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Freie Presse für Texas. [volume] (San Antonio, Tex.) 1865-1945, May 27, 1893, Image 1

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Tagtiche JteieeschPLetsse fiir Tean R l. III· BE Sig- «· XI II ; Ä U IMJ: Wdchentliche Fädqu is-—
t et ,. . « . s etichi t
. mit zuguzptxekxsetäzoumgz , — -L M- . A b S · I jedes Entnaan
und kostet
10.00 site m- qur over 82.50 ««M"««
Täglichc Ausgabe «M«’·«’«T«T«-WW
s . Z- L.
Jahrgang 28. San Antoniu, Sonnabend den 27. Mai 1893. « — f · «ng "«3387
.
—- —- —"«'-«--" « —
Die Sünden der Reiter-.
;- Mk sen sei-Ists Ort-nann.
ZFertsetzung).
J re jämmerlichen Behausungen und
das nwesen der fokenannten Schlaf
gtellen haben namentl ch die Fabrikarbek
er fast zu Vaäabunden gemacht, denen
ede Anhäng chkeit an die heimische
cholle unbekannt ist, nnd die leichten
Herkxgt hente zierhiry morgen dorthin
wan , je na dem eine augenblickliche
Un ufriedenheit mit den Lo nverhält
wissan oder viellei t das Lo ungswort
irgend eines St kekamites es ihnen
nahe legt. Hier ist meiner Ugberzeus
ung nach ein Arbeitsgebiet ür die be
sitzenden Klassen, aus wel em bisher
noch viel zu wenif gethan ist-hier liegt
eine Auf abe, we che wohl des Schwei
Fder dlen werth ist und für welche
ie
, wie i denke, das Interesse und
Oäserw lligkeit weiter Kreise ohne
ede wierigkeit müßten ewinnen
assen. in elne Versuche mt kleinen
Urbeiterhiiu ern und dergleichen sind
wohl chon hier und da gemacht wor
den,,a er sie mu ten not wendigerweise
an der Armselig eit der el scheitern,
mit welchen man sie unternommen.
Einen stoßen Erfolg darf man sich wie
sinf edeln anderen lFelde so auch hier
wo nur von der Au wendnng sehr be
ben ender K italien versprechen.«
Der Rent er gähnte durch die Nase
und begann mit einein Bleifnft zu spie
len. ein Interesse für das Prolctt
des Anderen verringerte sich augen
scheinlich immer mehr, nnd es geschah
hohl nur aus Hö ichkeit, wenn er
te: »Und nun aben Sie also die
cht, diese bedeutenden Kapitalien
Ab- LIO III-ist« fass Resufsfpms ist-fis
T-----s--—
« Nein! Wenigstens nicht,
ow tmeine eigenen Mittel in Frage
ontnien. Aber ich gedenke eine große
Aktiengesellschaft fiir en Bau von Ar
beiter iiasern in’8 Leben u rufen —
eine esellschaft, deren ktionäre zu
nächst allerdings weniger auf eine hohe
Verzinsung igres Geldes, als auf jenes
schdne Gefül innerer Befriedigung
werden rechnen dürfen, welches das Be
wußtseirk einer guten That tets im Ge- ,
a s
»So ? Na, ich wünsche Ihnen Glück
hu dein Unternehmen,« meinte Herr
gust Eibensii stith »Da-h ich
glaube, offen ge tanden, nicht, daß Sie
einen nennenswerthen Erfolg damit
haben werden. «
urschmm aber bin von diesem Erfolg fel
enset berengU Es sind gewaltige
Hmniens nsiir viel-wem er greif
bare nnd einleuchtende Zwe e aufge
bracht tworden, nnd die Bd nng der
eist ja ein S la wori,
wfeine W nng in unseren agen
niemals verse Man mn nur dar
an bedach tsein«, die ganze ngeiegen
he rnit dem «ndthigen Geräusch und in
der ehiirigen bengalis enB euchtnng
cene zu setzen. can muß einfluß
kzeeåz eitnngen dafür gewinnen, muß
sr
Spiålsu setzen H
ersaininlungen einbern en nnd
vor Allem die wobiwollen e Auf
merksamkeit hoher Personen auf das ge
Ineinniitzix Unternehmen u lenken ver
MS ie glauben ni t, verehrter
nd , welche Wunder d«ie Aussicht
einen niedlich chen Orden oder ein
Lsches Titelchen bisweilen zu bewir
vermag««"ist o lich, v ßfch d r
Nun, es ja m g a i a
Ding wirklich zu Stande bringen läßt,
aber Sie würden eine Unmase von
Arbeit und wahrscheinlich auch ehr be
dentende Kosten davon haben, o ne daß
ichdis setzt ein ehen könnte, wo denn
Mtiichhder n n fiir Sie stecken
he eieinerAt tien fesells st dieser
et würde ja nicht enma er aller
kleinste Gründergewinn herauszuschlai
risse-s käme den-?a wohl daran an, wii
inan die Sache an t, « sagte dbrinet
nd. »Mein lan wäre m roßeu
Zugen etJa v:lgender Sobad dat
erforderliche pital durch genügend
eichnungen gesi ertist, wird ein großes
errain in der n heren Umgebung Ber
lind erworben und lsolgleich mit einer be
trächtlicheu Anäal leiner Häuser be
, sent, deren jede aum siir eine oder
PeiMbeitetsainilien bietet. Die Bau
osten werden nicht allzu bedeutend sein,
denn mnii verwendet natürlich nur das
billigste Mater-ich nnd Wer Luxus ist
in durch die Natur der che von vorn
Rtug aus geschlossen. Nur ein Gärt
und ein Zie enstall müssen noth- »
bei jedem us es sein. Das ist J
tin-cui und wirtt estech end Mkenng auf J
bot-Gemüt er, um etwa e ängel der »
Mynunq ariiber verge en zu lassen. »
Dann stellt man Denjenigen, welche »
an reflektiren——nnd ihre Zu alwird
eisel gro enug sn—die
» , ser r einen A etkspreidf zur Ber
— der etwa dem idher von ihnen
en ents sticht nnd man est zu
einenp ngeuZu la f t, durch
chtung der iet er ein An
III-s dies-Weban Lied Hauses
erhn e n o er zwanzig
» , kann er aufdi dicke Weise den
s « VP »Kann-rei- be hlt aben und be
Ment ntsaiirner sein Das
« Mysewiß ver-lockend und überaus
, M Pk eke ist so human, daß ich
W Wäre nur von PMM
Mk, Mch Rechtsansple «
-J·-s«n-Z·x-:.JZL«»LI«- gis-?
»du ich gar nicht die Absicht habe, oen
Akt onären hohe Dividende zu verspre
gem Aber ganz so aussichtslos, als
ie glauben, ist auch für sie die Sache
nicht. In jedem Miet svertrage muß
sich neben allen möin en vortheilhaf
ten Zusicherungen eine kleine uns ein
bare Klausel befinden, welche be agt,
daß alle bisher auf den Kauxpreis des
Hauses gezahlten Beträge o ne Wei
teres verfallen und verloren sind, wenn
der Miether die Kolonie zn verlassen
wünscht oder wenn er auch nur ein ein
Mes Mal mit der Entrichtung des
iethszinses im Rückstande leiht
Einer dieser beiden Fälle wird im Laufe
der Jahre sicherlich fast in jedem Hause
eintreten, und wenn man auch m der
ersten eit von jener Bestimmung selbst
verstiin lich nicht allzu streng Gebrauch
machen wird, ließe ich doch später,
wenn die gezahlten morti ationsbe
träge schon eine hübsche Hli e erreicht
haben, leicht ein recht netter Gewinn
daraus er ielen.« .
»Das ist, ehrlich gesprochen, das ein
ige halbwegs Vernunftige, was ich bis
ietzt in Ihrem Projekt habe entdecken
Innen. Eine Andeutung, wo der «
Gründergewinn herauskommen soll,
sind Sie mir aber noch immer schuldig
aeblieben.« ’
»Ich war eben im Begrif , dahin zu
elangen, Berehrtesteri is hierher
stehen alle meine Entwurfe si und fer
tig da—hier aber ist der Pun t, in Be
zug aus den mir J r freundlicher Rath
vielleicht wird von u en sein könnte.
Es ist selbstverständli , daß uns das
Terrain für unsere Kolonie nicht vom
Himmel fallen kann, sondern daß wir
ev kaufen müssen, und ich sehe nicht,
was den Versäuser hindern sollte, seine
hunderttausend Mark oder mehr bei
dein Geschäft zu verdienen.«
In August Eihenschiitz’ müden Au
gen blitzte es aus, und seine Gesichts
gige belebten sich; aber in der nächsten
ekunde schüttelte er doch wieder ent
mu igt das ehrwürdige graue Haupt.
.,, ch fange an, Sie zu verstehen,
aber ich sehe auch, da Sie die Schwie
ri leiten-eines so deli aten Ges ästs bei
eitem unters ätzen. Ein errain,
bei dessen Kau und Verkauf solche
Summen zu verdienen wären, wird hier
in der Umgebung Berlins schwerlich
nogzu nden ein.«
obt ner lä elte zuversichtlich »Es
ist schon gefun en, Berehrtester, und
mir fehlt nur noch der Kapitalist, der
sich durrz rasches Zugreisen das Ge
chiist si ett und mi dem sich über
meine Betheili ung an dem Gewinn ein
vernünstQikzes örtchen reden läßt«
· ugu t Eibenschiis war in lPe
sch ftlichen ingen gewi nicht a zu
vertrauens elig, und stir das Projekt
seines Be uchers FlRatte er sich bisher
vollends n cht im indesten erwärmen
Wuan aber die gelassene und sieges-'
ewisse Art Dobnners blieb auf ihn
och nicht ganz ohne Wirkung.
« Fortsetzung solgt.)
—.. --—.--.—.
Anfmnnternng siirvie Schwachen.
So lange der verglimmende Lebensfunke zn frischer
warmer Elnth entsteht werben cann, gerade so lange ist
auch Hoffnung site den schwachen, abgesehrten Patien
ten vorhanden« Plan lasse ihn darni- nitht verzwei
seln, sondern ans dieser Zusicherung nenen Muth
schöpfen« denn es isi Thais-che, daß es ein Mittel sae
Instit-sing einer erichöpsien Knechtsinn-ten giebt.
der aiwirkt v erMIla enbitters dank sei
Zeln Innre-gleicht knstseikknlireadesn Ei ens eilen an
Körper nnd Ie- hsihwncher nnd nerv see ersonen,
deren sehe-thesi ers onst szeiny is lich neIe Wun
der. Innern- ersri esber las, nach-ne an Kör
peräzwichi nndesesnn e Farbe nd ver Segen, den ein
vee säan c ranch die es nnschä baten Stint-lang
niittel l on such tneser eit mit eh bringt« Durch
pas ei wird die set sunng angeregt, das Blut
veriiingi nnd jedes vmie Organ geträ ist« bebeisegt
es anih dem verwöhnies sannien se er nnien en.
Ja seiner Zasasrsnenseennkix es rein ne excl-il sch
nnd durchaus nnscädli . e rauhe es nn erst-riet
O w eh!
Friin A.: Wie kommt nnr Ehr herr
Gemahl dazu, meine Tochter itien zu
la en, daß sie täglich einige Stunden
K avier spielen möchte, nachdem er sich
früher so entschieden gegen das Musi
gieren im hause verwahrt hat, woher
iese plhgliche Wandlung?
Frau B.: »Mein Mann schreibt
gegenwärtig ein Damm-und dazu. ifi
ihm immer seine Stimmung noch nicht
wild genug !«
— Jrrlichier entstehen aus der Fäul
niß von Pflanzenstossen.
As
- B e i i h e ad er
, « Oe easweiie,
X- and wenn man
weni Bewegt-us
bat, ollte man im
Dr. Piercki Plus
sot Politik bei Jich
, de uckmei i m leich
Æstuäau nu;H assullkxtchegite MI
Bä . Itzt die klemmt-, am leichte
Iu net-messen Di er, welche ia gan
Imnkmstzek Weise wi es nnd ans wel e
W neu-m folgt. .0asirssches Mipr -
bll es top weh, Berdanusgsbelchwerdm,
Um t Inst e und alle mit dem Nasen oder
Darmkanal zusammenhängenden Unpäßlich
Ieimi werden du ver met beeiti t
www-» tch sie h - f g
Schandtat ou bei-ant
zsall is Akk) wird schnell
kneipt durch Dr. sag-W CO
hkkh Wy. Dasselbe gilt
sur katakrhslischts com-h
- and alls durch smal- verur
’ Mut Zuständi, —- Iud westlich such für
f stinkt stle Diesiseathmuer eisernen
Mfsttlrseudmmtsqyden Muts-stu
Iivu sank-. "
LEMPS
Lager - Bier
im Zapf
und in Flaschen.
Freie Ablieferung nach irgend
einem Theile der Stadt
Telephon« 258.
Ernst Bist-he
Agent.
Die wirkliche Weltsprache.
Die Volapük - Seuche, welche vor
Jahr und Tag die civilisirte Welt er
griffen hatte, ist gänzlich verschwunden,
und Die, welche von derselben ergrif
fen waren, schämen sich heute ihrer
Thorheit und Kinderei. Eine Welt
sprachel Wunderlicher Kauz dieser
Pfarrer Schleyer, der die ganze Mensch
heit mit einer Zunge versehen wollte,
deren Laute nicht organisch gebildet,
sondern mechanisch zusammengesetzt
sind. Jn der Bibel steht »und Adam
gab jedem Thiere seinen besonderen
Namen.« Vor etwa 250 Jahren woll
te ein Schriftsteller aus dieser Stelle
den Nachweis führen, daß Adam im
Adam im Paradiese deutsch gesprochtn
habe, denn nur in der deutschen Spra
che seien die Thiernamen bezeichnend
und treffend. Dieser Deutschthlimler
war übrigens kein Deutscher, sondern
ein Engländer, der berühmte Antiquar
R. Verstegan in London; seine Ansicht
wurde damals auch von Anderen ge
theilt, und wenn im 16 Jahrhundert
der Vorschlag gemacht worden wäre
eine Sprache neben der lateinischen
als Weltsprache zu wählen, so würde
die Wahl wahrscheinlich auf die deut
sche Svrache aefallen sein. denn dies
franzbssische war damals noch nicht so
hoch entwickelt, und an die englische
dachte Niemand, obgleich Shakespeare
bereits gelebt hatte. Seitdem hat sich
aber eine große Veränderung vollzogen, I
die französische Sprache hat sich in der
Zeit von 150 Jahren zur Sprache der
iplomatie und der feinen Gesellschaft
empor geschwungen, sie hat aber bereits
den höchsten Grad ihrer Ausbreitungs
fühigkeit erreicht. Wenn heute eine
unparteiische Jury, bestehend aus Ge
lehrten aller Kulturvölkey gefragt
würde, welche Sprache sich am Besten
zur Weltsprache eigne, sowiirbe sie sich
1edenfallsftir die englische entscheiden.
Die englische Sprache hat während
der letzten 100 Jahre gewaltiäe Fort
schritte gemacht; während sie nde des
achtzehnten Jahrhunderts von kaum
25,000,000 Menschen gesprochen undi
verstanden wurde, ist die Zahl heute
auf 125,000,000 gestiegen. Keine an
dere Sprache, selbst nicht die Gelehrten- s
sprache des Mittelalters, hat eine sol
che Aneignungsfähiäkeit gezeigt; der
deutsche Professor chrör macht den
Vorschlag, den Unterricht im Engli
schen in Deutschland obligatorisch zu
machen. Noch vor einem Menschen
alter hielt es schwer, in einer kleinen
deutschen Stadt einen englischen Lehrer
u sinden. Die englische Sprache ver
ient alle Lobsprttche des deutschen
Professors, und der Vorrang ist ihr
auf lange Zeit, vielleichtan Jahrhun
derte gesichert, aber Nichts ist vons
Dauer. Die lateinische Sprache war
die Weltsprache des Altersthums und
die Gelehrtensprache des Mittelalters
in einer Zeit, als Englifch noch ein
barbarisches Jdiom war, wo bleibt sie
heute? So wird auch die englische
Sprache ihren Niedergang haben.—
Das dümmste Beginnenist, eine Spra
che unterdrücken zu wollen; wie jeder
andere Organismus stirbt die Sprache
von selbst, wenn ihre Lebensfähigkeit
aufgehört hat, es ist gar nicht einmal
nothwendig, daß das Volk, welches sie
entwickelt hat, ebenfalls vergeht.
(Balt. D. Corr.)
— Mein Kind litt fast fortwährend
an einem haften- und Brustleiden. Jch
wandte einige Packete Dr. August Kö
nigs Hamburger Brustthee an und es
wurde wieder vollständig hergestellt. —
Adam Attig, Des Moines, Ja. Preis
25 Cents das Packet.
ists-— —...
— Die Großloge der Phthiasritter
hat mehr gethan, als ihr Cx - Kan let
daökins geglaubt und gehoffthat. ie
hat mit ungeheurer Majorität, 106 ge
en 13 Stimmen, beschlo en, daß in
ukunft kein Wirth, kein pirituofen
händler, kein »Barkeeper«, überhaupt
keiner, der mit dem Verschleiß von gei
stigen Getränken etwas zu thun hat,
Aufnahme in den Orden der Pythiasz
ritter finden kann. Der Beschiuß, der
eine Verfassungsänderung in sieh
schließt, ist nicht nur ein Schlag gegen die
m die Acht erklärten Liquorleute, son
dern gegen die deutschen Mitglieder
überhaupt, die in dem Orden sehr zahl
x reich sind.
IW. H. Riehcss 70. Geburtstag
Es ist ein harte-s Lass, wenn die Inh- i
mende Gewalt des Alters den Fittich
des Geistes hemmt und schlimme kör
perliche Gebrechen sich einstellen. Vor
einem Jahre war W. H. Riehl dem
Erblinden nahe. Ja einem an die
Zeitschrift »an Fels zum Meer« ge
richteten Briefe schreibt er: »Ich war
sehr betrübt, aber nicht lange, denn ich
gedachte bald, daß es doch fehr un
dankbar sei, zu «klagen. Naher 69
Jahre war es mir vergönnt gewesen,
so viel Schönes und Herrliches zu se
hen« für mich und auch für Andere.
Wie dürfte ich mich beschweren, wenn
ich nun für den Rest meiner Tage
nichts mehr sehen solltet Wird doch
nur den wenigsten Menschen das Glück
zu Theil, die liebe Sonne so lange zu
sehen, als ich sie gesehen hattet« Und
im Besixze dieser glücklichen Ruhe der
Weisen ging der der Blindheit Nahe,
daran, ein neues Buch zu schreiben,
um sich zu seinem 70. Geburtstage
selbst zu beschenken. Das Buch ist
fertig, wenn es auch noch nicht im
Druck erschienen ist, und der Autor er
freut sich- Dank einer glücklichen Ope
ration, wieder der vollen Sehkraft.
Alle die je durch seine Werke erbaut
und erfreut wurden, werden ihm wün
schen, daß er noch recht lange in voller
Gesundheit des Leibesund des Geistes
indem ihzn·neu «geschenkten· Sonnen
Uccle Wllllllctll llcllgcs ullll chlclllgclh
deren Widerspruch er herausgesordert
hat, werden es nicht minder thun.
Denn auch an Gegnern fehlt es ihm
nicht und wir selbst möchten keineswegs
zu seinen unbedingten Anhängern ge
zählt werden. Mit einem außerordent
lich empfänglichen Sinn fttr die Re
gnungen des Volkslebens ausgestattet,
hat er uns so manches enthüllt, was bis
dahin unsern Augen verboten war; er
hat das Haus und seine Sitte, die hi
storischen Stände und ihre Eigenart,
die stammlichen Besonderheten in Be
ug auf ihre Bedeutung für die politi
che, wirthschaftliche und culturelle Ent
wicklung der Gegenwart mit großem
Scharfsinn untersucht und wenn er
auch oft fehl greift, der Gesammtheit
seiner Verdienste thut das keinen Cin
trag. Seinen Standpunkt können wir—
nicht theilen, denn anstatt vorwärts zu
schauen, blickt er rückwärts und seine
stark ausgebildete historische Veranla
gung verleitet ihn sozusagen, einen
Trümmerhaufen für ein wohnliches
Haus anzusehen.
Wilhelm Heinrich Riehl wurde am
6. Mai 1823 in Biebrich geboren,
wo sein Vater Schloßverwalter war;
Sinn für Kunst und Musik war sein
väterliches Erbtheil. Jn Wiesbaden
und später in Weilburg besuchte er
das Ghmnasium, studirte dann in
Marburg, Göttingen, Bonn und Gie
ßen sPhilologie und Theologie, aber
auch Kunst und Kulturgeschichte,
:wandte sich hierauf der Journalisiik
zu, indem er nacheinander Redacteur
des Badif en Landtagsboten, der
Karlsruher eitung und der Nassaui
schen Zeitung war, und wurde 1848
in die deutsche Nationalversammlung
gewählt.
Er blieb aber der Politik nicht tren,
übernahm vielmehr die Jniendanz des
Wiesbadener oftheaters und begann
zugleich die ,, aturgeschichte des deut
schen Volkes« zu schreiben. Der erste
Band derselben »Land und Leute«
machte seinen Namen bekannt. Riehl
wurde als Professor der Staatswi en
schaften an die Münchener Hochs ule
berufen, wo er heute noch thätigist.
Als Schriftsteller hat er nach drei Rich
tungen hin gewirkt. Seine streng cul
turhistorischen Schriften machen un
streitig das Bedeutendste aus, was er
geschrieben hat. Von ihnen sieht wie
der die in drei Theile zersallende »Na
turgeschichte des deutschen Volkes« im
Mittelpunkte; sonst sind noch zu
nennen die »Cultursiudien aus drei
Jahrhunderten« und »Die deutsche
Arbeit.« An sie schließen sich eine
ganze Reihe von Novellen, deren Eigen
art in der anschaulichen Verwendung
des culturhistorischen Beiwerkes besteht.
Die bebe endsten dieser Sammlungen
sind: ,, ulturgeschichtliche Novellen«,
»Nenes Novellenbuch«, »Aus der
Ecke« und »Am Feierabend«. Aber
auch als musikalischer Schriftsteller ist
Riehl mit Erfolg thätig gewesen; seine
Der blühende Fruhling -
bringt blühendeS Geschäft «
unser Geschicftstokal ist vongepackt mit Bittgang «"
, Jedes Departement angefüllt mit neuen th
! jahrz- und Sommer- Waaren
i
hiska
Wir verkaufen sie reißend schnell. Jhr könnt Euch davon überzeugen, wenn Jhr die große Zahl der Mttz - bit
fortwährend m unserem Store sich befinden. Jeder kann feine Wahl treffen und Niemand geht unbefriedigt «
Widerstand
Spezielles in französischen Challies.
Wir haben eine große Preis - Reduktion in
wollenen Challies vorgenommen. Wenn je
mals ein Prosit für die Kunden da was-, hier
ist er. Französische Challies, Cream Farbe,
schön gemustert, von 65 Cents herabgesetzt aus s
50 Genes.
Bedruckte wollene Cropes in eleganten Mu
stern, die früher nie sür weniger als 75 unds
85 Centö verkauft wurden, offeriren wir fiir
69 Cents.
Speztell. »
Solider schwarzer französischer Mousselin.i
Wurde nie unter 85 Cenis verkauft; jetzt nur s
25 Cents,
Speziell.
Französisch gemustette Sateens in wunder
hübschen Mustern, in hellen und dunkeln
Grundsarben ; selten unter 40 Cenis verkauft
Jetzx 3 Yards für Einen Domit
Hüte! Hütt!
Grtsße Reduktion in Hüten.
Leset, dann kommj und überzeugt Euch
Wir haben verschiedene Dutzend unserer
eleganten Mustekhüte übrig, im Preise von
814 und 816 bis 818· Wir haben dieselben
auf den Preis von
811.00
herabgesehi. Ihr könnt Euch diese Gelegen
heit nicht entgehen lassen. Unsere Hüte sind
einfach großartig. Farben und Fagoni sind
bezaubernd schön. Zögert nicht und tresst
Eure Wahl
Strümpfe
Damen »pr-Slich« in grau, schwarz,
ledersarben und anderen modernen Farben,
von 40 und 50 Cents herabgesetzt auf
35 Cis. oder 3 Paar für 81.00.
Kinder-Strümpfe, roth, braun, lederfarhen
te. zu 15, 20 und 25 Cents. .
Frauzisische OW
in allen den neuesten Farben, helle satt W
Grunvfarben. Ebenso gut Die Its-M
für 35 Cents verkaufte W; bei M Of
s Cents die Yakh.
! . s.
I Spitzen- Umhmk
für Damen; von cuiseieiM M
Spitzen angefertigt Soebe- W
Sachen sind wunderbar W - . »F
Somtmfchm
Wir erhielten svebenein
timettt von SonneUW O
txt-opt- do Ohms und CW »
- schwarz und bunten Farbeii M«
werden sichekiich Inttans W ,
kkkgiz
XVI-Z
Jn allen anderen DeW is
das Lager vollstänqu M Miit
teithste LIan
sit
Briefliche Auftkäge finden stets ganz besondere Beachtung m M
auf das Sorgfältigfte essektuikj - s ,
L wOMsgsz
der Tonangeber der Mode undjer Preise.
»Musikalischen Charakterkdpse« und
die »Hausinusik« zeugen für seine Be
gabung auch auf diesem elde.
,Jlls. taatöztg.«
cicckleiis Uruten Salbe.
Die beste Salbe der seit sitr III-im, me II
ses,ceschiviire, ebees nnd fut- icsfals , te, «
einen-sent aän e, Irostbeii es nnd a z us- ;
e tea; knrt hager-holden oder seine euhlnnsw
ölli e Zufriedenheit tranttrt oder das Geld siedi
nrii erstattet. 25 cent dte Schachteli Znin set-ans !
ästiöifiäpothetem Idolyh Deetw The-pfui s co» -
s
WW .
—- Aus Berlin schreibt man: Dis
Nachricht von der bevorstehenden Ehe-I
scheidung des Prof.« Koch, des be-s
rühmten Bacillen-Forschers, hat hier;
wenig überrascht. Daß derselbe mit!
der Schauspielerin Bertha Forten vom
»Berliner Theater« ein intinies Ver
hältniß unterhielt, war seit längerer
Zeit ein offenes-· Geheimniß. Frl.
Forten kam von einem russischen Thea
ter nach Berlin und wurde, inehr ihrer
körperlichen Reize als ihrer künstleri
schen Leistungen wegen, von Direktor
Bariiay engagirt. Sie erfreut si ei
ner hocheleganten Figur und ened
allerliebsten Gesichtcheus, aber selbst
mit diesen besonderen Vorzügen ist sie
über kleine Rollen niemals hinausge
kommen. Als sie zuerst in Berlin er
schien, war sie von eineni gleichalteri
gen Freunde begleitet; diesem gab sie
jedoch, nachdem sie erst den Professor
Koch kennen gelernt hatte, sehr bald
den Lauspaß, obschon Dr. Koch be
reits Großvater ist, während Fri. For
ten die Zweiunddreißig noch nicht
überschritten haben soll. Uebrigens ist
Koch noch nicht alt. Er steht im 49.
Lebensjahre.
«—-——-.O I---—-— -
Many Perseus see vkoikea
üovm from over-ca ask banget-old eines.
Bkowuks lron Ritters Revujlasihe
syst-ein« stil- iilsesrion. remove-I excess at· dile.
Sud eures main-irr cet the sen-ame.
— Auf Ansuchen des deutschen?
Reichsgerichts in Leipzig wurde der
um Christenthuni übergetretene rus
sische Talmudist Paulus Meyer in
Wien verhaftet. Derselbe hat erklärt
er sei Augenzeuge eines iii Russland
begangenen großen Judengeiiie els ge
wesen. Er soll wahrscheinlich von
Seiten ider deutschen Reichsbehbv
oen an Ruszland ausgeliefert werden.
— Die längste Brücke in der Welt
führt über den Lorenzosiroin und ist
9,144 Fuß lang.
Wir bieten Euch die Huku
JU Folss schlechter Zeiten ist das Geld knapp m » . «
stau; Wir fühlen wie jeder andere diese WMW LIM
Schlechte oder gute Zeiten, verkauft mußt-Mk
Sonach haben wir uns entschlossen - . z .
Möbel auf monatliche Ab
zu verkaufen. s
Kommt daher zu uns, wir werden Euch ehrlich nnd scoulnnt »
delm Unsere Jnstallment - Preise sind so niedrig wie die fass «
unserer Concnrrenten. " ,
Hager 83 Moths, !
113 Alamo - Plaza und 14 Losoya - Strafe.
Gt ablirt Bös.
F. l. MEYEPSW
No. sä, West- Seite Alamo Plaza, Sau Untenio.— -Telchh0n pli
Weiß- -Weiue. I Koth - M
Steiubetger Cabinet, Medu, .j,;..-:T:
Raucnthaler Berg, St. Juliu,
Geisenheimer Auslese, Chutesu Masc
Marcobrunner, —
Liebstauenmilch, SEND-I s- II .
usw. us w. pas-i «
Champagner. s Baum-, Minc- ccllpsa -
qusöre . Alter Rum, Aber Cogmm Abs nth, Uukfettq sucht-r W
elf-i G -Btt ,Ki w , w wa rtm , Im
michs-; Ism- t er tschen a er as etschenssr, W II
WM. REUTSWS M
W m. R e u t e r, Eigenthümer
Manto le ........ Ecke von Guttat-Straße ........ CI- W
Das eleeianteste Lokal der Stadt. Fahrt nurdie besten Wem-, s Ists
» Lk uöre, im rte und einheimifche Cigarren Stets toller-frisches Bier-, sinkt M
q MIZit dem Lokal ist ein fein eingerichtetes Damitan TM
Täglich Vormittags von 10—12 Uhr ausgezeichneter v I rs et —

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