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Der Nordstern. [volume] (St. Cloud, Minn.) 1874-1931, February 17, 1876, Image 1

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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RechtS-Anwalt.
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in St. Cloud, Miun."
D. & €vmf
Gr»»deigenthums- u. Bersicherungs
Agent.
-'s Offtee im Court House,
J.W.Mebroth, I
Händler in 'v
Hüten, Kappen und fertig ge
machten Kleidern.
Mktzroth'« Block, Et. C!^ud, Mir»
ft dtzafflt sich mich zu besuchen.!-
Dr. C. S. Weber.
Homoöpathischer Ar^t.
H«»«ipathische Bücher
—und—
Arzneien,
i* |t»(wr Auswahl stet» v»r?«ithig.
Ct. Cloud Mm«.
Gmelin
Deutscher Arzt,
Wm»darzt und Geburtshelfer.
H«at?r«n?heiten eine Speeialität.
Osfier und Wohnung neben firüuicr'e
H«t«l, «t. eioub.
D. A. Zi.'eder.
de»tfcher Urit, Wundarzt und Ge
burtshelfer,
bietet 4«ne Dienste in diesen Eigenschaften der
Vrvölkernng von Reu-München u. Umgegnid an.
vffiee und Wohnung in Neu-München,
•t«*«#-6# Minn. 25—
^7 Dr W. Proesch.r
D«»tfberArzt!
Dfstce: 3 Thnren unterhalb
WeElitre'S^Bank, St. Cloud, Minn
•ÄS
J. E. Campbell, M. D.
Elektischer Arzt «ä6 Wundarzt,
chymtfche und akute Kr«Bheiten..
Wie kommt Ihr nun zu so schlimmen
Meinungen von den Menschen? fragte
icr Verwalter -fust qcdi nckt. Euch muß
es gatübtiwvytg?
trlfujfigi UWme,'
E -i dete^cvx
»I «'.-.*6 N :j.
r'
-ft it if i'. r'
$4 JJF '4/
äning ist nicht schwer. Ich
tn vielleicht besser, ais
Ä.hat, Herr Bcrwalter
achter de« reichen Werden-
kerg gernchatten, dus erkannte ich beim
Erntefeste und daß daraus nur Itn
ÄSS entstehen könnte, lag doch auf da
Hand, rotnigflettS für einen Mann »o:
der Ersahrnntz. die ich besitze.
In wiefern tag es auf der Hand, Mei
ster Erter? dtfngtt Ludwig.
In wiefcrM? fragte der Fiedler und
.ollte in unhewüßtem Spiel mit dtr
Bpitzc seine» Diße« einen Kiesel hin und
.ier und 6lifM|U V»den, btSweiten ade,
aber auch auf urtd Ludwig gerade in bit
Äugen. In »chefx«,? Ist der alte Wer
denderg nicht ein Millionär?
Gewiß, ab« daS ist doch keine Ertlä
miß für die Süherheit Eurer Boraus
'«flung:
O doch, Hekr Bemalter dies reichen
^eute sind alle Schufte, um so^größer,
Schufte, je rfid^rjie sind. Das Y?ld
gibt ihnen die Wacht in die Hände, An
dere. Aerwere zu verderben und sie
wcndrn dies» Macht mik einem wahren
Behagen un.Jobafd sie recht tief verwun
den können.
Er hatte b$OB«rtc in ganz ruhigem,
festem Tone gesprochen dieselben war«»
unMcifelhaft der.A»Sdruck seiner inner
sten Ueberzeugung. ?lnch der ruhige,
feste Blick, mit weichest er dabei Ludw
anschaute, sprach für diese Ansicht. Lud
•»ig erschrak fast bei dieser bösen Rede,
Sic dennoch nicht der Ausfluß eine« bos
*)aftcii Charatteranlage sein konnte.
se?n,«M^slch hatte.
::»b Bedingung zu fällen
Jpabeit Sir's nicl)t 'in rigrwrit Fleisch«
ijaijmi, biifi diese Ärt des Uriljviid im:
iiiul und gcbäjiiß ch int, in WZir
iivit iibor nur zu i^tjr iirrrchtigt ist? Ich
sage Ihnen, cs sind biuidürsligc Tigcr,
reiße onnneti, diese reichen, fetten Protzen
ui'.i) wenn Sic t5 nhntrii, daß
mei lafjcn luir'S! (£-3 ist bitjvr für Sie.
3ie heben erst feine Idee baumi, in Ludwig schleppte
ivelch entie^licher Weise, noch mehr oi§
die höchste Bösheit es sich beitoinmen
ließe, gerade Il?r Dasein tn seinem Keime
von diesen Schuften geknickt worden
ist. Ja, schauen Sie mich nur jo nei
lt Hilbert an auch hierfür liegt bit Deu
rung da unter uns in dem Grade, dessen
Der tolle Heinz nickte mit dem jkopfe
und zeigte zu seinen Füße», ans das Grad
von ^ubwig'S unglücklichem Vater, dann
hinüber nach dem Grabe, aus welchem er
gefiedelt hatte.
Ja wohl,, ein gräßliches Geheimniß,
und die Opfer desselben sind Der hier
unter uns, bit Anbere dort in jenem
Grab?, Sie und— ich. Vier Personen,
wollt Ihr schweigen?
Warum soll tch reden? Werden Sie
ben Much haben, Vergeltung zu fordern,
zu nehmen? Wenn ich die wißhelt
hä-te, aber ich bin ja selber zu sch'. ach
und zu gut dazu gewesen.-
Er bückte sich nach seiner Geige und
nahm sie wieder unter den Arm. als rootle
er nun den Kirchhof verlassen. Aber
Lndwig, dessen sich eine fieberhafte Auf
regung bemeistert hatte, hielt ihn fest und
ließ ihn nicht fort.
Bleibt hier, sagte er—bleibt hi .r! Was
wißt Ihr? Redet! Sprecht!
Was ich weiß? Ich weiß, daß Sie
schwach und thöricht und noch lange nicht
zur Thai und zum Handeln retf sind.
J'lnen muß noch Schlimmeres geboten
werden, denn wenn ich Ihnen heute sage:
Auch in Wally täuschen Sie sich, auch
von dieser werden Sie hintergangen und
betrogen werden, weil das Mädchen reich
ist so lachen Sie mich heute aus und
glauben mir nicht.
Nein, das glaube ich heute nicht und
werde es niemals glauben! rief Ludwig
heftig.
Vis Ihnen der Glauben in die Hand
kommen wird, gerade wie es mit meinem
hinweise hier auf das Grab Jhrs» armen
Vaters ergangen ist.
Wieder machte der Geiger einen Ver
such. sich zu entfernen. Umsonst. Lud
wig war entschlossen, ihn .nach solch du
fteren Andentungen nicht von jich zu h»f
sen, ,h«e daß er mehr erfahren oder
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Wfl'i«, *6imM Ihr bflwou schon
»a» W»«en würde? fragte Lud
»iff. Wie »er c# möglich, gerade da
mtiis eine Pr^»h«zei«ng z» gebe», die fr
unbe«chtigt Wie uur immer msglich er
i*ti«en
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Gebt mir die (Brtjtärung
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'bne daß Jener eingestanden Hütte« er
'sie eigentlich doch nichts. Denn Lud
ig tonnte nicht umbin, er mußte
"n, der tolle Hein, treibe nur ein tolle?
«»b frivoles Spiel mit itm, und mit all
feinen. Andeutungen fei nichts Reelles
vorhanden, «gß sollte denn hier für
Geheirnniß möglich fein liefen
Gedanken lieh er auch Worte.
Meister Erler, sagte er »m» Ihr
nicht wollt, daß ich alleS voi»Oych Ele
sprochene für-inhaltslos und lehynHchtt,
so erklärt Euch jetzt wetter, ich bitte Euch
darum.
"sin
vier, an diesem Orte, unfein btt
tenden Nacht 1 aaie der Geiger.
oifäx ^Ewf.chraailN,K^W^».. ftin Znckerstes empörte "sich.
Pflege selbst dem Sohne des Gerichteten i's Chr geflüstert hatte. Wie mochte
von Rechtswegen verwehrt worden ist
Mensch, Ihr bewahrt ein gräßliches
Geheimniß! tief Ludwig überwältigt.
zeitlich »itb ewig unglücklich und Einer,
der Alles verbrochen hat und lebt und dürfen, so ha.te ihn Erler nicht angelros^
lief)'6 wohl sein läßt. Hahaha, ist das fen. Aber e: blieb doch zu Hause, zun
nicht schön, Herr Verwalter Er fühlt bete die Lampe an und nahm ein Buch,
sich wirklich ganz wohl, deeser Eine! I tn weichem er nicht Ins. Er blätterte
Aber so redet doch, Meister Erler! darin gedankenlos, zerstreut.
Wenn es noch ein Geye!mn:ß giebt, was I Da pochte es an der Thür, und Lud
mich selber betrifft, so hade ich ein iiiecht wiz warf das Buch fort und rief: Her
zu forschen und zu fragen. Warum ein!
atS er sich oer Wvrtr des Geigers eriit
nerte: auch in ihr werde er sich iaujchcn.
auch von ihr werbe er betrogen unD hin
tcigangen ivc.l jte reich |ci. .sM--:
XVIII.
Der nächfolgenbe Tag verging, wie
schon manch einer vorher vergangen mar.
sich müht am durch die
Heil hinflurch, uitb seine Gedanken roeii
ten bei Wally. Vln tun tollen »)emz
dachte er wohl, aber da die Nacht zwi
schiti dem Jetzt und der Scene vom
Abende vorher tag, so dachte er nunmehr
schon ruhiger darüber. Es war eben der
tolle Heinz, der ihm aufregende Worte
er daraus viel geben Das Spiel dec
Fiedlers aus dem einsamen Grabe, in de»
schweigenden Mondscheinnacht. war bei
alledem noch das Schönste und Beste ge
Wesen.
Die Arbeit des TageS war gethan, die
Feierstunde hatte gxschlagen. Lndwiz
zog sich aus sein Zimmer zurück, um den
G.'iger dennoch zu erwarten. Eine turzt
Zeit hatte er sich nut dem Gedanken gc
tragen, dem wunderlichen Menschen lie
ber aus dem Wege zu gehen. Er hätti
nur einen Spaziergang unternehme»
Die Thüre öffn*te sich, Heinrich' Erler
trat mit höflichem G.uße ein.
Also doch das^ Versprechen nicht ver
gessen, Meister Erler fragte Ludwig.
Nicht vergessen, wie Sie sehen können,
Herr Verwalter, gar nicht vergessen.
So kommt und nehmt Platz, denn Ihr
werdet doch etwas länger als sonst blei
ben.
Das glaube ich auch, Herr Verwilter
vorausgesetzt nämlich, daß Ihre Be
gierde zum Hören heute noch dieselbe ist,
wie sie gestern Abend war, sagte Erter,
sich niederlassend.
Ihr habt mich allerdings etwas neu
gierig gemacht, Meister Erler, versetzte
Ludwig nachdenklich obschon die Neu
gierde tonst gerade nicht meine Sache ist.
Wiederholt habt Ihr von einem Geheim
nisse gesprochen, habt rätselhafte An
deutungen fallen lassen—und dann Euer,
wie es scheint, oft wiederkehrender Be
such des Friedhofes nut der Fiedel unter
dem Arme wie gesagt, ich bin neugie
rig geworden. Es muß hinter all dem
doch mehr verborgen sein, als man Euch,
rund herausgesagt, zuzutrauen gewohnt
ist, Meister Erler.
Er blickte, als er das sagte, fcharf und
forschend an. Dieser aber hielt den
Blick ruhig aus. Nur ein wenig spöttisch
zuckte es um sci ic Mundwinkel, und er
sagte:
Wenigstens find Sie ehrlich und ge
Und Sie werben eS auch fein, Meister
mmm
Clßd, Mwi,, Himech^tze« N. Fetr»« 187«.
tjmchh
itte Eut
s.
?hin denn.' to^itft~(Ftich Ort und Zeit
»ich! passen, so will ich nichts dagegen
sagen. Aber versprecht Ihr mir, A«if
schiuß geben z« wollen. Meister Erler?
#uf Ahr« Verantwortung hm. jr
Wenn Sie dann keine ruhige Stunde
mehr haben »erden Ihr Lebtage, so ist
d«S wahrhaftig nicht meine, sondern
Ihre Schuld.
Darüber streiten wir uns jetzt nicht.
Genug, Ihr wollt Euer Schweigen bre
chen, gleichviel wem die Verantwortung
für die Folgen anheimfüllt. Wollt Ahl
also morgen Abend zu mit kommen
Hch werde Euch auf meinem Zimmer er
warten.
Schön, ich will da sein, pünktlich als
gelte es eint Botschaft uop gnädigen
Fräulein.
Und Ihr werdet rückhaltslos die solle,
ganze Wahrheit offenbaren
Ja doch, Herr Verwalter, obschon
eigentlich noch nicht ganz die rechte Zeit
dazu ist. Aber verdammt, jetzt spüre ich,
düß es kalt hier ist sr: und m"dtr echenu
steht noch ein volles'G as Branntwein
für mich, das ich schon bezahlt habe.
Gut« Nacht, Herr Verwalter.
Gule Nacht, Meister Erler bis mor
gen Avend! Haltet nur ja auch Wort!
Der Geiger hatte sich entfernt, und
Ludwig blieb eine Zeit sinnend und in
feine trüben Gedanken verloren auf dem
Hricdhofe zurück. Ais auch ihn zu frie
ren begann, oder befser gesagt: als er es
endlich suhite, baMhn Ttitr, oa riß er sich
ndlich gcwaUstun loi^und trat den Rück
weg nach dem Gule'i^z-Äord^eini's an.
ell leuchtete befSfwid ihm auf fet^
ntm einsamen We^e aber der trübe
Wanderer hatte dafür keinen Gedauic«.
und leine Empfindung. Ex. dachte an
E-ist
Sie für/
bach
der Oheii
Vaters,
inHSÜhi
,/ ..,
5
i'f b^i
tt'r ual tlrz und bündig dazu, nicht
wuhtß
So viHIp daS wird machen lasten
.wiß. I«r ich muß weit ausholen
='finer E«Mlung. Herr Verwalte?, und
i« HantWtzGreben hin ich nicht fertig.
^Dek IlsWAnfang aber ist von einem
Ma«u«»H« Sie noch gar nicht kennen,
Vr aber 4N-Nächster Zeit bei Herrn Wci
denberg MU Besuch eintreffen wird.
Wer «ßidas fragte Ludwig rasch.
Er dachte
chcn der
konnte,
dringen.
einen jungen Mann, wei
ter Wallys gewillt sein
Tochter alt Gatten ousju-
Einer von der Art, wie
erwiderte Erler, der Stein
ten leicht errieth. Es ist
ally's, der Bruder ihres
Sictor Werdenberg.
Ah, derselbe, welcher seit langen Iah
ren nicht in der Heimath war?
DerseZbeHerr. Er hatte wohl guten
Grund, Mryeimach zu meiden, und bei
Gott, eigentlich ist es mir unbegreiflich,
woher er selbst jetzt noch den Mnth ntnnnt,
zurückzukchMl!
Wird er für die Dauer in Brendlin
gen bleibe# fragte Ludwig, welcher an
den BerbsMmngsplan von Wally's Ba
ter dachte, jenen Plan, durch welchen er
dazu war hch»ogen worden, selber jedem
ferneren w&fehr mit der Geliebten zn
entsagen Denn Viktor Wcrdcnberg
aus seinepenglitoen Hafenstadt für die
Dauer nach der Heimath zurückkehrte,
dann war dieser Berbannnngsplan viel
leicht überhaupt nur erlogen wesen,
um ihn jiHittrügen und er war thö
richt gewqeq. sich betrügen zn lassen.
Ich wem nicht, wie lange der Mensch
zu bteiben^tbenkt, versetzte Erler. Ich
weiß nur,1»H er als Besuch angekündigt
ist und erwartet wird. Aber ich glaube
nicht, daß?r es lange aushält in Brend
lingen. Er müßte sonst mehr als ein
steinerneS^xrz haben. Der Boden wird
und mujKhm unter den Füßen brennen.
Warnitz?
Weil ti ein Mörder ist, Herr Verwal
ter, wirkljch und wahrhaftig ein Mör
der!
Mann, was sprecht Ihr da so kühn
und verwegen aus? rief Ludwig.
Nichts, als was ich weiß unb vertreten
tonn nichts, was ich nicht, stünde er jetzt
iMcr vor mir, ihm in's Angesicht sagen
wurde. Mir ist ein Mörder, Herr Ver
Wtilter^in Mörder 2
Der Dorsgeiger hatte sich von seinem
Stuhie erhoben. Es schien, als habe er
teme Ruhe zum Sitzen. Sein ganzes
Wesen war aufgeregt und leidenschaftlich,
und dabei merkte man ihm doch nicht,
wie sonst wohl oü, an, daß er vorher ge
trunken gehabt hatte.
In Luowig's Hirn wirbelte es- Wal
iy's Oheim ein Mörder, er selber der
Sohn eines Hingerichteten—was k.miite,
wenn des Geigers Angaben begründet
waren, der Vater der Geitcbicti vernünf
tiger Weise noch gegen ihn cinzuwenben
haben?
Aber wie kommt Ihr zu so tollen Be
hauptungen, Meister Erler? fragte er.
Toll? Ja doch, ich bin darum der tolle
Heinz geworden, weil ich's wuß:e und
doch an dem Unglück nichts mehr ändern
konnte. Das kann einen Menschen toll
und verrückt machen. Aber mit w«
ntgen töorteri will ich die Hauptsache
sagen.: Ihr Vater, Herr Verwalter, ist
gerichtet worden, weil er einen Raub
mord soll verübt haben. Erinnern Sic
sich, daß er den Raub zugab, den Mord
aber bestritt? Man erzahlte mir das
wenigstens seiner Zeit so, denn gerade
als die Geschichte spielte, war ich weit
weg.
Es ist allerdings so, wie man es Euch
gesagt hat. Mein Vater bestritt bis zum
letzten Aug. nblicke seine Schuld an dem
Tobe des Offiziers. Er habe, sagte er
aus, den Offizier schon als Leichnam ini
Walde «n jener Eiche liegend gesunden
und habt ihn, weil er in Noch war, aller
dings geplündert. Aber den Mord be
stritt er, doch Wußte er nicht, wer ihn
mochte begangen haben. Ich habe mir
einmal selbst die Acten und Protokolle
vorlegen lassen.
Ihr armer, bejammernsroeriher Va
ter, Herr Steinbach, sagte hierauf der
Geiger erhobener, feierlicher Stimme
der hat die Wahrheit ausgesagt
Ewigkeit hinübergegangen. Er war
kein Mörder, seine Hund war rein von
Blut, und in dieser Beziehung können
Sie vollständig beruhigt ein.
und ist nicht mit einer Luge in die witz hatte sich auch viel um Rosa bemüht.
Er führte von vornherein Schlechtes ge
gen sie im Schilde, fing es vielleicht aber
zu plump an, weil er auf seinen Adel
vertraute. Da er nun nicht zu seinem
Lubwig wußte nicht, was er sagen
sollte. Er war auch längst oufgtfprun^ .»«»,,
rrdi a
Vi'«» vr- 3 rga C?
S *!fi! i.5« -'h- tu
Gewiß. Herr, gewiß. Sie wissen, daß
ich ein BreyhliNLer (find bin. gleich Ah
nen. gleicherem Vater. Auch unter
dem Grabe, auf dem ich meiner Geige
manchmal sitze, ruht ein endlinger
Kind, und bei Gott das beste unb schönste
seit Menschengedenken und aus lange
hinaus. Sie sind,zu jung, um von der
Geschichte der schönen Rosa tkröning et
waS zu wissen, außer was etwa a te We
ber davon schwatzen mögen,, die Alles zu
verdrehen pflegen. Aber ich weiß da
von ..."
Zur Sache? zur Sache!
ihn Ludwig dringend und Vh
Der Geiger machte eine Pause. Es
schien, eis werde er doch von den Erin
Hertingen, die er selbst, wenn auch stiich
tig, heraufbeschwor, auf daS L^bh fteste
ergriffen. Ludwig aber that sich sichtlich
Zwing an, den alten Mann nicht noch
einmal zu unterbrechen. Ob er von dem
bisher zählten seinem Gedächtnisse
sonderlich viel einprägen mochte, das
konnte gewiß als fraglich erscheinen.
Also wir erhielten Unterricht, fuhr Er
Icr fort ich auf der Violine, si- im &:
sang. Wir wohnten getrennt, und ich
konnte nicht gut fortwährend in ihrer
Nähe sein.' Bald bemerkte ich, daß man
cherlei junge Herrchen sich um die schöne,
gefeierte Rosa bemühten. Ich wurde
unruhig aber ba Rosa den Lassen ge
gemiber kühl blieb, so beruhigte ich mich.
Zu meinem Schaden geschah es. Zu
spät erkannte ich, daß doch Einer auf ihr
unoeidorbenes Herz Eindruck gemacht
hatte, und die^r Eine war der öru=.
der des Brendlinger Herrn, Viftor Wer
denberg. Ein Anderer, ein Offizier Na­
a a N a
Desjenigen, welchen mein Vater angeb
lich ermordet haben soll!
So ist es,, Herr Verwalter, bestätigte
der Geiger kopfnickend. Passen Sie nur
recht auf ich erzähle nicht das Geringste
ohne guten Grund.
Fahrt fort, fahrt fort daS Ende
die Ermordung wer war der Mörder?
Hören Sie. Dieser Bruno von Holt*
verirauie. ^a er nun nicyl zu icinem j,v
Ziele kam, so ärgtrte er sich
müssen und abhauen lassen. Wäre ich Beibe gleich verhaßt waren. Lassen wir gerade zuredet,
thum in den Händen hatten, die Schufte. Eiche, die am Wege von der
zqde au^ H.'« ^ermaUer,4wi.ft«ht s«^, schuldig Hmgee«h«l worden f^-,kbaß triBaume und sah und hörte mit teuflisches wiederzusehen jetzt-.
den Mord nicht verübt habe, um besten Schadenfreude zu stellte
-1
•mA
xn*
xifi
und nahm
eine gemeine Rache, indem er das
jt
W-
Vlftt i$:
toiOeit er zum Tode verurteilt worden
ist DaS Andenken meines Vaters darf
für mich die höchste Bedeutung bean
spruche», auch dann, wenn von dessen
Ehrenhaftigkeit ober Unehrenhaftigkeit
nichts abhängen sollte. Ich frage Euch
also: woher wißt Ihr eS, daß mein Ba
ter den Offizier im Walde, an der alten
Eiche, nicht erschlagen hat
DaS weiß ich daher, daß ich selber zu
gegen war, alS der Offizier erschlagen
wurde.
Ihr zugegen gewesen? Ihr zugegen
gewesen? Wie ging daS zu? Wie tonn
tet Ihr so lange aber so sprecht und
erzählt doch um GotteSwillen im Zufam
menhange!
nterbrach
dringend und Vh
Der Mord, und meines ißatcrsfySchulb'
iojigkeit, darauf kommt es an!
Aber ich bin ja leider bei berjEathe,
Herr Verwalter! entgegnete de» tolle
Heinz. W. nützt Ihnen ein auS dem
Zusammenhange berauSgfrissenes Stück,
wenn ich nicht alles der Reihe nach ge
ben kann. Ich werde schon kurz sein.
So sprecht nur, vorwärts, vorwärts!
Rosa ftröning, begann der Dorsgeiger
auf Neue war ein Mädchen, um et
liche Jahre jünger als ich, und mit mir
entfernt verwandt. Sie hatte eine herr
liche Stimme. So schön, wie sie, ?ang
Niemand im gan-en Kirchspiel, und
wie das gekommen, das ist ja gleich«ill ig
sie wurde unterstützt,''um ihre Et mme
noch weiter auszubilden. Sie kam mch
der Residenz ui'b sollte einmal Sängerin
werben. Ich wurde mit ihr nach der
Residenz gethiin, um meines Geigenspiels
willen, daS man eben auch lobte und dem
man eine grvne Zukunft prophezeite.
Wir gingen mit einander aus Brendl
gen fort, fchon nicht mehr Kinder, und
bei Risa's Schönheit und Lieblichkeit
roar's fein Win ber, daß ich nur Au geiz,
nnd Sinn für sie hatte. Ach "dachte, six
in ff mich i'ebcn, und sie behandelt
mich auch lieb 111d freundlich, aber nur
wie etwa einei Bruder und Freund
Freilich sah ich das erst später ein, und
es war schrecklich, wie ich's einsah. Abr
so lange hielt ich dafür, sie sci nur mäd
I chnchiift, scheu und zurückhaltend, liebe
mich aber in Wirklichkeit innig, gleich
einer Braut.
arme,
gen und stand vor dem Geiger, starren unschuldige Mädchen in Verruf brachte. £rrr ®£'ch Werbenberg. Ta veredete
Blickes, mit halb erhobener Hand, wollte' Er rühmte sich großer Vertraulichkeiten,' fte ^er ©chur'e Zur heimlichen flucht, sie
sprechen und brachte kein Wort hervor. und da Victor Werdenberg
m» der Zwi-! k"'g
mit ihm aus und davon, getraut
Sie sind versteinert bei solcher Kunde, schenzeit wirklich Rosa's Herz gewonnen hflt kem Priester und als er ihrer
sagte Erler. Glaub'S Ihnen gern. I-?, hatte, was ich noch nicht wußte, sondern: übetdtiijitg wir, ba ließ et sie in Iau^
ja, Ihrem Vater, den ich ganz gut kannte, nur ahnte, so kochte
in Werdenberg die
denn wir waren zusammen jung Ih- Rache gegen den adeligen Schuft. Nun Brendltngen zurück, um da1 zu sterben
rem armen Bater ist's auch an der Wiege pasien Sie genau auf. Victor Werden-! und als ich von meinen Jteisen in uue
nicht gesungen worden, daß er sein Haupt berg wollte an den Offizier, ich wollte,, Welt auch zerlumpt und heruntergekam»
würde als Möiber auf ben Block leye wenn irgend möglich, an Beide, weil mir wen im Heimathsdorfe emtehrte, da kau»
nicht davongelaufen, dann konnte es 1 die Nebenumstände außer Acht. Genug,-und auf ihren Wunsch noch oaSued zu
vielleicht noch anders kommen. Ich, der Offizier begibt sich einst nach dem I fpiflen von dem Reif tn der JruhltrigS«
sage vielleicht, denn recht bran glou» Gloriett. Victor Werbenberg folgte ihm! nacht und von den zarten Blaublumelein.
ben kann ich nicht, weil die den Reich» -—ich folgte heimlich Beiden. An
der
Residenz,
Meister Erler, nahm nun der etwas, nach dem Gloriett gelegen ist, trasen sich? wir das Herz gar Pt voll ist. dann geHe
zur Besinnung gekommene junge Mann! der Offizier und Victor, der damals! ich wohl heute noch zu »hr und fpiele i»r
das Wort Meister Erler. Ihr habt Student war. Es gab einen heißen da« Lied. Ihr Verführer aber blieb
soeben behauptet, daß mein Bater nn-j Wortwechsel- »Ich stand hinter einem der Fremde und hütete sich, "te V«mat^^
*«t| tollt bort »ich,,.
-*ya
'I
r,-L tis ~--"A ir"j-A» f.
den Offizier um feiner ehrenrührigen
Äußerungen zur Rede, der Offizier *og
den Degen, um mit diese« der eiitget«
lichen Canaille zu antworten Meren
berg riß ein Pistol au« der Tafche.
spannte den Hahn ein Knall und
röchelnd sank Benno von Kottwitz zu
Boden.
Also der Bruder «eine* Pflegevaters
ist der wahr« Mörder rief Ludwig.
Gewiß, Herr Verwalter! Meine eige«
nen Augen haben es gesehen.
Aber Mensch. Entsetzlicher, warum
habt Ihr so lange geschwiegen und zuge»
geben, dgß ein Unschuldiger an Stelle
deS Schuldigen Ehre und Leben verlor?
Herr, men kann mir vielleicht Bor«
würfe machen, entgegnete Erler aber
nicht in hem Grade, als Sie ft vermei
nen. Ich bin ja noch nicht «W'-Ende..
So rebet redet! O Gott, mein Ba»
ter unschuldig geblutet mein Baterl
Er ist unschuldig an dem Blute bei
Benno von Kottwitz, so wahr ich der
Heinrich Erler bin, Herr. Wenn «an
mich vor Gericht, dem Victor Werden»
berg Auge in Auge gegenüber stellt, fo
tege ich meine Rechte auf daS Enteist*
unb schwöre ihm in'S Angesicht, daß er
der Mörder sei, ein doppelter Mörder,
indem er zugab, daß die Blutschuld einem
Unschuldigen aufgeladen und an dem ge»
rochen wurde.
Ihr könnet und Ihr wollet e* fo»
schwören, Meister Erler? ff
Ich kann, und ich will, Herr den*
er ist gar ein dreifacher Mörder.
Und ctor W nenberg, sagtet Ihr,
käme auS England herüber?
DaS sagte ich, und daS ist auch wirk
^ich der Fall. Er wird zum Besuch er
wartet.
Also könnte man bei Gericht eine An»
zeige m..ch.n und ihn vorladen lassen?
9j a tönnte.
Und Ihr wolltet tnnn vor Gericht
Alles wiederholen, waS Ihr jetzt gesagt
a a
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Bei Gott, boS wäre mir ein himm*
lischer Genuß, eS thttn zu können und
mich und Sie an dem Elenden rächen zu
können. Bei Gott, dann könnt« ich end»
lich ruhig sterben, wenn dieses Natterge»
zücht endlich zertreten und vernichtet
würde. Aber allein kann ich'# nicht thun,
ich brauche Hilfe, Ihre Hilfe dazu. Auch
Sie muffen Rache nehmen an diesen
Werbenbera'8 und passen Sie auf.
mit tortm Gelbe werben sie unS die Rächt
ichwtt genug machen.
Er schwieg unb sah flammenden AugeS
auf Ludwig und Ludwig blickte gepreßt
zu Boden und sagte lange Zeit nichts,
oiS er sich zu den hastigen Worten auf
raffte
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Aber die Fortsetzung, Meister Erler!
Ihr seid noch noch nicht am Ende gewe» 4
ten. v:5
Ja so, versetzte der Dorfgeiger mit
unnetfennbarcr Enttäuschung. tfi
Ihr wäret gerade bei der Ermordung/
Warum thatet Ihr damals nicht* in ter,
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Der Vorgang war dieser, nahm Erler
wieder mit mehr Ruhe alS bisher daS
Wort. Victor Werdenberg halte geschos
cn und aus der Stelle war Bruno von
Kottwitz zusammengebrochen. Nicht ein*
mal einen Schrei brachte er hervor.
Sein Mörder stand da, die Hand mit der
Waffe noch erhoben, ein Bild des Ent» ..
x-tzciiS unb der Angst dann fprang er 3
zu dem Gemordeten unb wendete ihn hin
und her, zu sehen, ob noch Leben in ihm r1
ei unb als er fand, daß er eine Leiche.
vor sich habe, da tannic er mit einem' -s
Male davon, kopfüber, sinnlos, ohne^
Richtung, hinein in den Wald, wo er am
dicksten war. '^iich ober ergriff's wie mit
Eiseshänden und schüttelte mich idp
hatte keinen Laut von mir gegeben beb*
aliebem ich lies auch bavon, in ent
gegengesetzter Richtung, nach der Stadt,«?»
und weil ich nun doch gehört hatte, daß
Rosa's Liebe nicht mir gehörte, baV
chnürte ich auf ber Stelle mein BündelA»^'
und ging ohne Abschied auf und davon«-,
in die weite Welt.
Und als Ihr wieder zuruckk^mt, ta
war in armer Vater bireits gerichtet,.^/
nicht wahr? fragte Ludwig. Sr
So ist es, Herr, bestätigte der Geiger.
Ich wurde liederlich, da meines Leben»
Halt mit Rosa's Liebe dahin war. St«^
hielt sich noch weiter an den Mörder, von
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eine Ahnung gehabt haben mag. Er
sollte ben Umgang mit ihr aufgeben, weil
sie nur eint Sängerin war, unb weil
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sch°n Victor's Vater g-r sehr den Ehr»
baren gerade so wie jetzt
u»...v,,----- ,rheranskehrte,
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^ie ist darüber eingeschlafen, und tch
h^be ihr die Augen zugedruckt, und »enn ^.
(9fortfetz«^folft.)
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St. Cloud, Minn.
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