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Indiana tribüne. (Indianapolis, Ind.) 1878-1907, October 02, 1900, Image 1

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försdreint feden ladinittaa xtixir gcrnmiaa lilorncno.
Jahrgang 24.
Indianapolis, Ind.. Dienstag, den 2. Oktober 1900.
No. 14
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AusZand Depeschen
Ans Dein iinilsTini ZM.
Das Berliner Auswärtige
Amt stellt in Abrede
Tag Tcutschland, Außlaud und
Frcl!'.'re!ch
Gemeinschaftliche Politik in
China trieben.
Tie Behauptung findet aber doch
Glauben.
z
Graf von Büloui bei Herbert Bismarck
.
Vcnig Neues cuS China.
Was das Abenteuer in China Frank
reich kostet.
Nachrichten aus Südafrika.
Vocren-Hü!sZtruppcn auf Unkosten M
Transvaal nach Hause geschickt.
Aus dem Deutschen Neich.
B er!in,2.Oktör. Die in Paris
verbreitete Nachricht, daß Frankreich,
Ruhland und Deutschland sich darauf
geeinigt hätten, ihre Truppen in Peking
311 lassen, und daß Deutschland die
Forderung, daß die Urheber der
Schändthaten bestraft werden sollten,
ehe die Friedens-UnterhandZunzen be
ginnen, fallen lassen wolle, wird hier es
-fiziell für unwahr erklärt.
Ein Beamter des auswärtigen Am
tes sagte darüber: DU Ankündi
gung ist ungenau, namentlich die An
deutung. daß Deutschland, Nußland
und Frankreich eine eigene diplomati
sche Gruppe gebildet hätten. Die Un
terhandlungen sind zwischen diesen
Mächten wie zwischen allen anderen im
Gange. Deutschland erwartet die Ant-wo-.-t
Englands auf seine Vorschlage
erst innerhalb einiger Tage."
Die halboffizielle Presse stellt die
Wahrheit eines deutsch-französtsch-rus-slschen
Uebereinkommens ganz allge
mein in Abrede, ein prominenter Di
plomat gab am Abend aber dem Kir
Tespondenten der Associirten Presse die
Versicherung, daß er die besten Gründ:
habe, anzunehmen, daß die oben er
wähnten Gerüchte wahr seien, nament
lich, da das deutsche auswärtige Amt
selbst zugegeben habe, daß Rußland die
Idee, sich aus Peking zurückzuziehen,
ganz aufgegeben habe.
Die Berliner Post" bestreitet, d.'ß
die französischen, russischen und amei
kanischen Offiziere sich geweigert haben,
dem Grafen von Waldersee zu gehör
chen. so lange die Feindseligkeiten nicht
wieder eröffnet worden sind.
Das auswärtige Amt hat noch keine
Bestätigung dafür erhalten, daß der
Prinz Zwn degradirt worden ist, es
bestätigt aber, daß in dem Verhalten
Chinas den Ausländern gegenüber eine
wesentliche Besserung eingetreten ist.
Die Post" ist der Ansicht, daß die An-
kirnst des Grafen von Waldersee diese
Aenderung verursacht hat.
Der Korrespondent der Frankfurter
Zeitung in Shanghai wie auch der Kor
?espondcnt des Lokal-Anzeigers" besta
tlgkn. daß ein kaiserliches Edikt erlassen
worden ist, in dem Prinz Tuan dezra-
dirt wird; sie berichten abet, dajj die
Ausländer in Shanghai dies für werth-
los halten, da es doch nur zum Schein
geschehen sei.
Die Berliner Post- enthält einen Ar
tikel, in dem versucht wird, die chinesische
Regierung von aller Mitschuld an den
in China begangenen Greuelthalen frei
zusprechen und in dem das Blatt Kon
Zessionen zu Gunsten des Kaisers, der
Kaiserin uns d:r Mandarinen macht, die
etwas überraschen, da sie. von einer Zei
tung kommen, die öisher immer die deut
sche Note unterstützt hat. In dem Ar-
.tikel heiß! es unter Anderem: .Ohne
Zweifel irar der Selbsterhaltungstrieb
das hauptsächlichste Motiv der chinesi'
- scheu Regierung, aus dem sie sich den
mächtigen Borern fügte. Der Haß der
Äoxer gegen die Ausländer war in so
intensive?, daß die Negierung befürch
tete. gestürzt zu werden, wenn sie nicht
nachgebe."
Die Zeitunzen haben im Allgemeinen
wenig über ds Schreiben zu sagen, das
der Kaiser Kwanz Su an den Kaiser
Wilhelm gerichtet hat. der Lokal-Anzei-ger"
bemerkt jedoch, daß weder Deutsch-
land noch die anderen Mächte so lklcht
zufriedengestellt sein würden.
Das Berliner Tageblatt" hält die
Andeutung für wahr, daß der England
scindlichz Ostasiatische Dreibund vom
Jahre 1895 wl'der etablirt" worden sei.
Tue Zeitung jagt auch, indem sie aus
das Schreiben des Ver. Staaten. Vo.t-
lchaste? White an die deutsch-amerikani-schen
Nepublikane? in New ?)ork Bezug
nimmt: Die Deutschen werden die
Antwort des Präsidenten McKinley auf
die Note des Grafen Bülow keineswegs
als einen Freundschaftsbeweis ansehen."
Die hauptsächlichsten Straßenbahn
Linien in Berlin haben einen , einheit-
lichcn Fahrpreis von 10 Pfennig einge-
führt.
Die Zeitungen berichten, daß unter der
is raelirischen Bevölkerung , eine organi-sirt-'
?w''aun? tvx efäir.vfun.a 'des
Anti-Semitismus im Gange ist und eZ
wird anacceutet. daß alliährlich eine
Ziationalversammlunz von uden veran
staltet werden soll, um die Ziele der Or-
ganisation zu fördern.
! Die Erben des berübmten Wagner-
Sängers Fritz Plan! haben die gro'ßher-,
! zogliche Theaterdirektion in Carlsruhe
lauf M.0X)' Sckadcaersatz verklagt.
! Herr Plank war bekanntlich im letzten
I Winter verunalückt, indem er durch eine
! osfengelajjen: Versenkung 30 Fuß tief in
i den Mascbinenraum des Theaters hin-
! abstürzte.
Der Staatssekretär des Aeußeren.
: Graf von Bülow, stattete am Sonntag
! auf der Rückreise nach Berlin dem Für-
!-sten Herbert Bi-marc! in Frudrichsruhe
einen Besuch ab.
Weitere Truppensendungen nach
Ostasien sollen bevorstehen, Offiziere
und Mannschaften der Reserve und
Landwehr, die freiwillig eintreten wol
len und tropendienstfähig sind, haben
Anweisung erkalten, sich jederzeit zur
Stellung bereit, zu halten. Ursprung
lieh sollte die Zusammensetzung etwa zu
bildender neuer Truppentheil: dem
Kaiser erst Mitte Oktober vorgelegt
werden, jetzt ist aber angeordnet wor
den, daß das sofort nach der Rückkehr
des Kaisers nach Potsdam zu geschehen
hat.
Auch die deutschen Truppen haben
bei der Einnahme der Peitang-Forts
Verluste gehabt. Unter Anderen ist
Hauptmann von Normann, Chef der 7.
Kompagnie des 1. Ostasiatischen In-fanterie-Regiments,
früher im Grena-
dier-Regiment König Friedrich Wil
Helm I. (2. Ostpreußisches) No. 3. ge-
fallen. Den Hauptverlust erlitten die
Russen.
Vize-Admiral Prinz Heinrich, Bru
der des Kaisers, hat das Kommando
des ersten Geschwaders, an Stelle von
Vize-Admiral Hoffmann, üöernom
men. Das Geschwader soll während der
nächsten Monate aus den Schlachtschif
fen Kaiser Wilhelm II." als Flagg
schiff. Kaiser Friedrich III." und
! Kaiser Wilhelm der Große" (das aber
j erst mit den Probefahrten beginnt), so
I wie den umgebauten ; alten Panzern
i Sachsen", Württemberg" und Ba
. den" bestehen. Die zweite Division, di:
i Schlachtschiffe Kurfürst Friedrich
; Wilhelm", Brandenburg". Weißen
! bürg" und Wöth" mit dem kleinen
Kreuzer Heta". befindet sich bekannt
j lich in Ostasien.
Au s Südafri ka.
I '
Lourenzo Marquez, 2. Okt.
i In Komatipoort fand am Montag, als
britisch: Soldaten damit beschäftigt
j waren, die erbeutete Voeren-Munition
zu zerstören, eine Explosion statt, ber
der zwei Gordon Hochländer getödtet
und 18 verletzt wurden.
Pretoria. 2. Okt. Varend
Vorster, Mitglied des Volksraad von
Transvaal, hat in Zoutpansberg eine
neue Voeren - Regierung organisirt,
deren Oberhaupt er ist. Der Kampf
gegen die Engländer soll bis zum Aeu
ßersten fortgesetzt werden. Britischen
Nachrichten zufolge, fehlt es Vorster
aber an Munition und seine Truppen
sollen wenig Enthusiasmus zeigen.
General Botha ist von Leydsdorp
mit 2000 Mann im Anrücken, um sich
mit Vorster bei Petersburg zu ver-
einigen.
General Baden Powell ist hier ange
kommen, um das Kommando über die
Polizei im Transvaal und dem Oranje
Staat zu übernehmen. Die unter sei-
nem Kommando stehende berittene Po-
lizei soll 2000 Mann stark sein.
London. 2. Okt. Eine Depesche
von Lord Roberts, vom Sonntag, den
SO. September datirt. lautet : Rund-
!les' Truppen haben lm Betq!ehem-Dl-
! ri i fc on rr . r y i .
jiiin oen ocren ein ejejcaütj von ver
Gebirgs-Batterie abgenommen, die bei
Nicholson's Nek. Ladysmith, verloren
gegangen ist ; und außerdem ,65,000
Martini Henry Patronen.
LourenzoMarques,2. Okt.
Der österreichische Lloyd-Dampfer
Styria", der am Montag von hier ab
gegangen ist. hat 400 Flüchtlinge-vom
Transvaal an Bord, zum Theil Irisch
Amerikaner. All: ihre Unkosten sind
von der Transvaal - Regierung bezahlt
worden. Jeder Mann hat außer freier
Fahrt 57.60 in Baar erhalten und er
hält weitere ' $42.50 beim; Landen in
irgend einem. Hafen, den er sich aus-
wählen sollte. .
Die Russen in China.
St. Petersburg, 2.Oktbr.
t Dzs rieasministerwm.tünöizi. an.
daß. Wepejcyen aus Kyabaroosk zu
folge. General Tschitschagow ,,den
Oberst Koveiken mit einer Abtheilung
i Kosaken. Eisenbahn - Truppen und
j Freiwilligen abgeschickt hatte, um die
i Chinesen anzugreifen, die die Eisen
: bahn bei Sanchakan besetzt hatten,
i Die Russen waren in zwei hartnäckigen
i Gefechten siegreich. Räch dem zweiten
i Gefecht wurden 43 todte Chinesen in
! den Schangräben der letzteren gefun
j den.
j Der Offizielle Bote" , erklärt am
' Montag, daß aus den offiziellen Kom-
munikatwnen der Regierung in Bezug
auf die Aufgabe, die Rußland in Ost
asien zu erfüllen hat. klar zu ersehen
sei. -daß die Gerüchte über die angeb-
liche Annektion der Mandschurei gänz-
! lich unbegründet seien.
Die Parlamentswahlen in
j England.
! London. 2. Okt. Den bis um
! -Mitternacht einzetroffenen . Nachrichten
! zufolge sinb 132 Mitglieder für das neuz
j Parlament erwählt worden, nämlich:
! 93 Konseroatioe. 18 Uniznisten, 13 Li
; berale uns 8 Nationalisten.
Die Kcnservalioen haben soweit zwei
: Sitze gewonnen und die Liberalen einen.
! Kosten der französischen
China-Expedition.
Paris. 2. Okt. Bei dem Zusam
rnentritt der Kamn-.ern wird di: Regie
runz ein Gelbbuch über China veröfsnt
l'chen und um einen weiteren Extra
Kredit von 39.000,000 Francs nachsu-
chen. Di: Kammer hat bereits 19.0001
000 Francs bcwilllgt und wahrend der
Ferien hat die Regierung einen weiteren
Kredit von 12,000.000 Francs eröffnet.
Der Gesammi-Kredit für die Operatio
nen in China beläuft sich somit auf
70.000,000 Francs.
Missionare in Sicherheit.
P a r Z s , 2. Okt. Der französische
General-Konsul in Shanghai telegra
phirt unter dem Datum vom 29, Sep
ternber, er sei von dem Gouverneur von
Sent-CKe-Li, durch den Taotai Sheng,
benarichtigt iSorden. haß die..WIioL
nare und Ingenieure in Theng-Ting-
Fu noch am 23. September am Leben
und wohlauf gewesen seien: daß die
Militär- und Zivilbehörden die weit-'
gehendsten Vorbereltungen getroffen
hätten, um die Missionäre zu beschützen,
und daß die belgische Mission in Ring-
Tiang-Lung vollständig sicher sei. , '
Aus China.,
T i e n T s i n , 2. Oktbr.' Der deut-
! sche Gesandte Dr. Mumm,von Schwar
I zensiern ist hier angekommen und hat
i sich provisorisch im deutschen Konsulat
einquartiert.
Die Baronin von Ketteler wird in
nerhalb weniger Tage init dem deut
schen Dampfer HaüY' nach' Japan ab-
i reisen. " ';
j Hong K o n g , 2. Okt' Ein bri
j tisches Känonenbcc! hat das Dorf Luk
Lao am West River beschossen, als
Strafe dafür, daß die Einwohner auf
einen britischen Dampfer geschossen
! hatten. Die Anführer der Dorfbewoh
i ner wurden später gefangen und aus
! gepeitscht.
Pensions - Betrügereien.
lTKattanooaa. 3nn 9 5fl.
Richter C. D. Clark vom B'mdesge-
... m j -
richt, nahm am Montag in seiner An
j-sprache an die Großgeschworenen un-,
j ter Anderem auch Bezug auf Pensions-
Betrügereien, kr sagte daluber :
Es ist geradezu erstaunlich, mit
welcher Kühnheit, ja Unverschämtheit
Applikanten für Pensionen vorgehen
und die Namen auf beschworenen Aus'
sagen fälschen, hauptsächlich die Namen
von. Negern, die nirgends, weder im
Staate noch im Lande gefunden wer,
den können. Dieser Betrug ist ein se
allgemeiner geworden, daß selbst scho?
Männer, die behaupten Veteranen auß
dem spanisch - amerikanischen Krieg zr
sein, betrügerische Applikationen ein,
reichen."
Der Richter führte einen Fall an,
der im letzten Gerichtstermin vor ihm
verhandelt wurde. In diesem Fall
hatte, ein Applikan für eine Pension
eidlich erhärtete Erklärungen unter
breitet, dcnenzufolge er in der Schlachj
bei San 51luan verwendet n,rd?n fVi
wollte, er wurde aber schließlich ge-
zwungen, einzugestehen, daß er noch nie!
den Staat Georgia verlassen hatte.
y Feuer.
Clieago. Jll. 2. Okt. Indem
sechsstöckigen Gebäude No. 221 223
Market Straße brach' am' Montag
Abend Feuer aus. welches einen Scha
den von $54.000 anrichtete, ehe es ge-
löscht werden konnte.
Evansville, Ind., 2. Oktober.
Die. . Sunnystde - Kohlengrube, die
größte Grube .im -südlichen 5n-
diann, brennt und Ungefähr 50
- " '"gVUt( 1JJ I
Mann, versuchen das FeU'er zu'roschen.r
cm. c.!vci.i v.c.c;- -. m I
Man . fürchtet, daß die danze Grube.
welche einen Werth von $200,000 hat.
den Flammen zum Opfer fallen wird.
Inland Depeschen.
Ire Wirren in Syina.
Fünf chinesische Friedens
- Kommissare anstattzwci
ernannt.
Der notsrischc Ccncrnl Nung Sn
cincr dttvon.
Tie Lage in Galveston.
Mehr Geld für die SZothleidenden
.vi
ringend erwünscht.
Tie eingelaufenen Gaben nicht so
groß, wie augegeben.
9
Vom Kohlcngraber-5trcik.
.
Tie Gruben beul) er bieten eine Lohn
: erhöhn ttg von zehn Prozent an.
5ie wird aber von den Streikern zw
riiltgcwicseu.
. - -
fru Mordgehcimttiß in Chicago.
Die chinesischen Wirren.
Washingto n',D7C.. 2. Oktbr.
In einer im Staatsdepartement einge
troffenen Depesche meloet der Gesandte
Conzer, er sei von dem Prinzen' Ching
benachrichtigt worden, daß er. Li Hung
Chanz. Vung Lu und die Vizekönige
Liu Kun Fi. und Chunz Chi Tunz ge
meinschaftlich .die- Friedensunterhand
lungen führen würden.. Jung Lu be
findet sich im Innern und Li Hung
Chanz ist noch in Tien Tsin.
Die beiden Vizekönig: sin) diejenigen
von Nanking und Hankow und beide den
Ausländern ' durchaus . freundlich 'ge
pffir GegeN'i?re örnennu. lverden
oie Machte nichts einzuwenden tzaöen,
aber Jung Lü dürfte wohl zurückzewie
sen werden. Er ist der Oöerbefebls-
Vr 'tstr tfrTTrfr 'Trithhin irtrV r nrrS
vv Vvv .ai c v ntnv uiiw vv ivum
hruptsächlich für die beständigen An
griffe auf die Gesanötschaften in Peking
verantwortlich gehalten. Er und Prinz
Tuan ,-gelten.alZ die schlimmsten Feinde
der Ausländer in China. , '
Der hiesize chinesische Gesandte ist der
Ansicht, daß die Vizek'önize nicht nach
Peking kommen werden, um an den Be
rathunzen theilzunehmen daß sie ' aber
mit. Peking in beständigem telezraphi
schem Verkehr stehen weroen.
Das . lange Verbleiben Li Hung
Chanzs in Tien Tsin giebt zu den ver
schie:ensten Kzmn?entaren Anlaß be
ondcrs .da er weiß, daß der Gesandte
C?ne: '"'uirt worden ist, in Peking
mit lh..z I.-k'.rhandlungen anzuknüpfen.
Man ''"'. daraus, daß- Li Hung
Chang noch nicht so recht davon über
zeugt ist, daß das reaktionäre Element
in Peking unterdrückt ist, und daß er be
stimmte Nachrichten darüber erwartet.
Aus Galveston.
Galveston. Ter.. 2. Okt. Ar-
beiter kommen jetzt hier in großer Zahl
l- 3 3"9 bringt and! unb
1 OTkCl.l! . M. W ( Lmamsjwa
sonstige Arbeiter und nur sehr, wenige
Leute verladen mehr die Stadt. Wah-
rend des Tages kamen 6.877 Ballen
Baumwolle und 60 Cars Getreide in
der Stadt an.
Eintauseno von den Arbeitern, die mit
dem Aufräumen der Trümmer beschäf-
tigt waren, wercen am Dienstag entlas-
fen werden. Die Eisenbahnen und an-
dere große Korporationen erhalten da-
durch die Arbeiter, die sie so nothwendig
für die Rekonstruktion ihres Eigenthums
nöthig haben.
G a l v e st o n. Tex.. 1. Okt. John
Sealy, der Vorsitzer des Finanz-Kom-
rnittees, eines Subkornrnitttts des Gal-
veston Hilfs-Kommittees, berichtet der
Associirten Presse Folgendes:
Alle Beiträge, die mir bis zum 1.
Oktober aus allen Quellen zuzemiesen
sind, belaufen sich auf $781,013.63.
Dieses schließt alle Summen ein. welche
ich direkt und durch Mayor W. C. Jones
" c.v ...w r. . . jonrv
empfangen i,asz uuo uuzuciii $ouj,
500, welche mir vom Gouverneur Sayer
aus dem 'ihm übermittelten onds üöer-
jano: wuroen.
Der Gouverneur hat ferner einen wei
teren Betrag von $100,000 zu mittl
ren beschlossen, welcher in den nächsten
Tagen an mich abgehen wird uno er
wiro mir In Zukunft von Zeit zu Zeit
dieienigen-.Summen überweisen, die sich
in seinen -Hänsen angesammelt - haben.
Wir. aröeiten jetzt eine vollständige Bi-
lanz.der eingegangenen und verausgab-
ten' Geloer äus, welche in Kurzem ver-
Lffentlicht werden wlrd.
zoun ccaiq,
. - pyt , , ,
' -Vorsitzer -des Fmanz-Kommittees.
s-;..1ti firnrf t Yirß T?Vn2". iTO.
öierzu bemerkt die News": Was
Gelveston jetzt nothwendig braucht, ist
Geld, um die 8000 obdachlosen Perso
nen unterzubringen und die Wohnun-
. . : N'Aay-vri- 4..
gen zaytre'lcher anderer 'Personen her
stellen zu lassen. Einige Korrespondenz
ten haben von fabelhaften Summen ge
sprochen, die dem hiesigen Hilfsfonds
angeblich zugegangen sein sollen ei
ner dieser Berichte verstieg sich sogar zu
der Höhe von Z1ö,000.000 und durch
diese Berichte ist das Publikum, wel
ches uns so hochherzig zu Hilfe gekom
men ist. irregeführt. Galveston hat bis
jetzt nur $881,643.33 empfangen, nur
wenig mehr, wie zur Bestattung der
Todten, zur Aufräumung der Straßen.
zur Herstellung geordneter sanitärer
Verhältnisse und zur dringlichsten Be
schaffung von Kleidern und Lebensmit
teln nothwendig war. ehe letztere von
auswärts gesandt werden konnten. Und
jetzt tritt an Galveston zu dem iaen
thumsverlust von 20.000.000 auch
noch die Pflicht heran, für 8000 obdach
lose und substanzlose Personen zu sor
gen. Das günstige Wetter hat bis jetzt
die Leiden jener Obdachlosen noch nicht
schwer erscheinen lassen, aber mit dem
Herannahen des Winters wird sich das
rasch ändern und der Hilfsfonds genügt
nur für die nöthigsten augenblicklichen
Bedürfnisse, aber nicht für die Zukunft.
Clara Barton hat die Summe, welche
dringend für lveston zur Abwendung
ver iioerilen -jioiq noicig uur iuui
destens $5,000.000 geschätzt, davon sms
bis jetzt, wie gesagt, erst $331.043.63
eingegangen, welche Thatsache hiermit
zur Information des Publikums kon
statirt werden soll.
Der Stand der National
schuld. W a s h i n g t o n . D. C.. 2. Oktbr.
Dem monatlichen Ausweis des Schatz-arnts-Sekretärs
über den Stand der
Nationalschuld zufolge belief sich die
Schuld beim Schluß der Geschäfte am
29. September 1900, abzüglich des im
Schatzamt befindlichen Baarvorraths,
auf $1.106,156,671; . eine Abnahme
während des Monats im Betrag von
$6,122.435.. Die Abnahme erklärt sich
durch eine korzespondirende Zunahme
in, Vzarvorralh. Die Schuld vertheilt
sich wie ?olgt:'
VerzinsliS Schuld'. Z1.001.WvZZ
'Scyiiiv, aus rvcW die Zinszahlungen
aufgehört haben, $5,516,220; unver-
zinslicheSchuld. $387.316.069; zusam
'men 51.334.331.549. Hierin sind je
doch nicht 'eingeschlossen $734.513,697
in Zertifikaten und Schatzamts-Noten,
denen ' ein gleicher Baarbetrag im
Schatzamt gegenübersteht. ,
Der im Schatzamt befindliche Baar
borrath besteht aus: Goldmünzen und
Bullion $150.000.000. Trustfonds
'(einschließlich Goldmünzen. Silber und
Ver. Staaten Noten) $734.513.697;
Allgemeiner Fonds $123.936.805; in
Nationalbank - Äepositorien $96,997,
212; zusammen $1.105.447.697. Die
ser Summe stehen gegenübe: Verbind
lichkeiten im Betrage von $317.242.
816: verbleibt somit baar im Schatz-.
! am? $288,204,878.
! Einnahmen und Ausgaben
der Regierung.
W a ssk n g"t o n , C., 2. Okt.
Dem monatlichen Bericht-über die Ein
nahmen und Ausgaben der Regierung
zufolge belieben sich im Monat Septem
ber die Einnahmen aus allen Quellen
auf $45,304,326 und die Ausgaben auf
$39,169.971. Der. Ueberschuß für den
Monat September beläuft sich somit
auf $6,134.355. Die Einnahmen ver-
theilen sich wie folgt:
Zölle $19.700.516. Zunahme gegen
vorigen Monat $530,000; Inland
Steuern. $22,927,439, Abnahme $1.
437,000; Verschiedenes, $2,676,371,
Zunahme $827.000.
Von den Ausgaben entfallen auf das
Kriegsdepartement Z14.125.234. Zu-
nähme $3.600.000. und die Marine
Z4.734.285. Es ist dies eine geringe
Abnahme.
In den drei ersten Monaten des lau
fendm Fiskaljahres ' überstiegen die
1 Einnahmen die Ausgaben um unge-
fähr $1.300.000.
Straßenbahn - Unfall.
W i ch i t a , Kansas. 2. Oktbr.
Ein elektrischer Straßenbahnwagen, in
dem sich fünfzig Passagiere befanden,
fuhr am Sonntag Abend mit voller
Geschwindigkeit den College Hill hinab,
sprang, unten angekommen, vom Ge
leise und'stürzte dar.n in den Chisholm
Creek. Von den fünfzig Passagieren
wurden dreißig verletzt, darunter vier
Frauen und ein Mann wahrscheinlich
lebensgefährlich. Die Schwerverletzten
sind: I. W. Nilfon und Frau, Frau I.
A. McGuire, Margie Fostcr und Frau
Ferguson, letztere ,st .6 Jahre alt.
Der Streik der Kohlen-
gräbr.
Philadelphia. Pa., 2. Oktbr.
Die Grubenbesitzer der Wyoming, La-
aawanna und Lehigh Regionen folgten
in emer am Montag in Wllkesbarre
abgehaltenen Versammlung dem Bei
spiel der Reading Company und offe
rirten ihren Arbeitern eine Lohnerhö
huna von zehn Prozent.- Ferner be-
schlössen dieselben,' den Preis des Pul-
vers von 82.75 auf $1.50.zu ruziren.
)er letztere Preis wurde von ver Nead
ing Company schon seit geraumer Zeit
berechnet.
Der Beschluß der Versammlung in
Wilkesbarre. eine Lohnerhöhung von
zehn Prozent zu gewähren, bezieht sich
indessen nur auf die Hilfsarbeiter, nicht
auf die eigentlichen Bergleute. Letztere
erhalten diesen Zuschlag von ca. zehn
Prozent in indirekter Form, nämlich
durch Herabsetzung , des Preises für
Pulver.
Die Versammlung war von Reprä-
sentanten aller Eisenbahnlinien besucht,
welche Gruben in den betreffenden Ge
genden besitzen. Einige der unabhän-
gigen Grubenbesitzer opponiren der vor-
geschlagenen Lohnerhöhung, ausgenom
men, van vte vetressenoen Aaynttnien
eine Ermäßigung im Frachttarif zu ge
währen bereit seien.
Die Streiker scheinen indessen mit
diesen Zugeständnissen nicht zufrieden
zu sein und in den Gruben der Reading
Co. nahm Niemand trotz der offerirten
Lohnerhöhung die Arbeit wieder auf.
Viele,' die noch an der Arbeit waren,
hörten sogar auf und schlössen sich den
Streikern an. In Wirklichkeit waren
l t J i I I V ' '
am Montag, weniger Gruben im Be-
ieb, wie je zuvor seit Beginn des
. Streiks. Auck in den anderen Reaio-
Streiks
nen erhielten die Streiker erheblichen
Zuwachs.
Am Montag Abend wurd.e die pro
ponirte Lohnerhöhung durch Anschlag
in der ganzen Hartkohlen-Region be
kannt gemacht, aber man ist allgemein
der Ansicht, daß nur wenige Streiker
.dadurch bewogen werden, die Arbeit
'wieder aufzunehmen, und selbst dies ist
noch' zweifelhaft.
Die Streiker sagen, daß sie außer der
Lohnfrage noch andere Beschwerden ha
ben und daß sie auf einer Anerkennung
der Union bestehen. .
Präsident Mitchell wird am Dienstag
nach Wilkesbarre zu einer Massenver
sammlung der Streiker kommen und
einer dort beabsichtigten Parade bei-wohnen.-
Ein neues Mordgeheim'
jll
Chicago, .Jll., 2. Oktbr. AuZ
dem Cedar-See, der jenseits der Grenze
des Staates Jndiana gelegen ist, wur
de von kleinen, dort am Ufer spielenden
Kindern ein Sack aufgefischt, der den?
roh abgehackten Kopf eines schwarzbär
tigen Mannes enthielt. Der Kopf war.
s ehe er in den See geworfen wurde, in
ungelöschtem Kalk eingepackt worden,
und die Folge war, daß die Züge der
art zerstört wurden, daß sie durchaus
unerkennbar geworden-sind. Das ein
zige Mittel zu einer möglichen Jdentifi
kation sind zwei falsche Schncidezähne,
an einer .silbernen Platte befestigt, die
sich in dem Munde befanden. Nur wenn
es gelingt, den Zahnarzt zu finden, der
dZWse'avgifertigt hat, ist eine Mög
lickkeit vorhanden, die Persönlichkeit
! deZ wahrscheinlich Ermordeten iriden
A.Cl
Erhalten i h r e . F r c i he ! t
' wieder. '
San Francisco. Cal., 2. Okt.
In Folge einer Entscheidung, die wäh-
-
rend des TazeZ das Ver. St. Appella
tionsgericht in hiesiger Stadt abgege
ben hat, werden die zehn JdahoerStrei
ker, die schuldig befunden worden wa
ren, sich verschworen zu haben, einen
Eisenbahnzug anzuhalten, der die Ver.
St. Post an Bord hatte, aus dem Zucht-
haus in St. Quentin entlassen werden.
In ihrer Entscheidung weisen die Rich
ter Gilbert . - Roß und Morro'.o
daraufhin, daß in der Anklage nicht be
hauptet worden wäre, die Verschwö-
rung habe den ausdrücklichen Zweck ge
habt, die Beförderung der Post zu ver
hindern. -;
Keine Opposition.
St. Paul. 2. Okt. Da beide
demokratischen Kandidaten für das
Supreme - Gericht resignirt haben, so
hat das Staats-Zrommittee beschlossen,
den republikanischen Kandidaten keine
Opposition zu machen. -
'In Nothwehr.
D u 6 u q ü t , ' Ja.. 2. Okt. Der
60jährige Henry Schäfer, in der Nähe
von Lormo. 17 Meilen von hier wohn
haft, versuchte in sinnloser Trunkenheit
seine Frau und Tochter zu todten. Die
Tochter sucht: ihre Mutter zu vertheidi-
gen ' und schlug Schäfer mit einem
Knüppel auf der Stelle todt. Die Co-
roners - Geschworenen erhoben keine
Anklage.
Schisssnachrichtcn.
L i v e r p o o l , 1. Okt. Anzekorn
wen: . Saxonia" von Boston. Lake
Megantic" von Montreal. .
. G e n u a , 1. Oktbr. Angekommen:
,Werra" von New Jork. via Neapel..
Hamburg, 1. .Okt. Anczekom
men: . Luzon" von San Francisco.' "
Glasgow, 1. Oktbr. Angekom !
men: Brazilian" von Montreal. .
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CZT' Weitere
Depesche auf
iCeite 4 -
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