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Indiana tribüne. (Indianapolis, Ind.) 1878-1907, July 06, 1905, Image 5

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(Schluß.)
Kettner machte ehr Höchst verblüff
tes Gesicht über diese Erörterung.
BertHa aber ließ ihn nicht zum Nach-
denken kommen. Sie hielt ihm die
Hand hin und sagte mit vor Bewegung
zitternder Stimme: Max, das ent-
scheidende Wort zwischen uns ist noch
nicht gesprochen, aber wir fühlen wohl
Jedes, was das Andere ihm ist. Wir
gehören zusammen, das Schicksal selbst
hat uns für einander bestimmt.' Ich
weiß, daß Du mich liebst. Max. und
ich habe Dich schon, heimlich in Thrä
nen und in Sehnsucht geliebt, bevor ich
Dich noch gesehen hatte."
Kettner war völlig überrumpelt.
Mechanisch legte er seine Hand in die
der hübschen Blondine. Er befand sich
in einer Lage, der seine Geistesgegen-
wart nicht gewachsen war. Es schien
ihm unmöglich, ihr in's Gesicht zu
-sagen: Sie irren sich, ich liebe Sie
nicht trotz Ihres Geldes!"
Er konnte sie' nicht durch eine direkte
Abweisung auf's Schwersie verletzen;
deshalb schwieg er verwirrt. Er wollte
ihr morgen schreiben, dachte er.
Vertha Wiegand schien seine offen
bare Verwirrung für Zustimmung zu
halten, denn sie fuhr fort: ftun gib
Acht. Max, wir stehen mit dem Pro
zetz dicht vor der Entscheidung. Du
mußt die Abschrift von zwei oder drei
Depeschen zu bekommen suchen, da
mit wir erfahren, was meine Gegner
in Moskau vorhaben. Kannst Du
nicht vielleicht eine Depesche, welche in
der nächsten Woche, wenn Du Dienst
hast, eintrifft, dadurch, doppelt bekom
. men, daß Du nach Schluß der De-
vesche nack Moskau telegraphirst, der
Apparat sei in Unordnung gewesen,
und Du bätest, die Depesche noch ein
l mal aufzugeben? Der russische Kollege
wird ja sehr ungemüthlich werden,
aber es bleibt ihm dock schließlich nichts
übrig, als die Depesche noch einmal
abutelegraphiren. Den Streifen
bringst Du mir, Geliebter! Ich werde
ihn entziffern, und Du sollst den In
halt erfahren. Vielleicht ist es Dir
nicht ganz-angenehm, was Du thun
sollst; aber denke, es handelt sich um
un.':t Glück!"
öinen vorsichtigen Blick warf Vertha
auf Frau Kutow, die in ihrem Stuhl
eingenickt zu sein schien, dann legte sie
plötzlich ihren Arm um Kettners Hals
und küßte ihn leidenschaftlich.
..Seinem Gefühle folgend, sprang
'.Kettner schnell auf, der Stuhl erhielt
linn geräuschvollen Nuck, und Frau
Kutoiv erwacht '
Es ist schon spät, wir wollen nach
Hause gehen!" erklärte Vertha schnell
gefaßt, und man machte sich auf den
Weg nach dem Gasthofe. Unterwegs
reichte Kettner wie immer Vertha den
Arm, und der zärtliche Druck, den er
dabei fpürte. bewies ihm, daß die
hübsche Russin aufrichtig in ihn ver
lieht. l?ar.
' Es ist kein Mann gleichgiltig dagegen,
wenn ein Weib ihm eine leidenschaft
liche Neigung entgegenbringt, um so
.weniger, wenn dieses Weib hübsch und
auch noch reich ist. Jetzt, wo er unmit
telbar vor der Entscheidung stand, ge
rieth Keitner aber doch in den schwer
sten Zwiespalt mit sich selbst. Sollte
er diese gewaltsame Verlobung, bei der
er eine so passive Rolle gespielt hatte,
g:lten lassen, sie als ein Werk des
Schicksals hinnehmen, das ihm wohl
wollte? Die Aussicht auf Reichthum
war sehr verlockend, und er wäre wohl
erlegen. Aber da war noch die eigen
ihümliche Zumuthung der ehemaligen
Kollegin, welche klipp und klar von
ihm ein schweres Amtsvergehen ver
langte, das durch nichts zu entschul
digen war, selbst .wenn dadurch die In
triguen zweier Gauner, die sich un
rechtmäßig ein Vermögen aneignen
wollten, zu nichte gemacht würden.
Als Kettner an jenem Abend nach
Hause kam, war der Gedanke besonders
stark in ihm, wie viel ruhiger er früher
gelebt hatte, ehe er Vertha Wiegand
persönlich kannte, und was er darum
geben würde, wenn sie überhaupt nicht
nach Berlin gekommen wäre.
Am nächsten Morgen wurde Kettner
durch einen Brief überrascht, den er
von Vertha erhielt.
Mein Geliebter! Wir wollen vor
der Tante vorläufig unsere Verlobung
geheim halten. Sie mag davon er-
fahren, wenn wir die Vorbereitungen
zur Hochzeit treffen. Du hast jetzt die
ganze Woche Tagdienst, und wir haben
zu wenig von Dir. Ich gehe daher mit
meiner Tante nach Ostende und komme
erst wieder zurück, wenn Du Nacht
dienst hast. Dann können wir tags
über wenigstens zusammen sein."
Dieses Schreiben war Kettner höchst
angenehm. Es gab ihm Gelegenheit,
einige Tage allein zu sein und über
q selbst und seine Verhaltnisse nach
zudenken. Inzwischen mußte er zu
einem endgiltigen Entschlüsse kommen.
In den nächsten Tagen war er so
schweigsam und nachdenklich, daß es
allen seinen Kollegen auffiel. Es
sprach eben doch sehr viel für eine Hei
rath mit Vertha Wiegand. Kettner
hatte eine alte Mutter und eine unver
sorate Schwester in der Provinz. Wenn
er reiÄ keirathete, konnte tx seinem
Mütterchen einen angenehmen Lebens-
abend bereiten und seine Schwester
vielleicht gut versorgen, während er
selbst seine Stellung aufgeben und als
reicher Mann ganz nach Wunsch und
Neigung leben würde. Und dabei war
diese Bertha . Wiegand ein hübsches
Weib, sie liebte ihn. was wollte er denn
eigentlich noch mehr? War er nicht ein
Narr, noch zu schwanken? Die Ver
lobung war allerdings etwas sonder-
bar zu Stande gekommen; - aber das
bedingten eben die Umstände. Auch
die Bekanntschaft hatte ja höchst son-
derbar per Draht angefangen, und
schließlich war eben Bertha Wiegand
eine Russin von der modernen, eman-
zipirten Richtung, die anders dachte,
als man dies im philiströsen Deutsch
land ' von einem jungen Mädchen ge
wöhnt ist.
Aber wenn Kettner dann wieder
daran dachte, was ihm Vertha zuge
dacht hatte, nämlich den Bruch des
Amtsgeheimnisses, dann wurde er ganz
wild. Gerade sie als ehemalige Kolle
gin mußte doch wissen, daß ein ehr
licher Mann das nicht thun dürfe,
selbst wenn es sich um Hunderttausende
handelt. Freilich, Frauen haben oft
höchst sonderbare Begriffe von Ge-
setzen, sie legen sie sich gewöhnlich nach
Gutdünken und zum eigenen Vortheil
aus.
MS die Zeit ihrem Ende nahte,
welche die Damen fllr ihre - Abwesen-
heit bestimmt hatten, war auch Kettner
mit seinem Entschluß fertig. Er wollte
Bertha Wiegand heirathen, obgleich er
sie nicht liebte. Auf den Bruch des
Amtsgeheimnisses aber wollte er sich
unter keinen Umständen einlassen.
An dem Tage, an welchem, Ketwer
wieder zum ersten Mal Nachtdienst
hatte, käm ein zärtlicher Brief aus Ost
ende, der ihm die Rückkunft der Damen
für den nächsten Morgen mittheilte.
Kettner sollte sie Vormittags auf dem
Bahnhofe abholen.
Kettner war überzeugt, daß gerade!
an diesem Abend schon eine der bewuß
ten Chiffredepeschen kommen würde.
Richtig! Um halb Zehn begann der
Apparat zu arbeiten und meldete:
.Moskau gibt Chiffredepesche. Ist
Herr' Keitner dort ?" -
Kettner antwortete: Hier Kettner,"
und die Antwort lautete zu seiner au
ßergewöhnlichen Bestürzung: . Hie?
Bertha Wiegand. Ich kann Ihnen
nur auf einen Moment guten Abend
sagen, lieber Herr Kollege, denn ich bin!
nur besuchZweise hier auf dem Amt.
Hoffentlich befinden Sie . sich wohl?"
Die Druckschrift auf dem Streifen,
der sich vor den Augen Kettners ab
rollte, begann vor ihm zu verschwim
men. Träumte er oder wachte er? Da '
am Apparat saß wieder Bertha Wie
gand wie vorher, sie, die ihm doch noch
soeben, aus Omnde einen .Brief ge-
schrieben hatte!
Aber nur einen Moment wahrte das
Erstaunen Kettners. . Dann telegra
phirte er zurück: Bitte dringend noch
am Apparat zu bleiben. Wie kommen
Sie nach Moskau, Fraulein Wiegand?
Sie waren doch gestern noch in Ost
ende." - - ' -
Bewahre, ich war noch nie in Ost
ende. Sie scherzen wohl wieder wie
früher." .i--,j-
Nem, ich scherze Nicht. Bis vor
Kurzem war länger als zwei Wochen
eine Dame hi:r in Berlin, welche sich
unter Ihrem Namen vorgestellt hat.
Ich zweifle ja nicht, daß Sie, Fraulein
Wiegand, jetzt am Apparat in Moskau
sind, denn ich habe Sie sofort am Tele
graphiren erkannt, wie erkläre ich mir
aber diese sonderbaren Umstände?"
Es kann unmöglich eine Dame dort
gewesen sein, die meinen Namen tragt.
Ich habe Rußland keinen Augenblick
verlassen." .
Ein Fräulein Vertha Wiegand hat
sich 'mir vorgestellt und sich auf unsere
Beziehungen ausdrücklich berufen. Sie
reist in Begleitung einer Frau Kutow,
ihrer Tante. Hätte ich eine Photogra
phie von Ihnen besessen, Fräulein,
dann wäre die Täuschung nicht möglich
gewesen. Aber weshalb und zu wel
chem Zweck ist die Täuschung erfolgt?"
3 ziehe Erkundigungen ein," lau
tete die Antwort, und "werde gegen
Morgen noch einmal an den Apparat
kommen, wenn der Kollege, der Nacht
dienst hat, so freundlich ist, mich mit
Ihnen sprechen zu-lassen. Aus Wieder
sehen also!"
Die Chiffredepesche wurde dann von
dem Telegraphisten in Moskau auf-
gegeben. Kettner hatte 'damit länger
als eine halbe Stunde zu thun. Dann
wurde die Depesche expedirt, und Kett
ner konnte sich damit beschäftigen, über
die mysteriöse Doppelgängerin des
jungen Mädchens in Moskau nachzu-
denken.
Ein geradezu freudiges Gefühl be
herrschte ihn, nämlich darüber, daß die
Bertha Wiegand, die er in Berlin ken
nen gelernt hatte, nicht die echte war.
Vielleicht entsprach die wirkliche Ber-
tha Wiegand doch dem Bilde,' das er
sich von ihr gemacht hatte. Was wollte
denn aber die Schwindlerin, die den
Namen Berthas angenommen und un
ter diesem sich ihm genähert hatte?
Auch dafür fand Kettner schließlich
eine Erklärung. Es handelte sich
sicherlich um einen Depeschendiebstahl,
denn zu einem solchen hatte ihn ja die
falsche Bertha Wiegand anzustiften
versucht. Wie kam die Schwindlerin
aber zu dem vielen Gelde, das. sie mit
vollen Händen ausgab?. Die Tante
Kutow kam Kettner letzt auch sehr ver
dächtig vor. Er hatte das Gefühl, diese
Dame, sei nur irgendwo -geborgt und
wahrscheinlich eme ganz fremde Per
Jndiana Tribüne,
son, die in gar keinen Verwandtschaft-
lichen Beziehungen zu der Schwindle-
rin stehe.
; Gegen vier Uhr Morgens klapperte
endlich der Apparat wieder, und schon
nach den ersten Worten erkannte Kett-
ner seine Kollegin.
Herr Kettner dort?" frade der Av-
parat, und als Kettner bejahte, telegra
phute Bertha: Ah im vor drei Wo
chen plötzlich nach Vetersbura verset
worden. Die Versetzung kam telegra
phisch und mit solcher Eile, daß ich
mich nicht mehr von Ihnen verabschie-
den konnte. Meine Tante hat mich be
gleitet, und in der Zwischenzeit ist sie
gestorben. Es bat fic& berausaestellt.
daß die alte Dame sehr vermögend
war, und ich bin ihre Erbin. Ich habe
den Dienst ausgegeben und bm nur
nach Moskau zurückgekehrt, um meine
rr 't Y i . i C iJt.
ANgeiegenye:ren zu oronen uno irncg
von Ihnen zu verabschieden. Wie
Dame, welche unter meinem Namen in
Berlin auftritt, ist wahrscheinlich eine
Frau Talitzin. Sie hat sich auch mir
in auffälliger Weise genähert und mir
ihre Freundschaft aufgedrängt. Was
sie von mir wollte, war ein Bruch des
Amtsgeheimnisses. Ich habe ihr im
.Scherze von meinen Beziehungen zu
Ihnen erzählt, und sie hat sich immer
für diese Angelegenheit außerordentlich
interessirt. Meine plötzliche Versetzung
hat sie sich zu Nutze gemacht, um in
Berlin meine Rolle zu spielen,- jeden-.
falls nicht zu lauteren Zwecken. ' Ich I
schreibe Ihnen sofort, einen aussuhr-
lichen Brief."
Damit war die Angelegenheit für
Kettner zwar noch nicht vollständig
aufgeklart, aoer er wußte , wenigstens
sicher: diese Frau Talitzin, die sich un-
ter dem Namen Bertha Wiegand ihm
vorgestellt hatte, war eine Schwindle-
rin, die sich zuerst an die wirkliche Ver
tha Wiegand herangemacht hatte und
nun ihn in's Garn zu locken gedachte.'
Und mit dieser Erkenntniß wußte er
auch gleichzeitig, was . er zu thun hatte.
Er ging in der Frühe nach Beendi-1
gung des Dienstes in den Gasthof. in
dem die Damen bisher loglrt hatten.
und fragte den Portier, ob die Damen
wieder Quartier bestellt hätten. Als
dieser bejahte, schrieb er im Lesezimmer
einen Brief, welcher lautete:
.Der Unterzeichnete wünscht mit
Frau Talitzin und deren Begleiterin
nichts mehr zu thun zu haben und
möchte den Damen rathen, Berlin so
chleumg wie möglich zu verlassen, da
ie wirkliche Bertha Wiegand soeben
hier eingetroffen ist."
Diesen Brief gab er dem Portier mit
der Bitte, ihn den Damen bei der An-
kunft sofort auszuhandigen. Dann
begab er sich nach Hause, um sich um-
zukleiden, und suchte gegen neun Uhr
bei dem Direktor des' Haupttelegra
phenbureaus eine Unterredung nach.
Als er dem Direktor von dem ge-
planten Depeschendiebstahl berichtete,
wurde dieser sehr ernst. Er erklärte,
er müsse schleunigst der Oberpostdirek
tion Meldung machen, diese werde be
stimmen, ob die Kriminalpolizei zu.be
nachrichtigen sei oder nicht. Kettner
möge sich in seiner Wohnung bereit
halten, um sofort zur Stelle zu sein,
wenn man ihn wegen einer Verney-
mutig brauche'.
Nachmittags aeaen zwei Uhr erhielt
Kettner durch die Rohrpost den Auf
trag, sich zum Bericht im Neichspost
amt einzufinden. Auf dem Wege da-
hin ging er zu dem Gasihofe, um nach
der angeblichen Vertha Wiegand zu
fragen. Er erfuhr vom Portier, datz
die Damen angekommen, aber unmit-
telbar nach Empfana seines Briefes
wieder abgereist seien.
Kettner siel eine große Last vom
Herzen.
Die bei den verschiedenen Staaten
beglaubigten Botschafter und Gesand
ten bedienen sich zur Beförderung von
wichtigen Nachrichten an ihre höchste
vorgesetzte Stelle in der Heimath ge
wöhnlich der Kuriere, die in regelmä
feigen Zwischenräumen bei ihnen ein-
treffen, um Nachrichten zu bringen und
solche mitzunehmen. Wenn es sich aber
um eilige Dinge handelt, dann kann
man nicht auf den Kurier warten, und
die Vertreter aller Nationen im Aus
lande machen dann oft sonderbare Ma
nipulationen, um ihre Nachrichten auf
Umwegen, aber sicher in die Hände
ihrer Regierung gelangen zu lassen.
Der französische Gesandte in Peters
bürg gab zum Beispiel seine Depeschen
nach Paris nicht in Petersburg auf,
weil er fürchtete, auch die Chiffrirung
könne vor einem Lesen der Depesche
nicht schützen. Er gab seine Nachnch
ten daher brieflich nach Moskau an
einen Agenten. Dieser telegraphirte
die Nachrichten chiffrirt an eine Deck
adresse in Berlin, und der Berliner
Agent erhielt die Depefche zu einer
Zeit, die ihm gestattete, sie in einen
Briefumschlag zu stecken und den Brief
noch zum Postwagen des nach Paris
gehenden Nachtzuges zu bringen.
Wer konnte in Moskau oder Berlin
ahnen, datz diese Chiffredepeschen Ge
heimnisse des französischen Gesandten
in Petersburg enthielten? Durch das
Telegraphiren sparte man für die sonst
brieflich beförderte Nachricht gegen 60
Stunden Zeit.
Die englische Regierung hatte von
diesem heimlichen Nachrichtenwesen des
französischen Gesandten in Vetersbura
Kenntniß erhalten. Es lag ihr in jener
Zeit ungeheuer viel daran, zu erfahren,
was der französische Gesandte aus Ve
tersburg nach Paris melde, und so
hatte sie eine'ihrer besten diplomatischen
I Spioninnen angewiesen, einige dieser
6. Juli 1905
Depeschen abzufangen, das heißt, Ko.
dien davon m besoraen. ftraii Tattdin
hatte sich zu diesem Zwecke erst in Mos-
kau an Vertha Wiegand herangemacht,
und. als diese plötzlich vom Apparat
fortkam, benukte sie ifi K?nntniN
betreffs der Verhältnisse Kettners in
Berlin, um dort den Versuch zu ma
chen, die Depeschen zu stehlen.
Jyr Anschlag war mißlungen, sie
ilbst aber war entkommen. imh hl
preußischen Behörden machten weiter
kein Aufseben von der Sack?. S'mfa
dem, bekam der französische Gesandte
in Vetersbura ' durck seine (nirnn
Wind davon und benutzte den bisheri
gen Nachrichtenweg über Moskau und
Berlin mcht weiter. Die Chissredepe-
lajen yorien ganz aus.
zuergevllcy wartete Kettner vier
Tage lang auf einen Brief von Bertha,
am. fünften Tage aber meldete ihm
Abends bei. dem Nachhausekommen die
Wirthin schmunzelnd, daß wieder eine
Dame aus ihn warte.
Und diesmal war es die echte Vertha
Wiegand, die selbst. gekommen war, um
die nothigen Aufklärungen zu geben.
Ja, daö war die echte 'Bertha, so wie
sie sich Kettner gedacht hatte: ein rei-
endes, bescheldenes Madchen, das
,ocherröthend ihre Hand in die seine
legte, als er sie so herzlich begrüßte, wie
man eben eine junge Dame begrüßt, die
man längst liebgewonnen hat. .
kehrte mcht wieder nach Ruß-
land zurück. Kettner ließ sie nicht mehr
von sich gehen, und sie blieb gerne.
.Von ihrer Doppelaanaerm hat man
nie wieder etwas vernommen.
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Cairo Szpreb täglich .S 15Vt
Vmcennes Accom, nur StgS..9 S5Nm
AukZ,
New sork Ltd tägl S. ...12 10V
Detroit & Toledo Exp tägl 7 5öNm
Fort Wayne Erp tägl 10 3 SV
Southveftern Ltd tgl ä 3.. ..11 25V
Anderson Expreß p 2 45N
St Louis Ltd tgl ä s 3 0051
Winona Fly r, p s IMm
American Expreß täglich .... S 45N.
BHck Union City Aceom. . . 8 I5m
Division.
American Expreß tgl 4 00V
St L, Ein & Col N Exp tgl d 4 2023 m
Ct. Louiö Expreß tägl s.... 7 15V
Mat'n & T Haute Aee ...10 35Am
NS K Boston Lim tägl a s. 2 4?Nu
St Louiö Accom. 5 35te
Washington Ezp, tägl p ds. 6 05Nm
Knickerbocker Sp tägl 6 6 455!
i Division.
EineinnatiAee ...10
Cinc u St 2 Ltd täg 10
Ehie & St Expreß tg d & ps 11
Louö Stöck Chicago Expreßll
White City Spezial tagl p.. 3
Indianapolis Äcc,ausg.StgS 6
Eine & LouiSd Najtekp tgl 11
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30v
65Vm
55V
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40N
50N
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Division.
Cinc Nachterpreß, tägl 3 8055
Kankakee Aeeom .....10 50V
Cine gasi Expreß tägl p 6.. 2 40RV
La Fadette Aeeom. 5 00N
Cine & Wash F L., tägl p 6 055k
Division.
30Bm Elkhart Expreß tZgl.
8vBm Benton Harbor Expreß p
l0Nm Winona Flyer p
50Nm Michigan Expreß.
Division westlich
15V Columbuö & vilne Exp tgl
2öVm Champaign Aeeom
öSVm N S & Ohio Speeial
10Rm Peoria Expreß täglich p b
Division östlich.
10 3333
2 45 N
..6 10Nm
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.10 85V
2 35&8
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Lhnn Aeeom 10 002
Cslumbuö Expreß tägl 11 363
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St Louiö Spezial tägl.... Z.45V
St Louiö Lim täglich s ä b.. 6 55?
Capital Expreß täglich sä... 7 0Z?J
Chic & t 2 Expreß tgl d s.12 ION
znoianapons eeom. 12 un
St Louiö Expr tägl d ä: ... 3 055?
Nimmt keine Passagiere tgl- 80Nu
noianapottS Acc, rag. 11 löxm
Division.
Southern Sxpr täglich 8 1555,
Chic & Lon Expr täglich p d 8 40a
Division.
Louiöv k Madlson Aee tägl 10 10?
Chie F 3 tägl ? d... 11 8032m
Louiöville u. Madison Aee.. ö 40?&
Louiöv & Pittöb F L täglich 5 35Ä
Madison Aceomm Sonntagö 9 158a
Lon & ChiF Expr. täglich, 11.85 Ne
lake Lrie & weftern R. R.
Abgang Ankunft
Indianapolis Expreß.... ..10 15V
Mail k Expreß .. 8 20N
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Ckilx Csr B Bafftt . D Dlfilaf 1 Cu

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