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Der wanderer. [volume] (St. Paul, Minn.) 1867-1957, December 07, 1867, Image 1

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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Jahrgang!•
Herausgeber I. N. Schröder u. So.
SinWochtnblatt für fittlichesWirken un»Wissen.
Herausgegeben von
J.
Office:MinnesotaStraße zwischen der 3. u. 4'.®t.
St. Paul, Minnesota.
Der Wanderer erscheint jeden Samstag und
kostet in unbedingter Vorausbezahlung in den
Vereinigten Staaten:
Jährlich 1
Halbjährlich $
Jährlich fjWJ!
Halbjährlich
Kür drei Monate $ I'™
Eimelne Nummer
1U
Das Porto für den „Wanderet' in denVer
ciniaten Staaten beträgt 20 Cents per Jahr und
muß von dem Empfänger bei seiner Postoffice
vierteljährlich vorausbezahlt werden.
Man kann zu jeder Zeit auf den „Wanderer"
abonniren, indem die Jahrgange nach den stum
mem berechnet werden. 52 Nummern machen
einen Jahrgang.
SSs" Der Unterzeichnete ersucht die
Hochwürdige Geistlichkeit, gegenwärtige
Zeitung freundlichst zu empfehlen und
die Agentur Derselben zu übernehmen,
oder gefälligst einen Agenten dafür auf
stellen zu wollen.
Gütige Mittheilungen hierüber beliebe
man an die Erpeditiondes Blat
tes zu machen.
Hochachtungsvollst.
Rev. P. Clemens Staub, 0. S B.
Pastor in St. Paul.
UM- Alle Einsendungen, Korrespon
denzen, Mittheilungen, Geschäftsbriefe,
Bestellungen, Geldsendungen, Anzeigen
und dgl. wollen unter folgender Adresse
gemacht werden: I. N. Schröder u. Co.
Postbor 113 ©t. Paul, Minn.
Geldsendungen bittet man ge-
fälligst in Postanweisungen zu machen
Jeder Abonnent und Agent des
„Wanderer" ist freundlichst ersucht, bei
Geldsendungen oder Bestellungen, den
Namen der Post Office genau und deut
Itch anzugeben. Bei Wohnungsverän
derungen sollte die Post Office wo der
Leser ftüher das Blatt in Empfang
nahm, und die Post Office des jetzigen
Wohnortes, sowie das County und der
Staat ausdrücklich genannt werden.
Beschwerden über dm Richtempfang der
Zeitung, wolle man bei demjenigen
Postmeister oder Agenten machen, durch
welchen die Unterschreiber dieselbe zu
erhalten pflegen.?'
Ave Maria!
Kaum erwacht Aurora in den Lüsten
^ebt ein Glöcklein an im nahen Thurm
Daß es wiederhalle in den Klüften
Kühn es rnfet in dm Weltensturm
A v e a i a
Höher steht die Sonn' am Himmelbogen,
Wiederum der Glöckleins Sturme ruft,
Weithin durch des Thales grüne Wogen,
Daß er wiederhallet ut der Luft:
ßlvt Marie!
Pbend ist's—die Sonne hat vollendet—
Wiederum das Glöcklein leis erschallt
Glöcklein seinen Ruf weithin entsendet
Daß von Berg und ThaleS wiederhallt:
A v e a i a
Sieh auf jenem harten Binsenbette
Eines greisen Mannes Lebensrest?—
Bald gebrochen ist des Lebenskette—
Doch èr lispelt nnverwandt und fest:
A v e a i a
Siehst dn jene herzlich treuen Gatten
Die der Priester jetzo hat vereint
Siehst dn wem sie ihren Dank abstatten,
Wie die Göttin Freudenthrä'nen weint:
A v e a i a
Dort auf jenen blumbekränzten Auem
Spielt ein freuderfüUtex Kinder,chwarm—
Ein Altärlein ist's zu unsrer lieben Fraueh
Wie sie beten, ach! fo innig warm:
A v e a i a
Dort die Schiffer aus dem hohrn Meere,
Bon Gefahren rings umdräut
Stimmen an den Lobgesang, o Hehre!
Der vom Himmel her dich einst erfreut:
A v e a i a
Siehst du dorten jene schwarzen Schaaren,
Wohlgerüstet zum gewaltigen Kampf'.
Die so oft in Schlachten Sieger waren
Beten jetzt, umwölkt von Pulverdampf:
A v e a i a
Ave! klingt es »on der Nordsee Küste,
Ave! spricht das allgewalt'ge Rom,
Ave! hallt es aus der stillen Wüste,
Und es singt der majestätische Dom:
A v e a i a
Ave! ballt es, wo der Nil sich wendet
Ave! hallt es, am Niagarafall,
Wo ein gläubig Herz sich immer findet
Hör ich auch den schönen Wiederhall:
v
A v e a i a
Ä^l Aingt es an des Ebro's Quelle,
Ave! singt am Amazonensee,
Huron, er auf seinem Tigerfelle'
Und der Hirte fingt am ew'gen Schnee:
A v e a i a
Alles fingt, Mutter! deine Ehre^
n
Soll ich sein allein getrennt von dirI—
Nein Maria! preisend dich o Hehr^
Sprech ich jetzt vor deinem Bilde hier
(Mit Approbation des Hochwürdigsten Bischofs Thomas L. Grace.)
Et Paul, Minnesota, Samstag de» 7. Dezember 1867«
An Maru».
Wenn die Menschen mich verlassen
In der letzten stillen Stund:
Laß mich fest das Kreuz umfaffm.
Aus dem dunkeln Erdenrund
Leite liebreich mich hinaus,
Mutter, in das Vaterhaus!
lac
(Fortsetzung.)
i
daher oft it. nachdenwtt^n"dir-
sern Buche, und empfehlet eure Kinder
ganz besonders im andächtigen Gebete
der liebevollen Sorge des allgütigen
Menschenvaters. Bei eurem redlichen
Bemühen könnet ihr Alles von der
Gnade Gottes erwarten. Umsonst ist
ja auch unser Gießen und Pflanzen,
wenn der Herr nicht das Gedeihen gibt.
—Werdet nicht muthlos, wenn euer Be
mühen vergeblich scheint. Verzweifelt
weder an euch, noch an euren Kindern,
und lasset nicht nach in eurem Eifer.
Nur Gott allein kennt die Zeit, die er sich
vorbehalten hat. Eine vergeblich durch
gearbeitete Nacht wird oft am Morgen
reichlich entschädigt. Luk. 5, 5.—
Erziehungswinenscha.ftuad Gr
ziehungskunO»
Wie die letzte Bestimmung, so sind
auch die Anlagen der Menschen wenig
stens der Hauptsache nach dieselben, und
unterliegen alle denselbenEntwickelungs
und Bilrungsgcsetzen. Deshalb lassen
sich darüber allgemeine Grundsätze auf
stellen. Werden diese in Ordnung ge
bracht, so entsteht hieraus eine Erzieh
ungslehre (Pädagogik). Wird die Er
ziehungslehre so dargestellt, daß alle be
sondere Vorschriften und Grundsätze von
einem Hauptgrundsatze (Prinzip) abge
leitet und unter ein strenges System ge
bracht werden, so erhebt sich die Erzieh-
i ungslehre zur Erziehungswissenschaft.
Die Fertigkeit nach den Grundsätzen der
Erziehung zu handeln, dieselbe zweckmä
ßig, schnell und sicher anzuwenden, heißt
Erziehungskunst.—Soviel mag für mei
nen Zweck hierüber genügen.—
Daß die Kenntniß gutet Erziehungs
grundsätze den Eltern und Erziehern
nothwendig ist, dafür bürgt uns die Na
tur der Sache und die Erfahrung. Wer
den die in dem Kinde liegenden Anlagen
nicht zweckmäßig angeregt und geleitet,
so bleiben sie entweder unthätig oder
sie entarten und wird dabei nach im
gen^Gruudsätzen verfahren, so werden die
Kinder verbildet, und der Schaden wird
unheilbar. Eltern, die nicht gedanken
los, sondern mit Ueberlegung ihre Kin
der erziehen, handeln auch immer nach
Grundsätzen, es schwebt ihnen, wenn
auch nur dunkel, stets etwas vor, was
sie bei ihrenKindern zn erstreben suchen.
Freilich richtet sich ihr Mühen und Stre­
ben nach ihrer herrschenden Anficht und
Sinnesart. Sind die Eltern von Zn
thümem und Vorurthcilen befangen, ist
ihr Denken und Sinnen Gott und wah
rer Religion entfremdet, und ganz dem
Irdischen hingegeben so lassen sich bei
ihnen keine andere als irrige und irielei
tende Grundsätze erwarten, wodurch die
arglosen Kinder ihrer wahren Bestim
mung zuwider, und demBerderben Preis
gegeben werden. Eltern und Erzieher!
suchet deshalb bekannt zu werden mit den
Grundsätzen einer guten Erziehuugö
Methode, damit ihr wisset, was und wie
ihr es erstreben sollet.
Allgemeine Grundsätze der (?r-
4
Ziehung
Da die Gesammtaufgabe des Men
schen darin besteht, daß er Gott liebe aus
ganzen Herzen und seinen Nächsten wie
sich selbst, und da der Mensch diese Auf
gäbe in seinem durch die Sünde der er
sten Stammeltern verderbten Zustande
zn lösen suchen soll durch den göttlichen
Mittler Jesus Christus, und diese Ver
mittlung ihm zu Theil wird durch die
Aufnahme in seine Heilsanstalt, in seine
h. Kirche, so wird von einer guten Kin
dererziehung gefordert, daß sie die körper
lichen und geistigen Anlagen und Fähig
ketten durch zweckmäßige Mittel und
Vorkehrungen so errege, entwickle, übe
uud leite, daß dadurch die Ausartungen
und Verderbnisse der menschlichen Natur
verhütet und geheilt werden, und daß
dagegen die Kinder zur vollkommenen
Ausbildung, zu lebendigen Mitgliedern
der von Christus errichteten Heilsanstalt
gelangen, welche Gott lieben aus ganzein
Herzen und den Nächsten wie sich selbst.
Der höchste Grundsatz aller wahren Er
ziehung kann daher kein anderer sein,
„Suchet die Kinder, Knaben, Mädchen,
Jünglinge und Jungfrauen daym zu
bringen, daß sie als lebendige Glieder
der von Christus errichteten Heils
anstalt Gott lieben über A les uud den
Nächsten wie sich selbst," kurz: suchet sie
zu wahren Christen zn mach n.
(Fortsetzung folgt.)
Willst du, daß wir mit hinein
In das Haus dich bauen,
Laß es dir gefallen, Stein,
Daß wir dich behauen
Komm, jungerFreund, mit mir hin in
den Steinbruch und betrachte die him
dert und hundert Steine, die da parat
liegen und auf Hammer und Meißel
warten! Siehe, wie rauh und ungeformt
sie aus der Grube gebrochen werden, wie
sie uneben sind, Ecken und Buckel haben
und ein werthlos Gut zu sein scheinen!
Nun aber folge mir anch auf jenen
Bauplatz und merke dir, was aus sol
chen rohen Stemm gemacht werden
kann und zum Theil schon geworden ist 1
Hörst du den Hammer, wie er klopft,
und den Meißel, wie er singt? Siehe,
Redacteur: Eugen L. Ehrhardt.
No.
4
sie vertreiben dem Stein seine Roheit,
machen ten ungeschlachten geschlacht, den
unebenen lagerhaft,den rauhen glatt,also,
daß keiner mehr jenen rohen Klumpen
im Steinbruche gleicht, daß jeder von
Stunde zu Stunde an Werth zunimmt
und noch heutebeim Bau des Tempels,
ver da gleichsam aus dem Boden her
aus wächst, zur Verwendung gelangt.
Schon sitzen Viele ihresgleichen einge
fügt und lassen erkennen, was aus dem
rohen Stein sich machen läßt und wie
er, wenn er behauen wird, beitragen kann
zum großartigen, oder zum schönen oder
MM nützlichen Baue.
s O, wie sie daliegen in einander
«üb
zusammen gefügt in Fronten und Gie
bellt zu Bogen und Säulen, zu Bänken
und Stürzen, zu Treppen und Schwel-
I! ^ozu man nur will, lassen sie sich
formen. Ist es nicht, als ob der Bau
nur ein Guß wäre und besteht derselbe
doch aus tausend und tausend einzelnen
Stelnen, die tot) und unsügsam aus der
Grube gekommen.
„lav
alles ist richtig und wahr,"
wirst du sagen, und vielleicht anch über
dieß noch smoen, du habest längst ge
wußt, daß die Baukunst eine schöne,
hcrzetfver.vnde Kunst sei.
Drum wollte ich dir auch nicht mm
Bauen mit wirklichen Steinen, sondern
von einem andern Bauwesen reden, von
dein nämlich, von welchem daö Sprâch
lein bandelt, wenn es sagt:
Willst du, daß wir mit hinein
In das HauS dich bauen,
l'aß es dir gefallen, Stein,
Daß wir dich behauen!
Siehe, du bist der Stein. Und willst
du läugcn oder es übel nehmen, wenn
ich hinzufüge oft sogar ein roher
Stein V Uno der Bau, bei dem du sollst
verwendet werden, das Haus, wovon du
ein Theil, und in das tu solltest hinein
gebaitt werden, daö ist deine eigene
Person und ihre Zukunft, dein eigenes
Etliches und ewiges Gluck, aber zualeich
auch der Bau menschlicher Wohlfahrt
und Glückseligkeit überhaupt. In die
fem Bau sollst du als nothwendigen,
Nützlichen, schonen,^zum Ganzen gehö
renden, aber auch zum Ganzen sich sü
genden und sich schmiegenden Stein,
rich willig behauen nnd verwenden las
sen.
(Fortsetzung folgt)
,.,i
1
u
nff Amerika. Ein
Schuh
machenneister
bekommt einen Lehrling.
Nach dem Essen sagte der
Meister:
„Jetzt will ich Dir was sagen, Fritze.
Siehste, ich bin äMann, der macht nicht
viel Fare wenn ich pfeifen thue, dann
kömmste!"
,'Ei, Hert Meister, dann passe mer
recht schön zusamme," erwiderte der
Lehrling. „Ich mach ooch nich viele
Fare wenn ich mtfm Kopf schüt
tet, hernach komm ich nit."

N. SCHROEDER & Co.
N a E u o a è v i
EhaSka, Rovemb-r 24. ...
I A Thv. Kâr.

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