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Indiana tribüne. (Indianapolis, Ind.) 1878-1907, October 27, 1904, Image 5

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Jüdinn Tribüne,
"A
Oktober ikl
Politische Ankimdigungett .
Dr. Frank A. Morrison
ist Kandidat für das Coroner Amt . und
ersucht um die Stimmen aller deutschen
Bürger bei der Wahl am 3. November.
Demokratische Ca',didaten.
Stimmt Zur
Robert M. Maddcn,
Demokratischer Candidat für
Sheriff von Marion County.
Wahl am Dienstag, den 8. November 1901.
Chas. E. Cor
empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion
County als demokratischer Candidat für
&iaatä&cxatot.
Wahl am Dienstag, den 8. November 1904.
James E. McCullouglz
empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion
County als demokratischer Candidat für
County Staatsanwalt.
Wahl am Dienstag, den 8. November 1904.
Henry C. Cox
empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion
Countq als demokratischer Candidat für
Nichter des Jugend'Gerickts.
Wahl am Dienstag, den 8. November 1904.
Stimmt für
George Rotli,
Demokratischer Candidat für
Trusiee von Center Townsdip.
Wahl am Dienstag, den 8. November 1904.
Adolph G. Emhardt .
empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion
County als demokratischer Candidat für
Nevräsentant zur Legislatur.
Wahl am Dienstag, den 8. November 1904.
James E. Berry
.7. 4rOitali1i A TrlfArnahiftftt u RrKtni '
Socal o. 7.)
empfiehlt sich den Stimmgebern von Center
Township als demokratischer Candidat für
Affesssr von Center Township.
Wahl am Dienstag, den 8, November 1904.
' AuflZspZritu Santo i5
den Neuen Heöridcn sind der Kapitän
des Schooners Petrel", Pentecosi,
und srchs Mann der Besatzung von
den Insulanern niedergemetzelt war-
den. Der Ueberfall ist nach den Nach
richten, die der Kapitän des Message
riedampfers Pacifique" an Ort und
Stelle gesammelt hat, auch in diesem
Falle ganz plötzlich und ohne jede Ver
anlassung erfolgt, o daß die über
raschte Mannschaft mit Ausnahme t
nes Kanälen, der sich retten konnte
und der dann später auch dem briti
schen Residenten die Meldung von der
Mordthat erstattete, fast ohne jeden
Widenstand den Angreifern zumOpfer
gefallen ist. Kapitän Pentecost selbst
ist an Händen und Füßen gebunden
und in diesem wehrlosen Zustande mit
Pfeiler und Speeren beworfen worden.
, Umsonst hat der aus zahlreichen Wun
de blutende Unglückliche die Unmen
schen angefleht, ihn nicht länger zu
martern, doch diese haben ihn vielmehr
schließlich noch lebend in das an jener
stelle von Haifischen wimmelnde
Meer geworfen und ein Freudengeheul
angestimmt, als die Ungeheuer ihn in
Stücke rissen.
E i n eigenartiges und
wahrlich nicht gerade erfreuliches Bild
.von Pariser Jugend entrollt eine
Scene, die sich unlängst Nachts in der
Rue Samt Martin abspielte. Die
vierzehnjährlge Angele Sausson konnte
bereits zwei Liebhaber ihr eigen nen
nen, den fünfzehnjährigen Figuren
Händler Louis Morard und dessen
sechzehnjährigen Collegen Pietro Ras-
faelli. Die junge. Dame erklärte nun
inten bilden Seladons, daß sie nur
dem angehören werde, der in einem
Duell S.eaer bleiben werde. Des
Nachts trafen sich nun die beiden
Händler auf ihrem Rundgang durch
die Restaurants und Cafös. und man
beschloß den' verlangten Zweikampf
sofort auszuecyten. VJioxaxu war mn
einem Messer bewaffnet, während sein
Geaner nur einen handfesten Spazier-
stock zur Verfügung hatte. Raffaellr
vurde denn auch durch Messerstiche
sckiwer verletzt und sank blutüberströmt
zu Boden. Morard suchte zu entflie
hen, nicht ohne seinem Rivalen die
Bronzeflguren und Statuetten zu ent
wenden. Ein Schutzmann hatte aber
den letzten Akt des Dtlells mit angese-
ben und verhaftete Morad, während er
C" CV 3u..l wa
gteicyzeiilg jur uzn ranayu
Verwundeten in ein Krankenhaus
kdzqz uy.
Republikanische Kandidaten.
Stimmt für
Edward G. Sourbier
Republikanischer Candidat für
Sheriff von Marion County.
Wahl am Dienstag, den 6. November 1904.
W. B. West
empfiehlt fich den Stimmgebern von Center
Township als republikanischer Candidat für
Trustes von Center Township.
Wahl am Dienstag, den 8. November 1904.
Martin M.Hugg
empfiehlt fich den Stimmgebern von Marion
County als republikanischer Candidat für
Staats-Seuator.
Wahl am Dienstag, den 8. November 1904.
'John McGregor
empfiehlt sich den Stimmgebern ron Marion
County als republikanischer Candidat für
County-Commissar
des 2. Distrikts.
Wahl am Dienstag, den 8. November 1904.
Henry W, Klausmann
empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion
County als republikanischer Candidat für
(5öunty Survcyor.
Wahl am Dienstag, den 8. November 19045
M. L. Jeffcrson
empfiehlt sich den Stimmgebern von Center
Township.als republikanischer Candidat für
Assessor
Wahl am Dienstag, den 8. November 1904
George W. Stubbs
empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion
County als republikanischer Candidat für
Richter des Jugend'Gerichts.
Wahl am Dienstag, den 8. November 1904.
Harry D. Tutcwilcr
empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion
County als republikanischer Candidat für
County Coroner.
Wahl am Dienstag, den 8. November 1904.
John E. McGaughey
empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion
County als republikanischer Candidat für
County Commissär
deZ 1. Distlikts.'
Wahl am Dienstag, den 8. November 1904
- Noheiscnrodnktion.
Die Gesammt - Roheisenerzeugung
Großbritanniens betrug im Jahre 1903
nicht mehr als 8,549,303 Tonnen, doch
war das immerhin die größte Menge
eines einzelnen Jahres seit 1900, als
man 8.908,570 Tonnen erzeugte. Die
stärkste Produktion , war diejenige vom
Jahre 1899 von nicht weniger als
9,305,520 Tonnen. Aus dem Aus
lande bezog England 130,570 Tonnen;
es exportirte 1,065.473 Tonnen. Die
Ausfuhr von fabrizirtem Eisen und'
Stahl gestaltete sich m England m vo-
rigen Jahre größer, denn seit langer
Zeit, was auf d?n ausnahmsweise gro
ßen Bedarf der Ber. Staaten zurückzu
führen war. Die Union produzirte im
Jahre 1903 nicht mehr als 18.001.000
Tonnen, in Teutschland dagegen wurde
die Erzeugung sehr bedeutend erhöht
und stellte sich auf nicht weniger als
10,085.000 Tonnen, gegen 8.402.100
Tonnen im Jahre 1902. Die deutsche
Roheisenerzeugung hat .sich seit 1893
verdoppelt. Dabei kaufte Deutschland
im Jcchre 1903 ziemlich bedeutende
Mengen Roheisen in England, wohin
es aber wiederum viel Stahl und Fer
tigeisen lieferte.
Beinahe z u M ö r d e r n
geworden wären die Schulknaben de?
öffentlichen Schnle zu Flushing. L. I..
welche gegen einen kleinen Knaben die
unter dem Namen Hazing" bekannten
Quälereien in Anwendung brachten.
Sie ergriffen den elf Jahre alten Her
bert Howe auf seinem Mge zur Schule,
fesselten ihn. verbanden ihm die Augen
und warfen ihn in einen unbenutzten
Brunnen. Hier Ware er wayrlchelnllcy
umaekommen. wenn sein jüngerer Bru-
der den ihn suchenden Polizisten nicht
...,. . . r. t ii .
einen Hlngerzelg gegcocn ijauc.
4''Z'.544..Z.O.Z.Z.Z.G.'Z.Z.D.
? Das graö im Walde t
5
Jovcllc van
Max Treu
! o ; g $
(Schluß.)
AN mem Bruder fcyon zurua?'
war seine erste Frage.
..Ja. er schläft!" hieß es.
Er sah nach ihm und fand ihn in
tiefem Schlummer; der anstrengende
Patrouillenmarsch hatte ihm offenbar
Zugesetzt.
Wissen. Sie schon, Wallrod," hörte
er da eine Stimme neben sich, und er
erkannte einen befreundeten Offizier
derFreischaaren, wissen Sie schon, daß
es morgen ein Gefecht geben wird?"
Gott sei' Dank!" rief Otto. Er
sehnte sich nach Kampf und Streit, um
den Kampf in seinem Herzen still wer
den zu lassen.
Bayerische und badische Truppen
rücken gegen uns an," fuhr der andere
fort. Ihr Bruder hat zuverlässige
Nachrichten gebracht. Es wird einen
heißen Tanz geben. Wenn wir nur
den Sieg schon in Händen hätten!"
setzte er bedeutunasvoll hinzu.
.ant ronnle er uns feylen!" rief
Otto.
Der andere zuckte die Achseln. -
Warten wir es ab!" sagte er und
entfernte sich.
Verwundert sah ihm Otto nach. War
das die Zuversicht, mit t:r man in den
Kampf zog? Dieser Kleinmuth, der
an einen Erfolg offenbar nicht glaubte?
Kämpfte man denn nicht' für hohe,
reine Ideale, in denen allein schon die
Gewähr für den Sieg liegen mußte?
Ja. liegen mußte? Denn das war doch
kein Ideal, das sich nicht durchzusetzen
vermochte?
Der einsame Träumer fuhr zusam
men. SVütjl strich der Nachtwind über
sein Haupt. War ihm nicht heute schon
ein Ideal gescheitert?
Sinnend starrte er .in die Flamme
des Lagerfeuers. Klar und deutlich er
kannte er es: die Macht der realen
Thatsachen war mächtiger als alle
Ideale! Und wie sich sein reineZ, vom
edelsten Willen durchglühies Herz auch
gegen diesen Gedanken sträubte, es war
doch so, was er sich wiederholte: die
Macht der realen Thatsachen war mäch
tiger alö alle Ideale! In der Studir-
sture freilich, wie so ganz anders sah
da alles aus als hier, als im, Leben,
wo das freie Spiel materieller Kräfte
die Entscheidung bringt.
Da fuhr er auf. Trompetensignalk
schmetterten, Trommeln wirbelten, im
Osten erschien ein schmaler, blasser
Streifen am Himmel; der Tag war da.
Die beiden Brüder schüttelten sich die
Hand. Besorgt sah Albert den anderen
an.
Was ist Dir, Otto?" fragte er. Du
siehst blaß aus."
Otto schüttelte den Kopf. .
Ohne Sorge! Es ist nichts. Ich
habe nicht geschlafen."'
Ich desto besser." lachte Albert.
Du Glücklicher!"
Mit bedeutungsvollem Blick sah
Otto bei diesem Wort den Bruder an.
Einen Augenblick kämpfte er ziit sich,
ob er ihm jetzt die Entdeckung offen
baren sollte, die er gestern gemacht
hatte.
Nein, nicht, sttzt! Nach dem Kampf!
entschied er sich schließlich. So bestellte
er denn dem Bruder nur viele Grüße
von Anna.
Und Du?" fragte Albert.
Ein rollender Kanonendonner über
hob Otto der Antwort. Nun kam Le
ben in die Freischaaren. Alles machte
sich fertig zum Gefecht. Und bald knat
ier.:n neben dem immer stärker werden
den Geschützfeuer' die ersten Gewehr
schüsse herüber und . hinüber. Der
Kampf war im Gang.
Von Hirschhorn " aus öffnen sich,
während das Neckarthal von Osten zum
Westen zieht, nach Norden zii zwei
Thäler. Das eine führt über Langen
thal, Heddesbach nach Waldmichelback,
das andere über Hainbrunn nach Beer
felden. Leide Thäler werden von bc
deutenden Höhen flankirt, die zum gro-
ßen Theil fast bis zur Thalsohle hinab
mit Wald bewachsen sind.' Auf der
östlichen Seite des erstgenannten Thals
führt mitten durch diesen Wald ein
B:rgweg nach Grein und Schönau, der
selbe Weg, den Otto gestern zurückgelegt
hatte. Hier hatten die Freischaren be
sonders starke Positionen inne, theils
unterhalb, theils oberhalb des erwähn
ten Vergwegs, und von hier aus be-
herrschten .sie sowohl das Neckarthal
selbst wie auch die beiden oöengenann
teii Thäler. Gegen diese Stellungen
richtete sich denn auch insbesondere der
Angriff, der bayerischen und badischen
Truppen, und hier oben war auch die
Stelle, wo die beiden Brüder Albert
und Otto im ersten Treffen standen.
Mit sorgenvollem Blick beobachtete
Otto den Gang des Geftchts, während
er unermüdlich seine Büchse krachen
ließ. Es war nicht zu verkennen, die
Gegner machten reißende Fortschritte.
Näher und näher avancirten ihre
Linien, von Osten und von Westen her,
ganze Abtheilungen durchschwammen
den Neckar, und schon' konnte man deut
lich einzelne Kommandorufe von, drü
ben her verstehen. Und wie sie so näher
und näher kamen, durchzuckte Otto ein
schmerzliches Gefühl: weshalb mordete
man hier? Waren denn jene nicht auck
alle Söhne einer und derselben Mutter
standen hier nicht Deutsche gegen Deut
fche in blutigem Ringen? ' Ihm -bebe
das Herz bei diesem Gedanken; ja, ei
waxen deutsche Brüder! Aber doch
l .
oeinde! Und jene trieb das Karte (St
bot.ihrer Oberen; sie aber, die schwar
zch Schaaren. die hier oben am Wald
rand standen, sie hatte Niemand zu
Kampf und Tod getrieben, sie kämpften
freiwillig für ihr großes, herrliches
Ideal', für das zu sterben sie bereit,
waren.
Da erschallte dicht in seiner Näh: ein
lauter Ruf:
Rette sich, wer kann! Die Feinde
sind uns in der Flanke, sie dringen in
das Heddesbacher Thal ein! Rd sich,
wer kann!"
Otto fauste und brauste es in den
Ohren. Hitte er denn recht gehört?
Rette sich, wer kann!" so hatte man
gerufen. Nein, nein, um Gotteswillen
nicht, das war ja doch nicht möglich,
dasväre ja Flucht, schmähliche Flucht!
Weshalb stand man denn hier? Siegen
oder sterben! Das war doch die Loo
sung. Nur dadurch erringt man seine
Ideale aber Flucht, pfui doch!
,.SKht Leute!" donnerte Ottos
Stimme über die Schaaren hin. Vor
wärts, mir nach!"
Und mit kräftigemGriff die schwarz-roth-goldene
Fahne fassend, die eben
den Händen ihres sinkenden Trägers
entfiel, wollte er den Abhang hinunter
stürmen, um in unwiderstehlichem An
stürm den vordringenden Gegner zu
rückzuschlagen. Aber schon war durch
das unaufhaltsame Vorrücken der
Feinde die Haltung der eigenen Leute
schwer erschüttert, schon sah man sie in
einzelnen Trupps sich in die Wälder
zurückziehen. Und näher und näher
kamen die Feinde.
Hoch erhobenen Hauptes stand Otto,
während es über ihm -im schwarz-roth-goldenen
Banner rauschte, wie eine pro
phetische Melodie von Kaiser und Kai
serherrlichkeit. Und vor ihm und neben
ihm drängten die Feinde heran. Nur
ein kleines Häuflein hielt noch bei ihm
aus.
Da fühlte er sich von einer kräftigen
Faust ergriffen.
Komm, Otto. Vorwärts! Der
Tag ist für uns verloren!"
Sein Bruder Albert stand neben ihm
und wollte ihn mit, fortreißen.
Wie aus dumpfem 'raum fuhr Otto
auf.
Verloren?" sprach er vor sich hin.
Komm!" rief Albert. Wohl darfst
und sollst Du Dein Leben einsetzen im
Kamj?f um Deine Ideale, aber nicht es
muthwillig auf's Spiel setzen! Vergiß
nicht, daß dort drüben über den Ber
gen ein Herz für Dich schlägt und für
Dein Leben zittert!"
'Da kau. Bewegung in den weltver
lorenen Träumer.
' Für mich?" rief er. Für mich?
Nein, mein Bruder! Mir ist! jenes Herz
verloren, wie für uns der Sieg! Aber
auf Dich wartet es, auf Dich." Er
brach jäh. ab.
"Dicht vor sich sah er aus dem Ge
büsch den Helm eines bayerischen
Schützen auftauchen. Ein Gewehr lag
im Anschlag, gerade auf Albert gerich
tet. Im Nu sprang Otto vor den Bru
der, um ihn mit seinem Leibe zu decken.
Jetzt- knallte der Schuß. Otto tau
melt, er sinkt nieder, und über ihn hin
stnU die schwarz-roth-goldene Fahne,
die ihn wie ein Leichentuch bedecken will.
Was thatest Du?" ruft Albert er
schüttelt. . ,
Ein glückliches Lächeln huscbt über
Ottos Züge. .
Ich löste ein Versprechen ein," flll
sterte er leise. Ich gab es ihr ihr
halte sie gut, sie ist es werth, sie liebt
Dich"
Und dann schließt er müde die Au
gen; den Zusammenbruch seines zwei
ten Ideals will er nicht mehr mit an
sehen. Da springt Albert zu. Mit nervigen
Armen faßt er den noch Athmenden,
hüllt ihn in das Fahnentuch, das er
von der Stange losreißt, und lädt ihn
auf feine Schultern. Und nun rück
wärts, rückwärts; bergan, bergan!
Mein armer Bruder!" murmelt er.
O, ich wußte es wohl, die Zeit für
unsere Ideale ist noch nicht gekommen.
So lange sich die- Deutschen noch ge
g7 ''itZg zerfleischen, ist sie nicht da."
.suchend schleppt er seine Lait auf
wärts, höher und höher. In schweren
Tropfen perlt ihm der Schweiß von
der Stirn, er achtet es nicht. Weiter,
nur weiter!
Endlich aber kann auch der starke
Mann nicht mehr. Er muß einige Au
genblicke rasten und ruhen. Im tiefsten
Dickicht legt er den Bruder vorsichtig
auf eine weiche Grasfläche. Da schlägt
dieser die Augen auf. Aber Albert er
schrickt bei diesem Blick; es ist kein
Zweifel, das ist das halberlofchene
Auge eines Sterbenden.
Wie fühlst Du Dich, Otto?" fragt
er bange.
Gut, gut. Laß mich hier liegen,
Bruder er kommt. Meister Tod, er
komm! ich weiß es. ' Hier oben will
ich sterben, hier im Wald hörst Du
die Amsel? Sie ruft, mich "
Thränen entströmen Alberts Augen.
Nicht weinen!" bittet Otto. Und
dann fetzt er hastig hinzu:
Du mußt fort, Jruöer ich höre sie
kommen, unsere Verfolger, die uns
suchen." .
Keinesfalls!" betheuert Albert. Ich
bleibe bei Dir."
Wenn sie Dich finden, erschießen sie
Dich!"
Mögen sie es!. Dann sterbe ich mit
Dir."
Das darfst Du nicht!- Dein Leben
gehört nicht Dir. Ich sage Dir jetzt,
was ich weiß. Anna liebt Dich, nur
T ich allein! Du mußt -Dich ihr erhal
ten Du müßt! Flieh. Bruder, ilieb!
Da hört man von unten her Stim
mcn. . .Sie sind es!" drängt Otto. Flieh,
flieh!" . - '
Niemals, so lange Du lebst, Bru
der." Mein Leben ist zu Ende in wenig
Minuten Du kannst' mir nicht mehr
helfen.' Rette Dein Leben für
Anna!" 'ch harre bei Dir aus!"
te? will einen Versuch machen, Otto
auf's Neue auf die Schultern zu laden.
Aber schmerzvoll stöhnt der Verwun
dete aus.
Laß mich liegen, Albert. Flieh!"
So lange Du athmest, bleibe ich bei
Dir!"
Leb 'wohl, Bruder!" lispeln die Lip
psn des Sterbenden. Mache Anna
glücklich! Grüße mir das Vaterland!"
Ein leises Zucken noch, dann ist alles
aus. Albert küßt des Todten Lippen,
und dann drückt er ihm die Augen zu.
Schlaf wohl, treues Herz!"
Noch ein Blick auf den stumm Da
liegenden. Und nun weiter weiter!
s '
Erst nach einigen Wochen fanden
Holzfäller den Todten. Man hat ihn
dort oben, hart am Wegesrand, begra
ben. Niemand wußte, wer er war; sei
nen Namen festzustellen, wollte den Be
hörden nicht gelingen. Einsam undver
gessen lag fortan das Grab.
Alljährlich jedoch, an einem bestimm
ten Tage des Juni, dem Datum des
Gefechts bei Hirschhorn, stieg von
Schönau aus ein hochgewachsener,
stattlicher Mann hinauf, der jedesmal
einen mächtigen Eichenkranz mit
schwarz-roth-goldener Schleife dort
niederlegte. Lange weilte er stets an
der Gruft, und mit Thränen im Auge
schied er von ihr.
Aber er sprach kein Wort; er gab
keine Auskunft, wer der Todte wäre; er
kenne ihn nicht dem Namen nach, ant
wartete er zudringlichen Fragern. Und
schließlich fragte auch ihn Niemand
mehr. , .
Als' er das letzte Mal dort 'hinauf
kam im Juni 1871 trug der Kranz
statt der fchwarz-roth-goldenen eine
schwarz-weiß-rothe Schleife. Die Leute
in Schönau meinten an jenem Tage,, so
feierlich wie heute hätte der stille Mann
noch niemals ausgefehen. Und der
Bube, der dem Fremden den Kranz
hinaufgetragen hatte, erzählte nachher
im Ort, wie er ihn vor dem Grabe
sagen gehört habe: Nun ist es ge
worden, worum wir kämpften: das
deutsche Vaterland grüßt Dich, Du
treuer Todter!"
Von jenem Jahre an kam auch der
Fremde nicht mehr. Auch er sei, so
sagte man, zu den Todten versammelt
worden. Aber wer er war, hat man
niemals erfahren. ,
Einsam und still liegt nun das Grab
dort oben im Wald. Weithin fliegt das
Auge über die prächtigen Berge des
Odenwalds; die volle Schönheit der
deutschen Gebirgslandschaft liegt da
vor uns ausgegossen. Und wenn der
Mond über die Höhen kommt und seine
zitternden Strahlen über den Grab
Hügel dahinhuschen und auf den Blät
tern der Eichen und Buchen spielen,
dann erzählt zuweilen wohl der leise
flüsternde Nachtwind ' dem einsamen
Wanderer die Geschichte von dem
Mann, der hier oben feit mehr denn
einem halben Jahrhundert schlummert.
Aber der Wanderer muß ein Sonn
tagskind sein.
Die Zeitung als Sclbflkochcr.
Ein findiger Kopf hat entdeckt, daß
man. die Zeitungen auch als sogenannte
..Selbstkocher" verwenden kann, d. h.
an Stelle der Kochkisten und ähnlicher
Apparate, die in den letzten Jahren
eifrig angeboten wurden. Ihr Name
ist ja renommistisch, sie sollten Fertig
kocher" heißen, da sie nur die über Feuer
angekochten Speisen weiterfchmoren
lassen, doch das Gratis-Weiterkochen
und Warmhalten ist auch schon löblich
genug. Nun scheinen diese Heukisten
u. s. w. mit einem Schlage überflüssig
geworden zu fein, denn fechs Zeitungs
blätter thun dieselben Dienste. Das
Verfahren ist einfach: Man kocht die
Speisen an in Töpfen, deren Deckel gut
schließen und deren Griffe nach unten
zu gelegen sind.' Dann stellt man den
Topf vom Feuer schnell auf fechs Bogen
Zeitungen, schlägt sofort das oberste
!Alatt so dicht wie möglich auf allen
Seiten um den Topf und dreht das
überstehende Papier zu einem knoten
zusammen. Ebenso verfährt man mit
den übrigen fünf Bogen. Dieser sechs
fache Papiermantel, dessen Knoten man
noch mit Bindfaden sichern kann, wirkt
als vorzügliche Jsolirung; Reis, Hül
senfrüchte,. Gemüse. Schmor- und
Kochfleisch, Puddings u. f. w. fchmo
ren stundenlang darin weiter; in drei
Stunden sinkt die Temperatur vielleicht
nur von 212 auf 167 Grad. , Natür
lich wird man die Papierpackete nicht an
nassen und kalten Stellen aufbewahren.
Malzres (ßsTd)id)iäjtn.
Ein Leser der Täglichen Rund
schau" erzWt:. Elschen spielt bei
Großmama. Eine alte, wunderhüb
sche Kaffeetasse erregt ihr Gefallen, und
sie bettelt: Großmama, schenk mir die
Tasse." Nein, mein Kind. Später
mal sollst Du sie haben." Wann
später?" Nun, wenn der liebe Gott
mich mal ruft." Elschen schweigt und
spielt weiter. Nach eine? Weile horcht
sie Plötzluh auf: Du, Großmama!"
Ja, mein Kind?" Ich glaube, eben
bat der liöe Gott Dich aerufen." X
euer - SignQle.
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71 Shelby und
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71 Orange und Laurc!
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724 State Ave u. Pleasan.
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72 Orange und Harlar
723 Liberty und Wca
729 NoK und South
kl No. 15 Spritzen?
Ost Washington
13 Market und Nobl:
S14 Ohio u. Highlid 3fr
315 Mickigan u. Highla
816 Market u Arsenal 2
817 Oft . Clair vxii
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821 Pan Handle Shop
L28 ennont uns WaKo
BU Wash. und State Atz.
25 Madden'Lmge Fs5
826 Tucker und Dorsch
L27 Wash. und ev4 9i
829 310.12 Spritzenhaus
Veville nah Michig
81 Souteaster AV vxi
Woodside.
881 WaJ. und Dearbo
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13 Jllinoi nd MarKö.
14 Penn, nd OasZ.
15 Delaware nd Wtit
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8 V!cridisn und South
4 PennsyK u. Louisiana
95 Lirgini Ave u. Tlab.
96 Hauptquartier. ,
97 Grand Hotel.
93 Capital Ave und Dhi
ii No. 16 Spritzenhau
16. und Slsh.
i21 Alabama und 16.
(25 Central Ave und iS.
126 Fände und 15.
127 Brookside und Juptt
128 Central Ave und 17.
129 Delaware und 19.
131 Alabama und 11.
'38 Bellefontaine und
134 College Ar und 29.
135 Delaware und 18.
188 Alabama und North
!37 ?tevmann und 19.
133 Cvllege Ave und 14.
139 Corncll Ave und 13.
Ul Fände un1 19.
HZ Highland Llve und 10,
v43 Tccumfeh und 10.
145 New Jersey und 2,
U6 Alvord und 17.
47 No. 2 Spritzenhau
HiKside Av und I.
146 College Ave und 2.
.49 College Av und 27.
i52 Park Ave und 22.
i63 ßCtt. W Bahn U. 22.
154 Ramsey Ave und 10.
.56 Stoughton u Neknnen
.57 Atla und Pilz.
168 Blovd und Pawpaw.
169 No. 21 Spritzenhaus
Brtghtwood
x Arven und Depot
i8 Brightwood und 25.
iU Vtuxal und Blovd
165 St. Clair u. evston
.7 Arsenal Lv nfc 25.
108 ellefontain und .
SpezialOigale.
krsttt I EchUge, zweiter Äarm,
Zweiten Schlage, dritter Alarm,
Dritten 2 SchUge, viert Alarm. . .
Feuer aus und Lchluich aufgervS.
Schlag, Wasserdruck ab.
12 Schlüge, 1 Uhr WUtag,
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und der große Nordwest,
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