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Indiana tribüne. (Indianapolis, Ind.) 1878-1907, June 01, 1905, Image 7

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Jndiana Tribüne, R. Juni 1905
7
j KrachZ
o Mo m an A
o Hanns von Zobeltitz X
(Schluß.) ü
Es schien fast, als habe er ihre Worte
gar nicht gehört. Tu hast sie ja auch
gut gekannt . . . diese Dame. Vielleicht
besser gekannt als ich. jedenfalls besser
erkannt. Aber das weißt Du wohl
doch kaum, daß sie uns alle in's Un
glück gestürzt hat. Wir verdienten's
freilich nicht besser."
Laß sie. Willy. Ihre Strafe trifft
sie. Wozu von ihr reden?"
Ich will aber von ihr sprechen.
Gerade zu Dir. Jawohl mach nur
nicht so stolze Augen gerade zu Dir.
Ich wollt's schon lange. Nun ist's
gut. daß sich's so fügt. Das ist der
rechte Ort dazu. Du sollst nicht den
ken. daß ich dies Geschöpf dort je ge
liebt habe "
Willy, was geht das mich an!"
Laß mich sprechen." rief Willy.
Es muß einmal vom Herzen herunter.
Ich habe sie so wenig geliebt, wie sie
mich. Aber sie verstand die satanische
Kunst, mich trotzdem am Gängelbande
zu führen, meinen thörichten Ehrgeiz
aufzustacheln, mich mit schönen Wor
ten pi umschmeicheln mich Narren.
Bis 'zuletzt. Denn auch das sollst Du
wissen, damit ich ganz klein vor Dir
werde, Lora: daß sie ihren ganzen Ve
sitz an Aktien plötzlich, in der schlimm-
sten Stunde, die es geben konnte, auf
den Markt warf daran war ich
allein schuld. Damals in Rom wuß:c
sie aus mir herauszulocken, in welcher
Lage wir uns befanden und so brach
die Katastrophe über uns herein."
Auch ob:ledem tOütt der Zusam
menbruch nicht ausgeblieben, Willy."
Vielleicht. Aber wahrscheinlich
würde eine ruhigere Abwicklung mög
lich geworden sein. Nein nein
ich bin an allem schuld. Ich und
die dort mit ihrer unersättlichen Gier,
dem eiskalten Herzen und der lodern
den Leidenschaft nach Gold und Bril
lanten, nach Luxus und Tand. Die
ihr Kind verließ, die ihren Mann, der
zum Betrüger und Bettler geworden
war durch sie, von sich stoßen konnte
und am selben Abend in Seide und
Spitzen am grünen Tisch saß und drei
mal das Maximum gewann. Ich
Thor. Ich erbärmlicher Thor! "
Willy, was nützt es, wenn Du Dich
heute noch in Selbstvorwürfen ver
zehrst. Geschehenes läßt sich nicht un
geschehen machen. Aber Geschehenes
läßt sich gut machen. Daran mußt
Du denken."
Nein Geschehenes läßt sich nicht
ungeschehen machen. Ganz recht. Aber
gerade darum kann ich den Gedanken
nicht los werden, der mich jagt und
foltert: warum mußte es denn gesche
hen?" Er stand einen Augenblick mit tief
gesenktem Kopf, mit sich kämpfend.
Und dann trat er plötzlich auf Lora zu
und raunte, ohne sie anzusehen, mit
heißer, bebender Stimme: Auch das
muß heute gesagt werden, Lora. Auch
Tu die Kluge, Reine auch Du
bist nicht frei von Schuld! Jawohl
Tu Tu! Ich lechzte damals nach
einem guten Wort von Dir. nach einem
freundlichen Blick, nach einem Zeichen,
daß ich Dir nicht gleichgiltig sei
Willy !" schrie sie auf.
Aber er faßte ihre Hand und hielt
sie fest. Und er bat: Laß mich weiter
sprechen. Nur dies eine Mal. Ich
war ja auch da ein Narr. Ohne Ent
schlußkraft. ohne festen Willen Rohr
im Winde. Heute liegt das alles weit
hinter mir ich weiß ich weiß. Aber
wie anders wäre alles gekommen, Lora,
wenn wenn "
Schweig!" Mit einer heftigen Be
wegung riß sie sich los und wich bis
zur Wand zurück. Du vergißt, mit
wem Tu sprichst! Kein Wort weiter
ich verbiete es Dir!"
Ihr ganzer Körper bebte. Aber sie
stand hoch erhobenen Kopfes, mit bli-
tzenden Augen, die Arme wie zur Ab
wehr ausgestreckt, die Hände im Zorn
geballt
Nie vergeben würde ich mir, wenn
ich Dir je . . . auch nur unwissentlich
Veranlassung zu dieser Stunde geqeben
hätte. Deinem guten, edlen Vater
könnte ich nie wieder unter d.e Augen
treten. Mitleid hab' ich mit Dir ge
habt, schwesterliches Mitleid willst
Du auch das todten!"
Lora, ich schwöre Dir . . . Tu hast
mich mißverstanden ..."
Nein! Ich habe Dich nicht miß
verstanden. Das traue ich Dir nicht
zu. daß Tu die Frau Deines Vaters
beleidigen wolltest mit bewußtem Wi!
len. Aber Teine Haltlosigkeit kennt
keine Grenzen."
Lora, ich höre nichts anderes, als
immer wieder: ,Tu bist so gut Wa
rum hab' ich keinen Antheil an Deiner
Güte ich allein "
Sie schlug die Arme über der Brust
zusammen und athmete tief auf.
Ich sollte jetzt wohl gehen und Dich
allein lassen daß die Erkenntniß
Dir von selbst käme. Aber ich fürchte,
damit versäumte ich eine Pflicht. Denn
ich muß Dir das sagen: Güte will ver
dient werden. Als Geschenk ist sie
werthlos. Mitleid hab' ich mit Dir
gehabt und habe ich auch jetzt noch.
Aber meine volle Achtung wirst Du
Dir erst wieder erwerben müssen
wenn Du kannst. Ich kenne Dich,
Willy! Tu bist geradezu der Typ die
ser jungen Männer, die so stolz durch
die Welt gehen, immer meinend: ihre
Straße sei die gerade, die rechte und
die doch nur durch die Welt taumeln.
Ihr arbeitet o ja! aber selbst die
Arbeit ist Euch mehr ein vornehmer
Sport. Ich will nicht sagen: Ihr seid
schlecht im Kern. Nein! Aber was
gut in Euch ist. das erstickt Ihr mit
Eurer eitlen, korrekten Wohlgefällig
keit. Klug seid Ihr, Ziele habt Ihr,
aber kein ?iel. Ihr glaubt nur die
Hände ausstrecken zu müssen, um Glück
zu ernten. Und wenn das Unglück
kommt, dann brecht Ihr willenlos zu
sammen. Wo wärst Du, Willy, wenn
nicht Dein Vater Dir in der schwersten
Stunde rettend zur Seite getreten
wäre! Er, über dessen Lipven kaum
ein Wort des Vorwurfs gegen Dich
gekommen ist! Er hat im Unglück nicht
die Spannkraft der Seele verloren
aber Tu hast Dich beugen lassen, als
könntest Du Dich nie wieder aufrichten.
Und Du könntest es. Die Fähigkei:
dazu liegt in Dir, nur der feste Wille,
der auch Kraft ist, fehlt. Ich hab' Dir
vorhin schon gesagt, vergiß! Richtiger
noch: raffe Dich auf! Ueberwinde!
Wolle! Mit Selbstvorwürfen und
träumendem Hinbrüten ist nichts ge
than. Aber der Welt wieder fest als
Mann entgegentreten, kampfbereit,
wenn es sein muß das ist's, woraus
es ankommt "
Lora hatte zuletzt in lebhaften
Accenten gesprochen, mit erbobener
Stimme. Wie eine Mahnerin stand
sie vor Willy. Was sie sagte, kam ihr
aus tiefster Seele; sie wog die Worte
nicht mehr, in einem starken Strome
flutheten sie übe? ihn hm.
Nun sah sie Willy an mit ihren gro
ßen, klaren, fragenden Augen und
wartete.
Auf seinem Gesicht war zuerst ein
Zug des Trotzes aufgestiegen, ein
Zucken um den Mund, ein Hochziehen
der Brauen. Aber je weiter sie sprach,
desto stärker packte sie ihn. So hatte
noch Niemand zu ihm gesprochen, so
frank, so frei, so rückhaltlos. Er fühl:e
aus aller Schärfe, und gerade in ifcr
öas große Wohlwollen, die Güte, die
er begehrte, heraus. Doch nicht nur
Mitleid, wie sie sagte, sondern herz
lichste Antheilnahme. Alles mit schärf
stem Verständniß gepaart. Das that
wohl weh aber es that auch gut.
Langsam richtete er sich auf.
Er wollte ihr danken
Aber anstatt eines Dankeswortes
kam eine Klage: Lora . . . wenn Du
recht hast und Du hast recht . . . dann
muß ich ja, im andern Sinne, wieder
holen, was Dich vorhin so verletzte,
weshalb ich Teine Vergebung nicht ge
nug erflehen kann. Das: was bin ich
ohne Halt und Stütze ich Rohr im
Winde."
Ueber Loras schönes, stolzes Gesicht
flog ein Lächeln.
Halt und Stütze,Willy? Ich könnte
Dir wohl sagen: die suche in Dir
selbst. Aber ich glaube Dich anders
und besser zu verstehen. Du suchst ein
treues Herz, das mit Dir lacht, wenn
Du fröhlich bist, das mit Dir trägt,
wenn das Leben Dich schüttelt. Sieh
mich nicht so verwundert an es
wird schon so sein. Nun, Willy, gehe
nicht mehr mit geschlossenen Augen
durch die Welt . . . und durch dies
Haus. Oeffne Teine Augen und öffne
Dein Herz dann wird Dir werden,
was Du suchst "
Sie schwieg. Eine mädchenhafte
Röthe stieg in ihre Wangen, um gleich
wieder zu ebben.
Er sah noch immer, mit unsicherem
Blick,' zu ihr auf.
...Frzge nicht! Heute nicht!"
schloß sie i'bnell. Ueberhaupt nicht
solch Glück darf man nur selber finden.
sonst verlier t's an Werth. Und jetzt
jetzt geh! Und laß uns alles begraben,
was in bk'zx Stunde zwischen uns ge-
sprachen wurde. Bis auf das eme.
letzte und beste, was ich Dir so recht
aus vollem Herzen wünsche
Gib mir Deine Hand und nun
gute Nacht, Willy "
Schnitter Krach hatte die Sense nie
deraelegt. Sein Werk war gethan fü:
dieses Mal.
Aus tausend Wunden aber blutete
noch immer das Erwerbsleben. Ganz
langsam nur, ganz allmälig konnten
sie sich schließen und verharschen. Und
auch das nur, wenn der Sinn für Mä
ßigung und weise Beschränkung Ein
zug hielt allenthalben
Immer wieder betonte das Möller
Sieghard. Er übersah die gegenwärtige Lage
ganz klar und auch die geschäftliche
Zukunft . . . soweit überhaupt für den
Kaufmann ein Blick hinter die Schleier
des Kommenden möglich ist.
Im jähen Sturz, mit verheerender
Gewalt war die Welle niedergebraust.
Nun hob sie sich wieder in sachtem,
vorsichtigem Anschwellen. Die Lager
der Händler hatten sich geleert in den
langen Monaten, derBedarf an Waare
wuchs und führte der Industrie neue
Beschäftigung zu; die Einnahmenach
Weisungen der Eisenbahnen wiesen stet
gende Zahlen auf; Gruben, Hütten,
Fabriken bekamen zu thun und konn
ten und mußten wieder die Mithilfe
der Banken in Anspruch nehmen, der
großen Kreditgeber. Die Hunderttau
sende von Arbeitern, deren fleißige
Hände brach gelegen hatten oder die
doch die Verkürzung der Betriebszeit
schwer empfunden hatten, verdienten
und konnten wieder verbrauchen. Der
Verbrauch der Massen aber bedeutet
Umsatz der Werthe.
Auch die große Weltpolitik war in
ruhigere Bahnen eingelenkt. Der Ja
nustempel war geschlossen. Ein star
kes Friedensbedürfniß erfüllte Herr
scher und Völker. Schon wurden die
größten Goldlieferanten der Erde, die
Minen von Johannesburg, wieder in
Betrieb gesetzt. In Ostasien boten sich
dem Unternebmunasgeist unter neu ge
sicherten Verhältnissen breite Bahnen.
Und die Riesenrepublik der Neuen
Welt erlebte einen Aufschwung, der zur
Zeit auch die Geldmärkte des alten
Kontinents befruchten half, wennschon
man für die spätere Zukunft mit schwe
rer Besorgniß den Wetteifer des gigan
tischen Konkurrenten abwog. Der
Handel von Erdtheil zu Erdtheil, der
schwe? erschüttert gewesen war, wuchs.
Die Schifffahrt blübte auf. Auf den
Helligen der Werfte reihte sich Neubau
an Neubau.
Das allgemeine Vertrauen erstarkte.
Große und kleine Sparer, die in der
Periode des Niederganges mit ihren
Anlagen gezögert hatten, brachten ihre
Kapitalien auf den Markt. Die Kurse
begannen langsam von dem Punkt
ihres größten Tiefstandes wieder aus
zusteigen. Die allgemeine Geldflüssig
keit kam Handel und Industrie zu
Hilfe -
Man athmete auf, vom langen
Druck befreit.
Auch im Hause Möller-Sieghards
war das Schwerste überwunden. Nicht
ohne Rückschläge freilich. Nicht ohne
Stunden, in denen selbst Eberhards
Zuversicht zu brechen drohte und er
schwer bekümmerten Herzens die breite
Trepve hinaufstieg, n ''ich bei seiner
jungen Frau neuen Muth und neue
Kampfeslust zu holen.
Die Salester'sche Bank war unrett
bar verloren, jeder Versuch einer Hilfs
aktion vergeblich; für die Aktionäre
kamen voraussichtlich nur wenige Pro-
zent zur Vertheilung. Aber die Pro-
metheusaesellschaft ließ sich durch Zu-
sammenlegen der Aktien, durch theil
weisen Verzicht der Obliaationsinha
ber. durch eranzicbuna der bastvflick-
tigen Aufsichtsrathsmitglieder rekon
strurren auch Willy hatte seme
Haftpflicht mit schweren Opfern ein
lösen müssen. Seit das neue, auf
sehenerregende Prall'sche Patent für
die Gesellschaft gesichert war, hatte sie
ja nach der technischen Seite hin ein
festes, gesundes Fundament eine
sichere Zukunft.
Erschwert wurde die Sanirung nur
durch den Wirrwarr, die zahllosen
Verschleierungen in den Büchern. Bal
din blieb verschollen. Und der einzige
Mann, der außer ihm einen wirklichen
Einblick in die verwickelten Verhält
nisse besitzen mochte, Salester, starb
ganz plötzlich in der Untersuchungs
haft, noch ehe er vor seine irdischen
Richter getreten war. Bei dem riefen
starken, scheinbar vor Gesundheit
strotzenden Manne hatten sich in der
Enge seiner Zelle nervöse Störungen,
mit völliger Schlaflosigkeit gepaart,
eingestellt. Der Gefängnißarzt gab
ihm Betäubungsmittel. Die Dosis
mochte ihm aber nickt genügend erschei
nen, und er mußte sich durch Bestechun
gen oder Versprechungen es kam
nicht heraus, durch wessen Hilfe
selbst eine Quantität Morphium ver
schafft haben. Man fand ihn eines
Morgens todt in sner Zelle, das fast
geleerte Medizinfläschchcn auf dem
Tisch neben sich, nachdem er noch am
Abend vorher stundenlang an seiner
Vertheidigungsschrift gearbeitet hatte.
Das war wenige Tage bevor, ehe
Konrad mit Hardi sich nach Südwest
afrika einschiffte. So schritt er noch
hinter dem Sarge seines Vaters her.
Nur der Anstaltsgeistliche und der
Sohn.
Mir war es," sagte er nachher zu
seinem Schwiegervater. ..als habe ich
meine ganze Jugend mit eingesargt"
Ter Herbst war gekommen.
Ein milder Herbst. Im Garten hin-
ter dem einstöckigen grauen Hause
färbten sich die Buchenwipfel schon
goldigbraun. Aber durch die weitge-
öffneten Fenster der Galleriesäle fw-
thete der Sonnenschein.
Graf Weüried trippelte, das Notiz-
buch in der Hand, u:uuhig von einem
Raum in den andern. Seine Aufgabe
war eigentlich erledigt. Er hatte für
die einzelnen Gemälde die Mindestfor
derungen festgestellt, zu denen sie in
nächster Woche zur Auktion gebracht
werden sollten. Er hätte längst zu den
andern nach vorn geyen können, aber
er mochte sich nicht trennen von den
ihm so lieb gewordenen Sälen, von
diesen Bildern, bei deren Ankauf er
vielfach mitgewirkt, deren jedes für ihn
eine kleine Geschichte hatte.
Das om nun in alle Winde ver
streut werden, in die Hände von Tho
ren kommen und Protzen! Und da
vorn lachten sie! Wahrhaftig, sie lach
ten! Wenn der alte Graban dabei
war, herrschte ja immer Heiterkeit. So
gar die kleine feine Frau Salester, mit
oen traurigen Augen, hatte ein wenig
gelächelt. Vorhin wie war das doch
gewesen? als die Depesche die glück
liche Ankunft von Konrad und Hardi
in Windboek meldete, hatte die alte
Excellenz so schön über die Kolonieen
gebrummelt. Diese Kolonieen! Und
die Flotte! Unfug! Ter Große König
wußte, was es hieß, die Kräfte zu kon
solidiren, alles auf das Landheer zu
verwenden, auf die Säule des Staa
tes." Ein ganz unmoderner Mensch,
diese grause Kriegs aurael. Ein Kun
barbar! Recht "ist es, daß Du die
alten Schinken losschlägst. Geheim-
räthchen. Nur um den Menzel thut's
mir leid. Vor dem Excellenzkollegen
hab' ich Respekt. Aber warum Du
dies gräßliche Ding, den Rochegrosse,
partout behalten willst nimm's mir
nicht übel, das versteh' ich nicht. Solch
Unglücksbild."
Der Graf blickte in seine Notizen.
Fast eine kalbe Million mochte wohl
herauskommen, wenn die Sache eini
germaßen gut verlief. Und das würde
sie wohl. Solch eine Sammlung war
ja seit Jahrzehnten nicht auf den
Markt gekommen. Alle Vertreter der
großen Staatsgallerieen hatten sich
schon zur Auktion angemeldet. Nun
ja sie wußten: geraöe hier konnten
sie ihre klaffenden" Lücken ausfüllen.
Möller war doch ein feiner Kenner ge
wesen... und sein eigener Rath auch
nicht übel ... wie damals, als sie in
Paris die beiden Corots kauften und
den Pracht-Daubigny. von dem noch
Niemand recht etwas halten wollte.
Und da die drei Lenbachs . . . und der
köstliche Leibl . . .
Plötzlich standen Lora und Eber
hard vor dem kleinen alten Herrn.
Sie lachten Beide nicht. Ernst
sahen sie aus. Fast feierlich ernst.
... Ob man's nicht doch noch ein
mal versuchte . . . ? In letzter Stunde.
Lieber Geheimrath! Haben Sie
doch Einsicht! Es ist ja' eine Barbarei,
das so zerflattern zu lassen. Das Herz
kehrt sich mir im Leibe um ... Du bist
doch in meiner Schule, sozusagen,
groß geworden, Lora! Sprich Du ein
Wort für diese Schatze. Mein Him
mel, ich verstehe ja alles. Aber bester
Herr Geheimrath, so verkaufen Sie
doch diesen alten Kasten hier und
behalten Sie die Sammlung "
Möller schüttelte den Kopf. Nein,
lieber Graf," sagte er bestimmt. Diese
Sammlung habe ich erworben über
die kann ich verfngen. Dies alte Haus
aber, das gehört gar nicht mir. Das
ist von meinen Vätern ererbt, und ich
muß es kommenden Generationen
überliefern. Die Sammlung sie
war mir gewiß an's Herz gewachsen
ist ein schöner Luxus. Ich kann ihn
entbehren. Auf diesem Hause aber
ruht die Tradition und ruht damit ein
stiller Segen. Das hab' ich so recht
empfunden in dem letzten schweren
und doch fo glücklichen Jahr."
Graf Wellried ging. Er fühlte, auch
diese Beiden wollten Abschied nehmen
allein
Dicht nebeneinander schritten sie von
Gemälde zu Gemälde. Sie sprachen
wenig miteinander. Nur hier und
dort erzählte Eberhard mit knappen
Worten, was ihn einst zum Ankauf be
stimmt hatte.
Zuletzt traten sie vor den Röche
grosse. Du verstehst, Lora, warum ich mich
von diesem Bilde nicht trennen mag
wie Du ja alles verstehst. Es soll mir
und den Meinen stets wie eti c War
nung vor Augen stehen, eine ernste
Warnung vor den Gefahren gerade
unsres Berufs. Aber das ist es doch
nicht allein; ich will dies Bild behalten
als Erinnerung an den Abend, an dem
ich Dich zuerst recht kennen lernte "
Sie hatte seine Hand genommen
und ihren Kopf an seine Schulter ge
legt. Zärtlich sah sie zu ihm empor, in
seine ruhigen, klugen Augen.
Der Sturm ist über uns hinge
rauscht " sprach er sinnend weiter.
Er hat uns gebeugt, aber nicht ge
brochen. Wir können uns wieder auf
richten. Wir werden es. Hardi wissen
wir im sicheren Hafen. Nur Willy . . .
Willy . .
Lora lächelte still: Sorge Dich
nicht, Eberhard. Teine Herzensgüte
hat auch das Glück in's Haus gebracht,
an dem er genesen wird "
Maria "
Ja . . . Heimchen!"
Es wäre wie eine Fügung "
Alles ist Fügung, Eberhard
Sie wandten sich und schritten lang-
sam, Arm in Arm, längs der Fenster-
reihe zurück.
Toch plötzlich blieb Lora stehen. Sie
lachte so fröhlich, daß er sie verwundert
ansah.
Aber Eberhard! Eberhard! Was
seh' ich denn da! Da an Deinen Schlä-
fen. Ganz weiß "
Ja, Lora - es hilft nichts. Soll
ich färben?" scherzte er.
Das fehlte gerade noch! Du wirst
mir doch nicht eitel werden ?"
Nur auf Dich, Lora. Aber zu än
dern ist's nicht Du hast Dir eben
einen alten Mann geheirathet."
Da lachte sie wieder. Wie nur sie
lachen konnte: ein stilles, kaum hör
bares Lachen, aus dem es heraus
klang wie Elockenton.
Und sie legte ihre Arme um seine
Schultern und küßte ihn und lachte
wieder: Du Narr Tn lieber, lieber
Narr! Tu m d alt! Ja . . . wie ein
edler Wein wie Firnewein bist Du!
Und die weißen Haare dort! Die will
ich gerade lieb haben! Das sind Ehren
zeichen, Eberhard. Ter Sturm ist
über uns hingebraust, sagtest Du.
Uns hat er erst recht zueinander gc-
führt. Tie jungen Schößlinge mochte
er knicken. Du bist aufrecht gebneben
mein Stolz und mein Glück!"
Ende.
Mißlungene Ansrede.
,Cerr Meier, wie können Sie sich
unterstehen, mit meiner Tochter vom
Heirathen zu reden?" Entschuldigen
Sie, Herr Direktor, ich hab's ja gar
I mcht ernst gemeint!" .
r usllsche Adclösüdrik.
Ei gewiegter Schwindler und wie er die
Poli.ei überlistete.
Was im Kaukasus alles passiren
kann, erzählt die Petersburger Zei
tung." Vor längerer Zeit war berichtet
worden, daß in Kutais fabrikmäßig"
von einer Verbrecherbande Adelsdi
plome des alten Zaren Salomon von
Jmeretien und der Herrscher von Min
grelien, Fürsten Dadiani gefälscht wur
den. Als der Hauptschuldige erwies
sich ein gewisser Aschortia, und die
Zahl derjenigen, die durch ihn in den
Fürstenstand erhoben wurden, ist unge
heuer. Als seine frechen und im größ
ten Maßstabe betriebenen Fälschungen
aufgedeckt wurden, verduftete Aschortia
plötzlich spurlos, und bald hieß es, er
sei während eines Sturmes auf dem
Schwarzen Meer umgekommen. Wie
nun die Ruß" erfährt, kam es kürzlich
in Baku zwischen einem Herrn in kau
kasischer Tracht und einem Schutzmann
zu einem Zusammenstoß, der zur Folge
hatte, daß sich der Unbekannte als ein
Gen!,armenoffizier namens Sedgenidse
leglttmrrte und Dokumente vorwies,
aus denen zu ersehen war, daß er einen
geheimen wichtigenAuftrag auszuführen
hatte. Diese Enthüllung wirkte auf die
Polize: wie ein Donnerschlag, und der
hohe Unbekannte wurde mit vielen Ent-
schuldigungen freigelassen. Er begab
sich darauf auf einen nach Lenkoran
gehenden Dampfer. Nun hatte der Ba
kusche Polizeiminister die anonvme
Mittheilung erhalten, daß sich auf die-
sem Dampfer der todtgeglaubte Fal-
scher Aschortia befinde. Es wurde
darauf eine Beobachtung der Fahrgäste,
die sich auf dem Dampfer befanden.
vorgenommen, wobei sich herausstellte,
daß der vermeintliche Gendarmenoffi-
zier Aschortia war. Er wurde verhaft
tet und in das Gefängniß gesperrt, wo
er frech erklärte, daß er berechtigt war,
die Verwaltung der Expedition zur
Anfertigung gefälschter Adelsdiplome"
zu leiten. Nachdem der geriebene
Schwindler mehrere Tage im Gefäng-
niß verbracht hatte, traf an den Ge-
fängnißaufseher ein amtliches Schrei
ben von der Polizei ein, in dem ange
ordnet wurde, daß Aschortia in Frei-
heit zu setzen sei, weil das Verfahren
gegen ihn bereits vor längerer Zeit ein-
gestellt worden wäre. Als dem Ver-
breche? dies mitgetheilt und er in Frei-
heit gesetzt wurde, zündete er sich höh
nisch lächelnd eine Papyros an, verab
schiedete sich von der Gefängnißverwal-
tung, ließ sich einen schmucken Wagen
holen und fuhr davon. Bald stellte sich
heraus, daß das erwähnte amtliche
Schreiben mit allen Siegeln und Un
terschriften gefälscht war.
Kaffeefälschungen.
Im Moniteur Scientifique" be
spricht E. Bertarelli die Gewichtsfäl
schungen gerösteten Kaffees durch Zu
fatz von Wasser und Borax. Chemiker,
welche Gutachten über gerösteten Kaffee
abzugeben haben, beschäftigen sich ge
wöhnlich nur wenig mit der Frage,
ob diesem Wasser zugefetzt worden ist.
und zwar weil er solches überhaupt
sehr schlecht in sich aufnimmt. Roh
kaffee geringerer Sorte verliert beim
Brennen über 20 Prozent seines Ge
wichts, und ein Ersatz dieses Verlustes
durch Wasser bei oder nach dem Rösten
bedeutet also für den Händler einen
bedeutenden Gewinn. Einfach befeuch
teter Kaffee ist jedoch schon daran zu
erkennen, daß er beim Mahlen klebrig
und teigig wird. Fälscher helfen die
sem Uebelstande dadurch ab, daß sie
dem Kaffee noch Borax zusetzen, der
den Wasserüberschuß verdeckt und
obendrein das Gewicht noch weiter er
höht. Eine vier- bis fünfprozentige
Boraxlösnnz soll den Kaffee nämlich
bis zwölf Prozent schwerer machen.
Bertarelli hält jeden gerösteten Kaffee
mit mehr als vier Prozent Wasserge-
halt für gefälscht.
Deutschlands Schifffahrt.
Durch den fortgeschrittenen Ausbau
der deutschen Handelsflotte hat auch
der Seeverkehr in den deutschen Häfen
rüstige Fortschritte gemacht. Wäh
rend im Jahre 1877 mit Ladung 17,
732 Schiffe von 747,566 Register-
Tonnen in den deutschen Häfen an-
kamen, waren dies 1903 78,271
Schiffe mit 18,414,221 Register-Ton-nen.
Abgegangen sind aus deutschen
Häfen 1877 16,229 Schiffe mit 727,
567 Register-Tonnen, 1903 dagegen
65,234 mit 13.517,272 Register-Ton-nen.
Von den Seereisen kamen 1877
73.6 vom Hundert, 1903 84.5 vom
Hundert auf beladene Schiffe. Auch
die Binnenschifffahrt hat sich ganz er
heblich gehoben. Die Zahl der Fluß
schiffe hat sich von 7164 im Jahre
1877 auf 24,817 Ende 1903 vermehrt.
Unter den Flußschiffen befanden sich
1877 570 Dampfer, 1903 2604.
Eine E r ! n n e r u n g s m e -d
a i l l e an die erste deutsche Volks
Versammlung" ist dem Archiv des
sozialdemokratischen Vereins in Are
merhaven überwiesen worden. Die
Münze ist in der Größe eines Fünf
Markstückes aus Blei hergestellt. Auf
der Vorderseite weist sie innerhalb
eines zweitheiligen durch eine Schleife
zus ammengehaltenen Lorbeerkranzes
folgende Inschrift auf: Erste Deutsche
Volksversammlung Frankfurt a. M.
am 18. Mai 1848? Die Rückseite zeigt
in ihrer unteren Hälfte ein Wappen
bild mit dem Doppeladler, das auf
wolkigem oder welligem Hintergrunde
ruht.
Feuer - Signale.
PkMsylV und
. Engkff'sOpenuHaus
; East und 9tt Vor?
1 Noble und Michigan
R. Jersch u. 3Jlafl Av
i Pine und Storch
I Market und Pin
l Vermont nahe Gast
. No. 8 Spritzenhaus
Naff Ave nabe Nble
Dnawar und Walnut
4 Jersey ullentralA.
5 Watt, und CarneP Av
s Äsh m.d 11. StraHe
.' 4?ark Älve und 12 Str
Eoli'mbia undHillsid,
3 High land Ave u. Pratt
:i Jllinoi und St. Jo
3 Pennsvlv. und Pratt
M Meridian und 11. Str
:6 5 Sprieenhaus 15.
nahe JllinoiS
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:7 JllinoiS undVKchigan
Bksylvania und lt.
;9 Senate Ave. und IS.
No. l Spritzenhaus
Jno SvenaheMichiga
L Meridian und Walnnt
California u Vermont
6 Blak: und New Kork
Ind. Av. u. St. lair
.7 Eity Hospital
s Biake und Norch
-9 Michigan und Lgnes
.X o. 6 Sprihendaus
Sashington nah We
I SZendorf u Stafc
il Missouri New Aork
& Meridian u Wafh
,s JlknoiS und Ohio
9 Eapitol Ad. u Wash
W tngan'S Porchau
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W. WaFhingtonStt
o. 10 Spritzenbau
JllinoiS u Merrill
il Illinois u Louisiana
i West und South
4 West und RcTarty
5 Senate Ab., u Henrtz
97 Meridian und Ray
No. s Spritzenhaus
Radison v. u Morris
adison v. u Dunlop
Ro Haken Leiterhaus
South nahe Delawan
Penn, u Merrill
u Ttlaware u. WcSartH
3C Mast und 9to6cxt9
New Jersey u.
7 Birg. Av. u radsha
Eaft und Prospekt
9 Btcking und High
n 9to. 11 Spritzenhaus
ir Ave. nahe Hur
f ast und Georgia
7 Tedar und El
74 Davidson u Georqia
n English Av. Pin
7 Sheldy und Bates
'? No, 3 Spritzenhaus
Prospect nahe Shelbh
19 Jletcher Av. u helby
ZI Market u. New Zerjeh
Delaware und Mach.
93 91 u Washington
New Zu. David
Taubstummen Anstalt
er. Staaten Arsenal
Oriental und Wash.
i9 ivrauen-Reformat.
n No. 13 Spntenhaus
Msrvland nah Mer.
3 Meridian u. Heorqia.
n Meridian und South
M Pennsvlv u. Louisiana
ib Biraini Ave u. Lllat.
:s Hauptquartier.
S7 Grand Hctel.
IS Capital Ave und 0his
No. 16 Spritzenhaus
16 und Ajb.
Zi Alabama und 18.
2 ftttol Av und 16,
2C Jandcs und 16.
27 Brookside und JupU
Eentral Ave und 17.
26 Delaware und 19.
Ll t isma und ll.
3 Bellesontawe und V.
34 . -je Av und X
5 Delawar und 15.
ZI Alabama und Nerty
Vf ?5?:ann und 19.
SL College Ave und 14.
3 Cornell Ave und 13.
il YaZtdes und 19.
.2 Highland Ave und 10.
tZ Tecumsch und 10.
45 New Jersey and SZ
4 Alöord und 17.
47 No. Spritzenhaus
Hiltside Ave und 1.
4S Cc liege Ave und ,
.i' Tcllege v und 27.
SS Part Ave und .
S5 LEu. W Bahnn. 2.
64 Namsey Ave und 19
66 Stoughton u Newman
67 StlaS und Pike.
68 Blodd und Paiopaw.
65 No. 21 Sprttzerchsus
Brightwoov
Mi A7dcn und Lepot
3 Brightwood und 2S,
4 Rural und Bloyd
66 St. Clair u. evston
f Arsenal Km unh j.
SS tllefsntaine unt :
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112 Kapital I und IT.
13 Pennsylv. u. Rtttzip
214 Illinois und 20.
215 Senat Ave und 21.
21 Pennsvlvama und 2
217 Meridian und l.
218 Capital Ave und 2.
219 Broadway und 10.
21 JllinoiS und McLes
134 No. 14 Spritzenhaus
Kenwood und 30,
235 JllinoiS und 33
6 Annetta und 30.
237 No. 9. Lpritzenha
Ndell und Raser
233 Udetl Ladver Vor
239 Jsabel und 27.
241 Meridian und 24
242 JllinoiS u St. te,
243 Eldridae und 23
812 West uud Walnut
313 West und 12.
314 Howard und 1.
515 Toi-bet und Paca
816 Capital Ave und ZK
817 Nortbweftan Ave M
818 Gent und IS.
819 Canal und 10.
3! Serealine orks
324 Lermont und Lvna
825 Bima,surandVA
S2S No. 20 Svtzenhaus
Haughville.
L27 Michigan u. Helmes,
S2S Michigan u. Koncord
41 West und McJntvn
41 Miffouri u. Marylan
4,13 Missouri und Ohio
415 Capital 6eorgt
416 Missouri sientiutvA.
417 Senate Av u. WasK.
421 P und E 5ddSus
W. Washinssw.
423 Jrren-Hospital.
424 Milch Ave u. I D
425 Wach nd Harr
426 No. 18 Eprchenhach
. Washinst
427 Oliver und Birch
428 Oliver und OSaood
426 Rordvke und Kon
421 Hab Ich Ave u. Morris
432 River Ave u. Steril
494 wer Av und Sa
436 Harding u. Big 4 Hfl
436 Harding und OHM
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014 Meridian und Morrg
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617 Morris und Dateta
616 Morris und Church
619 Capital McCar
21 Meridian nd Palm
623 Pine und Lord
624 Madisor. Ave u Lil,s,
62 Meridian und lt.!
627 Carlos und atz
628 Meridian und Art?
629 Meridian u. Rav'nond
51 Meridian u. M&arV
63s No. 17 SpritzendtAs
MorriS nahe West
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14 Esst und Beecher
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813 Market und Noble
814 Ohio u. Highland kl
816 Michigan u. HighlaM
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17 Ost . Clair und
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912 Illinois und Macht.
13 Illinois und
14 Pen. und
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Gpezial-Viznale.
rft 3 Schlag, zweiter Alarm,
Zwttten Schläge, dritter Alan,
Dritten 2 Schlage, viert Alarm,
i-s-i, Feuer aai und Schlauch aufgeroA.
i Schlag, Wasserdruck ab.
is Schlagt, 12 Uhr Mittags,
Die so bezeichneten Signale werden nur vo hur
tcht angegeben da an den httxtfcnbm
euzungen kein Alarmkösien sZHWWW fttfh
E i n Justizmord wurde in
Delaware um ein Haar verhindert. In
Greenbank sollte dieser Tage Charles
Thorn gehängt werden, weil er angeb-
lich vor achtzehn Jahren George D.
Farra von New Castle County ermor
det hate. Der Galgen war bereits
aufgeschlagen und der Todescandidat
hatte nur noch wenige Stunden zur
Verfügung Da traf Ashby G. Green,
ein Aufseher der Southern Bahn, an
Ort und Stelle ein. Er erkannte in
dem vermeintlichen Thorn einen gewis
sen John Williams, der zur Zeit der
That, im December 1897, in Pinners
Point, Va., beim Bahnbau geschafft
hatte und gar nicht in New Castle
County sein konnte. Gouverneur Lee
ordnete sofort eine Verschiebung der
Urtheilsvollstreckung bis zum 13. Oc
tober an. In der Zwischenzeit wird
Thorn den Versuch machen, einen
neuen Prozeß zu erlangen.
Stoechards

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