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Freie Presse für Texas. [volume] (San Antonio, Tex.) 1865-1945, December 03, 1918, Image 1

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HM PMB W GEW
Tagltche Ausgabe.
kankgang 54 — Sau Amome, Dienstag IIte Z. Dezember 1918. Nummer 13·28—»
Im Allgemeinen freundlich aufgenommen.
Botschaft des Präsidenten I
!
I
Rekonstrnktinns - Vorschläge
Wgreß Ioll Eilendqhu - Staats regulieken.
Republikanksche Anträge.
Wurm der Präsident vie Reife nach Paris macht. 4
Aus-icferung des früheren Kaisers soll verlangt werden. j
l
x
Triie translation filed with the
Postmaster at san Antonio on
December örd as required by the
act ok October sth 19i7.
Der Kongreß wurde gestern Mit
tag in der üblichen Weise eröffnet.
Der Präsident hielt seineRede an den
Kongresk die Botschaft, persönlich. Die
genteinsame Sibnng war fast volle-sb
lig besucht, auch die Wen sparen
dicht besetzt. Jn der Botschaft, über
welchedie Leser Einzelheiten weiter
Unten finden, sprach der Prä ent
rnit« Oeseisternng dnn der N skeit
unserer Soldaten, nan dent Eifer der
Bevölkerung zn Hause, besonders der
Franc-, nnd manche Vorschläge für
die Rekonstruktion der Verhältnisse
für den Frieden, wobei er darauf ans
merkfani machte, dasz die Geschäfte-«
welt sich sehr schnell in die Friedens-—
verhältnisse hineinfindr. Er empfabls
aber, daß die Behörden, die fiir die
Kriegszeit eingesetzt find, noch im
Anrt belassen würden, nm nnn auch
die Rekonstrnktion für den Frieden
zn leiten. Jn Bezug auf die Eisen
bahnen überließ er es dem Kongrefz
Bestimmungen bezüglich der jetzigen
Regierungskontrolle zu treffen, liess
-aber erkennen, dass er nicht für eine
sofortige eilige Wiederherstellung der
Verhältnisse var dem Kriege sei. Mit
allgemeinem Beifall wurden die Br
auerkungen über die Tapferkeit der
Soldaten nnd andere ErwähnungeH
dessen,slnas während des Krieges geq
tan sei, aufgenommen, im Uebrigens
verhielten sich die Rennblikanee zu-!
-rücklsaltend, während die Demokraten
lebhaft apnlandierten. Der Senats-n
Cninntins, ein Rennblikaner, brachte!
den schon angekündigten Beschluß eiuJ
' dass ein Komite von acht Senatoareni
ernannt werde, das nach Paris reifeni
solle, nm den Senat iiber die Vor-:
ginge in der Friedenekonferenz Ins
unter-richten Der repnblikanifche Re«
neisentant Rodenbnrg ans Illinois
brachte einen Beschluß ein, dass dcr’
Vizepriifident die Regierungs-funktio
nen ausübe, so lange der Präsident
im Auslande sei. Der rennblikanischc
Senats-r Shernian ans Illinois kün
digte an, er werde im Senat einen
ähnlichen Beschluß einbringen, der
aber auch zugleich das Amt des Präsi— :
deuten fiir valant erkläre. Die ain
Montag eröffnete Sitzung ist die drit-;
te und let-te Sitzung des tiösten Kon
«gtesses: sie muss bis zum März be
endet sei-n.
( nat musnng seiner Ineoe an den
Kongresx wies der Präsident ans nn
sere Krigesleistnngen während des
vergangenen Jahres hin. Vor einem
Jahre hätten wir 145,918 Soldaten
übers Meer geschickt nnd seitdem l,
MEDITQ ungefähr 162,542 jeden
Nin-it, ja im Mai 245,951, im Juni
278,760 und iin Juli 307,182, auch
jin Itgnst nd September ähnliche
Massen. Nie zuvor habe ein solcher
Truppenversnndt in einer Entsean
meng von 3000 Meilen stattgefunden»
Er Brach dann von der vorzügliche-it
Q- ität dieser hinüber gesondteIH
Soldaten, die von keinem andern in!
irgend einer Weise übertroffen seien.l
Alle Mühen, die der Krieg mit sich
gebracht-, seien vergessen in der Irren-l
de über die trefflichen Leistungen nn
serer Soldaten. Und ebenso hätten(
auch diejenigen, die zu Hause bliebe-H
ihre volle Pflicht getan. Unsere!
Truppen hätten im kritischen Augen-:
blick in den Kampf eingegrissen nnd
dirch ihre frische Krist, die sie in den !
Kann-s bringen konntet-, den Sangs
der Geist-Mk geändert Die Heime-H
der Nation sei eine ausgezeichnete ge
wesen, voll Einigkeit in Bezug auf
das Ziel nnd voll unermüdlichen
Eifers-. Er rühmte dann die Tätig
keit aller, hob besonders die der
Frauen hervor, deren geringste Be
lohnung völlige politische Gleichstels
Jung mit den Männern sei. Dann
wandte er sich dem zahm-s ietzt gesche
hen müsse. Jeht müsse der Friede or
ganisiert werden, der Friede, der ietzt
gegen die Base--itisnng durch un
dersntwortliche Monarchen nnd eit
eizize niilitärische Koterien gesichert
stei. ine neue Ordnung muHe se
schasfen werden, neue Grundlagen
sür Recht nnd Bill· seit. Er machte
dann folgende Eurp est-engem Nati
sizierung des Freundschnstsvertrages
mit der Repnblik Columbia, Psssiess
rung des Franeustinimrechtö - Amen
dement-in Die verschiedenen Regie
rungsagenturen,s die benutzt wurden,
um unsere Industrie ans den Kriegs
fuß zn bringen, sollen auch benutzt
werden zur Nekonstrnktion sür die
Friedenszeit. Ausnahme öffentlicher
Arbeiten, um den zuriickkehrendrn
Soldaten Arbeit zu verschaffen. Fest
setzung der Steuern für 1918, 1919
und 1920. Erleichterung der Ge
schäftsfirmen, soweit es möglich iit.
Unsere Rohmaterialien sollen in er
ster Linie an die vom Kriege heimge
suchten Länder gesandt werden«
Durchführung des aus drei Jahre be
rechneten Flottenprogramms. Der;
Kongresz muß bestimmen, in wie fernj
die Bahnen wieder zu dein Zustanch
vor dem Kriege zurückkehren sollen,
doch ist er dagegen, dasg dies gaan
und gar geschehe. Der Kougreß solltes
sich an das Studium der Eisenbahn-s
srage machen. Urbarmachung von!
Dürre-, Sumpfs nnd »Gut out«-Län-s
dereien. —- Jn Bean ans den Friesl
den erklärte der Präsident, der Friede!
müsse auf Gerechtigkeit, nicht blos
ans Sicherheit des Landes basiert
sein. Den natleidendeu Ländern, be
sonders Belgien nnd Nord - Franc-(
reich, deren Lage er als eine sehr;
traurige schilderte, muß geholfen wer-I
den, deshalb muss der Waarenversl
sandt nach längere Zeit unter Regie
rungskontrolle bleiben. In Bezug auf
seine Reise nach Europa erklärte er,
die Pflicht gegen unsere Trunpeni
zwinge ihn, sie zu machen, damit die«
Ideale, fiir die sie kiinwsten, nichtH
falsch ansgelegt wiirden und er hoffe«
ß er bei seiner delikaten Aufgabe-»
die Unterstützung des ganzen Landes-l
haben werde. Der endgültige Fries
deneiabschlnfk werde wohl im Früh-I
sahe stattfinden können. s
"« Aus Washington wird gemeldet,"
man werde so bald wie möglich ein
gemeinsames Komite den Kongkessesj
ernennen, daei die Eisenbahn - Lage-i
untersuchen soll· « i
Am Donnerstag wird das Finaan
Komite den Senats dem Senat dikk
»Wnr Revenue Vill« darlegen l
Nach den Veranschlagt-h die demj
Kongresz zugestellt sind, soll eine re Z
guliire Armee von über 400,l)0««
Mann gebildet werden nnd eine Wie-I
serve von 130,000 Mann. Die ges!
sammten Voranschläge für das HeekJ
ausschließlich derjenigen für Befesti
gungen, belaufen sich ans i,922 Mit-I
lionen Dollar. Diese sinstenanschliigel
sind für das Jqu 192». !
Präsident Wilson und seine Gattini
werden, wie aue Paris gemeldet
wird, in dem Hause der Familie Mu
rat im Maneean - Pakt während ils
res Anseuthaltes in Paris wohnen.
Priuz Murat hat das Hans der Ne
gierung für diesen Zweck zur VerfiiJ
gnug gestellt. .
Präsident Wilson wird vom An-;
genblick an, da er den sranziisischenJ
Boden betritt, Gast der sranziisiichkn J
Nation sein Man erwartet, dasx er
am Nachmittag d " elsten Dezeman
in Brest eintresfe wird. Das- Ge
schwader, das ihn iiber den Ozean irr-s
leitet, wird vom Admiral Many be-;
sehligt Die sranzosischen Minister-;
sich-n nnd Leygnes werden ihn ins
Orest empfangen. Am 12. Dezember
tun 2 Uhr nachmittags wird der Prä
sident wahrscheiniickf in Paris eintref-;
sen« es maa aber auch einen Tag
später sein.
16 Destrsdet von den amerikani-:
schen Kriegsschissem die sich- zur Zeit
in Brestbefindem werden dem Präsi
denten bis zu den Narrn-Inseln ent
gegen fahren
General Pershing hat dem Kriege
ministerinm mitgeteilt, amerikanische
Soldaten, die in Deutschland gesan
gen waren, beklagen sich über zn
knappe Kost nnd schlechte Vehansnng.
es sei aber kein Beweis siir beson
ders schlechte oder brutale Behand
lung vorhanden.
General Pershing berichtet, daß die
gesammte dritte amerikanische Armee
ietzt die preußifche Grenze überschrit
ten habe. Sie hat eine Anzahl
Städte besetzt, darunter Trier, Cons»
Saarbnrg, Kprdel nnd andere
Sie Frederick E Smith, der eng
lische Generalanwalt, hat einem Jn
terniewer gegenüber erklärt, das bri
tische War Cabinet habe einstimmig
beschlossen, von Holland die Auslie
ferung des früheren deutschen Kai
sers zn verlangen.
Eine nabestiitigtc Tenesche ans Am
sterdam meldet, die »Soldaten- nnd
Arbeiter - Röte« in Deutschland hät
tet von der jetzigen deutschen Regie
rnng verlangt, dass sie den frühe
ren Kaiser vor ein deutsche-z Gericht
bringe.
Die holländische Regierung erklärt,
der frühere deutsche Kaiser habe kein
einziges Mal die Gegend von Ame
rangen, in der er ietzt ,,interniert«"
sei, verlassen.
Von konservativer-Seite in Deutsch
land wird die Flucht des früheren
Kalisers nach Holland scharf verur
tei t.
Nach einer Erklärung des engli-.
schen Rolanialmiuisters Lang werden
die deutschen Kalonien von England
annektiert werden.
Die deutsche Regierung hate eine
Untersuchung der angeblichen Verbri-JJ
chen der Deutschen in Belgien, darun-ll
ter auch der Departatioueu, began- I
nen. ’
Nach ciuck Depkschk aus Züka
wird der deutsche Reichstag demnächst
einberufen werden.
4000 llnteroffiziere haben in einerl
I
l
l
Massenuersammlung in Berlin an die
jetzige deutsche Regierung das Ver
langen gestellt, der Volschewiki - Agi
tatiun dre- Tr. Liebknecht ein lfnde Ja
machen nnd eine Nationalverinuuns
lung ein,3uberufesi. Zeheidemann war
der Hanutrednet
Die Sknptschinn von TIJiontencgro
hat König Nikolaus adgesetzt und be
schlossen, Mantcnegro mit Serbicn ,;n
vereinigen
Wie aus Wien gemeldet wird
find in Lemberg Hunderte von Juden
ermatdet und verwundet nnd drei
Kirchen lfoll wohl heißen Snuagas
gen) nnd achtzig Wohnhiiuser zer
stört.
Aan Kopcnhagcn kommt die Nach
richt, die russifchcn Bolfchewiki woll
ten den Engländern Widerstand les-?
sten, wenn letztere Truppen an der:
baltifchen Küste landen ließen. ,
Eine Genfer Depcfche behauptet
nach der Flucht des früheren türki-.
schen Kriegsminiftercs Envcr Ben und «
feiner Ministetkollegcn hätten in den
»öffentlichen Kassen 23 Millionen tät-;
kifchet Pfund gefehlt
Auf der neuesten Verlustliftc b
finden fich die Namen folgende-ei
Männer aus Sau Antoniu: Jamesj
W Tun-er, Lentnant Hc Baxtenl
J. S Flores, im Kampf gefallen: i
Lentnant Clnndc W Maule, is K.
Neu-fein, an Krankheiten gestorben:
Oberst Fred C Doyle, verwundet,
nnd E A Rippstine, vermißt l
i
k
I
I
»Warum heiratet eine Franc-«
»W« l
Darauf nntwurtet Frau Dr. nied.
H. B. Adams-Lehmann n. a. wie
folgt: »Die Frau lnsiratet aus aller
lei Nebenriicksichten Sie heiratet, um
verheiratet zu sein, nm der Altjnnjr
sernschast zn entaelnn nm Von zn
Hause fortzukommen Inn einen
Skandal Jn beschwichtigen Inn ein
Familienleben zn genießen, inn ein-:
Stütze zu gewinnen, nm Geld, mn
Stellung, nm Ansehen, ans Eitelkeit,
ans Ehrgeiz-, aus Neugierde, ans
Langeweile-, aus Faulheit, aus Hilf
losigkeit, ans Dummheit, aus Gent-i-»
mentalität, ans Freundschaft, ein-I
Achtung, ans Mitleid, aus Opfer
mut: weil ihr der Mann gefällt, weil
er sie liebt, weil die Eltern drängen-»
weil die Partie passend ist, weil das
Vermögen gleich groß und die Güter
nebeneinander liegen, weil sie er
krankt ist, weil sie anfängt, zu ver
blühen, weil sie eine unglückliche Lie
be hinter sich hat, weil sie einen Ka
meraden sucht, weil sie einen Mitar
beiter gefunden hat« der ihren Beruf
teilt, kurz, ans jedem Grunde, bis
aus den einzigen, welcher Mann nnd
Frau zusammenführen,darf: das ge—
genseitige Bedürfnis nach Vereini-«.
guna.« »Die meisten Ehen,« sagt?
Strindberg, »werden ,nsainmengel)nl·s l
ten durch die vom Tll ann kommendij
Liebe. « Ich fürchte, er hat Recht. Es
ist, glaube ich, eine Ausnahme-, wenns
eine kyran aus«-— Liebe beiiatet Beimj
Mann kommt die Heirat aus Liebe
- viel eher vor.« W. v. d. Osten l
Ekaäkullg. ;
Fremden »Warum treibt Ifer
denn im Sommer das Vieh auf die-I
; Alm?« —
Bauer: »Damit’s Platz giebt fürz
d’ Stadtleut'!«
. —————,«O
Anspruchs-alt
Mann: »Ich habe gar nichts dage
.gcn, daß du dich der IMMENK
gung anschließer Mein Gott, so rück
«ftändig bin ich nicht —- uud meine
Strümpr kann ich zur Not selber
stopfen, woiin du nicht die Zeit dafür.
findest.«
Frau: »Ja, aer wer stopft die
meinigen?«
!
icnbegreiflich. l
Backfisch: »Das ist mir unbegreif
lich, erst ban’n sie die Tanne-IT und
dann wird in den Wagen Licht an
gezündet, wenn inan diirchfährt!«
Du und Andere.
Alles scheint Dir schwer, .
Wonach Dn trägst Begehr,
Alles scheint Dir leicht
" Was Andere erreicht
M--«
Erfahrungen eines Geistlichen. Pa
stor John Sturman von Hites, Pa.,
schreibt: »Fokni’s:- Alpenkränter tiat
in dein Fall meiner Fran, nnd anch
in meinem Fall, vorzügliche Resulta
te erzielt. litteine Frau litt an Brust
schmerzem sie konnte nicht ans ihrer
rechten Seite liegen: ihr wurde dann
dass Atmen in schwer, daf; sie fast est-.
sticktez die-:- ist Mit alles verschwun
den. Ich litt oft am Magen nnd an
meinen Nieren; ich fühle mich jetzt
ausgezeichnet nnd kann jede Speise
essen« umrtiae Erfahrungen haben
ForniUJ Alpenfranter bei allenVoltsT
tlafien se beliebt gemacht nnd ilnn ei
nen Plan itn dlliedizinschmnk von
Tausenden non Familien erworben
E-: ist keine Anottieteriiiedi.nn. We
gen näiierer vinstiknnft wende inan sich
an Dr. Peter Faiirnen ö: Sen-J Cu»
Tini Washington Bind» EhicagonlL
Nian
—W.s--—«-—
Wenn man einen weiten
Sprung machen will, geht man zu
vor rückwärts.
W
M. s. s. PMB Aas WS!".
Eine ehemalige Mönchstepnblik in
Tbessalien. j
Die ans einer ganzen Anzahl Hei-g
nerer Klöster bestehende ehemalige·
Mönchsrepublik der Meteora inNord-s!
griechenland gehört dank der merk-E
würdigen Natur der Landschast Inde
der eigentlichen Lage der Ansiedlunsl
gen zu den seltsamsten Erscheinungeni
des Weit. Sie liegt im uokdwcsnks
chen Winkel Thessaliens, wo der Flußj
Peneios aus dem Pindus-Gebirge
l)eraustritt, um die weite, fruchtbares
Ebene zu durchströmen. Gerade wo
das Peneiostal sich zum erstenmal zzu
einer mehrere Meilen breiten Ebene
erweitert, erhebt sich an der östlichen
Seite, gleichsam als riesenhafter Tor
wächter an der Pforte, die aus Thes
salien nach Obermazedonien und nach
Epirus führt, eine Gruppe aben
teuerlicher Felsgestalten. Schon von
ro,eirern von oer Mute oer Evens
aus, ziehen die dunkeln, mit völl. g
senkrechten Flanken aufstrebende-n
Fels klötze nnd Fels nadeln die Blicke
auf sich, und je näher man ihnen
kommt, einen desto eigenartigerenj
Anblick gewähren sie
Ein Fliichenraum von etwa zwei;
Meilen Länge nnd übel eine Meile
größter Breite ist von einer mächti
gen Anhäufung von Geröllen einge
nomme , die einst, in der Tertiär
zeit, ein Bergftrom hier in das Meer
geschüttet hat, nnd die nun im Laufe
der Zeit zu einem festen Gestein ver
kittet sind. Der ehemalige Meeresbo
den ist jth längst gehoben und zn
Land geworden, und die- Konglome
ratmasse bildet nun ein Plateau, des
sen Oberfläche 1500——2000 Fuß über
dem Meeresspiegel liegt. Jn dieses
Platean hat der Peneios sein Tal tief
eingeschnitten, und wie in der Stich
fischen Schweiz durch die Elbe und
ihre Seitenschlnchten die merkwürdig
sten Formen aus dem Gestein heran-Z
gearbeitet sind, so hat auch hier die
wogende nnd einschneidende Tätig-—
keit des Regeriivassers, der Bächlein
nnd Ninnsale, die dem Peneios zuströ
men, ähnliche aber noch viel großarti
gere Felsgebilde aus der ursprünglich
einheitlichen Masse geschaffen Diese
Gebilde haben des-wegen so abenteuer
liche Formen angenomineiy weil die
große Festigkeit des Gesteins es er
laubt, daß senkrechte Wände von be
deutender Höhe sich halten können.
Die ganze Konglomeratmasse ist
von einem Labyrinth vom Wasser
ausgenagtey enger Schluchten durch
zogen nnd fo m eine grade Zahl ein«-;
zelner Felsen gelegt——— We mit senk- «
rechten oder stelle-weise sogar über-.
hängenden Wänden Aus dem Mr?
düsteret Schluchten in denen einej
üppige Buschvegetatian wuchert, erhqu
ben sich die htmmelanstrebenden, bisj
800 Fuß über die Telfohle senkt-bis
aufragendemFeIsgebilde, hier- mnfsiveiI
Klörtze nnd Bastionen die oben eine1
breite Plattform tragen, dort schlan
ke Türme nnd Pfeiler oder lustige«
Nadeln Bei jedem Schritt zeigen sich
dem Wanderer immer neue phantastii
sche Formen. Hier und da öffnet sich
ein Ausblick in die grünende Tal
ebene mit ihren Ackerflnren und’
Elikanlbeerhainem mit dem breiten
schauer ees weiteres-, uno am en
den größten Teil des Jahres mit
Schnee bedeckten Häupter des-Pindus.
Jn der tiefen Stille der grausigen
Fels-spalten ertönt plöslich ein helle-?
Glöcklein —- wie ein Klang aus einer
andern Welt. Wir glaubten uns in
völliger Einsamkeit, und doch befin
den sich menschliche Wohnstätten in
dieser Wildnis. Aber in welch seltsa
mer Lage! Hoch oben auf den Platt
fornten der einzelnen Felsentürxne er
beben sich stattliche Gebäude mit Er
kern nnd Säulengängen, mit Hof
nnd Kirchlein in der Mitte EQI sind
die berühmten Klöster der Metema
(da-I l)eis3t: die in der Luft Schwe
benden), jede-J non ihnen aus der
Spitze eine-J besonderen nnersteigli
chen Felsen-:- erbant. Cis dünkt nnz
unmöglich dass ein Mensch zu die
sen Adlerlnsrsten binanfkomme Ta
schwebt anf einer Lnke über dsm
Folgst-and ein starke-J Exan herab, an
dein ein großes Netz befestigt ist: itnn
müssen wir uns anvertrauen, wenn
wir die lustige Höhe erreichen wollen«
rlkacndein wir in dem Netz verstant
find, setzen die Mönche eben eine
Winde in Bewegung, an der der
Strick befestigt ist, und nach einigen
:I.Isinnten schwindelnder Fahrt werden
wir knit einem Haken in die Lust ne
wgen Außer diesem Wege durch die
Lust führen zu den meisten Klöstern
auch Leitern hinaus. die an den Fel
fen angebracht sind, ein Weg, der des
Nachts oder in unmhigen Zeiten;
leiclxt dnicls Wegnahme einei Leiter
nnieibrochen wird. Aber der- Tilicfstieg
iiber diese Hintern an den senkt-Hechte
Felsen ist iiir Ungeübte so beschwer
lich, daß iedei die Uiiftreise vor-zieht
Die ersten M ensclsen, die die Höhen
dieser Felsen er,kl"ommen können dies
nur durch lange, schwierige Arbeit er
reicht haben, indem sie eine Leiter
über der andeien isn den Felsen befe
stigten.
Außer der herrlichen Aussicht ist
übrigens oben nicht viel zu scha H
Die Mönche sind gastfrei, aber u
bildet; die ehemaligen kostbaren Bi:
bliotheken sind verzettelt und vermo
dern in unzulänglichen Winkeln
Außer einigen byzantinischen Heili
genbildern darf man auch keineKunsi
merke hier erwarten, weder der Archi
tektur noch der Malerei. Aus dem
Altertum sind keine Spuren von An
iiedlnngen auf den Felsen erhalten,
diese selbst werden nicht einmal von
den Schriftstellern erwähnt Ueber
die ersten Anfänge mönchischer Nie
verlassnngen in der Felswildnis der
Meteora wissen wir nichts genaues
Jedensalls waren im Mittelalter ein
zelne Eremiten, die jeder für sich, in,
gesonderten Klausen hausten, die er
sten Bewohner Noch sieht man in
Höhlen und Nischen, die sich in großer
» Zahl an den Felswänden öffnen nnd
- jetzt nur von wilden Tauben und ans -
deren Vögeln bewohnt werden, hie
! sind da mehr oder weniger zersallene
hölzerne Häuschen, oft an 200 bis
J250 Fuß über dem Fuß der senk
srechten Wände. die sich über ihnen
noch mehrere Fuß erheben. Wie Vo-.
gelnester kleben sie an den Felsen;
xviele ragen frei über den Abgrmsj
hinaus, durch schräg gegen den Fel
sen gestemmte Balken getragen Un
sägliche Mühe muß es gekostet halten«
diese Stellen, die von oben wie ven
unten gleich unzugänglich sind, znut
erstenmal durch an den Felsen befe
.stigte Leitern zu erreichen nnd dort
Jdie Häuschen zu erbauen. Das sind
Jdie jetzt sännntlich verlassenen Klan
sen der Eremiten.
Wie stark muß der Antrieb gewe
isen sein, der die Menschen ans diese
nackten Felsen lockte, wo jede freie
Bewegung unmöglich ist, wo sie das
Leben von Säulenheiligen führten
Jn wilder, gewalttiitiger Zeit, in der
nicht Recht noch Geset nn Lande galt,
in der auf dem Boden deg- alten Hel
las die Miniatnrreiche fränkischer,
griechischc -r, serbischer, albanesischcr
Dynqstien über Nacht aus dem Boden
schossen und ebenso schnell wiedxr der
schwanden, die Landschaften wie
SMelbälle von Hand zu Hand ge
schleudert wurden — in dem fnr
so verderblichen vier
zehnten Jahrhundert erwachsen wohl
infolge des damals besonders starken
Zudrangs zum Mönchsstande aus den
Einsiedeleien die Meteora - Klöster,
Sehnsucht nach Ruhe und Frieden.
Abscheu vor den Freveltaten, die da- ’
mals Griechenland verwüsteten. trieb -
sanftere Gemüter in die Einsamkeit
Dazu gesellten sich die Schwachen und
Verfolgten, die Sehn-d vor ihren Zeit-.
den suchten.
Nach der Ueberliefernng legte ein
frommer Mönch Nilos den Grund zu
den Meteora - Klöstern, denen dann
der heilige thhamsius (geft. 1372)
die Regeln der Athosklöster brachte.,
Jn dem größten, eigentlich Leteora
genannten Kloster verlebte damals
König Johannes Urafch von Thessai
lien, ein für diese Zeit auffallend
sanfter Charakter, den größten Teil
feiner Regierungszeit· Bald betmg
die Zahl der Felsenklöster vierund
3wanzig, von denen aber schon im 16.
Jahrhundert nachdem die Türken
nethälmismiißige Ruhe im Lande ge
schafer hatten, die meisten wieder
eingegangen waren. Die Klöster, des
ren einige bedeutende Vermögen be
saßen, bildeten einen gemeinsamen
«screiftaat, dessen L otrechte auch von
den Türken gearbtet wurden dein es
aber nicht an inneren Reibnngen nnd
Eifersüchteleien fehlte-. Erst mit der
Abtretung Thessalienci an Griechen
land sind die Sonderrechto der Me
teom lnsdeninnnsrslos geworden sent
find nur nach fünf Klöster bewohnt «
Meteom, Varlamn Hagicn :l)c’oni,
Sngia Tritt-T Hngiosks Stevbanosz «
inicsgnsstnnnt non etma fünfzig Mön
chen
—W
Die Unterzeichner für War
Z a v i n g S ta mp sz sind drin
gend aufgefordert, ibre Einzahlun
gen zu machen. -
—- Die Unschuld ist die einzige Tu
gend, die man nicht lehren nnd nicht
erlernen kann

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