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Indiana tribüne. (Indianapolis, Ind.) 1878-1907, May 29, 1905, Image 6

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Jndiana Tribünc. 29. Mai 190
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Aug. Diener,
Europäische Nachrichten.
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Berlin. Mit Alaun vergiftet
hat sich die 22. Jahre alte Dienstmagd
Emma Brose, die in der Löwestr. 16
in Stellung war. Sie hatte vier Iah
re lang ein Verhältniß mit einem
Sattler, der sich jetzt mit einem ande
ren Mädchen verheirathen will, und
wollte diese Wendung ihres Schicksals
nicht überleben. Vor einiger Zeit
bezing Dr. med. A. Korn, Hallische-
stütze 22, fein Mjähriges Doktorjubi-
Icurn. Er ist seit 1869 hier als Arzt
und war vielfach wissenschaftlich und
gemeinnützig thätig, insbesondere auf
dem Gebiete der öffentlichen Gemnd-
heitspflege. Musikdirektor Otto
Dienel, der Leiter der Marien-Con-
certe, ist nach längerem, schwerem Lei-
den sanft entschlafen. Er war durch
die von ihm zuerst hier eingeführten
freien Orgelconcerte in weitesten Krei-
sen bekannt geworden. Der 22jäh-
rige Student Hans Ackenhausen, Sohn
eines im Südwesten wohnhaften Kauf-
mannes, der seit October K Js. in
Darmstadt seinen Studien oblag, hat
sich in seiner dortigen Wohnung er
schössen. Die Beweggründe zu der un
seligen That sind nicht bekannt.
Beim Spielen überfahren und getödtet
wurde der 6 Jahre alte Sohn Erich
des Oberpostassistenten Stahl aus der
Fidizinstraße 27. Traurige Folgen
hat ein Streit gehabt, in den ein Kut-
scher Friedrich Bohnenstengel, Hen
ningsdorferstraße 11, mit einem Stra
ßenreiniger gerieth, als er über die
Marschallbrücke fuhr. Bohnenstengel
wollte im Verlauf des Wortwechsels
seinen Gegner mit der Peitsche schla-
gen, die Schnur fing sich aber in sei
nem Besen, und da nun keiner von bei
den loslassen wollte, so wurde er vom
Wagen gezogen und erlitt einen Ober
armbruch und andere Verletzungen.
Obwohl diese nicht unmittelbar le-
bensgefährlich waren, so starb er doch
im Krankenhause Moabit an ihren
Folgen, da Wundfieber hinzutrat.
200,000 Mark überwies dieser Tage
Kommerzienrath Fraenkel aus An-
laß seiner silbernen Hochzeit dem hie-
sigen Magistrat für eine milde Stif-
tung.
B e l z i g. Der Weichensteller Rich
ter hierselbst wollte den Bahnkörper
überschreiten. Nachdem er die Weiche
umgestellt hatte, siel er nieder und
wurde vom Zuge zermalmt. Er war
sofort todt.
Groß - Lichterfelde. Dr.
Hermann Schwenaberg, Mitglied der
Ober - Militär?raminations - Com
mission und früher Professor an der
Haupt - Cadettenanstalt, ist hi in
seiner Wohnung nach langem schme-
ren Leiden im 62. Lebensjahr gestor
ben. K o t t b u s. Arbeiter Haschick wur
'de nach ein,em unbedeutenden Streit in
einem Restaurant vor seiner Wohnung
von mehreren Personen überfallen und
durch Messerstiche lebensgefährlich ver
wendet. Rixdorf. Im Hause Prinz
Handjerystraße 60 hat die 41 Jahre
alte Schuhmacherfrau Anna Jupke ihr
zweijähriges Söhnchen mit einer Zu
ckerschnur erdrosselt und sich dann im
Bett auf gleiche Weise ums Leben ge
bracht. Frau Jupke ist schon seit län-
gerer Zeit nervenleidend und ttrnite
häufig von den furchtbarsten Kopf-
schmerzen geplagt. In letzter Zeit
häuften sich diese Anfälle, so daß die
unglückliche Frau ganz verzweifelt
war.
Senftenberg. Von einer So
komotive wurde hier der Rangirmei
ster Jakubasch aus Thamm überfahren
und derart schwer verletzt, daß er bald
starb.
Woldenberg. Vor einiger Zeit
ertrank im nahe gelegenen Hermsdor
fer See der zwölfjährige Sohn des
Arbeiters Hamann beim Angeln.
'F'rc'Dinz Hstpreußen.
Königsberg. Hier wurde die
Wit'.we Böhm verhaftet, die ein ihr
zur Pflege übergebenes Kind im Ofen
verbrannt haben soll.
A l l e n st e i n. Das hiesige
Schwurgericht hat den 19 Jahre alten
Wirthssohn Wilhelm Radzick wegen
Vatermordes zum Tode verurtheilt.
In der mehrtägigen Gerichtsoerhand
lung wurde festgestellt, daß Radpzick
am Abend des 14. Juli 1904 seinen
Vater, der sich auf dem Heimwege nach
Willenbcrg befand, meuchlings er-
schössen hat. Die Mutter des Verur
theilten ist unter dem Verdachte der
Anstiftung zum Morde verhaftet wor
den. D i s s e l w e t h e n. Das ohne Auf
sicht in der elterlichen Wohnung zu
rückgebliebenen Zjähige Kind desGärt
ners Starat war dem Ofen zu nahe
gekommen. Die Kleider fingen Feuer,
und das arme Kind starb infolge der
erlittenen Verletzungen.
G e r a u e n. Ertrunken ist der
acht Jahre alte Sohn des Maurers
Schulz von hier. Um sich den Weg
abzukürzen, ging er über den See, wo
bei er in eine Wuhne hineingerieth.
Da der Vorfall unbachtet blieb, konn
te ihm keine Rettung gebracht werden.
Die Leiche des Kleinen wurde gebor
gen. L o tz e n. Kürzlich wurden hier
zwei Männer von einem Zuge über
fahren und getödtet; der eine ift der
Bahnarbeiter Sadowski aus Sulim
men. der andere ist unbekannt.
Mühlhausen. Ein schreckliches
Ende nahm der Scharwerker Will aus
Slodien. Will holte von unserm Bahn-
Hof Kohlen. Auf der Rückfahrt fiel
er kurz vor seinem Ziele vom Pferde
und blieb in dem Steigbügel hängen.
wobei er eine Strecke fortgeschleppt
wurde. Da platzte der Steiabüael,
uno 2LM ftei zur Erve, wooel ujm
das schwerbeladene Fuhrwerk über den
Kopf ging und ihn zermalmte.
P i l l k a l l e n. Vergiftet hat sich
in seiner Wohnung der frühere Guts
sitzer Emil Puchner. Puchner hatte
fein Gut vor längerer Zeit verwirth
schaftet und war in der letzten Zeit
als Schreiber ve! einem Nechtsanwatt
beschäftigt. Mit dem alten Mann zu-
sammen arbeitete dort ein junger
Schreiber. Da dieser in den Bu-
reauarbeiten viel erfahrener war, kam
es oft zu Auseinandersetzungen, die
schließlich vor der Wohnung des
Rechtsanwalts zu Thätlichkeiten
führten. Puchner verletzte mit einem
Spazierstock seinen Gegner im Gesicht.
Da der Geschlagene ihn zu verklagen
drohte, nahm Puchner Gift.
Sen s bürg. Der Schornstein-
fegermeister Abel von hier ist beiAus-
Übung feines Berufes vom Dache des
Schulhauses in Pustnik herunterge-
stürzt und nach kurzer Zeit gestor-
ben.
Provinz Westpreußen.
Danzig. Der Arbeiter Mathias
Nowack aus Johannisdorf war kürz
lich hi?r eingetroffen, um seine neue
Stellung als Koch auf dem Flußdam-
pfer Brahe" anzutreten. Er begab
sich zunächst an Bord des Schiffes,
ging jedoch später noch einmal zur
Stadt, um sich noch verschiedene Klei
nigkeiten zu besorgen. Als er auf
den Dampfer zurückkehrte, glitt er
vonder Planke aus und fiel ins
Waer. Zwar wurde er sofort her-
ausgezogen, doch hatte er bei dem
Sturze sehr schwere innerliche Verle.
tzungen davongetragen, an denen er
starb.
G r z h w n a. Durch das Spielen
mit Streichhölzern ist wieder ein Un
glück geschahen. Der neunjährige
Sohn des Bahnwärters Streuer hier
spielte auf dem Heuboden mit
Streichhölzchen und warf ein solches
brennend ins Heu, welches sofort
Feuer fing. Aus Furcht versteckte sich
der Knabe auf der anderen Seite des
Bodens. Als das Feuer entdeckt und
auch bald gelöscht worden war, fand
man den Knaben erstickt vor.
Konih. Der Kronenorden 3.
Klasse mit der Jahreszahl 50 ist dem
Kanzleirath Laudon hier aus Anlaß
seines 50jährigen Dienstjubiläums
verliehen worden.
M a r e e s e. Sein öOjähriges
Meisterjubiläum feierte in voller Rü
stigkeit der hiesige Tischlermeister
Abraham. Der Vorstand der hiesigen
Tiscklerinnuna brackte dem unisnr
unter Ueberreichung eines Andenkens
die Glückwünsche der Innung dar.
Mahren. Einen unglücklichen
Fall that der Rentier Martin Priebe
von hier. Er zog sich dabei innere
Verletzungen zu , woran er nach kur
zer Zeit starb.
S t u t t h o f. - Die goldene Hoch
zeit vergessen hatten im vorigen Iah
re die Tischler Lingmannschen Ehe-
leute von hier. Dieser Erinnerungs
tag hätte am 9. Februar 1904 gefeiert
werden können, aber erst dieser Tage
ging die Feier vor sich. Pfarrer Mi
chalik aus Steegen überbrachte dem
Jubelpaare das übliche Geschenk von
30 Mark.
S a g o r s ch. Der Arbeiter Theo
dor Schlaß fand in der hiesigen
Radtkeschen Schneidemühle den 11
jährigen Sohn Gregor des Arbeiters
Josef Strezewski von hier unter ei
nem Schwungrade am Gatter todt
auf. Die Ursachen des Unfalls sind
nicht aufgeführt.
Provinz 'Aornrnern.
Stettin. Auf Veranlassung der
Landwirthschaftskammer der Provinz
Pommern ist für langjährige treue
Dienste in der Lanwirthschaft eine gro
ße Anzahl Auszeichnungen an Gesinde
und Arbeiter hiesigen Kreises verliehen
worden. Die silberne Medaille haben
erhalten: Karl Krause, Karl Kanzen
bach, Michael Schöning, Rudolf Lohf,
Wilhelm Ruske, Karl Kempf in Me-
gow, Michael Spöhr in Sallentin,
Friedrich Papendorf in Leine, Ferdi
nand Röhker in Reugrape; die bronze
ne Medaille: Wilhelm Bergemann in
Vorwerk Malwinen, August Ladewig,
Johann Beirow, Gottfr. Röhl, Daniel
Hinz in Megow, Johann Dietert.Wil-
Helm Kuck, Gottfried Brederlow in
Sallentin, Wilhelm Büttner, August
Lübke in Leine, Karl Berthow in Neu
grape und Ferdinand Bergemann in
Pyritz.
B ü t o w. Von einem Zuge wurde
in der Nähe der Sebnitz zwischen hier
und Pomeiske der Landwirth Nau
mann mit seinem Gefährt überfahren.
Die Chaussee läuft dort neben der Ei
senbahn her; vor dem herankommenden
Zuge scheuten die Pferde und wurden
von dem Zuge erfaßt und getödtet.
Der Wagen wurde zertrümmert. Nau-
mann wurde in das hiesige Kranken
Haus gebracht, wo er seinen Verletzun
gen erlag.
G a r tz. Eine schreckliche Art, sein
Leben zu enden, hat sich der Handels
mann Schröder ausgesucht. Er begoß
sein Bett vollständig mit Petroleum,
legte sich hinein und zündete es an.
Als die Hausbewohner, durch den
Qualm aufmerksam geworden, die
Zimmerthür erbrachen, gelang es, den
Brand zu löschen, aber Schröder hatte
veretts einen qualvollen Tod erunen,
man fand nur noch seine halbverkohlte
Leiche.
K ö s l i n. Das hiesige Schwurge-
richt verurtheilte den zwanzigjährigen
Arbeiter Gustav Pommerening wegen
Raubmordes an dem Bäckergesellen
Röblitz zu 121 Jahren Zuchthaus.
P ü st r o w. Vor einiger Zeit brann-
te hier das von den Bauern Korduan
und Kosanke gemeinschaftlich bewohn-
te Wohnhaus nieder.
S t a r g a r d. Letztens wurde am
Schlachthof in der Jhna die Leiche des
s. Zt. von hier verschwundenen Arbei-
ters Bartelt ausgesunden; es liegt un
zweifelhaft Selbstmord vor.
Swinemünde. Im Februar
d. I. verschwand plötzlich der Castellan
Wilhelm Schmiege! von hier. Dieser
Tage wurde seine Leiche geborgen.
Zwei junge Leute bemerkten eine Leiche
im Strom treiben, nahmen ein Boot,
ruderten heran, machten die Leichi
mit Hilfe eines Taues fest und schlepp-
ten sie ans Bollwerk. Die Leiche
wurde als die des Vermißten festge-
stellt.
W e n d o r f. Selbstmord verübte
die hier wohnhafte Arbeiterwittwe
Matern, welche als Leiche in dem zum
Gute Voigtshagen gehörigen Torf-
moor aufgefunden wurde. Schwer-
muth und Lebensüberdruß infolge ar-
ger Nothlage dürften der That zu
Grunde liegen.
Provinz Schresig-Lbcrstein.
E l m s h o r n. Dem pensionirten
Postschaffner Peter Münster Hierselbst
ist das Allgemeine Ehrenzeichen verlie
hen worden.
Hadersleben. Erschossen hat
sich der hiesige Zimmermeister Tost.
K u l p i n. Arbeiter Flink wurde
von dem Göpelwerk einer Dreschma
schine an den Kleidern erfaßt und so
schrecklich zugerichtet, daß er auf dem
Wege nach dem Krankenhause starb.
Er hinterläßt eine Wittwe mit fünf
unmündigen Kindern.
Kiel. In der hiesigen Essigfabrik
von Stölting entstand Feuer, das das
zweite Geschoß und einen Theil des
ersten Stockwerks zerstörte und erheb-
lichen Materialschaden verursachte.
Todtgefahren von einem Wagen der
elektrischen Straßenbahn wurde die
dreijährige Tochter des Mechanikers
Reinsch. Das Kind lief beim Spielen
am Knooperweg kurz vor dem Wagen
Über das Geleise und wurde ersaht
und getödtet.
Nordhast ed. Hauptlehrer und
Organist I. Meyn hierselbst (Segeber-
ger Seminarist 186265) feierte sein
LSjähriges Ortsjubiläum.
Sarlhusen. Das Fest ihrer gol-
denen Hochzeit begingen hier die Ehe-
leute Peter Carstens und Frau.
T L n n i n g. Die Wittwe Andres
hier, deren Mann erst kürzlich gestor
ben ist, wurde dieser Tage wiederum
in große Trauer versetzt, indem sie die
Nachrichl erhielt, daß ihre beiden Söh
ne, die in Finkenwärder als Fischer
thätig waren, ertrunken seien.
W e st e r l a n d. Der hiesige Ort
feiert in diesem Jahre sein 50;ähriges
Bestehen.
Wippendorf. Dem hiesigen Ge
meindevorstehe? Heinrich Lammers
wurde das Allgemeine Ehrenzeichen
verliehen.
W i l st e r. Dieser Tage feierten
Rentner Holm und Frau hierselbst im
Kreise einer großen Familie das Fest
der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar
steht im Alter von 72 bezw. 78 Iah-
ren. Seit 23 Jahren wohnt es in der
Stadt. Letztens brannte das am
Steindamm belegene Gewese desLand
mannes Braker vollständig nieder.
Eine größere Partie Futtervorräthe
verbrannte. Ueber die Ursache des
i,-rs ist nickits bekannt.
?i
Der Oltopus als Nahrungsmittel.
Von Italien wird in glaubwürdiger
Weise berichtet, daß dort der Oktopus,
ein großer achtarmiger Seepolyp, viel
fach als Nahrung dient. Seine lan
gen Tentakeln (Fangarme) werden in
der Quere zerschnitten, sodaß sie als
einförmige Stücke auf den Tisch kom
men. Will man diese Molluske am
Tage fangen, so lockt man sie aus den
Spalten der Uferfelsen mittels eines
Stückes rothen, an einen langen Bam
busstab gebundenen Flanells, das der
Oktopus zu fassen sucht und wobei
man ihn mit einer dreizinkigen Gabel
anspießt. Beim nächtlichen Fange be-
festigt man ein eisernes Gefäß, aus
dem eine helle Holzflamme auflodert,
am Bug des Bootes. Der Feuerschein
lockt den Polypen an, und damit ist
sein Schicksal besiegelt. Das Holz
feuer hat man in der letzten Zeit durch
Azetylengasflammen ersetzt, die ein
weit helleres Licht geben. Die ersten,
die sich dieser Lichtquellen bedienten,
haben überraschende Mengen des See
polypen erbeutet. Jetzt benutzt man
das Azetylengas zum Oktopenfange,
schon fast ganz allgemein. Der auch
da und dort an den Westküsten Euro
pas vorkommende Oktopus soll der
Fischerei durch Verzehren der Fisch
brüt großen Schaden zufügen.
Schwierige Frage. Leh
rer: Alle Hauptwörter mit dem Ar
tikel das" sind fächlichen Geschlechts.
Was für ein Geschlecht hat also das
Kind? Sag es mir, Sepperl!" Sep
perl: Ja. da muß mir der Herr Leh
rer z'erft sagen, ob's Kind a Madel
oder a Bua js'
Polizeihunde.
Jtercffante Drüsuug vierbeinig Sicher
hcitwächter -Hund für den jarcn.
Unter zahlreicher Betheiligung der
Polizeibehörden, zahlreicher Offiziere
und Interessenten fand kürzlich auf der
Hasenhaide bei Berlin eine Prüfung
von Polizeihunden statt, wobei sich
namentlich die Hunde der Polizeidirek-
tionen in Braunschweig und Altona
hervorthaten.
Die vorgeführten Thiere mußten
ihre Kenntnisse auf dem Gebiete der
gewöhnlichen Jagdhunddressur, ferner
im Bewachen eines tZegenttandes, im
Aufsuchen, Verfolgen und Stellen von
Verbrechern, Fassen auf Befehl und
zur Vertheidigung des Führers und
im Folgen einer Blutspur beweisen.
Besonders gut gelang mehreren
Hunden die Verfolgung eines als
Strolch verkleideten Mannes, dem sie
aucb über eine ß hohe Bretterwand
nachsetzten. Dagegen Zeigten sie beim
Verlorensuchen eine große Nervosität.
die von den Fachleuten auf die An-
Wesenheit eines zu zahlreichen Publi-
kums zurückgeführt wurde. Jedenfalls
bewies die Prüfung, daß die Hunde
als Begleiter von Polizeibeamten r.
unübersichtlichen Geländen werthvolle
Dienste leisten.
Am glänzendsten bewährte sich der
in unserm Bild wiederaegebene Hund
Luchs II des Polizei-Jnspektors Bus-
L '
fr?) vliN
X5r -jd
" T ' ' , ... -
5 'm jx , fci V. - j &'
v&kOSF&Z
rrrvT5-;j - , .- . .
Sprung über die Bretterwand.
fenius aus Braunschweig. Ein Ver
wandter dieses Luchs, sowie ein Ab-
kömmling des berühmtesten aller Po-
lizeihunde, des Mörderentdeckers Har
ras, wurden kürzlich von Inspektor
Vussenius an den Zarenhof nach Zars-
koje Selo geliefert, wo sie bei der Be-
wachung des Selbstherrschers aller
Reußen Verwendung finden.
Z'rcigrbigcr Admiral.
Die Priscngcldcr Bowman . M?Uas
und ihre generöse Verwendung.
Indem der Rear-Admiral Bowman
H. McEalla seine aus dem spanischen
Kriege erhaltenen Prisengelder dazu
verwandte, um die Fertigstellung des
unlängst in Vallejo. Kal., eröffneten
Klubhauses für die Matrosen der Ver.
Staaten-Marine zu sichern, hat er sich
unter den Theerjacken" zahlreiche
Freunde erworben. An Bord ist er
als strenger Herr bekannt. Vor 15
Jahren war er wegen allzuharter Be
Handlung seiner Leute auf drei Jahre
vom Dienste, suspendirt worden.
Bowman H. McCalla, der 1844 in
Camden, N. I.. geboren wurde und
von 1861 bis 1864 die Marineaka
demie besuchte, verrichtete Dienste auf
verschiedenen Stationen. Nachdem er
im spanischen Kriege den Kreuzer
Marblehead" befehligt hatte, wurde er
1899 nach den Philippinen abkomman
dirt, wo er mit 230 Offizieren und
Rear-Admiral B. H. McCalla und Gattin.
Ta Marine-KlubhauS.
Marinesoldaten eine schwerbedrängte
kleine Abtheilung des 33. Freiwilligen-Jnsanterie-Regiments
in Vigan be
freite und die Kapitulation der In
furgenten in den Provinzen Jsabella
und Cagayan, sowie auf den Batan
Inseln entgegennahm. Im Jahre
1900 betheiligte sich McCalla mit 112
Offizieren und Mannschaften unter
Admiral Seymour an der Expedition
nach Peking, wobei er dreimal verwun-
det ward, ohne indeß aus der Gefechts
linie zu weichen. McCalla, der sich
1875 mit einem Fräulein Sargent
aus Boston, Mass., vermählte, ift ge
genwärtig Kommandeur des Schiffs
bauhofes auf Mare Island. Kal.
c v5 rf lf cäc I
EfS i'i9s
Vom Auslande.
Auf der von Warschau
nach Radzymin führenden Landstraße
sind im Monat März nicht weniger
als 63 Raubüberfälle verübt worden.
Dabei sind 12 Personen schwer ver-
mundet worden, von denen 3 den
Wunden erlagen. Leichtere Wunden
erlitten 45 Personen. Die Beraubten
haben 2635 Rubel an baarem Gelde,
16 Wagen und eine Menge Pferde
eingebüßt.
B e i einer Versteige-
r U N g von Antiquitäten im Hotel
Druot in Paris fand sich unter den
im Katalog verzeichneten Gegenstän
den auch ein Stock u la Bennfeide"
Was mochte das wohl für ein Stock
sein? Ein Antiquar erzählte dem
Berichterstatter eines Pariser Blattes,
daß die Pariser des 18. Jahrhunderts
mit in das Theater einen Stock nah
men, dessen Handgriff ein kleines
Pfeifchen enthielt. Bei ttx Premiere
des Trauerspiels Bnrnicide" mach
ten die Zuschauer zum ersten Male
Gebrauch von diesen Pfeifchen und
pfiffen das Stück total aus, so daß
es nicht einmal zu Ende gespielt wer
den konnte. Zur Erinnerung an diese
praktische Nutzanwendung erhielt der
Pfeifchensiock den Namen canne I la
Iaruik-ide"; nur wenige Exemplare
sind noch vorhanden und der Preis
hierfür ist natürlich entsprechend hoch.
Mit besonders feierlichem
Gepränge pflegt der Mai seit Alters
seinen Einzug in der Universitätsstadt
Tübingen zu halten. Gegen Mitter
nacht sammelt sich auf dem lauschigen
Marktplatz, in dessen Mitte der ange
morschte Neptunbrunnen aus vier stil
losen Röhren dünne Wasserfäden
spinnt, halb Tübingen, um bei dem
Aufmarsch von des Maienkönigs Eh-
rengarde den Umstand" zu bilden.
Zuerst erscheinen die vier Corps in ih
ren blauen, grünen, rothen und
schwarzen Kneipjacken, und mit dem
letzten Schlag der Rathhausuhr steigt
die Maienhymne: Der Mai ist ge
kommen" zum laulichten Nachthimmel.
Nach kurzer Ansprache und einem
Schoppensalamander werden die Glä
ser am Fuße der Vrunnensäule zer
schellt, worauf der Abmarsch folgt
mit dem Lied: Wohlauf, die Luft
geht frisch und reiu". Den Corps fol-
gen dann noch verschiedene andere
Studentenverbindungen. In diesem
Jahre mußten indeß auf Geheiß des
Rektorats die Gläser außerhalb des
Brunnenrandes in Scherben gehen.
da die Säule von den vielen Anwür-
fen" im Laufe der Jahre ziemlich
wackelig geworden ist.
E i n eigenthümlicher
Vorfall ereignete, sich dieser Tage in
Allenstein, Provinz Ostpreußen. Ein
junger Mann machte eine Spazierfahrt
mit Zweirad nach einem benachbarten
Dorfe. Unterwegs stieß er auf eine
Kreuzotter von etwa 2 Fuß Länge.
Nachdem er sie mit einigen Stockhieben
bearbeitet hatte, glaubte er, sie getödtet
zu haben, nahm sie mit und steckte sie
in die Satteltasche. Zu Hause ange-
kommen, legte der Radfahrer die Sat-
teltasche sammt der Schlange hinter
den geheizten Ofen. Hier muß es der
Schlange zu mollig gewesen sein, denn
in der Nacht entfernte sie sich aus ihrem
Versteck und kroch in das in demselben
Zimmer befindliche Bett eines anderen
schlafenden jungen Mannes. In nicht
geringen Schrecken wurde der Schla
sende beim Erwachen versetzt, als er die
neben ihm liegende Schlange bemerkte,
die längs seines Körpers die Nacht
hindurch schlummerte, ohne ihn jedoch
zu verletzen. Jetzt erst wurde die
Schlange aus dem Hause entfernt und
wirklich getödtet.
Einen guten, aber sehr
gewagten Spaß hat sich ein Stamm
tischfreund des Zwickauer Rathsdezer
nenten für das Polizeiwesen geleistet.
Kürzlich hatte nämlich ein Gauner"
die Abwesenheit des Stadtra.hs beim
Frühschoppen benutzt und von dessen
Haushälterin 200 Mark herausge
schwindelt". Er brachte den Schreib
tischschlüssel" in einem Umschlag mit
der Bitte des Stadtraths, dem
Schreibtisch die Summe zu entnehmen
und sie ihm, der plötzlich von liebem
Besuch überrascht worden sei, durch
den Ueberbringer zu übersenden. Der
Schlüssel schloß nicht, aber die Hüterin
der stadträthlichen Kasse wußte Rath
und lieh sich die 200 Mark von einer
Nachbarin. Auf die Ergreifung des
Gauners" wurde eine Belohnung von
50 Mark ausgesetzt. Sie wird nie
ausgezahlt werden, denn der Gau
ner" hat sich mittlerweile als ein guter
Bekannter des Polizeichefs entpuppt.
Der Herr Rath hatte nämlich am
Stammtisch geprahlt: mit welcher
Ruhe jeder Zwickauer das Haupt in
den Schooß der Polizei legen dürfe,
könne man daraus ersehen, daß er, der
Polizeidirektor, sein Geld nur im
Schreibtisch aufbewahre. Um ihn
ad absurdurn zu führen, hatte dann
einer der Stammiifchgenossen den
Scherz in Szene gefetzt. Ob der Herr
Stadtrath über die fchließliche Aufkla
rung ebenso vergnügt ist wie seine
Haushälterin, die ihre 200 Mark wie
dererhalten hat, bleibt dahingestellt.
JnWien wurde einHund
ohne Vorderbeine geboren, der gelernt
hat, auf den Hinterbeinen zu gehen.
Die Nebenprodukte der
Ölraffinerien sollen einen ausgezeich
neten Brennstoff für Gewächshäuser
liefern.

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