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Freie Presse für Texas. [volume] (San Antonio, Tex.) 1865-1945, October 04, 1893, Image 1

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Die
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Lagciche Freie Presse für Tean Wöchentliche Freie Inst statt-II
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mit gusuapme des sonntags - jeden Yeunetpss
und kostet -« und kostet
10.00 fßr das Jahr oket 82.50 " 82.50 Mk bis Jsht Idee BLII
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T-— I— —L » sp. » , - -«,. » .---.. ———-. - — —... —, U J . W
Jahrgang 29. Sau Antoniu, Mittwoch den 4 Oktober 1893:4 Nummkk 3498.
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Schicksalswege.
Roman von Knrt Hossmeister.
. (F·tlistzuvg)i
»Da habe ich freilich ein etwas hohes
Entree siir eine nt gespielte Komödie
be ablt,« lii elte olfgang, mehr über
si selbst be nstigt als ärgerli . »Und
ißvie znag wohl dieses samose piel hei
en «
»Sie haben mit jenen Herren Küm
zielblättchen«« aeivteltz Herr Baron
Doch dRind ·er bei ünserer ersten
Et pe angelangt.«
r klopfte an das Fenster hinter dem
Knt cher. Die Droschke hielt.
,, iickkanfsgeschiist von Moses Na
thansohn,« lautete die verwitterte Firma
über einer unscheinbaren schmalen La
denthiir.
Der Baron trat mit seinem Beglei
ter in den Laden. Nat an ohn stand
inter ei Ladentafel. r war ein
" agerer W ann mit gelbem Gesicht nnd
chwar nnd grau melirtcm, nachlä sig
lo endem Haar. Das spitze Kinn
lie in einen wickelbart aus; die start
ge ogene Na e, die kleinen, dunkeln,
glänzenden Singen vollendeten das orien
taiische Gepräge.
Als er den ihm wohlbekannten Kri
minnlbeamten erblickte-, funkelte m den
seinen Augen etwas wie Ueberraschung
nnd Mißvergnii en aus.
»Na, Nathanfon,« redete ihn in kor
dialem Tone der Beamte an, der einen
sZarsen Blick ans ihn geworfen hatte,
« rhabt etwas für mich. Soll ich
rat n? Eine goldene Uhr etwa ?«
Fing Wort tras den Juden wie ein
e .
»Eine goldene Uhr ?« wiederholte er,
die Hände zusammenschlagend, in einem
schmek lich vorwnrfövollen Tone, daß
Pei- eamte sich gleich so hoch ver
«teige. -
»An einer schwer goldenen Kette ?«
mein der Andere weiter.
»Ich schwör’s beim gerechten Gott
Tiber mir,« rief setzt der Jude, die
·nde gen Hinune schüttelnd, »daß ich
ab« keine goldene Kette l«
»Nun, ereisert Euch nur nicht. Na
thanson. Ich glaube Euch ja. Der
Herr Baron hier itschon mit der Uhr
zufrieden. Gebt ie heraus i«
Nathanson wandte sich jetzt an Wolf
gnugis
» ie soll die Uhr aussehen P« srng
er dieer mit einem durchbohrenden
Blicke es Mißtrauen5.
Es war ein letzter Strohhalm von
Zosfnung an den er sich anklammerte
er Kriminalbeamte lächelte
Der Baron beschrieb Gehäuse und
die Urt der Arbeit aufs Genaueste.
Nathanion stieß einen Seuf er aus«
dann ging er in gebrochener altnng
nach einem kleinen Hinterzimmer.
»Wir können von Glück sagen, Herr
Baron, daß wir7s gleich uns den ersten
Wurf getroffen haben,« bemerkte der
Beamte. ,,Nathanson wird sich jetzt
da drinnen die Haare ausraufen, daß
die kostbare Uhr noch nicht auf dem
We e nach Hamburg oder Leipzig ist.«
d währte eine gute Weile« ehe der
Jude zurückkam Er mochte wohl in
seiner lausel mit dem Prachtstüek noch
ein wenig liebäugeln und blutenden
rzens den Gewinn berechnen, den es
ihm hätte bringen können.
Endlich kam er, langsam und schlot
ternd. Er hielt das nor-pas delioti in
beiden fänden, die obere tiber der un
teren zu ammengeschlossen.
» s für Zahlen sind auf detn Zif
serblatt?« inquirirte er den Baron, die
Hände noch fest übereinander schließend.
.Römische oder deuts e ?«
»Es sind romifchoe ahlen,« antwor
tete Wolfgang. er letzte schwache
Hoffnungd chinnner war erlos is Wie
rechte nid desJudem ,z«-s» dier r
bedeckt cert, sank-vie ei»,i« s ,-ipeka«,
und auf cdher flllaehezsi ’,-----.«Wots-s
gn spra tvo es r« « -
Iiathansohnx sagt »Hme
bearnte mit einem siegr
ssrsrskiijrszs kirch- " -
-uIHs-s-uuou:. JUU sit-cl- clllllcll aus
bisher zurückgedriin ten Gefühle des
Juden, dieii nierzli e Entsagnng und
das Bewnß ein,deni eisernen Zwange
der Xsiicht gehorcht zu haben, zum Aus
brn
« rr Kommissarin rief er mit
biihenden An en und die behende Hand
vor die Brut schlagend, »Moseo Na
than ohn is e ehrlicher Mann i«
» aran zweifelt Niemand, Nathan
Wiw entgegnete der Beamte, dein
gebrachten beschwichtigend aus die
S alter tiopsrnd, »i wei , da Ihr
ein Ehrenmann seid, we cher eine flicht
kennt, ich weiß auch, daß hr die Uhr
nicht angenommen habt, ohne vorher
Einsicht in Legitimation des Ueberbr n
ers zu nehmen, schade nur, daß die
egitiination selbstverständlich gesälscht
oder gestohlen war.«
Der Jnde ina te eine bedauernde
Haiidbewegnis as wollte er sagen:
»Dasiir kann iosesNathansohn nicht i«
Mit verdindlichem Lii eln iani er
'etzt die Hände reibend hnter seinem
Habentische vor und schritt aus Wolf
gang zu. Sein Wesen war völlig inn
gewandelt.
»Wollen der nädige Herr Baron
ni tdie Gesiillig eit haben,« redete er
die en an, ein tie es Kompliment ma
nd, »wir Ihre dresse zurückznhssen ?
an kann nicht wi en, od nicht einer
WILL Eintritt ein schweren gol
denen Uhrlettchen Ich könnte dann
den nädigcn Herrn Baron sogleich
bena richtigen.«
Wolfgang nannte ihm seinen Namen
nnd sein Zotei.
Des fandleihers tiefe Bücklinge
wollten kein Ende nehmen, als Wolf
gang mit seinem Beg eiter der Laden
thür usclfritt Sogar bis an die
Dros le olgte er i m, stolze Seiten
blicke versendend, ob ie U achbarn auch
gähem welch’ vornehmen Besuch Moses
iathanson gehabt hatte.
»War mer eine große Ehre, Herr
Baron, eine sehr große Ehrel«« rief er
noch dem Einste genden nach und schien,
während der Wagen sing in Bewegung
setztse,· in einem tiefen iickling erstarrt
zu ein.
—,,Nathanso n wird Sie jedenfalls
heimsuchen,« agte der Kriminalbeamte,
,,um Ihnen vorzuschwindeln, er habe
an der Uhr viel Geld verloren. La en
Sie»sich nicht breitschlagen, Herr a
ron «
6. Kapitel.
Als Wolfgang eini e Stunden später
in seinem Zimmer beschäftigt war, die
Berichte seiner beiden Gutsoerwalter zu
lesen, klopfte es leise an seine Thür.
»Herein l« rief er.
Es war die Gestalt Moses Nathan
ohns, die sich in demüthig gebeugter
altng hereinschob. Wäre ni t der
wickelbart gewesen, der das esicht
des Hebräer-z nach unten fo eigenthüm
lich zuspitzte, daß dem Baron schon vor
her unwilltiirlich der Vergleich mit
einem Papierdrachen gekommen war, er
würde den Eintretenden nicht gleich
wieder erkannt haben. Der Pfand
leiber tru ischwarze Kleidung, dazu
tadellose it che, deren blendende Weiße
die übermii ig langen Manschetten
wahrscheinli mit Fettschrift hervor
gehen sollten, eine Kramtte von himmel
lauer Seide, auf welcher eine Busen
nadel wie ein grünes Hundeauge un
kelte; mit der rechten Hand stri er
liebkosend einen niedrigen feinen Cylin
derhut, um den Glanz desselben noch zu
erhghen
k---L-4- Aj. L-k4 I.:- ...« fle..x.
VI Ubbclblvcb II susl UIV sah III-·
I »Nun, Herr I thansohn,« empfing
ihn Wolfgang lächelnd, ,,istshnen etwa
schon die goldene Uhrkette in’s Revier
gelaufen ?«
»Nein, gnädi ster Herr Baron,«
antwortete der ude, ortwährend in
einem Cchus unterwürfiger Verbeu
gungen egrissen, »’s is noch Keiner
mit dein schweren Kettchen gekommen
nnd ’s wird auch Keiner mehr kom
men.'l
Wolfgang wollte den Besuch des
Psandleihers möglichst abiiirzen und
ich und ihm eine weitschweisende Ein
eitung ersparen.
»So sind Sie gewiß gekommen, Herr
Nathan ohn,« sagte er, »nur mir mit
zutheileih daß Ihnen durch die Her
iiius Erbe meiner Uhr ein Verlust erwach
en t.«
»Nein, Herr Baron, deshalb bin ich
nicht geloinmen.« In der Art, wie er
die and beschwörend aus’s Herzlegte,
sow e in dem erhabenen Lächeln, wo
mit er dieer Bewegungen begleitete,
lag etwas athetisches. »,,Wenn Mo
ses Nathan anverliert sein Geld, so is
das seine Sache,« siigte er»hinzu.
Er trat mit einer gewissen Feierlichi
keit näher heran, zog ein Etui von
Mai-o ufn ans seiner Brusttasche, legte
es geiiäaet aus den Tisch,s an welchem
der Baron saß, und zeigte aus ein Paar
sehr schöner Brillantohrringe· Na
t ansohns Augen selbst strahlten vor
ntziicken, während sie bald ans dem
Schmncke, bald aus dem verwunderten
jungen Manne weilten.
»Sehr schön-· sagte dieser, »in der
That wunderschön l- Aber was soll ich
damit anfangen ?«
s » »So vornehme junge Herren, wie
der-Herr Baron,« sagte der Jude mit
Es chl net Miene, Minnen immer Bril
- rtinge brauchen. Jede Dame,
der Sie wollten machen ein Geschenk
Jdauiih würde sagen: Gott, was sind
get-»Mu! Und der Herr Baron sollen
die Sächelchen zoottbilligE
» err Nathanso n,« entge nete
Yo gang- »se·lbst -wenn ich» «d esen
, Vujuiuu til-Du cis tunlich lllllcck i
mich doch beden en, ihn zu kaufen, eöj t
W
Vor die
« Schranken
( ) , ver öffentlichen
Meinun kommt
, jede Mc izin, die
« aldspg.Patent
Medizin verkauft
wird. Nnrwenige
— vermögen dort init
. I I Ein-en zu bestehen,
ivennesfich darum
handelt, daß sie n iif P r o b e verkauft wec
den. Vielleicht ist’s Euch schon aus« efallen, das
bei deisiazzemähnlichen eint gnt G ück empfoh
lenen edizinen dies ne ni tversncht wird·
Das einzige Mittel lseiner ri, dessen Wir
kungen so tress ichere find, daß es unter die
sem Plan ver auft werden sann, ifi De
Pierce’s Goliisn silodicsl Dissener- Ils
Aränei zur Blatreiiiigniig, zum Wiederher
ste en verlorener Kraft nnd ziik Erzeii iin
esiinder Körperiiille iennt die syiliche ki
enichiift nichts Aehnliches. Bei jeder seen -
eit, deren Quelle iin Blut oder der Leber
iegt, bei Dyspepfie, Berdannngddefchivev
den, Gallenfluß, bei den hartnäckigsten Heini-,
tapfhanti nnd scrojnlöseii Leiden wird s li
eiintict, daß ed in jedem Falle hilft Idee
iurirt, oder das Geld zurückgegeben wird.
Jedem, der iin Katarrh leidet, einerlei wie
Plinim oder veraltet der Fqu sei, sagen die
igenihiinier von Dr. Sn·ge’i»csiskkh Bo
moih Folgendes: Wenn lpii Dich nicht voll
ständig und für immer sum-en können, zahle
iil;irc Dir 8500 baut. Zu haben in allen Ipo
t e en.
« usw-s
Lager-Bier
an Zapf
und in F las chen.
Freie Ablieferung nach irgend
einem Theile der Stadt
Tclephon 258.
Ernst Rissho
Agent.
»
niir ja zur Genüge bekannt, daß Sie
ein ehrlicher Mann sind; aber können
Sie denn selbst wissen, ob die Person,
von der Sie diesen Schmuck haben-«
»Ich verstehe den Herrn Barou,«
nickte Nathansohn, die Augen schlie
ßend, »ich verstehel Aber ich kann Sie
versi ern, daß Sie sind im rrthun1.
Die ächel en sind nicht mem. Ich
verkause sie iir einen Andern-«
»Wirklich ?« sagte Wolfgang, »wäre
es wohl indiskret, wenn ich srage, wein
die Ohrringc gehören P«
»Sie gehören einer so schönen jungen
Dame, wie ’6 vielleicht gibt keine zweite
in ganz Berlin,« versetzte Nathansohn.
Die Dame sei aus uter Familie, er
ählte er, die Eltern Peien todt, und das
enige, was sie hinterlassen, habe der
um wei Ihre ältere Bruder durchge
braåt ie Dame ernähre sich dar
ei enunterricht und miis e dabei au
ür den Unter-halt ihres ruders sor
en, der ein vollendeter Tangenichtv
fei. Da ihre dürftigen Einnahmen
hierzu nicht ausreichtem so ehe gie sich
endlich genöthigt, diesen S mu , das
letzte theure Andenken an ihre Mutter,
zn veräußern.
an hie III-fiskaan fis-fu« Ohms-Ina
selbst bei Ihnen?« wollte Wolfgang
wissen
«Sie hat mir ebracht die Dingel
gen in eigner erson,««« nickte der
fandleiher. »’s war das erste Mal,
daß ich se hab’ gesehen. Das Iüngeb
chen kenn’ ich schon lange, es hat mir ver
kauft von dem Hausrath ein Stück nach
dem andern.«
Wolfåang war entschlossen, den
Schnur zu kaufen, den nagen leicht
sinnigen Mann auszusuchen und zu
sehen, ob er durch ihn nicht etwas für.
die Schwester thun könne.
»L?ch bin nicht ab eneigt, Herr Na
than ohn, das Geschäst mit Ihnen gleich
adzuschließen,« erklärte er, indem er
zu leich die Absicht hatte, dem Juden
ou? den Zahn zu fühlen, »do müßte
ich die Bedingung stellen, daß « ie mir
Namen und Wohnung des Zungen
Mannes angeben. Jch möchte e n paar
Worte über seine Angelegenheiten mit
ihm sprechen.««
»Hab- ich mir doch leich sie-sagt heute
Vormittag, als der Herr . aron mir
die roße Ehre erwie en—Mo es Na
thansohry hab’ ich mir gesagt: n hast
noen ocn Engels der dem armen
Bill-neu Fräulein aus i rer grau amen
Jioth hilft. Warum so ich dem errn
Baron nicht sagen, wie se heikt und wo
se wohnt mit ihrem Bruder, ern leicht
ertgen Ilingelchen ?«
» reiben Sie mir die Adresse auf,
err V athanfo n,« erwiderteWolsgang
ndem er dem esuche Schreibmaterial
Inschoh »und nennen Sie mir den
reis der Ohrringe.«
Der nde nannte den Preis, wobei
er den aron mit einem prüfenden, be
en Blick ans seinen kleinen,
glänzenden Augen ansah. Als
»s! - ich erhob, um nach seiner Kas
Lilette zu gelieu, schrieb Nathansohn die
drese des Geschwisterpaars mit gro
ßer mstäntlichkeit nieder.
· Wolfgang zählte ihm die geforderte
»Gott vergelt’s dem Herrn Baron
tausendmal!« dankte Nathansohn wie
für eine ihm erwiesene Wohlthat nnd
strich unter wiederholten Vernecgnngen
die blanten Goldstücke schmunzelnd ein.
Er wandte sich zum Gehen. »Wenn
der gnädige Herr Baron sonst wag
branchen,« sagte er, auf dem We e zur
Thiir mehrere Male stehen bleibend.
»Jange vornehme Herren sind oft
Freunde von Alterthiimern, da hab’ ikh
zum Beispiel.« begann er an den Fin
gern herzuzählem »eine echte Dannw
renerklinge, die noch ans der Zeit
Timurs stammt, eine altgriechische Vase
von der Insel Meloe-«
»Gut, gut, Herr Nat ansohn,« un
terbra ihn lächelndder aron, »sollte
plötzli der Mist der Antite Irr mich
ommen, werde ich Sie um ...iige Ci
tate ans Ihrem Kataloge bitten. Au
enblicklich bin i noch zu sehr mit der
e enwart beschä tigt.«
ioch einmal trümmte sich die Gestalt
Moses Nathansohno an der Flügelthür
B einem tiefen Kompliment zufammen.
ann war er verschwunden-—
WolfcznnJ griff nach dem von Nathan
sohn beschriebenen Zettel. Straße und
Hausnnmnicr in einer Vorstadt waren
darauf bezeichnet. Der Name des
Geschwisterpaares lautete Rettberg. Am
nächsten Vormittag begap sich der Ba
ron nach dem ihm bezeichneten Hause,
einer vielftöckigen Miethslaferne in
einer weit cntlegenen Vorstadt.
Die Treppenfenfter öffneten sich auf
einen sogenannten Lichtl)of, der nichts
als ein zwischen Vorder- und Hinterges
bäude eingeteilter Schacht war, wo die
Luft ftagnirte und das Licht nur sehr
spärlich einzudringen vermochte. Auf
den Treppen balgten sich Kinder in zer
fetzten Kleidern herum; auf einem der
Korridore waren zwei Flnrnachbarin
nen in einem wiithenden Wortgefecht
begriffen.
Im vierten Stockwerk stieß der Ba
ron ans eine Frau, welche dem Rede
katnpfe unter ihr zu lau chen schien.
AufseineFrage, ob err ettberg hier
wo ne, führte sie i n nach einer der
nä sten in dem Korridor mündenden
Thüren. Auf ihr Antlopfen erfolgte
keine Antwort. Die Thiir war jedoch
unverschlossen und Wolfgan ward von
der Frau in das Zimmer ge ührt. Cs
befand sich Niemand darin.
»Herr Rettberg wird ansge an en
Leinxs sagte die Fran—wahrs einfich
ie Wirthin—»aber das Fräulein-«
Sie fchritt nacZider Thiir und klopfte.
»Fräulein ettberg,« rief sie hinein,
»bitte, es ist Jemand da.«
Mit einem höflichen Nicken gegen den
vornehmen Besuch entfernte fie sich wie
der nnd ließ diesen allein.
Das Zimmer war dürftig möblirt,
aber überall herrschte die peinlichsce
Sauberkeit, und es fehlte nicht an
allerlei kleinen Zier-rathen, wie eine ge
schickte weibliche Hand sie hervorbringt,
um selbst den einfach ten Wohnraum
auszuschmiickeu.
Auf einem Tische beim Fenster stand
ein Malkasten, daneben lagen einige
halb vollendete, sehr gut gezeichnete
Landschaften.
Ietzt öffnete sich die andere Thüre
nnd aus dein Nebenzimmer trat eine
junge Dame herein, deren Aeußeres
vollständig der enthusiastischen Schilde
rung Nathansohns entsprach. Das
blonde Haar, welches sich in dichten
Locken um ihren Nacken schmiegte,
leuchtete im Strahle der durch-d Fenster
Eheinenden Sonne wie pures Gold.
ud dem fein modellirten Antlitz leuch
teten unter dunklen Brauen zwei sanfte,
immelblaue Augen hervor, deren
ehwarze eidene Wimpern dem Blicke
etwas S melzendes gaben. Ueber das
edle, bleiche Antlitz ging ein leiser Zug
des Kummer-L Jn ihrem schlanken
Wuchse nahm sie sich in dem dürftigen
Zimmer wie eine hehre Erscheinung aus
Sie verneigte sich fremd vor Wolf
gang und frag mit einein Blicke, der
urchaus ke n Vergnügen ausdrückte:
»Sie wün chen meinen Bruder zu
sprechen? ch glaube, daß er bald
kommen wird. Bitte, wollen Sie nicht
Platz nehmen ?«
Mit diesen Worten deutete sie kalt
aus einen Stuhl.
»Vielleicht ist es besser-, ich komme
später wieder,« sagte der Baron; »ich
itrchte Sie zu stören-«
Das junge Mädchen blickte mit halb
nnfentschlossenen halb verlegener Miene
au .
»Jn der That, mein Herr,« erwiderte
sie nach einer kurzen Pause, »ich weiß
nicht—ich mochte Ihnen gern sagen.—
Zwar wird mein Bruder böse werden,
wenn ich Ihnen sage, was ich denke,
aber dennoch-«
Wolfgang war über diese unklare
Rede nicht wenig überrascht.
»Bitte mein Fräulein. sprechen Sie
nur frei herang,« ermuthigte er mit
einein fortwährend sich steigernden Jn
tercs«e an dem numuthigen nnd doch so
räth elhaften Wesen.
»- nt denn, mein Herri« begann sie
ernst, »ich wollte Ihnen sagen, daß ich
es vorziehen würde, wenn Sie nicht erst
auf meinen Bruder warteten.«
(Fortsetzung folgt.)
— Herr Wm. Dat) von Cambridge,’
Dbio, schreibt, daß er große Schmerzen
in Folge eines verrenkten Aenkels litt
und war gezwungen, zwei Wochen an
Krücken zu gehen. Er gebrauchte St.
Jakobs-Oel und wurde vollständig ge
hei t.
IS- Wir haben das größte Assorti
ment von Wagen, Buaaies«, Kutschen
ec. im Staate und erinchen Euch, bei
uns vor-zusprechen oder einen Katalog
kommen zu lassen wenn Jhr etwas in
unserer Brauche nöthig habt.
S t a a ck e B r o s.
Herbst - Novitiitcn -
—bei—
—1. want-sou
c
Jeden Tag erhalten wir neue Waaren, die gewähltesten und besten der Saison. Wir laden alle
unsere Kunden ein, sich das großartige Lager der Novitäten d e r g a n z e n W e lt anzusehen.
j Neue Waaren in jedem Departemem..
I
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Vesatz
in Sammt, Seide, Perlen, P!üsch, Bänder-n
Novitäten für Promenade- und Gesellschafts
Toilette. —
Putz-Waaren.
Jm Putztvqaren Departement werden wir
das brillanteste haben, was je hier gezeigt
wurde
Haushaltungs - Artikel.
Unser DraperiesDevattement ist sehr in
Anspruch genommen. Ungezählte Muster in
Spitzen nnd Chenille Vor-hängend Allerhand
Draperien werden entworfen nnd selbst aus
geführt. Man hat nur zu wählen. Portieren
von 83.50 aufwärts ; Spitze-v Vorhänge von
75 Cents ab. Tascl-Leinenzeug, Handtüchey
DaunensQuilts, Kissen ic· re.
Neue Blankets.
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zu allen Preisen. Kauft, während Jhr ein
volles Assottiment findet. Jhr werdet mit
der Qualität und den Preisen zufrieden sein.
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I Hierin überbieten wir alles Dagewefene.
Mäntel, Jackep, Capes, Von den billigsten zu
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Damen und Kinder-.
Glace - Handschuhe
Wir haben eine ganze Auswahl in 4-, ö-,
7- und sknöpfigen Musquetäre - Handschuhen
erhalten. Neue Farben. Preise von 75 centi
aufwärts
Novctaten
in jedem Departement unseres Geschäfts, be
sonders auch in Taschentüchern·
Damen-Willen u.Blonieu.
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kann uns gleichkommen. Frihete Preise werden
gar nicht berücksichtigt
Bunte oder weiße III-Ellen zu 75 Cents und
85 Cents,
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Weiße 81 und SMZ Tailleu zu 85 Gesti
Schwarze Lawu - Taillen, früher zu Uss
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Alle 83.00, 83.50 und sit-M Probe-Iowa
prachtvoll gestickt, in allen Farben,
l zu 82.50 pro Stück.
Tepptchc! Teppichc!
Hunderte neuer Muster in elegantes Ted
pichem Royal Wiltons, Moquettes, Loup,
IVküssctek sc· Das Pwkitum wird erst-unt
sein, unsere Auswahl zu sehen.
Alles neu! neu! nett
Alle unsere Kunden und Besucher sind entzückt von der Uebetsichtlichkeit unseres Waarenlagem Es macht
uns Vergnügen dasselbe zu zeigen und wir laden daher Jeden ein, vorzusprechen, ob man kaufen will oder nicht.
Preise und Proben werden auscrlangen vers andr. Briefliche Bestellungen ern-W
DE WOLBNSONZ
der Tonangeber der Mode nnd der Preise.

—Jn Be ug aus die vielfach geüußerte
Ansicht, das die Audsdhnung zwischen
Kaiser und Kanzler nur den Zweck ge
habt habe, den Fürsten Bismarck
mundtodt zu machen, sagt jegt die
Münchener »Allg. Zig.«, die Loyalititt
verbiete die Annahme, daß die kaiser
liche Deuesche einen solchen Zweck ge
habt habe. Dadurch, daß der Kaiser
Antbeil nehme un dem Besinden Bis
marck’6, würden übrigens die politi
schen und wirthschaftlichen Maßnah
men der Regierung durchaus nicht bes
ser gemacht. Es sei Bismartks Pflicht,
nicht nur sein Recht, zu den das Reich
schüdigenden Regierungsmaßnahcnen
nicht zu schweigen. Wenn selbst die
,,Vossische Zeitung« den Depeschenwech
sel zwischen Kaiser und Altkanzler
nicht als abgeschlossene Episode gelten
lassen wollte, dann könne man doch
nur wünschen, daß fernerhin eine Form
gefunden werben möge, um Bismarcks
Meinung einzuholen.
--.w-——-s -
dtuu vernimmt-. 8100.
Tie Leser der »Freicn Presse« werden sich
freuen, zu ers hien, daß es wenigstens eine
geiiirchtete Krankheit giebt, welche die Wissen
schaft in all ihren Stufen u heilen im Stande
ist; HalPs Katnrrthuri die einzige jetzt der
ärztlichen Brüder-scheust bekannte positive Kur.
K itarrh erforksest als eine Konstitutions
; Krankheit eine constitationelle Behandlung
! Hall’s Kaiarrh Kr.r wird innerlich genommen
- und wirkt direkt aus das Blut und die schlei
; migen Oberflächen des Systems, dadurch die
Grundlage der Krankheit zerstörend und dem
Patienten Kraft gebend, indem sie die Konsti
tution des Körpers aufbaut und der Natur in
ihrem Werke hilft. Die Eigeni iimer haben
oo Viel Vertrauen zu ihren Heilkriisiem daß sie
eindundert Dollars Belohnung fiir jeden Fall
anbieten, den sie zu kuriren verfehlt. Laßt
Euch eine Liste von Zeugnissen kommen Man
adressire:
F. J. C h en e n E C a» Toledo, O.
M- Von Droguisten, 75 Centr
— Jn Frankreich hat man jetzt zum
ersten Male die im militärpflichtigen
Alter stehenden Priester zu einer Reser
ve - Uebung einberufen.
Sunset Wood Co«
Ecke La m ar- und Walnut-Str.
haben gegenwärtig etwa 3,000 Cvrds
Brennholz vom Winter übrig, welches
nun zu reduzirten Preisen verkauft
werden muß. Wird nur C. 0. D.
adoeliefert.
Heu, hafer ec. in allen Quantiiiiien
zu den billigsten Preisen.
T el e p b o n 8 l.
TM bieten Euch die Haud!
Jn Folge schlechter Zeiten ist das Geld knapp nnd das Geschäft
stau. Wir fühlen wie jeder andere diese bedauernswerthe Lage.
Schlechte oder gute Zeiten, verkauft muß werden!
Sonach haben wir uns entschlossen
Möbel auf monatliche Abzahlunng
zu verkaufen.
Kommt daher zu uns, wir werden Euch edrltch und eoulant bebau
deln Unsere Jnstallment- Preise sind so niedrig wie die Cashs Pulse
unserer Concurrenten.
Hagel- 83 Moths,
113 Alamo- Plaza und 14 Losoya - Straße.
Grund - Eigenthum.
TMassenverwalterS - Verkauf-=
Ueber 81,000,000 Grund-Eigenthum in Sau Antonio muß sofort
oeekauft werden; der ganze Besitz wird in Theilen und Grundstüsen
angeboten, wie sie der Käufer wünscht. Große, gut eingerichtete Brauerei
xnit gutem Absatz von Bier; weit unter dem wirklichen Werthe.
Ausgedehntes Druckerei- und lithographisches Etablissement, welche
Iie beste Kundschaft im Südwesten hat.
Gutgelegene Geschäftohåuser und Grundstücke und Baupläpe in
der Mitte und in den Außentheilen der Stadt. Große Auswahl.
Uehnliche Osserten sind nie vorher gemacht worden.
KBÄGÄN IOUSIION. Masseuvetwultet
WM. REUTER’8 W
W m. R e u t e r, Eigenthümer.
liaer Plaza ........ Ecke von CrockettsStraße ....... Satt Muts
Das elegantcste Lokal der Stadt. Führt nur die besten Weine, sbiskiss
liquöre, imvortirte und einbeimifche Cigarrem Stets kellerfrifches Bier, direkt vorn Fuß
II- Mit dem Lokal ist ein fein eingerichteres Damen-Zimmer MMM
cäglich Vormittags von 10—12 Uhr ausgezeichneter tu a rm e r LIC.
O

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