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Indiana tribüne. (Indianapolis, Ind.) 1878-1907, May 19, 1906, Image 4

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Jndtana Tribüne, IS. Mai lOOG.
Indiana Tribüne.
Qctanf aaeten von d tbt
Indianapolis, Ind.
gany O.THndin
, ,
Präsident.
VeschästSloeal:
tfo, 31 Süd Delaware Straße.
TELEPHONE 269.
Entered at the Post Office of Indi&n&polU as
sccond clt matter.
ES muß fein!
Nach der Ansicht deS Genral'Anwalt
ElliS von Ohio ist es ungesetzlich Bier
oder andere alkaholhaltige Getränke in
Quantitäten in solchen Townships oder
Ortschaften in denen Prohibition ge
setzlich eingeführt ist. in Quantitäten
an Privat'Familien zu versenden.
BiZ jetzt ist das Recht von Bewoh.
nern der trockenen Distrikte in Ohio
sich Flaschenbier inS Haus senden zu
lassen noch nie in Frage gestellt worden.
DaS Brannock DiftriktZ.OptionGe
fetz, welche nur Theile von Municl
pslitSten einschließt, giebt daS Recht
Flaschenbier in Quantitäten an Private
zu versenden, aber unter dem Beal'Ge
setz, welches sich auf TownfhipS oder
dem Beatty.Gefetz welches sich auf Mu
nizipalltäten bezieht ist dies nicht zuge
standen. Deshalb meint Herr ElliS,
ist eS ungesetzlich alkoholartige Getränke
in irgend einer Form oder Weise in
eine trockene- Stadt oder Township
zu senden wo es verbraucht werden soll.
Herr ElliS gab diese Entscheidung auf
Ersuchen einer Brauerei ab welche an
Privaie zuZverkausen wünschte.
Selbstverständlich kann sich dieses
Gesetz nur auf die im Staate Ohio
etablirten Brauereien beziehen, außer
halb deZ Staates gelegene Brauereien
können durch kein in Ohio angenom
rneneS Gesetz verhindert werden zwischen
staatlichen Handel zu treiben.
Die Hepburn Dolliver - Bill,
welche dem Kongreß vorlag und vom
Teutschen Eentralbund sa energisch be
kämpft wurde, hatte gerade den Zweck
die ProhibitionZlücke zu füllen, d. h.
eS wurdeZ der Versuch gemacht dadurch
zu verhindern, daß Bier aus anderen
Staaten! an solcke vrobibltionSbekan
fttne Ortschaften gelangt.
Jedenfalls zeigte die Lage in Ohio,
daß die Temperenzler in ihrem fana
tischen Eifer soweit gehen, daß sie ihrer
eigenen Sache den größten Schaden
thun. Allzuscharf macht schartig gilt
auch in diesem Falle. Die Temperenz
ler erweisen dem liberalen Bürgerthum
den denkbar größten Dienst indem sie
die Schlafmützen unter denselben aus
ihrer Lethargie aufrütteln und gegen
sich vereinen. Eine solche Vereinigung
maller liberalen Elemente muß kommen.
?Die riefige Temperenzwelle wird einge
Idämmt werden.
Die stetig neuen Nebergriffe der Tem
perenzler erschöpfen endlich selbst die
Geduld derer, welche bislang drei grade
fein ließen.
Ader eS wäre mehr als Thorheit mit
der Gegenorganisation der freiheitlich
denkenden Bürger zu warten bis die
ProhibS und Temperenzler so stark
hinter den von ihnen durchgepeitschten,
unvernünftigen Gesetzen verschanzt sind,
daß der Kampf gegen dieselben allzu
schwierig wird.
Die liberalen Bürger müssen ohne
Unterschied der Partekangehörigkeit sich
mit der Grundidee organisiren, daß ihr
Votum bei einer Wahl für diejenige
Partei ausschlaggebend ist, welche die
Forderungen der Liberalen zu erfüllen
sich verpflichtet.
Nur so kann daS fanatische Gesinde!
in die Pfanne gehauen werden.
Der liberale Bürger sollte eS sich zur
Pflicht machen alsbald mit den gleich
denkenden Bürgern seines PrecrnkteS
zusammen zujkommen und unabhängige
liberale PrecinktElubS gründen, welche
wiederum in Ward'ElubS vereint wer
eint werden.
Unkosten find mit einer derartigeu
Organisation nichtverknüpft oder wenn
noch üußerfi geringe. '
Von Indianapolis wird sich die Be
wegung mit Riesenschritten durch den
ganzen Staat verzweigen. Die deut
schen Zeitungen in den verschiedenen
Städten werden wie wir, ihr Möglich
sie? thun um die Bewegung zu fördern
nnd anglo amerikanische Zeitungen
werden sich ebenfalls anschließen.
Welcher Precinkt der Stadt wird die
Ehre zu erringen suchen, der erste zu
sein der einen .solchen unabh?.JgZgllbe
ralen Club gründet ?
Wenn einmal 'bet Anfang gemacht
ist, werden andere gleiche Organisation
nra wie Pilze aus der Erde schießen.
Zaudert nicht ihr liberal denkenden
Bürger, gibt Eure Macht den Finster,
lingen zu erkennen, zeigt Ihnen waS
des bedeutet, wenn der deutsche Michel
erwacht.
Daß die Krise, die den Weltsrie
den im letzten Jahre bedrohte, eine
äußerst ernste war, bestätigen die Worte
deS Kaisers bei seiner Begrüßung in
Metz aufs Neue. Ganz besonders er
freulich ist daher der Schluß seiner
Rede, in welcher er den Elsaß.Lothrin
gern Frieden garantirt eine Garan
tie des deutschen Kaisers hält gewöhn
lich gut.
Wie die liberale Bevölkerung der
amerikanischen Großstädte beständig
von den Angriffen des reaktionären
TemperenzelementeS bedroht ist, davon
hat auch die zweitgrößte Stadt von
Missouri, KansaS City, soeben wieder
einen deutlichen Beweis erhalten. Durch
den neugewählten Aldermann Dr.
Lapp wurde, wie von dort berichtet
wird, im dortigen Stadtrath eine Or
dinanz eingebracht, welche das Wieder
auferstehen der vermoderten Blue
LawS- und damit die Einführung des
puritanischen Sonntags in seiner gan
zen tyranischen Strenge für KansaS
City bezweckt. Alle Vergnügungen wir
Theater, Pferderennen, Baseballspiel,
Kegelschieben, Tanzen, Karrusselfah
ren u. s. w. sollen verboten und sämmt
liche Geschäfte, einschließlich der Bar
bierftuden, GrocerieS, Fleischladen etc.
geschlossen sein. Nur die Apotheken
und Milchftünde sollen ihr Geschäft be
treiben dürfen. Jede Uebertretung der
Ordinanz tft mit einer Geldstrafe von
5 bis $100 bedroht, lücklicher Weise
ging der Stadtrath auf diesen Unsinn
nicht ein, sondern verwies die Ordinanz
mit allen gegen zwei Stimmen an das
Komite für Feuerlöschwesen, wo sie
wohl in Vergessenheit gerathen wird.
(Westliche Post.)
Behörde für öffentliche Werke.
Angebote wurden empfangen:
Für Gradirung und KieSbeftreuung
des Fahrweges, Cement'Seitenwege,
Randstein und BacksteiN'Gossen in ler
35. Straße, von der Senate Avenue
bis zu der Illinois Straße: I. Harris
Roberts $1.89 verbundener Randstein,
$2.19 geschichteter Randstein; American
Conftruction Company $2.18; City
Conftruction Company $2.04 geschich
teter Randstein. $1.34 Cement Rand
stein; F. M. Lackey $2.29 geschichteter
Randstein, $2.19 verbundener Rand
stein; Meyerö & Cropper $2.39, A. L.
NeiSlee $2.27.
Für Backftewpssasterung des Fahr.
wegeS, Randstein und Gossen in der
Downey Avenue, von der Washington
Straße bis zu der University Avenue:
George W. McCray $3.39 geschichteter,
$3.07 verbundener Randstein; I. B.
JohnS & Co. $3.09; Indianapolis
Conftruction Co. $3.05 geschichteter,
$2.93 verbundener Randstein; Manly
O'Donnell Co. $3.03.
Für Abgrenzung deS Fahrweges
durch Randstein in der London Avenue,
von der 29. bis zur 30. Straße: I. D.
Horö 45 Cents; City Conftruction
Company 65 Cents, MeyerS & Crop.
per 78 Cents.
Für L okal'Konalisirung in der ersten
Alley westlich der Shelby Straße, von
dem Centrum der Sanders Straße bis
zu 40 Fuß östlich der Hunter Straße:
William Bosart $1.29; John JenklnS
$1.24; William YateS & Co. $1.251;
Thomas I. Markey & Co. $1 27; die
A. Bruner Co. $1.36; Sheehan Con
ftruction Company $1.26; Manly O'.
Donnell & Co. $1.14.
Für Gossen in der ersten Alley West
lich der Shelby Straße, von der San
derö StraßeZbiS zu 10 Fuß östlich der
Hunter Straße: John Jenkinö $1.24;
William Bosert $1.29.
Endgültige Angebote wurden gutge
heißen:
Für ttanalisirung in der vudubon
Road, von btx Beechwood Avenue bis
zu den Schienen der C. H. ck D. El
senbahn.
Für CementSeitenwege in der Ne
braZka Straße, von der State Avenue
bis zur zweiten Alley westlich der State
Straße. '
. Für GradZrung und Walzen deS
FahrwegeSZtin der Lawrence Avenue,
von der 23. bis zur 30. Straße.
Für ttanalisirung in der Alley süd.
lich der BateS.jlvon der Shelby Straße
bis zu einem Punkte 451 Fuß westlich.
Resolutionen wurden angenommen:
Für ASphaltlrung des FahrvegeS in
der 17. Straße, vonder Central Lve.
bis zur College Ave.
Für Aöphaltirung deS FahrwegeS,
BacksteiN'Gossen und Randstein in der
25. Straße, von der Meridian Straße
bis zur Pennsylvania Str.
Für Cement'Seitenwege u. Rand
stein in der 34. Straße, von der Jlli
nois Straße bis zu der Minnesota
Straße.
Für Gradirung des Fahrweges,
Randstein und gradlrte Seitenwege in
der Oxford Straße, von der 10. Str.
bis zur Nordland Ave.
Für Cement'Seitenwege in der Ox
ford Straße, von der 10. Straße bis
zur Nordland Ave.
Für Kondemnatlon und Aneignung
von Land für Erdauung eines Dammes
des Pleafant Run.
Polizeiliches.
Der Neger Edgar Peek, 1218
Fayette Straße, wurde gestern von den
Bahnpolizisten Smith und Sloan un
ter dem Verdacht des KleindiebftahlS
hinter Schloß und Riegel gebracht.
Peek soll aus einem Waggon in dem
Lagerplatz der Big Four Eisenbahn
Tabak entwendet haben.
Charles M a r t i n, 4 Jahre
alt, 30 Dubon Straße, wurde von den
Beamten Johnson unv Wheeler unter
dem Verdacht deS KieindiebstahlS hinter
das eiserne Gitter gebracht. Derselbe
soll einem Clarence Storkey 3 Hühner
entwendet haben. Auf einen Verhaft
befehl deS Letzteren wurde die Verhaf
tung vorgenommen.
D i e R a d l e r Morgan und AmS'
den nahmen gestern Abend Albert
Huddlefton, 519 Mass. Ave., unter
dem Verdacht deS KleindiebftahlS in
Haft.
Eine Villa aus Eis und Zchnee.
Skizze von 3JI flösset!.
Hoch oben im wildesten Theile von
Ostsibirien, den auch die Kriegsfurie
verschont hat, wohl zweihundert Werst
von Nerschinsk entfernt, ersteht all
jährlich zur Winterszeit eine wunder
same Villa. Ihre zierlich aus Qua
dern gefügten Wände sind durchsichtig
wie Glas, eine Menge von Erkern,
Altanen, Balkons und Loggien fiele
ben sie, auf der einen Seite strebt ein
achteckiger Thurm mit stolzen Zinnen
hoch in die Luft und von ihren Fun-
damenten gehen lange vielverzweigte
Galerien aus, die hier überdachte
Säulengänge bilden, dort sich zu Ro
tunden zusammenschließen, und an
anderen Stellen wieder in Einsiede
leien, chinesische Pavillons und grie
chische Tempelchen ausmünden. Zau
berhaft schön ist der Garten mit feinen
Alleen und Rasenplätzen, seinen lau
schigen Grotten. BoskettS und Pflan
zengruppen, seinen Wasserfällen, Seen
und Bächen, über die luftige Brückchen.
führen. Aber Garten und Villa sind
weiß und todtenstill. reglos sieht das
Laub der Bäume in der klaren Win
terluft, reglos steht der Schwan auf
dem Weiher und der Wolf, der eben
durch's Gebüsch J brechen scheint,
und nur wenn ein Vogel flügelschla
gend über Park und Villa streicht,
kommt Leben in das starre Bild, aber
gleich darauf liegt es schweigend und
weiß da.
Und doch nicht weiß. Die Sonne,
die große Täuschen, läßt es stunden
weise in allen Farben des Regenbö
gens erglänzen, sie taucht es in die
zartesten und glühendsten Tinten, die
an Pracht mit dem Gefieder des Eis
Papageis wetteifern, und zaubert Blu
men aus Rubinen. Saphiren und
Smaragden auf die verschnörkelten
Beete und Schnüre bunter Perlen um
die Rahmen von Fenster und Thüren.
Doch die bunten Farben sind eitel
Blendwerk; sowie die Sonne nach tut
zem Besuch auf der Erde ihre Strah-
len zurückzieht, heben Villa und Gar-
tcn sich wieder in reinem Weiß von der
bleigrauen Kuppel des sibirischen
Winterhimrnels ab. .
Eine Villa aus Schnee und Eis, er
baut von den Händen eines ehemali
gen Verschickten zur Freude des Töch
terchens seines Brotherrn!
Als Iwan W. dereinst mit dem gel
ben Carreau-Aß aus dem Rücken, dem
Zeichen der Mörder, nach Sibirien
kam, dachte er nicht, daß er dort lange
bleiben würde, denn obgleich er als
Mörder verurtheilt worden, durfte er
auf baldige Begnadigung hoffen. Es
sprach eben sehr vieles zu seiner Ent
schuldigung, und manche meinten so
gar. daß er direkt in Nothwehr gehan
delt hätte. Aber weiß Gott, wie es
zuging die erwartete Begnadigung
blieb aus, ein Jahr verging und wie-
der und wieder und wieder eins und
Iwan arbeitete immer noch zwangs
weise bei einem der freien Comman-
dos diesseits der Lena. Dabei der-
wilderte er, wurde menschenscheu und
energielos, so sehr, daß, als endlich
eine umfänglichere Amnestie erfolgte,
in der auch er einbegriffen war, " er
Kraft und Muth verloren hatte, in
sein heiliges Rußland zurückzukehren
und da anzuknüpfen, wo er vor Iah
ren abgebrochen hatte. Er nahm da?
Geld, welches er sich durch Fleiß und
aute Führung ttrdienj hatte, kaufte
dafür 'ein Paär hohe Faltenstiefel von
jener widerstandsfähigen Art, die ein
Menschenalter aushalten, einen Arm
jaik von Pelz, Pelzhandschuhe und
-Mütze, sowie eine feine Büchse mit
Munition und wanderte nach Nord
osten. Für fast ein Jahr lang ver
schlang ihnMütterchen Taiga', Nachts
schlief er in irgend einer Jurte, die
für die Taiga'wanderer erbaut war
und kochte sich dort das Wild, das er
geschossen, und am Tage wanderte er.
Wenn er einen Trupp Leute traf, die
schürfen gingen, so tauschte er von ih
nen gegen geschossene Vögel Brot und
Branntwein ein.
Am Ende aber wurde er doch dieses
einsamen, ruhelosen Lebens müde und
schloß sich heimkehrenden 'Bergleuten
an, deren Herr ihn bereitwillig in sei
nen Dienst nahm. Seltsamerweise je
doch konnte er sich mit den Kamera
den nicht verständigen, es war fast, als
ob er den Gebrauch der Sprache ver
lernt hatte; er gehörte zu den besten
Arbeitern, aber trotzdem er verhält
nißmäßig viel Geld verdiente, berei
tete er sich keinerlei Genuß davon. cm
dern lebte in seinem eigenhändig er
bauten Häuschen einsam wie der
Dachs in seinem Bau. Das einzige,
wofür er sich, abgesehen von seiner
Arbeit und seiner Pfeife, interessirte,
war das Töchterchen seines Prinzi
pals, das Kind mit seinen goldenen
Locken und dem Kleidchen aus chine
sischer Seide mußte ihm wohl wie eine
kleine Muttergottes erscheinen, denn er
widmete ihr eine förmlich anbetende
Verehrung und sann Tag und Nacht
darüber nach, was er ihr wohl zu
Liebe thun könnte. Dabei kam es ihm
zum Bewußtsein, daß er einstmals
eine Gewerbeschule besucht hatte, und
daß seine Lehrer sein Talent für
Schnitzereien und Formereien priesen.
Zu einer Ausstellung hatte er sogar
einmal den Moskauer Kreml aus
Kork geschnitzt. Kork hatte er hie:
nicht, aber Eis und Schnee gab's zur
Winterszeit in Ueberfluß, daraus lie
ßen sich prächtige Bauwerke auffüh
ren, wie er das auch früher gelegen!
lich von Eiöfesten oftmals gesehen. So
baute er denn zum Weihnachisfest für
die blonde Lena Alexejewna unter den
Taiga'kiefern, die hinter ihres Vaters
großem Hause anfingen und bis zum
Eismeer sich fortsetzten, eine glitzernde
Märchenvilla, umgeben von einem
Märchengarten. Alles war in ver
kleinertem Maßstabe gehalten, eben für
ein Kind berechnet, aber doch groß ge
nug. daß auch ein Erwachsener, wen
er seinen Nacken ein wenig beugte, in
der durch alle Stockwerke gehenden
Eingangshalle aufrecht stehen konnte.
Alljährlich erstand das traumhaft
schöne Haus im weißen schimmernden
Garten, und erst spät im Jahr, wenn
die Pfingstsonne es beschien, fingen
seine Mauern an allmählich zu schwin
den. Reichlich fünf Monate konnte
Lena Alexejewna drin spielen und als
kleine Königin in ihrem Reich Herr
schen. Das ist die Geschichte der Villa aus
Eis und Schnee im wildesten Theile
von Ostsibirien, wo nicht einmal die
Kriegsfurie sich hin verirrt, und Müt
terchen Taiga' ihre Kinder vor der
großen Welt da draußen beschützt und
behütet!
Veränderte Vornamen berühmter
Männer.
Schwerlich ist im Cantorhause des
ostpreußischen Städtchens Mohrungen
der in der Literatur als Gottfried
stehende Herder anders als Johann
oder Hans gerufen worden. Die Ana
logie läßt sich weiter fortsetzen, z. V.
ist Theodor Körner in dem Dresdner
Elternhause niemals Theodor ge-
nannt worden, sondern Carl, erst auf
den Büchern brauchte er beide Tauf-
namen, und zuletzt blieb der zweite.
Ludwig Devrients genialer Zech
freund am hiesigen Gendarmenmarkt,
der Novellist, Musiker und Caricatu-
renzeichner Kammergerichtsrath Hoff
mann, hieß Ernst Theodor Wilhelm
und ersetzte nur aus Schwärmerei für
Mozart den dritten jener Vornamen
durch Amadeus, der ihn fp'ater unter
den verschiedenen Hoffmännern unse
rer Literaturgeschichte gekennzeichnet
hat. Sein Nachfolger am Lutterschen
Stammtisch Heine hieß Harry, nach
einem Londoner Geschäftsfreund des
Vaters, und nannte sich auf seinen
ersten Büchern H. Heine. Die Volks-
stimme machte sofort 'Heinrich daraus
und der Dichter war praktisch genug,
das zu acceptiren. Gerade wie die
Neubrandenburger Bürgermeisters
tochter Clara Müller ihren ersten
Roman als C. Mühlbach erscheinen
ließ, ein Satzfehler machte L. Mühl
bach daraus, und die nachheize Frau
Professor Clara Mundt hat zeitlebens
als Schriftstellerin Luise Mühloach
geheißen.
Noch in unsere ältere Generaüon
aber ist Theodor Storm gefallen, der
eigentlich Hans Storm hieß, in der
Jugend nannte er sich nach seinem
Großvater mütterlicherseits, dem Hu
sumer .Schifssrheder Woldsen, Hans
Woldsen Storm und nahm den
Theodor erst an, da in dem Kirchdorf
Hohn unweit Rendsburg, nördlich der
Eider, als der Heimath seines 23a
ters, des Rechtsanwalts Storm, sehr
viele Hans Storm existirten. Von je
nem durch ihn mehrfach novellistisch
porträtirten Großvater Woldsen hatte
er das Erzählertalent geerbt. Dieser
ebenso reiche wie wohlthätige und da
bei humoristisch angelegte Mann war
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fcfouvix , t: .,,, 'fitf v at
GLiMrswNeN, Sonntag, den 2. mal
via. BIG FOUR ROXJODJB).
Terre Hute81.25 lqjimvfstnrt
Greeneastte 81.00 s ""Nksayrt
Spezialzug
Abfahrt von Indianapolis. ..7:30 Vm
Rückfahrt von Terre Haute.. . .7:00 Nm
in der ganzen Gegend als der größte
Geschichtenzähler und Aufschneider be
kannt. Um den Dichtern eine fürstliche Ve
gleitung zu widmen: der brandenbur
gische Große Kurfürst heißt bei den
auswärtigen Zeitgenossen zumeist
kurzweg Wilhelm, wurde aber in der
Familie Fritz gerufen. Sein großer
Urenkel König Friedrich II. empfing
in der Taufe die Namen Carl Fried
rich, und sein Hauptpathe war der
letzte Habsburgische Kaiser Carl VI.
In der Familie des Soldatenkönigs
hieß der überlebende älteste Sohn in
deß stets Fritz. König Friedrich Wil
Helm III. sollte laut Bischof Eylers
Denkwürdigkeiten als König eigentlich
Friedrich III. heißen, in der offiziellen
Bekanntgabe hieß er aber durch einen
Kanzlistenfchler Friedrich Wilhelm,
und der neue König in seiner Beschei
denheit billigte das mit dem Bemer
ken, es würde wohl schwer sein, nach
seinem Großoheim der dritte preußi
sche Friedrich zu sein.
Der geniale Prinz Louis Ferdi
nand, in KörnerS Gedichten von 1813
bei der Schilderung des Saalfelder
Schlachtentodes nur kurzweg Ferdi
nand geheißen, führte letzteren Namen
überhaupt gar nicht, sondern hieß
Friedrich Ludwig Christian und wur
de Ludwig gerufen. Da es damals
in der Dynastie mehrere Prinzen
Ludwig gab, wie den nächstjährigen
Bruder Friedrich Wilhelms III.. den
srüh verstorbenen Vater des Prinzen
Friedrich von Preußen und Gemahl
von Königin Luisens jüngerer Schwe
ster Friederike, gab man dem Sohn
von Friedrichs des Großen jüngstem
Bruder Ferdinand zur Unterscheidung
den letztbezeichneten Vornamen hinzu.
Die Gosbache? AIv ver
Goppingen hatte dieser Tage auch ei-
ne Verbrecherjagd, ähnlich derjenigen
auf den Mörder Hennig in Berlin.
Seit einiger Zeit hatte stch in jener
Gegend ein alter Verbrecher, der
Schlosser Reyher, in einem Heuhaufen
.häuslich niedergelassen", von wo aus
er seine nächtlichen Raubzüge unter
nahm. In allen im Umkreise liegen
den Ortschaften machte er die verwe
gensten Einbruchsdiebstähle, ohne daß
eS gelungen ' wäre, des Verbrechers
habhaft zu werden. Die ganze Um-
gegend war in größter Aufregung.
Endlich . hatte man die Heuhütte, in
der Reyher logirte, ausfindig ge-
macht; er war aber gerade ausgeflo-
gen. DeS Nachts war die Ausregung
in dem bekannten Bad Ditzenbach so
groß, daß die ganze Nacht hindurch
patrouillirt wurde und die Bewohner
die brennenden Lichter bereit stellten.
Endlich gelang dem zusammengezoge
nen Landjägerkorps, die Hütte, in der
sich Reyher gerade befand, zu umstel
len. Reyher durchbrach jedoch die
Kette, und da u auf die Halterufe
der Landjäger nicht stehen blieb, schoß
Landjäger 'Kreisel nach und verwun-
dete Reyher lebensgefährlich.' Die
Kugel durchschlug den rechten Ober
arm, drang in die Brust und blieb in.
der Lunge siZen. , ':
cy EauCi die BONANZA.
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Sm4-S jsl
-v vtuiMji;
Photograph
Lavrenceburg und ) $l5O
Aurora j Rundfahrt
Spezialzug
Abfahrt von Indianapolis. .7 Uhr Vm
Rückfahrt von Aurora , 7 Uhr Nm
DM!l!L!Ä:
Wechsel,
Kreditbriefe,
Postanweisungen,
auf alle Städte Europas.
Schiffsscheine
von und nach Europa.
An- und Verkauf auslandi-
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bfahrr von Juviaapli nm7L0Nhrorgenk.
Wsahrt von Linttnnek um 5.40 VLx Nachm.
O. JBLm 2 JCPm
Sonntag, 20. ZNai.
S2.00 Nuntkaw 82.V0
01.25 HsUtsn,
01.C0 Rushville und CormerSville.
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korseut : KktonrZahrt do Kineianati v -
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