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Freie Presse für Texas. [volume] (San Antonio, Tex.) 1865-1945, October 09, 1891, Image 4

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Die Feier
—deg—
Demcfchen Tages
--VDM—
herrlichsten Wetter be
günstige
Ein ungewöhnlicher Frem
· benandraug. - —

Begeisterte Menschenmassen füllen
die Straßen.
Die Prozession glanzvoll.
« Die altdeutfche Heldenfage
Die großen Sagenkreife der mittel
hochdeutschen Literatur - periode.
Das Beovulf - Lied-— Der Rosen
"aarten. — Das Nibelunaenlied. —
«
Gndrum — Tannhäusers —- Die
Gral - Sage. — Oberon.
Es ist freilich ein gewagiez Unter
fangen, im Rahmen von ein paar Zei
tun s - Spalten einen kurzen und doch
« Fug eich umfassenden Ueberdlick über
eine ganze Literatur-Periode weier zu
wollen, allein derselbe bezweckt ja auch
gar nicht, ein erschöpfendes Bild diefer
Dichtungen und ihres Inhaltes zu lie
fern,.»svadern fein Zweck beschränkt sich
Ausschließlich darauf, dein weniger mit
der ultdeutschen Dichtung Vertrauten
als prattifcher Leitfaden fiir einen spe
cietlen Anlaß zu dienen.
Dieser Anlaß ist die Veranstaltung
des Unizuges zur Feier des »Deutschen
Tage5«, der in den Tagen vom 9. bis
U. October hier in San Antonio ges
feiert wird
Jn diefein Use-Fug wird auf 14 kunst
letifch unggeschsntickcea Wagen (Rn. 2
dis Is) die altdeutfche Deldentage in
isten danntgestallen zur Darstellung
Dacht während der erste-und letzte
Ists-der allegarischen Verkdrperung
stny pOetenInia und Columbia« und
des-Vater Rhein« gewidmet find·
« Ide Our Schilderung der einzelnen
Erst-den Neigungen werden kann, ist
efizjundediugt nöthig. das scheint-are
Wien altdeutschen Sagenfloffe zu
ew und daffeide durch eine strenge
C, « ( g itdetftchtlicher zu gestatten.
, e Sagenftoffez deren künstlerische
· altung die Aufgabe der in die Zeit
« dowllcobis 1300 fallenden Blüthen
Peestsdei ver mieiethschpeuticheu Dich-·
tng war. find zum Theil uralten Ur
Mngskåzieagieg tief in di; heåtkmtiåche
u r u—ive er y us
deee»«S»iegfried, der
- h· s-- »
oaspaeuete ocullyllo klug ver Flam
nrenbnrg erlbste, — theils verberrlichen
sie bos Leben und die Thaten der Hel
dennns der Zeit der Volterwondernng,
»Mit-dem Jahre 374 begann nnd sich
weit hier weiJnlirhunderte ansdehntr.
Mit die er Zeit treten namentlich die
O others-Könige aus dem Geschlechte
oer male-, besonders Ermanich und
fein Rest Theoderich der Große nlg
beides on den Schaut-los der Sage
nnd der ichtung. Namentlich aber
Theodetich. oder —- wie ihn die Sage
M —- Dietrich von Bern
Gern-oh isi es, der neben Sicgfried
ges-I stieiettste Deld der nltdentschen
selten kann. Um ihn grup
pitt ist-no Geschlecht der Wolflinge,
feist n Mannen; do sind ferner
die Bari-endet Konise Gunther, Gilels
nnd cernot nnd ihre liebliche
Oe Kriembilh da ist der
sey-it e— nnd furchtbare Recke hu
Fen oon Tronei, ferner der Drinnen
dtis Mit s— odet, wie ihn die Sage
-nennt. stets-nnd in seinem Gefolge
Wasdenlcesnlt des Markgrafen Rü
( sen-Mai- Ans dem norblis
« «Wlnnd, aus Frieglnnd und
olsei - kommen dan noch die Gestal
ten des Königs ettel mit feiner Toch
tee Stier n, owie nn- Jlitlnnd der
Wseoo ulf, dessen Sage die
III- nchsen bei ihrerxsnswnndernng
M Atti-nie- ini Jahre 449 schon
- Mdsktdit brachten nnd die somit als
einestt oon Bind lied mischen ger«
Ulsseutnd engli cher iteratur an
hefäen Indes dann. Freilich dqrs
s nicht lo ganz wörtlich genommen
W- bonerte es doch sogar von der
Inan des Beobulstiebes im 8.
Jahrhundert immer noch mebr als ein
Blieb Jahrtausend, ehe die englische
drnche entstan Bestand doch schon
seit steht als MJnhren eine blühende
dentsche Literotnr, ebe es überhaupt
eine-Mühe Ser egnb. Das soll«
ten wesentlich sene nglos Ameritnnei
III. Its-fu« III-Ist entsp- hsm III-«
tilsu Ieise andere Sprache reimen und
die Ie- Deutschen gern die Rolle des
Ewig Ieduideteu« Sprache zaweisea
nieste-.
Um diese pquvts Figuren gruppi
ren Mk die folgenden sechs gro
ßen Sagenkreih die zwar um Theil
mit einander verschmolzen nd, deren
Armen M aber doch nach den audi
tderr, die sie feiern, genau se steiler
assem »
Ver er st e Sage-stets ist der nieder.
r Mike oder häutischh deren Heil
iesfried ist.
Der zweite Sagenkreis ist derivat
sundtstdh dessen delden die drei Kö
nige Our-then Gernot und Giselher ir
Vorrat sind.
Ver dritte Sagenkreis ist der osigo
tät-Ob Sei- detd ist Dietrich vor
der dies-riet is: der huanische mi:
Der Säfte i der norddeutsche Sa
—I
genltei5, dessen Heimath Friesland ist.
Die Helden desselben sind der Friesen
König Heiteh der König Horant, dessen
Oheiin Wate, Heitelå Tochter Gudtun
und der Jütenkönig Beovulf.
Der se ch sie Sagenkteig ist der lomi
bardische. Seine Helden sind König
Roihet, König Oinit,- Hugdietrich und
sein Sohn Wolfdiettich.
Außer diesen sechgSagenkreiien giebt
es noch eine ganze Anzahl gefundenen
nur in einem tosen Zusammenhange
mit denselben stehenden Heldenliedern.
So das vom »Hörnenen Siegfried«
(Siegftieds Drachenkampf) und ver
schiedene Lieder, die Dietrich von Vern
verherrlichen, aber außer Zusammen
hang mit den Nibelungen. Als ein
späterer Vers-ich, Dietrich mit Siegfried
und den Burgunden zusammenzustellen,
ist der »Rosengarten« anzusehen.
Zik- ils
I
Das BeovulfssLied ist es, aus wel
chem der Festzug des Deutschen Tages
— chronologifch auch ganz richtiger
Weise —- in den vom Maler Nolte ent
worfenen und von dem Decorationgs
Künstler Oariy Dressel genial ausge
führten Gruppen aus den ersten vier,
der »Gerwania und Columbia-« folgen
den, Wagen buntbewegte Darstellungen
dringt.
Das Beavulsslied, dessen Hauptw
balt die Schilderung-en dez Kamhfeä
Beovulfs mit dem See - Ungethüm
Grendel und seines Sieges über das
selden ist, ist sowohl sprachwissenfchaft
lich, wie culturhistorisch eins der wich
tigsten und gleichzeitig auch interessan
testen Sprachderilmiiler aus der altger
manischen Vorzeit. Außer diesem
Kampfe schildert das Gedicht noch den
Kampf Beovulsg mit einem Drachen, in
welchem der tapfere Jiitenkdnig selbst
seinen Tod findet. Diese Dichtung,
deren Stoff rein mhthisch ist und aus
der grauen Vorzeit entstammt, zeichnet
sich besonders durch markige, kraftvolle
Raturschilderungen und durch die Wucht
der Sprache aus, mit der uns die
Kämpfe und Schlachten wahrhaft pla
stisch vor Augen geführt werden« Diese
Dichtung, die sowohl der deutschen wie
der englischen Literatur - Geschichte an
gehört, da die Angeln und Sachsen die
Sage schon aus der alten Uiederdeut
schen heimath mit nach England brach
ten, als sie-unter hengist und Horsa
dorthin übersiedeltem stammt in der
vorliegenden Form schon aus dein 8.
Jahrhundert, es ist daher dag älteste
größere Denkmal altgermanischer Volls
paeiie und daher für die Entwicklungg
Geschichte der deutschen Sprache und
auch der Cullur von größter Wich
iigkeit.
Das Beovulfs-Lied ifj auch vielfach
aag dem Angelsächfischen in das Neu
hochdeutsche übertragen worden. Die
beste Uebersetzung stammt aus der Feder
des großen Germanistea Karl Sinn-seh
HI- k
Il
Der »Rofeugarten«, die schon zu
vor kurz ermahnte Dichtung, welche als
ein lange Zeit, d. h. fast 100 Jahre,
nach der Entstehung des Nidelungens
liedeg unternommener Versuch der
Voltsdichtung zur Zusammenstellung
Dietrichs von Vern mit den Hauptge
stalten des Nidelungenlredes anzusehen
ist, ist es, welcher der Stoff entstammt,
welcher auf dem - sechsten Wagen
(.Recken auf der Wacht«) sur Darstel
luns gebracht wird.
Das Lied vorn Rosengarten stammt
schon aus der Zeit des Beifalls der gro
ßen ersten Blüthenperiode unserer mit
telhochdeutschen Dichtung, hätte also,
vom chronologischeni Standpunkte aug,
weit nach den Darstellungen aus dem
Niedelungenliede folgen sollen. Diese
Dichtung ist, ganz im Gegensatze zum
Nihelungenliede, in Sprache und
Empfing roh und grob und es fehlt ihr«
auch nicht an derhsposfenhaften Zügen.
Bei Woer so schildert diese Dich
tun , hält Kriemyild (die hier schon
den rachsüchtigen, zornigen Charak
ter aus dem zweiten Theile der
Nldelungen hat) einen zauderifch
schönen Rosengarten, den Siegfried
nnd feine Vurgundenmannen bewachen.
Jm Vertrauen auf diesen sicheren
Schuh erhietet sich Krienihildz Vater-sein
Land von Demjenigen als Lehn zu neh
men, der die Wächter deg Rosengartenz
besiege. Diese Herausforderung reizt
Dietrich von Bern, das Wagestttck zu
unternehmen und er vollbrinnt eg auch,
indem er mit seinen-Mannen — voran
seinem alten Waffennieisier Hildebrand
und dessen Sohn Dadudrand —- Sieg
fcied und die Burgunden überwindet
Ftir das possenhafte Beiwerk forgt Jl
ian. hildedrandtg Bruder, der nach 20
jührigem Aufenthalte im Kloster zur
Betheiligung am Kampfe aufgefordert
wird, da der zwölfte Recke fehlt.
s
C
s
Das Nibelnnqenlied, unter herr
liche-, grußartigeg deutschez Volks-Etsch
untere »Jlias«, wie man diese köstliche
Perle der Wettliteratnr ohne Uebertreis
bnng genannt hat, ist eg, welcher, reif-«
ihrem Staff- und Sagentreise, die Dar-;
stellunsen der folgenden Wagen (7., 8.»
und 9.) entnommen sind.
Die ersten vier großen Sagenkreise, ’
deren zu Anfang dieser Schilderungen!
Frwltlznnng gtethan wart-exf find gewis-;
--«- -- --- -.—,.
rsvuuaqkes pusauuubusksuqsvu Ill Uclll
Rihelungenliede, das sich in ewei Theile
gliedert, in der »Nidelungen Noth« und
der «Nidelungen Klage«. Die Schilde
rung der Vernichtung der Burgunden
unter ihrem Könige Gunther durch die
Bunnen weist aus ein historisch-s Ereig
niß hin, das nachweisbar im Jahre 437
finttgesunden hat. Was man sonst
noch aus der Geschichte der Franken und
« Burgunden in dem Nibelungenliede hat
entdecken wollen« hat wenig Wahrschein
T lichieit flir sich.
’ Daß in unserer Sage auch Dietrich
von Bern (Theoderich der Große 475
«- big 526) haudelnd auftritt-also v or
der historischen Zeit seiner Geburt-und
- als dauvtheld der deutschen Sage
schließlich den Ausschlag giebt, beweist
eden nur, daß wir es hier mit einer dich
. terischen Verschmelgung von uralten
Mythen mit historischen Stoffen zu thun
: haben. Wie willkürlich unsere ums
Fahr 1200 von einem unbekannt geblie
enen Dichter verfaßte Dichtung liber
—l
haupt mit der Geschichte umsprinat, das
beweist der Umstand, daß in derselben,
deren Zeit der Handlung also um das
Jahr 437 liegt, die Person des Bischofs
Pilgrim von Passau eine Rolle spielt,
der nach im Jahre 991 auf dem Bi
schofs-Stuhle saß. (
Die Dichtung, in der zarteste Lyril, ;
trafivoll dramatische Schilderung unds
wildeste Tragik zu einem Gesammtbilde I
von ergreifendster Wirkung verschmolzen
sind,hebt an mit der Schilderung der Ju
gend Kriemhildg im Lande der Burgem
den. Sie erzählt ihrer Mutter Ute ei
nen Traum, den fie gehabt. Zwei Adler
haben ihren Falken zerrissen. »Der
Falke« —- so deutet die Mutter den
Traum-Jst ein edler Mann, den Du
erwählen wirst, möge er Dir lange er
halten bleiben!« Fast wie eine Stelle aus
einer modernen Dichtung muthet es uns
an, wie Kriemhild in iungfraulicher
Sprödigkeit diese Deutung von sich
weist. Möge diese Stelle, um gleichzei
tig eine Probe der Sprache, in der das
Nibelungenlied abgefaßt ist — des Mit
telhochdeutschen -—»·zu gebenz hier Platz
Ilslllcllo Uclclllsllll ccllllscll lylcc
Mutter :
XVI-z saget ir mir von warme-,
Vil liebin mnoter min ?
Ane recken minne
So will ich immer sin
sus seher jeh wjl lieliben
Unz an minentöt
Daz ich von reeken mjnne
sol gewinnen nimmer nöt« l
Aber die kluge Mutter gemahnt die
Tochter, den Gedanken an Liebe und
Ehe nicht allzu weit von sich zu weisen,
denn nur die Liebe eines edlen Mannes
tbnne dein Weibewahres Glück gewäh
ren. Worauf Kriembild erwiderte
Die rede lät beliloen
Vil liebiu trowe min
Ez ist an manegen wihen
Vii dicke worden schin.
Ivie liebe mit leide
Ze jungest lönen kan
Ich sol si miden beide
Sone kan ich nimmer missegän !
Diese düstere Vorahnung, daß ihr die
Minne bitteres Leid bringen wird, bil
det die Grundstimtnung des ganzen Lie
des und bereitet in künstlerisch wirksa
mer Weise auf die späteren tragischen
Ereignisse vor, wie sie sich ans der Hei
rath des Königs Gunter mit der waltiii
renhaften Königin Brunhild und Sieg
irieds mit Kriembild. sowie ans der Ei
fersucht nnd der Feindschaft der beiden
Schwägekinnen Brundild und Krietns
bitd entwickeln und wie sse in der Eks
morduna Sieasriedö am Lindenbrmn
nen im Odentvalde durch den grimmen
Dagen und dann in der furchtbaren
blutigen Rache Kriembildens aul Hofe
des Hunnenkbnias Esel gipseln. Jn
genialer Weise ist die sagenbaste Vorge
schichte Siegsriedg und Brunhildenz in
die Dichtung derive-den« dieser beiden
Gestalten, die offenbarder Cdda, der
ältesten nordischen Götter-Mytbologie,
entnommen sind, die Walküre Brunhild
und Siegftied, der Fitthlingögott
Baldur.
Die drei Darstellungen, welche die
Wagen 7, 8 und 9 unseres Festunizus
geg dringen, stammen eigentlich alle aug
der V o r gesch i chte des Nil-Jungg
liedeS, welche das Lied selbstals bekannt
voraussetzie, so die Sage vom Nideluw
genhott, den Sieasried den Söhnen
des Königs von Nibelungenland (Ne
belland) Nibelung nnd Schilbnng ab
gewann, den er dann der Kriemhild als
Brautschaz darbrachte und den Hagen
schließlich nach Sieasriedg Ermordnna
in den Rhein verieutte, wo er der Sa
ge nach noch heute Dessen harrt, der ihn
hebt. So auch die Darstellung von
Siegfrieds Kampf mit dem Drachen,
durch dessen Blut er unvermunddar ge
worden, bis auf die Stelle zwischen den
Schultern, auf die ein Lindenblatt ge
fallen war, als er sich im Druchendlute
badete und in welche der grimme das ’
gen, der Kriemhilden heimtiickisch dies
Geheimniß abgelockt, den mörderiichenJ
Speer stößt. So schließlich auch die
Seene der Erweckung Brunhildens.
durch Siegfried aus der Waderlohe, in ;
die Wuotan die Walküre eingeschlossen, H
nachdem er sie durch den Stich mit dem T
Schlufdorn in Schlaf versenkt —- ein
Mhihug, der sich offenbar in veränder
ter Form im Märchen von Dornrbzchen ;
dann weiter ausgebildet hat. ;
Die Rücksicht auf den Raum verbietet i
es ung—leidert—eingehender bei dem!
Nibelunggliede zu verweilen, aber wiri
glauben die shossnuug aussprechen zu!
müssen, daß dieser Festzug nicht spurlos i
an den Augen der Schnulustigen vor
übergehen wird. Und wenn er auch
nur auf je einen vom Hundert der
Tausende von Zufchauern in dem Sin
ne anregeud wirkt, daß er zur weihe
vollen Vertiefung in die Schätze unserer
oltdeutichen Heideniage anspornt, dann
hat er einen weit höheren Zweck erfüllt,
ulg den eines anmuthigeu und bunten
Schnugeprtiugest
i
I I
Die GudruuiSage, die »Nehm
Sonne deg Nibelungeuliedeg«,ist es,die
den Stoff zu den Bildern geliefert hat
welche die 3 nun folgenden Wagen
(10, 11 und 12) zur Darstellung brin
gen.
Es ist der Sagenkreiz der Nordieek
dem biete Dichtung entstammt und die
Scenerie der Nordsee ist es auch, die
dem Ganzen ihren eigenaarzigen Gähn
s«-It-- du«-häßl- O-t
enthält die Geschichte dreier Generatio
nen. Der« erste Theil enthält die Ju
gendgeschichte des Königs Bogen von
Jrland (det nicht mit dem Hagen des
Nihelungenliedez zu verwechseln ist)
und eine Schilderung aller seiner aben
ieuetlichen Streiche, seiner Kämpfe mit
Ungeheuern aller Art und seiner sonsti
gen heldenthatem Der zweite Theil
deg GudrunsLiedeg enthält die Schilde
Irnng der Werbung des Friesen-Königs
Heitel um Bogens Tochter ldilde und
endlich der dritte und Baupttheil han
delt von Gudrun, der Tochter der bei
den Borhergenannten, also der Enkelin
Dagens. Jn diesem Haupttheile des
Gudrun - Liedes wird geschildert, wie
artmuth, der Normannentänig, um
udrnn wirbi, aber abgewiesen wird
II
und wie fie dann mit dem König Her
wig von Seeland verlobt wird. Aber
während der Abwesenheit ihres Vaters
und ihres Verlobten aus einem Kriegs
zuge kommt Hartmuth zurück und raubt
die verweigerte Braut. Heitel, Herwig
und Heitels treuer Recke Weite seyen
ihm nach, sobald fie von dein Raube er
fahren und es kommt zu einem furcht
baren Kampfe im Meere — die IHelden
kämpfen bis an die Brust im Wasser
stehend und das Blut der Erschlagenen
und Verwundeten färbte den Schaum
der Wogen roth-—in welchem Heitel er
schlagen Und Derwig verwundet wird
und nur Wate als Unglücksbote zur Kö
nigin Hilde heimkehrt.
Da Gudrun auch in der Gefangen
schaft ihrem Verlobten die Treue be
wahrt und Nichts von ihrem Räuber
Hartmuth wissen will, wird sie von des
sen Mutter Gerlinde aufs grousamste
mißhandelt und sie — die Königgtochter
— muß die niedrigsten Magddienste
verrichten. Am Meere-Busen selbst bei
Schnee und Cis, muß sie die Wäsche
Gerlindens mit den Mägden waschen.
Da erscheint ihr eine Meerjungfrau
—in Gestalt eines Schwanes — und
vertündigt ihr die baldige Befreiung
durch ihren Verlobten Herwig und ih
n Bruder Ortwin. Diese kommen
denn auch mit ihren Mannen und es
entspinnt sich ein furchtbarer Kampf,der
mit deni Tode Ludwng Hartmaths
Vater, und Gerlindes,sotvie der Befrei
ung Gudruns endigt. Den Beschluß
bildet dann die Vermählung Herwigs
mit Gudrun, Hart-nachs, der Gudrun
noch zu guter Letzt vor der Mordlust
seinerMutter Gerlinde geschütztnnithilw
barg; einer der Gefährtinnen Gudruns
und Orttvins, des Bruders Gut-kuns
init Ortrum der Schwester Hartmuths,
der einzigen, die mit Gudrun in ihrer
Gefangenschaft Mitleid gehabt und sie
getöitet hat. Dieser etwas banale
Schluß wird von dem Dichter des Gu
drunLiedes geschickt dadurch motivtrt,
daß dies die glücklichste Lösung sei, um
den Haß der späteren Geschlechter zu
verhindern und eine allgemeine Stam
messlthne herbeizuführen.
A- M
Zi
Die Volkssage vom Tanhäufer —
die übrigens einer bedeutend späteren
Zeit, als alle die vorgenannten Sagen
und Lieder — selbst mit Einschluss des
»Rosengartens« — entstammt, ist es,
welche das Sujet stir den 13. Wagen,
»,,Ritter Tanhttuser bei Frau Venus im
Hörselberge« geliefert hat.
Nach dieser Volkssage war Tanhiiw
ser ein Ritter aus der Gegend des Mit
tel-Rheines, der in Begleituna eines
alten getreuen Dienstmannen seines
Vaters, des »treuen Eckard«, seine Rit
terfahrt »ins Reich-« unternahm. Als
er auf dieser Fahrt ins schöne Thürin
ger-Land gekommen war, in·die Nähe
des Hürselbetges (bei Eisenach) da hör
te er aus den Spalten des Berges her
vor ein wundersatnes Klingen nnd« Sin
sca· Qllls VII UUTUUHIIIV Uc- clcuclh
Cckard drang er in den Berg ein und
wurde hier schier geblendet von dem
Glanze, der ihm entgegen-drang. Jn
der Mitte des Berges-, der hohl war und
ein von Gold, Diamanten und Krhstal
len aller Art funkelndeg und glitzerndes
Jan-Schloß bildete,ruhte Frau Beans
die von der neuen Lehre in das Innere
der Berge zurückgedrängte heidniiche Güt
tin der Liede und der Schönheit. Be
zaubert von ihren Reizen blieb er im
Zauberberge, ward um die Gunst der
Liedeggdttin und wurde auch erhdrt.
Jahre vergingen, dem Taumel der
Liebeslust folgte schließlich die bittere
Reue und Tanhituser sehnte sich wie
der hinaus an die Oberwelt. Betrüb
ien Sinnes ließ ihn Frau Betrug ziehen
und Tanhltuser zog gen Rom, uns fich
vorn Papste die Vergebung seiner Sün
denschald zu erstehen. Aber der stren
ge Papst Urban wollte Nichts von Ber
gebung wissen, die Schuld Tanhitu
serg, der Jahre lang im Bann der Hei
dengdttin gelebt, erschien ihm zu schwer.
Zornig und voll Abscheu stieß er seinen
Priesterstad in die Erde und erklärte
dem reuigen Sünder, daß seine Stin
den ebenso wenig hergeben werden
könnten, wie sein Bischon -Stab wie
der Blätter und Blüthen treiben könne.
Betrübt zog Tanhtiuser wieder von
dannen. Aber, o Wunder, nach dreien
Tagen begann der Stab deg Papsteg
Urban wirtlichzn grünen und Blätter
und Blüthen zu treiben und nun sandte
der hestlirgte Statthalter Christi Boten
nach allen Weltrichtnngen aus, um nach
Tanhanser zu fahnben und ihm das
Wunder zu verkünden, das geschehn
Aber, zu spittt Tanhltuser war wieder
in den Hörselderg zurückgekehrt, wo ihn
Frau Betrug mit Jubel empfing. Der
Berg aber hatte sich geschlossen und
Tanhltuser ward nie wieder gesehen.
Diese Sage ist im Mittelalter unzäh
lige Male bearbeitet worden und noch
bis in die Reformatios - Zeit, wo man
sie alt willkommenes Agitationsmittel
argen die Unduldfamleit und Anmai
ßung der Päpste benutztet — Daß die
Sage auch von neueren Dichtern und
Comtmrristen bearbeitet und benutzt
wurde, darf als bekannt vorausgesest
werden.
·- s
if
Die Stoffe, welche auf den beiden
letzten Wagen, dem 14. und lö» zur
Darstellung gebracht werden, gebliren
eigentlich streng genommen, nicht in
den Bereich der altdentscheu
Deldensage, oder doch höchstens nur in
direkt, da sie durch französische Vermitt
lung ans dem Morgenland ins Abend
land gebracht und dann erst von
Frankreich aus auf den Boden der
deutschen Dichtung verbflanzt wurden.
Das glelt sowohl von der Graliage, die
uns allerdings durch die Vermittlung
deg bedeutendsten Dichters aus der
Blütbezeit der deutschen bdfischen Dich
tung, durch den großen Wolfram von
Eschenbach, so zu sagen zum National
eigentbucn gemacht worden ist, wie noch
ungleich mehr von der Hüom oder
Auberons (0deron-) Sage.
Was die Grab oder ParcivalsSas
ge anbetrifft, so stammt dieselbe ur
sprünglich aus dem uralten Heidenthum
und zwar wird Hindostan als ibre
heimstittte angesehen, wo ja auch der
quie aus dem verloren gegangenen Pa
radiese hat der »heilige Grol« zu gelten
eine köstliche Schale, bestehend aus ei
gelaugte später in den Besitz des Joseph
gen wurde, als er am Kreuze hing und
von der späteren Sage zum Symbol
der Erlösung deg Menschengeschlechteg
durch das Blut Christi geworden.
Wolsram von Eschenbachs »Parcival«
ist eine Verschmelzung der Artus-Sage
mit der Gral-Sage. Er schildert in
ihm eine zwischen glüubiger anrunst
und eitler Weltlust, zwischen der Sucht
nach Erkenntniß und Sinnentaumel
öde in völliger Weltunkenntniß. aber
in Sittenstrenge ausgezogene Parcival
aus dem Königggeschlechte der Anjou
zieht auf Abenteuer aug. Da kommt
er auch in der Gralburg Mut-Saum
ge, die von auserwählten Rittern
bewacht wird. Hier hätte er den »Hei
Garten Eben, das »Parabies« der Bi- «
bel, gewesen sein soll. Als eine Reli- ·
nein einzigen Edelstein. Diese Schale ««
von Ariniathia, und diese Schale war «
es, in der das Blut Christi aufgefun- "
ein römischer Kriegstnecht ihm den Speer ·
in die Seite stieß. Der Gral ist dann .
einhetschwankende Faust - Natur- Der ·.
von seiner Mutter in der Wald - Ein
4
ligen Grol« leicht erwerben können,
wennerdenKönigAmfortaSgeheilthittte,
wozu er die Eigenschaften besaß. Al
lein er zieht von dunneu, ohne die
tchkoerwiegenden Fragen zu thun, und
als er später erfährt, wag er verscherzt,
wird er irre. Nach langen Jrrfahrten
kommt er wieder zum Grat, heilt den
kKtmIg und wird zum Gralkduig ge
kön .
Auch die Hüou- oder Oberons-sage
iit orientalich - oltfrcnzdfischen Ur
sprungs. Auberon (dem deutschen »Gl
ferich«, d. h. König der Elfen« entspre
chend) tritt in dem altfranzdstichen Ge
dichte ··Huon de Borste-nur« als Be
herrscher des Feen - Reiches auf, einer
Dichtung, die dem Sagenkreife Karls
des Großen angehört. Derselbe Stoff
ift’von Shakespeare in seinem »Som·
mernachtstraum", von Chancer, Spen
ser und später von Wieland in ihren
Oberons Dichtungen verwendet wor
den.
Die auf dem 15. Wogen dargestellte
Scene ftellt den Moment dar, wie Dit
on zum Kalivhen von Bagdad kommt «
um von diesem — um die ihm
gestellten Aufgaben zu vollbringen
— drei Barthaare, einen Zahn und sei
nen Ring zu erlangen, was ihm denn
auch mit Hülfe von Düons Wunder
horn gelingt.
Oc- I
M
Grftattete es die Rücksicht auf den «
Raum auch nicht, nither auf die Cin
zelheiten der besprochenen Dichtungen
einzugehen, so mögen dtefe kurzen Skiz
zen doch Einiges zur Orientirung auf
den verschlungenen Pfaden beitragen
ouf welche die Darstellungen der 14v
Wagen mit Darstellungen aus der alt- -
deutschen Dichtung die-Beschauer ge
führt haben.
Der Festzng.
Anordnung der Prozession.
Groß - Änrschall : Hans Degener ; .Assisten
ten : R. J. Hosheinz, R. Seehe, H. Stint er.
Kutschen mit dem räsidenten der sell·
schaft, Gouv. Hogg, en. Stanley ec. Zwei -
lzerittene Assistenten: Chas. Gerhard, Otto L:
gilt-ist«
Kutschen mit dem Sekretär, Scha meister, 1
Dekorateur, Vorsitzender des Finanz- omitös,
Musik-Direktor. (
Kutschen mit städtischen Beamten &c
Erste Division.
Marschall: Henry Elmendorfz Assistentem
F. Wild, H. Clemens, Geo. Bartholomä.
Erste Sektion.
Militär - Kapelle. s
Pioniere von Texas, altes Feuer - Departe
ment; G. A. Dürler, Marschall.
Erster Wagen — Germania und Co
lumbia.
Grand Arm Republic, Marschäller W.
C. Peters, H. cCall.
Kutschen mit Kindern
Zweiter Wagen —- Beowulss Kampf
mit dem Meer-Unser üm. »
Krie er - Verein. arschälle: G. Jannitz,
Chas. ichter.
Zwei Kutschen mit Kindern.
Zweite Sektion.
Marschall1 W. Walling, G. Wagner.
Dritter Wagen —- Beovuls im Moor
land - Sumpf.
San Autouio Deutscher Männerchor. Mar
schälle: H. Schönfeldt, L. J. Westw
Zwei Kutschen mit Kindern.
Vierter Wagen — Palast Hugileich.
Frohsinn Gesang -Verein. Marschälle: F
Deminger, F. Vogel.
« Zwei Kutschen mit Kindern.
Zweite Division.
Marschall: J. Schütze ; Assistentent F. Rotz
ler, J. Baues-.
Erste Sektion.
Alamo Musik-Kapelle
Fünfter W agen — Beowulss Flucht
aus dem Drachenberg.
Hemmnis-Söhne Mai-schalle: August
Re erg, J. Wohlfahrt
» wei Kutschen mit Kindern
— .·--.-.«.--.
sk—- «
S e ch st e r W a g e n-—Rosengarten. Recken "
auf der Macht«
Gärtner - Verein. Marschälle: H. Kolms,
W. Laer
Zwei Kutschen mit Kindern.
Zweite Sektion.
Marschall: W. M. Locke; Assistent: Leo
Tarlcton.
Sie b e n t c r W agen-—Nibelungen- ord.
Orden der Auserwählten Freunde. ar
schälle: Win. Müller jr., S. Joachimsthah
Zwei Kutschen mit Kindern.
Achtc r W a g e n —Siegfried erschlägt den
Drachen.
St. Josephs Verein. Marschälle : John F.
Ripps, L. J. Sültensuß.
Zwei Kutschen mit Kindern.
Dritte Division-.
Max-schall: C as. Sauer; Assistentem J
Hei-mann, O. S ·ultze ir.
Erste Sekiion.
Feuermanns - Kapelle
h Jdt e unt c z· W a g e n—Erwachen der Brun
il e.
Schleicher Lege Knights vs Honor-. Mar
schälle: W. Altweiu und Wurzbach.
Zwei Kutschen mit Kindern.
fs e h n t e r W a g c u—szagcn im Greisen
nc t.
»Es-Lo
AOLLI
,CM
t- DJIIMQ -
Schiller Loge Knights of Honor. Makfchälle: (
Z. Hager, R. Fresenius. ’
Zwei Kutschen mit Kindern.
Zweite Section.
Marschallt Chris. F. A. Hummel ; Assi
tent: H. Beaty Ir.
E l f t e r W a ge n—Gudrun muß waschen.
Jägerlust - Gesellschaft. Marschälle: Karl
Zuk, H. Moede.
Zwei Kutschen mit Kindern.
Z w ö lfte r W a g e n—Hochzeit der vier ;
Tönige 1
Beethoven Männerchor. Marschällex Ed. »
Lips, Julius Horn. i
Zwei Kutschen mit Kindern.
Vierte Division-. · »
Mai-schall: B. J. Mauermann; Assistenten: ;
it. Brandt, F. Dmgel· «
i
Erste Section. !
Washington Theater Musik-Kapelle ;
D r eizehn t er Wagen-Tanhäuser im :
Dökfelberg ’
Turnverein. Marschälle.
Zwei Kutschen mit Kindern.
Vierzehnter Wagen —Krönung des
Parcivai.
Painters Union. Marschälle: Andrew Nel
on, Jas. Van Riper.
Zwei Kutschen mit Kindern.
Zweite Sektion.
Marschall: Rudolph Völcker ; Assistent: M.
Zchmücklet.
Junfzeynter Wagen —- Huon am
Jofe des Kalisen von Bagdad. »
Blacksmit Union. Marschälle: Julius
Frank, H. ehrt-.
Zwei Kutschen mit Kindern. ·
Sech sze h nter W eigen-Vater Rhein.
Türners Union. Marschall: Ed. Dobroms
is i.
Zwei Kutschen mit Kindern.
Catpenters Union. Marschälle: J. P. An
)rews, John AlberthaL
Die Festwage . .
Namen der darstellenden Personen.
Erster Wagen.
Germanie: Dulda Rammel. «
Columbia: ME. Lula Griesenbeck,
Feb. McAllisier.
Zweiter Wagen.
Beovulf: John A. Beckmann.
Dritter Wagen.
Beovulf im Mootlaud-Sumpf:
detmann Bernau. .
Vierter Wagen.
Palast Hugileich.
Nato Villekeal, Prinz; Ed. Markg,
Joe Truax, Krieger; Frau P. Meißner
ils Dugeidm Fel. Cdna Ttuax, Fel.
Will-, Fel. Villemain, Fel. A. Morip,
Fel. M. Moriz Fel. Cardenas, Fel.
Buitetez, Gespielinnen und Dofldctmeul
der Hugeida. ;
Fünfter Wagen. s »
Beovulss Flucht aus dem Drachenberg. !
August Müqge als Beovulf; Albert«
Dünnen Karl Sommethausen, Cmili
berbsled, Eugen Sarg, th. Meiaz
ils Teufel.
Sechster Wagen-.
Rosengarten. Recken aus der Macht.
Frev. Schüglet, Hugo Lieck, Ed.
Seh-öden Chr. Wildensteia, Chris.
deitgem Fett-. Theiß, Dertnami Mün
ieuberger, August Peters, C. Sessel-.
sssfssoicss Ost
- --- sys-- III-v
Nibelungen - Hort·
F. Dielmann, Geo. eiigen, A. Re
1enthin, Krieger; G. egenthith Geo.
Friiich- Max Schäfleh Julius Con
:ing, Paul Conring, Nymphen.
Achter Wagen.
Siegfried erschlägt den Drachen
Gilbett Schramm als Siegfkiedz R
Boldbech Ernst Goldheck, A. Goldbecb
Flüchtlinge
Rennter Wagen.
Erwachen der Brunhilde.
Fri. M. Günther, Brunhilde; Frau
ilrthur Günther, Frau Alberi Beck
nann, Frau M. J. bemitt, Fri. A.
Siemerinsz P. J. Wagner, Prinz;
Idolph Wagner, Lcuig heuermanm
is. A. Fremde-O Ehe-D Ziller, Ozear
tf
»
Dchmid
Zehnter Wagen.
Hagen im Greifennest.
Milion Schramm.
Elfter Wagen.
Gudrun muß waschen.
Frl. Thekln Siemering. Gudrun5
fri. era Klappenbach.
Zwölfter Wagen.
Hochzeit der vier Könige
Motis Kalteyetz W. C. Knlteyen
Dermann Scheiben-, Ernst Münzen
setqer, Eva-. Nische, Könige. Fri
Balesla Schramm, Frl. Gassen-miet
srl. Muth Dullnig, Fri. Mathilde
Dullnig, Fri. Jda Dulinig, Königin
sen
Dreizehnter Weiser-.
Tannhäuser im Gesell-erg
C. Göth, Tannhäuierz Fri. N
Iiummeh Venugz Fris. Emma Deu
tmann, Lillie Hugo, Viola Hugo, De
ene Wagner, Rofa Torrey, Jda Ro
enbecker, Louiie Sauer, Göttin-um
Vierzehnter Wagen.
Krönung des PereivaL
Lucian L. Lacofie, Tiiurel; Benno
ingelke, Patcival; Ev. Dreiß, Adolph
Dreiß, Ed. Clmendorf, Etharb Gän
hen Krieger; Fri. Minnie Bari-eck
Zütiin des heiligen Gralgz Fris. Clara
Zkovg. Diaa Siieken. Helen- Eins-n
otf, Engel:
Fünfzehnter Wagen.
Hüon am Hofe der Calier von Bagbad.
T. J. Rhon, S. Königsbergen G.
schli, R. Seaman, als Emtkez J.
)ucklek), C. McDowell, Wache.
cechszehnter Wagen.
Vater Rhein
Thog. Tenno, C. Prinzip-» Elias-.
InttholomaL Ed. Degener, Waltet
kenulb Geo. Wutzbach, Nymphen.
Der Beethoven Männer-nor
mr in der Prozession durch eine Dele
ation — die Herren C. D. Müller, C.
Klaus, O. Staffel und F. Densel
ertretem und fuhr in einer mit vier
Iferden bespannten dekokitten Kutsche.
)er Fahnenträger C. Wantzloeden saß
uf dem Kutscherbocke.
M
EDer Festtag.
Zur Feier unseres »Deutschen Tages-«
war uns ein Wetter hescheert, wie ed
schöner nicht gewünscht werden konnte.
Der azurblaue, wollenlose Dimmel
spannt sich über die im anmuthigen
Thale des San Antonio Flusses lie
gende Stadt aus, deren Häuser vom
saftigsten Grün des Roseng, der Bäume
und Sträucher umgehen sind; Rosen,
Veilchen und eine Menge anderer Blu
men verbreiten ihren derauschenden
Duft· die Luft ist klar und durchsichtig,
die Temperatur anregend; tut-zum es
ist ein Wetter-, das Jeden hinnustreidt
aus den engen vier Pfählen und eine
allgemeine Feststimmung schafft.
Die erste und unerläßliche Bedingung
zur Feier eines Festes: »gute5 Wetter«,
war erfüllt und alles Andere stand da
mit im Einklang.
Mit Spannung hatte man dem ver
heißunggvollen Tage entgegengesehen
und endlich war er erschienen. Er ließ
nichts unerfiillt und hat Niemand ents
täuscht, weder das FestsKomiiö, welches
die grdßten Erwartungen auf einen
zahlreichen Fremdenzustuß hegte, noch
das Publikum selbst, dessen Enthusias
mus vielmehr die zum höchsten Grade
gesteigert wurde. »
Es dürfte wohl nicht bezeichnend ge
nug fein, wenn wir sagen, daß die Fest
wagen bewundert wurden; sie riefen
eine förmliche Begeifterung hervor und
auch dem kritifchften Auge mußten sie ge
fallen. Die meisterhaft ausgeführten
Dekorationen mit ihrer wohithuendens
Farbenvertheilung, die überaus reichen ,
Kofiüme, wie sie noch nirgendwo in ei
nem Straßenumzug gefehen wurden,
die blühenden, lebensfrohen Gesichter
der Akteure, deren Augen in reiner
Fesifreude glänzten — es war ein Bild,
das unvergeßlich bleiben wird.
Die Ausfchmückung der- Festwagen
stand auf der höchsten Höhe der dekora
iiven Kunst; und ihre Wirkung würe
jedenfalls noch mächtiger gewesen, hittte
man den eigentlichen Fesizug nicht
durchbrochen, sondern fie der Reihe nach
vorgeführt.
Wir können es natürlich nicht unter
nehmen, auf jeden Wagen nüher einzu
gehenund jeden einzeln zu befehreiben.
Wiederholungen würden da unser-reib
lich fein. Wir müssen uns ,
fchrdnlem den Gefamnrteindtnf der
Feftwagen zu fchildetn. Und der M
großartigi Es ist aber auch Jeder des
Lobes voll über die Pracht und über die
Menge des Gebotenen.
Die Prozession wurde überall mit ei
nem ftürmifchen Enthusiasmus begrüßt
und wir dürfen behaupten, sie hai einen
durchfchlagenden Erfolg erzielt.
Es war ein inrbofanter, farbenprsch
tiger Uwzug, der die hellste Begeifterung
anfachen mußte. ·
Das Fest ift würdig eingeleitet wor
den und wie es begonnen, fo wird es »
sich auch weiter entwickeln.
Die Marmor-Bildern
welche von Herrn John Becknrann irn
Central· Garten während der Abend
Conzerte vargeführt werden, stellen fol
gende Sujets dar:
Ein griechifcher Krieger bewacht feinen
verwundeten Freund.
Theseus kämpft mit einem Löwen. ..
Cupido, umgeben von Göttern und
Genie-.
Gladiatorenikampsi
Tod des Patroklus.
Sankt Moor-ts- vkckbläqt h-- Dir-»Eu
- -. -·« — ,-,--ll. ---- ff----,-·
— I«
Triullied von Theodor Körner.
(Erst kürzlich aus einer in S werin befind
lichen Hands rift des ichters
verö entlicht.)
Schon seit Olimg grauer Zeit
Wollte man's erdenken,
Wem nus Erden weit und breit.
Wohl der Preis zu schenken.
Und trotz aller Streiterei
at sichs bald ergeben,
aß die Lieb das höchste sei
Und der Wein daneben.
Doch beim süßen Zeitvertreib
Tbiit sich’ö offenbaren
Gluth bat nur ein junges Weib,
Trost kommt mit den Jahren.
Bei dem Wein solW anders sein,
Denn, bei meiner Treue,
Kraft bat nur der alte Wein,
Leeren Brauz der neue.
Und so solg’ ich der Gewalt
Meiner schönsten Triebe:
Was ich trinke, das sei alt,
Jung sei, wag ich liebe.
Und so soll mein Wablspruch sein,
Dem ich mich ergeben:
Junge Weiber, alter Wein
Und ein freies Lebenl
An das Publikum.
Der Unterzeichnete seht seine Freunde,
sowie das Publikum im Allgemeinen
hierdurch in Kenntniß, daß erben So
loon von E. Zingmevey Ecke von West
Commercei und CameronsStroße über
nommen, denselben renovirt und eine
ne
Wiener Gaststnbe
eingerichtet bat. L un ch zu alle u
Tageszeitem Feine Küche.
Um zahlreichen Besuch bittend,
V. Vurgftaller.
Eine Schmiede,
gute Lage, neben einer großen Camp
yard ist vom 1. November ab zu ber
mietben. Nachzufragen bei August
Woelp, Ecke Pecog- und Chanezi
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Bgt wurden. Jeder, der auf diese
eiie photographische Ausnahmen ver
größert haben will, der befuche unser
Atelier No. 11 und 13 W e ft - C o m
merce - Straße, unb besichtigt
diese Arbeit.

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