beiden Seiten von Gnendeeourt unter
nommen nnd mehrfach wiederholt wurden. Der Feind erlitt sehr schwere
Verluste, die seinem rücksichtslosen Hinopfern von Menschenleben ent
sprachen.
Es gelang dem Feinde, in der Richtung von Grandconrt nnd Pys
an Boden zn gewinnen. In der Nähe von Gnendeeourt wurde er völlig
zurückgeschlagen.
I der Nähe van Sailly- Saillisel spielten sich heftige Gefechte ab,
dir aber den Franzosen keine Vortheile brachten.
Südlich der Somme setzte ns ein wuchtiger Gegenangriff unserer
Streitkräfte wieder in den Besitz einer Anzahl von Schützengräben in
de; Gebiet zwischen Biaches nnd Ln Maisonette, die wir kürzlich verloren
batten. Wir nahmen in dieser Gegend drei französisch Offiziere nnd
172 Mann gefangen nnd erbeuteten fünf Maschinengewehre.
I der bewaldeten Gegend nördlich von Ehanlnes haben sich seit
gestern Abend wieder neue Gefechte entwickelt.
Armeegruppe des deutschen Kronprinzen An der Maas, auf der
Verdun-Front, wird dir Artillerie-Thätigkeit in lebhafter Weise fortgesetzt."
Per österreichische Bericht.
W > e n, via London, 22. Oktober. Die heutige Mittheilung des
österreichisch ungarischen Generalstnbs sagt Folgendes:
„Front des Erzherzogs Karl Fron; Joseph. An der ungarisch ru
mänischen Grenze dauern die Kämpfe in heftiger Weise fort. Die Rumä
nen wurde an mehreren Punkten zurückgeworfen.
Front des Prinzen Leopold von Baveru. -A; oberen Lause deS
Politischer UM.
Das Motiv des Mör
ders.
Bei Attentat auf österrei
chischen Premier.
Die Weigerung, daS Parlament ein
zuberufen, kostete angeblich Gras
Stürgkh das Leben. Näheres
über die Umstände der Schießerei.
Der Thäter ein radikaler So- ,
zialist mit anarchistischen Tenden
zen. Wurde „der österreichische
Liebknecht" genannt.
Wie n, 21. Oktober, drahtlos via ,
Berlin und Sayville an die „Asso
ciirte Presse", 22. Oktober. Die
Ermordung des österreichischen Mi
nister-Präsidenten Graf Stürgkh war
ein rein politisches Verbrechen und
wurde durch seine Weigerung, das
Parlament einzuberufen, veranlaßt.
Diese Angabe machte Dr. Friedrich
Adler, der Mörder, kurz nach seiner
Verhaftung.
Dr. Adler ist ein excentrischer und
super-radikalcr Sozialdemokrat, zu
weilen „der österreichische Liebknecht"
genannt. Er ist der Herausgeber der
Zeitschrift „Ter Kampf". Zuerst
weigerte er sich, sein Motiv bekannt
zn geben; doch nachdem er in eine
Zelle eingesperrt worden war, brach
er zusammen und sagte, die Politik
des Premiers habe ihn zu der That >
veranlaßt.
Vor der Verhaftung deö Thäters
verwundete er noch zwei andere Män
ner. die auf ihn lossprangen, als er ,
die Schüsse auf Graf Stürgkh abge
geben hatte. Er feuerte die beiden
Patronen, die er noch in seinem Re
volver hatte, ans diese ab, dann wur
de er von deutschen und österreichi ,
schen Offizieren, die blank zogen,
überwältigt.
Tie beiden Verwundeten, deren
Verletzungen jedoch nur leichter Na
tnr sind, sind Baron Aehrenthal, der
Bruder des verstorbenenMinisterS des ,
Auswärtigen, und der Oberkellner ,
deS Hotels Meis; L Schade, in wel
chem sich die Schießerei zutrug. ,
Graf Stürgkh kam gegen 1 Uhr 80
zu; Diner. In seiner Begleitung
befanden sich neben Baron Aehren
thal der Graf Toggcnbnrg, Gouver
neur von Tirol, Herr Jacobson, ein
bekannter Wiener Musiker, und ein
Schauspieler von; Hofburg-Theater.
Um 2 Uhr traf ein den; Premier
unbekannter Mann ein, der einen
Sitz drei Tische von den; des Minister-
Präsidenten einnahm. Er nahn; seine
Mahlzeit ein, bezahlte und hielt sich
noch eine kurze Zeit auf. .Kurz nach
8 Uhr stand er auf, schritt hastig auf
den Premier zn und feuerte drei
Schüsse ab. Der erste ging fehl, die
beiden anderen trafen den Premier
in den Kops. Ohne einen Laut von
sich zn geben, fiel Graf Stürgkh hin
tenüber; er war eine Leiche.
Baron Aehrenthal sprang aus Ad
ler zu, während der Oberkellner von
hinten den Attentäter anpackte und
die Hand festhielt, die den Revolver
hielt. Doch Adler riß sich los uno
feuerte noch zwei Schüsse ab. Baron
Aehrenthal erhielt eine Wunde in den
Fuß, der Oberkellner einen Streif
schuß.
Als er sah, daß jeder weiterer Wi
derstand nutzlos sei, ergab sich Dr. A
dler den Offizieren, die ihn; seinen Re- ,
volver abnahmen. Tr. Adler war
vollkommen gefaßt, ja, ruhiger als
irgend sonst Jemand im ganzen Lo
kale. Er gab ohne Zögern seinen Ra
inen an und fügte hinzu: „Meine
Herren, bitte, ich weiß ganz genau,
was ich gethan habe."
Flusse Sttipa Isnben sich Scharmützel zugetragen, die für uns erfolgreich
verliefen. Die Deutschen l,abcn die russische Stellung nuf dem Westufer
des Flusses Rural,nvtn erstürmt und den Feind über den Fluss zurückge
trieben. Wir buben acht Offiziere und 745 Mann gefangen genommen."
Türkischer Bericht.
London, 22. Oktober. Renter's Amsterdam-Eorrespondent
übermittelt die nnchstebende amtliche Mittheilung des türkischen Kriegs-
Bnreans:
„Auf der Dobrudschu-Front haben türkische Truppen in Koopera
tion mit ihren Verbündete am Donnerstag und Freitag befestigte feind
l>ck>e Stellungen angegriffen nnd de Feind geschlagen. Sie haben seine
Stellungen beseht nnd ihn weiter zurückgetrieben.
Während dieser Operationen nahmen die Türken 1500 Russen und
Rumänen gefangen nnd erbeuteten sieben Maschinengewehre, zwei Feld
geschühr und eine beträchtliche Quantität sonstigen Kreigsmnterials."
Nr. 297.
Befragt, waS sein Motiv gewesen
sei, antwortete er: „Das werde ich im
Gericht erläutern."
Doch eine halbe Stunde später er
klärte er bereits, das; politische Grün
de ihn zn der That veranlasst hätten.
Mehrere Aerzte, höhere Polizei n.
Staatsbeamte trafen gleich an der
Stätte deö Verbrechens ein, fanden
jedoch den Premier nur noch als Lei
che vor.
Die Nachricht von dem Attentat
verbreitete sich wie ein Lauffeuer
durch die Stadt und löste überall Em
pörung und Trauer aus.
Ter Mörder, der 82 Jahre alt ist,
ist ein Sohn deS Dr. Victor Adler,
eines Reichsraths - Abgeordneten, der
ein Sozialist gemäßigter Richtung ist.
Ein merkwürdiges Zusammentref
fen von Umständen wird in dieser
Verbindung erwähnt. Tr. Adler
sprach in; Jahre 191 t vor dem Reichs
rath. als der Sozialist Vakusch drei
Schüsse auf Graf Stürgkh abfeuerte.
Ter Graf blieb damals unverletzt.
Die Frage der Nachfolger
schaft besprochen.
Berlin, 22. Oktober. Eine
Wiener Depesche an die Uebcrsee-
Nachrichten-Agmtnr sagt, daß das
österreichische Cabinet unmittelbar
nach dem Tode des Premierministers
eine Spezialsitznng abhielt, in weicher
Baron Georgi, der Vcrtheidignngs
minister, als das älteste Mitglied
präsidirte. Im Einklang mit den, Ge
brauch werden alle Minister ihre Re
signationen einreichen; doch eS wird
envartet, daß Kaiser Franz Joseph
nicht dieselben annehmen wird.
Ter Minister des Inneren, Fürst
Hohenlohe - Schillingsfürst, der zur
Zeit auf Urlaub ist, wird sofort nach
Wien zurückkehren und zeitweilig als
Ministerpräsident fungiren.
AIS eventuelle Nachfolger des Er
mordeten werde neben Fürst Hohen
lohe - Schillingssürst noch Baron von
Beck, ein früherer Premierminister,
und Tr. Koerbcr genannt.
Berliner Zeitungen weisen darauf
hin, daß der Mörder offenbar gei
stesgestört ist; seine Schwster sch seit
mehr als zehn Jahren in einer Ir
renanstalt.
Vertrat anarchistische
Ideen.
Tr. Friedrich Adler befürwortete
anarchistische Theorie,; und war ein
erbitterter Gegner seines eigenen Va
terS, Tr. Victor Adler, der als der
anerkannte Führer der österreichisch
ungarischen Sozialisten gilt.
Vor wenigen Tagen veröffentlichte
die „Arbeiterzeitung," das offizielle
Organ der österreichisch - ungarischen
Sozialisten - Partei, eine Leitarti
kel, in welchem die Agitation des Dr.
Friedrich Adler als der sozialistischen
Partei schädlich und öffentlichen In
teressen zuwiderlaufend geschildert
wird. Dieser Artikel war um so be
deutsamer. als der Redakteur der
„Arbeiterzeitung," Dr. Victor Adler,
der Vater des Mörders ist.
Stürgkh für scharfe Cen
sur-AuSübun g v e r a n t>
wortli ch.
Berlin, 21. Oktober, drahtlos an
die Associirte Presse, via Sapville,
22. Oktober. Ter ermordete Pre
mier Graf Stürgkh war ein energi
scher Opponent aller progressiven
Tendenzen in der österreichische,; Po
litik. Er widersetzte sich standhaft dem
Verlangen nach einer Einberufung
des österreichischen Parlaments, das
seit dem AnSbruch des Krieges nicht
mehr in Sitzung war.
Er war hauptsächlich sür die scharfe
Ausübung der Censur in Oesterreich
verantwortlich. Doch waren keine An
zeichen vorhanden, daß die Wogen der
politischen Gefühle in Oesterreich so
hoch gingen, daß an ein Attentat auf
den Premier gedacht worden wäre.
Der Premier galt nicht als eine be
sonders starke Persönlichkeit; er war
vielmehr der Vertreter eines Sn
steinS.

-H-11- Mll IWIWWHI'H'W
• • The German Correnpondent, i I
T Baltimore, Md. • •
3. October 23, 1910.
j- 97.00 per Aiumm. I.

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