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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, February 20, 1917, Image 2

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2
Sehr mager.
Die Allürten Tages
berichte.
Auf keiner Front größere
Ereignisse.
Nur die Briten wollen in Mesopota
mien wieder einen Sieg über die
Türken erstritten Haben. Nah
men angeblich am Tigris zwei
türkische Linien. Nur unbe
deutende -Operationen auf der
Westfront. Ruhe auf italieni
schem Schauplatz.
London, 10. Februar. Bri
tische Truppen gingen Samstag Nach
mittag am linken Ufer des Tigris
zum Angriff auf türkische Stellungen
vor und besetzte, dein offiziellen Be
richte nach, zwei türkische Früiitlinien
in einer Länge von 250 Aards und
510 chards. Durch türkische Gegen
angriffe wurden sie wieder hinaus
geworfen.
Der offizielle Bericht lautet:
„Au, Samstag Nachmittag wurde
ein Sturmangriff aus die -Saiinaiyat-
Stellung am linken User des Tigris
unternommen und zwei Frontlinien
des Feindes in einer Länge bon 250
5-10 Pards besetzt.
Zwei mächtige türkische Gegenan
griffe wurden unternommen. Ter
erste eine Stunde und der zweite
anderthalb Stunden nachdem wir
Besitz genommen hatten. Ter erste
Angriff wurde abgclviesen, aber der
zweite war theilweise erfolgreich.
Durch ihn wurde unsere Rechte zu
rück nach ihren ursprünglichen Stel
lungen gedrängt, unsere Linke jedoch
hielt sich bis Sonnenuntergang und
wurde daun unter Deckung unseres
Sperrfeuers zurückgezogen.
Am linken Ufer des Tigris, west
lich von -Shumrau. wurden weitere
Fortschritte gemacht.
Der französische Bericht.
Par i s, 10. Februar. Der
folgende offizielle Bericht wurde heute
ausgegeben:
„Patrouillen waren in der Gegend
von Barnhaupk Le Haute thätig.
Sonstwo war die Nacht ruhig.
Am -Samstag Abend überflog ein
Zeppelin die französische Küste im
Departement Pas de Calais bis in
die Umgebung von Bonlogne nnd
warf Bomben ab, ohne Schaden zu
stiften."
Das französische Abend-
Bulletin.
P aris, 10. Februar. Ter offi
zielle Bericht des Ki-iegsamtes bon
heute Abend lautet, wie folgt:
„Ein heftiger Artillerie - Kamps
fand in den Abschnitte bon Avon
court, Eote du Poivre und Bezovaur
aus beiden Seiten statt. Unsere Bat
teriee beschossen mit gutem Erfolge
die Stellungen der Teutschen nörd
lich von Tamloiip.
Bei eiiiei Ueberraschuligs-Aiigrisf
ans den Bärenkopf nördlich von
Münster im Elsaß machten wir zehn
Gefangene."
Das N e est e von der Br i
tensro n t.
London, 10. Februar. Nach
dem offiziellen Bericht aus dem briti
schen Hauptguartier in Frankreich
machten die Engländer einen erfolg
reichen Nacht-Angriff östlich von Sou
chcz. Ein deutscher Miiienschacht wur
de in die Lust gesprengt und verschie
dene Unterstände vernichtet, wobei ei
nige Gefangene in die Hände der
Briten siele. Außer der regelmäßi
gen Arlillern'-Thätigkeit auf Heiden
Seiten ist nichts Besonderes zu mel
den."
Ter italienische Beri ch t.
Nom. via London, 10. Februar.
- Offiziell wird berichtet: „An der
ganzen Front herrschte der übliche
FeneranSivechsel nnd nnoedeilteiide
Plänkeleien. Wir machten etliche
'Gefangene."
Der russisch e Beri ch t.
Peters b i, rg: via London, <O.
Februar, Mit Ausnahme von
Kundschafter - Unternehmungen, war
die Thätigkeit, dem offiziellen Be
richte nach, an allen Fronten fast ein
gestellt. Der Bericht lautet:
„Westfront.— Am Samstag Abend
entwickelte der Feind vier Gaswellen
gegen unsere Stellungen in der von
Tiibatovka, südlich vom Wisheneii-
See.
Rumänische „nh kaukasische Fron
ten. Es sind Kundschaster-Uiiter
'lehmungen und Infanterie-Feuer im
Gange."
Euntriikk für Minne-Geschusse.
Washington, 10. Februar. -
Eontrakte für Marine-Geschosse, die
zuerst an Hadsields, Limited, in Eng
land gegeben waren, wurden heute
Glänzende Waffenthaten.
Leisteten die Teutschen in der kiirz
lichen erfolgreichen Offensive in
der Ehanipagnt. Was der
Militär Kritiker der „Uebersee
Nachrichten-Agentur" über diese
Operationen sagt. Berluste der
Franzosen sehr schwer.
Berlin, 16. Februar, drahtlos
nach Tahville, 10. Februar. Nä
here Einzelnheiten über den erfolg
reichen Angriff, den die Teutschen am
,13. Februar in der Champagne ge
gen die französischen Linien unter
nahmen, werden heute von dem Mi
litär-Kritiker der „Uebersee Nachrich
ten - Agentur" gegeben. Derselbe
schreibt:
„Tie Kämpfe südlich von Ripont
spielten sich ans demselben Boden ab,
ans dem General losfre im Herbst
1015 Tausende französischer Solda
ten in fruchtlosem Angriff opferte.
Durch einen kühne, wuchtigen Vor
stoß trieben die Teutschen am 15.
Februar die Franzosen am Hügel
185 aus einem Schützengraben-Sy
stem, das fast ein Kilometer tief und
mehr als 2'P Kilometer breit war
ein Svsten,, das die Franzosen seit
dem 25. September 1015 unnnter
brachen behauptet und nach den mo
dernsten Methoden befestigt hatten.
Tie Franzosen büßten außer großen
Verlusten an Gefangenen, Todten
und Verwundeten auch wichtige Be
obachtungs-Punkte ein.
Bei Tagesanbruch eröffneten die
deutschen Geschütze das Feuer aus die
französischen Werke, wobei ihnen die
deutschen Flieger und Beobachter bei
dem klaren Wetter gute Dienste lei
sten konnten.
In kurzer Zeit waren die franzö
sischen Gräben zerstört und die feind
liche Artillerie zum Schweige ge
bracht. Die Drahtverhaue waren
durch das Feuer aus dem Wege ge
schasst, die Unterstände waren durch
die schweren Geschosse unbrauchbar
gemacht und das ganze Graben-Sy
slem war gänzlich demolirt.
Im gegebenen Moment stürmten
die deutsche Truppen aus ihren
Schützengräben hervor und drangen
in unwiderstehlichem Ansturm vor
wärts, wobei vier Linien der franzö
sischm Stellung in unsere Hände fie
len. An mehreren Punkte kam.-es
zu hartnäckigen Kämpfen mit Ge
wehren, Handgranaten und Seiten
gewehren. Von dem Haupt-Trup
penkörper abgeschnitten, durch das
verheerende deutsche Feuer dezimirt
und in den Schützengräben und Un
terständen begraben, mußten die
Franzosen sich in Gruppen ergeben.
Die deutschen Verluste waren sehr
gering, dank der ungemein vorsichti
gen und erfolgreichen Artillerie-Bor
bereitnng.
Französische Gegenangriffe, welche
am Abend und am nächsten Morgen
unternommen wurde, um die ver
lorencn Stellungen zurückzuerobern,
brachen zusammen und trugen dem
Feinde weitere schwere Verluste ein."
mit der „Midvale Steel Eo.", der
„Washington Steel and Ordnance
Eo." und der „Crucible Steel Eo."
abgeschlossen.
Hadsields wurde von der britischen
Negierung an der Annahme eines
ContrakteS für > 100 Geschosse, wel
cher ihr vom Marine-Departement
zu einem bedeutend geringeren Preise
Pro Geschoß und unter schnellerer Ab
liefern, als amerikanische Angebote
vorsahen, übertragen worden war,
verhindert. Die Uebertragung der
Eontrakte an die drei amerikanischen
Firmen beendigt eine Eontroverse
zwischen dem Marine Departemmit
und amerikanischen Mniiitions-Fa
brisanten. Vertreter dieser und das
Departement einigten sich ans einen
Preis von P5OO Pro Geschoß. Dieser
Preis übertrifft zwar den früherer
Jahre, beträgt aber immerhin noch
P 117.500 ineniger, als der frühere
von den drei amerikanischen Firmen
gestellte Gesammtbetrag.
Tie den amerikanischen Firmen
übertragenen Eontrakte belaufen sich
aus l 1,200 l 1-zöllige, Panzer durch
schlagende Geschosse. Tie Gesellschaf,
ten verpflichteten sich zur Ablieferung
in verkürztem Zeitraume. Die „Mid
vale Steel Eo." wird 5000, die
„Erucible Steel Eo." 5000 und die
„Washington Lrteel and Ordnance
Co." 1200 Geschosse liefern.
Die Post hilft?
W ashi i, gta n, 19. Februar.—
Tie Postbehörden suchen, soweit dies
möglich ist. die durch das Embargo
der Eisenbahnen geschaffene schlimme
Lage zu erleichtern. Die Beförde
rung von Nahrungsmittel per
Packetpost hat gewaltig zugenommen,
und Postmeister Chance wird diese
Woche den 80,000 Haushaltungen in
Hashington Listen voik benachbarten
Farmern zustellen lassen, die bereit
sind. Lebensmittel per Packetpost zu
versenden. Es wird angeregt, daß
dies auch in anderen Städten nachge
ahmt werde.
Der Teutsche Korrespondent, Baltimore, Md., Dienstag, den.36. Fedrnar 1917.
Ans der Ostfront.
Russen versuchten, Mineilstollen un
ter die deutschen Stellungen nahe
Zborow, Galizien, zu legen. —-
Dentschcr Sturmangriff verei
telte ihr Unternehmen.. — Teut
sche machen 200 Gefangene.
Zwei Minenwerfer erbeutet.
iDmlilloS mich SnlivNle.)
Berlin, 10. Februar. Tie
„Uebersee Nachrichten-Agentur" sagt:
„Ein russischer Versuch, Minenstol
len unter unsere Stellungen nahe
Zborow, Galizien, anzulegen, wurde
durch einen unerwarteten Sturman
griff von unserer Seite vereitelt, bei
welchem diese durch unsere Truppen
zur Explosion gebracht wurden.
Tie Abtheilungen, welche zum
-Sturm angesetzt waren, bestanden
aus Freiwilligen, und es hatten sich
sür dieses gefährliche Unternehmen
viel mehr Leute gemeldet, als noth
wendig waren.-
Nach anderhalb Stunden Vorbe
reitung von Seiten unserer Artillerie
wurde am Nachmittag des I I. Fe
bruar der Angriff gegen die feind
lichen Stellungen niiterlioininen nnd
ein 000 Meter breites -Gelände den
Russen mit ausgepflanztem Seitenge
wehr abgenommen.
Dann drangen unsere Truppen bis
in die zweite Stellung des Feindes
vor. Wir nahmen die gestimmte
Garnison im ersten Graben gefan
gen, weil dieselbe in Folge unserer
Artillerie-Thätigkeit aus denijelbeii
nicht entfliehe tonnte.
Patrouillen von Minensuchern,
welche unserer Infanterie gefolgt wa
ren, sande fünf Milienstollen im
-eroberten Gebiete. Einer derselben
in der Länge von 100 Metern war
bereits bis unter unsere Stellungen
durchgeführt und zur Explosion fer
tig gemacht.
Vier andere, ungefähr 25 Meter
lang, wurden von uns zerstört. Der
lange Stollen konnte erst nach fünf
stündiger Arbeit schadlos gemacht
werde, lind mußten unsere Truppen
die zweite Stellung des Feindes ge
gen die heftigsten Angriffe von gro
ßen scindlichen Ttreitträften während
dieser Zeit halte. Gegen Abend erst
konnte die Stellung geräumt werden,
und es wurden 5 Offiziere nnd 295
Mann gefangen genommen nnd 2
Miiiemverfer erbeutet."
Roch nicht voUftnndig erfüllt.
Tie in dem Eliteiite-lUtimatiim an
Griechenland enthaltenen Forde
rungen. So erklären die Al
lürteii-Gesaiidlschasten in Athen.
Daher die Fortsetzung der
Blockade Griechcnland's.
London, 10. Februar. Tie
französische, britische und russische Ge
sandtschasten in Athen haben eine
Erklärung erlassen, welche die Gründe
erläutert, ans denen die Blockade
Griechenland's fortgesetzt wird. Dirs
besagt eine „Exchange Telegragh"-
Tepesche ans der griechischen Haupt
stadt.
Ter Hauptgrund ist nach der Er
klärung der, daß die Verlangen des
Entente-llltimatiimS an die griechi
sche Negiernligs, besonders mit Be
zug ans die Ablieferung der Massen,
och nicht vollständig erfüllt worden
seien.
Griechenland leidet unter
-E n t c n t e - B l o ck a d e.
W a shingto n, I!>. Februar.
Weitere Berichte über die Leiden in
Griechenland, verursacht durch die
Blockade der Entente, wurden heute
dem Staatsdepartement durch die
griechische Gesaiidtschafr unterbreitet.
Es wurden Fälle von Hnngerstod
ans verschiedenen Provinzen mifge
zählt nnd berichtet, das schlechte Mehl
habe Epidemie' von Dvseiiterie und
Ptomain-Bergistiing verursacht.
„Diese Krankheiten werden schlim
liier werden," heißt es in dein Bericht
der Gesandtschast, „und werden sa
gar „ach Aushebung der Blockade
fortbestehen, weil die Plackereien, die
der griechischen Handelsflotte von
England und seinen Allürten anser
legt werden, den', Lande die Verkehrs
mittel entziehen. Die Frachtboote,
mit Welzen nnd Mehl belade, die
während der Blockade eintrafen, wur
den nicht „nx von den Allürten zu
rückgehalten, uni nach Aushebung der
Blockade ausgehändigt zu werde,
solider sogar der Revolutionspartei
übergeben.
Trotz aller dieser Prüfungen hat
das griechische Volk seine Geistesge
genwart nicht verloren und ertrügt
die traurigen Folgen der Blockade mit
Tapferkeit und Stolz."
Drei Feuer wehrlcilke getödtck.
O-neb ec, 10. Februar. Bei
einer Feiiersbrnnst, welche heute diese
Stadt heisnchte. wurden drei Feuer
wehrleute gelodtet, während, fünf
dere Verletzungen ernster Natur er
litten.
Der Brand war der siebente der
Stadt iiinerbalb eines Monats, und
eine eingehende Untersuchung ist ein
gelilet worden. Sechs Geschästshän-i
st'r wurden heute zerstört. !
Naht ihrem Ende.
Die Untersuchung der Passagiere und
der Ladung des Dampfers IFre
derick der Achte", der den Bot
schafter Graf Bernstorff nach Eu
ropa bringen soll. Papiere des
Botschafters angeblich in Ord
nung befunden.
Halifax, N.-S., 10. Febrnax.
Ter Dampser „Frederick 8.", auf
welchem sich Graf von Bernstorfs und
seine Reisegesellschaft befinden, liegt
noch immer im Hafen. Soweit be
kannt, hat sich an Bord nichts von
Bedeutung geändert.
Berichte, welche an Land gelang
ten, besagen, daß die Papiere des
Grafen von Bernstorff und seiner
Begleiter in Ordnung befunden wur
den lind daß null die Untersuchung
der anderen Passagiere beginnt. Zwi
schen dem Schiffe und dem Lande gibt
es keine Verbindung.
-Tch.neS Wetter brachte gestern die
Passagiere des Dampfers auf Teck.
Sie betrachteten mit Interesse Hie
Lenke, welche sich om User ansammel
ten und das Schiss besahen, das den
früheren Botschafter durch die KriegS
zone dringen soll.
Ter Tag der Abfahrt des Schisses
ist noch nicht festgestellt und hängt
ganz van der Beendigung seiner Un
tersuchung ab.
(Später.) Es wurden von den
Untersuchungs-Beamten leine Unre
gelmäßigkeiten weder in den Papie
ren des früheren Botschafters, noch in
denen seines Gefolges gesunden nnd
ebenso konnte keine Contrebaiidc in
der Ladung des Schisses festgestellt
werden. Tic Bewachung durch die
Regierung sowie der Hafenbehörde
wird in der strengsten Weise vollzo
gen. Patrouillen Boote umkreisen
den' Dampser und sind Militärposten
am Ufer in der Nähe des Anker
Platzes aufgestellt.
Ten Bewohnern der Häuser in der
Nähe ist der Gebrauch von Lickst in
den Fenstern während der Nacht nn
kersagl, mich werden den Passagieren
leine Depeschen ans den Bereinigten
Staaten ausgeliefert, wenn sie nicht
durch die Hände des Censors gegan
gen sind.
Tie amerikanischen Berichterstatter
haben keine Erlaubniß, Berichte ab
zusenden und es wurde mich beim
Eintreffen des Dampfers der draht
lose Apparat außer Betrieb gesetzt.
A i erik ani> ch e E o >>>l a r
beamte au s Te u tsch
land a bgef a h r e n.
K o p e n h a g e n, bia London, 10.
Februar. Die amerikanischen Eoii
siilarheamten, welche in Telitjchlaiid
blieben, olme den amerikanischen
Gesandten James W. Gerard bei sei
er Abreise ans Berlin zu begleiten,,
verlasse jetzt das deutsche Reich, um
sich zum großen Theil nach der
Schweiz zu begeben. Frederick Achen
bach, der Spezialbevollmächtigte des
amerit. Schatzamtes sür Deutsch
land nnd die skandinavischen Länder,
sowie sein Bruder Charles Achenbach,
der dem erster als Assistent zur
Seite stand, kamen gestern in Kopen
hagen an: sie wählten diese Route in
folge ihrer Beziehungen mit den
skandinavischen Ländern. Derselbe
Zug brachte Herrn Lnetke von Au
stin, Tex., den Abgeordneten der
amerikanischen Rothen Kreuz-Gesell
schast, sowie Arthur Abrecht, einen
New - Yorker Zeitungsbenchterstal
ter, mit. Ebenso werden zwei andere
Amerikaner, deren Pässe vom den!
.scheu Auswärtigen Amt für Kosten
Hagen visirt wurden, dort erwartet.
Bisher sind „och keine Anstalten
süe die anderen Amerikaner, welche
keine offizielle Berl'indnng mit der >
amerikanischen Regierung haben, ge- l
krossen, doch glaubt man allgemein
in Berlin, daß deren Abreise in kur
zer Zeit stattfinden wird.
„Wenn einer eine Reise thut . . ."
B e r n, Schweiz, 10. Februar, bia
,Paris, Frl. Marie Haviland bau
New Pork, eine Miisilschüleriii, die
lange Zeit in Deutschland zugebracht
hak, traf henke ans ihrer Heimreise,
nach anstrengender Fahrt von zehn
Tagen von Warschau, woselbst sie die
letzten Monate studirte, hier ein.
Frl. Hcwilmid hatte ans dein Bot
schasterzug Berlin verlassen sollen,
konnte aber Marschau nicht rechtzei
tig verlassen, weil die schriftliche Er
laubniß der Berliner Pchizei zu spät
ankam nnd sie sich st, elster Stunde
eine Desiiifektionscheiu verschaffen
mußte, der von Allen verlangt wird,
die die Grenze nach Deutschland über
schreiten. An der polnisch denlschen
Grenze verpaßte sie ihre Zug wegen
Durchsuchung ihreSGepäcks und ihrer
Person, die so lange Zeit in Anspruch
nahm, und infolge dessen traf sie eine
Stunde nach der Abfahrt des Zuges
des Hrn. Gerard ein.
Dank der Zuvorkommenheit der
Beamten des deutsche Auswärtigen
Amts, wurde mm Frl. Haviland nicht
verlangt, über Kopenhagen zu reisen,
wie es jetzt Regel sür alle Amerika
ner ist,, sondern sie erhielt nach Ans-
-
Wie ein geangelter Lilver King für seine Freiheit kämpft. Tnv Bild zeigt den letzten Sprung des gefangenen
Fisches.
schub von einer Woche die Erlaubniß,
vin Lindau noch der Schweiz zu rei
sen. An der (Grenze jedoch wurde ihr
wieder ein Aufenthalt bereitet da
durch, deß zwei amerikanische Adres
sen, die sie gedankenlos ans ein Stnck
chen "Papier geschrieben hatte, den
Berdacht der Behörde erregt hatten.
Nach kurzer Zeit wurde sie freigelas
sen, sie mußte aber alt' ihr Geld bis
af >OOO Mark zurücklassen.
Mehr Geld gewünscht.
Amsterdam, via London, 10.
Februar. - Tie „Norddeutsche Allge
meine Zeitung" veröffentlicht einen
aussälligeu Ausruf des Präsidenten
der „Reichs-Bank" an alle deut
sche Männer und Frauen, ihr Gold
und Werthsacheu au die „Reichs-
Baut" zu verlausen und ihre Inwe
leu in neutralen Ländern durch eine
Diamanten-Agentur veräußern zu
lassen.
In dem Ausruf wird gesagt, das
von der Bank verlangte Thier an
Gold und Fuweleu bilden einen Theil
des nothwendigen BorrathswerkeS,
daß aber alte Klassen noch nicht voll
ständig die Nothwendigkeit begriffen,
diese weiteren Opfer zu bringen.
Ter Präsident sägt hinzu, er
brauche noch nicht zu verlangen, daß
Goldschmuct von besonderem histori
schen, künstlerische oder ethischen
Werthe geopfert werde, aber er müsse
die Hergäbe altes anderen Schmuckes
verlangen.
Der britische Schuh drückt.
Lo do n, 10. Februar. An
drei Bonar Lai, der SchotzamtS-
Kanzler,, kündigte heute Nachmittag
im Unterhause au. die britische Regie
rung hätte sich jsti sehr drastischen
Einfuhr - Maßnahmen entschlossen.
Diese neuen Maßnahmen würden
auch die Allürten Großbritannien'S
und die britischen Dominien betref
fen. Eine Ankündigung betreffs der
zu unternehmenden Schritte würde er
am Donnerstag machen. Premier
Llopd George hätte heule diese An
kündigung machen sollen, aber seine
Rede hätte wegen unerwarteten Auf
schubs der Beendigung der nöthigen
Unterhandlungen mit den Dominien
und neutralen Ländern verlegt wer
den müssen.
Ersprießliche Thätigkeit der Heils-
Armee.
Chieag o, >O. Februar. Die
von der Heilsarmee heute hier be
kannt gemachten Zusammenstellungen
über deren Thätigkeit im ganzen
Lande in den letzten zehn Jahren las
sen ein recht ersprießliches Wirken er
sehen. Es wnkden danach von der
Armee in der Zeit annähernd 21,-
000,000 Betten sür nächtliche Unter
j tunst von Bedürftigen und nahezu
11,000,000 Mahlzeiten besorgt: fer
ner wurden für 212,1 lo Personen
Sommeransflüge Vera,,stallet und
über 00,000 Tonnen Kohlen kamen
zur Bertheilung.
Ein miithiger Bolkstribnn.
Washington, >O. Februar.—
Der Bolksvertreter Moore gab heute
dem Senat anläßlich eines weiteren,
zwckr ebenfalls erfolglosen Bersnches,
seinen Beschluß einer Untersuchung
durchzuführen, daß 26 amerikanische
Zeitungen von englischem Gelde sub
sidirt sind, um dieses Land in einen
Krieg mit Deutschland zu verwickeln,
eine lebhafte halbe Stunde.
Er donnerte, daß sch Beschluß an
genommen werden sollte, forderte
eine Washingtoner Zeitung heraus,
zu zeigen, warum sie den Ton ihrer
Leitartikel in Bezug aus den Kreig
geändert habe, und beschuldigte den
Vertreter Lenroot von Wisconsin,
„absichtliche Unwahrheiten" über ihn
gcsagt zu haben, und als dann seine
Niederlage voranszusehen war, rief
er laut, er inerde seinen Kampf fort
setzen, „morgen und den nächsten
Tag".
Pacisislen zollten den Bemerkun
gen Hrn. Moore'S lauten Beisall.
Al-onm-nteii, die de „Di-iiischei, Eurer
spoi'„ll'!>" „ich, pj'i'.iMich „der
iii,s„„ rrlinlicii, sind der Oß.ic
!i>> per Tilrpiioii udcr jchiifilich Mi'
uilinig zu i„ach>ii.
Nahe der Gcfahrzonc.
Mehrere amerikanische Schisse.
Fünf Dampfer aus der Sperr
zone in New-Bork angekommen.
Tie Namen derselben.
New - N o r k, 10. Februar.
Fünf amerikanische Schisse befinde
sich jetzt in der Nähe der Untersee
boote in der Blockadczvne, und meh
rere andere Schiffe sind für sofortige
Abfahrt fertig. Drei Dampfer, die
„Orleans" und „Nochester" für Bor
deaur und die „Oswego" sür Genna
bestimmt, nähern sich jetzt im Golf
von BiScava und des mittelländischen
Meeres der dortigen Gcfahrzone.
Tie „City os Pueblo", ein Fracht
dampser von 2021 Tonnen, der Har
reh Dampfer Gesellschaft gehörend,
fuhr gestern nach Havre ab. Der Ea
pitän und dreizehn andere Offiziere
sind Amerikaner. Die Mannschast
erhält einen Bonns von 50 Prozent
ihres Lohnes nach Beendigung der
Neise.
Unter den amerikanischen Dam
pfern, welche heute für die Abfahrt
bereit sind, befinden sich das Fracht
schiff „Algongnin" und die „Mcmga
lio", die für Passagiere eingerichtet
ist.
Außer der „Eiln of Pueblo" sich
ren gestern nocl/ 12 Dampser von
New Port ans ab, welche wahrschein
lich ihren KnrS durch die Blockade
zone neh,neu inerden. Bisher haben
drei Schisse, on welchen eins dersel
be nnier amerikanischer Flagge
fuhr, ihren Bestimmungsort erreicht.
Fünf Dampfer aS der
2 Per tzo n e angel a n g t.
New - Port, 10. Fbriiar.—Fünf
Dampfer erreichten gestern den hiesi
gen Hafen ans der Kriegszone. Dir
englischen Dampser „Folia" on
Bristol und „Sebastian" on Nonen
verließen diese Häsen nach der Erklä
rung der deutschen Unterseeboot-
Blockade. Die „Folia." ein Fracht
dampser der Enimrd-Liiiie, lief Hali
sar an. Die anderen Schiffe bestan
den. ans dem belgischen Dampfer
„Escant" von Eardiss, dem französi
scheu Damcher „Gmmne" von Bor
deaur und dem holländische Dam
pfer „Noordwvk" vo>l Nolterdam.
Der Standard-Oeldampfer „Wico"
siche heute nach einem ungenannten
Hafen in Europa ab, als das erste
Schiss der Flotte dieser Gesellschaft
seil der denlschen Blockade und zwar
unbewaffnet. Bisher hatte die Stau
dard Oel-Eompagiüe leine Boote
fahren lassen, sogar die ans See be
findlichen Schiffe drahtlos zurückbe
ordert.
U - ....... . M Ä
OB " - F - ff
8P - .. / t . s e-sZ !- 1 -M -n
N i M' Ae ' s 1 j, -.M s k
MT L sP W?
Tic Priilzcssin Muh hon Eiiglnild.
Ter amerikanische Dampfer „Phi
ladclphch" verließ Liverpool am 15.
Februar lind befand sich heute Mor.
gen 10 Uhr 1225 Meilen östlich von
N'ewZhort. Er wird Donnerstag an
seinem Dock erwartet.
New zhork, 10. Februar, —Der
Dampfer „Dvchra", das erste ameri
kanische Schiff aus diesem Hasen,
welches sich noch der Zone des inibe
schränkten U-Bootl'riegeS begav, hat,
nach Aussage seiner Eigenthümer,
-Gibraltar glücklich passirt. Ter
„Dochra" lief hier am 2. Februar
nach Genua ans.
Nein Zork, 10. Februar.
Außer dech „Chicago" segelte der
Ennard Dampser „Ascania" und der
schwedische Dampser „Earlsholm"
nach London und Gothenbiirg respek
tive. Keiner voll ihnen führt angeb
lich Passagiere.
„N omu eh" sicher im Hafen.
N e w P o r t N e w s, Va., 10. Febr.
- Der britisch Pferde Transport
dainpscr „Nomnep," um dessen Si
che, heit man Best glühe verspürt
linkte, lraj heute voll Alexandria,
Aegtzpie, in Hanipton Noads ein.
Eine Anzahl von Amerikanern waren
unter der Bemauiinng.
Der Zur und die Juden.
'Petersburg, 10. Februar. —
Nach Meldung der halbamtlichen
Prcß-Ageilturen, plant die Negie
rung, alle bestellenden lÜnsthräiitun
gen sür Inden in Geschäfts Unterneh
mungen zu beseitige und die Bewe
gungsfreiheit ans Inden auszudeh
nen, welche in dem jetzige, sowie im
rnssisch-japaiiischen Kricge verwundet
wurden. Der Premier soll die Ein
führung solcher Nesorm-Maßnahmen
zugestimmt liaben, melche, wie er
glairbt. zur Lösung des jüdischen Pro
l'lems beitragen würden.
Eivildicnst-Prüfung.
Die Eivildiensl-Eommissioii macht
bekannt, daß !„ Baltimore die fol
genden Eivildieiisl-Prüfnngen im
März abgehalten werden sollen: am
8. März für einen Heizer ans dem
.Dampfer „Sprigg Carroll" und sür
Clerks in Sprachen! enlitiiiß: am 12.
März, für Gärtner, elektrische Ma
schinisten und Zeichner und -Schreib-
Maschinisten: am l l. März für Aerzte
in verschiedenen Stationen: am 20.
März für einen Zlegelsteinbreniier.
Vormaiw in Leavcnworth, Kauf,
und am 21. März sür Stellen im
landwirlhschastlichen Departement.
Wegen APPI-katioiis - Formularen
wende man sich an den Sekretär
Win. E. TaviS im hiesigen Postamte.

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