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Der wanderer. [volume] (St. Paul, Minn.) 1867-1957, May 04, 1878, Image 6

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if§
ÉSa-
3940
DiePachterin warf einenBlick auf ten
Pfarrer, dessen Schwester und auf den
Neffen, den kein Pinsel wiederzugeben
im Stande wäre an der Thür ange
kommen, schaute fie noch einmal zurück
und verschwand.
(Fortsetzung folgt.)
Verbrechens Arase.
Erzählung
von
Wilhelm e rchenb ach.
(Fortsetzung.)
Nach dem einfachen Abendmahle
schlug Hartschlag ein Lied vor, um die
Zeit bis zum Schlafengehen abzukür
zen. Das war recht nach dem Ge
schmacke der Kinder, denn Singen war
ihnen jederzeit ein Schmaus. Mick
chen und die beiden Männer fielen auch
mit ein und so kam ein Chor zu Stan
de, der in jener Ziegelhütte wirklich
nicht besser sein konnte.
Der kleine runde Christoph, dem die
Melodien noch nicht recht geläufig wa
ren, beschäftigte sich indepen mit einem
Klumpen Lehm, dem er die Form ei
nes Topfes zu geben strebte, was ihm
auch schon zum zwanzigstenmale miß
lang.
Bernhard, welcher dem eifrigen Be
mühen des Kindes eine Zeitlang zuge
sehen hatte, winkte ihn zu sich heran
und nahm ihn auf das Knie.
Gib mir den Lehm, sprach er leise.
Cristoph brach ihm ein Stück ab, denn
das Ganze schien ihm etwas viel.
Bernhard begann nun den Lehm zu
kneten und zu rollen und sagte dem
Knaben leise in's Ohr? Jetzt mache ich
dir ein ganzes Kochgeschirr.
Christoph nickte das in Aussicht
stehende Kochgeschirr gefiel ihm.
Im Nu umstanden ihn Schüsseln,
Telle'', Kasserollen, eine Pfanne, ein
paar Kessel und sogar ein Ofen, alles
in niedlicher Kleinheit, wie es dem Ge
schmacke der Kinder zufagt.
Cristoph klatschte in die Hände, legte
dann seine beiben Aermchen-darum und
rief: Nicht wahr, Onkel Bernhard, das
gehört alles mir!
Versteht sich, antwortete dieser.
Mit dem Gesänge war es nun zu
Ende, denn die kleinen Kehlen schrieen
vor Freude durcheinander, daß Nie
mand sein Wort hören konnte.
AuchMiekchen lächelte vergnügt, und
selbst Hartschlag konnte sich eines Ru
fes der Verwunderung nicht enthalten.
Wahrlich, mein Freund, rief er, ihr
könnnt mehr als Steine tragen, ich
habes es euch gleich auf den ersten Blick
angesehen. Laß doch einmal die Din
ger genau besehen! Er streckte die Hand
darnach aus aber der kleine Christoph
ließ es nicht zu. Onkel hat gesagt, es
gehöre alles mir, schrie er und wann
es angefaßt wird, so fällt es zusam
men.
Bernhard beschwichtigte ihn, und
machte ihm auch noch Hunde, Hasen,
Kühe und einen ganzen Hühnerhof.
Da stieg der Jubel noch höher Jeder
wollte ein Lehmthier haben.
Still, sprach Bernhard, erst muß ich
noch einen lehmenen Christoph machen,
der unserm kleinen Freunde die Sachen
verwahrt.
Was er damit sagen wollte, wußte
Keiner, wie aber jubelten sie, als der
Tausendkünstler aus dem Lehm einen
kleinen dicken Knaben zusammensetzte,
welcher mit einer Ruthe zwischen den
Herrlichkeiten stand und dem wirkli
chen Christoph so ähnlich sah, daß
selbst Mielchen vergnügt in die Hände
klatschte.
Das muß ich sagen, sprach Hart
schlag, dem Buben fehlt nichts, als
eiue Seele, so ist's ein Mensch. Scha
de, daß ich nicht unser Herrgott bin
und ihm denOdem des Lebens einhau
chen kann.
Bernhard war mit einem Schlage
zum Freunde der Zieglerfamilie ge
worden Jeder wollte am nächsten 'bei
ihm stehen. Jeder ein Kunstwerk aus
seiner Hand haben. Die kleinen Bur
schen zitterten vor Freude und Aufrea
ung.
Er that ihnen den Gefallen, Jedes
erhielt irgend einen Gegenstand, der
ihm am besten zusagte.
Als nun der Tisch voller Herrlichkei
ten stand und schier kein Platz mehr
auf demselben war, da wurde der Lärm
fo groß, daß Mielchen kurzweg den
Aus,pr.A that: Jetzt ist's Z.i, zu
Bett! Das mundete freilich keinem
von allen, aber sie waren Gehorsam
gewöhnt, und schritten rückwärts, um
noch einen letzten Blick zu haschen, dem
Strohlager zu.
Nun wird es auch Zeit für uns,
mein freund, sprach Hartschlag, aber
in dem allgemeinen Trubel können Sie
nicht liegen ich werde Ihnen deßhalb
rasch eine Ertrastube bauen. Mit
'den Strohmatten, womit an Reg'en
tagen die neugebackenen Ziegel zuge
deckt werden, schlug er in der'entgegen
gesetzten Ecke einen Raum ab, schüttete
ihm dort eine Streu auf und wünschte
ihm gute Nacht.
Wer am Tage tüchtig geschafft hat,
den braucht man nicht lange zu wiegen,
der Schlaf kommt von selbst. Auch in
der Ziegelhütte ging's so, balv verkün
beten Athemzüge, daß alles in festem
Schlummer liege nur in der abge
fchlagenen Ecke war's stille, Bernhard
schlief noch nicht, obgleich auch er wüde
vom Schaffen war.'
AbsonderlicheGedanken gingen durch
seinen Geist und mit diesen Gedanken
mischte sich ein inständigesGebet. Heute
morgen, dachte er, als ich an allen
Thüren vergebens ein Stück Brod
bettelte, faßte mich die Verzweiflung
ich stürmte an den Fluß, schaute in das
reißende Wasser und war im Begriffe,
der Qual dort ein Ende zu machen.
Wären nicht Leute des Weges gekom
men, so trieb jetzt meine Leiche dem
Meere zu und meine Seele stünde mit
der Schuld des Selbstmordes beladen
vor dem hösten Richter.
Hoffentlich ist nun diese furchtbare
Hungerqual abgethan und ich werde
mich, bis bessere Zeiten kommen, mit
dieser ungewohnten Arbeit durchbrin
gen. Dieser Hartschlag aber ist es,
der mir die Freude am Leben wieder
gegeben. Ich werde ihm dankbar da
für bleiben, so lange ein Athemzug in
mir ist.
Endlich schlief auch er ein der En
gel des Friedens und der Versöhnung
breitete seinen Mantel über ihn aus
und half ihm, wenigstens für die Zeit
des Schlafes, eine leidenvolle Bergan
genheit zu vergessen.
III.
Rüstiges Schaffen. Ein Steinwurf. Ein
Wächterposten. Ein Handlanger, wel
cher schreibt, zeichnet und meißelt. Ein
geheimnisvoller Besuch. Nächtlicher
Abschied. Ei« blutbefleckter Geldbeu
tel.
Die Morgensonne warf kaum ihre
ersten Strahlen über das Feld, als es
in der Hütte lebendig wurde. Die
Kinder, welche am vorhergehenden
Abend ihre Schätze nur ungern ver
lassen hatten, beleuchteten sie schon wie
der mit einem Kienspane, aber die
Freude dauerte nicht lange, denn es
mußte auch am heutigen Tage wacker
geschafft werden.
Hartschlag zog die Strohmatten hin
weg und weckte seinen Gast. Nun
frisch drauf los, rief er Meister Rüh
rig übt scharfe Controlle und zieht für
jede Minute, die wir zu spät kommen,
am Lohne ab.
Als sie auf der Baustelle ankamen,
-stand der Maurermeister auch wirklich
schon mit seinem Notizbuche da und
machte seine Zeichen.
Hartschlag, sprach er, Ihr scheint
mit dem neuen Handlanger befreundet,
nehmt ihn also zu Euch ich denke, ihr
beiden werden ein gut Stück mehr
schaffen, als drei andere.
Mir recht, erwiederte Hartschlag
packt also gleich hier an Bernhard und
dann marsch die Leiter hinauf.
Als Bernhard mit dem ersten Korbe
auf der Leiter war, kam auch Michael
Pelzer, der gestern so frech den Bau
platz verlassen hatte, gähnend daher
und ergriff einen Korb.
Was willst du? fragte Rührig, du
bist gestern aus der Arbeit gelaufen
und jetzt ist ein anderer an deiner
Stelle.
Aber ihr könnt wohl noch einen mehr
brauchen? brummte Michael.
Noch zehn, gab Rührig zur Ant
wort, aber wenn's auch zwanzig wä
ren, so erhältst du doch keine Arbeit
mehr.
Michael warf trotzig den Korb weg
und schaute giftig die Leiter hinauf.
Ein fremder hergelaufener Kerl,
brummte er, der die Leute aus dem
Brode stößt. Es wird sich wohl noch
eine Gelegenheit finden, es ihm einzu
tränken.
Unbeweglich blieb er auf bcinSteüi
Haufen sitzen, unablässig seine giftigen
Blicke auf Bernharv schießend und zu
weilen seinem Aerger durch niedrige
Schimpfworte Luft machend.
Bernhard hörte den ungezogenen
Rangen gar nicht an, sondern arbeitete
rüstig weiter, wobei erdieGenugthung
hatte, daß Meister Rührig ihm ein
paarmal freundlich zunickte. Hart
schlag aber hatte kaum Zeit, ein Wort
mit ihm
zu
plaudern, denn er war fast
nicht im Stande all die Steine zu ver
mauern, welche sein Handlanger mit
einem unermüdlichen Fleiße herbei
schleppte.
Zuletzt ging es trotz des besten Wil
lens gar ntch mehr. Wir müssen ein
mal pusten, sprach er, der Athem hälts
nicht länger aus, auch sind Zunge und
Gaumen trocken. Da im Eck steht noch
kalter Kaffee langen Sie den einmal
her, und ric Kruste Schwarzbrov da
zu.
Wacker hineinbeißend und dazu tritt#
kend, fand Hartschlag endlich Zeit, sei
nem Handlanger eine gebührende Be
lobung zu ertheilen und dabei den
Wunsch auszusprechen, daß sie bis zur
Vollendung des Kirchbaues zusammen
bleiben möchten.
Ehe Bernhard noch seine Antwort
aussprechen konnte, daß ihm damit
ebenfalls ein großer Gefallen und eine
rechte Freude geschehe, flog ein Stein
von unten herauf, welcher Hartschlag
den Kaffeetopf in der Hand zerschlug
und ihm auf ein Haar die Hirnschale
zerschmettert hätte.
An diesem Tage fiel nichts mehr von
Bedeutung vor, aber am folgenden
machte man die Entdeckung, daß ver
schiedenes Handwerkszeug gestohlen sei.
Meister Rührig hielt es deßhalb für
nöthig, daß zur Nachtszeit Jemand die
Wache bei der Kirche halte, und ließ
einen Raum mit Brettern unter dem
Gewölbe anffchlagen, wo alles Ge
räche zusammengebracht und in wel
chem noch ein Bett aufgeschlagen wer
den sollte.
Keiner von den Arbeitern wollte den
Wachtposten übernehmen, weil sie lie
ber einen Theil der Nacht in den
Bier- und Branntweinschenken zu
brachten. Da meldete sich Bernhard,
renner überlegte, daß er voch derZieg
lcrfaitultc aus die Dauer zu sehr zur
Last fallen werde auch konnte erden
Zusatz am Lohne wohl gebrauchen.
Was ihn aber am meisten bewog, die
Stelle anzunehmen, das war das Be
dürfniß, nach der Arbeit des Tages
mit sich allein zu sein.
Den für ihn bestimmten Schlaf
räum richtete er so wohnlich als mög
Itch ein ein Tisch war aus ein paar
alten Brettern leicht hergestellt und
ein großer Steinblock diente ihm als
Stuhl.
Weitn die Stavt im Schlummer lag,
sab man in dem neuen Kirchenbau noch
Licht die Leute, welche vorüber kamen,
fabelten allerlei Tinge, und meinten,
in dem vollendeten Gemäuer gehe der
Teufel um.
Bernhard kehrte sich nicht an das un
vernünftige Gewäsch, sondern wandte
seine Zeit sehr wohl, nur in einerWei
se an, welche von der eines Handlatt
gers fahr bedeutend abwich.
Bis Mitternacht war er regelmäßig
mit Schreiben undZeichnen beschäftigt,
dann verschloß er sorgfältig die Thüre
der Bretterstube und begab sich zur
Ruhe. Sonntags, wenn die Arbeit
ruhte und bis zum Abende in dem
Baue keine Aussicht nöthig war. ging
er zu der Zieglerfamilie hinüber, wo
die Kinder sich eine ganze Woche auf
seine Ankunft freuten. Hartschlag war
ihm mit der Zeit ein so lieber Freund
geworden, daß er gar nicht mehr von
ihm lassen konnte. Dieser machte alle
Tage neue Entdeckungen an ihm bald
staunte er über seine prächtigen Zeich
nungen, bald über die hübschen Ft'gu
ren, welche er aus Sandstein zu mei
ßeln verstand.
Mein Freund, sprach er dann wohl,
dein Platz ist nicht an dem Steinkorbe,
du solltest deineTalente anders verwer
then es ist eine Schande, daß du un
ter der harten Arbeit verkommst, ich
werde mit Meister Rührig sprechen,
damit er aufmerksam aus dich wird.
Thue das ja nicht, antworteteBern
hard dann ängstlich, ich habe meine
Gründe, diesen Posten beizubehalten
und still in meinem Bretterverschläge
zu leben. Wenn Hartschlag in ihn
drang, ihm etwas von set'nenFamt'lien
Verhältnissen mitzutheilen, so wies er
eine solche Zumuthung fast mit Unwil
len von sich ab, setzte dann aber sanfter
hinzu: Vielleicht kommt eine Zeit, wo
ich offen zu dir sprechen kann, dann
sollst du Alles erfahren, doch laß mir
jetzt mein Geheimniß.
Es konnte nicht ausbleiben, daß auch
unter den übrigen Arbeitern mitunter
ein Wort über die außerordentlichen
Fähigkeiten des Handlangers verlau
tete. Dadurch kamen ganz abentheuer
liche Gerüchte über seine Person in
Umlauf, die sich von Tag zu Tag ver
größerten und ihn zuletzt so verdachtig
wachten, daß die Handwerker ihn nur
mit einer gewinen Scheu betrachteten.
Dem Meister Rührig wurden allerlei
Dinge zugeflüstert da dieser ihn aber
für einen durchaus rechtschaffenen und
tüchtigen Arbeiter hielt, so schenkte er
den giftigen Reden nur wenig Gehör,
konnte aber doch auch nicht umhin,
manches Befremdende in dem Hand
langer zu finden.
So mochten etwa sechs Monate ver
gangen sein, als fich plötzlich ein Er
eigniß zutrug, welches die ganze Stadt
in Allarm versetzte.
An einem Sonntag Abende, als die
Dämmerung bereits eingetreten war,
faß Michael Pelzer, der fortgejagte
Handlanger, an einer Ecke der neuen
Kirche, wahrscheinlich die Gelegenheit
abwartend, wo für feine langen Fin
ger etwas zu finden sei. Da kam ein
feingekleideter Herr desWeges, welcher
den Neubau aufmerksam betrachtete.
Zweimal hatte er seinen Rundgang um
die Mauern gemacht, war auch an ei
nem offenen Mauerloche hineingekro
chen, hatte aber nicht gefunden, was er
suchte.
Der Herr hat eine auffallendeAehn
lichkeit mit dem verfluchten Jordan, der
mir das Brod genommen, brummte
Michael Pelzer. Was der nur hier zu
suchen hat?
Das sollte er bald erfahren, denn
der Herr trat zu ihm und fragte in
flüsterndem Tone: Sind Sie mit den
Arbeitern an diesem Baue bekannt?
e W a n e e
Sie schauten schnell hinab der
bat er wer nicht zu sehen, aber
Michael befand sich auch nicht mehr
auf dem Steinhaufen, welches also
wohl einen Schluß auf den feigen An
greiser erlaubte. Sie hielten es in
dessen für am besten, die Sache auf sich
beruhen zu lassen und nahmen ihre Ar
beit Wiederaus.
Ganz genau, antwortete Michael,
indem er sich erhob für ein gutes
Trinkgeld führe ich Sie gerne zu Mei
ster Rührig denn allein würden Sie
schwerlich seine Wohnung finden.
Der Herr zog eine schwere Börse
und legte dem Strolch ein Goldstück in
die Hand. Den Meister Rührig suche
ich nicht, sprach er, aber einen andern,
für denen Auffindung ich viel gäbe.
Eilt noch besseres Trinkgeld ist Ihnen
sicher, wenn Sie mich zu ihm führen,
aber über meinen Besuch schweigen
können.
Schweigen, wie das Grab, entgeg
nete Michael, aber vorerst muß ich doch
wissen, wen Sie suchen.
Es soll sich hier ein Mensch aufhal
ten, welcher bei dem Kirchenbau Hand
langerdienste thut und den Namen
Bernhard Jordan führt. Ist es nicht
so?
Freilich, antwortete Michael, zu dem
kann ich Sie sogleich führen, aber ich
glaube kaum, daß er Ihren Besuch
annimmt, den er ist hochmüthig wie
ein Narr und verkehrt mit Nieman
den, als mit dem Maurer Hartschlag.
Es ist ohnehin noch etwas früh, ent
gegnete der Fremde, machen wir einen
Gang ins Feld und warten wir die
völlige Dunkelheit ab.
Ist gar nicht nöthig, sprach Michael
wenn Sie im Geheimen mit ihm spre
chen wollen, so können Sie es ohne
alle Gefahr thun, dennNiemand kommt
hier vorbei, außerdem liegt seine Kam
mer so im Innern der Kirche, daß man
draußen nicht hören kann, was in der
selben vorgeht.
Wenn's so ist, sprach ber Fremde, so
schreiten Sie voran ich werde Ihnen
folgen.
Michael schritt voraus, der Fremde
hinter ihm her. Zwischen dem Ge
mâuer umhertappend gelangten sie an
den Bretterverschlag, durch dessen Ritze
ihnen ein Lichtschimmer entgegendrang.
Das ist die Thüre, flüsterte Michael.
Und hier eine Belohnung, entgeg
nete der Fremde ebenso leise. Gehen
Sie nun zurück, denn ich will allein
sein.
So leise sie auch hineingeschlichen
waren, so hatte Bernhard doch das
Geräusch vernommen und öffnete eben
jetzt die Thüre, in welcher er in voller
Beleuchtung stand.
Der Fremde schlüpfte schnell hinein
und zog die Thüre hinter sich zu.
Michael, welcher sich auf's Lauschen
legte, hörte einen grellen Schrei, dann
wurde es drinnen ruhig und nur ein
leises Gemurmel drang zu ihm.
Eine Stunde nach der andern ver
ging, das Gemurmel erhob sich zuwci
len zu einem lauten Ausrufe des Zor
nes es schien, daß die beiden sich hef
tig stritten.
Da ging die Thüre wieder auf und
Bernhard stürzte hinaus, während der
Fremde mit bleichen Zügen in dem
Bretterverschläge auf und niederschritt.
Bernhard eilte so hastig vorwärts,
daß er mit dem Kopfe gegen eineMau
er rannte und zu Bodèn fiel tote fchar
fen Kanten des Gesteins hatten ihn
empfindlich getroffen, das Blut rieselte
über sein Gesicht. Er strich es mit
der Hand hinweg, erhob sich und lief
weiter.
Den Bau verlassend, eilte er mit
hastigen Schritten dem Felde zu und
blieb an der Ziegelhütte stehen. Die
Bewohner derselben waren schon zu
Bette gegangen.
Bernhard pochte lange, ehe Hart
schlag aus dem gesunden Schlafe er
wachte und die Thür öffnete Wer ist
da fragte er. Ich bin's, antwortete
Bernhard leise ich muß plötzlich fort
von hier und kann den Morgen nicht
abwarten, um Abschied von dir zn neh
men. Grüße mir Frau und Kinder
forsche aber nicht nach, wo ich geblie
ben bin da nimm diese Kleinigkeit
das Beutelchen enthält von meinem er
sparten Lohne eine kleine Summe, die
ich dir mehr als zehnmal schuldig bin.
Hartschlag fühlte den Beutel in sei
ner Hand: er wollte Einwendungen
machen und Aufschluß über diesen
schnellen unzeitigen Abschied haben
afrer Bernhard hatte sich bereits losge
rtllctt und verschwand mit eiligen
Schritten in der dunklen Nacht.
Nachdenklich schloß Hartschlag die
Thüre wieder und ging aus seinStroh
lager zurück, wo er noch lange hin und
hersann, bis ihm endlich der Schlaf die
Augen schloß.
Am Morgen fand er seine Hand mit
Blut befleckt, auch der Beutel war roth
gefärbt. Das kam ihm zwar etwas
sonderbar vor, aber er dachte doch nichts
Schlimmes dabei. Um feine Frau nicht
zu beunruhigen, schwieg er einstweilen
von dem Vorfalle stille es wird sich
ja nachher Alles aufklären, dachte er,
und verfügte sich zur Arbeit, während
die ganze Familie mit sammt dem klei
nett Christoph sich draußen über das
Ziegelformen hermachte.
(Fortsetzung folgt.)
Die Wortâufer der Krankheit.
Unter ten $orliuftrn ter Krankheit find Trägheit fct#
Blutumlaufes, ein unnatürlich abgemagerter Körper
zustand, ter ta anzeigt, tag ei dem Lebenssaft an nâb^
renken Eigenschaften mangelt, ein abgezehrtes bobleS
Ausseben, Unfähigkeit Speisen iu verdauen und ein Ge
füdl unnatürlicher Mattigkeit. Alle diese kennen al»
Anzeichen l'erannal'ender Krankheit betrachtet werden,
welche in ter Folge den Körper befallen und überwälti
gen Wirt, trenn er nicht im Voraus gefestigt und gekräf
tigl wird. Man kräftige ihn also unverzüglich und
wähle dazu das beste aller vorhandenen Belebungèmil
tet, Hosteller'sMaqcnbittcrcs» ein Elnir, das Zebn
taufenden kranker und enrlräfreler Personen Gesund
heit und Kraft gesehen bar, das von Acnten und Cbe
mtkcrit für ebenso rein wie wirksam erklärt worden, ta«
in diesem Lande unermeßlich populär ist, auch weit und
breit im Auslande angewendet wird, und ta# feit Iah.
rett eines der vornehmsten medizinischen Erzeugnisse
Amerika'S ist. .. y.
Reinigt das Bült
durch den Gebrauch
von
Ar.KiP!8tKoemzs
THopf EN
das alte deutsche
Mittel
gegen alle Krankheiten
des Magens, der Leber und
des Unterleibes.
Unverda«
liehketten
e e n
alle Leiden des weiblichen Geschlechts.
e e n
Vollbliitigkeit, Bleichsucht,
Uebelkeiten, Ohnmachten,
Hcrzklchscn,
Gelbsucht,
gegen
K a a u n
Stoikschuupfc»,
'ilKcutnalismu«
und Gicht,
gallige, remittirende und intermittirende
Fieber,
Gegen: Krankheiten des Blutes,
der Nieren und der Blase. Gegen:
Dyspepsia,
oder Verdaungs Beschwerden, Kopf
schmerz, Schulterschmerz, Beklemmung
der93ruft, Husten, fauresAufstoßen aus
dem Magen, Schwindel, schlechten Ge
schmack im Munde, Gallenleiden, Herz
klopfen, Schmerzen in der Nieren-Ge
gend, und hundert andere Krankheits
Erscheinungen, welche durch Unser
daulichkeit erzeugt werden.
Gegen: Haut-Krankheiten,
Ausschläge, Schwären,Salzflüsse,
Flecken, Mitesser, Geschwüre, Carbun
kel, Ringwurm, Grindkopf, schlimme
Augen, Nothlauf, Krätze, Schorf,
Mißfarbe und andere Krankheiten der
Haut ist der Gebrauch der Tropfen von
unvergleichlicherWirkung. Eine e i
n
z i e Flasche wird in fast allen
Fällen den Ungläubigsten von der
Wirrung dieses Heil-Mittels überzeu
gen.
a e E u e u e i n u n
i e e s u n e i E u e s O r
a n i s u s w i die o e
Die Flasche
a u e
tropfen
kostet 50 Cents, oder fünf Flaschen 2
Dollars, sind bei allen Apothekern und
Händlern in Medizinen zu haben.
11 üRnrifipfft
\v
iUUlmil
burger Tropfen kauft, laßt euch von
eurem Apotheker oder Händler die Na-
mens-Unterschrift vonA. Vogler«.
Co. zeigen, damit ihr nicht durch
schlechte Nachahmungen frdögt* wer­
det.
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BANK.
Deutsch- Amerikanische Bank,
(A-»fol«er sen Milllus Bro». und Dunbar.)
$200,000
Stonä -u.Wtthstl-Gtslhist
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stehen jederzeit »dne »erberigt Kündig»»« i»t Scrfft*.
»ng der Deponenten. 8«r auf längere, bestimmte Z«
eingelegte Velber werden sechs Prozent Zinftn sergstttt.
Zn diesem Departement können an ten ®o&entaew
Sc« 9 Uhr Morgens bis 3 Uhr Nachmittags und Sonn
abend Abend von 6 bis 7 Uhr Beträge ton einem letter
aufwärt» gegen Zinsen teponirt werden, eirtulett
und Regulationen sind in der Bank unentgeltlich in ba
ten.
W e s e
«ttf alle HanptplStze Europa'S und der Ber.
6t««tau
5-20 tnb andere Ver. Staaten Send» zum günstigste«
Marktpreise.
o u n S i e
Fremde und einheimische M2n,en kon«e» zu« hDchßr»
Werthe in Papier umgesetzt werden.
Die Einziehung von Erbschaften
und ta» Inkasso on sonstige» Forderungen in alle»
Theilen Europa's und der Per. Staaten, wird prompt
besorgt.
V o a e n
Todtenscheine, ?erzicht«leistung-, Echenknngs- «».
dere far Deutschland bestimmte Urkunden »erde» ««ter
Garantie der Rechtsgältigkeit angefertigt.
zur Seife «ach und in Europa.
e i i e e
auf alle Hauptplâxe Deutschlands.
Die Bank übernimmt ferner für 8u»irttge tei »#.
ßige Commissions-Berechnung
die Verwaltung von Grundeigenthum
und sonstigem hier belegenen LermSgen, ebenso die
auf beste kqpsthekarische Sicherheit.
Schisfs-Contraete
für Dampf- und Segelschiffe zu dcn billigste» Preise«.
Agentur der Bremer und Hamburger
UP am schiffe*
Inland Passage-Scheine
zur Reise »en Re» Aork und Baltimore nach St. Va»k
t» den niedrigsten Preisen.
A. Hölterhofs.
Briefe find zu adressiren an
Jacob KIEFFEB,
Händler In allen Sorten
Schmalz,
Salz- und Rauch Fleisch,
Ecke der 7, und Franklin Str.
Ich erla»be mir einem geehrte« Pnbliknm tefamt
zu machen, daß Ich das früher von Hrn. Ernst foTfwrier
gehaltene
Wurst
Geschäft käuflich übernommen bäte«,
und alle Bestellungen »e» in und anßerhalb der Ttadt
prompt besorgen werd«
J. Kiefer.
Die Hauptagentur der beste«Zelt
schriften, wie
Me ttoâ 1
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„Deutscher Hausschatz." Kalender.
Schulbücher
F. Lange,
Händler t«
JchmllcksachcuJhreu u. Ailberwaore»
(äyfe der Dritten u. Market Str.
mien
(Deutsch und Enqlisch.)
Sichere Heilung von Gicht und Stiftn*
matiâmuè oder Belehrung über dne ein.
-ige, sichere, leichte und schnelle Heilrer.
fahren hei Rheumatism»« imdMIcht durch
naturgemäße und in den ("artnacfifi'rcrt Fällen hfil^
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(lent? oder fccreit Werth in Postmark«« portofre
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S a r-C ass e.
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V e S a a e n e i s e K
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A. Milkius, Präsident.
John Zz. Sanborn, VieePräsident.
Hustav Wilkius, Cassirer.
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T. GoHian, 3. M. Weed,
Mathias Holl, gerb. Willin«.
Wild, kindeke, Zodn V. Sa «bor»,
Wilb. Consta«», Bernhard Michel,
Uri L. Lamprey, Jodn Matdei«,
Sfcr. Stahlma»», Wild. Molcher,
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THE GERMAN AMERICAN BANK,
ST PAUL, MINN.
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German Medical institute, 521 Pine
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St. Louis. Mo.
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