OCR Interpretation


Indiana tribüne. (Indianapolis, Ind.) 1878-1907, March 06, 1901, Image 1

Image and text provided by Indiana State Library

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn83045241/1901-03-06/ed-1/seq-1/

What is OCR?


Thumbnail for

i
ff
W
1 S
rf i? üi
"tlii
5 er loi
1
ai 'r
-
V A v .i. .V
,
V
v
r
)
,
-
,v
l
! i
W
i
j
li J
A
?
ff dtyM
v-
IHV
n
MM
L ,
VS X
? 2
V
XX.
I I i l Y I f
f
iyj hv v i-y
Mit- y
ST SollOtag? jf
2 Blatt 3
vj 10cjer2Bort?
vVfc
t
&
.?
C3rsdjciitt joden tadjmitian und Ksnntag Morgens.
Jahrgang 24.
Graf von Gülow
' ljän im Jifidjslno sine inter-!
cpnle 3lcDe
Ueber die innere und äußere Polp i
ti! Deutschlands
. .
Die sehr freundlich für England I
Ocljolten war.
Die Lage in China.
1
i .
V.
k
.
. V
v.
A2 '
Indianapolis, Ind.. MZlNrcch, den 6. März 1901.
No. 168
Der Kaiser hat wenig Neigung, nach
Peking zurückzukehren,
So lange die Lage unverändert ist.
Ein Amerilauer im Duell erschossen.
Unruhige ParlamentS-sitznngen.
i I
Mathias Kneisel, der bayrische Räuber, !
gelangen.
Vom deutschen Reichstag.
Berlin. 6. März. Eine Frage
ldesCentristen Herrn Schaedler über den
kürzlichen Bssuch des Kaisers Wilhelm
in England beantwortend, erklärte am
Dienstaz fc?r Reichskanzler, Graf von
'Bülow, int Reichstag, daß der Besuch
weder aus politischen noch aus Hosrück
'sichten gemacht worden sei, sondern rein
menschlichen Charakters gewesen sei.
Der Kaiser sei einfach an das Sterbe
bett seiner Großniutter geeilt. Es sei
leicht begreiflich, daß dieser Schritt ein
Gefühl der Dankbarkeit in England er
regt und den Wunsch nach friedlichen
und freundschaftlichen Beziehungen ge
zeitigt habe. Diese Wünsche theile man
auch in Deutschland, man verlange aber
als unerläßliche Bedingung für die Er
füllung derselben, daß Deutschland und
England in allen Dingen gleich: Rechte
haben sollen.
Diese Aeußerung des Kanzlers wur
de während der Debatte über den aus
wärtizen Etat gemacht. Herr Schädler
erklärte, als er die Frage stellte, daß
nian in Deutschland sehr unzufrieden
sei und das Land Auskunft über die po-
lttische Bedeutung des Besuchs des Kai-
sers in England ZU haben wünsche; und
auch, welchen Einfluk auf die beidersei
tigen Beziehungen die Thronbesteigung
des Königs Eduard haben werde. Des
Weiteren sagte er auch, aß die Verlei-
kning des schwarzen Adlerordens . an
Lord Roberts zu vielem Gerede Anlaß
gegeben habe. Die Deutschen fürchte
ten, daß die hyper-freundliche Politik
England gegenüber. Deutschland Feinde
in Europa machen würde. Der Redner
verlangte deshalb zu wissen, wie
Deutschland den anderen Mächten ge
genüber stehe, namentlich den Mächten,
die den Dreibund bilden, gegenüber.
Die Freundschaft mit Rußland, dürfe
richt geopfert werden.
Der Kanzler antwortete darauf, wie
eben berichtet. Er legte besonderes Ge
wicht auf die edlen, menschlichen Gesuch
lc. die den Kaiser zu dem Besuch in
England veranlaßten, wie auch, darauf,
daß Deutschland nur den einzigen
Wunsch bege, gemeiusam mit England
Zm. Frieden und für den Frieden zu
wirken.
Ich erklärte schzn einmal vor zwei
Mcmaten". sagt der Kanzler, und ich
wiederkcle es heute, tiß keine Verän
derung.in den Bezieh. ?nzen zu Enzland
eingetreten sind, seitdem ich im Reicht
tag darlegte, daß wir bereit seien, n
Frieden und Freundschaft mit England
zu leben, vorausgeser. daß ein gegen
seitiges Entgegenkommen und absolure
Gleichet die Grundlage dieses Ver
hältnisses bildet. Wenn daher der Kai-
ser durcn seine Anwesenheit und durch
sein Auftreten in-Englznd den Weg für
dauernde gute Beziehunzen gebahnt ha:,
so ist dies" von Vortheil für b'ide Län
ker - Ohne Zweifel giebt es manche
wunde Punkte zwischen den beiden Län
dern. aber auch viele, wo ihre Interessen
intim zusammenhängen' und überein-
stimmen. Gute nachbarliche Beziehun-
gen hab:n beide Länoer nöthig und es
ist kein politischer Grund vorhanden,
warum wir nicht ebenso daraus, bedacht
sein sollten, solch gute Beziehungen mit
(England zu unterhalten, wie andere
Mächte. Die Thronbesteigung des Kc-
nigs Eduard wird die Beziehungen zwi-
schert den beiden Ländern nicht im Ge
ingsten änöern. Es giebt vielleicht
Leute, die hofften, daß der Thronwechsel
unsere gegenseitigen Beziehungen un-
günstig beeinflussen würden, diese Er-
Wartungen sind aber nicht in Erfüllung
gegangen, was von so ebenso großem
Werth für die beiden Nationen ist,, wle
für den Frieden im Allgemeinen. ,'
Herr Schädler behauptete, daß der
Äesuch des Kaisers eine Verletzung der
Neutralität, dem Krieg in Südafrika
.gegenüber gewesen sei, und ich . habe
such bemerkt, dak Parallelen iwischea
dem Besuch des Kaisers in England
und der Weigerung, den Präsidenten
Krüger in Berlin zu empfangen, gezo
gen worden sind. Diefe Parallelen
sind aber nickit korrekt. Der offenbare
Zweck der beabsichtigten Reise- des Prä
sidenten Krüger nach Berlin war,' uns
in einer ungewöhnlichen Weise zu der
anlassen, uns in die südafrikanische
Angelegenheit einzumischen. Ich stellt
in der emphatischsten Weise in Abrede,
daß de? Kaiser den Interessen des Lan
des zuwider gehandelt hat, indem er
Aufmerksamkeiten angenommen und
erwidert hat.
Was die Dekorirung Lord Roberts'
mit dem Schwarzen Adler-Orden an
betrifft, so ist dies eine Sache, die le
diglich den König von Preußen etwas
angeht. Es ist eme Frage der verfas-
sungsmaßigen, persönlichen Praroga
tive der Krone. Lord Roberts ist keine
politische Persönlichkeit, die ihm erwie
sene Auszeichnung hat daher im Au
genblick nicht die geringste Bedeutung.
.Was Rußland betrifft, so bin ich
fest davon überzeugt, daß es ein
Hauptzug unserer Politik ist. die
freundschaftlichsten und bestnachbar
lichsten Beziehungen mit ihm zu unter
halten. Ich bin fest davon überzeugt,
daß die Interessen Deutschlands und
Rußlands in den meisten Dingen iden
tisch sind, .und ich weiß von keinem
Punkt, an dem. bsi einigermaßen gu
tcin beiderseitigen Willen, unsere In-
teressen Ursache hätten, in Konflikt zu
kommen. Es liegt kein feindliches
Meer zwischen beiden Nationen, das
nicht überbrückt werden tonnte. Aber
auch hier verlangen wir Gleiches für
Gleiches. Deutschland ist nicht mehr
von anderen Ländern abhängig, wie
diese von uns abhängig sind."
Auf die Kritiken hinweisend, welchk
die St. Petersburger Handels- und
Jndustrie-Zeitungen an ihm, dem
Kanzler, geübt, weil er die deutsche
Landwirthschaft so energisch jn Schutz
genommen, sagte Graf von Äülow. es
I? hi nrnfr ti MkUckl er.?r t?dTt Itaiti
y I " -7- - - j - - i
im hon o?in?tt Wrr.Trrr nfV ffniTi'!
tuiiy, vwtt tiyvnvn Mfc. mv
Zessionen zu gewahren, die möglich
seien, ohne die Interessen des eigenen
Landes zu gefäh-n. Dies bedeute
aber keineswegs Feindschaft gegen
thtt bisherigen und. wie 'ich hoffe, i
auch zukünftigen kommerziellen Freun- j
de. Ich hoffe, daß wir hierüber eine i
Verständigung erzielen. Die Basis
kann aber auch hier nur vollständige!
m . . , w rfftf!
Neziprozttat un? die unavyanglgreu
unseres eigenen Landes sein." '
Der Kanzler sagte weiter, daß es
nicht Freundschaft, sondern .lnterwür-
figkeit sein würde, wenn er seine Poli-
tik in Einklang mit der-auswärtigen
Kritik bringen würde. Er fuhr dann
fort: Unsere auswärtige Politik, wird
jetzt, wie dies auch früher immer der
Fall war. weder von Liebe noch hon
Haß diktirt und sie ist weder von Sym
pathie noch von Verwandtschaftsrück
sichten abhängig. Es handelt sich dabei
ausschließlich nur um die ruhige, mich
terne Erwägung der Staatsinteressen.
Diejenigen, die vermuthen, daß den
Kaiser andere Beweggründe als die ge
Wissenhafteste Sorge für das Wohler
gehen des Reiches leiten, kennen den
Charakter des Kaisers schlecht, und sik
beurtheilen mich auch durchaus falsch,
wenn sie glauben, daß ich mich auf eine
andere als eine deutjaze Aational-Po-1
litik einlassen sonnte, die ich mit den ,
folgenden Worten zusammenfassen i
kann: Gute und freundschaftliche Be- j
Ziehungen mit allen den Mächten, die !
in Frieden und Freundschaft, mit uns.
leben wollen, aoer absolute Ausrechter
Haltung jener politischen und. Wirth
schaftlichen Unabhängigkeit, auf dik
Deutschland ein unveräußerliches Rechl
hat, in Folge seiner Kämpfe, seiner Ar,
beit und seiner hohen Civilisation." -
Der Kanzler erklärte, daß die Regie
rung versuchen müsse, mit .Beihilfe deZ ,
Reichstags, den bestehenden . scharfen
Konflikt in den Interessen, mit Bezug !
auf die Handelsverträge, auszuglei-i
chen. denn von diesen hange die, ganze
, volkswirthschaftliche Zukunft des .Rei.
ches üb. Angesichts des Nothstandes.
der die Landwirthschaft bedrücke, sei
eine Erhöhung der Zölle auf Weizen
und Roggen unerläßlich, dieser Erhö-
hung werde aber eine gewisse Srenze !
gesetzt durch die Nückstchten, die auf dik j
Arbeiterbev'ölkerung genommen werden
müssen, für deren Wohl die Regierung
ebenso besorgt sei, wie die Sozialdemo
kratön.
Der Kanzler schloß mit der Erkla-
rung. daß sich der Bundesrath noch
nicht darauf geeinigt habe, wie weit dik
Zölle erhöht werden sollten, die Regier
rung sei aber darauf bedacht. ?ine mehr
annehmbare Basis für die Zollverein
barung mit anderen Ländern zu etab
liren. Alle größeren Eiimahmen. .die
nach der Zoll-Revision etwa erzielt
werden sollten, namentlich von den
Zöllen auf Lebensmittel. würden fül
die Etablirung von Wohlthätigkeits
Anstalten , verwendet werden und. für
die Verbesserung der Lage der Armen.
)em xanzler wurde, naazdem er ge
endet, lebhafter Beifall gezollt.
Es ist bedeutungsvo?. daß die mit
großer Borsicht zum Ausdruck gebrach
ten. England freundlichen Gefühle des
Grafen von Bülow von der ganzen
Rechten und einem Theil des Centrums
schweigend hingenommen wurden.
Mehrere Abgeordnete hielten Reden,
die Angriffe auf den Kaiser enthielten,
welch: den betreffenden Herren theuer
zu stehen kommen würden, wenn sie
außerhalb des Reichstags gehalten wor
den wären. .
Aus China.' ,t
Peking, 6. März. General!!,
Tching hat im Auftrage von Li Hung
Chang ein Schreiben mit folgenden
Bitten an General Waldersee gerichtet:
Wenn irgend möglich, so nnterneh
men Sie keine weiterer. Strafezpeditio
nen und geben Sie den chinesischen
Truppen Erlaubniß, innerhalb zehn
Meilen von den Truppen der Alliirten
Quartiere zu beziehen, um den Aus
schreitungen der Boxer und Räuber ein
Ende zu machen. Weifen Sie ferner
die verbündeten Truppen an. daß sie
beim Aufsuchen der Boxer und Räuber
und bei der Bestrafung derselben sich
der Hilfe der chinesischen Beamten be
dienen sollen. Verbieten Sie eingebo
renen Christen, übertriebene Forderun
gen auf Schadenersatz geltend zu ma-
chen. deren Erfüllung von den Missio
nären häufig durchgesetzt wird."
Hierauf hat Gras Waldersee Folgen-
des erwidert:
Das Oberkommando der verbünde
ten Armee kann sich auf kein Ueberein,
kommen einlassen, keine weiteren Ex
peditionen zu unternehmen, sondern
muß sich das Recht vorbehalten, den
Umständen gemäß zu handeln. Wenn
die militärische oder politische Lage in
dessen keine Veranlassung dazu bieten
sollte, wie z. V. das Erscheinen von
Räuberbanden und feindliches Borge
hen der requlären chinesischen Truppen,
so ist Gras Waldersee geneigt, die Bitte
Li Hung Chang's zu berücksichtigen und
von weiteren Expeditionen abzusehen.
Die lokalen Behörden werden in Fäl
len, wo nach Boxern und Räubern ge
sucht wird, so weit wie thunlich bei
Eruirung der Schuldigen zu Rathe ge
zogen werden.
Schadenersatz-Ansprüche von einge
borenen Christen und Missionären wer
den in Zukunft durch gegenseitiges
Uebereinkommen der Diplomaten gere-
gelt werden." ' '. '
In den täglichen Sitzungen der Ver-
treter der Mächte wird jetzt über die
Gesandten-Quartiere verhandelt, sowie
Über die Art, wie Schadenersatzansjzrü
che geregelt werden sollen, und über ei
nige Fragen des Eeremoniells, beson
ders wenn Audienzen vom Kaiser ge
geben werden. ' . ' '
Ein verbesserter Bahndienst wird in
kürzester Frist eingeführt werden '
Die nächste Versammlung der Ver
treter, der Mächte wird sich mit dem
Proteste de? chinesischen Friedensköm
Mission gegen die Etablirung der Ge-sandtschafts-Quartiere"
in öffentlichen
chinesischen, Gebäuden, beschäftigen. Die
, Briten und die Russen haben das Mi
nisteuum der öffentlichen ArbeitendaZ
Zollamt und das Ceremonien-Amt' ot
kupirt und die Jtaliener'den persönli
chen Opfer-Temvel, des Kaisers.,' 5
. Feuer hat - den., Tausend-Jahre-,
Tempel" im Eommerpalast ,' zum' 'groß
ten Theil: zerstört. ' Zum Gliickwürde
die. Bildsäule. Buddhas) ' meld'GOO
Tonnen wiegt, nicht beschädigt.'.'
Die japanischen Truppen ' bereiten
sich zur Abreise vor nnddie Transport
Dampfer befinden sich bereits auf dem
Wege nach Taku.' Die Schifffahrt auf
dem Fluß ist wieder offen Und 'keine
'Gefahr vorhanden, daß' Frost dieselbe
wieder unterbrechen wird. ' ij '
Der Kaiser von 'China hat in einem
Edikt anbefohlen, daß alle Dekrete, und
Berichte, die vom 20. Juni bks zum 14.
August 1900 erlassen, bezw. eingereicht
wurden,' zerstört werben sollen, sodaß
keine Spur mehr davon 'übrig bleibe.
Berlin, 6. März. Das Kriegs
Ministerium hat folgende Depeschevom
Grafen Waldersee aus Pekings vom 4.
März datirt. erhalten:
Eine 25 Mann starke Patrouille un
ter Oberstleutnant Walmenich stieß aus
eine starke Streitmacht chinesischer
Truppen westlich von Lung Hsuan
Kuan. wobei die Deutschen drei Todte
und einen Verwundeten verloren.
Oberst Ledebur wurde darauf mit 4
Kompagnien von Pao Ting Fu abge
sandt, um den Ansuling Paß bis zur
großen Mauer vom Feinde zu säubern
und den Paß dauernd besetzt zu hal
ten."
L o n d o n. G. März. Eine Reuter-Depesche
aus Peking, vom 5. März
datirt. lautet wie folgt:
Nachfragen bei hohen chinesischen
Beamten haben ergeben, daß der Kaiser
Kwang Su nicht im Entferntesten da
ran denkt. Sian Fu zu. verlassen, so
lange die jetzige Lage unverändert ist,
und daß. wenn die Mächte darauf be-
stehen, die Gesandtschaften zu besestk
gen, oer yor vielleicht nie wieder nach
Peking zurückkehren werde.
Die Chinesen weisen darauf hin.
daß wenn die Forts, wie geplant,
konstruirt würden, die Gebäude von
sechs der wichtigsten Ministerien, n'äm
lieh für Krieg. Ceremonien. Civil-Er-Nennungen,
öffentliche Arbeiten und
Finanzen, zerstört werden müßten, wie
auch einer der heiligsten Tempel im
Reich, der die Ahnen-Tafeln der jetzi
gen Dynastie enthält.
Die Minister haben ewen darauf
Bezug habenden Protest jetzt in Erwa-
gung."
ÄM for LMr5h5Fp!flaiIk.
' r . .
.
Die sämmtlichen Sekretäre
wiederernanut.
Und vom Senat sofort bestätigt.
,
Das Zümiyurations Feuerwerk
r.bl)cbrauttt.
Samuel Moser, der Mörder seiner
Frau und vier Kinder
Zu 21 Jahrcu Zuchthaus verurtheilt.
Fcnersbrüttstc in Michigau.
Das Biüliotbckgcbände in Graud
. Havrn abgcbra::ut.
Senat.
W a s h i n g t o n. D. C.. 5. März.
Jn der ersten Sitzung des Senats im
67. Kongreß fand ganz unerwartet eine
recht lebhafte Debatte statt. Sen.
Platt. Conn.. reichte ein Amendement
zu den Regeln ein. demzufolge die De
batte im Senat eingeschränkt werden
soll. Sen. Platt hatte nicht die Ab.
sicht. die Angelegenheit während des
Tages vor den Senat zu bringen." meh
rcre Senatoren . sprachen sich aber
nichtsdestoweniger in nicht mißzuver
stehender Weise uber'das Amendement
aus. Senator Mason. Jlls.. war der
Ansicht, daß das Amendement noch nicht
weit" g.'nug''gehe.' und -er "kündigte' an,'
daß er.inAmend'emcnt. einreichen wolle,
nach dessen Annahme die Majorität .in
Zukunft nicht mehr unter der Kontrolle
der Minorität stehen würde.
Die Senatoren Wellington von
Maryland und Bacon von Georgia
sprachen in energischer Weise gegen den
Versuch, die Regeln in solcher Weise ab
zuändern.
Die Goldvorräthe im
Schatzamt.
Am Dimstag erreichte der Goldvor
rath im Schatzamt eine Höhe von
5489.112.153. Es ist dies der größte
Betrag an Gold, den die Regierung je
mals an Hand hatte. Von dieser Sum
me gehören Z1M.000.000 zur Gold
reserve. $276,019,939 sind ?ur Deckung
von Gold-Certifikaten da und im Gene
ral-Fonds befinden sich $63,392,169 in
Gold.
Das jetzige Kabinet wie
derernannt. Der Präsident sandte während dcZ
Tages dem Senat die folgenden Rom!
Nationen zu:
John Hay vom Distrikt Columbia
zum Staatssekretär, Lyman I. Gagk
von Illinois zum Schatzamts-Sekre
tär, Elihu Root von New ?)ork zum
Kriegs-Sekrctär, John W. Griggs von
New Jersey zum General-Änwalt.
Charles Emory Smith von Pennsyl
vania zum General-Postmeister, John
D. Long von Massachusetts zum Ma-
rine-Sekretär. Ethan A. Hitchcock von
Missouri zum Sekretär des Inneren
und James Wilson von Iowa zum
Ackerbau-Sekretar.
. Di: sämmtlichenNominationen wur
den noch während des Tages vom Se
n.aj bestätigt.
General Aaron S. Daggett. welcher
'vor Kurzem zum Brigade - General
im 'stehenden Heere ernannt wurde, ist
pensionirt worden.
General McArthur berichtet, daß de,
Transportdampfer Lawson" am 1.
ZNärz von San Francisco in Manila
eingetroffen ist.
Feuerwerk.
Das Feuerwerk, das in Folge de
schlechten Wetters am Jnaugurations
tage verschoben wurde, wurde an.
Dienstag Abend abgebrannt, und zwa,
auf dem Platz bei dem Washington'
Monument. Es war das großartigstl
Feuerwerk, das t in hiesiger Stadt
gesehen würde.
m m
Ins Zuchthaus.? '
P to r i a. Jll.. 6. März. Samuel
Moser wurde im Tazewell County Ge
richt zu Pekin wegen Ermordung sei
ner Frau nach zehnstündiger Berathung
von den Geschworenen zu 21 Jahren
Zuchthaus verurtheilt. Am 13. Mai
letzten Jahres erschoß Moser seine Frau
und seine drei kleinen Söhne. Er war
1 1
vor fünf Jahren aus der Amiste-Kircht
ausgestoßen worden und hatte von die
fer Sekte, welcher seine Frau treu blieb,
mannigfache Verfolgungen zu erleiden.
Mosers Vertheidigung war die Wahn
sinnstheorie. Die Anklage wegen Er
mordung seiner Kinder schwebt aßer
dem noch gegen ihn.
Dampfer gestrandet.
R a l e i g h, N. C.. 6. März. Dn
britische Dampfer Camperdown", mit
20.000 Säcken Zucker nach New Yori
bestimmt, ist bei den Cape Lookout
Shoals, sieben Meilen von hier ent
fernt, gestrandet. ES ist wahrschein
lich, daß der Dampfer ganz zu Grund
gehen wird.
Mord aus Eifersucht.
New York. 6. März. Sine IS
Jahre alte Schauspielerin, deren Büh
nen-Namen Mamie Cirelli war. wurde
am Dienstag Morgen zu früherStunde
von ihrem eifersüchtigen Liebhaber,
dem 20 Jahre alten Antonio Triolo.
an der Ecke von Mulberry und Bayarv
Straße erschossen. Triolo wurde ver
haftet.
Nobles Geschenk.
Poughkeepsie, N. Y.. 6.
März. John D. Rockefeller hat dem
Vassar College $110.000 zur Erbau
ung eines neuen Dormitoriums ge
schenkt.
Feuer.
Greenville. Mich.. 6. Mcirz.
Das große Holzlager von P. Kuntö &
Wright, in hiesiger Stadt, wurde am
Dienstag Morgen zu früher Stunde in
Brand gesteckt. Das Trocken - Maga-
zin und die ganzen Holzvorräthe sind
verbrannt. Der Verlust beläuft sich
auf $100.000 und die Versicherung auf
$22.000.
Grand Haven. Mich.. 6. März.
Das Bibliotheks-Gebäude in hiesiger
Stadt, das 5000 Bände enthielt, wur
de am Dienstag durch Feuer zerstört.
Der Verlust beläuft sich aus $100,000
und die Versicherung auf $45.000. Die
Hochschule befand sich in demselben Ge
bäude. - Es war vier Stock hoch, aüS
BacksteineNerbaut und das schönste Ge
bäude in derStadt.
,-". .
W i e d e r e i n 'E rpressungö
r-, versuch.
P ine B luff. Ärlk.. 6. März. W.
H. Langford, der Präsident, der Citi
zens Bank, hat einen Brief veröffent
licht, den er, am Sonntag Nachmittag
erhalten hat. Der Brief ist der Neeley
Gang" unterzeichnet und Herr Lang
ford wurde darin aufgefordert, am
Sonntag Abend um zehn Uhr an einer
genau bezeichneten Stelle 550.000 zu
deponiren, widrigenfalls sein sieben
Jahre alter Sohn entführt und ihm die
Augen ausgebrannt werden würden.
Die Angelegenheit wurde sofort der
Polizei übergeben und Herr Langford
und zwei Polizisten legten einen kleinen
Geldbetrag an dem bezeichneten Ort
nieder, worauf sie sich versteckten. eZ kam
aber Niemand, das Geld zu holen. Der
Knabe wird zu Haufe streng bewacht.
Es war nicht I. Armstrong
C h a n l e r.
New York. 6. März. Die
Leiche, die am Montag im East River
gefunden wurde, und die man Anfangs
für diejenige von John Armstrong
Chanlcr hielt, ist heute definitiv als
diejenige eines am 7. Dezember 1900
verschwundenen Straßenbahn - Kon
dukteurs Namens James Boyle iden
tifizirt worden.
Wegen Bigamie verhaftet.
Marion.' Ind.. 6. Marz. Alva
Baer und Frau Shively, beide von
North Manchester. Jndiana. wurden
am Dienstag Morgen in Fairmount,
bei hiesiger Stadt, wegen Bigamie ver-
haftet. Beide waren verheirathet und
bewohnten benachbarte Farmen in der
Nähe von North Manchester. Jn letz
ter Woche brannten sie zusammen durch
und ließen sich in Anderson trauen.
Seitdem lebten sie zusammen in Fair
mount. Sie wurdm noch während des
Tages nach North Manchester gebracht.
Schiffsnachrichten.
Zu den Waffcu
Wollen die unzufne
denen Cubaner
greisen.
Sie wollen sich America
wortbruch nicht gefallen
lassen.
Aufstand in Cuba geplant.
Hier ist die Antwort auf MMnlcy's
Juaugurationsrcdc.
Havana, 6. März. Jn Cuba
bereiten sich ernste Dinge vor. Wenn
sich die an das Bundes-Geheimdiensi
Bureau eingelangten Nachrichten bcstä
ligen, so planen die radikalen Elemente
einen Aufstand, um sich mit bewaffneter
Hand amerikanischer Oberherrschaft und
Bevormundung zu widerfchen. DaS
ist die Frucht des amerikanischen Treu
bruchs. Die kubanischen Führer gcbcn
sich die größte Mühe das revolutionäre
Element in Schach zu halten.
Diese Nachrichten erhielten heute
Bestätigung von Seite Gonzales De
Oucsada. DaS Gehcimdicnst-Burcau
ist im Besihe von Einzelheiten. Die
Unzufriedenen in Cuba haben Fonds in
der Bank von Havana und der Führer
der Revolutionären soll jetzt $30,000
von der Ban! gezogen haben und in'b
Innere des Landes gereist sein, wo' er
den Aufstand organisiren soll. Bundes
bcamte glauben jedoch, daß die rcvolu
tionären Anhänacr nicht stark acmia
:fmo, um einen allgemeinen Aufstand
!hcrauf:ubeschnzörcn.
Der Präsident der konstitutionellen
Konvention ron Cuba, Herr Capotc,
sagte heute, daß die Konvention -noch
heute chre Antwortauf das vom Bun
d c s s e' n a se ri ge n c minc n c 'Platt A mende
ment mit Ruhe und Uebcrlcgung sormu'
lircn und Gen. Wood überreichen werde.
Liverpool. 5. Wat&. Angekom
men: Servia" von New York. 2um
sian" von Portland.
Glasgow, 5. März. Angekom
men: Sardinian- von New Jork. Pe-
ruvian" von Portland.
Queenstown.5.März. Ange
kommen: Lake Superior- von St.
John. N. B.. und Halifax, nach Liver
pool bestimmt.
M o v i l l e . 5. März. Angekommen:
Furnessia" von New Jork, nach Glas
gow bestimmt.
Q u e e n s t o w n , 6. März. An-
gekommen : Oceanic- von New York
nach Liverpool bestimmt.
Gibraltar. 5. März. Ange.
kommen : Werra" , von New Yorl
nach Neapel und Genua bestimmt.
Der Streik in Marseille.
Marseille. 6. März. Nur die
Ladungen von zwei Dampfern sind am
Dienstag von den Mannschaften ge-
löscht worden. Die anderen Dampfer
sind nicht im Stande auszuladen.
Fabrikanten in Lyon und St.
Eiienne. die Waaren in Marseille lic
gen haben, haben Ordre an ihre Agen-
ten geschickt, die Waaren per Eisenbahn
nach Antwerpen zu schicken, wo sie auf
Dampfer verladen werden.
Ucbcrfall auf den Philip
p i n e n.
Manila. 6. März. - Ein Wa
genzug und cine Abtheilung vom Sig-nal-Corps.
mit sechs Macabebe Kund
schaftern. wurden in der Provinz Ca
vite. ungefähr halbwegs zwischen den
Städten Silang und Das Marinas,
von den Insurgenten überfallen. Drei
Amerikaner wurden getödtet und zwei ,
Macabebes verwundet; ein Mann wird
vermißt. .
Kapt. Mair. mit einer Abtheilung'
Infanterie und Kavallerie von Silang,
kam zu spät an dem Schauplatz des
Ueberfalls an. um den Rückzug des
Feindes verhindern zu können.
Alfred Dreyfus' Buch.
Paris. 6. März. Alfred Drcv- .
fus ist am Dienstag nach der Schweiz
zurückgekehrt, nachdem er in Paris d!e .
Korrektur - Bogen für sein Buch gele
sen, das er geschrieben hat. Das Buch
führt den Titel .Fünf Jahre meineö
Lebens" und enthält die Erlebnisse
Dreyfus' auf der Teufels-Jnsel. .
Aus dem Deutschen Reich.
B e r l i n . 6. März. Die süddeut.
schen Baumwollspinner haben in einer
in Stuttgart abgehaltenen Versamm
lung teschlossen. die Produktion in den
Monaten April. Mai und Juni um 23
Prozent einzuschränken.
Die Hamburg - Amerikanische Dam-
pserlinie hat für ihre westindische Linie
zwei neue Dampfer von je 7000 Ton
nen bei der Aulcan Kompagnie bestellt. '
Deroulde nach Italien.
unterwegs.
Madrid, 6. März. Die Herren
Deroulöde und Marcel Habert sind von
San Sebastian hier angekommen. : Die
beiden Herren beabsichtigen, sich nach
Barcelona und von da aus nach Genua
zu begeben, wo die definitiven Arrange- .
ments für ein Duell mit Herrn Andr6
Büffet, dem Agenten des Herzogs on
Orleans in Paris, getroffen werden ,
sollen.
Weitere Depeschen - ans
..
Seit, S.
X
! I

xml | txt