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Freie Presse für Texas. [volume] (San Antonio, Tex.) 1865-1945, October 27, 1886, Image 1

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usindewa isten-Jahreszeij
III-Its Monatsl- BWW
Täglichc Ausgabe.
F I ;
Nummer 1359
San Antonio, Mitxwoch den 27. Oktobet 1886.
L. woLPsON-s KIEsEN-CESCIIAEPT.
fiir die Waaren der Herbst- und Winter-Saifon von 1886--87.
W iU den verfchicdcsistcn Farben Und Mustern, wie Shonda»Cloth, Kaineelhaar, Serge, Trieots, Melaiige, ganzwollene Sackings, Cashmeres, Debejes, spongee u. s. w. Prächtige Seide, einfach undlin allen neuen Freiheit«
Gilbett Flnuelle, Jersey Stripes, solide und broeaded Sammet, Plüsch u. s. w. Besonders werden erwahnt: Embroidered Roben, Combinations-Anzüge und gewürfelter und gestreifter Sammet. Die Damen sollten sich ferner erinnern, daß bei Wolfson alle Brind
Wie nnd sonstige Artikel zu finden sind, die zum Verzieren dienen, sowie Cashinere Scarfs und clegante Fischus. » . » -
III-MSwa Hochzeitsanzüge in verschiedenen Arten und die feinsten französischen, englischen und amerikanischen Korkscrewanzuge. Ferner Diagonalen, Frack- und Sackanziige. Ebenso verschiedene Biber und Pilot Clothanzüge, französischenEasimir, stanzbsis
ME- Wesien in allen Schattirungen und Größen. Extra große Kleider für große Herren sind Spezialität. « .
It W Noch nie ist eine größere Quantität von diesen Waaren ins Land gebracht worden, als dieses Jahr inunsern Etore und eine bessere Qualität ist nirgends zu sinden. Seidene Lislethread, Lansburys, Balbriggaus, wollene, flanellene und gestrickte wollene
Use-, K m und ansooks in Auzügen nnd einzelnen, sind jetzt in Carloads vorräthig. » » «
p. m IM. Hier ist der Platz, wo Jhr den Werth Eures Geldes erhaltet. Die feinsten weißen Fancy und einfachen Hemden in Leinen und Lawn, assortirt, wollene Hemden in allen Farben, von allen Größen und Graden, Plaited und einfache Waists fiit Knaben nnd ·
M Dogskiiu Buck, Cashinere und wollene Puloivärmer, brittische, Balbriggan, Lisle, seidene, Merino und Shaker Hals Hofe sind iii großer Auswahl vorhanden «
nahe fast Mc. Sämmtlich vpn den besten Fabriken, wie Saller, Lewin n. Co. in Philadelphia, Goodrich u. Porter und Swett u. Bond in Haverhill und vielen andern in New York, Boston, Lynn u s. w. Witkö
W nit den besten Schuhen versorgen, mit genähten Schuhen von französischen Kalhfellen Handschuhleder, »Cur Kid, Pebble Goat und Cals und Sergeschuhen von jeder Art, Button Lace und Congreß in den neuesten nördlichen JJ
.- einer vollen Auswahl von. Schuhen die wir »Al»leiage-Schuhe« nennen, in Leder, Buff und Grain Sewed, Standnrd Screw und pegged. Wir erwähnen besonders unsere .14 Knöpfe ledernen Bootees von den billigsten
den besti- .i mit der Hand gemachten Die älteren Damen sind nicht vergessen ·Zu ihrem Besten hciben wirfniedrige Schuhe mit niedrigen Absätzenund breiten Sohlen anfertigen lassen, von Leder und Serge, Lace und Congreß, ferner-Feine
mhl wi quuell besetzten Schuhen und Slippers Die Gesellschnftsdame, wie auch das Schulmiidchen, finden die« roßte Auswahl von französischen handgemachten Ledeischuhen unddauerhaften Schulschuhen, welche speziell angest;
n l ad C ts, welche wir Ietzt zur Bequemlichkeit unserer Kunden im unteren Stockwerk sit ren, sind iii bester Auswahl vorhanden Haushaltungs-Möbel jeder Art. Parlor Sets in Plüsch, MErnnd C
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Qkik sind-berMuf Verlangen Muster zu versenden — « Li- W OLFS
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Lebet, Rinm,Milz nnd Magens.
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Thätigceit der Leber und .
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Gerechten eines Arztes.
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Yerrechnet
Roman von L. Bernhardt.
lFortsesnngJ
Sie hatten gehe , Vera Cruz noch
vor Eindruch der acht zu erreichen;
als sie aber in der Posada eintrasen, in
welcher die Pferde eingestellt waren, ehe
sie den steilen Weg zu den Stromschnel
len zu Fuß mehr ertletterten, als erstie
gen, da war die knr e Dämmerung der
Tropen bereits der acht gewichen. Die
Führer riethen dringend, von der Wei
terreise Abstand zu nehmen, da um diese
jJahreszeit das gelbe Fieber in Vera
; Cruz zu herrschen pflegte und die Abend
Lnebel das Tnal gefährlich machten. Die
iPosadu bot Raum genug, und so ent
F schlossen sich die Reisenden, hier Herber
s ge für die Nacht zu suchen.
; Sie nahmen in der lustigen Veranda
I Plas, die, von Schlinggetvächsen um
rankt und von Palmen überragt, einen
bezaubernden Aufenthalt gewährte, und
ließen sich das schnell bereitete Adern-es
sen im Freien schmecken, da vie von in
nen nach außen dringenden Tone da
rauf schließen ließen, daß eine ziemlich
lärmeude Gesellschaft im Gastzimmer
versammelt fein mitge.
Die Kühle der i acht, doppelt em
’ psindlich nach der Hitze des Tages, ve-«
- gelblichen Weiße, die ihn von seinen
, dunkeln Gefährten wesentlich unter
·schlasste Muskeln nur durch die siebet
E haste Erregung des Spiels Leben zu er
- halten schienen. Seine Stimme misch
wog sie später dennoch das Gastzimmer
augusuehem Hier fanden sie eine bun
te eseilschast. Leute von allerlei Far
ben und Beschäftigungen, Vertreter aller
Stande; Maulthiertreider, die den Ver
kehr zwischen Vera Cruz und den dstli
chen goldreichen Provinzen vermittelten;
spanische Caballeros in breiter bunter
Schar-ne und tellergroßen Sporen;
Plantagenbesitzer aus den Niederungen
von Tampieo und Venezuela, mit mehr
oder weniger indianischem oder spani
schem Blut. Sie saßen alleuin niedri
ge Tische gereiht und betrieben dagMom
tesviel mit der dem heißbliitigen Mexi
taner eigeutdtimlichen, dem Fremden er
staunlichen hast und Aufregung.
Unsere beiden Nordliinder schauten
dem wilden Treiben mit der Ruhe zu,
wie sie Unbetheiligte, die sich in der an
genehmen Lage befinden, selbst unbed
bachtet beobachten zu können, fremden
Leidenschaften gegenüber zu bewahren
pflegen. Bald aber nahm eine Person
unter den übrigen Pauls besondere
Theilnahme in Anspruch. Es war ein
schlanler Mann, der, nach Art der Ca
balleros gekleidet, den ungeheuren
Strohhut aus dem Konse, am unteren
Ende der Tafel saß und das Spiel wie
eine Art Banthalter zu leiten schien.
Seine Gestalt war ausö üußerste abge
magert, Gesicht und Hände von einer
schied-, das Haar hing lose um ein schü
nez, aber erschbpstes Gesicht, dessen er
te sich heiser und mit fremdlttndischem
Accent unter die der übrigen, mit dem
vergeblichen Bemühen, sich durch den
Lärm Gehör zu verschaffen. Einmal
sah Paul deutlich, wie er nach einen sol
chen Versuch ein braunes Tuch zum»
Munde führte, das sich mit rothen FleJ
aen bedeckte, ehe er’s wieder in die wei
te Tasche schob.
Felix, der schon truner nynuchen Sze
nen beigewohni hatte, schenkte dem
Schauspiel vor ihm wenig Aufmerksam
keit. Er wurde es vorgezogen haben,
sich in seinen Schlasranm zurückzuziehen,
wenn er nicht das Interesse seines jun
gen Gefährten bemerkt hätte und seinet
wegen länger geblieben wäre. Er hat
I te sich der Veranda zugekehrt und blickte
in die Nacht hinaus, den Gedanken sol
» gend, die dug heutige Gespräch rnitPaul
in ihm angeregt hatte. Da fühlte er sich
i plbklich an der Schulter berührt, und
- Paul sagte ans deutsch: Hast du den
Mann dort drüben bemerkt, Felix?—
den, mir gerade gegenüberl — Welchem
Volke kann er angehören?——Er sieht
. nicht wie einer dieser Südländer ausl
Felix, dem der Besprochene durch ei
nen ståmmigen mexilnnischen Pflnn er
verdeckt wurde, beugte sich vor und e
egnete den Blicken des Spieler-s, der
ch bei den ersten deutschen Leuten um
ewendet hatte. Beide waren einen
ngenblick wie vom Donner gerührt;
du«-, Gesicht des Fremden überzog sich
mit einer tddtlichen Blässe nnd seine
Hand itterte deutlich, als er nach deni
. neben hin stehenden Gefäß mit Shekky
faßte nnd sein Gesichtdnhinter begrub.
Dann nahm·er anscheinend unbeküm
I mert das Spiel wieder aus, ohne einen
neuen Blick zu lix nnd seinem Gefähr
ten hinüber zu enden.
Felix stand einige Augenblicke wie er
starrt. Er folgte jeder Bewegung des-l
Fremden mit Augen, die ihn zu verzeh-!
ren schienen. Endlich winkte er einem
der Führer, die dem Spiel mit allen
Zeichen lebhaftesten Antheils folgten,
und verließ mit ihm, von Paul gefolgt,
das Zimmer. Draußen befahl er dem
Führer, den Namen des Fremden beim
Wirth zu erfragen. «
Sobald der Mann sich entfernt hatte,
faßte Paul den Arm seines Vetters-—
Felix, du siehst aus, als wäre Dir ein
Todter erschienenl Kennst du vielleicht
den Mann?
O Paul, Paull. -Jch glaube, daß
ich ihn kenne, und ein Todter ist mir in
der That erschienen !—Aber laß uns zu
erst den Wirth hürenl
Beide warteten schweigend in der of
senen Vorhalle, von der aus sie gut das
Gastzimmer überblicken konnten, ohne
selbst gesehen zu werden. Nach wenigen
Augenblicken kehrte der Führer in Ve
gieitnng des Wirthes zurück, der sehr
bereit war, dem Sennor tedesco auf
alle Fragen Auskunft zu geben. Felix
bezeichnete den Fremden, dessen Erschei
nung ihn so sehr erregt hatte und fragte
ob derselbe häufig hier verkehre und ob
der Wirth ihn kenne?
O Sennor, den dort?—ja, den hat
das gelbe Fieber arg in den Krallen ge- ·
habt 1—Das ist Mr. Roberts, ein engli
scher Sennor, obgleich es Andere giebt,
die es besser wissen wollen. Der ist vor
etlichen Monaten vonSonora her übers
Gebirge gekommen, aus dem Goldlande
—alle Taschen hatte er voll Gold, als
er hier ankam. Er lebte dann in Vera
Cruz und war ein großer Herr. Aber
das gelbe Fieber hat ihm bös mitge
spielt und die Caballeros und artigen
Dirnen nicht minder, und als er vor
etlichen Wochen hierherzog, weil wir
hier oben sicherer und gefchiihter gegen
das Fieber find, als die dort unten, da
brachte er leere Taschen mit und einen
abgezehrten Körper. Nun, er hat aber
Glück und macht sich bezahltl Wir»
Wirthe dürfen nicht fragen, woher dass
Geld kommt, das die Sennors bei uns i
lassen; es ist nicht unseres Amtes-i
Kennt der Sennor den Mr. Roberts?. . ;
Mich sollt’s nicht wundern; der sieht;
aus, als ob er sich schon in verschiedenen ;
Theilen der Welt herumgetrieben hättet
Der Wirth hätte gern mehr gefragt;
und gehört; allein » e Verschlossenheit
seines Gastes gab keine Gelegenheit zu
beidem und so entfernte er sich. Felix
aber faßte Paul am Arm und sagte:
Die Todten kehren wieder·-·.er ist's,
es ist Manfredl ,
lFortseiuna folatJ
UUfet schnell dahinfchiviudendes Leben
san wie ei ist, selbst bei den am längsten Le
benden, kann bedeutend durch unsere eigene Un
votsichtigleit verkürzt werden« Die Dyspeptxker
essen, was ihnen verboten ist, die Biliösen tun
ken Kassee im Uebetmaßknnd die Rhenmatitek,
Nenralgifchen und Schwindsiichtigen sehen sich
dem Lnftznge ans, bekommen nasse Füße, be
gelten feuchte Kleider an, und wundern sich
ann, wenn sie krank werden. Personen, die
sich der Renralgie zuneigen, empfehlen wir dcn
täglichen Gebrauch von H o ste t t er s M a
g e n bitt e r s. und immer ein Weinglas voll
nachdem sie feuchtem oder sonstigem ungünsti
gen Wetter ansgesekt gewesen« sind. Ein wirk
samer Schuß wird dnrch dieses angenehme Mit
tel- gewährt, welches eine angenehme Wärme
dnrch den Körper verbreitet, denselben lräftigt
nnd die Nerven beruhigt. wechselsieber, biliöse
Leiden, Versiapfung, Dhspepsie nnd Nieren
Lerdbent gehören zu den Leiden, die es heilt und
Lk U L .
Berheirathets fragte der Richter ei
nen Landsireicher, der wegen Bettean
in Arrest gesteckt worden war.
Jch nicht, aber meine Fraul lautet
die Antwort.
Der Richter singt: Jch verbitte mir
Eucesschlechten Wipe, Mannl Vergeßt
den espekt nicht« den Jhr dem Ge
richtshof schuldig seid.
Veileibe nichtl antwortete ruhig der
Angeklagte, ich mache keine Witze· Jch
war verheirathet, bin aber geschieden.
Meine Frau heirathete wieder, ich aber
nicht. Also bin ich nicht verheirathet,
aber meine Frau ist es.
W——
seit-te fein Leber-.
Herr D. L. Wileoxson von Harfe Cave, Ky»
berichtet, daß er viele Jahre an Phthisis und
harutrankhett litt Die Schmerzen waren zu
weilen unerträglich und verursachten ihm Kräm
psr. Er versuchte Electric Bitter und schon nach
der ersten Flasche spürte er Besserung und nach
dem er 6 Hlaschen genommen hatte, war er anz
lich geheilt und gewann 18 Pfund an Feisch.
Er behauptet, daß er gestorben wäre, hätte er
nicht Eleetrie Bitter gebraucht.· Zu haben, 50
Cents die Flasche bei A. Dreis.
— Die Spinner in Amsterdam, N. Y.
verwe« « , mit auswärtigen Arbeits
rittertRen Schließung ihrer Fabriken
zu verhan eln.
Schlechte Wise.
l
i
— Von Berlin aus wird offiziell ver- »
neint, daß daselbst die Absicht besteht,
Prinz Luitpolxals König von Batern»
zu erklären.
A u S
gucrbaajk Heller
Von Hermann Raster.
Wer in Leipzig ein Geschäft in viel
kürzerer Zeit abgewickeli hat, als er da
rauf verwenden zu müssen glaubte, und
nun bis zu dem Zuge, der ihn zurück
bringen foll, mehrere Stunden todt
schlagen foll, würde bei der Dürftigkeit
der Sehengwürdigkeiten der Stadt in
Verlegenheit kommen, wenn nicht-das
Fremdenbuch in Auerbachs Keller
wäre. Damit kann man fich bei einem
Glase Wein, der freilich heute noch
nicht erheblich besser ist, als zu der Zeit,
da Mephisto ihn ungenießbar fand,
sehr wohl ein Stündchen oder mehr
vertreiben. Denn es ist voll von
Sprüchen und Versen, guten, schlechten
und mittelmäßigen, die meisten auf den
Veeten der Schreiber gewachsen, doch
manche auch mit keckem Griff einem
nicht allgemein bekannten Schriftsteller
entwendet. Tiefe Gedanken und sinn
reiche Einfälle, derbe Kneivfprüche und
wässrige Empfiudelei, treffliche Verse
und ungereimtefte Profa, die der
Schreiber für Wih gehalten haben.mag,
stehen da im bunten Ouodlibet durch
einander. Besonders anregend find die
kritischen Bemerkungen, welche von
späteren Besuchern den thörichten und
gespreizten Tinten - Ergüssen früherer
hinzugesetzt find.s Da hat, um ein Bei
spiel von vielen anzuführen, ein Frl.
Wilhelmine aus Hamburg eine halbe
Seite mit einer backfischigen Gefühls
duselei angefüllt, welche fo anhebt:
Es irrt der Mensch, so lang’ er strebt.
Dasselbe seltsame, kalt höhnisch lachende
Antlitz schaute aus den dunkeln Ecken
der alten wohlbekannten Ritume mir
entgegen, wie ich eintrat und ein inh
stifch blauer Dunst alle Gegenstände
umhüllte. Leider sollte auch ich den al
ten Spruch an mir erfahren, als beim
Eintritt der Nebel fich inir enthüllte als
Rauch der Cigarren. . . .« und fo weiter
noch ein Dutzend Zeilen weit, Wörter
ohne Witz, ohne Salz und Schmalz.
Dazu schreibt ein Späterer in weh
müthig vorwurfgvollem Tone nur die
alg Nachfak überaus drollig wirkende
Frage:
»Aber Wilhelminchen, m u ßt e denn
das fein?«
Ein Student, der seinen Göthe kennt,
schreibt mit kräftiger Unterstreichung des
Wortes ,nicht« die Zeile hin:
»Im Anfang war die That und nicht
der Iogos (dag Wort).«
Darunter seht ein offenbar bedächti
ger, ernster und frommer Mann das
große Aber:
»Doch jede That setzt einen Thäter
voraus.«
Ein anderer Student schreibt in küh
nen Zügen:
Ein Gott;—Ein thhe.
Ein weiser Mann, vielleicht Mephisto
selbst, oder auch SchartenmehersBischeh
seht berichtizend über den Namen thhe
das Wort Me. Die fünf Buchsta
ben enthalten das schärfste und doch ge
rechte Verdammungsurtheil über die
an die Anbetung des Dalai Lama erin
nernde, sich bis zum Blbdsinn steigernde
Abgbtterei, welche heute von schmächti
chen, zeugunggunfühigen Nachfahrern
mit thhe’s Namen getrieben wird.
Ein Berliner Redakteur schreibt mit
kühner Logik
,,Faust und ich
Wir sind Eins,
Denn auch ich
Freu mich des Weinö.«
Ob, wenn d a r i n die ganze Einheit
des Mannes mit Faust besteht, seine
Leser zufrieden sind, bleibe dahingesiellt.
Der folgende Spruch von M. Hack
barth zeigt an, daß ber Herr ein äußerst
liebevoller Gatte ist,—tvenigstens wenn
er nicht bei seiner Frau, sondern in
Auerbachs Keller sitzt:
Um hu- Qmshw Ins-A In obs-n
That ich heute hier einkehren.
Grad so schön wie Faustens Mädchen
Jst zu Hause auch me i n Grethchen.
. Ein anderer zärtlicher Gatte, dessen
Frau mit ihm war und den Spiegelberg
wohl kannte, kommt übel weg. E r
chreibt, und seltsame-: Weise in engli
cher Sprache:
»Wenn jemals ein Weib auf Erden
werth war, von Göthe gekannt und dich
terisch verherrlicht zu werden, so war
und ist es meine Gattin Angela Ham
merftein aus Wien
Emil Hammerstein.«
Darunter bemerkt die engelgteiche
Hammetstein trocken:
»Leider kann ich das Gleiche nicht von
meinem Gatten sagen.«
. Hoffen wir, daß dies nur ein uecken
der Scherz unter frischen Eheleuten sein
sollte. Jmmethin möchte man sagen:
»Angelinchen, mußte denn das sein?«
Der bekannte Schauspieler v. Hoxar
verewigt sich mit der folgenden krampf
haften Klapphorn-Strophe:
,,Jn Goethe’s Faust ist zu lesen
Von Werbach-S Kellerwesen.
Der untere Keller ist kleener,
Aber Götbe’g Faust ist scheener«.
Solchen, denen dabei das Lachen
nicht von selbst kommt. rathe ich, sich
mit einer Federpose im Nasenloch zu ki
tzeln :—dann kommt’s.
Hier zur Abwechslung drei ganz dor
trefsliche Sinnsprüche, welche einem
Goethe, Bodenstedt, oder Wilhelm Jen
sen zum Ruhme gereichen würden-—
möglicherweise auch dem einen oder dem »
andern entwendet sind: ·»
— 1. —- l
»Im Wasser kannst du llzein Antlitz
se
Jm Wein des A n d e r n Herz erspüh n. ·««
Einil Göhre « «
- 2» -
»Ersahrnng ist ost bittre Nahrung;
Doch wohlgemerkt:
Das Bittre stärktl«
- g -
,,Mißkenn’ den Werth derSt o r g e n
ni
Du hast sie nicht vergebens
Sie sind das treibende Gewicht
Am Uhrwerk deines Lebens.
Maximilian Prehn.«
Andere Sprüche sind nicht so ernst, .
sondern-seucht-fröhlich im Sinne jener
lustigen Gesellen hingeworfen, denen in
Auerbachs Keller so wohl war, wie
fünfhundert Säuen, z. B.:
Amste, so ibr noch jung
Germars-, so ihr beim Trunk
Dorn ob ihr in Lust oder Weh,
Ob jung oder alt—bibite!
Alter Spruch, doch ewig neu und wahr.«
Dagegen bemerkt ein tiefsinniger Den
ker-s der in der Walpurgisnacht bei
Mephisto in die Schule gegangen zu
sein scheint:
»Die Liebe und der Sass,
Die reiben Manchen usf.«
Daneben schreibt ein Anderer, dem
Bachus lieber, als Amor ist:
»Von der Wiege big zur Bahre
Jst der Suss ist das einzig Wahre.«
Ein Gleichgesiunter mit ungarisch
klingendem Namen reimt
,,Lange gesessenund wenig gegessen,
Geistig gesunken und viel getrunken-«
..Da, wie es in unseren Schulgese
Sen hieß, ein ossenez Bekenntniß allemal
die Strafe mildert, so berichtet »Dir-thut
Zimmermann,1edig, aus Zürich«, wie
folg .
»Allen Ziirchern zu Nutz und Frommen,
Die später einmal nach Leipzig kommen,
Zeige ich alg ehrlicher Mann
Folgendes haarige Faktum an:
Jn diesem Keller ward ich besoffen
Von einigen Landsleuten angetroffen.«
Ein lebensfroher Bursche ruft:
»Aus-halten und harrenl
Die Welt ist zum Küssen
Und wer ist verbissen
Den macht sie zum Narren l«
Nicht gerade schöne Verse, doch gut
gemeint. Denn:
»Es schreibt sich Mancher hier hinein
Und glaubt, er müss’ ein Dichter sein.«
Eine Frau Banden aus Phuadetphia
hat offenbar einen tiefen Blick in die
Werkstatt der heutigen deutschen Dich
tung gethan, denn sie verkath uns
,,So mancher Poet, deer dichtet beim
ier
Und besingt dann zum Danke den
Wein dafür.«
Aber manche Kellerdichter haben ihre
Sache wirklich ganz gut gemacht. Was
da am 11. Juli der Student Gustav
Michel aus Stuttgart ins Kellerbuch
geschrieben hat, könnte ganz gut von
Mirza Schassy sein:
»Wät’ Alles klug, gäb’5 keine Klugheit,
Wür’ Alles schön, gäb’s keine Schönheit
Was Alles jung, güw keine Jugend,
Wür’ Alles gut, gül« keine Tugend.
Jhr seht, es muß auch Thoren geben,
Damit die Weisen bestehen daneben.
Auf daß sich And're ein Lob verdienen,
Will ich ihnen gern als Folie dienen.
Wenn Andre geschmuckt zur Kirche gehn
Will einsam ich im Walde stehn;
Wenn And're am Born der Weisheit
trinken,
Laß ich den Wein im Becher blinken;
Dann sehencs doch sicher alle Leut’, ·
Daß ich ein Thor und daß this r Weise
ei .«
Mit dem folgenden Wohlklange sei
diese flüchtige Blumen- und Dornenlese
geschlossen:
,, in tiefen Keller sitzet ·
EPU Kleeblatt hier vom Rhein,
Und im Pokale diitzet .
Der Heimath goldner Wein.
nimtmiu -
als ein Verhütungsmittel ist Aheks Sarsai
parillax aber sie hat sich in Tausenden von
Fällen noch werthvoller in der Heilung
chronischer Krankheiten erwiesen. Warten
Leland, der berühmte Gasthofbefitzer in der
Stadt New York, sagt, Ahers Sarsaparilla
habe einen seiner Form-Arbeiter von alten
strophulösen Schwären geheilt; auch sagt
er, er habe Aheks Sarsaparilla persönlich
Bei Rheumatismus
angewandt, und mit bestem Erfolge. Char
les Foster, 370 Atlantic Ave., Boston, Mass.,
schreibt: ,,Vor zwei Jahren lag ich an Rhea
matismus darnieder. Jch versuchte viele
Arzneien ohne viel Nutzen, bis ich
Defo Sarsapatilla
wählte und diese heilte mich vollständig.«
— Jn allen Apotheken zu haben.
l Preis 815 Sechs Flut-heu- sä.
Zubereitet von Dr. J. C. Aher F- Eos
Lowell, Mass., Ver. St. v. A.
Und während sie so trinken
Beim hellen Kerzenscheim
Sie allgemakh bersinken
Jn leichte Träumereikm
Sie iräumten von den Wogen
Des alten deutschen Stroms
Und seh’n im Geist die Bogen
Des hehren Mainzer Doms.
Doch pldslich sie ergreifen
Des Römer's glänzend Licht:
»Wenn wir auch ferne schweifen,
Des Rhein-s vergessen wir nicht l«
Doktorrechnungem
Jeder, dessen Blut und Leber gesund
sind, befindet sich sogar inmitten von
Epidemien in gutem Zustande. Dies
kann man im Leben jedes Einzelnen
bemerken. Wenn Alle sich der Vor
theile der Wiederherstellung und Be
wahkung der Körpergesundheit bedie
nen wollten, da würde es geringere
Dottorrechnungen und weit weniger
Sorge geben. Das einzig thhige und
das Einzige vor allen andern zu em
pfehlende Mittel ist anerkanntermaßen
Simmons Liver Regulator
bereitet von J. h. Zeilin F- Co. Die?
Zeugnisse dafür zählen nach Tausenden
und die Vorzüge sind unbezweifelt. "

Neue Waareut Neue Waaren!
JmCinderellaSchuh-Store,
Ecke Houstonstraße ä- Ave. C.
Herr Baum vom Cinderella Schuh
siore hat die dstlichen Märkte besucht
und einen überraschend reichhaltigen
Vorrath von Schuhen für Damen und
Kinder, sowie für Herren eingekauft.
Die Waaren find vorzüglich: dauerhaft
und sehr preiswürdig. Jede Familie
sollte essich zur Aufgabe machen, ihren
Bedarf an Schuhzeug im Cindes
r e l l a St o r e zuskaufen. Also ver
geßt nicht den
Cinderella Schuh-Store.

— Aus der Capstadt wird gemeldet,
daß 10,000 Peudos Xesibel invadirt
haben und Alles niederbrennen. Die
Regierung ruft Freiwillige in den
Dienst.
POIIII
unbedingt rein.
Das Royal Backpulver bleibt sich stets gleich.
Ein Wunder von Reinheit, Stärke und Zu
träglichleit; sparsamer als vie gewöhnlichen
Sorten und außer Konkurrenz mit der Menge
minderwekthiger, zu leicht wiege-aber Mann
oder Phosphats Pulver. Wird nur in Blech
büchsen verwqu
Royal BakinåPowder Co»
2,6,tuw1j 106 all St.. R. V.
WOOFF sk- sM
Ecke von Commereei und Atome-Straße.
Großartige Auswahl in
Neuen Herbst-Wer »- 7
aller Art. -
Unsere Auswahl in
CKlkeiderstaffen mit passendem Yes
— ist noch nie dagewesen. » .
Herren- und Knaben- Anzii
elegant und billig.
Das Schuh - Departement-ki
ist größer als 1e zuvor, nur die besten Fabrikate wert-ca »Mitt
WCLFF O »
ehe Ihr Eure Elnlänfe macht. «
A. A. Broka R. D. ouusmr. F. s. « f
Deutsche Apptljebk
USE-»- Zog-»
So »S- 5933 ZEI- LEA Jov
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