OCR Interpretation


Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, February 04, 1917, Image 2

Image and text provided by University of Maryland, College Park, MD

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn83045081/1917-02-04/ed-1/seq-2/

What is OCR?


Thumbnail for 2

2
Diplomatischer Bruch bedeutet nicht Krieg; Wilson hofft, Deutschland werde das Schlimmste verhüten.
Krilikl! Krieg.
Bedeutet der diplomati
sche Bruch.
Zwischen den Ver. Staa
ten und Tentschland.
Derselbe kann aber als Ouvertüre zu
Feindseligkeiten ausgelegt wer
üt-n, - Tie Geschickte der Tiplo
niatie lehrt dies. Die Rechte
drr Deutsche,, in Amerika und der
Amerikaner in Deutschland noch
unverkümmcrt. Seine Segne
st ur oder Beschlagnahme privaten
Eigenthums jetzt zulässig - -Vor
schiedeue folgen des Bruches.
Washington. 8, Zebruor,
Der Bruch der diplomatischen Bezie
hungen mit Deutschland bedeutet
noch nicht Krieg, kann aber leicht da
zu fuhren. Es ist ein Akt des Pro
testes, der den Gebrauch der Nationen ,
charalterifirl, als eine „Mastnahme,
die dem eventuellen Krieg voraus
geht". '
Lre Gefahr, das; ei Krieg folgen
mag ist i der diplomatischen Ge
schichte der Welt-betont, Moderne
Zeiten haben keinen Punkt in den,
diplomatischen Bruch zwischen zwei
ersltchingen Mächten gezeigt, dem
nickn Feindseligkeiten folgten,
Tie Rechte der Teutschen in den
Vereniigten Staaten und der Ameri
kaner in Deutschland find durch die
Lösung der diplomatischen Beziehun
gen praktisch unberührt. Keine Ver
träge sind aufgehoben oder inöpendirt
sondern bleiben in voller Kraft und
Macht, wenn nicht die eine oder die
andere Negierung dieselben als un
gültig erklärt, was unter internatio
nalem Gebrauch allgemein eine Be
nachrichtigung von einen labr er
fordert.
Den sehe Contule in de Vereinig
ten Staaten und amerikanische Con
sule in Deutschland hakten' ihre Plätze
durch dia Sanktion der Verträge und
fahren fort, ihre amtlichen Handlun
gen auszuüben, arbeiten aber nicht
mehr nnier der Aiäfsicht diplomati
scher Beamter,
Ebensowenig findet ein Wechsel in
den Handelsbezieh,ingen statt, reiche
infolge des Krieges schon ' stark be
hindert sind. Einzelpersonen und
Corpora!ioncn mögen ihre gewöhn
lichen Geschäfie fortsetzen, vorausge
sein, das; sie nicht in Bannwaare Ge
schäfte betreiben, und sind verpflich
tet, ihren Verbindlichkeiten wie frü
her nachzukommen. Tie Gerichte
bleiben denselben für klagen offen,
nur haben dieselben keine direkte Ver
bindung nit ibrcir diplomatischen
Beamten. mögen fedoch
dnrc!, einen diplomatischen Vertreter
c!i er befreundeten Macht, der für die
lisierenen-Wasirnebmung der respck
tiven Negierung gewonnen wurde,
vertreten werden.
E> fall keine Segnest!- unter Ein
ziehung pripaten Eigentlmms in de
Vereinigten Staaten oder Deutsch
land stattfinden, dennoch kann es- un
ter gewissen Umständen zumGebranck
eingezogen werden,
C !n z i ehii n g der deutsch e n
ü j Schisse,
Die sünsnndneunzig oder mehr
deutsche Handelsschiffe, welche in
amerikanischen Häfen sei! Kriegsaus
bruch festliegen, können von den Ver
eittiateil Staaten gebraucht werden,
doch müssen die deutschen Eigenthü
wer entsprechend entschädigt werden.
Tiefe Schüfe, in den Häsen des ame
rikanischen Comments, Porto Nico
und den Insel des Süllen Oceans,
eilüchüejsiich der Plsiklivincn. be
stehen an - den beslbekai,nten Oeean
schioeu und haben einen Geiamuit-
Gehall vvii 029,887 Registertonnen.
Nur stn Zolle eines Krieges liegt die
Möglichkeit ihrer völligen Einziehung
nahe, und auch dann noch ist solches
Handeln für die Vereinigten Staaten
zweifelhaft, denn in den Weltgerich
tcn war die Unverletzlichkeit Privat-
Etzuntliums der führende Punkt,
Pen wird unter dem 'Genier Ver
trag und anderen bestellenden Spesicil-
Conventionen weiter befördert. Eben
so soll keine Behinderung der freien
Reisebewegungen zwischen de zwei
Ländern eintreten, mit Ausnahme
der festgesetzten Politik der Vereinig
te Staaten, keine Passe an Amerika
ner auszustellen, welche die Kriegs
zone zu besuchen wünschen, ansier es
liegen sehr wichtige Geschälte vor.
H)riKillent Dijons OotscluiK im len
Ter Präsident sagte in seiner Rede bor dem Hong res,:
„Meine Herren bvm Eangrcß Tie kaiserlich Trntsche Ne
gierung hat am lii. Januar dieser Negierung nd den Negierun
gen der- anderen neutralen Nationen angeküiidigr, daß sie am nd
nach dem 1. I-cbriiar dieses Jahres eine Politik mit Bezug ans
Benutzung der Unterseeboote gegen alle Schiffe, die durch gewisse
bestimmt abgegrenzte (Gebiete der hohen Lee passiern, annehmen
würde, ans welche Sir aufmerksam ; machen ich für meine un
zweifelhafte Pflicht halte.
Lasten Sie mich den Eongreß daran erinnern, dass am 8.
April lebten Wahres diese Negierung in Anbetracht der Versen
kling des Kanal-Tampfers „Lussrx", deck von einem deutschen
Unterseeboot ohne Warnung am 24. März in den Grund gebohrt
wurde, und in Anbetracht des dadurch entstandenen Verlustes des
Lebens mehrerer amerikanischen Bürger, welche ans dem ,Tam
pfer als Passagiere fuhren, eine Note an die kaiserlich deutsche
Negierung richtete, i welcher dir folgende Erklärung enthalten
war:
„„Wenn es noch immer der Ävrsab der deutschen Negierung
ist, einen rücksichtslosen und willkürlichen Krieg gegen Handels
schiffe hurch die Unterseeboote zu führen, ohne Nücksicht daraus,
was die Vereinigte Staaten Negierung als die heiligen nd un
bestreitbaren Ncgel des internationalen Gesetzes und als die
allgemein anerkannten Prinzipien der Humanität ansehen must,
dann ist dir Negierung der Vereinigten Staaten schliesslich zu
dem Schlüsse gezwungen, dass sie nur eine Kurs verfolgen kann.
Wenn nicht dir Kaiserliche Negierung sofort ein Aufgeben ihrer
gegenwärtigen Methoden der Submarinctricgführnng gegen
Passagier- und Irnchtdampfer erklärt, bleib der Negierung der
Vereinigten Staaten keine Wahl, sondern sie muss die diplomati
schen Beziehungen mit dem deutschen Nriche ganz abbrechen.""
,4 Erwiderung auf diese Erklärung gab die deutsche Negierung
dieser Negierung die folgende Versicherung:
„Tic deutsche Negierung ist bereit, ihr Möglichstes zu thun,
um dir Operationen für den Nest der Tauer des Krieges auf die
Ttrcitkräftc der Kriegführende z beschranken, damit gleichzei
tig dir Freiheit der Ser versichernd, ein Prinzip, i welchem die
deutsche Negierung fetzt wir zuvor mit den Ve'einigten Staaten
einer Meinung zn sein glaubt.
Tie deutsche Negierung benachrichtigt, von diesen Gedanken
geleitet, die Negierung der Vereinigten Staaten, das, die deut
schen Mariur-Strcitkrüste dir folgende Ordre erhalten haben:
Im Einklang mit den allgemeinen Bestimmungen der Turchsuch
ng nd Zerstörung von Handelsschiffen, die von dem internatio
nalcn Gesetz anerkannt sind, solle solche Schisse innerhalb und
außerhalb des als KriegSzone erklärten Areals nicht ohne vorhqr
grhendc Warnung nd ohne Nettuag der an Bord befindlichen
Personen versenkt werden, ausgenommen, falls diese Schiffe Wi
derstand leisten oder z entkommen suchen.
Aber neutrale Mächte können nicht erwarten, das Teutsch
land, welches für seine Existenz zu kämpfe gezwungen ist, um
des Interesses der Neutralen willen den Gebrauch einer wirk
samen Waffe beschränken soll, wen seine Icindei gestattet wird,
nach Belieben kricgfülirungsmcthvdcu anzuwenden, welche die
Regeln der nitrruntionnlru Gcsrbe verletzen.
Gin solches Verlangen würde mit dem Eharaktcr der Neu
tralität ttiivereiiibnr sei, nd die deutsche Negierung ist über
zeugt, dass die Negierung der Vereinigten Staaten nicht daran
denkt, ein solches Verlangen zu stellen, da sie weist, das die Negie
rung der Vereinigten Staaten wiederholt erklärt hat, das, sie ent
schlossen ist, das Prinzip der Freiheit der See aufrecht zu erhal
ten, von welcher Seite auch immer dasselbe verletzt werden mag.""
Ans diese Mittheilung erwiderte die Negierung der Verei
nigten Staaten am 8. Mai, indem sie die gegebenen Versicherun
gen annahm, aber hinzufügte: '
„Tie Negierung der Vereinigten Staaten erachtet cs als
nothwendig, zu sagen, das, sic es als wohl verstanden annimmt,
das: die deutsche Negierung nicht indirekt andenken will, dast die
Wahrung ihrer nr nugckündigten Politik in irgend einer Weise
von dem Kurs oder dem Nesnltnt der diplomntischrn Unterhand
lungen abhängt, die zwischen der amcrikanischci Negier,uig und
irgend cincck anderen kriegführenden Negierung gepflogen er
de, wenn auch gewisse Theile der Nokr drr Kaiserlichen Negie
rung eine solche Deutung zuzulassen scheinen. Um jedoch jedes
Missverständnis, zu vermeide, benachrichtigt die Nrgirning der
Verrinigtrn Stanir dir Kaiserliche Nrgirrnng, das, sie krincn
Augenblick die Anregung erwägen, geschweige denn diskutier
kann, das, die Beachtung der Nechtc onirrikanischci Bürger seitens
der deutschen Marine Strcitkräftr ans hoher See in irgend eine
Maste von der Hnlinng irgend rinn- and neu Negierung bezüglich
der Ncchtr von Neutrale nd Nicht-Eumbattanten ndhängig ge
macht werden sollten."
Auf diese Note vom K. Mai gl> die Kaiserlich deutsche Ne
gierung keinr Antwort.
Am 81. Januar am lrütcn Mittwoch übrrrrichte der
deutsche Botschafter dri Stants-Srkrrtär zusammen mit rinrr
Terejange ii eu . H ü r -
sorge enthoben.
füllt durch den Beuch
der Vereinign Staaten und Teutsch
laud ein fort. ES ist die-:' die
menschliche Fürsorge über das Wohl
ergehen von Soldaten in den Eicia
genen-Lagern ihter feinde und die
sz-ürsorge für Civil-Gefangene, die i
den Entente-Ländern internirt sind.
Tiefe grohc Aufgabe, welche von ame
rikanischen divlomatischen Vertretern
in England, in französischen ba
siern in Afrika nd in den russischen
Ladern, die sich bis in da? Eisfelder
Sibirien'S ausdehnen. niuh anderen
fänden anvertraut werden.
> Elleichfalls mich die Fürsorge der
britischen, französischen, russischen und
anderen allnrten Gefangenen in
Tentschland. Teslerreich-Ungarn und
der Türkei einer anderen Blacht über
antwortet werden. Tie fürsorgende
Hand der Vereinigten Staaten, wel
che für diese Männee sorgte, die ibr
Heim und freunde verloren babcn,
welche denselben VahrnngSmittel.
Medizin und Aufmunterung in ibrer
isolirten Lage wird zurückge
zogen. Jemand 'anders ins; die
Sache der Menschlichkeit zu Laude
übernehmen, während die Vereinig
ten Staaten durch Lösung der divlo
malischeil Beziehungen mit Teutsch
land gegen die Verletzung der Mensch
lichkeit zur Lee protcsnrl.
Ter Teutsche Cvrrcspoudcnk, Baltimore, Md., Sonntag, den 4. Ichruar 1917.
frühere Aalte der Lösung dipko
! atcscher Beziehungecc wird in der
! modernen Geschichte nur zwischen
kleineren Nationen und zwischen erst
klassigen und kleineren Mächten ge
funden. Tie Vereinigten Staaten
suöpeudirten die diplomatischen Be
ziehungen mit Mexiko, welche erst
kürzlich wieder ausgenommen wur
den, Tiktator gelang richtete zwei
Amerikaner bin. woraus die diploma
tische Beziehung mit'Nicaragua ge
! log wurde.
! Unter Präsident Adaui? verlangte
! der amerilani'che Oleschästoträger in
! Nio, Brasilien, seine st-ässe und kehrte
nach Amerika zurüll. da er die Be
schlagnahme zweier amerikanischer
Schisse durch brasilianische Kreuzer,
die eine Blotade ctablirt hatten, nicht
sür gerechtfertigt hielt. Präsidrnk
Ada- batst' uichl-5 gegen die Hand
lung deo Geschästoträjzer? einzinven
de,n, doch e> kiärte "Brasilien, dasz die
-Handlung de-:- Geschäftsträger? unge
rechtfertigt >var, und wurden die Be
ziehungen später wieder ausgenoui
! men.
Unter Präsident Buchanan wurde
die Verbindung mit Mexiko ssst- ei
j nigc ,'h'it gelösl.
England suopendirte die diploi-ia
tücheu Beziehungen mit Venezuela
für tli Aalu-v. von 1887 bio 1807.
.und suspendirte die Verbindungen
mit Serbien von lOOst bst- 1000. al?
formellen Note ein Memorandum, welches die nachstehende Er
klärung enthielt:
„Tie kaiserliche Negicriziig zweifelt dnlnr nicht dann, dass
dir Negierung der Vereinigten Staaten die Situation verstehen
wird, welche auf diese Weise Deutschland durch die brutalen
Kricgführnngsmethoden und durch ihren Plan, die Centralmächte
zu vernichten, aufgczwungen wurde, und das, die Negierung der
Vereinigten Staaten weiter einsehen wild, das, dir jetzt offen an
gekündigte Absicht de- Ciltenlc-Alliirleii Tentschlnnd die -Han
delsfreiheit wiedergietit, welche es sich in seiner Note an die
Vereinigten Staaten vvin 4. Mai 1911 vorbehielt.
Unter diesen Umständen wird Triitschlaiid den uiigesctzlichrn
Maßnahmen seiner Zeiude dadurch begegnen, daß es nach dem
1. I-ebrnnr 1917 in einer Zone um Großbritannien, Irankreich,
Italien und im östlichen Mittelmcer alle Schiffahrt rinschlirß
lich der der Neutrale von und nach England und von und
ach srrantrcich mit Gewalt verhindert. Alt.- innerhalb dieser
Zone getroffenen Schisse werden versenkt werden.
Ich nehme au, daß Sir i Anbetracht dieser Erklärung, wel
che plötzlich rind ohne vorherige Andeutung die feierlichen Ver
sicherungen widerruft, dir in der Note der Kaiserlichen Negierung
vvin 4. Mai gegeben wurden, mit mir dahin üblrcinstimmc wer
drn, daß diese Negierung keine Alternative hat, die sich mit drr
Würde und Ehre der Vereinigten Staate vereine ließe, son
dern gezwungen ist, de Kurs z ergreifen, welchen diese Negie
rung in ihrer Note vom IK. April 1919 in Aussicht stellte für
den I-nll, daß die deutsche Negierung sich nicht bereit erkläre
würde, die Methoden der Siibmaiiiiclriegsühruiig aufzugeben,
ivrlchc sie damals anwandte, und zn welchen sie jetzt wieder ziirück
zugreifen plant.
Ich habe daher de Staats-Sekretär angewiesen, Seiner
Excellenz den dcutichen Botschafter anzukündigen, daß alle diplo
matischen Beziehungen zwischen de Vereinigten Staaten nd
dem deutschen Neichc abgebrochen sind, und daß der amerikanische
Botschafter in Berlin sofort zurückberufen Weeden wird, nd im
Einklang mit dieser Entscheidung Seiner Excellenz seinen Paß
auszuhändigen.
Trotz dieser unerwarteten Handlung der deutschen Negie
rung, trotz dieses plötzlichen und höchst bcdnnrriiswertheii Wider
rufs ihrer Versicherungen, die dieser Negierung in einem der
kritischsten Augenblicke der Spannung zwischen de beiden Ne
gierungen gegeben wurden, weigere ich mich, zu glauben, daß es
die Absicht der deiitjchen Antontätc ist, thatsächlich das z thu,
uns sir ihrer Warnung nach z thun sich berechtigt fühlen. Ich
kann mich nicht dazu bringen, z glauben, duß die deutschen An
toritätcn wirklich keine Nücksicht nehmen werden ans dir alte
Ireiindschaft zwischen ihrem Volke nd dem oascren und auf die
heiligen Verpflichtungen, welche zwischen diese niiogctnuscht
wurde, und gewillt sei sollten, amerikanische Schisse z zer
stören nd amerikanische Leben zu vernichten in der rücksichtslosen
Verfolgung des Marine-Programms, das sic ihrer Ankündigung
nach annehmen wollen. Nur wirtliche Handlnngen dieser Art
können selbst jetzt mich dazu bringen, dies zn glauben.
Wenn sich dieses mein festes Vertrauen in die Nüchternheit
und die Weisheit der denkschen Autoritäten unglücklicher Weise
als ungerechtfertigt erweisen sollte; wenn amerikanische Schiffe
und ninerikanischcs Leben thatsächlich durch die deutschen Schifss-
Cvmmandanten in kopfloser Nichtachtung der gerechten und per
nünstigen Auslegungen des internationale Gesetzes und der kla
ren Gebote der Humanität geopfert werden sollte, so werde ich
mir die Ireiheit nehmen, wieder vor de Congrcß z treten und
mir die Aurvrikäk zu erbitten, alle Mittel zu benutzen, welche nö
thig sein mögen, im liiere Seeleute nd unsere Bürger bri der
Alisüoiing ihrer friedliche „nd legitimen Geschäfte auf hoher
Ter zu schütze. Ich nehme es als sicher an, daß alle neutrale
Regierungen denselben Kicks einschlage werden.
Wir wünsche keine Evnslitt mit der kaiserlich deutschen
Negierung. Wir sind die niiirichtige Irrniidc des deutsche Vol
kes, und wir hegen den ernste Wunsch, nit de Negierung, die
für das deutsche Volk spricht, i Iricde z bleiben. Wir wer
den nicht glauben, das, Tentschlnnd uns frindliih gesinnt ist, bis
vir gezwungen sind, dies z glaube; und vir bezwecken ichtr
wcitcr als vic nugemest'riir Vertheidigung der nnzweifrlhaften
Rechte iseres Volkes.
Wir wüüschcn leine selbstiüchtigc Zwecke zu dienen. Wir
suchen lediglich, treu in Work nd That nn de unsterbliche
Prinzipien „icseres Volkes festzuhalten, welche ich erst vor zwei
Monaten in meiner Rede vor dem Senat aus ,drücken versuchte,
lediglich unser Recht auf Ireihrit und Gerechtigkeit und rin
unhelästigtcs Lebe zu sichern. Das sind die I-undamrnkr des
Iricdciis, ichl des Krieges. Gott gebe, daß wir nicht durch Hand
lungen willkürlicher Ungerechtigkeit seitens der deutschen Regie
rung dazu herausgefordert werden möge, dieselben zu verthei
digen."
Aohze der Ernuj'rdung dec- .Uänig-:-
Alexander und der Xkoaigin Traga,
Aul gerngen auö dem
B r „ ch.
Dem Bruch der diplomatischen Be
ziehungen können moglichenveise an-
dere "Masznavineu, genannt „im
freundliche Blaszuahmen zur ?lb- i
hülfe", welche als „Mastnahmen be
trachtet 'erden, die aber noch keine
Xkritg bedeuten", folgen, Tiefe Masz> >
nahmen zur Abhülfe mögen Wieder- !
Vergeltung, Gegenmaszregel, > unge-
hinderten Verkehr und Ausstellung i
van Truppen cinschlieszcn, und den
noch braucht kein Kriegszustand zu
bestehen, Ec- sind Vorgänger dieier
verschiedenen Arten imd Bedeutun
gen solcher Handlungsweisen verhau
den,
Am 1870 antarisirte Präsi
dent Kraut den Eongresz, die Ueber
seudung Vau Waaren unter Zöllner
schlich nach chanada zu snSpendiren.
als eine düsterste Masinahme, nru ka
nadischen schissen den Anst'ntbalt in
amerikanischen Gewässern zu verbie
ten, weile der Haltung Canada'"
gegenüber amerikanischen Suchern.
Ein Embargo auf Schisse oder Ex
port ist legitim. Ter Eyngrcs; legte z
solche EmbardoS in den Jahren vor
dein Xiriege von >Bl2 aus-den Handel
mit England und Arankreich. Tieie
Embargo? verhinderten amerikani
sche Schüfe daran, Waare nach den
betrosfencn Ländern zu bringe.
Groszbritannien erklärte im Aahrc
1800 ein Embargo aus holländische
Schiffe in britischeir Häsen.
TieMacht d e S E o n g r e s s e S.
i Ter Eongres; kann durch Gesehge
ib-ing den Handel zwischen Teutsch-
I land und den Vereinigten Staaten
§ verbiete: doch da der Krieg den
i Handel soivieso schon auf ein Mini
! niuni beschränkt hat, so ivird die Wir
! fung kaum fühlbar sein. Solche Ge
i 'ehe wurden gegen Gros.brilaunlen
i und Arankreich in den ,I>vi
scheu 1708 icnd 180! Passirt,
Mehr al-5 hundert Mal seit dem
Aabre 1700 is, Krieg begonnen wor
den, ehe eine .Kriegserklärung er
folgte, Nur zn'öll Mal in den 210
Aahre ist eine Kriegserklärung er
folgt, ehe die Aeuidsetigkeiten began
nen. Ter lohte derartige Aalt ereig
nete sich, als als Eiuteituug z dem
japanisch-russischen .Kriege Admiral
Togo eine russische A>vtte angriff.
Nusstand be'chwerte sich über diese
überraschende aggressive Handlung,
aber Aapan wies daraus hin. das; e?
Ausstand benachrichtigt habe, das; ec
! die diplomatischen Beziehungen ab
breche und sich „alle nothwendigen
Handlungen vorbehalte".
Tie Haager Convention von 1007
nahn, auf diesen stnstand Nücksicht n,
sJortstchiuig siehe st. Seite.)
"Housatollik."
Ein amerikanischer
Dampfer versenkt.
Angeblich bei den Scilly
Inseln torpedier worden.
Deutschland schwächt die Gefahrzone!
im Interesse der niederländischen
und dänischen Schiffahrt ab.
„U-07" bringt zwei Tampser zur
Strecke, Erplösion ans einem
russischen Eisbrecher im Hasen
von Archangel. Oesterreicher
beschädigen das Schiss „Himala
>)a", Strenge Bewachung deut
scher Schisse,
London, 8. Zebruar. Ter
amerikanische Tampser „Hcmsatoinc"
ist angeblich von einem deutschen
Tauchboot versenkt worden. Cs wird
geglaubt, dast der Dampfer in der
Nähe der SeiUy-Inseln torpedirt
l wurde,
! (Ter Tampser „Hausatonic" fuhr
am (>. Januar von Galvcston, und
am Ul. Januar van Newport News
nach London ab, und hatte l 11,200
Büschel Weizen an Bord. Ter Tam
vfer war früher die „Georgia", von
§ der Hambnrg-Ainerita-Linic: er wnr
de im April 1!II7> in amerikanische
Schiffsregister übernommen. Vor
dieser Zeit war er seit Beginn des
Krieges in New Orleans detinirt
worden. Es wurde alsdann be
kannt gegeben, dast der Tampser am
29, März für den Preis von PBk>,ooo
von der Housatonic - Tainpfschifs
salirts Gesellschaft, Edward Zf, Geer,
ans New Nork, Präsident, übernom
men wurde,
Tie „Housatonic" war 8118 Reg!
slertoiiucn grast, und wurde im lah
re 1990 i„ Glasgow gebaut. Tie
Länge betrug LN Jus; und die Brei
te 10 Zins;, sowie der Tiefgang 20
Anst.
Zn dem Galvestoner-Bureau der
Texas-Transpart und Terminal-Co.,
Agenten für die „Housatonic" wurde
gejagt, dast fick ungefähr lk> Ameri
kaner unter, der Besatzung befanden
und 21 anderer Nationalitäten.
Wie aus London berichtet wird,
wurde die Housatonic" zur Mittags
zeit torpedirt. Alle Offiziere und
Mitglieder der Mannschaft wurde
durch ein britisches arnürtes Schiff
gerettet.
Blockade Zone geändert.
Berlin, 8. Zebr,. via London.
Tie folgende Betaniitmachuug wur
de heute offiziell erlassen:
„Tie östliche Grenze der Blockade-
Zone um England herum wurde wie
folgt geändert:
Tie Grenzlinie läuft jetzt von dem
! Punkt .02 Grad 80 Minuten nördli
cher Brcitcgrad, 4 Grad östlicher
Längegrad, durch den Puutt, 5;
Grad nördlicher Breitengrad, I Grad
östlicher Längengrad, z dem Puutt
Gl Grad nördlicher Breitengrad, !
Grad .">0 Minuten östlicher Längen
grad. Sonst bleibt die Linie wie be
reits angegeven, bestellen.
Ter Grund der ?lendcrnng der
Blsckeide Zone ist der, zmnnsig Mei
len weiter von der Küste des Theiles
der östlichen Grenze der blockirte
Zone, welche cm der nordöstlichen
holländischen ndSchleSivig-Holskein
schen Küste liebst abzurücken, Dieses
Hiebt der dänischen Schiffahrt eine
größere Bewegungsfrciheit nach dem
attantischeir Ozean durch den östlichen
Theil der Nordsee.
Holland wartet noch ab.
N otterda in, !i. lebr. Tie
Modisizirung der deutschen Blokade-
Linie wurde heute Morgen bekannt
gemacht. Tiese Zone, welche westlich
der dänischen Küste. einen zwansig
Bkeilen breiten .Koncil an dem eng
sten Punkt für neutrale Schiffahrt
Zwischen der britischen und deutschen
Gesichrzoiie offen lässt, wird nicht,
wie die Assoeiirte Presse benachrich
tigt wurde, zur sofortigen Ausnahme
de-:- holländischen Ozeans-Verkehrs
führen, Tiejes trifft auf Passagier
schisse zu, bis die bolle Goroiitie für
deren Sicherheit gegeben ist.
Vertreter der Holland Amerika-Li
nie erklärten, das; die frühe Abfahrt
der „Nicnw-Amstcrdam" nicht inlro
ge steht, aber das; noch keine Entschej.
düngen bezüglich der Abfahrt bau
Irochlschisien getroffen sind.
~Il 07" thätig.
Madrid,:; Iclu,, pio London, —
Ter st'aiiischeTampser „Bntron" und
der griechische Tampser „Elelon"
wurden durch das deutsche Untersee
boot „U-67" torpedirt und versenkt.
Zwei Spanier ertranken auf der un
tergegangeueii „Butron". Ter Rest
der Mannschaft beider Fahrzeuge
wurde gelandet.
Zehn Manu ertrunken.
London, 8, Jede. Zehn Mit
glieder der Besatzung des britischen
Dampfers „Esseuite", der bereits
früher als versenkt gemeldet wurde,
ertranken, wie heute die Llopd-
SchifsahrtL-Ageutur mittheilt. Ter
Capitän und zwei Mann der Besa
tzung wurden gelandet.
„Himalaya" allster Betrieb
gesetzt.
N e w )h o r k, 8. Hebe, Tie Po
lizei wurde heute benachrichtigt, das;
sofort nach dem Bekanntwerden des
Bruches der diplomatischen Beziehun
gen mit Deutschland der österreichi
sche sZrachldampscr „Hiinalatza", der
in der Newark Bari, eine Austciiha
sen des New ?)orker-Hafens liegt, all
ster Betrieb gesetzt wurde. T-cc Be
richt besagt, das; Ventile und andere
Theile der Maschinen durch Art-
und SchrcmbenschlüsseUnebe demvlirt
wurden.
Ter Bericht wurde später von an
torativcr Ouelle bestätigt.
Explosion aus Eisbrecher.
Pe 1 erSburg, 8. lebr. —An
Bord des russischen Eisbrechers
„Tsckn'lioilSkiue fand, während der
Tampser im Hasen van Anchangel
lag, eine Explosion statt, wie ein os
! fizieller Bericht von heute besagt. Es
! nsird angenommen, das; Personen
ihr Leben verloren. Dreihundert und
vieriindvierzig Personen wurden ver
letzt. darunter l>!> schwer. Verschie
dene Theile der Wersre singen Zeucc
nd wurde eine Anzahl Gebäude be
schädigt.
Angeblicher K o h l c n in a n
gel.
N e w? 1 o r I. 8, lebr. Tie Zn
lernational Merkantile Mariiic-Gc
si'llschast gab heute bekannt, das; die
Abfahrt des Dampfers „St. Louis"
von heute Mittag aus Sonntag Mit
tag verschoben worden sei, da nicht
genügend kohlen an Bord sind. Tie,
Belanntiuachimg erfolgte, ehe die
Nachricht von dem Bruch der dipl
omatischen Beziehungen eintraf. Tie
Beamten der Dampsergescllschast er
klärten jedoch, das; die „St. Louis"
bestimmt morgen i Sec stechen wird,
wenn nicht andere Befehle aus Wash
ington eintreffen, '
Britc'n - Kreuzer gesichtet.
New Vor k, 8. Zjcbr. Wie Of
fiziere des amerikanischen Dampfers
„Amazonia," welcher heute im Ha
sen eingelaufen ist. berichten, wurde
ans der Höhe von Montauk Point ein
britischer Kreuzer vom „Essex"-TtzP
gesichtet. Sein Name war nicht fest
zustellen.
i . Tic „Amazonia" und andere ein
laufende Schisse trugen eine Eiskru
ste.-
Polizisten zur Bewachung.
Bosto n. Mass., 8. ssebr, Ein
hundert und ucun Polizisten unter
dem Befehl des Superintendenten
wurden heute Nachmittag als Tepu
ti-Marschälle eingeschworcii und zur
Wassersront beordert, um Wachdienst
an dem Pier zu versehen, an welchem
sechs deutsche Schisse liegen.
Lief auf in e.
New ?lork, 8. Zebr, Tie
„Oucbcc", ein Passagierschilf, welches
zwischen Zraiitreich und West-Indicn
verkehrt, sank, nachdem es auf eine
Mine lies. Tie iranzösische Gesetl
schäst, welche Eigeiithümerin des
Dampfers ist, machte dieses heute bc
kannk, Tie Nachricht kam von den
französischen Beamten in Frankreich
per Kabelgramm, enthielt aber keine
Einzelheiten.
Strenge Bcm ach u n g.
Philadel p h i a, 8. Zebr, —Ter
Lcaguc Island Schisfsbaiihof bot
heute einen triegerischen Anblik,
Nachdem gestern an Bord der
Schisse eine sieberhaste Thätigkeit ge
herrscht hatte, wurde der Zutritt zum
Schifssbauhof untersagt, die Leute,
die Urlaub hatten, wurden zurückge
rufen. die Posten an den Tboren
wurden verdreifacht und die Werk
stätten. Schisse und Skrasten im
Schisssbauhosc unter strenge Bewa
chung gestellt.
„H ndso n M a r u" n a ch N e w
A o r t.
Pernambuco. Brasilien. 8.
lebr. --- Ter japanische Dampfer
„Hudson Mari," ist gestern nach New
Hort in Sec gegangen.
Das Schiff brachte die erste be
stimmte Kunde von dem deutschen
Scejägcr. als es am 17. Januar mit
287 Seeleuten versenkter Tampser
hier ankam. Zuerst wurde die „Hud
son Maru" als eine dciusche Prise im'
Hm'eu zurückgehalten, doch später
wieder freigegeben, weil keine denk
iche Pri,'(-Mannschaft an Bord war.

xml | txt