OCR Interpretation


Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, November 19, 1916, Image 11

Image and text provided by University of Maryland, College Park, MD

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn83045081/1916-11-19/ed-1/seq-11/

What is OCR?


Thumbnail for 3

Senior und Junior.
st (6. Fortsetzung.)
Aber Magda sah ihin so merkwür
dig scharf ins Auge. Las sie in sei
ner Seele? Tann wieder freilich
sagte sie ganz ruhig und heiter:
„Mama wird mit ns frühstücken,
Max! Tu siehst ja ganz erfroren aus.
Nun sollst Du aber auch schnell eine
warme Tasse Brühe haben."
„Bleib nur bei Max, ich werde das
besorgen, Kind!" erklärte die Mama,
aber die junge Frau hatte bereits die
Türklinke in der Hand: „Das wäre
ja noch schöner, Mamachen!" Sie
nickte dein Gatten noch einmal zu, und
hinaus var sie.
Die Komemrzienrätin sehte sich auf
den Schaukelstuhl am Kamin und
wiegte sich leise bin und her. Sie
strahlte eitel Glück, und immer wieder
wiederholt? sie: „DaS gute Kind, un
sere Magda!"
Der Sohn hatte sich an das Fenster
gestellt und sah schweigend in den Gar
ten hinaus, der hinter dem Hause lag.
Der alte Ferno arbeitete trotz des häß
lichen Wetters zwischen den Beeten und
Rabatten, wie immer in seiner grau
grünen uralten Jägerjoppe und den
großen Holzpantoffeln, aus denen die
dicken blauen Strümpfe heraussahen;
auf dem Kopf einen englischen Reise
hut, der init seiner schäbigen Eleganz
ganz merkwürdig zu der übrigen
Tracht paßte. Gerade jetzt richtete
der Greis das faltige, unrasierte Ge
fickt empor, und .gleich darauf hum
pelte er den nassen Steg entlang bis
z dem gepflasterten Gange, der von
der Hauseinfahrt zu den Ställe führte.
Dort erschienen nämlich soeben Viktor
Ferno im hocheleganten hellgelben
Herbstanzug und hinter ihm der Die
ner, der die lange Fahrpeitsche dem
Herrn und Gebieter nachtrug. Es
war ein wunderliches Bild, wie Vater
und Sohn sich begrüßten: der Alte
mit glückstrahlendem Gesicht, vährend
sich auf dem Antlitz des Sohnes eine
leichte Verlegenheit mit gutmütiger
Herablassung mischte. Er reichte dein
Vater nicht die Hand die verarbei
tete Rechte des Greises trug freilich
noch die unverkennbaren Spuren des
fetten Eartenbodens, obwohl er sie
sorgsam an der Hinterseite seiner
grauen, vielfach geflickten Beinkleider
abgewischt hatte. Viktor schlug dem
Alten vielmehr kräftig auf die Schul
ter. und dieser lackte vor Freude.
Dann wurden die beiden amerikani
schen Traber vorgeführt
„Aber Du hörst ja gar nicht, was
ick erzähle!" meinte die Kommerzien
rätin verletzt. „Ich werde Dich bei
Deiner Frau verklcgcn."
Mar wandte sich um. „Verzeih,
liebe Mama! Was befahlst Du?"
„Was hast Du denn zu der großen
Bestellung gesagt? Papa war unge
mein erfreut?"
„Ja, Mama, jawohl!" Da waren
sic sckon wieder, die geschäftlichen In
teressen, die Max sich vorgenommen
hatte, von seiner Schwelle fern zu hal
ten. lind ohne an diesen Vorsatz zu
denken, fügte er bitter hinzu: „Wir
tonnten es brauchen!" so daß die
Mutter in Hellem Erstaunen zu ihm
aufsah. Zum Glück kam Magda in
diesem Augenblick zurück und bat zu
Fisch. So war der Mama die Frage
abgeschnitten.
„Kinder, Ihr habt's doch zu rei-
Knd!" sagte sie dafür, als sie über die
Schwelle des Eßzimmers traten.
Ja, Mama. dank Deiner Güte!"
klab Magda warm zurück. „Du hast
nck an alles gedacht. Fast zu gut ge
dacht. so gut nämlick, daß mir kaum
tstvas zu tun übrig bleibt."
„Sollst Du auch gar nicht, Kind.
Ncnn's nach mir ginge, ich nähme Dir
das ganze Wirtsck/afiliche vollkommen
"b. Solch junges Frauckxn, daS
müßte eigentlich nur ihrem Manne le
ben können." Die Kvmmerzienrätin
legte sich umständlich die Serviette,
nachdem sie sich wohlgefällig das große
Monogramm in deren Ecke angeschaut
b.cUie, Über das Kleid und fischte sich
eine Sardine aus der Blechdose.
„Da würde ich doch nicht ganz damit
-Mfrieden sein, Mama. Denn gerade,
"m recht für meinen Mann zu leben,
Muß ich ihm doch persönlich auck et
was sein können, muß ich ihm etwas
leisten."
Max nickte seiner Frau zu, aber die
Mutter lackte sie aus. „Kleine
Hausfrau! Ihm etwas sein, etwas
leisten ' Als ob die Männer je Ver
ständnis für wirtschaftliche Sorgen
hatten! Das wirst Du Deinem Maxel
nicht beibringen. Die Männe:
wollen von dem ganzen Kram mög
lichst wenig wissen. Ein heiteres,
vuoschcz Francken wollen sie vor sich
leheii. wenn sie abgearbeitet nach
--Muse kommen, und die Heiterkeit gebt
msereineiii doch auch manchmal in die
gliche, wenn die Köchin mit dem
Haushaltungsbuch antritt, oder die
nicht gut Staub gc
' Pcht hnben, oder die Neinmachcfrau
wieder 'mal mit der Leiter in die Fcn-
sterscheiben geraten ist. Da ist's ge
wiß so übel nicht, wenn die alte Mama
bisweilen solch einer jungen Frau die
Zügel des Regiinents und dessen Sorge
abnimmt. Oder hast Du Angst vor
der bösen Schwiegermutter?"
Bielleicht hätte Magda ernster er
widert, aber die letzte Wendung nahm
ihr die Möglichkeit. Sie enigegnete
nur: „Das darfst Du mir nicht sa
gen, Mama!" und haschte nach der
Hand der alten Dame, um sic zu küs
sen. lind da hatte die Mutter schon
wieder ein kleines Tränchen der Rüh
rung im Alige nd ein „Kind, Du lie
bes Kind!" auf den Lippen.
„Marel, reich' mir die Sardinen
noch eininal. Sie sind virllich gut.
Weißt Du, Magda, Du darfst nie eine
andere Marke als Philipp L Eanaud
kaufen! Ja, was ich sagen wollte:
wißt Ihr denn, daß ich noch ein Töch
icrlcin ins Hans bekomme? Auf Lo
gierbesuch nämlich. Ellen Gouvain
hat sich angesagt."
mich, Mama! Ellen hat
mir sehr gut gefallen," meinte Magda,
und Mar setzte hinzu: „Dann wirst
Du Dich wenigstens im Haus nicht so
vereinsamt fühlen."
„Na. vereinsamt würd ich mich
auch so nickt fühlen, Maxel. Es sind
ja nur ein paar Schritte bis zu Euch,
und das sage ich Dir, rar machen dürft
Ihr Euch nicht im Elternhause. Aber
mir ist'S schon recht init der Ellen.'
Gott, das arme Ding! Ich kand's ia
zuerst eine recht verdrehte Idee, daß sie
ihr Examen gemacht hat. Schon weil
sie gar so lütt ist. Als sie geboren
wurde, haben sie sie in die Ofenröhre
gesteckt, und jetzt ist sie auch nur drei
Käse hock. Da sollen die Mädel in
der Klasse nun 'mal vor ihr Respekt
haben. Ja aber: Energie steckt in
dem Wurm, und das erkenne ich an.
Und daß sic hier noch im Lyceum
Vorträge hören will, dos ist mir auch
sckon recht. Denn wenn schon, denn
schon."
Die Kommerzienrätin holte tief
Atem, ehe sie schloß: „Aber das; sie
nun in Dein Zimmerchen soll, das will
mir doch gar nicht in den Sinn,
Magda! Bis jetzt steht noch jedes
Stück am alten Platze, und am liebste
ließ ich's immer so —" Das kam so
rührend gut heraus, daß beide, Tochter
und Sohn, gleichzeitig sagten: „Du
liebe Mama!"
Sie blickte die Kinder verwundert
an. „Aber das ist doch ganz natür
lich. Und unsere Male hat auch
Mord und Brand geschimpft. Aber
es hilft nun 'mal nichts." Dann zog
sie die Uhr, die st; an einer ganz lan
gen, dünnen Kette um den Hals trug:
..Schon drei. Da mußt Du wohl nach
dem Kontor, Maxel —"
„Ich bleibe heute zu Hause." Er sagte
es etwas gepreßt, und Magda kam
es vor, als vermied er, sie anzusehen.
Aber die Mutter nickte befriedigt:
„Das ist 'mal vernünftig, Maxel. Der
Papa hockt ja doch den ganzen Tag
drüben, und wenn dgä einer tut, ist's
schon mehr wie genug!"
Nun war Mar endlich mit seiner
jungen Frau allein.
Er hatte sich an den Kamin im
Wohnzimmer gesetzt und starrte in die
verglimmenden Kohlen.
Das Wort der Mutter ging ihm im
Sinn herum: „Der Papa ist ja doch
de ganzen Tag drüben, und wenn das
einer tut. dann ist's sckon mehr wie ge
nug!"
Da trat Magda leise an ihn heran
und strich ihm lächelnd mit ihrer küh
len, weichen Hand über die Stirn.
„Falten. Max! Heule schon Fal
ten !" Sie sagte es scherzend, und
doch klang der Ernst durch den heiteren
Ton hindurch. Er zog sic neben sich
aus einen niederen Sessel und zwang
ein Lächeln auf seine Züge: „Wenn
es wirklich Falten sind, dann stnv's die
Jahresringe, die ich angesetzt habe.
Du hast Dir eigentlich einen furchtbar
alten Mann genommen, Magda,"
meinte er.
Sic schüttelte den Kopf. „Er ist
mir ganz recht so. mein Mann aber
ohne Falten. Denn diese Falten da.
die kamen von irgend einem Verdruß,
nicht von den Jahren." Seine Rechte
in die ihre nehmend, fügte sic hinzu:
„Ich sah's Dir gleich an, als Tu ein
tratest."
„Aber Magda
„Doch, Max! Und nun sag' mir:
was hat Dir die häßlichen Falten auf
die Stirn gebracht?"
„Wirklich, Magda, Du irrst?"
„Sieh mich einmal an. Max! Richt
mit dem lächelnden Gesicht ohne
Maske! So ah, da sind die
Falten ja dock schon wieder." Und
noch einmal glitt ihre Hand über seine
Stirn, und er küßte sie.
„Maus, Du irrst wirklich! WaS
brachst Du Dir nur für Gedanken!"
Sic erhob sich langsam. „Wir sind
zu Tisch bei den Ellern, Max. Es ist
Dir doch recht?"
Der Teutsche Korrespondent, Baltimore, Md., Sonntag, den 19. Novrinber 1916.
! Er nickte zerstreut. „Ja jawohl.
Ganz recht!" Aber dann sprang er
plötzlich auf und umarmte sie stür
misch.
„Ack, Magda, mein Lieb, wie var's
doch schön! Draußen dort unten
in Italien!"
8. Kapitel.
Ain Wasser, dort, wo das kleine
Haus des Prokuristen Sturm lag, war
eine kleine künstliche Einbuchtung ge
schaffen, in der Rastin, der Maschinen
meister, einen Kahn liegen hatte. Die
Einbuchtung Otto Baumgart hatte
sic einmal die Rastinbay getauft
wurde auf der einen Seite von dem
Kai des Fabrikhofes, der hier ziemlich
hoch ausgemauert und nur an einigen
Stellen von Treppenstufen unterbro
chen war, begrenzt, auf der anderen
von der Hecke des Sturmschcn Gärt
chens. An der äußersten Ecke lag in
diesem unter einer großen Buche, dir
dicht am User stand, der Wasserbalkon,
oie der Prokurist das winzige Etablis
sement nannte; zwei längliche Holz
bänke und in der Mitte derselben ein
Tisch bildeten das Ganze. Aber
hübsch kühl var cs im Sommer hier
am Wasser, unter den schattigen Bu
chcnzweigen, und es saß sich'wirklich
sehr angenehm ans den, Wasserbalkon
wen nämlich nicht gerade die
Mücken allzu lästig vurden.
Jetzt freilich, Ende Oktober, var der
Aufenthalt auf Sturms Lieblings
plätzchen für einen gewöhnlichen
Sterblichen nicht allzu verlockend. Der
Wind pfiff recht energisch über den
Wasserspiegel, und die Sonne spielte
schon seit Tagen Bersteckcns.
Für Bogumil Ferno aber hatten di:
Rastinbay und der Wasserbalkon ihre
besondere Anziehungskraft. Beide
vurden von dem Kesselhanse der Fa
brik gegen Sicht gedeckt, und wenn
man sich in das Boot stellte, konnte
inan bequem über die Hecke in Sturnis
Garte hinüber lugen: wenn inan aber
den rechten Augenblick erspähte und
in dieser Kunst var Bogumil Ferno
Meister van traf es sich, mehr oder
weniger zufällig, daß Fräulein Helene
Sturm in demselben Garten zu tun
hatte. ES war nicht immer gerade et
was besondrxs Wichtiges, was die jun
ge Dame beschäftigte. Aber oie Bo
gumil imnw.' wieder einen neuen Vor
wand fand, mit irgend einem Auftrag
sich aus ein!- Minuten aus dein Kon
tor, vor Pap-i Sturms scharfen Augen,
zu drücken, verstand es auch Helene
Siurin, vor sich selbst einen kleinen
Spaziergang im Garten allezeit zu
rechtfertigen.
Der alte H§rr ließ zwar der Tochter
nickt übermäßig viel Zeit; er hielt kein
Dienstmädchen, obwohl ihm sein Ein
kommen das sehr gut gestattet hätte.
Helene mußte dKganzeWir.sschaft selbst
besorge'., und da er im Hause ebenso
scharf und genau ivar, wie im Kontor,
so hatte sie sich tüchtig zu tummeln,
wenn sie nicht wollte, daß er bissig:
Bemerkungen machte. Aber, sich selbst
überlassen, wie sie tagsüber dar, konn
te sie sich doch di- Arbeit auch wieder
einteilen, wie cs ihr beliebte. Und sie
arbeitete lieber eine Stunde ununter
brochen, pole eine Aufwartefrau, um
dann die nächste ganz für sich und ihre
Gedanke zu haben, die gern, wie sie
selbst, spazieren glye.cn.
Sobald sie daher draußen einen
Grosiclpf.ff hörte, luin sie regelmäßig,
aber stets wie zusäll-.g, aus ihrem Kä
sig hervor. Und dann war, auch im
mer ganz zufällig, Bogumil Ferno iin
Kahn und lug:e >it der Nase über die
Hecke. Und Nase, lang und spitz,
oie sie ivar, dünkte HelencSturm ganz
ungewöhnlich geeignet, um den „dum
men Jungen" 'daran herumzuführen.
Sie nachte sich eigentlich blutwenig
aus il-in, aber sie litt an der Krankheit
chronischer Langeweile, und es var ihr
eine vergnügliche Abwechslung, ihn
zum besten zu haben.
Die üverschlanke Gestalt, die noch
ein wenig an ein junges Füllen erin
nerte, hochgc-reüt, stand er auch heute
bieder ini Kahn, der unter seinen un
ruhigen Füßen hin- und herschwantte.
Drüben, hinter der Hecke, hatte Lene
Sturm Aufstellung genommen, das
krause Haar unter einem dunkclroten
Baschlik halbverborgcn, uin die schma
len Schultern ein in der Eile umge
worfenes Tuch, unter dem sie fröstelnd
die Hände l-arg.
„Nun also? Was soll's eigentlich,
Herr Ferno?" meinte sie spöttisch. „Be
sonders einladend i't das Wetter zuei
nemZwicgespräch im Freien nicht, Herr
Ferno, zumal venu der Gegcnpart so
wenig unterhaltend ist oie Sic, Herr
Ferno!" Das „Herr Ferno " zog
sie jedesmal so lang, als ob sie dainit
sagen sollte: „'s -st eigentlich lächer
lich, solch einen grünen Burschen als
Herrn zu titulieren." ,
" „Aber Lcnchen —"
„Wenn Sie sich noch einmal unter
stehen, mich bei meinem Vornamen zu
nennen, so sollen Sie 'was erleben.
Herr Ferno!"
„Aber Fräulein Sturm, was habe
ick denn verschuldet, daß Sie gar so
unfreundlich zu mir sind? Bin ich
denn nicht Ihr treuester Ritter? Ode:
glauben Sie, mich friert etwa nicht?"
Sie lachte. „Wenn Sie es hier zu
kalt finden, rate ich Ihnen dringend,
sofort wieder ins Kontor zu gehen.
Schäfer kachelt doch meist gut ein. und
Papa nacht sich sicher noch ein Extra
vergnügen daraus, Ihnen etwas einzu
heizen."
„Pah!" machte Bogumil. „Mit Ih
rem Herrn Papa, Fräulein Sturm,
werde ich schon fertig."
„Besser als init der Tochter. Was?
Das rollten Sic doch sagen. Ja, Herr
Ferno, ich will Ihnen aber auch etwas
sagen: wer mit mir Kirschen essen will,
der muß sich anders betragen, als ein
gelvisier jemand."
„Aber Lcnchen —!"
Sie warf den Kopf hoch und machte
kurz kehrt.
„Fräulein Sturm!" verbesserte er
sich schnell. „Gnädiges Fräulein
gnädigstes Fräulein! Was habe ich
denn nun schon wieder verbrochen?"
„Erstens: Sie haben mich schon wie
der bei meinem Vornainen genannt,"
cntgcgnete sie und wandte sich zurück.
„Zweitens: Sie sind furchtbar lang
weilig. Drittens: Sie haben wieder
den Hut auf, den ich durchaus nicht
leiden kann —"
„Soll ich ihn vielleicht ins Wasser
werfen, Fräulein Sturm?"
Sie lachte und nickte: „Das wär'
das Klügste, was Sie tun könnten,
Herr Ferno. Er steht Ihnen gar nicht."
Bogumil hatte den runden Filz schon
in der Hand. Einen Augenblick be
trachtete er ihn noch wehmütig, dann
schleuderte er ihn wirklich kurz ent
schlossen in den Fluß. „Ist's so recht,
Fräulein Sturm?"
„Nein!" meinte sic kurz. „Sie ha
ben sich nur nieder eininal lächerlich
gemacht. Aber das steht Ihnen frei
lich am natürlichsten, Herr Ferno,
besser, als der schöne Hut es tat."
Der Windbeutel, der auf dem Kon
tor stets mit der Zunge vorweg war,
schnitt ein jämmerliches Gesicht. Der
Wind strich scharf von Osten her und
trieb ihm die langen blonden Haare in
die Stirn. „Ihnen kann man auch
nie etwas recht machen,FräuleinSturm
nie nie!" klagte er kummervoll.
„Und ich möchte es doch so gern tun.
Wenn Sie mir befehlen würden: spring
ins Wasser! ich tät's sofort! Wahr
haftig! Auf Ehre!"
„Das wäre auch was Rechtes, Herr
Ferne! Sie schwimmen ja wie ein
Fisch. Und das ist iviedcr kein Wun
der, denn wenn ich Sie so von derSeiie
betrachte, sehn Sie ja ganz aus wie
eine Plötze."
In Punkte seiner körperlichen
Schönheit war Bogumil höchst selbst
bewußt. Er schluckte zum höchstenVer
gniigen des tollen Mädchens eineWcile.
um schließlich herauszuplatzen: „Das
hat mir aber noch niemand gesagt,
Fräulein Sturm!"
„Dann bin ich eben die erste, die
diese frappante Aehnlichkcit richtig er
kennt. Ucbrigens ist Ihr Sünden
register noch nicht zu Ende, Herr Fer
no! Ich habe Sie doch beauftragt,
niir genau mitzuteilen, warum Herr
Baumgart Herr Maxßaumgart
in der letzten Zeit so arg mißgestimmt
ist! Was hat'ö denn wieder in der
Fabrik gegeben?"
„Das sind aberGeschäftsgehcimnisse,
Fräulein Sturm!"
„So —? Guten Morgen, Herr
Ferno!" Sic kehrte dem blonden
Jüngling den Rücken und schritt init
dem ihr eigenen wiegenden Gang dem
Hause zu.
„Erlauben Sie, Fräulein Sturm."
rief er lebhaft. „Ich meinte ja nur so
ick weiß ja auch wirklich nichts Ge
naues —"
„Das letztere kann ich mir denken."
Er schüttelte in Heller Verzweiflung,
die vom Winde zerzausten Locken.
„Alles, was ich lvciß, will ich Ihnen ja
gern sagen, Fräulein Sturm. Natür
lich Sie gehören ja, sozusagen, mit
zum Geschäft."
„Nun also —!"
„Es ist wegen der'großen Lieferung,!
die wir für die Marine erhalten ha
ben. Der junge Herr war mit den
Proben nicht recht zufrieden und ver
langte, daß ein tüchtiger Chemiker zur
Kontrole für die Farben hinzugezogen
würde. Da meinte aber der HcrrKom
merzienrat und auch Ihr Herr Va
ter unser alter Färbermeisierchätte
sich bisher immer noch bewährt. :Und
so ist cs schließlich unterblieben."
„Nun und?"
„Und seitdem brummt der iunge
Herr Chef. Kaum daß er überhaupt
noch auf das Kontor kommt —" Bo
gumil machte eine kleine Kunstpause,
und dann lächelte er vUffia. .ZWeni,
ich übrigens eine so schöne Frau hätte,
Loman von Hnnns v. LokoltitL.
wie unser Junior, dann sände ich's
auch gewiß zu Hause hübscher, als in
unserer alten Bude. Und ihr, Frau
Baumgart nämlich, wird's auch sicher
lieber sein, er bleibt daheim denk'
ich mir!"
„Da denken Sie vielleicht wieder ein
mal recht verquer, Herr Ferno! Aber
das ist bei Ihnen ja nichts Auffallen
des. Uebrigens, Herr Ferno, neulich
habe ich bei Magda, bei Fra Baum
gart, auch den Vorzug gehabt, Ihren
ausgezeichneten Onkel oder Vetter
was? kennen zu lernen."
„Meinen Onkel von der adligen Li
nie? Viktor Ferno? Respekt, Fräu
lein Sturm, der mißt das Geld mit
Scheffeln."
„So sieht er aus. Er var übrigens
sehr nett zu mir, aufmerlsain und lie
benswürdig. Und er hat auch von
Ihnen gesprochen, Herr Ferno —"
Ueber das Gesicht des Jünglings er
goß sich eine jähe Blutwelle. Er moch
te sich gelvisier unvorsichtiger Aeuße
rungen erinnern, die er einst in der
Weinlaune dem Millioncnonkel von
der adligen Linie gegenüber getan hat
te, und er baute nicht allzu sicher auf
Viktors Verschwiegenheit. Und so
stieß er erregt hervor: „Fräulein
Sturin, mein Onkel ist ja so weit ein
ganz guter Mann, aber er schnurrt cin
bißchen. Das heißt inanchinal sogar
ein bißchen stark. Das bringt der
Sport wohl so mit sich. Sie müssen
ihm nicht alles glauben, was er sage."
Sie lächelte überlegen. Aber dann
meinte sie Plötzlich, ernster als bisher:
„Ja, wenn ich ihm alles glauben roll
te —", zog das Tuch knapp um die
Wespentaille, nickte Bogumil noch ein
mal kurz zu und ging in das Haus.
Bogumil sah ihr erstaunt, fast er
schrocken nach. Der Abschied var doch
zu kurz und zu wenig warm gewesen.
„Adieu, Fräulein Sturm! Auf Wie
dersehen!" rief er hinter ihr her, aber
sie var schon in der Haustür ver
schwunden.
Hastig sprang er ans Land. Und
da sah er seinen schönen neuen Hut, der
wohl vom Winde zurückgetrieben wor
den var, dicht neben dem Kahn in dem
kleinen Hafen schwimmen. Einen
Augenblick schwankte er, ob er ihn nicht
herausfischen solle. ES war doch ei
gentlich schade um den „Bibi". Aber
dann schürzte er trotzig die Lippen:
„Ein Opfer sei er den Göttern —!"
und eilte in Hechtsätzen dem Kontor zu.
Zur selben Stunde, in der Bogumil
Ferno den höchst einseitigen Genuß sei
nes kleinen kalten Stelldicheins mit
dem Verlust seines Hütchens bezahlte,
hatte Magda Baunigart den ersten Be
such Ellen Gouvains empfangen. Und
Ellen kam nicht allein. Zuerst hatte
die Kommerzienrätin sie begleiten vol
len; aber Male hatte die Hansherrin
zu lange mit Beschlag belegt, denn eS
galt die Beratung derS ersten
großen Diners der Saison, und
diese Beratung erforderte, darüber
waren Herrin und Dienerin einig, Zeit
und Ruhe. So hatte sich denn Otto
kar erboten, das Cousinchcn hinüberzu
geleiten, und sein freundliches Aner
bieten var huldreichst angenommen
worden.
Ellen Gouvain sah reizend aus in
dein einfachen enganliegenden pelzver
brämtcn Straßenkostüm. So reizend,
daß Otto es sich nicht versagen konnte,
zu fragen: „Wetterchcn, Cousine, wo
läßt Du arbeiten? Paris, Wien
was?"
Cin Weilchen lasen beide, Vater und
Sohn, mindestens anscheinend mit
größtem Eifer. Dann und wann warf
wohl der alte Herr eine etwas spötti
sche Frage nach „Deinem König
Stumm" oder nach der „Silberwäh
rung" dazwischen, die Max meist ziem
lich einsilbig beantwortete, da er wuß
te, baß er mit dem Vater auch auf die
sem Gebiet nicht einig werden konnrc.
Sie waren einmal über die Kolonial
poliiil, in der der alte Herr das Un
glück des Deutschen Reiches erblickte,
hart an einander geraten; seitdem ver
mied der Sohn jede ernste Auseinan
dersetzung. Wenn Sturm mit einer
Anfrage oder mit neuen Eingängen in
das Kontor kam, so beteiligte sich Max
zwar formell an der Erledigung, aber
grundsätzlich, ohne eine eigene Mei
nung zur Geltung zu bringen.
Es war nur eine Art von Scham,
die ihn zwang, vor dem Prokuristen
seine innere Teilnahmlosigkeit, die doch
wieder auch nicht ganz echt war, zu
verbergen oder wenigstens zu bemän
teln.
Gegen elf Uhr Pflegte der Vater sei
nen Gang durch die Fabrik zu machen.
Er erhob sich stets mit ziemlicher Um
ständlichkeit, faltete seine Zeitung zu
sammen, ordnete auf dem Pult alles in
pcinlichfterWeise und fragte schließlich:
„Ich gehe hinüber begleitest du mich
vielleicht, Max?"
Seit Wochen erfolgte keine bejahen
de Antwort. Der Sohn stand viel
mehr auch seinerseits auf, schob oie
ausgelesene Zeitung zur Seite und
meinte: „Ich gehe nach Hause, Papa."
Bisweilen setzte er mit kaum verhehlter
Bitterkeit hinzu: „Ich habe ja hier doch
nichts zu tun."
„Wie du willst, mein Junge, Grüße
Magda von mir! Adieu!"
„Adieu, Papa!"
Anfangs hatte der Kommerzienrat
innerlich über „seinen großen Jungen"
gelächelt: „Max brummt das gibt
sich mit der Zeit!" hatte er gemeint.
Allmählich fing die anscheinende
Gleichgültigkeit des Sohnes aber doch
an, den alten Herrn zu verletzen. So
wenig er geneigt gewesen Ivar, das
endgültige Bestimmungsrecht aus den
Händen zu geben, einen tätigen Mit
arbeiter wollte er an seinem Aeltesten,
an dem Mitinhaber des Geschäfts, doch
haben. Und selbst wenn er darauf ver
zichtet hätte, die Geflissentlichkcit, mit
der sich Max der geschäftlichen Tätig
keit entzog, kränkte ihn. Er versuchte
auch wohl, den Sohn zu einer regeren
Beteiligung an der gemeinsamen Ar
beit heranzuziehen, ihm neues Inter
esse einzuflößen, aber Max ging in kei
ner Weise darauf ein. Er beschränkte
sich auf ein kurzes „wenn du meinst,
Papa!" oder „bitte. Papa du ord
nest das ja doch selbst am besten!" Und
nun empörte sich das Herz des Baters.
Er war sich zu sehr bewußt, nach be
stem Ermessen gehandelt z haben; er
ivar zu stolz auf seine langjährige Er
fahrung, auf die großen Erfolge, die
hinter ihm lagen, als daß er in der
kühl ablehnenden Haltung des Jünge
ren etwas anderes hätte sehen können,
als trotzige Unart und Selbstüberhe
bung. Bater und Sohn wurden von
Tag zu Tag innerlich fremder, und
beide litten schwer darunter. Um so
schwerer, als sie. in der steten Sorge,
daß es zum offenen Bruch komincn
könne, eine ernste Aussprache vermie
den.
Daheim klagte bisweilen der Kom
merzienrat wohl über die Veränderung
im Wesen des Aeltesten. Er war jetzt
häufig mürrisch und übel gelaunt, und
Frau Fielen hatte es nicht ganz leicht
mit ihrem „alten Brummbär".
„Man soll es den Kindern nicht zu
leicht machen. Sophie," wenn er
mißgestimmt war, vermied er daä
zärtliche Diminutiv „es tut nicht
gut, solch einen jungen Mann in ein
fertiges Haus hineinzusetzen," meinte
er. „Das möchte einen dann ganz auf
den Altenteil bringen, und wenn man
sich das gutwillig nicht gefallen läßt, so
benimmt sich „das" wie ein' ungezoge
ner Schuljunge."
„Aber Alterchen, sprichst du wirklich
von unserem Max?"
„Natürlich spreche ich von ihm! Von
wem denn sonst? Nächstens wird er
mir wohl andeuten, daß es ja ganz in
seiner Hand liegt, mir die Hypotheken,
die Magda auf der Fabrik hat, zu kün
digen, und daß ich dann sehen kann,
wie ich ihn auszahle."
„Aber Alterchen!" Das gute runde
Gesicht der Kommerzienrätin färbte
sich purpurn. „Wie du nur so häßli
ches Zeug reden kannst! Unser Max!
Als ob dem das Geschäft nicht ebenso
ans Herz gewachsen wate. wie dir!"
„Er benimmt sich danach! Wahr
haftig. das tut er!"
Frau FiekclM unterdrückte eine auf
steigende Träne und ein passendes
Dichterwort, faßte sich ein Herz und
sagte: „Fritz, bist du auch ganz sicher,
daß du unserem lieben guten Aelteste,
der uns immer nur Freude gemacht
lck'., nicht selbst die frohe Mitarbeit
verleidet hast? Sieh mal: er ist doch
auch nicht mehr der Jüngste, und daß
er selbständig —"
Sie kam nicht dazu, ihre Rede zu be
endigen. Der alte Herr riß sein Müt
zchen von den weißenHaarcn und schlen
derte cs zornig auf den Fußboden:
„Geh mir mit deiner Selbständigkeit!
Ich weiß allein, was ich zu tun habe!"
Damit rannte er aus der Stube.
Die Komincrzienrätin seufzte leise
auf: „Ach, diese Männer —! Und er
meint es doch so gut! Und der Maxel
erst recht!" Dann bückte sie sich. die
Mütze aufzuheben, was bei ihrerßund
lichkeit keine ganz leichte Arbeit war.
und dann überlegte sie, was sie wohl
dem jungen Pärchen drüben für eine
neue Freude antun könne. Es war ja
„da drüben" auch nickt alles so, wie cs
hätte sein sollen, wie es hätte sein kön
nen. Das hatte sie längst empfunden,
obwohl Mar und Magda alles aufbo
ten, die trübe Stimmung, dir bei ihnen
eingekehrt war. zu verheimlichen. Da
sollten sie beide aber wenigstens mer
ken, daß die Mutter zu ihnen hielt
So anteillos Max äußerlich jetzt
dem Geschäft gegenüber stand, so sehr
c sich selbst vorredete, daß er endgül
tig abgeschlossen Hütte mit dem Inter
esse an seinem dereinsiigcn väterlichen
Erbe, in Wirklichkeit hing er noch im
mer mit allen Fibern seines Herzens
an seiner alten Tätigkeit, an der Fa
brik.
Dann und wann litt es ihn früh
nicht im Hause. Er stand im grauen
den Morgen auf, nachdem er sich stun
denlang schlaflos herumgewälzt hatte,
sah scheu zu Magda hinüber, ob er sie
wohl auch nicht störe, zog sich schnell an
und eilte nach der Fabrik hinüber.
Es war stets zu einer Stunde, von
der er bestimmt wußte, daß er deinVai
tcr nicht begegnen würde.
Langsam schritt er dann durch die
Arbeitsstile, und der gleichmäßige
Schlag der Maschinen tat ihm wohl
und weh zu glcickscr Zeit. Er sprach
nie mit den Beamten oder mit den Ar
beitern über Geschäftliches, grüßte nur
jeden einzelnen freundlich und stand
viertelstiindenlang wortlos neben den
großcnAchtfarbendruckmaschinen. Sein
Auge folgte fast sehnsüchtig dem lang
sam, in gleichmäßigem Zuge durch die
Walzcnpaare leitenden Zcugstrcifcn,
prüfte, ob derselbe auch glatt und ta
dellos auf der dunkeln Unterlage auf
lag, wie die Farbe sich. dem auf die
Walzen gravierten Muster gemäß, auf
dem Stück verteilte, und wie dieses end
„Mansardeu", in denen es trocknen
sollte, verschwand.
„Al>er. Otto! Was traust Du unS
arme Agraricrtöchtcrn denn eigentlich
zu. Paris! Da käme ich bei Papa gut
an! Ich schneidere mir meine paar Sa
chen allein. Wozu hat man denn sei
nen Geschmack?"
Er wiegte zweifelnd das Haupt.
Dem im Wohlstand aufgewachsenen
Sohn des reichen Hauses wollte daS
gar nicht recht möglich dünlcn. „El
len. ist das wirklich Dein Ernst? Oder
beliebst Tu mit Deinem untertänigsten
Eoiisin ein wenig zu sckcrzen?"
„Aber leine Spur, trautester Otto!
Das rächt sich ja halb von selbst, lind
es ist gar kein sonderliches Verdienst
dabei wahrhaftig nicht! Die Mo
denwelt bringt ja so vorzügliche
Schnitte. Schneidern haben wir alle
gelernt, und an Zeit fehlt es gerade
auf dem Lande doch auch nie."
„Du kannst ja aber rein alles, Ellen
—", meinte er in aufrichtiger Bewun
derung.
„Manches, Otto. Aber immer,,.'.'
v,et zu wenig. Zum Beispiel bapertS
mit der Musik. Wenn ich eine Beetho
vensche Sonate spiele, fängt regelmäßig
unser großer Neufundländer an zu
heulen sagt wenigstens Papa. Ich
denke, mit einigem Fleiß will ich's aber
auch noch auf diesem Gebiet zu eilvas
Leidlichem bringen, so zur Durch
schnittsqualität, die wenigstens nicht
lästig fällt."
..Ich qlau-e, Tu kannst sogar kochen,
Ellen!"
Nun lachte sie doch herzlich: „Höre,
Otto, tu' mir die einzige Liebe und
lulle mich für keinen unprcrktischen
Blaustrumpf. Ich bin sogar sehr
prakusch, furchtbar praktisch! So
praktisch, daß sich meine Kochkunst al
lerdings nur auf die Hausmannskost
beschränkt. Aber wenn ich zu Hause
die Woche hatte, so beorderte Papa re
gelmäßig Königsberg Fleck, denn
den machte ihm, ohne mich zu rühmen,
niemand so nach seinen, Gusto, wie
ich."
„Känigsbargcr Fllick!" wiederholte
O!to gedehnt. Ihm schwante etwas
Schreckliches bei diesem Gedanken,aber
er behauptete doch, Fleck fei auch sein
Leibgericht. Im stillen setzte er dabei
freilich hinzu: „Vorbc-dinguiig, daß er
von diesen Liliputhändchen dort zube
reitet ist!"
Magda empfing die Cousine mit der
alten Herzlichkeit. Aber sie war auf
fallend still, fast wortkarg. Das Ge
spräch schleppte sich nur mühsam hin,
bis Otto es nicht mehr aushalten konn
te und fragte: „Du bist nicht recht
wohl,beste aller Schwägerinnen. Mach'
kein Hehl daraus, und sag', renn wir
gehen soll.'. Wir sind verständige
Leute r.d nehmen es Dir ich Übelt
Mas, Ellen?"
Nun wollte es Magda zwar nicht
wahr haben, aber ihr blasses Gesicht
strafte sie Lügen. Sie sah wirklich ab
gespannt und ermüdet aus. Als Ellen
jedoch aufbreche wollte, hielt sie die
Keine Cousine nieder fest. „Es ist
nichts wirklich!" versicherte sie eifrig
und zwcm: sich zu lächeln.
Ellen l- tle ihre harmlose Freud an
der hübsch. Eiuricktuiig und gud dem
Hn ihrer I.bhasteu Ar! Ausdruck. Ja.
sie ruhte ncht, bis Magda sie durch ihr
ganzes Rc- ch geführt und ihr Gelegen
heit gegeb-n hatte, alles genügend zu
bewundern. Aber auch jetzt reagierte
die junge J-rau nickt recht.' Sic nickte
nur stuili'.?., und dann meinte sie säst
glcichgiiltiz: „D-ie gute Mama hat al
les so schön und lieb besorgt."
(Fortsetzung folgt.)
Frage: Wer nimmt die Kinder in
acht, während vw Mutter stimmen
geht? Antwort der Ft. Wayner Fr.
Pr. Die Frau., die 11-mmcn vollen,
sind zumeist nicht Mütter.
3

xml | txt