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Indiana tribüne. (Indianapolis, Ind.) 1878-1907, January 19, 1906, Image 3

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Jndiana Tibüne, 19. Januar 1906.
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Abrechnung
Gutes CinlicrnclMN unter
Briten annectiren Ashmore-Jnseln.' Französische Freibeuter. Geschwader
nach Venezuela.
Rußland.
Revolutionäre vor
Kriegsgerichte
gestellt.
St. Petersburg. 18. Jan.
WaZ die Revolutionäre von der Regie
runz zu erwarten haben, läßt sich da
am Besten ersehen, tso dieselbe den
Aufruh? niederschlug. Ueberall, wo
immer der Belagerungszustand erklärt
wurde, werden die gefangenen Revolu
tionäre vor Kriegsgerichte gestellt und
die Führer ohn: Weiteres erschossen.
Ter Redakteur deZ Soboba" (Frei
heit) ist zu 14 Jahren Zuchthaus der
donnert worden; auch wurde ihm ver
boten, Jahre hindurch eine Zeitung
herau'zuzeden, oder eine RedaktionS
stelle an einer zu bekleiden.
. Ten Redakteuren des Ruß" und
des Nasha ShiZn" steht ähnliches be.
'vor, 02 dieselben das Manifest deS Ar
beitZrathZ am 15. Dezember veröffent
lichten. Ihre Fälle werden bald zur
Verhandlung gelangen.
Redakteur des Novesti
verhaftet.
S t. P e t e r S b u r g, 18. Januar.
Herr Notowich, der Redakteur deS Ro
vesti und einer der prominentesten Ju
den im öffentlichen Leben hier, ist we
gen einer an die Union der Beamten
des Postamtes erlassenen Proklamation,
die er während deS letzten Streikes
publizirte, zu einer 14'tägigen Zucht
hausstrafe verurtheilt worden.
Die? wird seine Wahl zur National
Versammlung hindern, für die er ein
Kandidat ist.
Werden Maschinenge
schütze gebrauchen.
St. Petersburg, 13. Jan.
Tie Ruhe ist hier noch nicht gänzlich
wieder hergestellt. Die Arbeiter er
wählten nach der Verhaftung ihrer
Führer einen neuen Arbeiterrath. Am
22. Januar soll das Andenken an den
Rothen Sonntag" ; gefeiert werden.
Die meisten Arbeitgeber find gewillt,
diesen Tag freizugeben. Man hofft
de-halb, daß Unruhen nicht stattfinden
werden.
Tie Truppen haben Befehl erhalten,
irgend welche Demonstrationen, die die
Arbeiter am rothen Sonntag planen,
ohne irgendwie Enade walten zu las
sen, zu uuterdrücken und wenn nöthig
mit Mafchinengeschützen auf die Arbei
ter zu feuern, um sie so zu Paaren trei
den zu können.
Bedeutendes Bankge
schüft bankerott.
Riga. Livland. 18. Jan. In
folge de? gänzlichen DarnieberliegenS
deS Handels ging das bedeutende Bank
gefchäft Sodaafg, Woolsoon & Com
pany, welches mannigfaltige Beziehun
gen zum Auslande unterhielt, ban
kerott.
Sollen zur Schule.
Odessa. 13. Jan. Die Bevöl
kerunz dieser Stadt ist über die Ver
ordnung de- GeneralgouverneurZ ent
setzt, in der er ankündigt, daß die Zög
linge der Hochschulen ihre Studien wie
der am 25. Jan. aufnehmen müssen
und falls die; nicht geschehe, die Be
treffenden nach Sibirien in die Ver
bannung gesandt würden.
Eine diesen Nachmittag nach einem
Polizisten auf dem Alezander Prospect
geschleuderte Bombe tüdtete fünf Per
sonen.
Spanien.
Marokkanische Conferenz.
Algeciraö, 13. Januar. Die
marokkanische Confeaenz trat heute
Nachmittag wieder zusammen, doch war
die Sitzung mehr privater Natur.
Aus dem Gang der Verhandlungen
ließ sich bald ersehen, daß Spanien die
Initiative ergriff, um daS Problem der
Waffeneinfuhr in einer Frankreich und
Deutschland befriedigenden Weise zu
lösen. Bei der Sitzung wurden selbst
die Sekretäre nicht zugelassen.
Die Diplomaten sind über die That
sache beunruhigt, daß in AlgeciraS eine
Blatternepidemie herrscht. Der amer.
Admiral SigZbee, der dies in Glbral
tar erfuhr, hat deshalb den Mann
fchaften seiner Schwadron verboten an
Land zu gehen.
mit Rebellen.
den Marolko-Delegatcu.
Französische Freibeuter
besetzen Chica.
AlgeciraS. 16. Jan. Die
vorzüglichen Beziehungen, welche bis
jetzt zwischen Spanien und Frankreich
bestanden, haben sich plötzlich verschlech
tert. Daran ist das Verhalten der
französischen Regierung schuld, welche
nach englischem Vorbilde eine Jameson
Expedition ausgerüstet zu haben scheint.
Spanien befitzt verschiedene befestigte
Punkte an der marokkanischen Küste,
und die werthvollsten und stärksten find
Ceuta und Melilla. Plötzlich find
französische Truppen (?) in der Nähe
dieser befestigten spanischen Besitzungen
aufgetaucht und eine Bande abenteuer
lustiger Franzosen setzte sich in Chica,
ganz in der Nähe von Melilla, fest.
Die Position, welche die Bande inne
hat, ist commerciell und strategisch sehr
wichtig. Die französische Regierung
erklärte auf eine Beschwerde, daß sie
nicht die Verantwortlichkeit hierfür
übernehmen könne, da eS sich um Frei
beuter handle.
Um nun nicht die Unterstützung
Spaniens bei der Konferenz zu ver
lieren, hat Frankreich den Kreuzer
Island nach Melilla gesandt und Auf
trag gegeben, die Küste abzupatrouil
liren und die Freibeuter zu verjagen,
da dieselben sich nicht der Unterstützung
der französischen Regierung erfreuten.
Durch diese Erklärung wurde das Miß!
trauen, welches das Madrider Kabinet
hegte, wieder etwas beschwichtigt.
Deutschland protestirt
gegen Untersu ch u n g
seiner Schiffe.
Deutschland hat bereits, erklärt, daß
es sich energisch dagegen sträuben werde,
daß ausländische Kriegsschiffe an der
marokkanischen Küste deutsche Schiffe
anhatten und nach Waffen durchsuchen
würden. . Dies sei absolut nicht nöthig,
da die Einschmuggelung von Waffen
am besten durch Landpatrouillen ver '
hindert werden könne.
Der spanische Vorschlag enthält 3
Punkte, der 6. derselben verlangt, daß
da Frankreich und Spanien an Ma
rokko grenzendes Gebiet besitzen, ihnen
die Aufgabe zufallen sollte, ihre Gren
zen zu bewachen, damit keine Kontra
bände eingeführt werden könne.
Sobald der Artikel verlesen war,
erhob sich Graf Radowitz zu der Er
klärung, daß Deutschland dagegen
nichts einzuwenden habe.
Canada.
Briten annektirenJnfeln.
Victoria, B. C., 18. Jan. Der
Dampfer Moana", ver von Auftra
lien eintraf, meldet, daß Großbritanien
die Ashmore Inseln, die zwischen Ti
mon und König? Sund, Australien,
liegen, annektirt haben. Die Inseln
find anscheinend unbewohnt.
Frankreich.
Französische Regierung
'stellte ihm Püssezu.
Paris, 13. Januar. Herr Mar
dourget, der venezolanische Geschäfts,
träger hier, wurde heute von seiner
Austreibung von französischem Gebiete
benachrichtigt. Dies wurde ihm. von
Herrn Couvt, dem Chefsekretär deö
Premier Rouvier und von einem Spe
zialkommissär der Polizei, Herrn Hen
nion, mitgetheilt. Der venezolanische
Geschäftsträger fügte sich ohne Weiteres
der Entscheidung der Regierung. Er
wird in Begleitung des Specialkom
missärs der Polizei, der für seine Sl
cherheit verantwortlich ist, nach Lüttich,
Belgien, abreisen.
Frankreich schickt Schiffe
nach Venezuela.
Paris. 13. Januar. Was die
französische Regierung in der Vene
zuela.Affaire thun wird, ist noch nicht
bekannt gegeben. Jedenfalls wird eine
Flotten Demonstration unternommen
werden. ' Die Kreuzer Jean Bart und
Chasseloup.Laubat treffen Vordere!
tungen, das französische Geschwader,
welches sich jetzt in venezolanischen Ge
wassern befindet, zu vereinigen. Die
Schiffe gehen von Lorient, dem frau
zöfischen Hafen in der Bretagne ab. wo
sie gefechtsbereit gemacht werden.
Castro erklärte, daß der französische
Geschäftsträger Taigny nicht als der
Repräsentant Frankreichs, sondern ein
fach als französischer Bürger auSgewie
fen worden fei, wozu er das Recht habe.
Teutschland.
Bergarbeiter gegen So
z i a l i st t n.
Berlin, 18. Jan. Großes In
teresse erweckt eine Nachricht aus Essen,
laut welcher .dort ein nationaler B:rg
arbeiter.Verband gegründet worden ist.
der es sich zur Aufgaben machen will,
die nationale Gesinnung und den Wirth
fchaftlichen Frieden mii den Arbeitge-
bern zu fördern, sowie die Sozialisten
zu bekämpfen.
LucanuS tritt zurück. -GrafHohenthal'SNach
f o l g e r.
Berlin, 13. Jan. ES verlautet
aus guter Quelle, daß der Rücktritt des
Chefs deS Geheimen CivilkabinekS deS
Kaisers, Wirkl. Geheimraths Dr. v.
Lucanus, bevorsteht. LucanuS hatte
schon im letzten Mai anläßlich seines
Eintritts in das 75. Lebensjahr seinen
Abschied erbeten, aber der Kaiser schlug
das Gesuch ab. AlS sein eventueller
Nachfolger wird der ehemalige Berliner
Polizei-Präfiden v. Windheim, jetziger
Oberpräfident von HessenNassau, er
wähnt.
AlS Nachfolger des Grafen von Ha
henthal in der Stellung des außeror
dentlichen Gesandten . und devollmäch
tigten Ministers Sachsens in Berlin ist
der derzeitige Amtshauptmann inAnna,
berg, Graf Christoph Vitzthum von
Eckftädt auSerfehen. Wie bereits ge
meldet, wird ErafHohenthal demnächst
sächsischer Ministerpräsident an Stelle
deö Grafen von Metzsch, welcher zurück
tritt, sobald die Session des Landtags
ihr Ende erreicht hat.
S e e st e r n"-V erfasser jetzt
bekannt.
B e r l i n, 18. Jan. Nicht geringe
Ueberraschung hat die Nachricht hervor
gerufen, daß der Verfasser deS mehrer
wähnten politischen RomanS Seestern
1906", durch welchen für eine raschere
Verstärkung der deutschen Kriegsflotte
Stimmung gemacht werden soll, nicht
ein Marineoffizier ist, sondern Dr.
Ferdinand Grantoff, politischer Redak
teur der Leipziger Neuesten Nachrich.
ten."
Keine Kriegsgefahr.
Berlin, 13. Jan. Den anlüß
lich des Beginns der internationalen
Marokko-Konferenz wiederum auftau
chenden Gerüchten von drohenden krie
gerifchen Verwickelungen tritt die Köl-
nifche Zeitung" in einem offiziösen
Artikel entgegen. Nachdem das Blatt
konftatirt hat, daß Deutschland nach
wie vor entschlossen sei, seine Politik so
versöhnlich wie möglich fortzuführen.
und die Konferenz das beste Mittel sei,
um den Gesichtspunkt Frankreichs mit
demjenigen Deutschlands in Ueberein
stimmung zubringen, ohne eine der
Parteien zu verletzen, äußert eS sich
wörtlich wie folgt:
Der Fall wäre denkbar, daß eine
Großmacht selbst bei einem Streit um
ein geringwerthigeö Objekt zum Kriege
gedrängt werden könnte, wenn auf der
anderen Seite die Abficht bestände,
einen Konflikt zu erzwingen.
Eine solche Lage ist aber heute nicht
vorhanden. Deutschland'S Friedens
liebe steht zweifellos fest, und eS liegt
auch kein Grund vor, anderwärts die
Abficht, einen Krieg zu erzwingen, an
zunehmen. Die amtlichen Erklärungen
der betheiligten Staaten haben dies
bestätigt."
Verschwörung gegen
Peter?
Berlin, 18. Jan. Drunten in
Belgrad scheint der Rummel auch wie
der von Neuem laSzugehen. Wenig
stenS wird Über Budapest berichtet, daß
eine Verschwörung, ganz nach dem
Muster derjenigen, welcher König
Alexander und seine Draga zum Opfer
fielen, gegen König Peter I. entdeckt
worden ist. Hauptbetheiligte an dem
Komplott sollen auch dies Offiziere und
mehrere der Verschwörer festgenommen
worden sein.
Regierungkauft Kali
werk.
Berlin, 18. Jan. Der preußi
sche FiskuS hat soeben einen Kaufver
trag mit dem Kaliwerk Hercynia- bei
Wernigerode abgeschlossen. Der Kauf
preis betrögt dreißig Millionen Mark.
Die Aktien der .Hercynta" waren auf
Grund der Kaufgerüchte langsam bis
zu einem Werth von 23 Millionen
Mark an der Börse gestiegen.
Die Blätter hoffen, daß bei dieser
Transaktion die bei der Hibernia
Affaire begangenen Fehler vermieden
werden. Die Zustimmung deS preußi
fchen Landtags gilt als wahrscheinlich.
Der Gesammtantheil deS Fiskus an der
Kali.Produktion stiege damit auf zwölf
Prozent. ,
Großbritannien.
DieLandbevölkerungfür
die Liberalen.
L o n d o n. 18. ?kan. Die Blickte
aus den Landdistrikten, zeigen ebenfalls
ourcy dle Bank weitere Siege der Libe
ralen.
Panama.
D e m e n t i r t B i g e l o w'ö
Beschuldigung.
Panama, 18. Jan. Der Dezem.
ber.Bericht der Chef.GesundheitSBe
amten der Kanolzone meldet, daß die
GesundhheitSzustände dort gut seien.
Unter den weißen Angestellten find nur
wenige Krankheitsfälle, unter den Ne
gern jedoch viele zu vermelden. Die
jährliche Todesrate unter den Weißen
sei 8 per Tausend, unter den Negern
aber 42. , DaS komme daher, weil die
Neger die SanitätSvorschriften nicht
beachten.
Groszfeuer
Richtet 8300.000 Schaden an.
Q u i n e y. Jll., 18. Jan. Durch
ein gewaltiges Feuer, welches seinen
Ursprung in dem Leihstall von Fred.
H. Harnst hatte, wurden die immensen
Fabrikgebäude der I. B. Schoo Sad
lery Co. sowie die der Fabrik gegen
über liegende Stadthalle vollständig
zerstört und da? Gebäude der Aldo
Sommer Drug Co. stark beschädigt.
Verschiedene Personen wurden bei dem
Zusammenstürzen der Wände leicht
verletzt. Der Schaden beträgt über
$300,000.
Gefährliche Sympathie.
New York. 18. Januar. Die
Nachricht von der Verhaftung hon W.
English Walling von Chicago in St.
Petersburg traf hier ein.- Walling
ging nach dort, um die sociale Situa
tion daselbst zu studiren. Wegen seiner
zur Schau getragenen Sympathie mit
der revolutionären Partei wurde er
von den Behörden arretirt.
Ernennungen.
Washington. 18. Januar.
Der Senat bestätigte die folgenden Er
Nennungen zu Postmeistern in In
diana:
Jesse Parmenter, Wabash; Frederick
Schrader. BateZville; I. W. Graham,
Bloomfield; I. C. Gregg. Brazil;
I. N. Frist, Clinton; C. H. Reader,
Corydon; B. W. S. Wifeman, Cul
ver; E. E. Barnard, Delphi; ChaS.
M. Eifcnbeiß, Elkhart; Edward H.
BurnS, Frankfort; John G. Dunbar,
Greencasile; John W. Lough, Ladoga;
Lyman B. Hollemann, Mount Vernon;
B. L. McFarlan. Rushville; Wm. P.
Masters, Seymour; M. O. Protöman,
Vlbay; JameS Edwards, Mitchell;
Johu W. Baker. Columbia City; R.
B. Hanna, Fort Wayne; I. L. Dun
ning, Ligonier.
Washington, 18.Jan. Fol
gende Postmeister wuröen vom Präfi.
denten.für Jndiana ernannt:
A. L. Kuhlmann, Auburn;
Christoph Browaad. Kendallville;
Georg E. Burband. Oakland City;
Charles A. Rockwell, Cloverdale.
Echtffsnachrichten. '
New York: Majestic" von Liverpool;
La Savoie" nach Havre; Helli
golave" nach Christian.
Liverpool: Cedric" von New York.
Glasgow: Hibernian" von Portland
Beschaffung der Nist
Plätze vor dem Legen der
Gänse. Die Gänse suchen in der
Regel zur Anlage ihrer Nester versteckte
Plätzchen auf dem Hofe oder sogar in
dem Dickicht von Hecken und Strauch
werk. Da dieselben in der Regel schon
im Februar mit Legen beginnen, so
empfiehlt eZ sich, ihnen in ihren Stäl
lcn oder wo man sonst die Nester haben
möchte, solche Schlupfwinkel anzubnn
gen, etwa durch aufgestellte Reisig
oder Strohmatten, wodurch das' auf
.dem Boden zur Nestanlage ausgebrei
tete Stroh verdeckt und, der Legeraum
also etwas verdunkelt wird. Ist diese
Vorbereitung schon vor dem Legen der
Gänse getroffen, so ist einem Verschlep
pen der Eier meist vorgebeugt. Ersah
runzsnäßig werden von den Hühnern
und Tauben dunkle Platze zum Legen
und Brüten auch offenen vorgezogen.
12) o 1 f tu oas . Nationalspiel
Schottlands. Im Jahre 1457 vom
König verboten, wurde es erst in den
letzten Jahren wieder ein beliebtes
Volksspiel,, das sich schnell die ganze
Welt eroberte. '
Die SchasscrmahlM.
Wie man in Bremen alljäkzrlich den Begim,
d,r Echisssalrt feiert.
Alljährlich am zweiten Freitag des
VJtomt kcdruar wird im öcms
Seefahrt" zu Bremen, in dessen Räu
men alte, ausgediente oder invalide Ka
pttane oder ihre Wittwen eine ruhige
behaglicheUnterkunft finden. die Scka5
fermahlzeit abgehalten. Der Brauck
ist mehr als 300 Jahre alt. Wenr
der Winter sich dem Ende zuneigt mit
die Schifffahrt wieder beginnt so is
der Ursprung des Mahles setzen sick
Rheder und Kapitäne zum festlicher
schmause nieder, um gemeinsame An
gelegenheiten zu besprechen,, ehe sie Ab
schied voneinander nehmen.
Schaffer" sind die Herren, die dii
Mahlzeit ausrichten, drei Kaufleutc
und sechs Kapitäne. In langen Sitz
ungen werden vorher die Einzelheiter
festgesetzt, die Weine geprobt, die Ci-
garren ausqezucht. die Toaste vertbeil
und die Einladungen bestimmt. Aus
Bremen selbst können nur die Mitglie
der des Hauses Seefahrt iheilnchmcn
von auswärts aber werden zahlreicbk
Gaste gebeten, die sich um die -Schift
fahrt verdient gemacht haben. Mini
ster und Admirale, Gelehrte und Kauf'
leute jedermann betrachtet die Ein-
ladung'zu dem freundschaftlichenMit
tagessen im Hause Seefahrt" als eine
Ehre, der v man mit Freuden folgt
Nirgends in -Deutschland ezistirt meh:
ein gleicher oder ähnlicher Brauch:
Hamburg hat eme verwandte Einrich
tung .vor langen Jahren abgeschafft;
das viel konservativere Bremen ist stol?
auf seine Schaffermahlzeü.
Die Gäste versammeln sich in frühei
Nachmlttagsstünde m dem schonen al
ten Spruchzimmer, dessen Wände
mächtige Tafeln mit den Namen alter
Insassen und Mitglieder des Hauses
Seefahrt und ihren meist phantasievoll
zusammengestellten Wappensymboler
zieren. In das Stimmengewirr hin-
ein erklingt Plötzlich der dröhnende Rus
des ersten Vorstehers: Schaffen.
Schaffen, hoven und unnen. Schaffen!"
Das heißt: ..So, meine Herren, nun
geht's zu Tisch." In dem Speisesaal
sind lange Tafelü und eine Quertafe!
gedeckt: an der letzteren sitzen die Ehren
gäste, an der anderen immer ein Gasi
zwischen zwei Bremern. Weiße Karten
zeigen den Gästen ihre Plätze, rothe den
Bremer Kaufleuten, grüne den Kapitä
nen. Auf jedem Gedeck liegt eine Tasche
mit Cigarren, ein Liederbuch, ein Düt
chen aus Silberpapier für Salz und
ein solches aus Goldpapier für Pfeffer.
Unter der Serviette liegt ein großes
weißes Löschblatt, mit dem man sich
nach zedem Gang Messer und Gabel
reinigt, denn wohl werden die Teller.
aber mcht die Bestecke gewechselt.
Wenn alle Gäste sitzen, erhebt sich am
Kopfende des mittelsten Tisches der
kaufmännische Schaffer, rechts und
links flankirt von seinem Kapitäns-
kolleqen, und begrüßt die Anwesenden
Dann erhebt man die. Hände zum lecker
bereiteten Mahle. Schon wahrend der
Suppe gehen riesige Silberbecher mit
Seefahrtsbier, einem dicken, schwarzen,
süßem Gebräu 'reihum: je zwei gegen
übersitzende Herren stehen auf, ergreifen
die Pokale, kreuzen sie links und rechts,
stoßen an, trinken einander zu und rei
chen sie dann den Nachbarn. Wem aber
dies Seefahrtsbier, das nur für diesen
Tag bereitet wird, zu stark ist. der sin
det vortrefflichen Bordeaux und Rhein
wein, von jedem eine Sorte, aber in
unerschöpflichen Mengen.
Während des Mahles haben die
Schaffer 11 offizielle . Trinksprüche
auszubringen: Auf den Kaiser, auf
Bremen, Senat, Handelskammer.
Schifffahrt, Heer und Flotte, die Bor
steher und Oberalten, die Schaffer des
nächsten Jahres und letzte beste, unsere
lieben Gäste!" Dann folgen erst die
Danksagungen der Gäste. Nach der
Mahlzeit, bei der nur Männer zugegen
sein dürfen, finden sich die Damen der
Theilnehmer ein, und ein fröhlicher
Tanz beschließt das schöne Fest.
Die Schuldschein-Vox.
Das Spielen auf Kredit soll in den
Londoner Klubs, wo die Spielwuth
eine solche Höhe erreicht undm solche
Summen gespielt wird, daß mancher
junge Mann .den Klub Morgens dem
Bankrott nahe verließ, abgeschafft
werden. Und kein Geringerer als Kö
nig Eduard selbst, der in jungen Iah
ren dem Hazardspiel huldigte, ist es.
der hierzu die Initiative ergriffen hat.
Den ersten Schritt zu einer Reform
sieht man in der Abschaffung der söge
nannten Box." In diese Box warfen
Spieler Schuldscheine über ihren Ver
Inst, am Schlüsse jeder Woche wurde
dann abgerechnet. Man will dadurch
die Klubmitglieder zwingen, ihre
Spielschuld sofort zu bezahlen und
hofft, daß die Versuchung, auf Kredit
zu spielen, wegfAIt.
Giftschlangen .in Oe-sterreich-Ungarn.
Von der
Häufigkeit der Giftschlangen in 'den
südlichen Gebieten Oesterrejch-Ungarns
gibt em Bericht über die Summen
Kenntniß, die für Vertilgung des Gift
zeugs gezahlt werden. In einem Zeit-
räum von acht Jahren sind n Tirol
nicht weniger als 5551. in Steiermark
in einem Jahre 6244 Giftschlangen ge
tödtet worden. Äuch in Trieft hat der
Stadtmagistrat tm Jahre 1904 einen
namhaften Betrag für Prämien bewil.
ligt und die Bevölkerung zur Mitwir
kung an der VerNlgung der Giftschlan
gen aufgefordert.
rtitfon fto ?omm fort? ne
MMVI VIV VlttVt VIVJ VJV
machten Anzug oder Ueber-
zieher wenn Sie solche auf Be.
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Züge zwischen Indianapolis und
Toledo und Detroit.
Züge zwischen Indianapolis und
Decatur, Illinois.
4 Züge zwischen Indianapolis und
Sprmgsield, Illinois.
Parlor Waggons an alle Tage! und Schlaf
lvaggon! an allen Nacht-Zügen.
Indianapolis Office :
Union Bahnhof und 8 Nord Illinois St.
N. P. Algeo, D. P. A.
Apfelsinen-Bowle. Man
reibt die Schale von einer qroen
Apfelsine auf Zucker ab, den man mit
einer Flasche Moselweins überaieß:
und einige Stunden stehen äßt; dann
schalt man fünf Apfelnnen und theilt
sie :n Scheiben, aus denen die Kerne
entfernt werden und deren inwendige
Schale man etwas ablöst, damit der
Saft ausfließt, überstreut sie mit
einem Pfund Zucker, gießt noch fünf
Flaschen Weißwein darüber, stellt die
Bowle auf Eis und fügt vor dem Auf
tragen eine Flasche Champagner hinzu.
Sch lesische M 0 h n k l ö ß e.
Zuerst wäscht man den Mohn mit kal-
tem Wasser ab, weicht ihn m kaltem
Wasser, schüttelt ihn zum Abtropfen
auf ein Sieb und reibt ihn in einem
Reibnapfe fein. Man darf nicht viel
Mohn auf einmal reiben, auch muß
er anfangs in trockenem Zustande ver-
rieben weröen, spater gibt man dann
und wann ein wenig warme Milch
dazu. Wenn der Mohn fein gerieben
ist. rührt man ihn mit Sahne oder
guter Milch, einigen feingestoßenen,
bitteren Mandeln. Zucker, Zimmt, einer
kleinen Prise Salz und etwas Rosen
oder Drangenblüthenwasser zu einem
lockeren Brei an. Dann schneidet man
Milchbrot oder Semmel, in fingerglied-
lange, langl'ch viereckige Stücke .oder
große Würfel, befeuchtet sie mit, Milch, '
überstreut sie mit etwas Zucker -und
läßt sie ein wenig aufweichen. Zuletzt
richtet man den Mohnbrei mit der
Semmel schichtweise auf einer Schüssel
cm uno streut dick Zucker und Zimmt
darüber.
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