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Indiana tribüne. (Indianapolis, Ind.) 1878-1907, July 30, 1906, Image 1

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Erscheint seden Nachmittag.
Jahrgang 29. Indianapolis, Ind., Montag, 3. Juli 1906. No. 288.
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Verwegener Naubüber
fa. Acht Räuber erbeuten über 8500.
Linden, Ind., 30. Juli. Meh
rere besaffnete und maZkirte Männer
überwältigten in der Nacht von Sonn
tag auf Montag den Nacht'Telegra
fehlsten Jeffe Williams auf dem hiesigen
Bahnhofe der MononLinie und bau
den ihn mit Stricken. Darauf bohr
ten sie ein Loch in den eisernen Geld
schrank und sprengten denselben mit
Dynamit auf. Nachdem sie die Summe
von $503.33 erbeutet hatten, flohen
die Räuber, ohne eine Spur zu hinter
lassen. Mehrere Detektivs machten sich
auf die Verfolgung derselben und der
hafteten auch drei Männer in benach
barten Ortschaften, aber eZ ift sehr
fraglich, ob eS die richtigen Leute sind.
Dieser Raubüberfall ift einer der der
roegensien, der jemals in diesem County
ausgeführt wurde. Der Telegraphist
Williams arbeitete an seinem Apparat,
als er plötzlich sagen hörte: Hände
hoch!- In seiner Uederraschung U
folgte er den Befehl und mehrere maS
kirte Männer banden ihn mit Stricken.
Nachdem die Räuber William? befohlen
hatten, sich ruhig zu verhalten, spreng
ten sie den Geldschrank mit zwei Dyna
mitpatronen auf. Durch die Explosion
wurden der Geldschrank und alle Möbel
im Bureau demolirt. Beim Verlassen
des Bahnhofes sagten die Kerle noch zu
dem Telegraphisten, daß er sich irr den
nächsten fünfzehn Minuten ganz still
verhalten solle, oder sein Lebenslicht
würde ihm ausgeblasen werden. An
dem Raubüberfalle betheiligten sich acht
Männer, welche alle mit Revolvern be
waffnet waren.
Junge macht zvei Selbstmord
versuche. Der von den BundeZbehörden der
haftete 16 Jahre alte John Smith
machte am Sonntag und in der Nacht
von Sonntag auf Montag im hiesigen
County-Gefängnisse zwei Versuche, sich
da? Leben zu nehmen. Während die
Gefangenen am Sonntag rastrt wur
den, gelang eS dem Jungen, ein Rasir
messer zu stehlen, aber bevor er sich ein
Leid zufügen konnte, wurde der Dieb,
stahl entdeckt und das Messer ihm fort,
genommen. In der darauffolgenden
Nacht wurde Smith an einem Seile
hängend, welches er sich aus den Bett
tüchern angefertigt hatte, in seiner
Zelle gefunden. Gefangenenaufseher
Edward Parker befreite ihn auS der
Schlinge. Obgleich der Junge schon
schwarz im Gesichte war, Hai die Hän
gerei ihm nichts geschadet. Smith ift
von den BundeZbehörden angeklagt,
bei der Beraubung der Poftanftalt in
Elkhart betheiligt gewesen zu sein.
Ein roher Patron.
Patrick Elancy, der an der Virginia
Avenue und Bradshaw Straße eine
Wirthschaft'betreibt, stellte sich gestern
Abend der Polizei, da er erfahren hatte.
daß ein Haftbefehl gegen ihn auöge
gellt war. Die Beschuldigung lautet
auf Mißhandlung eines kleinen Zel
tungSträgerS.
Der 11 Jahre alte Carl Hossmann
lieferte bei Clancy eine Sonntags
zeitung ab und kollektirte auch für die
selbe. Als er gestern Vormittag wieder
den fülligen Betrag elnkassiren wollte,
schlug ihm Clancy die Thür vor der
Nase zu.
Der kleine Kollektor wartete eine Zelt
lang vor oer Thür, und a!3 sich Nie
mand um ihn kümmerte, machte er sich
durch Klopfen bemerkbar. Plötzlich riß
Clancy die Thür auf, faßte den Jun
gen am Arm und versetzte ihm einige
kräftige Fußtritte. Der Kleine fiel zu
Boden, raffte sich jedoch schnell auf, um
weiteren Mißhandlungen zu entgehen.
und lief weinend nach Hause. Sein
Vater beantragte darauf den Erlaß
des Haftbefehls. Clancy wird sich
heute Morgen, vor dem Polizeirichter
zu verantworten haben.
Drei Pferde verbrannt.
Ein Mann verletzt.
Gegen 1 Uhr heute Morgen brach
in dem zum Hause No. 312 Wyoming
Straße gehörigen Stallgebäude aus
unbekannter Ursache Feuer auS, welches
das Gebäude vollständig einäscherte.
In dem Stall besanden sich 24
Pserde und leider ereignete sich bei dem
Herausbringen derselben ein bedauer
licher Unglücksfall; der Farbige Andrew
Scott wurde von einem Pferde geschla
gen und nicht unerheblich verhetzt. Drei
Pferde konnten den schnell um sich grei
senden Flammen nicht mehr entrissen
werden und erlitten den Feuertod.
Das Stallgedäude gehörte Herrn
Chas. C. Webb, dem vor einigen Ta
gen verstorbenen ehemaligen Negerscla
ven, der sich durch Energie und Ge
schüftSsinn zu Wohlhabenheit empor
schwang und dessen Beerdigung heute
Mittag stattfindet.
Der Schaden am niedergebrannten
Gebäude betrügt 8500. .
Verband Deutscher Vereine.
Heute Abend findet in der Halle des
Unabhängigen Turnvereins eine Ver
fammlung des Verbandes Deutscher
Vereine statt, in welcher die Abrech'
nung über die Feier des Deutschen Ta
geS zur Vorlage kommt.
ES wird erwartet, daß die Delegaten
zur StaatS'Convention sämmtlich an
wesend find, um anzugeben, ob sie an
der Convention theilnehnun können
oder nicht, damit die Vorbereitungen
für die Convention endgültig, getroffen
werden können.
Den Bestrebungen deS Verbandes
wird erfreulicher Welse in immer weite
ren Kreisen volles Verständniß entge.
gengebracht; so kommt auS EvanLville
die Nachricht, daß sich der dortige Ge,
sangverein Concordia- mit zwanzig
Mitgliedern dem StaatSverbande ange
schloffen hat und mit seinem Delegaten
auf der StaatSconoention vertreten
fein wird. Hoffentlich folgen in den
verbleibenden zwei Wochen noch recht
viele deutsche Vereine dem guten Bei
spiele.
Streit ans einem Straßenbahn-
vagen an der Oft Washing
ton Straße.
Der Wirth JameS Lee, 33 Jahre
alt, 993 Weft Washington Straße,
wurde gestern von den lGeheimpolizi
ften Hauser und Simon dingfest ge
macht, weil er sich an einem Konduk
teur eines Straßenbahn Wagens ve
griffen hatte. Der Kondukteur Edw.
Kinne war gestern auf der Fahrt nach
Wonderland" mit zwei Damen über
die Bezahlung des Fahrgeldes in Wort
Wechsel gerathen, in welchem sich Lee,
der ebenfalls ein Paffagier der Car
war, als galanter Ritter einmischte und
verpflichtet zu sein glaubte, den Damen
Beistand zu leisten. Auf diese Weise
geriethen der Kondukteur und Lee in
Streit, in dessen Verlauf der Konduk.
teur dem Lee einen Revolver entriß.
Durch diese Begebenheit gerieth der
Verkehr auf der Oft Washington Str.
in Stockung, so daß bald drei Wag
gonS hintereinander standen. In dem
letzten Wagen saßen die Geheimpslkzi
sten Hauser und Simon und als diese
den VolkSauflauf sahen, stiegen sie aus
um nach der Ursache zu sehen, worauf
sich Lee zur Flucht wandte. Die Be
amten verfolgten ihn bis auf den Hof
räum der Home Brauerei, wo sie den
Flüchtling alsbald hinter einer Kiste
hervorzogen und nach Nummer Sicher
schafften.
Oefteneich'Ungarn.
Verdiente Ehrung.
Wien. 29. Juli. Hier wird er.
klärt, daß am Geburtstage des Kaisers
Franz Josef, dem 13. August, der
berühmte Schriftsteller Peter Rosegger
als Nachfolger des Dichters Ferdinand
von Saar ins ö?erreichische Herren
; hauS berufen werden soll. ' .
Polizeiliches.
FrankMany,30 Jahre alt,
1049 High Str. wohnhaft, prügelte
sich gestern mit einem gewissen Phillip
Unger auf der Straße herum, und
wurde prompt von dem Beamten Cald
well hinter Schloß und Riegel gebracht.
Bei der Untersuchung durch den Schlie
ßer wurde ein Rasirmesser an demselben
gefunden.
Valentin Stick, 21 Jahre
alt, 941 Prospect Stroße, machte sich
gestern gegen daS NicholsonGefetz straf
bar und wurde prompt von dem Be
amten Peak Scott eingesteckt.
Martin Dunningan, 46 Jahre alt.
MartinZville, Ind., wurde gestern un
ter dem Verdachte des KleindiebftahlS
von den Beamten Thatcher & MoS
grove hinter Schloß und Riegel ge
bracht. Dunnigan wurde beschuldigt
gestern in betrunkenem Zustande einem
Neger, dessen Namen nicht bekannt ist
einen Rock gestohlen zu haben. '
Walker Portwood, 28
Jahre alt,. 40 Nord Senate Ave. wurde
gestern der Thierquälerei beschuldigt
und von den Beamten Borne und
GilleSpie hinter das eiserne Gitter ge
schafft. Portwood soll in den Affen
käfig im Riverstde Park Streichhölzer
geworfen haben. Wie der Verhaftete
angiebt, soll eö nur aus Unvorsichtig
keit geschehen sein.
JohnMoore,33 Jahre alt,
3013 Weft Vermont Straße, wurde
gestern von den Beamten McCarty uud
Rademacher festgenommen und nach der
Polizeistation gebracht, weil er sich auf
der Straße herumprügelte und von
einer Waffe Gebrauch machen wollte.
G u S. Müllen, 32 Jahre alt.
916 Jndiana Ave., wollte gestern am
unrichtigen Platze Gebrauch von einem
Schießeisen machen, wurde aber von
den Beamten Glinn und Parker daran
verhindert und prompt verhastet.
Der Wirth Thomas Mason,
32 Jahre alt, 461 Weft 15. Straße,
wurde gestern eingelocht, weil er das
Nicholson Gesetz übertreten hatte.
DerJrlünder ThoS. Eallag
her. 53 Zahre alt, 520 Goodlett Ave.,
kam gestern in betrunkenem Zustande
nach Hause und störte durch rohe Re
denSarten die Ruhe der Nachbarn. Die
Polizei wurde gerufen, worauf der Be
amte Thatcher den Ruhestörer einsteckte.
D e r N e g e r Charles HayeS, 30
Jahre alt. 1427 Mill Straße, hatte
gestern mit seinem Raffegenoffen Wil
liam GalneS, 36 Jahre alt. 1225
Nord Miffouri Straße eine Schlägerei,
in deren Verlauf GalneS fein Messer
zog, um HayeS zu verletzten. Er kam
aber nicht dazu, weil die Beamtm Ad
mire und MoSby erschienen, den Streit
schlichteten und die Kampflustigen nach
der Pollzeiftation abführten.
Martin DiSlon, 33 Jahre
alt, 715 Warman Ave., kam gestern
mit einem Affen nach Haufe und fing
Händel mit feiner Ehehälfte an. Die
bedrängte Frau rief die Polizei zur
Hülfe, worauf der Wütherich von den
Beamten Scribner und Blankenfhip
nach dem Logierhause mit den eisernen
Gittern vor den Fenstern gebracht
wurde, wo er nun seinen Rausch aus
schlafen kann.
Differenzen in den Llnton Koh-
lenfeldern geschlichtet. v
In derGafiinau Halle zu Linton
wurden am! Freitag die in der Black
Creek und der Vandalia Grube No. 5
sbwaltenden Differenzen zu Ende ge
bracht, gerade wie dies schon TagS zu
vor in der New Summlt Grube ge
schehen war.
Die Grubenbesitzer haben, nachdem
sie sich mehrere Wochen dagegen ge
sperrt, endlich klein beigegeben und sich
schriftlich verpflichtet, dem Terre Hauter
Uebereinkommen nachzukommen, also
auf ihre Kosten jetzt allen vorhandenen
Kohlenschiefer zu entfernen und ibn
auch in Zukunft wegschaffen zu lagen.
In den genannten beiden Gruben mit
zusammen ungefähr 600 Mann wird
am Montag die Arbeit wieder aufge
nommen werden.
Allgemeiner Wetterbericht für
letzte Woche.
DaS Vereinigte Staaten Wetter
Bureau veröffentlichte für die am letz
en Montag abgelaufene Berichtswoche
olgenden allgemeinen Wetterbericht:
Abgesehen vom mittleren Missouri
Thale, wo die Nächte sehr kühl waren,
waren die TemperaturVerhältnisse in
den mittleren Distrikten östlich von den
Nocky MountainZ während der am 23.
Juli beendeten Woche sehr günstig.
Die Temperatur war mehr als nor
mal in den mittleren und westlichen
Golsftaaten, sowie im Mississippi.
Thale.
Nordost Missouri und einige Theile,
von Iowa, Illinois, Jndiana, sowie
die DakotaS, brauchen Regen, ander
weitig jedoch in den bedeutendsten land
wirthschaftlichen Staaten war die
Feuchtigkeit genügend. Schwere Re
gengüsse gingen in den mittleren und
westlichen GolfStaaten nordöstlich bis
zur unteren Seen-Gegend nieder, in
den mittleren und südlichen Atlanti
chen Staaten, sowie in SüdweftMis
ouri und Mittel.KansaS.
Starke Bewölktheit herrschte an der
atlantischen Küste und in den GolsDi
strikten, nach den Berichten bedürfen die
Golf'Staaten allgemein des Sonnen
cheinS.
Der schwere Regenfall in den südat
antischen und östlichen Golf'Staaten
war von schädigenden Lokal'Stürmen
begleitet. HagelStürme richteten er
heblichen Schaden in KansaS an. Die
allgemeinen WetterVerhältnisse an der
Pacificküfte waren günstig. Dagegen
herrschten in Mittel und NordCali
fornien, Weft.Jdaho und in dem öft
ichen Theile von Oregon und WiLcon.
sin sehr hohe Temperaturen.
5tee Jneorporationen.
EvanSville Hay Company", EvanS
ville; Kapital $5000. Direktoren: C.
C. Voung, A. M. HowSley und E.
Q. Lockyear.
BillmanMcBride Furniture Com
vany", Sullivan; Kapital $1U,UUU.
Direktoren: Edward A. Billman, Tho
mas P. McBride und Cuthbert I.
Sherman.
Old SettlerS of Randolph and Jay
CountieS. Ridgeville; Kapital $100.
Zweck: Abhaltung von ReunionS und
geselliges Vergnügen. Direktoren:
Edwin C. Hiatt. Admiral B. Wall
und William E. Ward.
Upiarid Commercial Club", Up
land; Kapital 510,000. Zweck: För
derung der Interessen von Upland,
Grant County. Direktoren: ASbury
H. Manuel, Jsalah M. Miller, Alvin
Dickerson, Hallon Brown, John L.
Fisherbuck, Homer S. Jeffrey, Peter
R. Sturgeon, John D. Bell und John
W. Stout.
The Indianapolis Real Eftate
Brokerage Co.", Indianapolis; Capi.
tal $10,000; Direktoren: Charles A.
Macauley, Arthur H. Rapp, Cora E.
S. Rapp und Anna C. Macauley.
Morgentottn Manufacturing Co.".
Morgantown; Capital $25,000. Direk
toren. L. G. Karft, Thomas Glbfon.
I. S. ttnight, F. I. McCurdy und
T. A. Lake.
The Acme Jack Co.", Bloomsteld;
Capital $10,000. Direktoren: Wil
liam S. Bogy, Frank W. Shryer,
David O. Johnson und Charles E.
Henderson.
Madison County Fair", Andersön;
Capital $10,000. Direktoren: C. W.
Hoover, Abraham Weftlow, William
Boland, R. H. Williams. I. F. Fa
dely, D. H. Durbln. C. tt. McCul-
lough. N. A. Jree und M. C. Norton.
.TbeVboenirffurnltureCo." Terre
Honte; Capital $400. Direktoren: C.
E. Scott, Harry Garrell und John S.
Jordan.
. , .
Der Beamte Ormlton nahm
gestern John L. Rose, 53 Jahre alt,
im Hazelton Hotel wohnhast, in Haft,
well er innerhalb der Stadtgrenze sei
nen Revolver abgefeuert hat. Rose
versuchte hinter dem Hotel einen Hund
zu erschießen.
Entsetzliches Bahn
Unglück. Drei Todte, zwanzig Verletzte.
Poughkeepsie, N. , 29.
Juli. Der Pacific Cxpreßzug der New
Vork Centralbahn verunglückte heute
Nacht gegen 11 Uhr bei Chelsea, elf
Meilen südlich von hier. Die L okomo
tive stürzte in einen Fluß. Neun Per
sonen sollen getödtet und eine große
Anzahl schwer verletzt worden sein.
Alle Aerzte von hier und ein Ret
tungözug find nach Chelsea gefahren.
Von New York trifft die Nachricht
ein, daß das Bahnunglück bei Chelsea
viel bedeutender ist, als anfänglich an
genommen wurde. Ein Spezialzug
mit Aerzten und RettungSapparaten
wird sobald als möglich nach der Stelle
des Unglück abfahren. Alle näheren Be
richte fehlen noch.
FiSkill Landing. N. Y., 29.
Juli. Der Zug verließ New York
heute Abend um 9.30 Uhr und fuhr
um 11.20 Uhr nahe New . Hamburg,
sieben Meilen nördlich von hier in den
Hudson River. Die Entgleisung wurde
durch ein Nachgeben deS BahnbetteS
verursacht; die Lokomotive und der Ge,
pückwagen rissen von dem übrigen
Theile deS ZugeS ab und fielen vom
Geleise in'S Wasser.
Der Lokomotivführer, der Heizer und
der Zugbedienftete im Gepäckwagen find
ertrunken. Wenigstens zwanzig Passa
giere find verletzt und wurden von den
mit einem HülfSzuge sofort nach der
UnglückSftelle abgesandten HülfSmann-
fchaften in ein hiesiges Hospital ge
schasst. Alle Aerzte von Poughkeepsie
und mehrere höhere EisenbahnBeamte
sind auf dem Wege nach hier.
F e u e r.
JnderRasirftubevon JameS
White, 1305 Nord Senate Ave., brach
gestern Mittag kurz nach 12 Uhr durch
eine GasolinExplosion ein Feuer aus,
dasselbe wurde jedoch sofort gelöscht,
bevor dasselbe einen Schaden anrichtete.
Uml Uhr wurde die Feuer
wehr nach dem Hause von Henry Led
salt, 1632 Gusfin Straße, gerufen, wo
durch eine Beschädigung im Schornstein
ein Feuer entstanden war. Nur ein
Schaden von $10 wurde verursacht.
Folgen ciucs italienischen Offizier
duclls. Die unselige Duellaffaire Ettorr:
Mattei, wo auch nach dem ersten, un
blutig verlaufenen Duell die beiden
Offiziere auf höheres Kommando in
ein zweites Duell mit tödtlichem Aus
gange hineingehetzt wurden, ruft ein
anderes für die italienischen Offiziers
Verhältnisse sehr bezeichnendes Duell
ins Gedächtniß. Im Jahre 1902 ent
spann sich in der Offiziersmesse zu
Maserada (Treviso) ein Zank zwischen
zwei Hauptleuten, die sich forderten.
Indessen sah der Beleidiger bei ruhiger
Stimmung sein Unrecht ein und bat
den beleidigten Kameraden um Ent
schuldigung. Hierauf wurde ein Frie
densprotokoll aufgesetzt und dem Ober-
sten vorgelegt, der es indessen nicht an
nehmen wollte. Aus höheren Befehl
wurde die Angelegenheit vielmehr von
neuem aufgerollt und neue Zeugen er
nannt, die so naiv waren, zur end
gültigen Schlichtung des Handels ein
Ehrengericht vorzuschlagen. Das war,
als wäre eine Bombe geplatzt. Denn
alsbald erschienen der . Brigade-, der
Divisions-, ja sogar der Armeekorps
kommandant in Maserada, um schreck-
liche Musterung zu halten. Die beiden
Hauptleute mußten zum Schein (! !)
von neuem Streit anfangen und sich
schlagen, wobei der eine natürlich
der Beleidigte an der Schulter ver
wundet wurde. SDamU war aber die
unglaubliche Geschichte noch nicht zu
Ende. Auf Befehl des Armeekorps
kommandanten und umerBilligung des
Kriegsministers (dies war damals Ge
neral Ottolenghi) ergingen folgende
Strafen. Der Ober i des Regiments
wurde zur Disposition gestellt, der be
leidigte Hauptmann, weil er die Ent
schuldigung seines Kameraden ange
nommen, suspendirt, der Beleidiger er
hielt einen Monat Arrest, die ersten
Zeugen erhielten je zwei Monate Fe
stung und eine schlechte Note, die zwei
ten Zeugen einen Monat Festung und
gleichfalls eine schlechte Note, endlich
I erhielten sämmtliche -in Maserada sie-
henden höheren Ossiziere einfachen Ar
rest, weil fie nicht darauf gedrungen,
daß der Ehrenhandel nach dem Offi
zierSvresti ausaetraaen wurde. ;
Sie Japaner im Älne fischen Qt
schüft.
AuS Kobe sendet der Sonderbe
richterstatter eines Londoner BlatteS
ein ausführliches Sündenregister über
japanische Bemühungen, das engli
sche, überhaupt das europäische Ge
schaft in China zu verdrängerl. .Ich
finde", schreibt er, .daß die e ja
panische Handelsgesellschaft dem eng
lischen Handel die schwersten Gefah
ren in den Weg legt, die er in diesen
Meeren noch zu bestehen gehabt hat.
Der Zeitpunkt der Eröffnung von
Dalny als Freihafen ist. trotz aller
Behauptungen des Gegentheils, noch
immer nicht festgesetzt, und die Ja
paner überschwemmen Tag für Tag
die Mandschurei mit großen Massen
Waaren, hauptsächlich auch Baum
Wollwaaren, die in Dalny zollfrei
eingehen. Herr Jamanohe. der Prä
fident der Osaka - Spinnereigesell
schaft, gesteht ein, daß seine Gesell
schaft dem Zoll von 16 Schilling den
Ballen für Baumwollzeug entgeht.
indem fie nach Dalny verschafft, wah
rend englische und amerikanische Häu
ser. die dort von der Einfuhr aus
geschlossen sind, in anderen Häfen
diesen Zoll erlegen müssen. Die japa
Nischen Fabriken arbeiten Tag und
Nacht, um der Nachfrage zu genügen,
während das britische Geschäft fast
lahm gelegt ist. Die japanischen Fa
brilen gewinnen außerdem einen gro
ßen Vorsprung, indem sie sich für die
Ausfuhr zusammenthun. Die Regie
rung unterstützt sie dabei und sichert
fie thatsächlich gegen Verlust.
Die Aussichten für die Schiffahrt
sind ebenfalls düster. Die Nippon
Fusen Kaischa eröffnet nicht nur nach
allen Richtungen neue Linien und
führt offenen Krieg gegen die briti
schen und deutschen Linien, sondern
geht auch mit dem Gedankm um,
durch einen .regelrechten Feldzug die
britische Schiffahrt vom gangtse zu
vertreiben. Herr Jwanaga. der lei
tende Direktor der japanischen Dam
pfergesellschast, erklärt eö als die
Pflicht und das Ziel seine? Gesell
schaft, der Anmaßung der europäi
fchen Dampferlinien zu steuern. Um
Japans Einfluß in diesem Dampfer
feldzug zu behaupten, hat die Gesell
schaft nicht nur offene Unterstütz-.
gen, sondern auch geheime Zuschüsse
von der Regierung empfangen. .Be
sondere Vorbereitungen sind ferner
im Gange, um den japanischen AuS
fuhrhandel nach Indien zu fördern,
wobei in vielen Richtungen direkter
Wettbewerb mit dem britischen Ge
schäft eröffnetird. Der im Oktober
in Kraft tretende neue Tarif ist
außerdem besonders darauf zuge
schnitten, den britischen Handel, be
sonders in Stahl, Eisen und Loko
Motiven, zu schädigen.
Die Japaner machen trotz der Un
Zuverlässigkeit und Geringwerthigkeit
ihrer Erzeugnisse wegen der niederen
Preise reißende Fortschritte. Zusam
menwirken, Regierungszuschüsse und
Schutzzoll helfen alle mit in derselben
Richtung. Die englischen Geschäfts
Häuser hier im Lande, die unter sich
uneinig sind und von der Regierung
keine Unterstützung genießen, müssen
es mit ansehen, wie ihnen ihre frühe
ren Märkte entrissen werden. Japan
erfreut sich gegenwärtig eines mäch
tigen Aufschwunges und Woblstan
des. Die Löhne steigen. Bes'chäfti
gungslose gibt es nicht, und der Vo
denwerth verdoppelt sich. Die hiesigen
chinesischen Vertreter setzen der Pekin
ger Regierung zu, in der Mandschu
rei und Mongolei die heimische Fabri
kation zu fördern und erklären, an
dernfalls müsse China beide Landge
biete als verloren betrachten. Die lei
tenden britischen Kaufleute aber er
klären voll Pessimismus, jede An
leihe, die heute' England der japani
schen Industrie gewähre, sei ungefähr
gleichbedeutend mit dem Geschenk
eines Messers, um dem britischen Ge-
schäfte die Gurgel durchzuschneiden."
Zum Schmieren der Näh
Maschine empfiehlt - sich feinstes
Oel mit einigen Tropfen Petroleum
oder yenzin vermischt. Wer seine
Maschine nur selten gebraucht, wende
nur Petroleum an, eS dient dazu, das
harzig gewordene Oel zu entfernen.
DS Maschine wird tücktia aedreht.
dann wieder eingepinselt, sorgfältig
abgewislt und dann geölt. Man be
nutzt am besten eine Gänsefeder oder
einen Pinsel.
Gine gute HauSsalve für
offene Wunden. Brandwunden etc.
kann man auf leichte Weise dadurch
herstellen, daß man auf einem Teller
ein Stückchen . Butter mit dem glei
chen Quantutr' 'Mehl rnittelst einer
Messerklinge gut durcheinander arLei
tet. die so erhaltene Salbe auf ein
Leinwandlappchen aufstreicht und aus
legt. Die Salbe muß in jedem fo
zelnen Falle frisch bnntN werd. ;.

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