OCR Interpretation


Der Nordstern. [volume] (St. Cloud, Minn.) 1874-1931, April 13, 1876, Image 1

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn83045350/1876-04-13/ed-1/seq-1/

What is OCR?


Thumbnail for

HBetterA«hM^.
#mmlgt|efcn Ma
Brick u. Kaiser,
Gt. El»«», Mi»».,
«pfchtM lbe* toaeetfeg, unb kostet jährlich in
O»ra»«bqahl»us: $9.0®.
gilt »tniget all Aonate tsick kin Abone.
an. MflcRommrn.
H»n Abonnent»«, die die Zeitung nicht au«»
HiRcklich abbestellen, wird angenommen, daß sie
Ad»»»««ent fortzusetzen wünschen.
M« VerMäuulung, oder Berveigenmg der
•Wlwa i* 3eit*»| von dem Postamt«, wohin
tzm»d»de«dert worden ist, sowie die Unter.
Ilflfciufl der Anzeige an die Herausgeber von be
n'ffc»(li1Ü»ii t«t»miMllcruuQ, «O der
MWO» bei
W«n **wtlfrri*itiltt
«I
Gm«
rtkffluo*
Wr HtzMimI^des'vMe« MmineimntMWrage«.
DGIOöWMM.
iflfcnMtong zur?lus»chi« «Npje,
11 w*w 9» t»n
Swifw twnecüA,
nämlich.!# 6c»4
£Ö| f&»tfoMjte WiwäAütP««^ 5 ftw
WWW* »m*m* t«?—
Wirt e»n Abwertet Vkjug
Wß$ «M
Mi« HrmMUbe» fww
ti
ifeA sie m» Stoat*»
Ar«Oaw» ä»
Schnelle, Gch-nste und Willigste
zu liefern
•ssrsr
üircuwre,
-A*
«. «nw
s. Tt.
sich dem P»bW» «K ?». nO
Mx WliM^MchW»..'
m.
1He«6» Stm-.
t« Ce t.Ha »I,
?t
6t. Ut»u», Äiee.
VWMMchWe^t»KefchAft
von'
:Tht.o&.
C. McChi re,
ftlflMu in Sa.nik- ÄrtrrfWI B6b #ea8 3®»
S»2?cH».iea «Ufr IvtMW» Ktv-nM A-so»g:.
•t. 6.tstib, öingi.
—m—
"TVs. I. M.MeGeXh»
^W«chM Ititi»,
l:
Händler in J,
«Ute terSg Ge
«achten Kleide?«.
»m,
m.
ti««, «NW.
e,avt ff», »ich te t»s«cl,k«.
iHl£
Dr. Wirt. Proesch,
1
•«tfftetafl*!
)f^ee: 3* ThÄen untcchaG
ure's Onnk, Gt. Cloud, Si v.l.
J. E Campbell, M. D.
EWtisch« Arzt wib» W«ck«z^
hcilt
chemische und akute Krankheiten.
Dr. C. S.
Homovpathischer Arzt.
Hsmoöpathische.Bücher
—und—
A
in «ee^et ^*et»a|l
stet« vorräthig.
Dr. Schumann.
Deutscher Arzt, Wundarzt und
Geburtshelfer,
Mietet (fine Dienste in diesen Eigenschaften der
«Viilkerung von St. Joseph und Umgegend an.
BT* Office und Wohnung in St. Joseph,
Stearnt Co.. Ainn. 12-3m$
5 SRimitfete Haus!
von
B. Overbeck
SM d„ ber Post Office» Et. Eloud Min».
JBf Diese» Hotel ist das älteste in St.
in Heireff gr^er de«ischer Küche,
"ib werben
Ite««erki»V. ..
G-schBte
ul
dem
Leben. Be*
Tafel einnahm e» galt, den Abschied S^,e"
vom JunqgefttwOMd feiern. Tcnn
in «MG«» ZaWn gedachte Wanz Mkn
zel vor den IMar zu wrtdn »nb tztintn
Shebi»ch mit dtzr Tochter tMf Schi^lsh
»inßWMwjw M|n die
l^wgdiüfc.1.11
Hermann
T!K 'i-- -l:| ^itschskld. ... Vi
I.
Au) $ein Sfttfjfl, Liudenbauer! Der
Lindenbauer joC leten, daß ihn der Ehe»
p«ntSWl niH chlljusehr drücke!
D^e Gläfer Flirrten lauter aneinander
r- was schadete es, wenn eine« zerbMch
und der ro:he Wein in Strömen über
den Hslztisch riefelte, daß er im Sande
eine Hache bildete?
Je toller
ti
herging, desto hffher stieg
die Lust mit sichtlichem Behagen schleppte
der mgrritdjit Kmgwirlh immer neue Fla
schen den Garte« des Lindenbauern,
der als Gastgeber den Ehrenplatz an der

.giiG
Hl fttak dNtv ipiJffl^0«MM«i äm rtfr
kw urtfc »erschWdM»W«d
Vkmm
im»
WManWn chi,Oand g^aichd hM».
A»anz Bcieprt ftm* an» Änfntm ttai
drtiwpr Zahl», aber in
hQk
LusttzMt
mWM»s HÄ j«WP»Mi»sch»i
nui, OKQmf leetih bl» SSMn fem Wut er«
hißd Mte itn6 btWWtt» hwk der Hall.
Mut ihn herm» fn|p« ft«» FreuM.
Nach alt* Sitte liepdn fk einenI
aim ÄrtmtwiMj die A»Wl fchiehrn, «he
die' AiiwcsenhM einer Hausfra« das
wilde Gebah«» Vtzr Welt hotter unter-
nz MmM hvM *ie Mtzr Crp
gW«fsen. tooyu die Rabe timnr gro
jm SsalR viri laÜMg. 6r hnt«e sich
manM-schöne MnMiisW Msa»W^t aber
Mr #flBbotne MMtzit feiiee Charakters
uchwte net ft Ittchi feine guten
en n.
Unter den PchiWWl W»nO« ich nicht,"
rief er in MwiBk«ti«tz b« letzten aus
MM»« SpewK ..bdl SBüb mub
"rbre pariren uitt uWilw, wer Herr
im Haus ist, und woA' die Anne! anders
a'« ich, möcht' ich ihr'« nVW rathen."
,.J«, bist e« pio«Uig»r Mann," rief
einer der Gtste lacheich eS war ber
Sohn bei reichW Wlberbeeen „und
Utf«eft wird w»hl 6W (Sinjute fein, was
die GG»i,il»W»slMMch
de!: denn Liebe-— fühTbie ist «nM weit
her." ft/
JBeijel iifiriifl auf $mt tüntf(|fllü^fe,
bei reichlich genossene Kein schien bereits
zu wirken.
„9hmm Dich in Acht, Christian," schrie
er itil schwerer Stimme, „Dein Spaß
könnte Dir schlecht beko««en. Ser da
Viat, daß die Ännel nur mein Weib wirb,! euigcsunden, als es vgl der Sali war.
alten Ütern uerTnrgett, der ist Tie .vcnigen, die das «etragen drs L»i-
$!
Sch' werbe ifu- für den Verkauf $N hcuiuicher ilvene in:5 toebtet deS L'iuocn=
cente zahlen, tio* heute Abend wollen Yofbeji»tO betreten," sagte er laut, „wirb
itftir der feje, bit wir hier su dttlbsti gar besagter ^ateü 5i^etthiit uerurtheut, vor
nicht nfltbiq biWciu ba«) Hau«, iibn'm fen «nw:|eüben einen Zigetntrtaiiz auf
I
Hopf anstecken." Z"suhlcn, den er wO?l von jeurfx Murler
I „Wir mÄ'itn f'c dulden^' mein® einer! ijvlernf haben wirb."
ber Gäfte,. ..hat sie doch da? fimie Wald-1 wtDrndo»«elüchtt-tze«n«»rlch»
®j Hänichen reblich tz^qhit, «eichei sie Wt uniWigen Witz.
i^fg, A»inStii.»de« ^'.?vb. be»owt. .«Herrlich," rief tS*u«itii§eW, „Seit»
schc« ilber rcdli
fi« Wrestff* Me»M«ft' hra# in und mich zu eincm_ guten
ein wä#cft&:«4tff a«!. erziehen suchte, deshalb »chieuder: ji)
wäre, wo der Pfeffer wächst wir pass.n
nicht für einander. Ich kann leinen
Jungen gebrauchen, der in die Bücher
mi
(ft. statt seine Gäste zu behielten. An I
die Ziqeunercillirief der Sohn deeiber Gä)te
Silberbauern, „fiustifcfein wollen wir." „Vitm^layt ihn," traten Andere
«ufti«, i« lustig!" schrie ber ganze zwischen, „laßt ihn lausen
Ruit ,hm nach. I Der Hausherr erhob sich taumelnd,
Aeraer stieg der Lärm: hier tönte lau« sein Antlitz glühte. Mit einem Ruck riß
ter Gesang dort klapperten die Würfel, er die Hundspeitsche vom Nagel, und sie
und in Strömen stoß der Wein. über Jakob Haupt schwingend, rief er:
DI huschle plötzlich in einiger Enifer- „Wird er gehorchen
uuna eine schlanke Gestalt durch den Der Unglückliche sprang aus, fern Auge
.... SHcu
Garten sie mußte durch eine
uferte gekommen fein, unb in eiligem
Sause, so scheu, als wolle sie in sich selber
verschwinden, glitt sie gedrückt an dem
Laubwerk dahin.
0
„Holla!" rief einer der Trinker, „wen
haben wir ba
„Ein Dieb!" riefen Andere.
I©«r Zigeunerjuuge, der Jakob ist es,"
meinte ein Dritter.
„Hallet ihn auf, wir wollen Spaß mit
ihm haben," fchrie der Hausherr. „Auf
die Hafenjagd! Eine Masch« vom Besten,
V«r ihn fängt!"
'itfKf*
it JC
Sehl hört« der Jüngling die Worte
de» Lmvendauern, wohl da« Jauchzen,
mit dem sich die Gäste von ihren Plätze«
erhoben und dem Flüchtigen nacheilten
die *ngft beschleunigte fei« Schritte,
H«6 leichtfüßig wie er mar, wäre rf ihm
ei« Leichte« gewesen, bei de« Zustand
fewer Herfa,ger zu entrinnen und die
niedrige Hecke zu ubcrflettew, die Kranz
Wenzel« Garten vom freie» gelbe
trennte. Doch ein Stein brachte ihn
zum Straucheln er stürzte der Länge
nach zu itiootn, und ehe er fich aufzuraf
fen vermochte, war er umzingelt, und mit
pohngeschrei ward er jetzt nach dem
Platze vor den» Hause geschleppt, wo da«
Trmigelagechatffanv.
Euie anmuihlge Erscheinung war Ja
tob Sticithal# der xlwa sechzehn Jahre
mo4,f»
B,"ulOrü^"'
scmeSweg». In fernem
Wüchse, jemtm
seinem tothwh ge»
iiwi ihn «fit bflfftni
aßNhSßOH tftitun
nd» tewfll» aM kw
Mibuchrn Teint um feinem tothBch
»o«en pa« Mti*#
Hauen nicht «der»
iuic)p »njpe |pn und»
«UM» ««»SwaG
«qMöhnliltftr
Ii0i* W»u«Swaft. *«e«rawrtm
i«w| H4»an sich seme Oti«d fast Tfeipto
«ch s«n» Ükdfe*ei^ i««* dlnen sich der
|N* de« %nuM« am Mtzchen her
wm* Gesicht w« toWwuicKhi «d dickt
Sch,«ch»GWii ptz»», twn sein« S«n
»Rm tMes willen, lasftn G«e n»ch los,'
•at Ok, »spSAir imU ich gmm 9MK stehen,
«Her jetzt mch» tmre* »Mutier liegt am
Steieeii, ich teer in der Stadt, den Dot
tcr zu holen."
viniy Stimmen MNRiNlibi tr|e6tn
sich oer SKun»e, doch de« Hausherr«
royes Lachen brachte fit z«n HvchwGM.
Vitchi» da, Du bleibst, *tiie Vlitc u»g
otzi« Dich anfahren. Ked« sollst Du
uur jcP stehen. Hier ist mein Grund
und ivoden, was hatteß Hu Aurch mei
net (garten gw fchteichM
K.H» WneniPir to* angelehM ich
wußte, dap »ch eilten gropen Umweg
spare, wenn ich aus Syrern Garten auf
uns FM longnen lann. Ich ahnte nicht,
daß «te hier seien, und aie ich Sie sähe,
da yosste tch, man würde mich nnW be
ulet Ten."
Wenzel hatte fich in wiirdevoW P»si
tur auf leinen Stuhl gesetzt.
iyaU ist sehr wichtig/ sprach er
in einem To», der feierlich fem sollte,
aber sem Lallen nicht verbergen loi»!e,
vte# enottr itz» lnrffrintprn. ipntr
uXulchus uns Slcpho» toi vornan, ich er
nenne £uch zu Beisitzern. Du, SUOer
bauer, häit|t den Delinquenten, und ich,
der Aichler, werde ihn mquinreii."
Stiate der Sßem nicht vorher in daß
Hirn der Anwesend gesnegen, so Hilten
sich to Ohl mehr öeschajer Oes StaSen
um ihr
:iit Ltiaetv, und isrv Q§ndci iiuhrn will,1 övnbauvni und feiner Genotfen niipbil
der fom®e her!" J.ligt-n, fürchteten tjerspottet zu werden,
„N«r. mir «^flbu'« j.? glauben/' er- Ü« menschliche äieyiiagen laut w.'r
»iebefte ber junge ißiajtn. „Aber Uu jöen '^tit fester yand hielt der
kii!'.!:si nicht iiW: Leuin, d?:i Mund v:r-' bei eiiLcrbaucvii den jungen
bieten, die (iilli, d.O Ziaeuntnoeil?, jder sich mjtmsächiig iniivr ihm
'r^qtW I-dem »u tc.'j 6vren toiH,
W'-iit unö übi\ui-j, während das unpro
die Anmufich ifcrtn eitern zu LieÄ ver-j viiine Gericht ,'ch unter komischen Oje
5a®?t berdwtt zu berathen schien. Euouch nahm
Mit q-:b#atet JauG schlug) Wenzel auf c-r ^moenbtmer v:: neuem das ÜUon.! 'i
dN, 2isch. .In Anbetracht, da» Jakob asJeuljai
Uet«rigfn5 wird et laid ganz «it ihr v«r- gesproGeu, e« s«tl tauge»!" jch»xi My
l'tci sein feenn f*ii drei w®| „wraiiiame," fiif ftef ÄBflj», aeluichjeuer ^ünfling tum elM sechzehn
jtoltfranf in if)itt fiütt*. Der B»!,n ^hr Auf iMi«M«tter? ««l ^iMtzegHaar bedeckte in rei
fusttat fie lind d»r Hwg» de? Oru^Wirt
1O,y.. uu? ch!i ^ruh^ verPKr^zO? FüS^. W# Haupt, rostg und friyjb
I tzkr Georg Hglhek. DaG ifh iw_. dicke
f*'c
ixttulitochttft zwischen fcfn dcihen %iir't!tf ZU je im« Reifte mlchic, WU |h'_«i«i, Au^cii. Er blieb am Einqanq stehen
K.« Tfiber rchli* di'.rch
sie zu seinem treibt uMchie, Seil sie er»,
n.
funkelte voller Berzweistung, trotzig tu
if
feu sich die schmalen Lippen zusammen.
„Schlagt mich, tobtet mich! Ehe ich
tanze in diesem Augenblick, lieber will ich
sterben."
Des Silberbauern Sohn siel Wenzel
in btn erhobenen Arm.
„Run ist's genug," sagte «r, „laß ihn
gehen wir dulden'« nicht länger."
„Oho," rief Wenzel, „bin ich Herr hi«r
oder nicht? Hab' außerdem geschworen,
seiner Mutter ihre Klatschereien heimzu
zahlen, und den Schwur will ich halten
ich »itt mir die Gelegenheit «tyt «ntwi-
s-rvtv"? -.{i»d
iK»«3i
St. Cl,»d, Mi«., SfMcrftag, k* 13. Wsril. i876.
5*n
Mn. Wenn sie ihren Jungen
sehen «m«, dann kann sie hierher kriechen
«Mg er nicht tanzen, so bleibt er eine
Stund* lang eingesperrt."
Und «he Jemand ihn zu hindern ver»
wvchke. zog er mit mächtiger Hand Ja
tobin HauS, sperrte ihn in ein Zimmer
de« Erdgeschosse«, dessen Fenster in den
of gingen, und schloß hinter sich die
hure ad. Dann eilte et z» seinen
Sreunde« zurück.
N a a
"ff er, «eu Becher füllend und zum An
stopen echebend.
fr'' Wenzel," rief e« von
vltltn Seiten, .da« heißt den Spaß zu
weit treiben."
Da« Elschelnen deS KrugwirthS un
terbrach das Gespräch.
„GWkn ist die Zigeimercilli gestorben,"
sagte er, zu den ©ästen tretend, „mein
Georg WM allein bei ihr er begegnete
mir, a!« er in feiner tfaHiIoflgteit' zum 1
lief, tcr S«h« hätte «Gk^uich
längst»P«W sein müssen, die Granat
ihn g#et4«t uich ist gestorben mit Mliem
N«Mt aichdOt Hippe».''
«n 9fm «M SchmÄNi «Grbrach
feine QVrtr ein %ach»i, ein Klirren
Münte «er den $***«» der Gifte,
6*6 ste von ihm Titz«« ausMangen.
Mit R» Ardch dir MrßweGung hatte
3«fob Scheiben wib Holz des Fenster«
durchbrochen. GlaSfcherben und Holz
stAcke fielen in den Hof, ihnen nach
sprang der »nabe stieren BlickeS, blaß wie
«ine Leiche.
Scheu wich Alles zurück, selbst der
Rausch dG Lindenbauern war wie zer
stoben.
Jakob Weithal trat dicht vor den
Hausherrn.
»Aranz Wenzel," sagte er. und fast
schaurig klang feine Stimme durch die
Still« wieder »Franz Wenzel, durch
Deine Schuld mußte meine Mutter ster
ben® ohne den Segen über ihren Sobn
gesprochß« zu haben sie breitete ihre
Arme it«ch mir au«, und Du spottetest
meiner Mgst ich lag zu Deinen Füßen,
und Du höhntest mich. Den Zorn Got
tes rufe ich auf Dein Haupt,hernieder.
und nicht rasten will ich noch ruhen, bis
ich einzKhe als Herr auf dem Lindenhof
und D« al« Bettler ihn verläfsest."
Latigfem entfernte er fich. Keiner
öafllfcÜHL aufzuhalten, selbst Wenzel
nicht, der farmlich vor den Blicken dcS
Inaben zurückgewichen war, und erst o!9
feine Gestalt an« den Augen der Anwe
senden entschwiinden war, schiei: er freier
aufzuatmen.
„Sind wir toll geworden, daß wir un
sere Festfreude von dem Burschen stören
lassen?" rief er. „Kommt, laßt uns eins
singen, wer stimmt ein
Allein feine Aufforderung fand kein
Echo, die eben flattgefundene Eeeiie
schien lähmend auf die Heiterfeit der
Wäfte gewirkt zu hccht«. ?ioch war die
nne nicht gesunken, als
dein Aitern Adschied im
hm.
fuhr uud mi% u« sich schaute
Reicher lobten Mutler aber saß Jakob
Weicha!: die Hand der LÄche ruhte fn
iür sedfrit, wie sie so oft im Leben des
wineSIfchi«!) festgehalten hatte. Leise
mefd (tie Sliür geöffnet, inch auf der
Ächme^l» !»eG^auDcheiiL erschien tin hoch-
«Ute »«W Dch»Wtt vereinte »RGßWa»sei»?kntlD miG'tz^i GiiDenden blauen
1
Die iifelt schlttj .,njj büciie fast mitleidig auf die Gruppe
Peuschen zu vor sich. Es war ein recht wehmiithiges
tchieuder: »slir Nij
Bild.
(iirti Weithal, die al? Haiisirerin das
Tu, tfriigwirth," rief einer der titäiv Spoil und Hohn auf ihr Haupt Man
iier bun sich eben nähernden Wirthe zu. Hai mich ovr^ottet und geschlagen ich
„ist es toehr. Dein Georg ist draußen bei! trug es ruhig, bei ihr sand ich -irost und 3eit ihres Lebens ihren Aufenthalt in
den Zigeunern?" Thranen aber ihrer sollt ^hr nicht spot-, Gollendorf genommen hatte, konnte feine kaufmännischen Berfehr, während die
Der Gefragte verzog grimmig das teu, ^Jhr sollt ihr nicht die letzte «stunde Schätze hinterlassen haben, davon zeugte beiden oberen Stockwerke, bereit weiße
Gesicht. ofrbittern.^ Laßt mich durch, jage ich, bie ärmliche Ausstattung der Hütte, da- Porhänge niedergelassen sind, zu einer
„Was foflld) machen Ich wollte, er lapt mich von der unscheinbare Waarenvorrath, herrschaftlichen Wohnung bestimmt schei
.. „jtanzen. Ifnjen 3mmcr enger i^cr in einer Ecke aufgehäuft stand, und tten. Ein marmornes Schild über dem
drängte sich der Strcta um den "armen. doch hatten Mutter »nd Sohn sich hier! Eingang weist den Manien: „Emil
uu-
Jakob drückte ihm wann die Hand.
„Du guter, treuer Freund, wenn ich
Dich nicht hätte, wie iväre ich nun ver
lassen
„DaS wärest Du nicht," rief Georg
eifrig „das Öerüht von dem, was im
Garten d«S Hi«denba«ern vorgefallen.
it« h*i --S«, **t
Schlummer floh ihn, und als gegen Dior-- an sie dereinst zu jedem Opfer bereit sein
(»eu der mitleidige Schlaf sein Auge werde, welches Georg von ihm verlangen
schloß, da tauchte» wirr: Bilder vor ihm könne.
auf. und noch einmal hallte des Knaben Achtzehn Jahre sind verstrichen seit
t^-uch Grlleud au sein hr, daß er empor! jenem Taoe, da ber Lindenbautr seine
Land durchzog?» und während der letzte» EiniUhtiing und die Ausstattung des
ganzen'beträchtlichen Raumes auf regen
Der tknabe siel auf seine ituiee. glücklich gefühlt und manchen Traum für! Uoilon u. «fomp." Die finita Emil
„Meine M,.tter stirbt." jaminerle er, die Zukunft gesponnen, bis ein hitziges MoltoFu. Eomp. war eine der geachtet'
Krankenlager warf ste» Handelsfirmen der 2ladt, wenngleich
ihrem Leben ein ihre in Atntma lebenden Besitzer, die
dort einem noch größeren Hause uorstait-
iinpi
II.
Wir habe»
Halden »erlaffm, als Hch der letztere in
€iner nach raschem Entschlüsse bereit erklärte, mit
ieincr.i. Freunde auch über das Meer zu
Hinter den legten schlos', der Lindenftsf«, sieben. Jakob aber hatte damals bei ber
bauer das Thor, (fr suhlte sich völlig! Deiche seiner Mutter dem Freunde feier
abgespannt, da? Blut stieg ihm zum ich gelobt, baf er ihm diese Stunde nie«
Kopser suchte sein Üaftcr, aber ber
nu!6
«pa
Georg ward bleich. *J
„Dtt toil!ft fort? Allein soll Üh hier
bleiben? Hast Du denn drüben Ver
wandte oder Bekannte?"
..ES foil in Kalifornien ein Bruder
meines ValerS leben," erwiedette Jakob.
,.Al« mein Vater gestorben war und un«
nichtS'hinterlaffen hatte al« Arniuth und
Noth, da machte meine Mutter sich mit
mir nach Amerika auf, den Schwager zu
suchen, der ein wohlhabender Mann ge
worden fein follte. Allein wir kamen
nur bis New s)ork. Hier erkrankte die
Mutter und mußte es Fremden überlas
sen. sich in San Francis» nach Robert
Weithal zu erkundigen wer weiß, ob.dieß
je geschehen! Schließlich ward uns der
Bescheid, daß man dort keinen Weithal
kenne."
.^Unsere''Habe- war's'aufgezehrt» die
Mutter schwach da« Unglück war unS
nachgezogen iiber'6 Weltmeer. „Zttriick!"
hieß unsere einzige Sehnsucht bei Zag
und Nacht. Ein CapitäU erbarmte sich
unser und nahm uns mit bis nach Bre
men. Von dort zogen wir handelnd
bttrch's Land, bis wir hierher kamen. Es
traf sich gerade günstig, daß un« der alte
Roßburg, der Hausirer dieses Dorfe«,
feine Hülle überließ, weil er zur Stadt
ziehen wollte aber e« kostete noch viele
Mühe, ehe wir die Erlaubniß erhielten,
hier wohnen zu dürfen: manchen Hohn,
manchen Schimpf tbaten sie unS an.
Und doch war ich nicht unglücklich dein
der allgiitige Gott machte, daß Georg
Halden nicht zu meinen Feinden gehörte.
Run freilich werde ich wieder einsam sein.
Doch nein," unterbrach er sich heftig,
„nicht bin ich einsam und verlassen der
Gedanke wird mich stets begleiten, daß ich
jenem Manne Rache geschworen, der
mit mir sein Spiel trieb, indessen daS
Aug» meiner Mutter ohne mich brechen
mußte auf die kalte Stirn diefer Leiche
babe ich die Hand-gelegt und da» Ge
lübde wiederholt und den Fluch"
„Unglücklicher, heilt «in," tief Georg,!
..nicht föllst Du fluchen vergeben tiffsü
das Gebot de« Christenthums. 'Sieh,
Jakob, auf tiefe Züge: steht ber Haß
darauf geschrieben? Verklärung, Milde
künden sie. Und nun höre, Jakob, das
Wort Deines Freunde«: nicht verlassen
sollst Du fein! Du gehst nach Amerika,
und ich gehe mit!".
-*~j| ^TX'-yt'-T, £»t'V
vergessen und in der Erinnerung
Peitsche drohend über Jakvb W«tha!'s
Haupt knallen ließ. Dahin über Leid
und (M'.iiti, iiber Geburt und Tod. über
alle Leidenschaften, die unter der Sonne
feinten, schritt ernst luib unaufftaltfaui
[die n'.ajchaiische Zeit. Was ktimmerf
sie, die seit Jahrtausenden vorwärts
rollte, das niedere Getriebe der Erden
welt, da« Ringen und das Weh des
menschlichen Herzens! Am Roßmarkt,
einem der schönsten Plätze ber großen
Stadt B., i:i deren 9iäfie sich das Dorf
befindet, wo der Anfang unserer Erzäh
lung spielt, steht ein stattliche«, weißes
Haus. Bückst Du durch die Spiegel
scheiben des Erdgeschosses, so deutet die
Eintretenden gewahrte, den, die Leitung dieses Geschäftes einem
nahm lein häßliches Gesicht einen freund-, ergrauten Buchhalter übergaben hatten
ill A SVimtii «ii»
lichen Ausdruck an, der es fast verschönte, und
Dann sagteer: „Du bist e§, Georg?
Wie gut von Dir, daß Du noch kommst,
ich dachte es kaum. Nicht wahr, der gute
Hen^Pfarrcr, der mich eben oerließ hat
Recht: sie hat nun Frieden und Ruhe?"
„Warum sollte sie nicht erroiederte
Cjeorf, „hat sie doch Keinem etwas $8ö*
seS gethan ober mir gegönnt sie wußte
viele gute und weise Sprüche und hat
uns oft zum Fleiß unb zur Benutzung
unserer Geisteskräfte ermahnt ich danke
ihr viel und Hobe ihr als letztes Zeichen
der Erinnerung diesen Kranz.gewunden
sie soll ihn auf den Sarg haben."
nur Itei« persönlich zur Revision
erschienen waren. Seit zwei Jahren
aber weilte ein Ehef im Orte, um sich
hier dauernd niederzulassen, und gegen
wärtig wurde ber zweite zu einem länge
ren Aufenthalt erwartet. Keiner von
beiden jedoch trug den Rainen, den die
Firma am Eingange zeigt«. Molton u.
Eomp. schliefe» schon feit mehreren Jah
ren den ewigen Schlaf in Amerika'«
fremder Erde, unb die neuen Herren deS
allen Geschäfts nannten sich ——. Da
trat eben^iner derselben
•*£f44
U.tzSXW
8'j.ft
hat sich bereits im Dorf verbreitet. Jeder
bellet Dich und nimmt Theil on Dei
nem Schmerz."
•Sie brauchen nicht lange mehr Theil
zu nehme«," jagte Jakob düster .wenn
ich diefe theure hülle der Erde übergeben
habe, dann gehe ich fort nach Amerika
zum zweiten Mal in die neue Welt, hof
fentlich mit besserem Erfolg." *,•
auS
feinem Pri-
oatcomptoir in das größere Büreau.
Ehrerbietig blickte das Personal von sei
ner Arbeit empor, eS war immer der Herr
des HaufeS. wenn auch feine Erscheinung
kein besondere« Gepräge der Würde bur
bot.
Jakob Seithal -r- denn kein Anderer
al« der ehemalige Ajgeunerknab« de«
Nachbardorf« ist
rß,
btj wir ynjtrn Le-
$%%%?,
«••a
»Iis 6-.Ä
v.t
"^-K
53
-Kujs.rrf
fern auf's Neue vorführen! »er ge«
rade fo hager geblieben al« zu jener Zeit.
Freilich trug er jetzt eine dam«!S ihn
unbekannte Eleganz zur Schau: eint
modische weiße Weste mit schwerer golde
ner Kette, eine schwarze Tuchhose unb ein
feiner Rock bedeckten die schmächtige Ge
stalt da« Gesicht halt« sehr gealtert, und
die Haare de« in der Mitte der dreißiger
Jahre stehenden Manne« waren heinatze
völlig ergraut.
„Ist Berneck schon zurück?" fragte et
mit ausländischem Accent. .Roch nicht»
Herr Weithal," entgegnete der erste Buch
halter.
w'
„Sobald er kommt, fall man mich he*
nochrichtigen," fuhr er nähertretend fort.
„Roch ein«, ist der Rcchnung«abschtuß
über den Holzkauf auf dem Lindenhofe
bereit« «»«gefertigt I"
„Er ist's, Herr Weithal der Wenzel
sträubt sich, die Waldung zu einem Preist
herzugeben, der ihm, wie er meinte, ein
Bettelgeld scheint, aber er muß wohlwol
len denn er weiß, daß in diesen Zagen
die Wechsel fällig sind, die unser Hau«
ihgi schon mehrmals prolongate, und
cine Hand wäfcht die andere."
„Wenn er kommt, prolongire« Sie
weiter, aber nennen Sie «einen Harne«
nicht," bemerkte Weithal, „wenn ich e«
nicht vorziehe, ihn selber zu empfangen.
Sie Mnnen Beriteck heraufschicken, ich bin
oben."
Er verließ das Comptoir uud gelangte
durch eine Seitenthür in da» freundliche
Treppenhau«, da« zu den Stockwerken
führte. Hier sah ti gar festlich aus, und
Jakvd Weithal'» Blicke hellten sich auf,
al» er die marmornen Stiegen hinauf«
schritt, deren Dtrgolbet«» Geländer mit
einer Blumenfette verziert war, während
Kränze und Guirlanden die Eingänge
der Zimmer de« ersten Stockwerke»
schmückten.
„Er wird sich freuen," sagte ber Chef
halblaut vor sich hin, „er hängt «n
Schmuck und bunter Zier, und jung ist
sein Herz geblieben, trotz seiner Jahre,
wie sein Antlitz —er wird mir'« danken."
Er öffnet« den Haupt«ingang und
durchschritt hvh«, kostbar ausgestattete
Räume, theilweise ganz nett eingerichtet.
(gortfr)unfl fclgt)
Katze« der Kee«d»Srter.
Der Lahrer „hinke ide vote" erzählt
li,
feinem letzten Jahrgang folgende ergötz
liche Schnurre. Sonst und im Allgemei
nen taugen in unserer schönen deutschen
Sprache die Fremdwörter nicht«, einmal
haben sie doch etwa« genützt. Nämlich
in der Gemeinde Sindelfingen sollte ein
neuer Weg angelegt werden ba man aber
noch nicht da« Geheimniß entdeckt hatte,
SttAßen anzulegen, ohne daß sie etwa»
kosten, so wollten die Sindelsinger nicht.
Da ließ der Herr Amtmann 8tn Bürger
meister kommen, schnauzte ihn an und
sagte „PttTflerweiftcr, setzt habe ich die
Geschichte satt! Wenn Ihre Leute den
Weg nicht gutwillig anlegen, so muß ich
einschreiten Persnadiien Me doch die
BauerO'!" Der Bürgermeister ging da
rauf (ehr niedergeschlagen nach Haute
öas Wort „Pcrsuadiren" hatte ihn in
Ächrecken versetzt, und er schien sich da
runter irgend ein geheimnisvolles und
jchrrt!lieh:§ Verfahren zu denken. „Was
Vi org ist, ist zu arg," sagte er auf dm
Heimweg, inui mit nnferin Herrn Amt« E
mann ist kein Ankommen melir. Sind
wir Bauern nicht schon geschunden genug.
iritd jetz« soll ich sie noch perschwadiren?!
RächitenS wird er mich wieder Pnigel
einführen." Daheiiif aber berief er als- -i
bald eine Gemeinde- Versammlung:
„Männer," sagte er, „c? ist nichts zu ma
chen wenn Ihr den Weg nicht herstellen
wollt, hat ber Herr Amtmann gesagt, so
so niüb ich Euch perschwadiren. so leid
mir'3 thut." Da guckten die Bauern'- ...
eiuander an und klotzten sich hinter den'''
Ohren. „Perschitzfldiren? Rem, per»^
fchwadirl wollen wir nicht sein, da wollen
iuir'5 halt lieber machen!" Und der Weg..
wurde alsbald hergestellt.
IM W». i.'.tjfl'
Hill«NN-Läufe. Gegen diese höchst
lästig Krankheit der Hühner, weiche na
men uich in dieser Jahreszeit in nicht sehr
I
an ber gehaltenen Ställen austritt, scheint
sich die Karbolsäure am besten zu bemüh«
reu. Man verdünnt zu diesem Behufes
dieselbe mit Wasser im Äerhältniß von lv
z:i 100, thut diese Mifckung in einen,
Topf unter beständigem Rühren, weil die'"
•Säure üch^chnell niederschlägt, unb be-»'
streicht dann mit einem Pinsel zunächst
Sie Sitzstangen, sowie alles Holzwerk, Sieb
Rester und de» Fußboden. Sodann
nimmt man jedes Huhn einzeln vor und»
bepinselt dasselbe unter den Flügeln auf -,
der Haut. Die Wirkung ist meist eine
überraschende, denlf schjn nach wenigen
Tagen ist selten noch eine Laus zu finden, j"
var ba betr^men die Hühner ihre frü
htreMunie.feil wi -ber un) erreichen schnell
wieder ihr voriges Gewicht, das sie nun»
bestens zur Hälfte während des Krank- .'
seiuS einbüßten.
„Wie heißt denn Ihr ganzer Name?" ,*
fragte Friedrich II. den Gesandten bei
Königs von Portugal, den General Za»
lembo.
„Mit/weinem ganzen Namen," trtoi»
derte der Gefragte, „heiße ichZirrizar
a a in
,^veim Henker, so heißt ja der Teufel
iu jbtr HoBcTnicht!" sagte der König.
,Euxe^Nlajestät, der ist auch nicht voir ,»
meiner Familie!'' antwortete «ttthi?«nd
ernst W @eft«btt, ..
|v&
Ms

Melrose, Minn. 14-
St. Cloud Minn.

xml | txt