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Indiana tribüne. (Indianapolis, Ind.) 1878-1907, March 15, 1906, Image 5

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Jndiana Tribüne, lS März l06
5
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i Gulcr Zath.
Von Wilhelm Hossschlld.
Lauft du dir je ein cig?n 5auZ
Und schmückst es reich und prächtig aus
Laß dir ein Eckchen, sei's and) klein,
TaZ richt' dir sinnig, einfach ein,
Tort zieh' dich still mit deinem Glück,
Mit deinem Schmerz cHitn zurück,
Kein Raum, mit Pracht und Glanz erbaut,
Wird dir so lieb, wird dir so traut.
stuf Dein josönfls.
SkiZk von Vulp!) v. Ua:vitz.
Tas war wieder ein reizender Abend
gewesen. Ehrenberg, der erste Geiger
vom Philharmonischen Orchester hatte
spanische Meisen von Sarasate gespielt,
Jarosky, der gerade auf einer Kon
zertreise ron London nach Petersburg
Berlin passirte, eine höchst brillante
Phantasie über Wagner vorgetragen
und zuin Schluß hatte Fräulein Dali
bor von der Großen Oper böhmische
Romanzen gesungen einfach faszini
rend. Dazu wundervolle große Hum
mern mit goldgelber Butter, eine Fasa
nenbrust und Sekt, sowie als Abschluß
ein Nubinglas Maraschino und eine
Importe Cuba libre.
Kein Wunder, daß die Gäste, welche
die rothbelegten Marmortreppen des
vornehmen Hauscs in der Boßstraße in
Berlin ' ' herabschritten, enthusiasmirt
waren.
Mann, Mann haben Sie den
Hummer gewürdigt? Dos war ja die
reine Mandel! Halten Sie mich nicht
für einen Courmet, Lieter, aber dieses-
mal ich kann nicht anders Graf!"
Graf Asterrode lächelte über die Be-
geisterung des dicken Kammerherrn, der
mit der elegant behandschuhten Rech
ten, den kleinen Finger abgespreizt, in
der Luft zierliche Kurven beschrieb.
Sie sind ein Schwärme:, Wolke
witz! Ein Schwärmer bewahre ein
Kenner müssen Sie sagen. Und als
solcher behaupte ich, in ganz Berlin
gibt es nicht wieder solchen Hummer,
solchen Fasan, solchen Sekt."
llnb die Hauptsache erwähnen Sie
gar nicht, eine solche Wirthin!"
Weil die über alles Lob erhaben
ist."
Graf Asterrode schwieg, und nahm
das Gespräch erst wieder auf, als die
Herren den Wilhelmsplatz passirten.
Sagen ie mal, verehrter Baron
aber eine Eewissensfrage!"
Natürlich in tiefster diplomati
scher Diskretion."
Wenn auch nicht diplomatisch. Wol
kewih, aber jedenfalls unier uns war
das Ihr Ernst, was Sie vorhin von
Frau v. Koserow sagten?"
Was sagte ich, Graf?"
Sie wäre über alles Lob erhaben."
Nun ja! das heißt natürlich mit
Beschränkungen; und, um es -genau zu
pränstren: in ihrer Eigenschaft als
Gastgeberin ist sie unübertrefflich. Sie
hat die besten Weine Berlins, jeder
Künstler hält es für einen Vorzug, bei
ihr zu konzertiren, sie besitzt vor allem
das Geheimniß, die passenden Leute
jedesmal einzuladen. Mal ist es ein
Hofzirkel, wie heute, mal ist es die
Literatur, mal die Kunst aber immer
eine geschlossene Gesellschaft, in der
man sich wohl und behaglich fühlt."
Ja, ja. das ist wahr."
Und dann diese famose Vielseitig
keit. Graf: in allen Sätteln gerecht.,
selbst eine Meisterin am Flügel, im
Zeremoniell bewandert." wie7 eine Her
zogin vor 1789, eine blendende Konver
. sation was wollen Sie mehr?" '
Hm allerdings "
Und wa die raü'mchk all'es'erlebt
.hat' kmtihrem Mann in Petersburg
gefeiert worden, in London zu dem
ganz intimen Zirkel zugelassen, an der
Riviera nachher als Koserow da
krank lag na ich sage nichts wei
ter. Aber das Bewundernswertheste
ist doch, daß sie sich nach dem Tode des
Mannes und bei jungen Jahren
denn sie ist höchstens achtundzwanzig
hier ein solches Haus schuf."
Wenn man Mittel hat, Wolke
witz" Ja. wenn. Graf! Aber sie hat
nichts. Oder vielmehr sie hat nur das
Nöthigste, und ich bin nicht ganz sicher,
ob der Sekt, den wir getrunken haben,
bezabl! ist." ,
Aber nein, Wolkewitz!"
Aber ja. Asterrode, das muß alles
mal der Mann glattmachen."
Welcher Mann?"
Ihr Mann natürlich. Graf. Denn
glauben Sie, die junge Frau wird ihr
ganzes Leben im Wittwenschleier zu
bringen? Sie' sucht solange, bis sie
einen faßt, der ihr nach jeder Hinsicht
zusagt."
Nun ja, es ist begreiflich, daß eine
Dame, die, wie sie, gewöhnt ist, auf
großem Fuß zu leben, nicht den ersten
besten armen Schlucker heirathen wird.
Mittel müssen schon da sein. Aber ich
meine, ihr Gesichtspunkt dürfte sckwer
lich allein der finanzielle sein. Im Ge
gentheil! Eine Frau von so tiefem Ge
muth, von so warmem, edlen Herzen
hat das natürliche Bestreben "
Zu lieben, wie?"
Ja gewiß, zu lieben! Und das
um so mehr, als ihr der erste Mann
niemals etwas war, etwas sein konn
te!" Das ist also das Resultat Jtsrer
Beobachtungen, Asterrode?-.
Meiner Beobachtungen und meiner
diskreten Aussprache!" .
Ah was!"
Ja, Wolkewitz. Ich attrappirte sie
einmal mit verweinten Augen und in
sehr weicher Stimmung eines Vor
mittags. Und da gab ein Wort das
andere, und da sagte sie mehr, als man
sonst einem Fremden zugesteht. Ich
saae bnen. Sie Lukullus und jFrnm
mervereyrer, unsere Freundin ist ein
Charakter, und was noch besser ist, ein
tiefes Gemüth."
Der Kammerherr wollte etwas erwi
dern, aber dann besann er sich und
schwieg. Auch Graf Asterrode mochte
keine Lust haben, das Gespräch fortzu
spinnen, und bald darauf trennten sich
die Herren. Der Graf ging heiteren
Angesichts nach dem 5tlub., Herr von
Wolkewitz aber verstimmt nach seiner
Wohnung. Er brummte den ganzen
Weg etwas in den dicken rothblonden
Schnurrbart und gestikulirte diesmal
mit geballter Faust, bis er daheim an
gelangt war.
Es war in der Mittagsstünde des
nächsten Tages und Eveline von Kose
row hatte soeben die umständliche Toi
leite beendet, als Graf Asterrode ge
meldet wurde. Zwei Minuten später
standen die beiden sich gegenüber, er,
der schlanke, hochgewachsene Kavalier,
über die Jugend hinaus, aber noch
immer ausgezeichnet konservirt. sie en
tre deux ages," raffinirt einfach geklei-
det und die vollendete Weltdame. Ter
Graf kam, um sich zu erkundigen, wie
die Freundin nach den aufregenden
Weisen Sarasate-Ehrenbergs geruht
habe, und ob sie demnächst den Hosball
durch ihre Gegenwart verschönen werde.
Verschönen, lieber Asterrode? Ach
Gott, da sind andere, die das wohl ver
mögen, aber nicht mehr eine alte Frau
wie ich. Für mich hat nur 'noch der
kleine Kreis Werth, den ich hin und
wieder in meiner Häuslichkeit um mich
versammle und in dem man ein wenig
musizirt. wie gestern Abend. Aber die
großen, rauschenden Bälle "
Liebste Freundin, nehmen Sie es
mir nicht übel; Sie renommiren. Sie
renommiren mit einem Alter, das Sie
nicht besitzen. Ihre Augen strafen Sie
Lüge jawohl! Wa sollen denn die
wirklich alten Damen sagen, wenn die
blühende Jugend stch in solche Phan-
tasmen einspinnt! Sie haben noch ein
volles Recht darauf, den Champagner
schäum des Lebens zu nippen ja,
sogar eine Pflicht. Wievielmehr müßte
ich dann an den Rückzug denken, der
vor zwanzig Jahren auf den Hofbällen
tanzte!"
Das ist ja eben das große Vorrecht
der 'Herren sie bleiben 'jung, wir
werden alt, wir Frauen. Uebrigens,
Asterrode, vor zwanzig fahren? Das
ist übertrieben, denn Sie sind noch nicht
über die Vierzig hinaus."
Doch schon eine ganze Weile. Enä
digste. Ein alter Knabe, der es sich gar
nicht mehr vorstellen kann, daß ein
Frauenauge ihn freundlich anblickt."
Pfui, Graf, Sie sind undankbar!
Sie werden umschwärmt, wie wenige.
Ja ja ich sehe das! Und
wenn es selbst nicht so wäre, genügt
Ihnen nicht die herzliche Freundschaft,
die Ihre Vertrauten, die auch ich Ihnen
entgegenbringe?"
Sie reichte ihm die Hand, die er
küßte und nicht mehr losließ. Freund
schaft glauben Sie daran? Zwi
schen Mann und Frau, meine ich?"
Ich weiß nicht, Graf aber wes
halb sollte nicht "
Nein, nein weil die Natur
weil es ganz ausgeschlossen weil ich
glücklich wäre, wenn diese Hand "
Guten Morgen, meine Gnädigste
guten Morgen, Graf!"
Graf Asterrode schnellte von der
Hand empor, auf die er sich niederge
beug: 'hatte -und Frau, von Koserow
warf einen Blick auf den Eintretenden,
scharf wie eine geschliffene Klinge; es
war der dicke Kammerherr.
Nun ja, selbstverständlich wenn
man der berühmtesten Leute der Rest
denz habhaft werden will, wo findet
man sie? 5!m Salon der geistvollsten
Dame Berlins, wobei ich niemand
nenne, auf niemand anspiele, aber aus
drücklich erkläre, daß diesesmal die An
wesenden nicht ausgeschlossen sind."
So ging die Suada des guten Ba
ron Wolkewitz, der niemand aufkom
men ließ, wenn er einmal zu reden an
gefangen hatte. Graf Asterrode und
Frau von Koserow hörten ihm einiger
maßen geärgert zu. bis er sich empfahl.
Graf Asterrode konnte nicht gut länger
bleiben, als der spater erschienene Kam
merherr, und schloß sich ihm an.
Adieu, verehrteste Frau, also über
morgen auf dem Hofball nicht wahr?
Adieu Adieu!".
Unten auf der Straße angekommen,
schob Herr von Wolkewitz seinen Arm
in den des Grafen.
Also zunächst gratulire ich, Graf!
Sie fragen, wozu? Das. sollen Sie so
fort hören: dazu, daß ich zur rechten
Zeit kam. Eine Minute später, und
Sie waren mit Haut und Haar verlo
ren." Aber wie? Ich bitte. Sie, Baron,
was soll das?"
Aber Mann Mann Mann!
Kann man mit Vierzig wirklich noch so
weltunklug sein? Gestern Abend, als
Sie die da oben, über den grünen Klee
lobten, da war ich still. Aber die ganze
Nacht hat es mich gedrückt: .Soll der
gute Kerl, der Asterrode. auf diese Si
rene Reinfallen?' Auf diese Frau.- die
bei Pontius und Pilatus borgt, und
sich ihren Zukünftigen nur unter dem
Gesichtswinkel: .money' aussucht. Die
von Herz und Gemüth so viel hat, wie
eine WachsNgur det zcastan namilc?
ar nischt. Blendwerk, sage ich Ihnen,
Blendwerk der Hölle." ,
-Aas sind schwere Vorwürfe, die
Sie da erheben. Baron. Wenn man
jemand verdächtigt, muß man es auch
beweisen können."
Auch das. wenn Sie wollen. Ueber
morgen, gelegentlich des Hofballs. Sie
haben nichts' zu thun, als die Achseln
zu zucken das andere ist meine Sache
wollen Sie? " Mann, theuerster
Freund bedenken Sie eine Ehe
ist kein Souper, das man ißt oder nicht
ißt es geht um's Lebensglück."
Ms ttut aber selbstverständ
lich nur, was billig und zulässig ist.
Aber, ich sage Ihnen, meinen Kopf 4
Setzen Sie nichts zum Pfand, Lieb
ster. Aber wenn Sie sich besiegt sehen
meinetwegen eine Flasche Sekt und
Hummer bei Dresse! denn etwas
Lohn und Strafe muß doch sein!"
0 0 0 00
Die Prachträume des Schlosses fun
kellen von Tausenden von Glühlampen,
deren Strahl in blitzenden Orden und
Brillanten sich vervielfältigte und aus
Seidenschleppen und Uniformen blen
dende Reflexe warf. Oben auf der
Gallerie erklangen die wiegenden
Rhythmen einer Menuette von Ra
meau, und nach ihren Tönen schritten
Gardeoffiziere und Hofdamen den
zierlichen alterthümlichen Tanz. An
den Pforten paradirte die Schloßgarde
im Tressenkleid, rothröckige Pagen
huschten durch die Menge und Adju-
tanten und Kammerherren machten
freie Bahn für den Umzug des Hofes.
In einer der Fensternischen auf einer
kleinen Estrade, von der man bequem
den Tanz überschauen konnte, hatte
Frau - v. Koserow Platz genommen.
umschwärmt von einigen ihrer Ge
treuen, denen es , Vergnügen machte, die
Spöttereien der schönen Frau anzu
hören. Auch Baron Wolkewitz, der heute bei
seiner Gebieterin, der Herzogin von
Stolzenfels - Goarshausen, keinen
Dienst hatte, lehnte in ihrer Nähe und
warf hin und wieder ein Wort in die
Unterhaltung.
Diese alte Menuette nun ja!
Tradihon! Aber ein fescher Wiener
Walzer das geht doch darüi-er. Was
meinen Sie, Herr von Landeseck?"
Der Garde-Ulan verneigte sich:
Vollkommen Ihrer Ansicht, gnädige
Frau."
Leider gibt es in Berlin nur wenige
Herren, die den Walzer in der rich
tigen Form tanzen, ich kenne eigentlich
nur zwei oder drei und einer davon ist
unser Freund Asterode. Apropos.
Asterrode wo mag er heute stecken?"
Ihm ist die, Lust zu tanzen ver
muthlich vergangen," bemerkte Baron
Wolkewitz mit leiser Ironie. Und
das wäre auch begreiflich jeder in
seiner Lage würde sich heute für Tanz
und Musik bedanken ",....
Was ist denn geschehen,' Baron?" ,,
Ach. . Sie wissen noch nicht? Die
Amsterdamer Handelsbank hat Ban
kerott gemacht, und unser Freund kann
froh sein, wenn er ein paar lumpige
Tausender aus der Masse heraus
schlägt. Ja! Der Millionär ist ge
Wesen! Soll sich schon nach einem Hof
pöstchen umsehen, um das liebe Leben
zu haben." '
So-so!"
Ja, übrigens, da kommt er schon
dort links von der Kapelle her er
winkt, er hat uns entdeckt markirt
den Unbefangenen armer Kerl!"
Graf Asterrode schob sich, mit Mühe
durch die fürchterliche Enge; endlich
hatte er den Stuhl der Baronin er
reicht: Guten Abend wie geht es. wie
steht es? Haben Gnädigste noch einen
Tanz für einen armen, alten Kerl zu
vergeben?"
-Frauv. Koserow zuckte die schönen,
vollen Schultern.
Wie leid es mir thut meine Karte
ist voll wie sagten Sie, Herr v. Lan-
deseck?" Und sie wandte sich dem
schönen Offizier zu, der mit ihrem
Fächer spielte.
Baron Wolkewitz sah fragend her
über. Graf Asterrode lächelte unbe
fangen: Dresse! war es ja wohl, alter
Freund, nicht wahr? Und ich danke
Ihnen!"
Ein Panzerschiff vor 300 Jahren.
Es herrscht die Annahme, die Ban
zerschiffe seien eine Erfindung der
Neuzeit. Thatsächlich aber hat ein
ähnliches Fahrzeug schon vor mehr als
300 Jahren eristirt und sich ebenso
vortrefflich gegen die Geschosse der da
maligen Zeit bewährt wie die stärksten
Panzer von heute. Das war die merk
würdige Kriegsgaleere - der Johanni
territter, welche mit einem Bleipanzer
versehen war. Dieses Fahrzeug wurde
im Jahre 1530 zu Nizza gebaut und
geh'ö.rte zu dem großen Geschwader,
welches Kaiser Karl V. gegen Tunis
sandte, um den vertriebenen Muley
Hassan wieder auf den Thron zu setzen.
Der berühmte Andreas Doria.befeh
ligte die Expedition, und Tunis ward
nach kurzer Belagerung im Sturm ge
nommen. Die Panzergaleere Santa
Anna" trug zu diesem Erfolge wesen?
lich bei. Sie führte sechs Enterbrücken,
viele Geschütze und eine Besatzung von
400 Mann. Der Bleipanzer.war mit
ehernen Bolzen an den Schifsswanden
befestigt, und ihm schreibt es der Chro
nist Bosio zu, daß das Schiff auö
allen Gefechten unbeschädigt hervor
ging. -
Die Zkoljkmllk)ttfltto.
Ihre immense Entwicklung in Penn
sylvonien seit 100 Jahren.
Sertragsablaus und drohender Ttrike-Nn
gekicureö Kapital-Tie erste Steinkohlen-ltöc?ung-Jak,rcsverdienste
der Kohle,
gräbcr-Hobe LönSereipreise.
Im Hinblick auf den Ende März d.
I. erfolgenden Ablauf des Vertrages
zwischen den Kohlengräbern und Gru
lenbesitzern er. Anthracitkohlenregion
in Pennsylvanien und die Möglichkeit
des Ausbruchs eines neuen gewaltigen
Kohlengräber-Strikes. dürfte ein Rück
blick auf die Geschichte des besagten
Kohlengebietes des Interesses nicht ent
rathen. Der Steinkohlenhandel im Osten der
Ver. Staaten begann im Jahre 1804
mit der Versendung von 2000 Tonnen
in Mauch Chunk. Pa. Der Vorrath
wurde auf dem Lehigh und Telaware
Niver mittelst Flößen und auf dem
Lande pn Wagen befördert. Das Iah
resprödukt für 1905 in der Anthracit
Region erreichte die kolossale Höhe von
61.000.000 Tonnen, während der Ge
winn an Weichkohlen gerade 100,000.
000 oder 3.0O0.000 Tonnen mehr als
im Jahre 1904 betrug. Mit einer ver-
hältnißmäßig geringen Kapitalsanlage
haben die Kohlenbarone sich im 'Laufe
der Jahre ein immenses Kapital von
$400,000,000 angeeignet, das jetzt in
der pennsylvanischcn Kohlcnindustrie
angelegt ist. Pennsylvaniens Kohlen
felder erstrecken sich über eine Fläche
von 15,500 Quadratmeilen, die in zwei
große Regionen, die Anthracit- und die
Weichkohlen-Region, . eingetheilt sind.
Die erstere erstreckt sich über 500 Quad
ratmeilen im östlichen Theile des Staa
tes und die letztere über 15.000 Quad
ratmeilcn in West-Pennsylvanien. Die
erste Ladung Weichkohlen wurde eben-
falls im Jahre 1804 versandt und
zwar über den Ohio River nach Colum-
bia, Pa.
Steinkohlen wurden zuerst'im Jahre
1710 von Weißen am Sharp Moun-
tain in Northampton County, Pa..
entdeckt. Der Werth der Steinkohle
war den Entdeckern wohl bekannt, die
im Jahre 1792 die Lehigh Coal Mining
Company gründeten und 1000 Acker
Land auszubeuten begannen. Aus die
ser Kompagnie ist die heutige Lehigh
Eoal:-&. Navigation Company mit
ihrem Betriebskavital von Z15.000.000
und ihren Kohlenlagern von 50.000,
000 Tonnen hervorgegangen. In ihren
Kohlenfeldcrn stürzte auch das erste
Bergwerk ein. Im Jahre 1807 wurde
aus Wyoming Valley die erste Ladung
Kohlm nach Maryland verschickt. Im
Jahri. .1904. wurden 62,595,614 Ton
nen Steinkohlen gewonnen, und 58,
037.447 Tonnen davon wurden ver
kauff. Für Betrieb der Gruben und
Heizung der" Wohnungen der Miners
werden pro Jahr etwa 4,000,000 Ton
nen Kohlen benöthigt. Im Jahre1904
wurden in der Kohlenindustrie durch
schnittlich 160.579 Leute beschäftigt,
denen an Löhnen die Gesammtsumme
von ! $26,065,400 ausgezahlt wurde.
Der .durchschnittliche Jahreslohn pro
Kopf betrug $574.28 oder $82.85 mehr
als im Vorjahre.
An Weichkohlen wurden aus der
pennsylvanischen Region im Jahre
1904 97,490.703 Tonnen verkauft,
deren durchschnittlicher Preis $1.01 pro
Tonne betrug. Die in den Weichkohlen
gruben beschäftigten Personen zählten
146,330. und sie erhielten an Löhnen
zusammen $16.135.195. Coke wurde
im Jahre 1904 im Werthe von $56.
000.000 fabrizirt.
Vor 100 Jahren arbeiteten die Berg
leute mit Picke und Schaufel 12 bis 14
Stunden pro Tag, um eine Tonne
Kohlen zu gewinnen. Heute arbeiten
sie mit Maschine neun Stunden pro
Tag, und fördern zwischen 10 und 20
Tonnen zu Tage. Noch vor wenigen
Jahren wurden die Kohlenländereien
von individuellen Grubenbesitzern kon
trollirt; nach und nach aber gehen sie
in den Besitz einer großen Eisenbahn
Kombination über, wie aus dem Ver
kauf der Gruben von Coxe Brothers in
Drifton an die Lehigh Valley Nailroad
Company, der ihnen am 31. Oktober
1905 $19.000.000 einbrachte, und dem
Ankauf von 2000 Ackern Kohlenlän
dern in dem Schuylkill County für
$5000 pro Acker seitens der Pennsyl
vania, Telaware & Hudson Railway
Company hervorgeht: Die gezahlten
Preise' sind die höchsten, die in diesem
Lände noch zu irgend einer Zeit für
mineralhaltige Ländereien bezahlt wor
den sind. Die Ver. Staaten liefern ein
Drittel des gesammten Köhlenproduk
tes der, Welt und der Staat Pennsyl
vanien liefert allein wieder die Hälfte
davon.
In dem- geqenwärtig drohenden
Streite sieht, wie bereits angedeutet,
ein 'Riesenkapital von $400.000.000
rund 150.000 Bergleuten gegenüber.
Der große Kohlenaräber-Strike vor
drei Jahren erschöpfte gänzlich den
Kohlenvorratb. und. seither waren die
Leute auch vollauf beschäftigt, da es
galt, in erster Linie den Markt zu ver
sorgen und in zweiter wieder Vorräthe
zu . sammeln. Zugeständnisse, deren
sich die Miners jetzt erfreuen mögen,
sind ihn nie freiwillig gemacht wor
den. Sie 'mußten sich dieselben stets
in gigantischen, SlrikeS von den Koh
lenbaronen erkämpfen.
6fZ
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vandalia ilne.
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Chicago Division.
Chicago Special, tglpb .. 11 3kVm Southern Expr täglich 3 158
Logansport Spezialzug, tägl 7 25Nrn Jndpls Mitternacht Sp täg 3 6 OONrn
8on &, Chi F Expr täglich 11 öONrn Lor iöv Spezialzug tägl pö 3 40R
Souikville Division.
Southern Expreß tägl .... 3 358m öouiöv d Madlscn Aee tägl 10 10??
Pittö & 2o& Ö & tägl 7 208m Chic F L täg! p d .11 308
mib Akc nur Sonnte... 7 308m Louiöville u. Madison Aee.. ö 40
öouiöv & Madison Aeeoa 8 208 LouiSv & Pittöb FS täglich 7 OON
ChieagoS: Leu FS täglich pd 8 5Sm Madison Aeeomm Sonntagö 8 '58
Madison Accom tägl... 3 55Nm Lon 6i Chig Expr. täglich, 11.20XSS
LouiöviLe Aceom tägl 7 ION
Tmcinnati, Hamilton 6c Dayton R. R.
Cincinnati Division.
Vbczang Av?z
Cwlinnatt eft täglich 4 22vm Cineimmti 8eftibuli täglich , 2 33 8
Fzfi Mail täglich 8 Oö8m Fast Mail täglich 3....... 6 3k8k.i
Cinc, Toledo, Det Exp p . . 10 408m Clnc ck Chic Exp taglich p.ll458ku
Ctnetrmatt & Dayt'n Expr p 3 OONrn Cimiunati 8e5 täglich d pH 25s!
Sin S: Dayton Lim tägl d ? 5 00?im Ein: & 3ndj ls Aceom p.. 7(5
Sin & Detroit Expreß täglich 6 30m Eine Spgfild & Dec Ex tg 10 45
Springfield (II l) Division.
Springsield Mail & Expreß 7 008m Ein. K Springfield Ex. s lügl. 4 008m
Chicago Expreß p 11 508m Decatur Accom 10358m
Decatur Accom 330Nm Cincinnati Cxpß p 2 50N
Cin.ckSpringfield Ex. tägl.ll (ONm Springsield Mail S: Expreß 4 50Nm .
tast Lrie & lveftern R. R.
Abgang . Nnkunft
Mail uud Expreß ......7 158m Indianapolis Expreß.. ....10 158
r D:t k M C Sx täglich.. li 80Nm Mail ic Expreß 3 20N
Chicago Expreß 6 505! Toledo Expreß.... v 40N
Chicago, Indianapolis & Couisöe Kt. ' (älonon Route.)
Abczkng Ankunft
Chle Night Expreß tägl... 2 438 Cincinnati Veft tägl ....... 412?-
Fa Mail täglich .. 7 008 Fast Nail tägti . 7 50?
Chi Expreß, xrnt Conapd..ll 508 Uottou Aee, . .,: 10 OCNo
räi Mch City 8e? dp.. 5 85N Cincinnati Veft täzlich dp. 4 52?..
Sftos Aee,... 4 OOtn i, ,
Oia ä O. üb (Qest) und Noagdsle.
(Obkags Lxp ..11 Cincinnsti Op??Zp.. ... L LO?Z
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