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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, February 03, 1918, Image 11

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Donner nnd Blitz.
Abgeblitzter Flanenr:
„TaS hätte ich mir eigentlich den
ken können. Je weniger anfgedon
nert eine ist, desto leichter läßt sie
einen abblitzen."
Derbe Abfuhr. Protz:
„Wie viel Trinkgeld geben Sie ge
wöhnlich beim Baden?"
Herr: „Meistens 25 Pfennig!"
Protz: „Ich gebe immer 1.50."
Herr: „Ja, ja, natürlich, das
kommt ja darauf an, wie schmutzig
man ist."
Ter Wecker.
Soininerfri s ch l e r i n: „Hu
bcrbäiieriu, ich sehe bei Ihnen im
mer nur einen Gockel, aber keine
Hühner!"
Hubc r b ä u eri n: „Ja meist
jetzt wo die Sommergast immer an
spruchsvoller wer'u: jeder möcht ei
neu Wecker in sci'm Zimmer, da
tut's der Gockel auch!"
Ein findiger Kopf.
Polizei-Kommissar: „Ich habe gehört,
Herr Doltor, daß Ihnen gestern eine
Zigarrendose gestohlen worden sein
soll!"
Doltor: „Nein. Glücklicherweise ist
es nicht wahr!"
Polizei-Kommissar: „Schade ich
bin dem Täter schon auf der Spur
gewesen!"
Er kennt sie.
A. „Wieso kommt Dir die Ehe
niit Tciiier Frau wie eine Auto
fahrt vor?"
B. Weil man mit ihr jeden
Augenblick auf alles mögliche gefaßt
sein muß!"
Stimmt! „Nun, Udo, klei
det mich die neue Robe?"
„Teilweise."
Brttlerfrechhrit.
Frau Meier: „Na, wie hat
, Ihnen denn die Fleischbrühe ge
schmeckt?"
Bettler: „Oh ganz gut,
danke —, eigentlich bin ich ja über
zeugter Vegetarianer: ober ich sag
te mir, die paar Fettaugen werden
meine Ueberzeugung nicht umsto
ßen." .. .
Gcgcnfci t.i g. Herr (der ein
Zimmer gemiethet.hat): „Bor allen
Tinge sehe ich ans Sariberteitt"
ThraterdirektionSwüasche.
Lehr geehrter Herr!
Mit verbindlichstem Tank akzep
tiereu wir bas von Ihnen' eilige
reichte sozialistische Drama: „Der
Eisenbahnkönig". Tie Aufsührnng
ist bereits sür den nächsten Monat
angesetzt. Da wir gerade eine bril
lante Nömcr-Gardcrobe erworben
haben, richten wir mir noch die Bitte
an Sie, die Handlung des ergreifen
den Stückes in das antike Rom Z
verlegen. Wir sügen deshalb daS
Manuskript wieder bei und erbitten
es, mit der geringfügigen Abände
rung versehen, gefälligst umgehend
zurück.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Tie Thcaterdirektion zu D.
Eine neue praktische Hutmode.
Ver galoppiert. „Ich
hab' mich gestern im Theater furcht
bar gelangweilt."
„Aber es wurde doch ein Stück
von mir aufgeführt."
„Pardon, ich meinte natürlich,
nur in den Zwischenpausen/'
„Sonderbar, das Stück ist ja doch
ein Einakter!"
Kathederblüte. „Götz
von Bcrlichingen stand niit einem
Fiche im scheidenden Mittelalter,
mit dem anderen winkte er der her
ankommenden Neuzeit entgegen."
Im Restaurant.
„Kellner! Warum kommen Sic
denn nicht/ Ich winke Ihnen doch
schon eine halbe Stundel Ich mäch
te noch ein Glas Bier!"
„Ich dachte, der Herr wollte
zahlen l"
Fortsetzung folgt.
Frau (ihren Mann, der während
einer Gardinenpredigt eingeschlafen
ist, wütend aufrüttelnd): „WaS, Tu
schläfst gar? Na warte I Jetzt sagst
Du niir sofort, wie weit Tu mich
angehört hast!"
Ein Opfer. Tochter (nach
der Verlobung): „Ach. Mutter, end
lich gehört er mir!"
Mutter: „Ja, mein Kind, und
mir!"
Vexierbild.
Wo ist die alte Fischfrau?
Schwere Aufgabe. Kut
scher (zu zwei stark Angeheiterten,
die einsteigen wollen): „Wohin soll
ich die Herren fahren?"
Passagier: „Ja, mein Lieber...
wen mir ... das ... wüßten, ...
dann braucheten ... mer ... ja nicht
... zu ... fahren!" ..
Vcrmicthcrin (energisch): „Ich auch
jeden Samstag müssen S' baden!"
Fatal. Dienstmädchen (zum
Ter Teutsche Korrespondent, Baltimore, M., Sonntag, de 3. Februar 1918.
Ganz scine Meinung.
Frau: „Mein Vater pflegte
immer zu sagen, eS wäre schade,
daß ich nicht als Junge ans die
Welt gekommen wäre!"
Mann: „Das meine ich auch!"
Astronomische Wer
bring. „Gnädiges Fräulein sind
der Stern des Abends!"
„Ah, Sie sind der Erste, der das
sagt!"
„Möchte darum auch üblichen Ent
dcckcrlohil haben Ihnen meinen
Namen geben zn dürfen l"
Sicheres Kennzeichen.
Lili (zu ihrer die Kochschnle besu
chenden Freundin): „Tu, Mizi, ver
stehst Du schon recht viel von der
Küche? Weißt Tu vielleicht gar
schon, wann die Milch kocht?"
Mizi (voll Stolz und entrüstet
zugleich): „Aber natürlich, daS
riecht man jal"
Dir verkannte Landschaftsmalern,.
„Gelt, Vater, dös hat
koa Wohnung, weil j' auf der Stra
ßen malen muß?"
II ilter Freunden. A.
(zn seinem Freunde, einem Schrift
steiler): „Was schreibst Tu denn da?
Hast Tu was besonderes unter der
Feder?"
B.: „Nein, ich schreibe nur mei
nem Schneider, daß er nächsten Mo
nat bestimmt sein Geld haben soll."
A.: „Seit wann schreibst Tn
denn Märchen?"
Abwehr.
Dame: „Wollen Sie nicht von
dem prächtigen Wasser versuchen,
Herr Wamperl?"
Wampcrl: „Nein, Frau
Schnapst. Wissen Sie, WaS der
Mensch nicht gewöhnt ist, das soll
er auch meiden."
Drohung. Pikkolo (eine
Rechnung schreibend): „Ta habe ich
dem Fremden irrtümlicherweise statt
sieben Mark acht Mark sür daS Lo
gis angesetzt."
Wirt: „Na, diesmal kannst Du'Z
noch stehen lassen; 's nächste Mal
schreibst Tu mir aber die ganze Rech
nung von neuem!"
BildiingSprotz.
„Wenn Besuch kommt, führen
Sie ihn nicht in den Salon, son
dern hier herbei in die Bibliothek,
damit er mehr Respekt hat, wenn
er den Haufen Bücher sieht."
jungen Herrn, der um die Hand ei
ner Tochter anhalten will): „Bitte,
sich einen Augenblick zu gedulden.
Konsegiiciiz.
Mieter: „Tie Wohnung hätte
meinen Beisall. wenn mir die Ta
peten nicht so alt und schlecht wären.
Lassen Sie dieselbe e tapezieren."
Hauswirt: „I. stillt mir gar
nicht ein. Wenn Sie neue Tapeten
wolle, dann lassen Sie das nur
auf Ihre Kosten machen."
Mieter: „Gut, dann will ich die
Wahnmig selbst tapezieren lassen,
aber Sie müssen sich dagegen ver
pflichten. mich innerhalb der näch
sten d>ei Jahre nicht ui steigern."
Hauswirt: „Nicht steigern? Was
denken Sie denn, eine nentapezierte
Wohnung ist dann doch mehr wert
als eine alte."
Unlicilbar.
Wohl heile jene Wimde.
Tie man dncch'S Schwert erlitt:
Nie werde die gesunde.
Die uns die Zunge schnitt.
Auch ric Arbeit.
„Ter Schutzmann hat mich ge
fragt. wärmn ick, nichts arbeite.
Ter soll erst 'mal sa einen feuerfe
sten Geldschrank aufbrechen —wenn
das keine Arbeit ist —!"
—W cnii siekocht. Junge Frau
(die einem armen Kranken ein Mit
tagessen gebracht hat): „Wenn Sie
nun wollen, bringe ich Ihnen jeden
Tag ein solches Mittagessen!"
Kranker (gutmütig): „Na, wir
können's ja mal acht Tage varsu
chen!"
Schiitsalötiickk.
„Warum weinst D denn, Klei
ner?"
„Weil's bei uns heut' Tampf
nndel gibt mit Zwetschgen "
„Ta brauchst Tn doch nicht zn
weinen, das ist doch WaS sehr gu
tes!"
„Ja aber i find' nimmer
heim —!"
Echt weiblich. A.: „Wie
alt ist denn Deine Zukünftige?"
B.: „Das hat sie mir noch nicht
verraten."
A.: „Ich denke, sie hat Dir ihren
Geburtstag genannt."
Z.: „Ja, den Tag ihrer Gelnirt
aber nicht das Jahr."
Er nikiiit cs aiidrrö.
-
A. „Ihr Sohn beschäftigt sick
also mit der Literatur, schreibt er >
denn um Geld?"
B. „O ja, fortwährend!"
Raffiniert. „Sie wün
scheu das neue Kostüm ganz einfach,
gnädige Frau?"
„So cnisach m>c möglich: sparen.
Sie nichts!"
Stimmt. Barbier: „Meine
Berufskollegen sind last alle gute
Erzähler."
Kunde: „Ja, daS stimmt, nd ge
wöhnlich illustrieren sie ihre Ge
schichten mit .Schnitten"."
der Gerichtsvollzieher wird„lxUü fer
tig sei, er ist icknnt im Schlaszini
mcr.l" !
„Nun, Herr Meier, Sic haben sich ein Gut gekauft?"
Bankier: „Ja, man sehnt sich ja auch einmal, seine eigene Lust zu
atmen!"
Der Bureaukrat. Hoher
Beamter (zum Verehrer seiner Toch
chr, nach der Verlobung): „Also im
Prinzip sind Sie als mein Schwie
gersohn genehmigt!"
Beweise.
Der Sevp und der Nazi stritten im Wirtshaus. Sepp behauptete,
daß sich die Erde drehe, was der Nazi absolut nicht glauben wollte. Als
die beiden diese Gelegenheit zum Trinken gehörig ausgenützt hatte, gin
gen sie ziemlich angeheitert zusammen auf die Straße. Ta sprach plötzlich
der Nazi:
„Du ha a äst recht, s s draht si'l"
Ans U m wcgc n. „Wie.
Fräulein, Sie haben sich einen -
Hund angeschafft?"
„Ja, und jetzt suche ich eine:
Herrn für den Hund."
Das verbotene Bier.
Besuch: „Wie ich sehe, haben Sie ja Wasser in der Bierflasche!"
P impl Huber: „Ja, wissen Sst ich givöhn' mir so leichter '
Wassertrinken an!"
Kathederblüte. „Auch,
eine blinde Henne sindet mitunter!
das Ei des Kolumbus."
Von der Lokalbahn.
„WaS, der Zug jährt weg. bor der Zeit?"
„Ja, Sie werden gehen müssen "
„Gehen, bei meiner Korpulenz?!"
„Das ist eS eben, eine Leichteren hätte:, wir schon noch mitfahren
lassen l"
Al'oimeuteu. die den „Teutschen Eorrespoudcuten" nicht pünktlich oder
unregelmäßig erhalten, sind gebeten, der Office daN" per Telephon oder
sckzrijtlich Mittlwiluiig zn machen.
Schwacher Trost. Besu
cher: Trösten Sie sich, imni kam
bloß einmal sterben."
Znm Tode Verurteilter: „Das ist
es ja eben!"
! Stolz. Lichter (zum Be-
Zäunten-: „Ich sage Dir, sür dieses
! Blatt arbeite ich so viel, daß auf der
! Redaktion ein besonderer Papierkorl
sür mich aufgestellt ist!"
Annonce. Ein Bjähriger
Kinder-Mantel ist billig zu verkau
fen.
Nehmt Lülzc. um
Nicreu zu reinigen.
Esst weniger Fleisch, wenn Sic
Rückenschmerzen oder Blasen
leiden haben.
Fleisch bildet Uriusäure, welche die
Nieren in Bemühungen, dieselbe vom
Blut zu siltriren, reizt und überar
beitet. Reguläre Fleischesser müssen
die Nieren ab und zu reinwaschen.
Sie müssen sie erleichtern, wie Sie
Jtze Gedärme erleichtern, indem
Sie alle Säure, Abfall und Gilt aus
scheiden, widrigensatls Sic dumpfe
Schmerzen in der Nierengegeud,
scharfes Riickenweh. krankhaftes Kopf
weh. Schwindel Anfälle betomnien.
Ihr Magen wird sauer. Ihre Zunge
ist belegt, und wenn das Wetter
schlecht ist, haben Sie rbeumatische
Schmerzen. Ter Uri ist trabe, voll
Niederschlag, die Kanäle werden oft
gereizt und Sie müssen zwei oder drei
Mal nährend der Nacht Erleichte
rung suchen.
Hin diese beißenden Säuren zu
neutralisiren und die Urin-Rückstände
ans dem Körper zu beseitigen, holen
Sie von Ihrem Apotheker etwa vier
Unzen „Jad Salts", nehmen Sie ei
nige Tage lang vor dem Frühstück
einen Eßlöffel voll und Ihre Nieren
werden dann fein funktioniren und
Blasen - Beschwerde verschwinden.
Diese berühmten Salze werden aus
Traubensäurc und Eitronensast ge
macht. mit Lithia verbunden und sind
seit Menschenaltern benutzt worden,
am träge Nieren zu reinigen und zu
stärken und Blasenleiden zu beendi
gen. „Jad Salts" sind billig, un
schädlich und bilden ein angenehmes
Brause - Lithiawasser - Getränk, das
von Millionen von Männern lind
Frauen ab und zu getninten wird,
welche dadurch ernstlichen Nieren
nnd Blasenleiden vorbeugen. (Anz)
(Nr. 10)
Logesprackrc.
Ter bekannte Germanist Wilhelm
Wackernagel hat auf das Bestreben
des LolksmundcS hingewiesen, sich
den Gesang der Böget verständlich zu
machen und ihn gewissermaßen in
unsere Sprache zu übersetzen. So
heißt es vom Pirol in Rollenhagen'S
komischem Gedicht „Froschmäusler":
Wenn die Holderblüth' kreucht Herfür
Und im Tors ruft der Wiedewohl:
„Pfingsten ist da: Ban'r dein Bier
hol'!" (Pirol.)
Manche hören aus dem Schrei die
ses bunten Psingstvogels heraus:
„Vogel Bülow, Vogel Bülow!" Eon
rad von Menenberg sagt, es klinge,
als wenn er spräche: „Vorder Piro".
Ten Gesang der Nachtigall hat der
verstorbene Ehirurg Pros. Voltniann.
der unter dem Namen Richard Lean
der dichtete, sehr hübsch umschrieben:
„Tin. tiu!
Gott grüß' di. min Fru!
Ach. wat sin nie hüt
Für glückselig Lüt!"
Auch Friedrich Rackert und na
mentlich Fritz Reuter in seiner Va
ge! und Minschengcschicht' Hanne
Nüte" haben sehr schöne dichterische
Bedeutungen der Vogclsprache gefun
den.
Graues Haar
leicht zu dunkeln.
Sie können F-arbc nnd Glanz mit
Salbei nd Schwefel
zurückbringen.
Wen Sie Ihr Har mit Salbei-
Thee nd Schwesel dunkeln, so taun
lein Mensch das erkennen, weil es
gleichmäßig und natürlich geschieht.
Tiefe Mischung zu Hause zu bereite,
ist aber schwierig nnd lästig. Für
wenig Geld können Sie in jeder Apo
theke das gebrauchsfertige, durch Bei
inischnng anderer Bestandtheile ve"--
bcsserte Präparat, „Wpelh's Sage
and Snlphnr Eompvund" genannt,
laufen. Befeuchten Sie nur einen
Schwamm oder eine weiche Bürste
mit demselben und bestreichen Sie
eine Strähne nach der anderen. Am
Morgen ist alles graue Haar ver
schwunden, und nach einer oder zwei
weitere Behandlungen wird Ihr
Haar wunderbar dunkel, glänzend
und üppig.
Graues, fahles Haar. Begleich kei
ne Schande, ist ein Zeichen von Alter,
nnd da wir doch Alle ein jugendliches
und angenehmes Aeußere zu behal
ten wünschen, so sei man sofort be
reit. „Wneths Sage and Sulphur
Eompouiid" zu gebrauchen und um
Jahre jünger zu erscheinen. D-ies
gebrauchsbereite Präparat ist ein an
genehmer Toiletten Artikel und keine
Medizin. Es ist nicht für die Kur.
Linderung oder Vorbeugung von
Krankbeil bestimmt. (Awk)'
(12)
3

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