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Der wanderer. [volume] (St. Paul, Minn.) 1867-1957, April 27, 1878, Image 1

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mderer,
»scheint lehn 'Samstag und kostet tei jährlicher Vor»
aukbezahlung
Für die Ber. Staaten und Canada
Jäbrlich $ 2.56
Halbjährlich 1.25
Emjtlne Summern 5 6t8.
Nach Europa portofrei:
55Mt* ...$ 4.00
Hatt ja
Irlich 2.00
Für tretMonate 1.25
Man kann jit jeder Zeit auf den
„Wand?r?r" abonniren.
sind das sicherste und billigste Mittel
zur Uebcrsendung von Geld und soll
ten, wo sie zu haben sind, dazu ge
braucht werden.
Wenn eine Zeitung von einem Post
(untern ein anderes versetzt werden soll,
so muß immer auch das Postamt ange
geben werden, wo die Zeitung früher
empfangen wurde.
Wenn Jemand sein Blatt nicht re
gelmäßig empfängt, oder sich auf ir
gend eine Weise Fehler einschleichen,
so sollte der betreffende Agent, sowie
die Herausgeber sogleich davon benach
richtigt werden.
Job-Arbeiten
jeder Art
werden so schön, prompt und
billig geliefert, wie sie irgend eine
Druckerei liefern kann. Wir liefern
auch für Beamte und Geschäftsleute in
verschiedenen Theilen des Staates:
Letterheads, Billheads,
GeschâftS-Karten,
Circulare, Panks, Plakate
«. f. w. auf kürzeste Notiz.
Anzeigen aller Art
besonder« fâr
Geschäfte,
Jsujs u. Btrhautf von Armen,
BsStwtft Sder verwandte n. vekamlte
«.f.f. finden durch den „Sonderet"
die weiteste Verbreitung und führe«
rasch zum Ziel.
Briefe und ®tV?r adressire man:
W A N E E
L.B. 0.
rr# T**m*
H-
'"",'
:'A"s'-f"'*
Ein Friedensfest.
Während zwischen den großen
Mächten in Europa über Krieg und
frieden verhandelt wird, während
England aus Indien seine Regimenter
kommen läßt, um dieselben nöthigen
falls gegen die Russen in's Feld zu
schicken, und die Russen die arme Tür
fei mit eisernen Krallen umfassen, berei
tet Frankreich ein wirkliches Friedens
fest vor, nämlich die Eröffnung der
großen Weltausstellung in Paris, wel
che zu Anfang des kommenden Monats
Mai mit den größten Feierlichkeiten
stattfinden soll. Der Telegraph bringt
aus Paris folgende Ankündigung:
Am ersten Mai wird die Weltaüsstell
ung durch Mr. Lefcrrier De Bort, den
Handelsminister eröffnet er wird in
der Vestibule von Trocadero die bei
der Feierlichkeit anwesenden fremden
Fürsten empfangen, nämlich: Prinz
von Wales, Don Francis. Herzog von
Aosta, Prinz Friedrich, Kronprinz von
Tänematck, Prinz von Oranien und
Herzog von Leuchtenberg. Nachdem er
diese Herren in den Fürstensalon ge
führt, wird De Bort die Bevollmäch
tigten fremder Nationen, Präsidenten
und Vicepräsidenten gesetzgebender
Körper. Minister-Deputationen von
Senatoren und sonstige Deputirten
empfangen. Um zwei Uhr erscheint
sodann von seiner Leibwache begleitet
Marschall Mac Mahon, die vom Ely
see heraufführende Straße, an deren
beiden Seiten das Militär Spaliere
bildet, heraufreitend und begibt sich
nach dem Fürstensalon. Die Proces
sion setzt sich sodann in Bewegung
von der großen Arkade nach der Plat
form, von wo aus man einen Ueber
blick über den ganzen Ausstellungs
platz hat. Hier wird Monsieur de
Bort den Präsidenten mit einer kurzen
Rede begrüßen und Letzterer sodann die
Ausstellung für eröffnet erklären.
In demselben Augenblicke werden
101 theils auf dem Mont Valerien
theils auf der Seine befindliche Ka
nonen abgefeuert werden, dann spielt
die Musik und die Soldaten lassen die
Banner aller Nationen auf den Däch
ern der zwei Paläste und deren Neben
gebäuden wehen. Die Truppen wer
den sich auf dem Marsfeld aufstellen.
Der Balkon des Champ de Mars Pa
lastes wird von Senatoren und De
putirten des Stadtmagistrats, dem
akademischen und militärischen Stab
und den französischen Commissären be
setzt sein. Hierauf wird die Prozession
durch die mit den Kronjuwelen, sowie
dem feinsten Prozellan und Gobelin
tapeten geschmückte Säle ziehen und
sodann durch alle Abtheilungen gehend
von der Commission jeder Regierung
empfangen und bewillkommt werden
Dann geht es nach der Kriegsschule,
wo alle Ausstellungsarbeiter aufgestellt
sind und zuletzt nach der Maschinen
halle. Am Thor angekommen wird
der Marshall von den Fürsten und an
dern hohen Persönlichkeiten Abschied
nehmen und nach dem Elyseepalaste zu
rückkehren. Sofort nach Schluß der
Ceremonie wird die Ausstellung für
alle Besucher geöffnet sein. Marshall
Mac Mahon wird am Eröffnungstag
zu Ehren des Herzogs von Aosta und
des Prinzen von Wales ein Diner ge
ben. Das Journal des Debats sagt,
da Kaiser Wilhelm die Ausstellung an
den Krieg von 1870 erinnernder Bil
der deutscherseits nicht gestattet habe,
werde auch Frankreich keine an den
Krieg erinnernde Gemälde ausstellen
lassen.'
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Ausländische lachrichttn.
QJ
Herausgegeben bonder Deutschen Katholische» Druck-Gesellschaft. No. 17 Wabashav Straße, zwischen der 3. uud 4. Redigirt von Fr. Faßbind.
Mit Approbation der Hochw'ften Herren Bischöfe Thomas L. Grace in St. Paul, Minn., und Michael Heiß in La Crosse, WiSe.
Belgien.
Ueber die früher gemeldeten Carne
valsskandale in Belgien wird aus
Brüssel vom 4. April weiter berichtet:
DieGeusen-Cavalcaden am Mittfasten
Sonntag sind nicht überall so glatt ab
gelaufen wie in Brüssel. In Tournav
versuchten die „Liberalen" es mit einem
Wagen, der ausschließlich der Verhöh
nung des Katholicismus gewidmet
war. Bischof, Schulbrüder, katholi
che Einrichtungen, alles im Costume
und mit entsprechend gemeinen In
'christen. Es kam darüber zu einem
ürchterlichen Straßen-Spectakel, nach
dem liberalen,Progres de Charteret
auch zu einer regulairen Keilerei, die
mit etwa einem Dutzend Verhaftungen
'chloß. Die,Idep. Beige' wimmert
'chon von beabsichtigtem „Bürgerkrieg".
Anerkennung verdient, daß in dem
)ochliberalen Lüttich der Fastnachts
zug durchaus anständig gehalten war.
Der erste Bericht über die wüste
Geusen-Cavalcade am Lätare-Sonn
bot nur ein schwaches Bild der Wirk
ichfeit. Ein den Papst verhöhnender
Wagen trug die Aufschrift: „Leon,
herese und Cie.", darauf Kerle inOr
denstracht, einige mit Wallfahrts-Fah
nen und Rosenkränzen an den Seiten
des Wagen die Worte: Großer Ba
zar. Ein anderer, „Totaler Bänke
rott". war der gemeinsamen Verhöh
nung des Klerus und mißliebigerMit
glieder der Magistratur gewidmet. Die
Masken auf dem bereits erwähnten
Bismarck- Wagen verkauften roth':
Heftchen, gegen welche sogar die Polt
zei einschreiten mußte, und das will et
was heißen. Man begnügte sich üb
rigens nicht, Capuciner in vollständi
Ordenstracht oder Brürer der christli
chen Lehre Arm in Arm mit Weibern
darzustellen—das sind ja nur kleine
Scherze gegen den „Ultramontanis
mus" im offenen Wagen saß die
wohlgetroffene Maske eines beim Kö
nig beliebten General Lieutenants.
Unter den Geldsammlern, die theiln)eise
in Ordenstracht erschienen, sollen auch
Zöglinge der Militairschule, u. A. der
hoffnungsvolle.Sohn eines liberalen
Senators gewesen sein. Das Publi
cum blieb, zu seiner Ehre gesagt, kühl
und machte zuweilen auch seinem Un
willen Luft. Der Scandal wird Hof
rentlich in der Deputirtenkammer zur
Sprache kommen und es sich dann her
ausstellen, ob das Gesetz gegenübersol
chen Vorgängen machtlos ist, wenn die
städtische' Polizei ihre Pflicht nicht
thut.
Schweden und Norwegen.
Stockholm, 29. März. Merkwür
dig in hohem Grade ist die wohlwol
lende Stimmung für den Katholicis
mus, welche sich mehr und mehr in den
candinavischen Ländern geltend macht.
In Schweden zeigte sich große Theil
nähme, sowohl für den verstorbenen
als für den neugewählten Papst. Man
sollte zuweilen fast glauben, unter ei
nem katholischen Volke zu weilen. Als
der apostolische Präfect in Stockholm
das Traueramt für Pius IX. feierte,
war die Kirche gedrängt voll, undViele
standen vor der Thüre auf der Straße.
Verschiedene Mitglieder des diploma
tischen Corps konnten nur mit Mühe
in das Innere der Kirche gelangen.
Aehnlich äußerte sich die öffentliche
Stimmung in Dänemark. Auch hier
hat der Tod des h. Vaters einen un
erwarteten Eindruck gemacht. Die Zei
tungen waren voll seines Lobes und
brachten wirklich schöne Artikel ohne
Beimischung lutherischer Gehässigkei
ten. Gleich günstig lauten die Berichte
der protestantischen Blätter über Leo
XIII. Die altenAmmenmärchen über
das Papstthum scheinen abgethan.
Möchten sie nie wieder aufleben! Die
Trauerfeier in Kopenhagen war wirk­
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1
lich erhebend. Die Kirche konnte die
Leute nicht fassen, welche hinein woll
ten. In Norwegen hat man bekannt
(ich die Katholiken und Dissidenten
amancipirt. In ganz Skandinavien
kann man einen Umschwung der öffent
lichen Meinung zu Gunsten des Ka
tholicismus constatiren. XEs mildern
sich wenigstens die alten Vorurtheile
des starren Lutherthums gegen unsere
Kirche und ihre Institutionen. Sollte
dies das erste Symptom der Sehn
sucht nach dem verlassenen Vaterhaus
sein?
Amsterdam. Mehrere Häupter der
gläubigen Protestanten haben sich in
einer Beschwerde an den Minister des
Innern gewendet, um gegen den Ent
wurs für den Elementar-Unterricht zu
protestiren. Sie wenden sich vorzüg
Itch gegen die Behauptung des Mini
sters, die Mehrzahl der Bevölkerung
habe unzweideutig ihr Einverständ
niß mit den Hauptprinipien des
Gesetzes ausgesprochen. Das Gesetz
sei verfassungswidrig denn die Ver
fassung schreibe vor, dieRegierung solle
für den Unterricht derjenigen sorgen,
welche denselben begehren, nicht, wie
der Minister sage, denselben brauchen.
Auch sei es unsittlich, den Gemeinde
räthen das Recht zu überlassen, den
Eltern der Kinder, welche die Staats
schule besuchen, gewisse Vortheile zuzu
wenden denn hierdurch würden die
Eltern vor die Wahl gestellt, zwischen
ihrem Gewissen und ihren materiellen
Interessen, wodurch zu gleicher Zeit die
Schule anstatt eine nationale eine Ar
menschule zu werden drohe.
Deutschland.
Wie weit es der Culturkampf in
Deutschland treibt, zeigt folgender Be
richt aus Wiesbaden vom 3.. April:
Vor das hiesige Amtsgericht waren für
heute 40 Personen vorgeladen unter
der Anklage, sich an einer Versamm
lung unter freiem Himmel oder an der
sogen. Allerseelen-Procession ohne po
lizctliche Erlaubniß betheiligt zu ha
ben. Das von der Polizei angerufene
Gesetz war schon durch ein anderes seit
28 Iahren entkräftet, und eine erst
neulich vom königlichen Obertribunal
gefällte Entscheidung sprach so sehr zu
Gunsten der Angeklagten, daß dieselben
nach kurzer Berathung vom Gerichts
Hof freigesprochen wurden.
Die bei Herder in Freiburg i. B.
und in St. Louis erscheinende Zeit
schritt für die katholischen Missionen
enthält bekanntlich amSchlusse ein Ver
zeich niß der bei der Erpedition einlau
senden Gaben für Misssonszwecke.
Dieses Verzeichnt'ß wird immer rei
cher in der letzten Nummer konnten
gegen 6000 Mark als Beiträge ange
geben werden. Diese erfreuliche That
sachegibt wieder ein glänzendes Zeug
niß von der katholischen Opferwillig
fett und beweist, wie anregend das
gute Beispiel wirkt.
Aus Regensburg, 31. März, wird
berichtet: Der jüngst verstorbene Ge
ncral Major Ritter von Fahrbeck
errichtete mit seinem Vermögen von
120,000 Gulden in unserer Stadt eine
Stiftung zurUnterstützung armer schuld
los verunglückter oder krüppelhafter
arbeitsunfähiger Personen. DemBru
der des Stifters, Major v. Fahrbeck,
war der lebenslängliche Zinsgenuß
der Stiftung zugesichert. In hoch
herziger Weise leistete letzterer daraus
Verzicht. Aus Würzburg wird gemel
det, daß die Wittwe des Bürgermei
sters Troppner fast ihr ganzes Ver
mögen von 204,000 Marcs zur Grün
dung einer Wohlthätigkeits Anstalt
vermacht hat. Beide Stifter waren
aufrichtige Katholiken.
Auch als ein Zeichen der Zeit kann
folgende Mittheilung aus Berlin vom
2. April gelten: In der Schlußsitzung
des Abgeordnetenhauses veranlaßte
eine Petition des Dr. Wiesen thai eine
kleine Debatte. Der Genannte be
klagte sich darüber, daß er als Jude zu
den Kreisversammlungen der Pom
mer'schen Landsclaft nie eingeladen
werde, weil die Statuten derselben nur
Gutsbesitzer christlicher Confefsioncn
zulassen, und bat das Abgeordneten
Haus, das Reglement der Pommer'
sehen Landschaft auf gesetzlichem Wege
abzuändern. Die Commission hatte
demgemäß beschlossen, die Petition der
Regierung zu überweisen mit der Auf
orderung, eine Aenderung jener Sta
tuten herbeizuführen. Der Abgeord
nete v. Ludwig trat dt'efem Vorschlage
entgegen, indem er bemerkte, die Inden
trieben die Landwirthschaft nur als
Spekulationsgeschäft, um die Güter
auszuschlachten und Handel damit zu
treiben er halte es deshalb nicht für
rathsam, auf das Selbstverwaltungs
Institut der Pom mer'schen Landschaft
in der vorgeschlagenen Weise einzu
wirken. Auch der Abg. v» Meyer
(Arnswalve) machte geltend, daß auf
die Provincial-Landfchaft kein Zwang
ausgeübt werden dürfe. Der freicon
servative Abg. Graf von Bethusy
Hue und der fortschrittliche Abg. Hä
nel bezeichneten aber diese Ausschließ
ung der Inden als „inhuman" und
„widersinnig", und so wurde der An
trag der Commission angenommen.
Aus dem Badischen schreibt man:
Die allgemeine Geschäftslosigkeit wird
durch die anhaltend ungünstige Wit
terung vermehrt, die Noth und Be
drängniß der arm ern Klassen gesteigert.
Der Mangel an Arbeit, die Nachfrage
nach Beschäftigung, die Noth des Ar
men ist fo hart, wie im tiefsten Winter.
An Bauten wird wenig gearbeitet und
die Vornahme von Arbeiten in Gär
ten, Feldern und Weinbergen ist nicht
möglich. Daß bei den Gewerben zu
gleich die Geschäftsstockung fortdauert,
das bezeugen die Schaaren von Hand
werksburschen, die beständig herumzie
hen, deren Nothund Entbehrung aus
dem Gesichte spricht, und die tV ihren
zerrinnen Kleidern und Schuhen ei
nen bedauernswürdigen Anblick ge
währen. Viele derselben sind natür
Itch genöthigt, die Wohlthätigkeit An
derer in Anspruch zu nehmen, und es
ist daher kein Wunder, wenn überall
über die große Belästigung durch bet
feinde Handwerksburschen lebhaft ge
klagt wird. Namentlich auf dem Lan
de, wo eine strenge polizeiliche Contro
le nicht möglich ist, hört man über die
sen Umstand oft bittere Klagen.
Aus München: Im Beisein des
Ministers v. Lutz, der Professors Dr.
v. Döllinger und der beiden Bürger
meister der Stadt hat unter großem
Andrang von Damen die Eröffnungs
seier „wissenschaftlicher Frauenbil
dungs-Curse" stattgefunden. Die Er
öffnungsrede wurde vom Universitär
Prosenor Dr. v. Holtzendorff gehalten.
Es sei geboten, sagte er u. a., die rein
geistige und ethische Seite des weib
lichen Charakters wieder mehr zur
Geltung zu bringen, damit das Weib
seine Aufgabe als Erzieherin der Ju
gend besser als seither erfüllen könne.
Dazu also werden von einem aus libe
ralen, „altkatholischen" und radikalen
Elementen bestehenden Comite „Frau
enbildungs Curse" veranstaltet und
den gebildeten jungen Damen die „Ge
schichte der deutschen Kaiser", die „Ge
schichte und Geographie", „Kunstge
schichte" und „Geschichte der deutschen
Literatur" von gleichfalls liberalen
Professoren beizubringen gesucht. Der
Zweck der neuen weiblichen Neben
Universität springt in die Augen, wie
Jahrgang II.—No. 26.
denn auch der affective Pomp, mit wel
chem die Eröffnung stattfand, aus den
ersten Blick erkennen ließ, welche Be
deutung der Sache von den interessir
ten Kreisen selbst beigelegt wird.
Ländlich—sittlich—mag mancher Le
ser denken, wenn er folgende Mittheil
ung aus Preußen liest: Bei Gele
genhet't des in Conitz abgehaltene»
Ersatzgeschäftes ist es zu einer Verhaf
tung gekommen, die in ihrer Art wohl
einzig dastehen dürfte. Ein Militair
Pflichtiger nämlich, welcher sich bei sei
ner Musterung ungebührlich gegen die
Ersatz-Commission benommen hatten
wurde, ohne daß man ihm Zeit ließ,
sich anzukleiden, nur mit dem Hemde
versehen, durch einen Polizeibeamtelt
über den ganzen Marktplatz zum Ar
rest-Local geführt. Die Straßenjun
gen freuten sich, anständige Leute schüt
teilen den Kopf.
Iünst gingen in Villmar, einem
Flecken an der mittlern Lahn, mehrere
Häuser nebst Stallungen durch eine
Feuersbrunst zu Grunde. Am 25.
März brannten weitere sieben Wohn
Häuser nebst Stallungen und eine
Scheune nieder. Es ist, laut der Nie
derrh. Volksztg., constatirt, daß daS
Feuer mittels Sprengpulver vnlgo
Dynamit angelegt ist. In der Sckeune^
die zuerst vom Feuer ergriffen würd«,
fand man nämlich nach dem Brande
überall noch erbsengroße Körner von
Pulver, wie man es in den Marmor
brüchen zum Sprengen gebraucht.
Italien.
Berichte« aus Rom ist ^hendeS zu
entnehmen. Rom, 3. April: Eine
polnische Deputation ist hier eingetrof
sen. Nach dem Univers zählt sie etwa
30 Mitglieder, darunter Angehörige
der Diöcesen Leopol, Kamenetz, Zito
mir, Premisl, Tarnow, Krakau, Gne
sen-Posen und Warschau, auch zwei
Priester und einen Bauern, die auS
Sibirien zurückgekehrt sind. Sie über
bringen eine Adresse mit 100,000 Un
terschriften.
Die im Consistorium vom 28. März
ernannten Bischöfe sind folgende:
Charles Eyre, bisher Bischof von An«
zarba i. p. Erzbischos von Glasgow.
John Strain, bisher Bischof von
Abila i. p. i., Erzbischos von St. An
drew und Edinburgh. Paul GoethalS
K. J., Apostolischer Vicar von West
Bengalen, bisher Bischof von Evaria
i. p. i.. Erzbischos von Hieropolis i. p. i.
John Conroy, resignirter Bischof vo»
Albany, Bischof von Curium i. p. i.
John Macdonald, bisher Bischof von
Nicopolis i. p. i., Bischof von Aber
deen. Guiseppe Masi, bisher Priester
zu Mezzoiuso (Palermo), Bischof von
Tempe i. p. i. George Rigg, Bischof
von Dunkeid. John Mac Lachlan,
Bischof von Galloway. Aeneas Mae
donald, Bischof von Argyll und dm
schottischen Inseln. FranceSco Sila5
Chatard, Geheimkämmerer und Rector
des Collegiums für die Vereinigten
Staaten von Nord-Amerika, Bischof
von Vincennes. John Keane, Erz
diözesan-Priester von Baltimore und
Administrator des Apostolischen Vi
cariates von Nord-Carolina, Bischof
von Richmond. Eduard Gasnier,
Apostolischer Vicar von West-Siam,
Bischof von Eucarpia i. p. i. Iorda
nus Ballsieper, Apostolischer Vicar von
Ost-Benqalen, Bi'chos von Tanasia
i. p. i Domenico Gaspare Lancia
de' 2)ucht di Brolo, Priester zu Paler
mo, Bischof von Philadelphia i. p. i.
und Dr. Anton Gruscha, Bischof von
Carre i. p. i.
Rom, 30. März. In voriger Nacht
ist Cardinal Lodovico Antat gestorben.
Er war am 21. Juni 1796 zu Cag
Itart (Sardinien) geboren) somit nach
Donnet und Caterini (beide 1795 ge-
it

Post Money Orders
ST. PAUL, MINN.
Fortlaufen' e 9to. 546. St. Paul, Minnesota, Samstag, den 27. April 1878,
Holland.

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