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Indiana tribüne. (Indianapolis, Ind.) 1878-1907, May 14, 1904, Image 4

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Jndtana Tribüne, in. Mai 1904
Indiana Tribüne.
Herausgegeben von bet Stebeg
Indianapolis, Ind.
Harry O. Thudium
Präsident,
Geschäftslocal:
No 31 Süd Delaware Straße,
TELEPHONE 269.
fcntered at the Post Office of Indianapolis
second dass matter.
Die deutsch-russischen Vezie
Hungen unD die Neutra
litftt Deutschlands im
ostastatischen Kriege.
' Unser Berliner Correspondent schreibt:
Vor dem Ausbruche des russisch-japani
schen Krieges bestanden in Japan zwar
völlig unbegründete und trotzdem sehr
lebhafte Besorgnisse über die angeb
liche Hinneigung des Deutschen Reiches
m Rußland, Auch jetzt wieder find
auf Grund verschiedener Gerüchte Zwei
sei an der aufrichtigen Neutralität
Deutschlands entstanden. Es erscheint
daher angebracht, objektiv die Stel
lung Deutschlands zu Rußland und zu
dem Kriege in Oftafien zu erörtern.
Kein deutscher Staatsmann wird ein
Hehl daraus machen wollen, daß
Deutschland auf freundschaftliche Be
Ziehungen zu Rußland Werth legt.
Diese Beziehungen find zunächst Per.
sönlick - dvnaftiscke. Seit etwa drei
Menschenaltern find das russische Kai
serhaus und die Dynastie der Hohen
zollern mit einander verwandt und diese
verwandtschaftlichen Bande haben vor
etwa einem Jahrzehnt eine Verstärkung
dadurch erfahren, daß der russische
Kaiser der Schwager des einzigen
Bruders des deutschen Kaisers wurde.
Die verwandtschaftlichen Beziehungen
brachten ein persönlich - freundschaft
liches Verhältniß mit sich, das nur
während der Herrschaft des vorigen
russischen Kaisers eine . gewisse Ab
schwächung erfuhr.
Die freundschaftlichen Beziehungen
zwischen beiden Reichen find ferner hi
storisch traditionelle. Seitdem die
Feindin Friedrich's des Großen, die
russische Kaiserin Elisabeth, vor nahe
zu 150 Jahren die Augen schloß, haben
sich Preußen und Rußland nicht mehr
als Feinde gegenüber gestanden das
Hilfskorps, das 1812 Preußen dem
Kaiser Napoleon stellen mußte, verhielt
sich so neutral wie möglich und schloß
späterhin einen Neutralitätsvertrag mit
den Russen woh! aber haben sie ein
ander wiederholt sehr wirksam unter
stützt. An .Polemiken der Presse beider
Länder oder an Zollschwierigkeiten hat
es gelegentlich nicht gefehlt, aber große
politische Differenzen hat es in der lan
gen Zeit zwischen Preußen-Deutschland
und Rußland nicht gegeben. ES ent
spricht eben den vitalsten politischen
Interessen beider Staaten, miteinander
in Frieden und Freundschaft zu leben
und von dieser Nothwendigkeit sind
nicht nur die Herrscher und die verant
wortlichen Staatsmänner, sondern alle
ernsthaften' .Politiker beider Länder
überzeugt. , " '
CriJofnH Cvon vSf rtf JTJo f1arfKHnii'
i .Lll9 jtlUUVlUtll. m)lnp
zu Rußland hindert aber Deutschland
durchaus nicht,? in dem russisch-japani-schen
Kriege 'eine strikte Neutralität zu
Üben, zu der die deutsche Regierung um
so mehr geneigt sein muß, als sie durch
aus den Empfindungen der überwie
genden Mehrheit des deutschen Volkes
entspricht. Es ist völlig verkehrt, bei
spielsweise aus dem, Telegramme des
deutschen Kaisers an den Zaren gele-
Hl VilA 1tHiAAAMAAfi Xfi F7t f Jft
ytUlllUy Ut9 4U4ClHuut:7 ,UlUtl
Linienschiffes Petropawlowsk" zu fol
gern, daß die deutsche Neutralität nicht
aufrichtig gemeint fei. In Deutschland
wie fast überall in der . Welt hat man
bei der Nachricht vom Untergange des
Petropawlowsk" zunächst nicht sowohl
an die militärisch-politische Bedeutung
dieses Ereignisses gedacht, wie an seine
rein menschliche Tragik.
Diese Empfindungen hatten ja selbst
die Japaner, die Feinde Rußlands, be
seelt, als ' sie zu Ehren des auf so
tffweWfh $m?f itrnü ftoftt rtoTrtnttne
lt&lttlW yWIV WVVV. VVHIHIV
nen Admirals Makarow , Umzüge der
anftalteten, beiläufig ein ehrendes
Zeugniß . der gentlemännischen Ge-
finnung des zapantjcyen Volkes.
So hat also auch der Deutsche Kai
ser das Ereigniß nicht sowohl als
russische Niederlage angesehen, wie als
eine furchtbare Katastrophe. , Demge
mäß hat er dem russischen Kaiser ebenso
sein herzliches Beileid ausgedrückt, wie
er es schon wiederholt dem Präsidenten
der französischen Republik gegenüber
bei großen Unglücksfallen in Frankreich
gethan hat, beispielsweise bei dem gro
ßen Bazarbrande im Jahre 1898.
, Kundgebungen, menschlicher Theil
nähme sind wahrlich alles eher, als
Verletzungen der Neutralität. Den
Russen wie den Japanern .kann es ja
auch nur darauf ankommen, daß die
deutsche Regierung nicht irgendwelche
Schritte thut, die dem Gegner in dip
lomatifcher, vor allem aber in militä
rischer Hinsicht Vortheile bringen Ito
nen. Dies ist seitens der deutschen
Regierung im bisherigen Verlaufe des
Krieges nicht geschehen, und man kann
überzeugt sein, daß es auch fernerhin
nicht geschehen wird.
Während sonst die meisten derarti
gen Nachrichten mit großer Vorfich
aufzunehmen sind, darf man die Mel
düngen über die drohende Haltung der
russischen fortschrittlichen Parteien als
wohlbezründet erachten. Von den Re
volutionären, ' den Nihilisten wie den
Socialisten, kann man heute völlig ab
sehen, da es selbstverständlich war, daß
sie einen Krieg in jedem Falle für ihre
Pläne ausnützen würden. Aber das
Drängen des liberalen Bürgerthums
nach einer konstitutionellen Regierung
hängt eng mit den Niederlagen der
russischen Streitmacht zusammen und
ohne diese hätten die reformfreundlichen
Elemente, die sonst durchaus nicht die
Selbstaufopferung der Revolutionäre
besitzen, sicherlich ihr Haupt nicht zu er
heben gewagt.
Jedenfalls beschränkt sich die Kriegs-
begeisterung auf einen Theil der nicht
ganz in materiellem Elend versunkenen
Bauernschaft, und alle die großartigen
Kundgebungen, die früher gemeldet
wurden, waren eitles Blendwerk.
Es ist möglich, daß der Zar oder
vielmehr seine Berather durch eine Vev
fassung den Uebelständen abzuhelfen
versuchen werden. Nur wäre der
Glaube verfehlt, 'daß. hierdurch auch
wirkliche Besserung geschaffen wird. Es
ist stets in Rücksicht zu nehmen, daß der
Schaffung parlamentarischer Jnstitu
tionen die Gründung eines tüchtigen
Beamtenstandes vorangehen muß, so
wie 'es in England, Frankreich und
Deutschland der Fall war. Daß sich
bei uns das Fehlen eines solchen nicht
ungünstiger bemerkbar macht und die
parlamentarische Corruption nicht noch
schädlicher auf das Ganze einwirkt, ist
schließlich allein dem großen natürlichen
Reichthum des Landes zu danken. -
Rußland würde eine vergrößerte
Auflage der slavischen Balkan-Länder.
für welche die Einführung der Ver-
fassung nichts anderes bedeutete als
ungefährliche Mittel zur Bereicherung
der jeweiligen politischen Führer. Ganz
anders liegt die Sache mit einer
Stände - Vertretung, neben der die
Ausrottung der Beamten-Corruption
von oben Hand in Hand gehen müßte.
Es giebt kaum einen besseren Kenner
Rußland's als Leo Tolstoyund die
Stimme dieses wirklich großen Men
schen wiegt schwerer als die Ansichten
Jener, die eine durchaus westeuropäische
Institution ohne jede Vorbedingung
Rußland aufpfropfen wollen.
Was Tolftoy üb er jene Verfassungs-
Pläne denkt, ist bekannt und es ist zu
gleich eine Erfahrungsthatsache daß
der DepotismuS unter constitutioneller
Verhüllung für di Volk viel drücken
der wirkt, als die Herrschaft des 'abso
luten Monarchen. Ein fähiger 5Zar
kann jetzt, wenn er will, Reformen
schaffen; ein konstitutioneller russischer
Kaiser, dem die Hände von einem cor
rupten Parlament gebunden find, be
säße nicht mehr die Macht.
Polizeiliches.
D i e .D e t e ct i v S H a u s er
und Larsh verhafteten gestern Nachmit-
tag den in . Cincinnati sehnlichst ge-
wünschten Fred Wendhausen, Secretär
der Schneider-Union. Wendhausen ist
angeklagt, der'genannten Gewerkschaft
gehörige Gelder unterschlagen zu haben:
JamesAllen,einneun-
jähriger Negerjunge, wird sich morgen
im Kindergerichte wegen Diebftahls
einer Uhr zu verantworten haben.
Allen hatte mit dem in seinem Alter
stehenden weißen Knaben Marvin Mc-
Key einen Wettlauf verabredet, und be-
wog denselben, damit ihm die Uhr beim
Läufe nicht aus der Westentasche falle.
dieselbe in die äußere Rocktasche zu
stecken, worauf er dann, ' neben dem
weißen Knaben herlaufend denselben
um den Zeitmesser erleichterte.
.Die Polizisten .Wynne und
Rankins verhafteten heute nach Mit
ternacht den farbigen Pete Johnson,
angeblich aus Wisconsin, der Kerl war
bis an die Zähne bewaffnet und hatte
werthvolle ; Schmucksachen ; an " seiner
Person. . '.' '.'..
Das öffentliche Concert
des Musik-Vereins.
Ein durchschlagender künstleri
scher Erfolg.
V
Erstaunliche Gesangstüchtigkeit des
Appollo Club".
Das öffentliche Concert des Deut
schen Klub und Musikverein bot gar
manche Ueberraschungen, die sich aber
insgesammt sich zu einem der
großartigsten Mufikerfolge der Sai
son vereinigten. Die rauschende
Anerkennung, die die vorzüglichen
Leistungen verdientermaßen fanden
bewiesen, daß das Publikum die
musikalischen Gaben voll und ganz
würdigte. Zugleich wollen wir vor
ausschicken, daß der Muncie Ap
pollo - Club sich von einer Sing
fähigkeit erwies, der nachzueifern das
Bestreben unseres Musikvereins sein
sollte und auch er kann es wohl zu
einer solchen Höhe bringen, denn sein
Dirigent Herr Ernestinoff ist auch der
Dirigent des Appollo Club seit dessen
Bestehen und auch der Musikverein ver-
fügt über treffliche Stimmmittel.
rw. . v 4
Ä)er Appollo liiuo icyemt jem gan
zes Bestreben auf Erlangung gesang
ucher Vorzüguchken zu concentriren
und daß er das vorgesteckte Ziel er.
reicht hat. gaben unsere Sänger in
neidloser Bewunderung zu, und sie
ehren sich selbst -durch solche Anerken
nung.
Das anwesende Publikum wird dem
Mufik-Verein Dank wissen, daß ihm die
Gelegenheit geboten wurde, sich der
Leistungen der Sänger aus Muncie zu
erfreuen. Herrn Ernestinoff aber un
fern Glückwunsch für die meisterhafte
gesangliche Erziehung die der Muncie
Club bewies.
. D a s C o n c e r t. ,
Ein zumeist klassisches Programm
war für dieses Concert geschickt ausge-
wählt worden.
Das Orchester eröffnete das Concert
mit der Ouvertüre zu Rienzi" von
Wagner und brachte das Publikum
durch die vorzügliche Wiedergabe in die
Stimmung, die wirklichen Kunstgenuß
allein würdigt.
, Der Markttrubel aus Gounod's
Faust vom Gemischten Chor des Mufil
Vereins mit Orchesterbegleitung gesun
gen, bewies gutes Können, wenn auch
die Bässe stellenweis nicht ganz so wuch
tig waren, wie die mitunter schroff
nüancirten Gegensätze der Composition
erforderten. Daß die Leistung 5 trotz
dem trefflich zu Gehör kam ist beson
ders dankenswerth..
Die reizvoll typisch spanische Compo-
fition von Rubinstein Torrea dor et
Andalouse" wurde "vom Orchester flott
und rythmisch vollendet gespielt. Die
Leistung wurde auch durch rauschenden
Beifall anerkannt.
Frl. Dorothy Jungclaus, welche in
mehrjährigem Aufenthalt in den Musik
centren Deutschlands , ihre reine So
pranftimme unter tüchtigen Meistern
geschult hatte, hatte das Solo Cava
tina aus Königin von Saba" (Gou
nod) übernommen. Sie brachte, nach
dem sie die, die erstenNoten leicht durch
klingende Befangenheit überwunden
hatte, die schwierige Composition treff
lich zum Vortrag." ,
In dem Encore, das sie, den rau-
schenken Bsifall des Publikums aner
kennend, sang, kam ihre Stimme, weil
nun völlig ncher. zu vollendeter Gel
tung. In den hohen Lagen besonders
muthet ilzr Organ unwiderstehlich an,
und der Vortrag war innig und seelen
voll. Reiche Blumengaben dankten ihr ne-
ben dem enthusiastischen Beifall für den
ungetrübten Genuß.
Die Spannung mit denen das Publi-
kum den Leistungen der Muncier Sän-
ger entgegensah wurde bald nach den
den ersten Sätzen des Pache'schen L iedeS
Mondaufgang" gelöst. Das Publi-
kum erkannte, daß eS einen trefflich ge-
schulten Chor mit vorzüglichen Stimm-
Mitteln begabt vor sich hatte und
lauschte befriedigt den herrlichen Accor-
den des Liedes, welches vom Appollo
Club und den Sängern des Musik
Vereins, von Streichmusik begleitet,
vorgetragen wurde.
Wohl selten wurde das stimmungs-
volle Lied besser zu Gehör gebracht. Die
Sänger brachten der Composition
volles Vcrständnitz entgegen und waren
gesanglich sicher. Besonders in den zart
getragenen Tönen des ersten Basses, die
die Sätze führen, lag überwältigender
Zauber und die Tenöre klangen , silbern
und weich hinein. Es war eine mei
fterliche Leistung der Sänger der beiden
Vereine.
In dem linzelvortrag der Lieder
Sweetheart" und Forsaken" (Ver
lassen") von Koschat durch den Muncie
Appollo Club, hatte man besondere Ge
legenheit ein gerechtes Urtheil zu fällen.
daß dasselbe zu Superlativen be-
geisterte, wird wohl jeder der dem Vor
trag . beiwohnte gerechtfertigt finden.
Das Publikum ruhte auch nicht mit
seinem Beifallssturm bi die Sänger
von Muncie eine ebenso trefflich gesun
gene Dreingabe brachten.'
Die Glanzleistung . des Abends aber
war unstreitig die Wiedergabe des
Finale des 1. Aktes aus Rienzi"
(Massenet.) .
Vom Appollo Club und dem Män
nerchor des Musik-Vereins mit Herrn
Orville Harrold in der Solopartie
vorgetragen.
Die majestätische, hinreißende Wucht
des Massenchor wirkte überwältigend.
In Herrn Harrold lernten . wir einen
Heldentenor kennen, dessen Können
wohl manchem Professionellen zur Ehre
gereichen würde. Es war eine, in ihrer
Gesammtheit bewunderungswürdige
Leistung,' die an sich schon genügt hätte.
um irgend einem Concert einen großen
Erfolg zu sichern. .Der Enthusiasmus
des Publikums machte sich in rauschen-
dem Beifall Luft. .
Nach trefflicher Orchestermusik, Bal
letweisen aus Le Cid" von Massenet,
sang der Damenchor die von Prof.
Ernestinoff transponirte Composition
von Grreg Solveigs Lied", und
Mighty lak 'a rose" von Nevin in
trefflicher Harmonie.
Besonders das letztere Lied war eine
vorzügliche Leistung, die den rauschen
den Beifall des Publikums wachrief. '.
Mit der vorzüglichen Wiedergabe der
Apotheosis aus Wagner's Meifterfin
gern" schloß das genußreiche Concert,
für dessen so kunstsinnige Veranstal-
tung dem Musikverein der Dank aller
Musikfreunde gebührt.
Nach dem Concert fanden, sich bie
Sänger und Sängerinnen .bei einem
informellen Bankett zusammen. Präs.
Chas. Krauß richtete dankende Worte
an die - auscv artigen langer.
die Herr A. M. Kühn sodann
in geistreicher, längerer Rede feierte. .
Nach ihm sprachen noch Professor
Ernestinoff und Präsident Shick vom
Appollo Club.
Um Mitternacht verabschiedeten sich
die sangeskundigen Muncier, um die
Heimfahrt anzutreten..
Eclectic Medical Association."
tr
In der in Terre Haute abgehaltenen
40. Jahres-Convention der Jndiana
Eclectic Medical Ass'n" wurden fol-
gende Beamten erwählt : ,
Präsident Dr. A. R. Hauß, Sel-
lersburg.
1. Vice-Präsident Dr. Morse Her-
rd. Fort Wayne.
, 2. Vice-Präsident Dr. A. S. Hol-
ingSworth, Urbana.
Protocoll.-Secretär S. Z. Haw
ins, Swayzee.
Corresp. Secretär F. L. Hssman,
Indianapolis.
Schatzmeister O. B. Nesbit, Val-
paraiso.
Die nächste Convention wird in In
dianapolis abgehalten werden. ' ; -
Da s in Uml auf gesetzte
Gerücht, Richter George Gray sei vom
Comite der , National-Civic-Federation
zum Nachfolger des verstorbenen Se
nato'rs M. A. Hanna als Präsident der
Föderation auserwählt, wird von John
Mitchell, dem Präsidenten der Verei-
nigten Minenarbeiker, dementirt. Mit
chell sagt, daß bis jetzt weder er, noch
Francis L. RobbinS (Präsident der
Pittsburg Coal Co.), noch Bischof Pot-
er (diese drei bilden bekanntlich das
Comite), irgend welche Vorschläge für
die in der nächsten Sitzung der Jede
ration zu füllende Vakanz soweit ge-
macht haben.
Bei dem Versuche, auf
einem Frachtzuge als blinder Passagier
nach Lafayette mitzufahren, gerieth
Sam Brisbon unter die Räder des
Zuges und eines seiner Beine wurde
dem Unglücklichen buchstäblich zer
malmt. Der Chicago Schnellzug.
welcher den so Schwerverletzten in der
Nähe von Lebanon aufgefunden.
brachte ihn nach Indianapolis zurück.
Er fand 'Pflege und Unterkunft' im
St. Vincent Hospital.
John Weber's Wirthschaft.
No. 764 West North Str.
Münchener Spezialität.
, Jedes Land,, so schreibt man "aus
München, hat qewisse Spezialgerichte,
mt man anderwärts wohl immren,
niemals aber in gleicher Güte bieten
kann. Gewiß 'giebt's Schweins-, und
Kaibshar'n überall da, wo diese nutz
lichen Vierfüßler gedeihen aber wo
erfreuen sich dieselben größerer Be
liebtheit als in München? Diese räth-
elyaste Thatsache hat ihren Grund
lediglich in , der Art der Zubereitung,
Den Gipfel unserer 'Spezialgerichte
aoer bildet , entschieden die Weißwurst
die aus der ganzen weuenErdenwel
nicht in gleicher Weise fabrizirt wird
Die Metzger, und ganz besonders die
ÄUirtysmetzger, setzen ihren ganzen
?tolz darin, bei Erzeugung dieses
Leckerbissens ihren höchsten Geschmack
zu entfalten die Gaste wissen diesen
tfieiß sehr wohl zu würdigen und loh
nen ihn durch : reichlichen Zuspruch.
Zum Frühstück srnd ein paar Weiß
wurste wie geschaffen nicht etwa.
daß sie uns sattigen, das ist angesichts
des kleinen Formats und billigenPrei
ses nicht zu verlangen; sie versetzen den
Magen in eine, angenehme Thätigkeit
und bilden nur d:e Vorberenuna des
selben zur Aufnahme eines kräftigen
Mittagsmahles. ' Dies ist auch der
Grund, warum diese 'Lokaldelikatesse
sich nur wahrend der Ljormittagsstun-
den großer Beliebtheit erfreut.
Ein altes Münchner Sprichwor
sagt schon: Eine Weißwurst, die die
Mittagsstunde läuten hört, taugt nicht
mehr! Außer- in allen Gasthausern,
großen wie kleinen, finden wir diese
Wurstspezialität. auch noch in mehreren
Berkaussstanden im Centrum der
Stadt: in der Freibank, in der Kuttel
Halle am Viktualienmarkt und an der
großen Fleischbank. er Absatz ist
hier überall in Anbetracht des lebhaf-
ten Verkehrs ganz enorm; namentlich
am letztgenannten Orte bietet sichrem
Beobachter des Volkslebens reiche Ge
legenheit zu interessanten Studien. In
auerFruye schon geht s hier lebhast zu.
Die Gärtner, die ihre Erzeugnisse auf
den Markt brmgen, finden den war
men Imbiß - sehr willkommen; die
Marktfrauen und Händler stärken sich
durch den Genuft einiger Weißwürste
gegen die Unbilden der Witterung;
Hausfrauen und Kocherln legen hier
die beim Einkäuf erhandelten Zeh
nerln" im eigensten Interesse an; aber
auch mancherMann in Amt und Wur
den, der im Dränge der Geschäfte nicht
Zeit zum Frühschoppen findet, genießt
im Vorbeigehen eine kleine Stärkung.
Und - alle ' ohne Unterschied, ob Reich
oder Arm, Alt oder Jung, tauchen ge
meinsam in's Senftiegelein! -
Glücklich der Münchner, der seine
Lieblingsspeise daheim am Jsarstrand
genießen kann, er weiß nichts von dem
vergeblichen Sehnen seiner Landsleute
in der Fremde, die mit Freuden alle
Spezialgerichte ihres Aufenthaltsortes
eintauschen würden ' gegen d'Weiß
würscht! '
Einräthselhafter Lei-
chenfund ist in Baden bei Wien ge-
macht worden. Bei den Vodenbewc-
gungen für die Herrichtung eines Bau-
Platzes neben einer Straße stieß, man
auf Gerippe von zwei Frauen. Nach
der Begutachtung der Aerzte haben sie
etwa 40 50 Jahre in der Erde gele
gen. Bei den Gerippen wurde eine
größere Anzahl von, schwarzen Perlen
gefunden, wie sie bis in die fünfziger
Jahre von Frauen stark getragen wur-
den; ferner ein silbernes Amulett, sonst
wurden keinerlei Schmuckfachen oder-
Geldstucke gesunden. Zweifellos sind
die Heiden Frauen ermordet 'worden.
Der Vorfall erweckte die Erinnerung
an folgende Begebenheit aus den fünf
ziger Jahren: Damals befand sich , in
Baden .ein gewisser Lichtenecker im
Dienste der Polizei- Er wurde wegen
eines gemeinsam mit seiner Geliebten
in Wien verübten Mordes verurtheilt.
Nun soll Lichtenecker oft mit zwei nach
der damaligen Mode fein gekleideten
Frauen, anscheinend Mutter undToch
ter, gesehen worden sein. Sie kamen
stets aus Wien und verkehrten nur mir
Lichtenecker. Lange vor der Verhaf
tung Lichteneckers seien sie nicht mehr
nach Baden gekommen; dann waren sie
plötzlich verschwunden. Mit jenen zwei
Frauen bringt man hie beiden Gerippe
in Verbindung und vermuthet, daß
jene Frauen gewaltsam beseitigt wor
den seien. ,
D e r P o l i z e i ch e f pon Bu
karest Dr. jur. Romulus Pvoinesco ist
dieser,. Tage nach Berlin gekommen,
um die dortigen Polizeieinrichtungen
zu studiren. Er unterrichtet sich .auf
das genaueste über die ganze Organi
sation der Berliner Polizei, über alle
Abtheilungen, Dezernate, Jnspektio
nen,. Bezirke u. s. w.studirt den Er
kennungsdienst, die Maßnahmen gegen
den Mädchenhandel, kurz jeden Dienst
zweig, um ähnliche Einrichtungen in
Bukarest einzuführen.
Borax zur Wasche. Beim
Waschen mit Borax ist das Einweichen
der Wäsche mit , demselben die Haupt
fache. Der Schmutz verschwindet nach
folchem , Einweichen überraschend
schnell, da . die im Borax enthaltene
Borsäure alle Flecken, besonders 'aus
Tischwäsche, fortnimmt ohne diesel-ben-
anzugreifen. Wenn man zum
Einweichen der Wäsche Borax anstatt
Soda Mmmt, so werden die geringen
Mehrkosten gegenüber der Soda reich
lich durch Mindergebrauch 'an Wäsche
und Seifenersparniß gedeckt.
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