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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, December 25, 1916, Image 6

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6
Lokalberichte ans Washington.
B c r'm Spielen verbrannt.
Bet'm Spielen mit Feuer erlitt
Torothy Green, ein fünfjähriges Ne
gennädcheii. in ihrem Heim, Nr.lült
Nord Carol'na - Avenue, N. 0., so
schlimme Brandwunden, daß. sie bald
nach ihrer Ucberführung in's Kinder
Hospital ihren Verletzungen erlag.
In der Wohnung von Leonard T.
King. Nr. 797. 22. Straße. N.-W.,
entstand ein Feuer ans unerklärliche
Weise, das jedoch nur geringen Sch
aden aprichtete.
Auch in dem Hause von John Elt
myer, Nr. 1218, 8. Straße, N.-W.,
brach ein Feuer aus, sowie in dem
Heime von Wm. Millilen, Nr. 1780,
Eorroranstraße, N.-W. Ter ange
richtete Schaden in beiden Fällen
war unbedeutend.
Ta s „t ro ck ene Virginie n."
Das „trockene Virilsten" hat, nach
den Packeten zn urtheilen, 26,999
sollen täglich in der letzten Zeit ans
Washington angekommen sein -- ei
nen zieinlich „nassen" Weihnachtstag
gefeiert. Tic Branntweinbrennerei
en in Maryland hatten Yollauf zn
thun, so daß sie Crtralente anstellen
mnßlen. Jedes Fminlienhaupt ist zn
einem Quart pro Monat berechtigt,
nach den Zahlen zu urtheilen, wur
de jedes Haupt einer Familie in den
letzten fünf Tagen mit diesem Qzian
tnm bedacht.
Äls Dieb v erhnftet.
Ter 19 Jahre alte Neger Waverly
Pierson, von Nr. 1628, 6. Str., be
findet sich unter der Beschuldigung,
der Frau Catherine Dickens von
Nr. I t 96, 16. Straße, N.-W., in der
11. Straße, zwischen der H- und S-
Straße, die Handtasche entrissen zu
haben, in der Polizeistation deS er
sten Bezirkes hinter Schloß und Rie
gel. Er wurde von dem Polizisten
Montell verhaftet, nachdem die Frau
in Hülse gerufen hatte.
Vom Präsidenten begna
digt.
Präsident Wilson gab zwei Bun
des.- Gefangenen den Weihnachts-
Pardon, damit sie den heiligcnAbend
im Kreise ihrer Familien verbringen
können. Ter eine Gefangene war
Halt Ron von Guayandothe, W.-Va„
welcher ein Spiriknosengeschäft ohne
Licenz betrieb, nd zu drei Monaten
veriittbeitt wurde.
Lilian C. Nliinsen von Georgia
war die andere Gefangene. Sic wur
de in Cdgewater, N.-J., zn zwei Ja
hren Zuchthaus bestraft, weil sie einen
?we LäuxUnA unä Ltncker
!MöNMnBmMkAiB3olziiiM
Immer mit ck-r ——
Ml UriegsKonsens.
---- " ' ' ."'0 - - "
(8. Fortsetzung.)
„Meinst du, ich hätte nicht gesehen,
daß du die ganzen letzten Tage fast
nichts genossen hast? Jetzt bist du mal
schön gehorsam, jetzt befehle ich!"
Und Lisa mußte sich fügen und es
sen, was ihr Hans vorlegte; und et
was Schaumwein mußte sic auch trin
ken.
Und wie Hans so selbstverständlich
herumwirtschaftete, da zog langsam,
langsam die Sicherheit des Glücks in
Lisas Herz und verdrängte für den
Augenblick den bohrenden Gedanken an
die nahe Trennung.
* * *
Im Stadtgarten spielten die Küras
siere. Tante Ulrike saß mit ihrer gro
Ben Hornbrille am erhöhte Fenster
platz und stopfte ihre feinen Servietten.
Dabei horchte sic auf das Konzert,
ärgerlich, wenn die schweren Karren
auf dem groben Straßenpflaster in
ihre Lieblingstückc knatterten.
Da klang im Hausflur eine kräftige
Männerstimme. ,
Mit hochrotem Kopf sprang Tante
Ulrike auf, warf den Stopftorb um,
riß die Tüx auf und lag halb weinend,
Halb lachend in den Armen des Bru
ders.
„Aber du du mich nicht wissen
zu lassen, wann du kommst! Ich wollte
dich doch von der Bahn abholen."
„Das ist aber nett; nach zlvci Jah
ren wird man mit Schimpf undSchan
den empfangen. Und, daß du's nur
gleich weißt, ich bin im Hotel abgestie
gen."
Tante Ulrike schaute so niederge
schlagen drein, daß Waldemar sie zärt
lich umfaßte und ins Zimmer führte.
„Da wir zwei nun unsern alten Tag
zusammen verschließen wollen, kommt
es, denk' ich. auf ein paar Stunden
nicht an. Ich bin schon fett gestern
hier; wo hätte ich mit allen meinen
Kisten und Koffern hier oben bleiben,
sollen? Ich habe die Zeit benutzt, mir
einen Gelegenhcitskauf, eine kleine
"Ulla auf dem Weg nach dem Zoolvgi
üben Garten, anzusehen. Oder wvü-
Mann bewogen hatte, Geld in einer
Bank zu unterschlage.
Tieletzt e C h r e.
Tie Beerdigung des am Donner
stag in seinem Heim, Nr. 811, Ost-
Capitolstraße, verstorbenen Hrn.Con
rad Weiß, einem früheren Beamten
des Schatzamtes, fand unter dem Ge
leite einer großen Menge Leidtragen
der statt. Tie Bahrtnchträger waren
Mitglieder des „Phil. Sheridan Post
Nr. 6", welchem der Verstorbene an
gehörte. Ter Trancrgottcsdienst
wurde von Pastor Tr. W.-H. Got
wald, Kaplan des Potomac - Depar
tements, gehalten. Tie Leiche wur
de auf dem Prospekt Hill Friedhöfe
bestattet. Hr. Weiß stammte ans
Deutschland und stand im Le
bensjahre, als ihn der Tod ereilte.
Cr kam in seiner Jugend nach Ame
rika und diente während des Bür
gcrkrieges in der Compagnie D des
New - charter Voluntär Jnfanteric-
Rcgiinents.
Straßen -Unfall e.
Ter Polizist Abraham Buckingham
vom tO. Distrikt zog sich Verletzun
gen am Gesicht, Kopf und den
men zn, als er mit seinem Motor
rad in der Nähe der 16. und P-Str.
zn Fall kam. Ter Unfall wurde her
beigeführt, als der Polizist einer
Collision mit einem Möbelwagen
entgehen wollte. Cr wurde in das
Einergencp Hospital gebracht.
Ein Pferdewagen, der von Timo
thp Caltahan von Nr. 6299, P-Str.,
N. W., gelenkt wurde, krachte an der
Ecke der Connecticut - Avenue n. N°
Straße mit einem Automobil zn
scmimen, welch' Letzteres von Edwin
Potts, Nr. 18, Piercestraße, N.-W.,
gefahren wurde. Ter Wagen so
wohl, wie das Automobil wurden be
schädigt; die Insassen kamen nnber
letzt davon.
Lester I. Pause von Nr. 196, Ma
ryland - Avenue, verletzte sich am
Kopfe, an den Schultern und Bei
neu. als sein Möbelwagen vo einer
Elektrischen in der Nahe der Georgia
Avenue und Madisonstraße, N.-W.,
getroffen und zertrümmert wurde.
Tod durch Unfall lautete das Ver
dikt, welches von den Coroner - Ge
schworenen in dem Falle von Pres
ley M. Poole abgegeben wurde, der
am Freitag im Cmcrgency Hospital
den Verletzungen erlag, die er davon
getragen hatte, als er von einem Au
tomobil in der Nähe der Pennsyl
vania Avenue und 18. Straße, N.-
W., niedergcrannt wurde.
Ter 16-jührige Charles Crosby
von Nr. 699, Mortonstraßc, N.-W.,
zog sich Verletzungen an den Beinen
zu, als der Groeerywagen, auf dem
er saß, von einem, Automobil an der
Ecke der Upshnrsti/nße und Rock Creek
Chnrch Road „etroffen wurde.
Tüchtige Polizeifran.
Fra Sarah Farling, eine frühere
test du mich hier in deinem Käfig zum
Kolibri sperren?"
„Schon gut, schon gut! Wie hübsch,
daß du gerade zum Kaffee kommst!"
„Das hab' ich doch so eingerichtet."
Der Geheimrätinn war der frohe
Schreck in all Glieder gefahren, zit
ternd schenkte sie die Tafle voll.
„Mein alter Junge. Das
Telegramm aus Nangasali vergesst ich
dir nicht im Grabe. Wie hütet ich mich
sonst geängstigt. Du noch mit unserer
Botschaft, belagert von den. schlitzäugi
gen Bestien. Es ist ja nicht auszu
denken!"
„Nun sei friedlich, Schwesterchen, ich
sitze ja lebendig neben dir. Ader es ist
'ne heikle Lage, in solcher Mausefalle
zu sitzen. Nichts greift die Nerven
mehr an als Erwartung des Unheils;
das Unheil selbst packt den Menschen
lange nicht so-an."
„Ja und diese arme, arme Lisa! In
welcher Angst wird sie nun sitzen, wenn
er erst fort ist. Du weißt doch, daß si
gehetratet hat?"
„Lisa, wie, was, wann, wo, wen?"
„Wen? Hans! Wo? In Dürn
stein. Wann? Vor acht Tagen.
Morgen schifft er sich nach China
ein."
„Aber warum in aller Welt denn
beides zugleich? Entweder heiraten
oder nach China gehen, das, wäre ver
nünftiger gewesen. Und ich hatte mich
gerade so auf Lisa gefreut!"
„Das kannst du doch auch so; sic
geht nicht mit. Ich hoffe auf den
Winter zusammen in Rom. Ach,
Jung'! Ist es wahr, daß du nun,
wirklich hierblcibst?"
„In doch. So hab' ich ruir's we
nigstens fest vorgenommen. Ick will
zunächst meine Schreibsackm sichten.
Ehe nicht alles geordnet ist, gehe ich
nicht aus dem heiligen Köln heraus."
*
Der Abend war lau und weich, die
S-ee glatt wie ein Spiegel.
In Genua ging's au Land. Der
Dürnsteincr wollte den stieben daheim
Freude mache und lieh einen
Der Deutsche Korrespondent, Baltimore, Md., Montag, de 2.6. Dezember 1916.
Polizeimatronc, die die Auszeichnung
besitzt, Washingtons erste Potizei
fran zu sein, zeichnete sich gestern
wieder ans, indem sie eine Neger
fran und drei minderjährige Mäd
chen und einen Knaben beim Laden
diebstahl in einem Tepartemcnts
tadeu a der 7. Straße erwischte.
Eines der Mädchen entkam, ehe es
dingfest gemacht werden konnte, win
de aber später in ihrer Wohnung
verhaftet, wo die Polizei eine Om-m
-tität angeblich gestohlener Sachen
von geringem Werth vorfand. Tie
Verhafteten wurden nach dem Tc
tciitionshanse gesandt.
G cine. Idete Ticbstähle.
Ein Tiamaiitriug im Werthe von
P 199, eine goldene Uhr im Werthe
von MI und ein Tiamantohrge
hänge, Werth Hl 69, wurden aus der
Wohnung von Fräulein Marie A.
Adams. Nr. 188, P Straße, N. W.,
gestohlen. Ter Dieb drang mittelst
eines Nachschlüssels während der Ab
wesenheit der Dame in diu Wohnung
ein.
William H. Smith, Nr. 188, Hick
inan - Straße, S.-0., berichtet, daß
ihm seine Vorst' mit PIO9 in baarcm
Gelde in einem Verkanfsstaude im
Center-Markt auS der Tasche seines
Nockes gestohlen wurde.
W. A. Leahman, Nr. 888. E Str.,
N.-0., meldet den Bei Inst einer
Börse, mit PI9.
Eine Wagenladung Weihnachts
bäume im Werthe vo H 69 wurde
in der Nähe des Center Markts dem
Eigenthümer John Sprnce von
Oxen Hill, Md., gestohlen.
AIS einem Stalle an der
Grant Road, wo er arbeitete, schlief,
wurden John Conway HB7 entwen
det.
Nette Weihnachtsga b e.
AIS Weihnachtsgabe und zni An
deuten an zwei verstorbene Kamera
den wurden den Wittwe der beiden
Polizisten D. C. Smith und W. C.
Botcler je H 69 von der Crossing Po
lire Association übergeben. Tie bei
den Polizisten thaten während vieler
Jahre Dienst an der Eck der 9. niid
F Straße, der 11. und G Straße
und der 7. nnd'B Straße. Das Ge
schenk wurde den Wittwen von
Herrn Patchell, dem Präsidenten der
Association, im Namen der Mitglie
der übergeben.
Eigenth ü inlicher U n -
glück s s a l k.
Ter 26-jährige Vincent Castell,
Nr. 729, 8. Straße. S.-0., trug
Verletzungen am Bein davon, als er
au der Pennsplvauta-Avcnue, in der
Nähe der -1. Straße, S.-0.. auf den
eisernen Teckel eines Einsteigelochs
s. 1 o c-r !2.
Korb Blumen an Lisa schicken: Rosen,
Anemonen, Ranunkeln und Veilchen
und an Lo und Schnuff einen Obst
korb. Aber er ging noch einmal in
den Laden zurück, denn es fiel ihm ein,
daß Lisa gerne frische Feigen aß.
Dann weiter
Glatte See bei herrlichem Wetter,
die Küste entlang. Vorbei an Jschin,
Ptocida, immer schärfer hebt sich der
Bcsuv ab, rechts von weitem sieht man
Capri, vorn Sorrent, links im Win
kel Castellamare, Castel St. Eleno,
die Sa. Lucia.
In Neapel werden Briefe in Emp
fang genommen, Telegramme, Blu
men und Fruchtkörbc abgeschickt. Der
Dürnsteincr zeigt seinem Aeltcsten al
les, was ihn je begeistert und erfreut
hat, und entdeckt mit Vergnügen, daß
Max' anscheinende Kälte der Schön
heit gegenüber nicht standhält. Offe
nen Hirzens genießen sie alles.
Aber schon bald heißt es sich wieder
losreißen, und die Fahrt geht weiter.
Siedende Sonne. Port Said. Na
türlich zu allererst wieder zur Post.
Des Dürnsteiners Lieben sind nun
schon unterwegs nach Rom.
An Bord.
, Ueber dem Eingang zum Kanal flu
tet das elektrische Licht. Der Mond
gesellt sich dazu. Der Dampfer gleitet
durch die schmale Pforte. Niemand
denkt an Schlafengehen. Alles träumt
an Deik und läßt die gewaltige Stille
der Natur auf sich wirken.
* -- *
Hastfield zog die Uhr. In einer
Stunde schon war Lisa in Rom. Die
Zimmer im Hotel hatte er kür sie aus
gesucht und init Blumen schmücken
lassen. Nun überlegte er hin und her,
was noch zu tun möglich sei.
Da meldete sein alter Giacomo den
Wagen. Es war noch zu früh.
Schließlich fuhr er zur Bahn.
Als er Lisa begrüßte, war er sehr
bleich, wortlos beugte er sick über ihre
Hand. Aber außer Lisa waren nock
Lo, Schnusf, Fritz und Molchen zu ge
gen, die begrüßt sein wollten und ihn
trat, wobei derselbe - umkippte und !
Castell zu Fall kam. Ter Mann moi
gerte sich, nach einem Hospital zu
gehen und wurde nach seiner Woh
nung gebracht.
Bon einem Unbekannten
angcgri ffc .
Frau John T. Aoiiiig, die Gattin
eines Feuerwehrmannes des Ti
striktS, meldete der Polizpt des 1.
Preztnkts, daß sie beim Betreten des
Vorderziimners ihrer Wohnung Nr.
7t7, C Straße. S.-W-, als sie, nach
dem sie Einkäufe gemacht hatte, kurz
nach Eintreten der Dunkelheit zurück
gekehrt war, von einer unbekannten
Person einen Schlag ans den Kopf
erhielt. Tie betreffende Person ver
l schwand ohne eine Spur zn hinter
lassen, und es wurde auch nichts ge
stohlen. Frau Aonng ist nicht im
Stande zu sagen, ob ihr Angreifer
ein Mann oder eine Frau, oder weiß
oder schwarz war.
Raffinir 1 e Tie bi .
Aus eine neue Art und Weise wur
de in einem großen Washingtoner
Tcpartementsladcn ein wohlhabimd
aussehender Mann um P 29 von einer
Fron beschwindelt. Tpr Mann stand
am Spielwaarcntisch und fand die
Verkäufer sehr beschäftigt. Tie Fra
sah den Mann ans Bedienung war
ten und machte rasch ihren Plan. Sie
ging in ein Ankleidezimmer und
nahm dort Hut und Mantel ab, wo
rauf sie zurückkam und den betref
fenden .Käufer in einer Weise anre
dete, daß er glaubte, sie sei eine Ver
käuferin des Ladens. Cr kaiiite ein
Schaukelpferd und gab der Frau ei
nen P 29 Schein. Diese gab vor, das
Wechselgeld holen zu wollen, und
ging wieder zum Anklcidcranm und
bekleidete sich mit Hut und Mantel
und verschwand. Nachdem der Herr
lange vergeblich auf die Rückkehr
der Frau Mvartet hatte, wandte er
sich an einen der Ladenanfseher und
erzählte den Vorgang, und beschrieb
die Pseudovcrkänferin. Tie Beschrei
bung passte aus keine der Angestell
ten, nd dem Manne ging ein Lickst
ans, daß er das Opfer eineiSchwind
lerin geworden war.
N o ch ii i ch k g esaß k.
Von dem Augenblicke au, da die
Nachricht im Detektivs , Hauptguar
tier eingelaufen war., daß zwei Un
bekannte das- Schaufenster der Ju
welier - Firma Abraham Bcrnsline
Nr. 861, Pennsylvania - Ave., ein
geschlagen .und , Juwelen gestohlen
hatten, hast die Polizei auf's Eifrigste
versucht, sich der Diebe z versichern,
aber bis jetzt war es ihr nicht ge
lnngen, sie zn fangen. Benachbarte
Orte in einem llmlreis von 899Mei
len wurden telephonisch und per Te
legraph von dem Diebstahl unterrich
tet. Hr. Bernstine theilte dem In
spektor Grant mit, daß eine genaue
Untersnchimg festgestellt habe, das;
im fröhlichen Durcheinander um
drängten.
Man fuhr bis ans Hotel, wo Lisa
den eultäuschtcn Lord ziemlich kurz
verabschiedete und ihn auf den anderen
Tag vertröstete, an dem er gleich mit
seinen Zizeroneliinsten beginnen könne.
Jetzt verlange man nach Wasser, Seife,
Ruhe und baldmöglichst nach seinem
Bett.
Die Fahrt war sehr heiß gewesen.
Hastfield verabschiedete sich, ohne
seine Enttäuschung merken zu lassen,
und verabredet, seinen Besuch im Ho
tel, für den anderen Mittag.
„Lisa, du hast cm Herz von Stein,"
sagte Schnuff, als man im Hotel al
les in liebevollster Weise vorgesorgt
fand.
„Einen größeren Beweis von Ver
trauen und Freundschaft kann ich dem
Lord nicht geben, als daß ich ihn wie
einen Freund behandle, mit dem man
leine Umsstinve macht."
„So hat er es auch aufgefaßt," sagte
das friedfertige Matchen.
Aber Fritz pfiff auf den Fingern.
Lisa wude nervös.
„Fritz, du hast mir versprochen, das
Pfeifen zu lassen. Du gleichst schon
so schrecklich dem Dürnsteincr, daß ich
ganz unglücklich , bin, und das Pfeifen
geht mir durch und durch!"
Und Fritz gab sein Wzrt, nie wie
der zu pfeifen. Wollte aber als Be
lohnung Geheimnisse mit Lisa haben.
Man ließ sie unter sich, denn Molchen,
Lo und Schnuff waren zu müde, um
neugierig zu sein.
„Lisekind, wie wär's, wenn wir zwei
morgen in aller Frühe zum Monte
Pincio führen, heimlich und ganz
allein?"
Lisa war begeistert. „Weckst du
mich? Klopfe bei mir!"
„Unbesorgt, ich klopfe!"
Das Friihaufstehen, das Lisa iut
mcr etwas schwer fiel, hatte sich aber
gelohnt. Km strahlend blauer Himmel
lachte über dem Monte Pincio. Rom
lag in einen',
Der junge Abbate, der lverlesend
ne drei Ringe, zwei INI Werthe von
je Pt99o und einer vo P 699 ablwn I
den gekommen seien, daß sich also
der Verlust ans nur P 2699 und nicht,
wie zuvor angenommen, ans P 6999
stelle.
Poti z i st I o n e s g est orb e n.
Frank G. Joncs, ein Riitglied de:-
Capitol - Polizei - Tepartenientch
starb plötzlich in seinem Heime 'N>.
!t:',2, Maryland - Avenue, N. - O.
Jones war am Freitag ans seinem
Posten an der Thüre des SenatSzim
mers gewesen. Cr gehörte der Ca
pitol - Polizei seit 1879 an und Hatto
den 21. Congreß in die Geschichte
übergehen sehen. Hr. Jones war An
Rockfort, Jnd., geboren. Außer sei
ner Gattin überleben ihn zwei Kin
der.
H n ii d e r t U e b e rzieher he n t e
vcrischentt.
Saks ch Co. werden auch dieses
Jahr, sie seit den letzten 88 Jabreu,
190 Ueberzieber au Knabe verthei
ten. Heute Morgen 19 Übr werden
die. Angestellten bereit sein, de mit
-Karten versehenen Knaben dieUeber
ziebrr anznpasscu.
Tod d ii r ch L e u chtga s.
John C. Furr, ein M Jahre alter
Mann, der früher in Broad Run,
Va., zu Hanse war, jetzt aber in Nr.
911 Pennsylvania -- Avenue, N. W.,
Wohute, wurde von Leuchtgas erstickt
in seinem Bette aufgefunden. Coro
ner Ncvitt's Wabisprnch lautete aus
zufällige Tod.
Festlich bewirthet.
Ungefähr 1090 Knaben lind Mäd
chen hatten sich gestern Vormittag zu
einer „Hanutkah"-Unterhaltg in
der „Talmud Torah-Halle" eingesim
deu. Tic Feier wurde von der Ta
men-Hiilssgcsellsckast des Institutes
veraustaitet und Frau M. L. Heudler
leitete die Arrangements. Ter histo
rische Ursprung des Festes wurde von
den Kinder durch ein Schanspiet
vorgeführt. Tie Kinder wurde am
Schluß der Feier mit Ziickcrweri und
Obst beschentt.
Tie Dämon-Gesellschaft, des .„Js
raelitischeu Obdaches imd Alten
bestns", Nr.. 111 118, AiSyiiith
Straße, gab gestern Nachmittag den
Insassen ei Hamilkah-Fest, in Cr
imicrnng der Besiegung der Perser
durch die Inden.
Ein qut".s Einreibemittel
sog in keinem woylrczulierle Hahält Men.
Tr. IMchtcr'S
rsrtut sich sei! e,n Jahren unler Deutschen aus d
aa„,n L'ctl grosser Beliebtheit.
Nur echt mit der Äliiker DHiivmorkr.
Vsc. und oac. in As-011-elen uni- direkt an
F. AU. Nicstlov L Mo.
V4.UO !v)a?higto Street, New HNri
(NovL.TLS-) (M
hinaufgcpilgeri war, stand an die Brü
stung dcrßallustrade gelehnt und blin
zelte in die blendende Morgenhelle.
Nun fiel sein Auge auf die beiden jun
gen Menschenkinder, die so früh aufge
brochen waren, um Rom zu begrüße.
Hochzeitsrcisende? Wohl kaum. Ein
Brautpaar? Lisa sah seinen lächelnden
Blick.
Mit der ihr eigenen herzlichen
Freundlichkeit redete sie ihn an und
erbat sich Auskunft. So manches schien
ihr verändert. Der Abbote gab gern
Bescheid, man kam ins Plaudern. Er
war Römer, aus alter Familie. Er
stunte über ihre Beherrschung der ita
lienischen Sprache und freute sich ihrer
Begeisterung. Lisa lud ihn ein, sie zu
besuchen.
„Wo nimmst du nur den Mut her,
einen wildfremden Priester anzuspre
chen und einzuladen?" fragte Fritz auf
dem Heimweg.
„Aber Junge," meinte Lisa halb la
chend, halb erstaunt, „auf der Reise
spreche ich alle Leute an, sonst könnte
ich ja zu Hause bleiben. Ich war so
froh, gerade einem Priester zu begeg
nen, mit denen muß man hier befreun
det sein, damit sie einen in die Ge
heimnisse aller Herrlichkeiten einfüh
ren. Ich war oft in Rom, aber von
diesen Sachen habe ich nur wenig ge
sehen."
„Lisa, Lisa, ich schieß mich doch noch
tot! Welche Frau wärst du für einen
Maler geworden!"
Aber Lisa hielt einen Vertonn an,
denn sie meinte, sie fiele um vor Hun
ger.
Man traf die anderen beim Früh
stück und hatte so viel zu plaudern,
daß Lord Hastfield gemeldet wurde,
noch che man einen Rundgang durch
die Zimmer gemacht hatte. Man
holte es jetzt nach, und Lisa dankte für
die herrlichen Blumen und die große
Aufmerksamkeit und Fürsorge. Dann
erzählte sie von ihrer neuen Bekannt
schast.
„Qh, da haben Sie es gut gcuos
seil, Signor Vstletri ist ein geistreicher
lrrr::::::::r:rrrrrnrr:r:::nu::rnr:u:rmnn:r rnru::uuu:uurur:rttrrrrr:urr:nrumu:r r
! 'st ttvertejicn. Aas Schönste j
ist Stiels standciselirte Siklierwaare.
Tellur iiesiiikiike au EterlinnMlier miinrn so liiitiq al siir XI. und Hl.k-ii gesaust !
werde. <>lroftkrc d schwerere Ltiiilc z ailcu Preist, je ach arm Icwichr.
Salat<oia!>cl Rase,imster: Ltcrlnia Teürrt.Mclsrr nd iabci Rase-
Mi,er, ri rci.tr,ldett etc- He) l! I,,,,sicr Dcsscr, R.'ciicr „,,k> >°-ti>ci,,, Tier- k,
schciil-Siuck Uueilltirr: ci i,„<.gezei„eteSjtieil,o>dt
stiltscr.i,iissel - . icisenniiiüi i - trschciis, SaU.' V,,ttc,,d R.csscr Xi i, 1
r SlrrlinakllK' eÜr wv,.,- - Duvend ein KI,. HaUw-r 1
rsailblitt-eiissei clir rci.tcnd?-, is!c ' " t
schenk! Ltcrl!„aMl>c>'i Llicss- 4 -,7 tiodrl siir sa,!r -'isschiiiit Slcr- t
o A-uster iinasUl-,! LNcss Ri'sc,,, Hy j
8 Uuchrn-Alrsscr-'-StvrNii- tze), -117 jler VVV >
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, Butier Mrsser - tsiii ichisosibürNcicL Sauer.Schiipsliisfkl - sln sclir nütz- l
8 aber crsrci,c„l>cS SicsAc,,!! lldp liwca trscheiil; ci ncsiUN H/I ;
Sterlings,: vLV.V cs Miifirr :
Verlangt seren illnstrirten Catalog.
!vritcll:igr o sluöwnrto bcs,,dcrc Rnsuirrklaiiilclt nrwidmct. Ctirsf-Silbkr kann >
nur in Siirii's Laden, Rr. 17, Rurd-eibrr,-Siras,c, ckaiist wcrdrn.
Wir rrxnrlrcn Siibrr. Unscrr SvrNaNlät: a!tc Srrvicr rrgänik ktk. 'Wir !
rcpnrirr ns piatiirc cu Srfkicld Warr, Poranichiaac carlir.
Lassen Sie sich die Sticff Prinzcsi-Mnstrr zeigen.
! Chr Ztikf ..j-slz-b- I
0 dt Ä***
Silberschrniede. 811 W.-German-Str. ii
Nadikatheiliiiig der Nervenschwäche.
Schwache, nervöse Personen, geplagt voiiHoffriiingSloiigkeit und
schlechten Träumen, erschöpscnden Ausflüssen, Brust-, Nacker'- und
Kopfschinerzen, Haarausfall, Abnahme des Gehörs und der
Katarrh, Magendrücken, Stuhlverstopfung, Müdigkeit, Errathen,
Zittern, Herzklopfen, Brustbeklemmung, Aengstlichkcit und Trübsinn
erfahren aus dem „Jugendfreund", wie olle Folgen jugendlicher Ver
irrungen gründlich in kürzester Zeit und Strukturen, Samenfluß,
PhimosiS, Krampfader- und Wajserbrnch nach einer völlig neuen Me
thode auf einen Schlag geheilt werden.
wiescs inlere,, >mk lehrreich? Puch (neucsie None), welche von Mm nl>
I, Monn und rem gelesen werden It-lUe, wird gegen Iniendun von L 8 üenl tn
rnwlrnacken versandt von der
Deutschen Privat-Klinik, 1.87 East 27. Str., New-Uork, N.-?).
' Man erwähne e „Äautmore Narre,vondcuw.
Abonnenten, die den „Deutschen Korrespondenten" nicht pünktlich oder
regelmäßig erhalte, sind gebeten, der Office davon per Telephon oder
schriftlich Mittheilung zu machen.
und gut unterrichteter Mann. Sie
werden viel Freude an dieser Bekannt
schaft haben. Er ist ein wenig mein
Better,wie ich denn mit der.Halden Ge
sellschaft in Nom verwandt oder ver
schwägert bin. Sie wissen, daß meine
Mutter eine Visero war?"
Ja, das wußte Lisa, und einen Au
genblick kam ihr die Versuchung, ihm
zu sagen, daß sie dies bedaure, da ihr
die Marchesa nicht sehr angenehm sei;
da aber fiel ihr Blick auf die blonde
Lola, und sie schwieg.
Nun dieß cs die Zeit ausnutzen
Wie harte der Dürnsteincr gesagt?
„Kniet euch tu die Kunst! Wer weiß,
wann ihr wieder nach Rom kommt."
Und Lisa war cs eine große Freude,
Lolo und Schnuff mit all den Herr
lichkeiten bekannt zu machen.
-x -- *
Da gerade Vollmand war, beschloß
man, nach dem Abendessen das Kolos
seum zu besuchen, und -fuhr in drei
Wagen hinaus, auch Bella und die
Marchesa hatten sich angeschlossen.
Die jungen Mädchen, besonders
Lola,, wurden munterer, als unver
hofft auch der junge Visero eintraf und
nun an Stelle der Miß mitgenommen
wurde.
Hastfield hatte es so einzurichten ge
wußt, daß er mit Lisa und Tante
Matchen in einem Magen fuhr. Aber
sobald sie am Kolosseum anlangten,
bot Fritz Lisa den Arm und ging nicht
wieder von ihrer Seite. Hastfield
quittierte lächelnd die eifersüchtige Re
gung des jungen Mannes, unk nä
herte sich Lisa an diesem Abend nicht
mehr. Er schien in heiterster Stim
mung zu sein und verschloß sich gegen
die Poesie, die der klare Mondschein
über die ewige Stadt und über daö
Herz der Beschauer goß.
Lisa hatc sich niedergesetzt, denn sie
tonnte die Schönheit der Mondnacht
nicht ertragen, ohne traurig zu Iwerden.
Eine verzwcifelteSehnsucht nach Hans
erfüllte ihr Herz.
„Ack, Fritz," klagte sie leise, „wenn
du Wüßtest, wie unglücklich und einsam
ich mich fühle! Versprich mir, daß du
bei solchen Ausflügen die Kinder be
gleiten willst! Es geht über meine
Kraft, zu lachen und zu schwatzen,
wenn ich so traurig bin."
Fritz drückte ihr die Hand. „Ver
laß dich aus mich und jetzt schmach
te doch den Mond nicht an, sieh, da
unten hält Hastfields Auto, Giacomo
bringt Proviant. Ich sag's ja, Sekt!
.VZclßt du auch, daß, wen der Mond
ui dön Schampus scheint, unsere Wün
sche sich erfüllen?"
„Ach, du goldener Kerl!" sagte Lisa
lachend, „lind ich habe doch ganz ver
gessen. daß ich keine Trübsal blasen
darf. Also komm, wir gehen zu Bella,
und sei nicht so brummig mit Hast
field."
„Laß die beiden doch in Frieden, sie
scheinen sich anzufreunden.''
Unterdes brachte der alte Giacomo
einen hübsch garnierten Korb mit klei
nen Brötchen, Früchten und anderen
Erfrischungen. Hastfield verließ Frau
von Krönten, um ihn selbst herumzu
reichen, während Giacomo die Sekt
flasche entkorkte..
Fritz erhob sich. „Ich trinke mein
Glas auf Lord Hastfields Wohl, des
liebenswürdigen Spenders dicserHerr
lichkeiken, die den Abend noch genuß
reicher gestalten. Und mit dem zwei
ten Glas" er hielt sein Glas hin
und ließ cs sich füllen „trinke ich
auf bas Wohc seines Landsmannes
William Shakespeare; ihm gebührt der
Ruhm, mir die Liebe zu den alten Rö
mern durch seinen Julius Cäsar bei
gebracht zu haben. Lord Hastfield,
William Shakespeare und Julius Cä
sar, sie leben hoch, hoch und noch ein
mal hoch!"
Der Vollmondzauber war gebro
chen. Fröhlich rückte man zusammen
und Hastfield erhielt noch manchesLvb
und manchen freundlichen Blick.
Fritz beschloß,einen ähnlichen Abend
für seine neuen Freunde und Kollegen,
die jungen Maler und Bildhauer ii
Kolosseuni, zu veranstalten.
' sFortsetzung folgt.).

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