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Indiana tribüne. (Indianapolis, Ind.) 1878-1907, September 17, 1904, Image 7

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Jnbkana Tribüne, 17. September ISA.
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(Fortsetzung.)
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Wie Sie gethan, meinen Sie? Sehr
schlau, das Mädchen daran zu erin
nein " .
Ander! hörte nicht auf ihn. llnb
sein Spiel ist bereits verloren. Jawohl,
Herr Melhart, es ist verloren. Ich will
Ihnen sagen, wer Sie fmo Sie heißen
Müller, nicht Melhart. Sie sind zwei
mal wegen Betrug und Unterschlagung
vorbestraft und spielen nun den Apo
siel der Menschenliebe. Sie haben ge
siern eine Versammlung in das Un
terholz berufen und sind mit Jhre7.
blutdürstigen Redensarten bei den ver
nünftigen Leuten ziemlich abgefahren.
Sie sind entlassen, Herr Müller und
werden bis übermorgen Rohrbach ver-
lassen, wenn Sie sich weitere Unan
nehmlichkeiten ersparen wollen."
Melhart blieb völlig ruhig, aber sein
Gesicht bekam einen schrecklichen Aus
druck, die Lippen wurden ganz schmal,
ein tückischer Blick ruhte auf Anderl.
Ganz gut, also übermorgen ganz
gut!"
Anderl fühlte ein Unbehagen über die
unerwartete Willfährigkeit desMannes.
Er hätte eigentlich morgen sagen sollen.
In einem Tag kann ein solcher Mensch
manches Unheil anrichten. Ich warne
Sie noch einmal!" wandte er sich an
Afra. Lassen Sie sich mit dem Men
fchen nicht ein. Ich bitte Sie darum
als alter Freund. Was Sie auch glau
ben mögen, ich bin es doch geblieben."
Du, Anderl Du ja Du "
Längst verhaltener Schmerz brach auf
in diesen dorten. Dann sagte sie in
fester Stimme: Ich geh mit ihm
alles gleich wohin. Gib Dir keine
Müh, Ayderl."
Anderl ergriff Resl an der Hand
und verließ die Stube.
. Jetzt habt Ihr es gehört, wer ich
bin," unterbrach Melhart die schwere
Stille. Er zitterte noch wie vor Erre
gung. Und ich bin es auch, ich leugne
es gar nicht. Der ,Einrenker' bin ich,
merkt Euch den Namen für alle Fälle.
Ihr könnt Euch ein schönes Stück Geld
verdienen, wenn Ihr ihn an das Messer
liefert. Hc )t Ihr es nicht gehört? Und
Du, Afra, Du willst es wirklich mit
dem ausgemachten Schurken wagen?"
Es war, als ob sie sich noch einmal
besänne. I halt mein Wort, halt Du
daZ Deine," erklärte sie.
Afra dann komm!"
Es gab für sie keinen anderen Weg
mehr. War er fort, gähnte wieder die
furchtbare Leere, aus der sich schlimmere
Gespenster hoben, als er vielleicht be
schwören konnte. Sie verließen zusam
men die Stube.
Alban hörte sie noch lange zusammen
flüstern, ehe Afra hinaufstieg. Er war
trunken von dem Erlebten und warf sich
angekleidet auf das Lager. Einmal
erwachte er. Drüben wurden Möbel
gerückt, Stahle fielen um, Papiere wur
den zerrissen, und durch die Bretter
wand glimmte kurze Zeit ein rother
Schein. Der Einrenker packt ein! Die
arme Afra!
Er schlief wieder ein.
Sein Name wurde gerufen. Da fuhr
er auf. Der Tag dämmerte schon. AU
ban!" Afra stand unter 'der Thür.
Alban, hast Du den Melhart net
g'hört?"
Wie soll i denn er schlaft halt
noch "
Habe schon g'schaut sein Zimmer
ist leer. Mir is so angst Er hat
so seltsam geredt bei mir oben" ,
Fort am End?" fragte Alban. - So
laß ihn laufen, besser is es am End"
Net fort"
No, was denn?"
Was i da gefunden hab auf seinem
Tisch." Sie hielt Alban die Hand hin.
Ein Pulver lag darin.
Alban roch daran. Das ist Dyna
mit." Mein Gott, das iö ja streng verbo
ten," meinte Afra.
Deswegen, weil es verboten is! Der
hat schon vieles Verbotene gethan."
Wenn er aber ein Unglück anrichtet
er hat so was g'redt i hab es ja net
verstanden Von in die Luft sprengen
der ganze Berg thäi einfall'n, wenn
er nur einen Finger rührt!"
Aber sei doch kein Narr!" tröstete
Alban riehr sich selbst, durch die Worte
AfraS öeunruhigt. So schnell geht so
was doch riet. Wie denkst Du Dir das?
In die Luft spre-gen! Was denn?
Wie denn? Den ganzen Berg? Zum
Lachen!" Dabei machte er sich hastig
zur Einfahrt bereit, zündete die Lampe
an, stülpte den Grubenhut auf und
folgte Afra.
Es war eben Schichtwechsel,, im
Schachthaus drängten sich die Ankom
menden und Abgehenden. Höchst erre
gende Nachricht von Marbach war. ein
gelaufen. Heute Nacht hatte es dort
zum dritten Male gebrannt, der Streik
nahm große Dimensionen an. Ueber
die Rohrbacher sei man im höchsten
Grad aufgebracht, daß sie die Erwcrr
tung, die man auf ihre Betheiligung ge
setzt, so enttäuscht hätten.
In diesem Augenblick betraten Afra
und Alban die Schichthalle. Sofort
waren sie umringt und mit Fragen nach
Melhart bestürmt. Sie mußten es ja
wissen als seine Hausgeno'en. Die
Auskunft der beiden klang so unklar.
Verhaftet sei er nicht, aber nicht mehr
zu Haus, sie wüßten selbst nicht.
Die Erregung wuchs. Von Neuem
erhob sich der Förderkorb, angefüllt mit
Arbeitern.' Die erste Frage war wieder
nach Melhart. Der is unten, Strecke
6," lautre die Antwort. Ein Narr is
er! Wir sind froh, daß wir heraus
sind. Di; ganze Verzimmerung laßt er
euf einmal herausreißen. Der Rohr
bacher hätt es befohlen, sie soll neu ge
macht wenden. Aber das thut man
doch net auf einmal, gleich auf zwanzig
Meter wo der ganze Berg so locker
u
l!
Diese Kritik gab den Gegnern Mel
harts rasch wieder Muth. Da hört
Ihr es mit Eurem Melhart. Wir sa
gen's ja, ein Narr il r1
Die Zeit drängte, das Zeichen zur
Abfahrt der Förderum; war gegeben,
die Gewohnheit des Dienstes wirkte me
chanisch. Die Hitze war schon wieder
verweht, und der Korb sauste in die
Tiefe.
Afra und Alban mußten durch
Strecke 6, um zu ihrer Arbeit zu gelan
gen. Die beiden gingen nun weiter, in
der Hoffnung, Melhart zu sehen. So,
standen sie plötzlich vor dem Seiten-'
gang, der zum Zimmer Bessys führte.
Wenn es da nachbricht, kommt da oben
kein Mensch mehr heraus," .meinte
Afra.
A was, so schnell bricht es n't
nach," erwiderte Alban, die Decke mu
sternd. Da müßt schon ein Wetter
fchlag'n oder so was."
Und dann ist ja niemand droben,"
meinte Afra.
Das möcht i net behaupten, der An
derl nutzt seine Zeit, so lange der Alte
in Marbach ist. Alle Tag fährt die
Vessy mit ihm ein, gerad um die Zeit
und da oben wart' sie auf ihn, bis er
mit seiner Arbeit fertig ist. Das weiß
er genau, der Melhart."
Wenn es das wär" flüsterte Afra.
scheu um sich blickend. Und das gelbe
Pulver und eine Schnur ist dabei ge
legen. Wenn i ihn doch warnen
könnte, den Anderl "
In diesem Augenblick vernahm man
eine laute Stimme. Das ist ja ein
Verbrechen! Unerhört! Augenblicklich
schaffen Sie mir diesen Menschen fort!
Es ist eine Lüge, keine Spur von einem
Auftrag. Komm, Bessy! Jeden Au-
genblick kann ein Stein sich lösen."
Afra und Alban spähten den Gang
hinab. Es war Anderl, neben ihm stand
ein kleiner Bergmann: das war Vessy.
Afra zog ihn zurück, und ihm war es
auch nicht darum zu thun, nach der
gestrigen Begegnung Anderl zu sehen.
Rasch bogen sie in eine Krümmung der
Strecke.
Wirst sehen, jetzt bringt er sie in
das Zimmer," flüsterte Alban.
Die Schritte kamen den Gang heran
wenn 'er nicht in den Seitengang
ging, war kein Entrinnen mehr.
Zum letztenmal, Vessy Abschied
für immer! Thut es Dir nicht leid um
den heimlichen Winkel? Mir schon.
Weißt Du noch das erstemal das
schöne Märchen " Man hörte
nichts mehr. Sie waren wirklich in den
Seitengang eingebogen.
Alban wollte vor, sie wohl warnen
da hielt ihn Afra am Arm zurück. Der
Ausdruck ihres Gesichts war völlig ver-
ändert. Laß sie! Sie thäten doch net
auf uns hören! Und was soll denn
auch geschehen? Hast ja recht. Komm
zur Arbeit! Die is für uns für die
andern" Afra vollendete den Satz
nicht mehr etwas Unverständliches
geschah: es war mit einem Mal Nacht.
Ein dumpfes Rollen, Brüllen, oben
oder unten. Zittern, Schwanken, Ver
sten ringsum, eine dicke Luft, die den
Mund füllte, den Athem hemmte, ein
Drehen im Gehirn alles unverständ
lich, kaum zum Bewußtsein kommend
nur einen Arm fühlte sie deutlich, der sie
fest umklammernd, irgendwo hinzog.
vorwärts, seitwärts, dann auswärts
c?. rr...
cie spronen einer ener lamkn qi un
ter die Füße sie stieg, die Luft war
reiner ... Da brüllte es wieder, dröhnte,
zitterte, als ob der Schlund sich öffnen
und schließen wollte, dann brach die
Stütze unter ihren Füßen. Sie griff
nach oben, suhlte den Kopf Albans.
klammexte sich fest ein Rutschen und
Rauschen und Poltern ein harter
Aufschlag die Besinnung schwand
ibr
Alban umgab tiefe Finsterniß. Kein
Laut mehr, keine Bewegung. Er be
sann sich vergeblich, was geschehen.
Wassertropfen fielen auf sein Gesicht.
Es war ganz feucht. Das hatte ihn
wohl geweckt. Dann betastete er sich,
ob er nicht träume und griff in ein
kaltes Gesicht Afra! Jetzt kehrte die
Erinnerung jäh zurück.und lein Schaue?
rieselte durch seinen Leib Sie waren
verschüttet! Begraben!
Alban riß die Augen weit auf, das
schwere Dunkel zu durchdringen. Er
horchte Nichts!- Nur die Ohren
summten im furchtbaren Schweigen.
Afra!" Wieder berührte er das feuchte,
kalte Antlitz Afra!" Keine Ant
wort. Aber einen leisen Athem fühlte
er auf der Handfläche Ja, es war
wirklich Leben, dessen Hauch er ver
spürte. Jetzt kam wieder der Muth, die Hoff
nung. Nur Licht! Er hatte doch
seine Lampe mit, am Gürtel. Er
griff darnach nicht mehr da. Qual
volle Erkenntniß! Er erhob sich in
Sitzlage und tastete umher eine Lei
ter er glitt mit der Hand die Spros
sen herab und schrie laut auf vor
Freude er berührte kaltes Metall
die Lampe! Unversehrt! Jetz! fügte
sich ihm in blitzschneller Reihe das Ret-tugswerk.
Mit zitternden Fingern suchte er in
seiner Tasche nach einem Streichholz;
das fehlt keinem Veramann. Lange
findet er es nicht endlich! Ein schwe
felgelber Funken verlischt das zweite
mal gelingt es bis zur Flamme. Sie
züngelt nach rechts, beleuchtet schwarzes
Gestein, erlischt, ehe er die Lampe be-
rührt. Jetzt heißt es haushalten, das
Todtenlichtl bewahren. Das drittem!
gelingt'? Em leises Knistern, eme
Luft die Lampe brennt, düster.
strahlenlos aber sie brennt!
Da liegt Afra, den Kopf etwas hoher
gebettet, dicht unter der Leiter, die aus
schwarzem Schutt und Gestein hervor-
schaut. Er halt die Lampe über sie.
Die Augen sind noch immer geschlossen,
aber die Lippen bewegen sich leise mit
den Athemzügen. Er rief Hallo! Ho!"
Es gab kaum einen Ton m dem engen
Raum. Dann hielt er sich den Kovf
und suchte seine Gedanken zu ordnen.
Plötzlich griff er nach dem Hammer im
Geroll! So was vergessen!
Zum erstenmal suchte er den Raum
ab, der ihm und Afra zum Leben ge
blieben. Etwa drei Meter lang, oben
hängt ein Steinbloö über und läßt
kaum Platz zum Knieen, offenbar im
Sturz verklemmtes Gestein, nichts Ge-
fchlossenes. Die Leiter ragt aus griesi-
gem Schutt und verschwindet wieder
nach vier Sprossen: vielleicht hielt sie
allein den Einsturz.
Jetzt hatte sein Auge die rechte Stelle
entdeckt zum Bergmannszeichen. Im
losen Geröll dringt der Ton nicht wei
ter, nur im festen Gestein. Er hebt den
Hammer, klopft erst leise, einmal der
Ton ist gut, elastisch dann stärker
der Athem steht ihm still Das
ist doch Antwort aber von oben, nicht
von unten. Ein leiser Ton schwingt
durch den Felsen wie aus endloser
Ferne afrx es ist ein Ton! Wie von
einem Kinderfinger aber es ist ein
Ton, ein Zeichen des Lebens, der in das
Grab dringt und es mit Hoffnung füllt.
Licht und Hoffnung! Die Schauer
des Todes weichen von Alban. Es
klopft zweimal, das heißt, zwei Le
bende sind hier. Es antwortet m't
zwei Schlagen in dem gleichen Tempo
Alban erschrak! Zwei Lebende
antworteten. Kam die Antwort vr
den Helfern, so mußte sie anders lau-
ten: ein fortgesetztes Klopfen.
Er versuchte es noch einmal. Wieder
zwei Schläge! Jetzt war es schrecklich
klar: sie tcrni&i von zwei Mitverunglü
ten. Verschütteten, irgendwo in der
Nähe. Es war nur die Verbindul.g
mit einem anderen Grab, die hergestellt
war, nicht mit dem Leben. Im' Augen
blick sank ihm der Muth.
Da bewegte sich Afra und seufzte
Er beugte sich über sie Sie sah ihn
groß an. Mein Gott! Was is denn?
Alban!" Sie stieß einen wilden
Schrei aus, der gegen den Felsen prall
te: Begraben!"
Alban tröstete sie. Hilfe sei nahe.
Er klopfte wieder. Die Antwort kam.
Horst? Das ist net weit. Bis mor
gen haben sie uns schon. ? Thut Dir
was weh?" '
Afra legte die Hand auf ihre Brust.
Der Athem ging ihr schwer. Das
hat der Melhart dem Anderl hat es
gegolten.
Alban stutzte. Dem Anderl? Die
Richtung der Antwort die Leiter
der Anderl hat geantwortet. Aus dem
Zimmer der Vessy kommt sie der
Anderl und die Bessy! Also muß er
zum Anderl, sonst ist alles verloren.
Von oben kommt keine Hilfe oder sie
kommt ZU spat.
Der Lebensdrang erwachte. Er nahm
die Leiter, beleuchtete lieaeno die über
hängende Decke, prüfte sie mit seinem
Hammer alles fest; aber dicht bei der
Leite? gab es einen anderen Klang
einen hoffnungsvolleren: hier war kein
festes Gestem, nur Schutt hatte sich ge
stemmt. Wenn es glückte, so glückte es
da.
Er versuchte es mit dem Stiel des
Hammers, stieß dagegen Schuttge-
1 I -f W P P
ttmm itrnmt hpmh imiinr imrt
IV V V V VVV fVV Vr
durch. Und wohin sollt-e er mit dem
Abraum? Sein eigener Todtengräber
werden? Und wenn das Wasser stärker
nachdrang, der Fels sich lockerte? Mein
Gott! Mein Gott! Zum erstenmal
lief ihm das Grauen über den Rucken.
(Fortsetzung folgt.)
V a s merlkantsche !iu
t i o n a l g e t r a n k Pulque sieht aus
Yra flftlllrtrT A iiV t.t ZIl V...!
vtw juiiiirnnu unv wuu jut Ultl
Eents das Quart verkauft.
Der M a u n a L o a auf den
Sandwichsinseln, der eine Höhe von
14,030 Fub hat, ist dc? größte Berg,
L , , . . JT-w
oer unmilleioar aus oem Meer empor
steiat.
Schlimm verlauten
Kanoefahrt. Harry Wright von
fc?t. ouis. eine Gattin und em
Freund machten den Versuch, in einem
Kanoe die Stromfchnellen des Mera-mec-Flusses,
Mo., zu passiren. Das
Fahrzeug kippte um und Frau Wright
ertrank.
Vielsagend.
Missionar (zum Kannibalen
Häuptling): Ich möchte doch wessen,
was aus meinem Vorgänger geworden
ist." H ä u p t l i n g : O, der hat
seinen Aufenthalt nach dem Jnmrn
erleat." .
Mohllneinend.
Mutter (zum jungen, talent
losen Maler): Weißt Du, Otto, ver
kaufen thust Du doch kein Bild da
solltest Du doch wenigstens aus Spar
samkeit beide Seiten der Leinwand be-
malen!
Gras Keller.
Ueber den gefallenen russischen Ge
neralleutnant Grafen Keller gehen
uns von befrcimdetcr Seite nachfol
gende Mittheilungen " zu. Cr ent.
stammte einer alten deutschen Familie,
deren Name auch in der preußischen
Armee, wo er heilte noch mehrfach vor
treten ist, einen guten Klang hat: so
fielen z. B. im Kriege gegen Frank
reich 187071 allein sieben Grafen
Keller. Der Urgroßvater des Gefal
lenen war preußischer Gesandter in
St. Petersburg zur Zeit der Regie
rung König Friedrichs des Großen.
Seine Gemahlin war eine Prinzessin
Wittgenstein. Der aus dieser Ehe ent
sprossene Sohn wurde in Petersburg
im Hause des Feldmarschalls Fürsten
Wittgenstein erzogen und später sein
Adjutant. 1812 führte er ein Regi
ment in der Schlacht von Vorodin'o.
Er war mit einer Gräfin v. Vorch ver
ehelicht. Sein Sohn, also der Vater
des jetzt gefallenen Generals, war rus
sischer Senator und früher, während
der kurzen Autonomie Polens unter
dem Großfürst Konstantin, Minister
des Innern in Poleli. Der gefallene
General Graf Theodor E. Keller wur
de im Pagenkorps erzogen, war Kam
merpage der Kaiserin Maria Aleran
drowna, wurde mit 17 Jahren Kornet
bei den Chevalier Garden, wo er
später die Leibschwadron kommandir
te. Mit 25 Jahren eilte der junge
Rittmeister nach Serbien und führte
eine Kavallerie Brigade. Nach Ve
endigung des Krieges trat er in russi
sche Dienste zurück und wurde als
Oberst in den Generalstab versetzt. Im
Jahre 1877 sehen wir ihn zuerst bei
General Nadezky am Schipkapaß käm
pfen, sodann im Stäbe Skobelews,
dessen Chef damals der jetzige Höchst
kommandirende in der Mandschurei,
General Kuropatkin, war. Auf dem
Schlachtfelde von Scheinowo wurde
5wropatkin verwundet, und noch auf
dem Schlachtfelde selbst ernannte Sko
belew den jugendlichen Grafen Keller
zu seinem Stabschef. Man erinnert
sich wohl noch des bekannten Erlasses
Skobelews an seine Offiziere nach je
ner Schlacht: Sollte ich morgen fal
len, so gehorchet Keller! Er kennt
meinen Plan!"
, Marih in Südwcstafrika.
Ueber die schon erwähnte Theilnah
me des früheren Vurengenerals Ma
ritz an den Operationen der deutschen
Truppen gegen die Hereros verlautet
jetzt offiziös:
Der Bedarf der in Südwestafrika
im Felde stehenden Truppen an Pfer
den sowie an Zug- und Schlachtvieh
ist zum Theil auch durch Beschaffun
gen aus der benachbarten Kapkolonie
gedeckt worden. Bis ungefähr zur
Mitte Juni waren von Kapland zur
Verschiffung nach Südwestafrika ge
bracht worden: 1310 Pferde, 420
Maulthiere, 1400 Zugochsen und 70
Ochsenwagen. Die Transporte sind
ausgeführt worden durch den Dampfer
Horfe Castle" der Union Castle-Linie,
der zweimal benutzt wurde, durch den
deutschen Dampser Teck", den Dam
pfer Eduard Bohlen" der Woermann
Linie und den Dampfer Hellenes" der
Houston-Linie. Für den Juli war die
Verschiffung von weiteren 1600 Zug
ochsen nebst 80 OHsenwagen sowie von
450 Schlachtochsen in Aussicht genom-
men. Das Generalkonsulat in Kap'
stadt, das diese Beschaffungen bewirkt
hat, wurde von dem Truppenkomman
do ersucht, für die Ochsengespanne auch
die erforderliche Anzahl von Treibern
anzuwerben. Das Generalkonsulat
hat, um wirklich zuverlässige und er-
fahrene Treiber zu erhalten, unter Zu
stimmung des Generals v. Trotha mit
dieser schwierigen Aufgabe den frühe
ren Vurenkommandanten Maritz be
auftragt, und diesen selbst gleichzeitig
als Transportführer angeworben.' Im
übrigen find als Treiber nach Mög
lichkeit Reservisten der deutschen Hee
restheile oder der deutschenMarine an
geworben worden, die gegebenenfalls
in Südwestafrika in die Truppe ein
gestellt werden können.
Mit einer Verwendung des Buren
kommandanten als landeskundigen
Berathers des Generals v. Trotha
scheint es danach nichts zu sein.
Tte WeiHdeit alomonis
scheint ein Urtheil inspirirt zu haben,
das soeben der Römische Prätor gc
sällt hat. Zwei niedliche Ballet-Ralte.i
aus Mailand Cesarina und Teieja
sotten, sich in Rom, wo sie im QLo--stanzi-Z.heater
auftraten, bei einerBür
.erssamiie e!nquartirt. Es kam aht:
zwischen Mietherinnen und Wirth zu n
Streit, und letzterer war so ungalani
und ... thöricht, die jungen Damen
mit sanfter Gewalt vor die Thür v
setzen, indem er sie am Arm ergriff.
Der Unglückselige! Wie zwei Furien
stürzten sich Cesarina und Terest ans
den Wirth und richteten ihn mit Fin
gernägeln, Fäusten, Fußtritten der
maßen zu, daß er ohnmächtig wurde
Ja die holde Cesanna ergriff sogar
eine Schere, um den Lebensfaden ce
armen Herrn Taddei so hieß das
arme Wurm direkt zu durchschnei
den. Nach eingehender Prüfung p
Sachlage sprach der Prätor ... die bei
den losen Vögel frei. und verdonnert,
Signor Taddei auf fünfzehn Tage ins
Loch. Weishnt Salomonis!
Aus der Kathedrale in
Nizza ist ein silberner Schrein mit
Reliquien der heiligne Rosuliu gestoh
len worden. Der Diebstahl hat in der
Stadt das arökte AufseKen erreat.
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Mao Ace nur Sonnt 7 3053m
Louiöv & Madifon Acco.. 8 0553m
Chicago k Lou F L täglich p d 3 55Nm
Madifon Aceom tägl 3 65Nrn
LouiSville Aceom tägl.. . . 6 45Nrn
LouiSville Acc 6 45Nrn
LouiSV & Mad,son Ace tägl 10 10?
Lou & Chie F 3 tägl p K....11 30Vm
LouiSville u. Madison Ace.. 5 405.
Louiöv & Pittöb F L täglich s 6 35N
Madison Accomm Sonntags 9 15B
Lou & ChiF Expr. täglich 11.35 Nchi
Indianapolis & vincennes R. R.
Cairo Si'Vineen Expr täglich 7 2053m Spencer Ze Bedfsrd Ae, tägl. 9 45V
VincenneS Expreß tägl 3 50Nm Bincenneö Expreß täglich.. 10 802?
Spencer & Bedford Ae, tägl. 4 45Nm Cairo Expreb täglich... ibNu
vandalia Cme.
Abgang Ankuns
12 0533m Pittsburg Spcl, täglich 3 20Bm
6 0053m New gort Expreß täglich s d 6 60Vm
6 5053m Schneller Mail täglich ... 7 55Vrn
7 00Vm Terre Haute Efjing Acc tägl 10 25V
12 20Nm Keystone Expreß täglich d b. . 2 50?tm
3 25N. Atlantic Expreß täglich .... 4 45Nm
4 OONm The NS Limited täglich 8d b 6 45Nm
8 35Nm Ohio u Virg Exp., tägl s d. 6 55Nrn
World'S Fair Spcl., tägl s.
Terre Haute Accorn., tägl. . .
St Louis Lim tagttcy & d b
Capital Expreß tägl 8 d. . . .
St LouiS Expreß tägl d 8.
St LsuiS Expreß täglich d 8..
THS: Efsingham Aee täglich
St L Fast Mail, täglich...
Chicago, Indianapolis -6c (omsville R'L. (ZNonon Ronte.)
Abgang Ankunft
Chie Night Expreß täglich 8.. 12 5LVrn Cincinnati Best täglich 8. 8 35V
Fest Mail täglich g 7 0033m Fast Mail täglich s 7 50V
Chi Expreß, nur Sonn pd..11 50Vm Mono Ace, tägl auög SornUO 00Vu
Chi & Mich City Ve? dp.. 3 35Nm Sinrinnati Veft täglich d p.. 4 52NV
Mono Aee, 4 OONm
lake rie 6c weftern &. R.
Abgang Ankunft
Mail und Expreß ...7 1593m Indianapolis Expreß 10 2633
T Der M C Ex täglich.. 12 20Nm Indianaplö Spcl., SonntagSZO 30Nm
Mich City Spcl., Sonntags. 4 30Nrn Mail & Expreß... 3 255tu
Chicago Expreß.- 7 20Nra Toledo Expreß... ....10 25S
Cincinnati, amilton 6c Danton K. R.
. Oft.
Abgang Ankunst
Cincinnati Best täglich 8 . . . . 4 0053m Cincinnati Vestibüle täglich 1 12 450
gaft Mail täglich 8 0525m Faü Mail täglich ......... 6 35V
Cincinnati & Det Expr p. .10 40Vm Cm Chi St L Ex tgl p..U 45V
Ein .ck Dayton Veft. Exp p 3 OONm Cincinnati Beft d fc p .... 3 25N
Cincinnati Veft täglich d p 6 00N Cine & 3nl Aceom p 7 24N
Cin & Detroit Expreß täglich 7 02Nm Cin 3nd St 2& Veo Ex tg 8&cl0 505!
3cü.
Abgang Ankunft
SpringNeld Mail 7 3033m St L Expreß täglich s&c 3 55V
St Louiö Expreß p d ....11 5093m TuSeola Aceom ...10 3593
TuScola Aceom....... 3 30Nm Springsield u Decatur Expreß 2 4531
St LouiS Expreß täglich ..lllONrn St Louis Expreß täglich p d. 4 455?

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