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Der Nordstern. [volume] (St. Cloud, Minn.) 1874-1931, April 27, 1876, Image 2

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««ropSische «chrlchten.
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Die Üeiettü mehrfach (mahnte Idee
ber deutsche« Militärverwaltung, fämmt
licht $tg#toitb'eiU der Armee unter Ver
zicht auf die keinen Garnisonen zu tafer
nircn, beginnt jetzt, wie ein« militärische
Correfpoudenz meldet, Form und Gestalt
anzunehmen. Der dadurch bedingte
Kostenpunkt wirdaufdie niedliche Summe
von 175,213,011 M. angegeben, wovon
«48,330,000 M. auf da, 13. sächsische
Armrecorp? und 131,693,011 M. auf die
Änderen deutschen Armeecorps, mli AuS
-fchtuß der hierbei noch nicht mit einbe
Hrisfenen baienschen Heerlheile entfallen,
sltben der, wie gleichfall« bereit« er»
"iDflhnt, in'« Huge gefaßten Vermehrung
der Artillerie soll dann weites noch tfie
^Kavallerie verstärkt werben, ohne daß ba
Durch, wie zur Beruhigung der Steuer
^zahler bemerkt wird, ein Mehraufwand
^von Geldmitteln erforderlich wäre eine
Versicherung, über deren Unwerth e« wohl
keine« Worte« bedarf.
Zwei Zeitungen kamen am 4 April in
^Berlin unter den Hammer, von denen die
®tine, die .Deutschi Schneiderzeitung",
wl»ar
noch ein Gebot erfuhr, das aber zu
'ihrer früheren guten Rentabilität in fei*
-nem Verhältnis stand sie wurde von
dem früheren Besitzer für 297 Mark durch
eine dritte Person angekauft. Die zweite
.^Zeitung, „©uling'* Börsenblatt", ging
schon Anfang vorigen Jahre«, von Dru-^
^ckerei zu Druckerei sich schleppend zu
.Grunde, nachdem, die Vegrüuder diese«
Organ«, Sailing und Weidling, kurz
^vor bem Krach da«Blatt für 360,000
^Mark verkauft hatttn. Jetzt ist t« unter
•'\bm Hammer für 60—sage sechzig Mark
fortgegangen. Der spätere Jnha
ber, ein Gutsbesitzer auS Westpreußen,
Asetzte Alle«—selbst sei« Rittergut da»
•fron, um e« zu halten, aber vergeben«.
A$ie Spekulation hatte ihn und fein
Blatt in den Strudel de« Verderben
fortgerissen.
a
ii
Schulwesen. Die Deklamationen der
.'-^französischen Culturkämpser gegen die
"Klosterschulen erhalten eine vortreffliche
Illustration durch die Resultat« de« letz
jfen Concurse« der Pariser Elementarschu
len. An demselben betheiligten sich 505
Schüler, darunter 233 au« Laienschulen,
f!2
5'
au« den Schulen der Schulbrüder.
ach den ersten Arbeiten wurden davon
Ä92 «»«geschlossen, darunter 174 au« den
z«rsteren nur 59, au« den letzteren 164 zu
I ijben weiteren Arbeiten zugelassen wurden.
«Unter diesen 213 bestanden 185 so gut,
jjbaß Be Studien Stiftungen erhielten,
jtinb diesen fielen 137 den Schülern der
Mchulbrüder und nur 48 den Schülern
?der Laienschulen zu. Dabei kosten die
^Schulen der Schulbrüder der Stadt Pa»
iti« nur 700,000. Fr«., die Laienschulen
1,800,000 Fr«., also mehr al« eine Mit»
?ion mehr. Die« hindert natürlich die
jßibtroltn nicht, im Interesse de? .Wis«
lenfchaft" und des .besseren Uuterrichje»"
den von Geistlichen geleiteten Schulen
den Krieg zu erklären. Die Heuchler!
£f Spanien.
Die Junta von GursuccoahieÜeine
äußerst stürmische Sitzung ab, so daß die
Abgeordneten für San Sebastian sich
schließlich weigerten, noch ferner an der
'^EitzungTheil zu nehmen. Viele Einwoh»
^ner sagen, daß, im Falle die Fuero«
irgendwie beschnitten werden, die baski
schen Provinzen bei der ersten besten Ge
legenheit sich von Spanien trennen und
ihre Unabhängigkeit unter auswärtigem
Schutze suchen werden.
Wie gemeldet wird. geht..der Finanz,
minister Senor Salvernä, mit dem
Plane um. in den Corte« auf Legalisa
tion der unter der Republik geschehenen
Schatzamtsoperationen zu dringen.
Die El-Königi» Isabella hat an den
.Papst einen Bries geschrieben,in welchem
v' sie sich bereit erklärt, sich bei ihrem Sohne
Alfonso bezüglich der
verwunden.
1
Religionsfrage zu
England, r^'i
Da« verspätete Eintreten de« Früh
lingswetter« übt Einfluß auf die Getrei
demärkte. Die angebotenen Borräthe
sind indeß zu gut, als daß die Ernteaus
sichten sehr auf die Preise einwirken
könnten. Mittwoch war der erste Markt»
tag nach den Feiertagen und das Geschäft
ungewöhnlich lebhaft. Frühere Preise
hielten sich und Hafer, welcher für fran
zösische Rechnung begehrt war, stieg um
3 bis 6 Pence. Aus Ausländischem Ge
treide wurden während der Woche eilige«
führt: Weizen 152,086, Mai« 15.6,340
Quarters. Die Mehleinfuhr betrug:
30,170 Säcke. Die Durchschnittspreise
für englisches Getreide waren: 45 5.5
D. für Weizen, 33 S. 7 D. für Gerste,
25 S. 8 D. für Hafer. In Mark Lane
war gute Frage für Weizen und Mehl.
Glasgow, 21. April. Mitternacht.
Heute Abend brach inderBuchananstraße,
tiner der Hauptstraßen der hiesigen Stadt,
Feuer aus und jetzt steht bereits ein gan
ze« Straßenviertel in Flammen. DaS
verheerende Element hat die Office des
„Glasgow-Herold" erreicht, und alle vor
handenen Spritzen sind in Thätigkeit,
bringen jedoch nur geringe Wirkung her
vor. ......v.._. ...
Rußland.
I
Cine Depesche der russischen Telegra
phenagentur sagt, es sei nicht wahr, daß
Rußland die Pforte aufgefordert hat mit
den Insurgenten zu unterhandeln. Kl«
Rußland gefragt wurde, ob
tS
werden dürfte und
niüi
fortfahren
werde den Insurgenten zu rathen, die
Massen niederzulegen, antwortete e«, daß
e« dies nur thun werde, wenn die türki
schen Localbehörden ermächtigt werden,
die von den Insurgenten geforderten
Garantien zn berathen. Da die Pforte
diese Forderungen zurückwies, und da«
Programm Andraßy's al« erschöpft er»
klärte, so übernimmt sie die Verantwort
lichkeit für da« Blut, welche« vergossen
für
CrtfiC
alle

jaulten "Ctreig«
D«erßaß,tzt« 27. Atzril 187C.
ßIerle»«d«»ß».
wird *n« nicht nur »«r Pflicht Gemacht,
vor Gericht Mu falsch«« Zeugniß abzulegen,
denn nur wenige Personen werbt« falsch schwö
tee, da die Kurcht vor Gott und Menschen fit dazu
zwingt, die Wahrheit zu reden, sondern ein Jeder
-feilte sich auch bemühen, im Uingang Mt feinem
Nedenmenschea die Wahrheit z« reden. Eifersucht,
Neid und Zorn geben oft Veranlassung zu bitte
ten Redentarten und verleumderischen Bemerk«»
gen. Da« Sort Berleumdung bedeutet: einen
falschen Bericht mache«, welcher in Umlauf g?.
se^t wirb, «m den guten Ruf einer Pers«« zu be»
flecken.
Ueble Leidenschaften trogt» nicht allein die
Schuld an der Verbreitung von Skandalge
schichten, fondern manchmal verleitet iws.Nt
Neigung, Neuigtciten zu erzählen, gewtffVM»
fönen, falf cht« Zeugniß abzultg«»
«eine Gewohnheit ist für ein 3nbi
bidttum, sowie für die Stzfolffchaft gefährlicher
al« diese, da weder SittenreinHeit, Unschuld noch
Nnbescholtenheit sich yege» da« Gift einer bös
willigen Zunge zu schützen vermag. ist in
dem moralischen Gesetz geschrieben: „Du sollst
nicht al« Ohrenbläser unter deinem Dolke ein
hergehen," denn „die Worte eine« $trlcumbvr#
find gleich Wunden." tin einer anderen Stelle
lese« wir: „Ein guter Raine.ist großen Reich,
thumern vorzuziehen." Der englische Dichter
Shakespeare spricht sich in ähnlicher Weife au«,
indem er sagt: »Wer meine Börse stiehlt, stiehlt
Plunder .... wer mir aber meinen gute« So
men raubt, beraubt mich dessen, wa« ihn nicht
bereichert, mich aber elend macht."
V« kommt häufig vor, daß Personen ein
Mährchen erdichten oder in Umlauf setzen und,
um sich der Verantwortlichkeit der Verleumdung
zu entledigen, sich hinter die Phrase verstecken:
„Ich habe gehört." Es ist nicht nöthig, daß
man eine ehrenrührige Geschichte nacherzählt,
selbst türm sie wahr wäre, e« sei denn, daß e«
au« freundlichen Motiven gegen den Irrenden
geschähe, oder um Jemanden vor Schaden zu
behüten. Die bloß» Thatfache, baß ein üble«
Gerücht wahr sei, berechtigt Niemanden, solche«
weiter zn berbtviten.
Manche Leute vergessen mitunter, daß zu
einer Verleumdung Zweie gehören: Eiiur,
der dieselbe vorbringt, und ein Anderer, der sie
weiter verbreitet. Da« moralische Gesetz der»
dämmt nicht nur den Verleumder, den Schmeichler
und den Verräther von Geheimnissen, sondern e«
rügt zu gleicher Zeit auch diejenigen, denen „die
Ohren danach jucken," in folgenden Worten:
»Ein Uebelthäter gibt Acht auf die Reden fal
scher Lippen, und ein Lügner leiht sein Ohr
einet bösen Zunge."
Sine weise Antwort gab jüngsten« ein Herr,
welcher vo« einer berüchtigte« Klatschbase mit
folgenden Worte» angeredet wurde: „Jeder
mann spricht von ihm und erzählt entsetzliche
Dinge." «r horchte eine« Augenblick zu und
«widerte Hierauf: „Sprechen Sit vo« mir,
See« Safer »«i, eriel" jmtyrn, ich
Mannen mich nicht darum, wa« Andere sagen."
Die leicht eine Verleumdung erdichtet werben
kann, erhellt au« folgendem Vorfall:
»Eine« Morgen« trat ber Farmer P. zornig
in Herrn SOt.'i Store und geberdete sich sehr
unwillig, «r hatte sein Pferd ans der Straße
angebunden und einen tüchtige« Knüppel zur
Hand genommen.
»Herr M.," sagte der Farmer unwillig, „ich
habe neu/ich in Ihrem Store ein Papier mit
Muskatnüssen gekauft, und aU ich nach anse
kam, fand ich mehr als die Halbscheid Walliiüsse
darunter 'und dort steht der junge Schlingel,
von dem ich sie ytauft habe," indem er aus den
Hungen Caspar htnwie«.
»Mit Nichten!" erwiderte dieser schnelle
»Du lügst, kleiner Schelm!" sagte der Far
mer, noch mehr entrüstet über dessen Keckheit.
„Schau 'mal her," entgegnete Ea«par, »wenn
du dir die Mühe gegeben hättest, deine Mu«kat
nüsse zu wiegen, so würdest du gefunden haben,
daß ich die Wallnüffe ,groti«" HinemgetHan
habe.?
»O, du hast sie mir geschenkt?"
„JtMuo&l, Herr P., ich habe eine Handvoll
Wallnüsse für die Kinder hineingelegt, damit
sie etwa« z« knacken haben," sagte Ca«par
lachend.
»Da« ist brav, du kleiner Schelm!" rief der
Farmer P. mit lächelnder Miene, al« er seinen
Jrrthum gewahr wurde.
Viele bittere Reden und viel böse« Blut könnte
gespart werden, wenn die Leute erst ruhig iiltr
legen nürden, ehe sie Andere tadeln.
JrrthiUuer bei der Oarsiellnnß van That
fachen kommen wohl bei den g«v«ffeithaftestm
und zuverlässigsten Personen vor, und da sie
manchmal kränkend sind und Verdruß bet
Ursachen, so sollten sie in freundlicher Weise be.
richtigt werden. Folgende Anekdote wird die
Art und Wetze darthun, wie man Jrrthümer
berichtigen soll:
»®ine« Tage«, al« Dr. Hall auf kurze Z«tt
die Stadt Washington verlassen halte, stellte
sein Clerk einige Rechnungen au« und schickte
eine davon an den Gen. Jackson. Bei seiner
Rückkehr fand der Doctor eine Rechnung vom
Präsidenten vor, welcher eine Anweisung für
den betr. Betrag beigefügt war. Die Thatfache,
daß eine Rechnung an ihn abgeschickt worden,
war nicht weniger verdrießlich, al« der Jrrthuiu
in der Rechnung selbst. AI« er nämlich die An
Weisung de« Präsidenten genauer betrachtete,
bemerkte er, daß die Unterschrift fehlte. ®r
schickte deshalb dieselbe zurück, indem et sein
Bedauern darüber au«sprach, baß ihm die Rech.
n«ng übersandt worden sei, und deutete auf die
Auslassung der Namen«unterschrist hin. Der
Check wurde dann unterzeichnet «üb zurückge
schickt, dem der Präsident eine Notiz beigefügt:
„Lieber Doctor, auch die besten Menschen sind
Jrrthümern unterworfen.
A a
Zeder wäge wohl die Worte, die et «»«spricht,
und den Sinn derselben einmal ausgespro
chen, hat man bit Macht unb eontrollt darüber
verloren. Rur zu oft werden an und für sich
ganz harmlose Bemerkungen und Ansichten mit
Gier von den Ohren verdrehsüchtiger Menschen
mit "hifrr ""d zu deinem RachtheUe breit ge
.Spreche wenig und mit Verstand/
saßt tlnjilte# Spruchwort, „und du feritg mil
deism hi W*#» lätaS ,v
e-
*•_.
TotGreHverba«bl»»ge«.
De, Entwurf fürAbfch«ff»mgd«rTO»
deSstrase wurde zu den PMn gelegt. $tt
vom Hause «inges andte Vesebentwurf lit
®etreibet Verjährung »vt» Vergehen ge»
gen die B»nde«gesetze wurde angenom
men. Die f»genannte Eilberbill wurde
passirt. Dieselbe lautet:
Sei e« hiermit zum Ge.jeh^krhoben,
daß au« dem Schatze $165,000 zu Be
ftreitung ter Kosten für da»Mhvgraphi
ren und Drucken von Ber. Staaten No
ten und $48,000 für da« Litographiren
und Drucken von Nationalbankuoteu 6t«
willigt werden.
Der Schatzamt«sekretär 6OT hiermit
angewiesen, Silbermünzsn der Ver.
Staaten zu« 9fctmwrt|* mn zehn,
zwanzig, w* pdchig
Cents $mn vollen auSzuMbm
i*b räwn gkichcn Betrag Kkinpapier
geld dafür einzulösen, ob dasselbe sich
jetzt behuf« Einlösung im Schatzamte be
findet, oder zu diesem Zwecke präsentirt
werden sollte. Der Schatzamtssecretür
kann nach den Vorschriften be« Schatz
amtsdcpartement« Bestimmungen treffen,
in welcher Weise Einlösung und Ausgabe
durch die Unterschatzämter und Regie
rungSdepositorieu erfolgen soll, bis alles
ausstehende Papierkleingeld eingelöst ist.
Alles unter diesem Gesetze eingelöste Pa
vierkleingcld soll al« ein Theil dcs durch
das bestehende Gesetz geschasfMen Sin
ling Fonds gehalten, und die Zinsen da
für berechnet werden, wie dies bei den
Obligationen geschieht, welche unter den
Gesetzen in Bezug auf den Sinkingfond«
eingelöst werden.
Aus Empfehlung de« Finanzausschus
ses ward der Gesetzentwurf zur Bestrei
tung der Kosten der Herbeischasfung der
vou im Ausland wirkenden amerikani
schen Künstler» für die Philadelphier
Weltausstellung bestimmten Gegenstände
angenommen. Der Senat stimmte dem
Beschlüsse des Hauses die Bewilligung
für Verschönerung der Kapitalanlagen
von $25,000 auf $20,000 herabzusetzen,
bei. Die Vorlage über Porto wurde
nach Verwerfung mehrerer Ahönderung«»
antrage angenommen.
Repräsentanten hau«
Der Entwurf wurde angenommen, der
$4000 für Signallicht auf dem Thurm«,
der an der Seemündung de« Chieago
Wafserwerk-Tunnel« steht, auswirft. Auf
Antrag de« Vorsitzenden de« Maine-An«
schusse« wird eine Commission nach Phi
ladelphia und League-J«land gesandt,
um gewisie Betrügereien zu untersuchen,
die in den dortigen Schiffsbauhöfen ver
übt worden fein sollen. Für den Bau,
die Ausbesserung, Erhaltung und Bollen
dung der verschiedenen öffentlichen Arbei
ten an Flüssen und Häfen wurden $5,872,•
850 bewilligt. Der Justizau«schnß ward
angewiesen, zu berichten, ob die Feststel
lung der Beziehungen der Armee zum
Congreß weiterer Gesetzgebung bedarf,
wie auch, ob solch» nöthig v« den
Soldaten dal Stecht jede« Bürger«
Eingaben c« den Longreß zu machen, zu
sichern
Täglich treffen wir elend au«
sehende, niedergebrochene Menschen, die
an Unverdaulichkeit leidend, alle Lnst am
Leben verlieren. Eine Prob« Hr. Aug.
König'« Hamburgeft T-ropfen
wurde ihnen bald beweisen, daß «och nicht
alle« verloren und noch Hoffnung vor
handen ist.
Wie weit
A.
ist die
t--
A'
Ausstellung
Von heute, den 17. April an so
schreibt der „Philadelphia Demokrat^ in
seiner Moutagsnummer sind e« noch
23 Tage, oder kaum 3^ Wochen bis zum
10. Mai, bis zu dcm Tage, an welchem
die offizielle Eröffnung der Welt-Ausstel
lung festgesetzt ist. Wer Zeit imd Gele
genheit hatte, die Arbeiten auf dem Welt«
Ausstellungs-Platze in den letzten Wochen
zu beobachten, wird wissen, daß dort in
der That Wunder in dieser kurzen Zeit
geschehen sind.
DieS bezieht sich sowohl auf die Umge
bung des Platzes, wie auf diese« selbst.
Der Bau von drei gewaltigen eisernen
Brücken über die Pennsylvania-Bahn
naht sich seiner Vollendung, und damit
zugleich die Pflasterung der darüber füh
renden Straßen. Die hundert Fuß
breite und mehrere Meilen lange West
^Äirard Avenue und die ebenso breiten
'und ebenso langen Elm und Belmont
Avenues nehmen sich immer bedeutender
aus. Die Elftere mußte in ihrer ganzen
Breite theils durch eilten 50 und mehr
Fuß hohen Damm gebildet, theils durch
festes Gest«in gebrochen werden und ver
langte mehrere Brückenbauten. Alle
drei Avenues sind jetzt mit Reihen statt
licher Gebäude befetzt. Die meisten der
selben sinb solide Wohnhäuser, größere
und kleinere Hotels und Restaurants,
aber dazwischen finden sich auch viele
Holzbauten. Einzelne der Letzteren sind
großartige Hallen, die Hunderten von
Gästen Platz gewähren, manche haben
noch geräumige Höfe, Platformen, Ve
randahs und Ballone.
Gebäude letzterer Art sind in den letzten
Wochen wie durch Hexerei noch zu
Dutzenden emporgewachsen, und für den
Bau von weiteren Dutzenden, von Stein
und Holz, ist der Anfang gemacht. Der
Besucher wird hier eine Stadt von 400
Häusern vor sich sehen, von weichen vor
Jahresfrist nur 2 oder 3 standen, und
von denen ein Theil erst seit vorigen
Sommer und Herbst, die Mehrzahl aber
erst Anfang« diese« Jahres begonnen
wurde. Und unter ihnen befinden sich 5
riesige Gasthäuser, die allein mindestens
8000 Gäste aufnehmen können, ein
Dutzend große Hotel«, in denen etwa
tau(yib Gäste Platz finden, ein große«
Sommertheater für ein Publikum von
mehreren Tausenden, ein große« Eisen«
bahn-Depot, da« große Depot Hr (theft*
nut ynb Walnut Straße« PM«gier
btthfl. ICM 1»
lu •»v
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Tritt nn ««in in dt» AuSstellnng«
Platz, fo fällt zuerst der ungeheuere Fort
schritt auf, »elcher dort feit mehreren
Wochen «it A«phckltiren der breiten, gra»
den Avenue« und der vixlen verschlunge
nen Nebenwege gernRhi wurde. Einzelne
Streckeujtonnten die jetzt noch nicht vol
lendet werden, weil ft noch für schwere
Lastwagen gebraucht «erden denn noch
immer geht ber Ban von vielen Privat»
Häusern fort. Ferner fällt in da« Auge,
daß viele Taufende von Zierbäumen und
Gebüschen da Bo«ket« bilden, wo vor
Jahresfrist nur eine weite und schattenlose
GraSfläche war. Grüner Rasen, hinter
zierlicher Einfassung begrenzt die Wege
und umgürtet die Seen und die durch
waldige Thäler abstürzenden Bäche.
Ueberall auf den ebenen, westlichen Thei
len de« Platzt, wie an den Abhängen
de« östlichen Theile« wird an Neubauten
mifrbw größten Energie gearbeitet
neben sch»u »ollendeten, glänzenden Häu
fern «chvben sich die Gerippe und Wände
neuer. Ab« alle dk|c Gebäude können
zur rechten Zeit fertig werden, denn man
arbeitet mit einer ganz erstaunlichen
Schnelligkeit, da das Balkenwerk voll
ständig zubereitet ans den Platz kommt.
Die vielen neuen Holzbauten stören
Etwas den großen Effekt, den die riesigen
Hauptgebäude früher machten, als sie
'noch vereinzelt dastanden. Doch stellen
sich die Maschinen-Halle und die Jndu
strie-Halle (oder das Hauptgebäude) auf
der nördlichen Seite noch in ihrer ganzen
Großartigkeit dar, während sie auf der
südlichen von einer Menge von AuSdeh
nungS-Gebäuden und anderen Häufern
theilweife verdeckt werden. Die Memo
rial-Halle aber leidet am Meisten durch
die Nähe vieler großer und kleiner Bau
ten, wodurch ihr edler, schöner Unterbau
von fast allen Seiten verdeckt wirb. Ihre
einzige freie Seite, bie Hauptfront, »ei
che sich ber Norbieite ber Industrie-Halle
zuwendet, hat außerbem burch Ausstellung
von zwei großen, geflügelten Pferben, bie
von Musen geziigelt werben, welche man
z» beiben Seiten ber Vortreppen ange
bracht hat, eine nicht allein überflüssige,
sondern auch unschöne Zuthat erhalten.
Diese Rosse, die man in Wien, wo sie al«
altes Eisen oder alte Bronze an einige
amerikanische Kunstenthnsiasten verkauft
wurden, welche sie dem Park geschenkt
haben, hieß man scherzweise die
»Pegasäue," ein humoristischer Plural
von PegasuS und dieser Namen gibt
die beste Charakteristik. ES sind dicke,
kolossale flämische Ackergäule, mit dicken,
kurzen Fittigen, bie von beleibten hollän
dischen Bauern-Dirn:n am Zaum gehal
ten werden. Der arme Wiener Bild
hauer, der sie für da« dortige neue
Operuhan« angefertigt hatte, brachte sich
au« Verzweiflung um, weil man sie, we-
}en ihrer UnfSrmlichkeit verwarf. E«
also immerhin sehr merkwürbige
Kunst-Gehilbe, wenn auch keine sehr
schöne.
!tnb
Ganz frei unb imponirenb steht der
maurische Prachtbau, die Gart««bau-
?üblich
al*
«uf einer AnhStz«, Mi nördlich *nd
von tiefen romantischen Äaldthä
lern begrenzt wirs, und öst ich über den
Schuylkill nach bem Ost-Park unb ber
Stadt, unb westlich über weite Wiesen
unb Blumenbeete nach ben andern Au«
stellung«gtbäuden schaut. Baukunst,
Gartenbau und Natur im Benin wirken
hier in b.zaubernber Weise. Nicht weni
ger begünstigt burch romantische Lage
auf einer nnbern Anhöhe, frei utib wenig
durch Umbauten gestört, liegt die Acker
bau-Halle, ein origineller gothischer Bau,
der von Bauverständigen gerade nicht ge
lobt wird, aber in seiner Eigenthümlich
keil mit seinen Spitzbögen und Thürmen
viel Gefälliges hat. Nach Norden und
Osten ist er durch die buschigen Park
Höhen überragt, nach Osten blickt er
ebenso wie die Gartenbau- Halle auf
Strom, Stadt und den waldigen Ost
Park, nach Süden ist et durch ein bewal
detes Thal begrenzt. 7
Man denke sich nun alle diese Zugänge,
breite und schmale, zu den Hauplgebäu
den und den etwa 150 Privatbauten mit
schaffenden Menschen belebt. Hunderte
arbeiten an den Wegen, Hunderte sind
mit Legen von GraS und Pflanzen von
Bäumen, Gesträuchen und Blumen be
schäftigt ein paar Tausend arbeiten an
der Vollendung oder an bem Bau ber
Häuser, Hunderte fahren und tragen
Baumaterial hinzu nud wieder Hunderte
laden die von langen Eisenbahnzügen
gebrachten Güter ab und befördern sie in
die Hallen. Alles Das zusammen ge
nommen, gibt das.Bild einer seltenen,
einer wahrhaft großartigen Thätigkeit.
Nun versetze man sich einen Augenblick
in das Innererer Hallen. Hier ist die
Thätigkeit nicht geringer. In ber
Haupt-Halle und in der Maschinen-Halle
sind mehr ol« tausend Arbeiter und
Aussteller beschäftigt, Schaukästen zu
errichten, Maschinen aufzustellen, Güter
massen an Ort und Stelle zu bringen,
auszupacken und zu placiren. Die
Haupt-Halle fängt an sich zu füllen, auch
Amerika ist nicht mehr fo weit zurück, wie
noch vor wenigen Wochen, während die
Ausstellungen mancher fremden Länder
fehr vorangeschritten sind. In der Ma
schinen-Halle ist man jedoch noch sehr zu
rück. In der Kunst- oder Memorial
Halle, zu welcher der Zutritt augenblicklich
ganz abgesperrt ist, ist man noch mit gro
ßer Energie an den S«uckatur»Arbeiten
Die Gartenban-Halle ist auch im reichen
Innern vollendet und debars nur noch
ber weiteren Ausschmückung burch Ge
wächse, Fontänen. Statuen, Vasen:c.
Die geräumige Ackerbau-Halle ist bereit
zur Aufnahme ber Güter, aber bis jetzt
noch fast leer. Auch bas Regierungsge
bäude und da« „Hau« ber Frau" unb
fast alle Privat-Au«stellungSbauten ent
halten noch wenige obeffSrleine Güter.
Im Allgemeinen ist anzunehmen, daß alle
Bauten unb Anlagen bi« zum 10. Mai
mit höchst geringen An«nahmen vollendet
sein werben, mit ber Ausstellung mancher
Au«stellnng«sachen jedoch wirb man zu
folge der Saumseligkeit vieler amerikani
scher Aufstellet wahrscheinlich am Zage
da Sröpung noch zurück fein., „.x
äR--"
Eine ergreifend Seene an eine«
Stade fand dieser Tage 4* Port Wa
shington. L. S.. statt, «l« William
Eaton von dort seinen Sohn beerbizte,
brach seine Frau Mary plötzlich neben
bem Grabe tobt zusammen. Die« ging
bem vom SAmerie schon gebeugten
Manne fo naWW^r^W^uMG
niederstürzte und neben ferner tobten
Lebensgefährtin nach Hause getragen
werben mußte. Er besinbet sich jetzt in
einem Z'aftanbe, ber ihn ben Tod seine«
Sohne» und seiner Frau nicht lange
uberleben lassen wirbt
I i-
6in,6etüetutiat-Och«. Ein kolos
sale« Stück Rinbviih, wie e« selbst so
groß unter beut menschlichen Hornvieh
nicht vorzukommen pflegt, bekannt unter
dem Namen „Seitz-Stier," ist bereit« in
Philadelphia angekommen. Das Thier
wiegt nahe an 6500 Pfund und ist be
stimmt, den fremden Völkern auf der
Weltausstellung zu veranschaulichen, in
welchem Maßstabe die Viecher in Amerika
Zu gedeihen im Stanbe sind.
A. F. Stewart, ber Millionär unb
DrygoobSlünig, ist in New $ork gestor»
und hintertcrließ, wie berichtet, ba« lolos
sale Vermögen von 90 Millionen. Der
selbe war ein geborener Jrläuber ber, im
Jahre 1823 nach ben Vereinigten Staa
ten übersiedelte unb sich seit jener Zeit
durch Fleiß, Energie und Sparsamkeit
diese unermeßlichen Reichthümer zu er
werben wußte.'
6in saubere« Früchtchen hat die
Stabt Philadelphia in der Person eine«
gewissen Woob nach der Harrieburget
Legislatur geschickt. Nachbem ber
^Achtbare" während de» ganzen Winter«
sich in ber Staat«hauptstadt umherge
trieben unb seinen Sitz im Hause leer ge
lassen hatte, würbe er Anfang« biefer
Woche von ber Polizei aufgegriffen unb
auf breißig Tage nach bem County-Ge
fängniß geschickt. Ein Gesetzgeber „in
Aktivität" al« Steinklopfer ist gut. ,•
Dr. Pierce's Golden Medical Dis
covery (©olbene medizinische Ent»
beefung) kurirt einen Husten in ber hal
ben Zeit, welche irgenb ein anbete« Mit
tel bazu bedarf, und zwar nicht durch
AuStrocknuua desselben» sondern durch
Beseitigung seiner Ursache, indem sie den
Reiz lindert unb bie leidenden Organe
heilt. Bei allen Apothekern zu haben.
Bon Schweinen gefreffen. In
Scelton Township, Warnet Co., Jnd ist
vorige Woche die Frau »ine« Farmers
ganz plötzlich, als sie in den Kuhstall
gehen wollte, vom Schlade getroffen,
zu Boden gestürzt und in diesem Zustande
von ben Schweinen angefressen worden.
So fand sie ihr Sohn, ver ganz zufällig
nach jenem Stalle ging, ohne eine
Ahnung von dem zu haben, »a« aefche
hen war, und kann man sich dessen Schieck
vochellen.
DieKatastraphe von Heide#»
heim. Au« Mainz wird unter dem 3.
April berichtet: „Gestern Nachmittag
ging in unserer Umgegend ein Wolken
brnch nieder,' ber ungeheure Verwüstun
gen anrichtete. Eine Reihe von Ort
schaften würbe hart betroffen, vor allen
war e« Heibe«heim, welches schwer zu (ei*
den hatte. DaS von Wabernheim her
unterströmende Wasser tobte, große
Steine und eine Unmasse Sand mit sich
führend, in den Straßen ein durch den
Ort fließender Mühlbach schwoll rasch zu
einem See an, unterwühlte Mauern und
Häuser und füllte die letzteren mit Sand
und Gietöüe. Acht Leichen von Ertrun
kenen (Frauen und Kindern) liegen heute
in dem ©chuljimmct der Jammer ist
grenzenlos. Die Katastrophe ist mit
furchtbarer Schnelligkeit hereingebrochen
die hereinstürmenden Wassermassen droh
ten Alles zu vernichten und verliefen erst,
nachdem sie den Eisenbahndamm durch
brochen hatten. Vier Fuß hoch liegt der
Sand in dem Erdgeschoß der Häufer und
auf den Feldern der angerichtete
Schaden ist unberechenbar. Ebenso hef
tig ergossen sich die Wasser ans die Orte
Ebersheim, Hechtsheim, Gonsenheim,
Marienborn :c., wenn sie auch an diesen
nicht ganz so verheerend wirkten. Der
Verkehr aus der Strecke Mainz-Bingen
ist gestört, weil der E»setibahndamm an
an mehreren Stellen theilweise so beschä
digt ist, daß er starker Reparaturen de
darf. In Gonsenheim, dem Mmüs«gat
ten von Mainz, sind die Felder alle tief
unter Wasser und die Folgen dieser
Ueb«rschwemtm«»g sind noch nicht abzu
setzen. Auch über uns«* Stadt ergostsn
sich die Schlöben beß in nng»
»«chelfr A»ch» feahti »etil» ber $«mb»
unaufhörlich ts mar ein Atze«d, de»
jenem Sturmwindadend im v«flossenen
Monat an Schrecken nicht nachstand.
o%n
vielen Orten hat der Blitz eingeschlagen
und gezündet, wie z. B. in Ingelheim.
Im Ryeingau fiel ein bicker Hagel, ber
die Wege mehrere Zoll hoch bedeckte."
Unter bem 4ten April aber wirb noch
hinzugefügt: „Die Schreckensbotschaften
aus dem unglücklichen HeideSheim meh
ren sich der Zustand, in den der Ort
durch das Unwetter versetzt wurde, spottet
jeder Beschreibung. Zwanzig Häuser
sind durch die Fluthen fortgerissen Ver
luste an in ben Ställen umgetornmenem
Vieh sinb vorläufig gar nicht festzustellen,
die Felder sind hoch mit Sand unb
Schlamm überbeckt lurz, ber Jammer
ist grenzenlos. Viele Einwohner haben
nur da« nackte Leben gerettet. Eine
schaurige Episobe bildet ba«
eine« Bahnwärter«, welcher sein Haus
fortreißen unb feine Schwiegermutter,
Frau nebst brei Kindern in ben Finthen
umkommen fah. Die Leiche eine« ber
letzteren würbe erst gestern ungefähr 1000
Schritte abwärt« au« bem Schlamm« aus
gegraben. Der Mann foil, wie heute
erzählt wird, bem Wahnsinn verfallen
sein. Die Fluth |mß an manchen Stel
len an 20 Fuß hoch gewesen sein. Die
Jap der Tedhtt ttt iiech nicht feftgeffeSt.*
—«an schreibt am ettel
E,« »»r «ehtzwth stimme*«« ,™*,
von der VergSNglichkeit irdisch« «W
und Herrlichkeit liefert un« MjBMfel
d«r letzten Nachkommen der einst fo inflch
tigen Herrfcherfamilie von 'Lapgua«.
wohnte hier »it
Hause (Thoma»Platz 3)
reppfifhoch ein 69jähriger (Kreit
in den bürstigsten Umstünden, der sich
LoiS de Lusignan nannte. Er starb,
verpflegt von einer barmherzigen Schwe»
ster. und feinM Sarge fvlgMHUP» mir
nur ber Hausbesitzer. Ferner starb im
Iahte 1874 auf einem nahezu verfallenen
Schloß im Oberelsaß der Prinz VhUipp
de Lusignan» ein GreiS von 93 Jahren.
fand ihn Morgen« verbrannt i»
seinem Bette, da« et au« Unvorsichtig»
leit selbst angezündet hatte. Im Zanu
at d. I. trat ferner der französische Ma«
rineofstzier Gottfried von Lusignan in ein
Trapistenkloster unb im darauffolgenden
Februar folgte Herr Lezay de Lusignan»
gleichfalls ein französischer Offizier, fei
nem Beispiel. Schließlich starb in Mai
land int dortigen Spital nach langem
Leiden ein Prinz Leo be Lusignan, ein«
Frau unb 6 Kinder in Armuth hinterlaf»
senb. In Frankreich selbst ist da« be
rühmte unb mit ben Lusignan verwandte
Geschlecht der Montmorency so herunter»
gekommen, daß gegenwärtig in ber Um
oegenbjion Pari« ein Montmorency oll
Ackerknecht bient.
Äu« bem PrtmSthrtI wirb berichtet:
„Arn 27. März vollzog sich auf bem Hüt
tenwerke Mariahütte, Büß genannt, ei*
entsetzlich»« Drama. Ein ©anbfeme»
Sch.. gegen halb 6 Uhr Nachmittag« 001»
ber Arbeit htimg«fth*t, ergriff «in ®tü#
Gußeisen, erschlug seine achtzigjährig«
Mutter, bracher seinem achtzehichithrigen
Neffen, ber vor ihm von ber Arbeit zw
rückgekehrt war unb an einem Kübel stand,
um sich yi waschen, mehrere tödMch»
Wunben am Hinterkopfe bei, stürzte auf
seine beiden kleinsten, ein unb drei Iah«
alten Kinbet unb verivunbete auch biefe
töbtlich. Jedeufall« hätte er auch feine
noch etwa« mehr erwachsenen Kinder go
tödtet, wenn diese nicht entflohen wären,
um Hülfe zu rufen. Glücklicher tttif»
war bie Frau nicht zu Haufe benn auf
diese scheint e« am meisten abgesehen ge
wesen zu fein. Sch. ist sofort von tat
herbeieilenden Arbeitern bingfest gemocht
unb ber Ort«polizei abgeliefert wooden.
Motive zu ber entsetzlichen That Rub
nicht bekannt."
In Italien ist bekanntlich ein nemt
Wehrgesetz erlassen werben, welche« nicht
nur die allgemeine Wehrpflicht auf den
Klent« ausdehnt, sondern ol* ein ungo
heuerliche« Denkmal revokutionairm
Haffe« gegen die katholisch» Religio*
einzig in der Welt dasteht: denn wie ein
italienischer Senator auseinandersetzte,
kann auf Gr unb diese« Gesetze? jeder
Priester bis 40 Jahre, sei er Bicar.Pfar
rer, Domherr ober selbst Bischof, kurz de»
kleide et was immer für eine kirchliche
Würbe, seiltet Kirche, Pfarrei rtter
cese entrissen, in bie Uniform und in ein
Regiment gesteckt werden. Otogen diefe»
Gesetz hat ber Bischof von Orlean» fo
eben unter bem Titel: «Zweiter
an Hrn. Minghetti. über da« neue ita
lienische Wehrgcsetz" cyie Broschöoe
erscheinen lassen, welche in Haß gegen
die Kirche alS die Mutter dieses GesttW
bezeichnet, und worin e? u. a. heißt:
„Italien glaubt seine Auferstehung nur
auf dem Grabe deS KatholiciSmu« feiem
zu können
Eine seltsam klingende, wenn w*
nicht ganz neue Nachricht, ist die, dag
auch die Nachkomme» Israels auf einen
Theil der Erbschaft, welche tie Türken
Herrschaft hinterlassen wird, spekuliren.
Die Israeliten wollen sich ihren Antheil
nun freilich nicht «mit der Schärfe d»l
Schwerdtes" heraushauen. Sie wollen
sich ihn kuufett.
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%.ji
4
Snltan ist in gro­
ßer Bcdrängniß. er sieht einem kostspieli
gen Knege entgegen und hat kein Geld,
keinen Credit, aber viel Schulden. Da
haben nun einige reiche Banquier« und
StaatSgläubiger sich erboten, bem Sul
tan Jerusalem und einen Theil Palesti
nn's at311
kaufen. Derselbe Plan ist
schon in früheren Zeiten von dem reichen
jüdischen Yanc u:er Eir Mose« Monte
fiere versrlgt worden, unb brn Rothschilds
hat man hin und wieder ähnliche Absich
ten zugeschrieben. Aber die Berwirkli
chuug eines solchen PlatMhat niemal«
so viele Aussichten auf erfolg gehabt,
wie eben jetzt. E« find jetzt etwa« über
1800 Jahre her, feitbem Jerusalem unter
der Regierung des römischen Kaiser»
Titus zerstört und bie Moste ber Juden
aus ihrer attea H»imoch vertrieben wur
den. Vielleicht ist es un# vorbehalten,
die tküabiieg eines neuen Mischen Rei
che» in beikelten Heimstätten der Jud«n
z« erleben.
Die britische Flotte soll unverzüg»
lich um 6 neue Eorvetten bereichert wer
den, bie eineTragktaft von je 1864 Tonnen
besitzen, Maschinen erhalten, welche im
Stanbe sinb, 2100 Pferdekraft zu ent
wickeln, eine Länge von 220 Fnßund ein«
Breite von 40 Fuß haben. Die Kosten
der Rumpfe nvb Maschinen biefer fech«
Corvetten sinb auf etwa» über eine halb«
Million Pf unb Sterling veranschlagt.
Köln, 30. März. Der verstorben«
Kommerzienrath Herr Christoph Andrea«
hat 20.000 Mark zur Errichtung eine«
BiSmarck-DenkmalS auf einem
öffentlichen Platze Köln» vstameMrHh
ausgeworfen.
m:
Aus Ga»p«, Safftiba, kommt bk
Sch«ch'a^j!achricht, baß an ber Küste großer Man
gel herrscht. Die Borräthe von
Mehl «nh
Heu sinb beinahe zu Ende,^»nd winn die
Eröffnung ber Schifffahrt nicht sehr fold
eintritt, so steht zu befürchten, deffeJBiele
de» Hungertobe» sterben müssen. In
Percy starb letzte Woche eine Freit de»
Hunger» unb in Malbie de Var Chain
sinb mehrere Familien.am Verhungern.
Pferde unterliegen bem Hunger und viele
Landleute haben btfttii ihr fftiärflichet
Vieh geschlachtet. D-

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