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Der Nordstern. [volume] (St. Cloud, Minn.) 1874-1931, June 15, 1876, Image 1

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Zweiter Jahrgang.
Der Nordstern
OivaiiSflcgcLen von
Meyer u. Brick,
Et. Sloub, Minn.,
«»scheint jeden Donnerstag, und lostet luhrlich in
«oraisbczahlung: S2.ÖO.
Kitr weniger als 0 Monate wird fein Www.
uieut angenommen.
Psn Abonnenten, die die Zeitung nicht anö
brüiflid) abbestellen, wird angenommen, daß sie
das Absnnement fortzusehen tuiinid n.
Die Berabsaumung, oder Verweigernnz der
Abholung der Zeitung von dem Postami«, wohin
bitftlbe beordert worden ist, sowie die Unter
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ich
laisung der Anzeige an die Herausgeber von der wcichlichung, die schwächenden Sitten der
,lva stattfindenden Orlsveränderung, und der Wötucr angenommen sic sind nicht mehr
Angab« des neuen Wohnort-: entbindet nicht von
ftarfmutljig, wie ihre Väter noch so
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welche ohne Bemerkung zur Ausnahme eingeben,
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werde« zu deu gewöbnlichen
Preisen eingerückt, nämlich 10 Cent per Previer
Zelte, für die erste Sinrücknng und 5 Cents für
»rbc folgende. Sur Anzeigen, die längere Zeit
Mi
ehe» bleiben, wird ein bedeutender Abzug er-, "schrockcilhcit und Hclbenim.il) fv Hoch«
Irtubt. berühmt ist, ihnen wieder Hostnnng und
Die Herausgeber find im Besch einer De«.! Vertrauen einflößen n»d ich bin da
händigen «utivohl von überzeugt, mein Bruder würde seine
Heuet und aefchmackvoller Settern,! ehrgeizigen Pläne nicht ausführen kön
»nd daher sind sie im 2tar.be, neu und wahrscheinlich für immer davon
Drucksachen aller Art
in deutscher und englischer Sprache
«us'S Schnellste. Schönste und Billigste
zu liefern
wild empfehlen sich zu geneigten Auftrügen.
Gedruckt werdet:
LetterbeadS,
.... ,... VittbcadS,
«LeschästSkarten,
Hirculare,
Blanks,
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«.f. w. a«f kurzefi« Rotiz. ....
Bestellungen nnd Gelder odreffiie mar
Meyer & ©ritt,
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Tt. Mittn.
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«mpfiehtt sich Publikum im 3hv nnf
Verkauf usn t«ntnbihcut( um..
Gl. i!o.«d, Äiu».
Mechts-Anwalt.
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Dirtirolfi'# Plock, 2t. Cfottb, Minn.
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bezahlt sich
besuche».
Dr. Wm. Procsck,
Deutscher Arzt!
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MeElnre's Bank, St. Eloub, 9)1
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J. E Campbell, M. D.
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In großer Auiwnhl stet« dorräthig.
Et. (iloub Min».
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Deutscher Arzt, Wundarzt tmb
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Brtietferunß in St. Joseph und llmqeqend nn.
63F" Office und Wohnung in St. Joseph,
EtearnS Co.. Minn. I^'-Sius
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Minnesota Haus!
von "i
B. Overbeck
1 1!ocf kin ore Prist fner, St. üloub ?)?inn.
i3F™ Dieses Hotel ist das älteste in St.
Tkoud, und kann in Betreff qnler dentscher Ulche,
Ämrfichftit unb Betten nicht übertrossM werden
Jtrtt 6tryNrayn ieim gekl.
Chlotluift und ChlotMc.
Historisä)? Erzithlnug an? dem 5. Jahrhundert.
Itioit
(Fortsetzung.)
Es wird viel sein, »venu diesmal sechs
tausend Franken mir folgen, und doch
soll das große (Sallitit vor uns zusam
mensinken und uns zur Beute werden!
Ich zweifle nicht daran und ich wün
sche es nu5 ganzem Herzen, antwortete
der König aber die Burgunder, obschon
gleichfalls ursprünglich Germanen, kön
neu nicht vergliche» werden mit de» Fran
ken. Sie haben die Pracht, die Ver-
im6cugfam
Erlaubt mir eine Fraqe,
«I
»l v,
«auf- unb 31* «eft it?' ti-fdntft imid) dieser Seite aus-ubvci!eu,auch dann,
UUD
^.|K..lv^a?rtT!jniC]n)
von
I. W. Metzroth»
Merckänt Tnilor,
Händler iu
Hüten, Kapven und scrtig
machten Kleidern.
Unglück.
Die lebte Niederlage meines Heeres hal
meine Unterthanen mit Zweifel und
Furcht erfüllt. Sie sind destenungeach
tet tapfrer Natur wenn sie in ihrer Mitte
einige Tausend Eurer Wehrinänner er
scheinen sähen, dann würde die Gegen
wart und Hülfe der Franken, deren litt*
"bstehn. So würdet Ihr, Herr Herzog,
Vortraut meinem Worte, Ehlobwig.
vor Ablauf von vier Monaten werbe ich
mit meinen tapfern Geführten in Burgunb
fein. Ich werbe Euren Vruber für im
mer zur Ruhe nöthigett unb nöthigen
falls Euch rächen für feine ungerechte»
Gewaltthaten.
Wäre es nicht gut, diese llcbcreiitkunft
dcs Weitem aufzuzeichnen unb alles ba=
rauf Bezügliche genauer zu orb neu frug
I ber Römer. Der hier gcfchluffene Ver
trag scheint einfach aber zur Ausfüh
rung müssen, mehr Dinge bestimmt wer
ben. So glaube ich, bau es gern then
wäre, in bent Vertrag die Grenzen an zu-
Ulld Wundarzt,! deuten Nicht allein von König Hilperich's
^(, Reich, so wie es vor bcm Kriege war unb

abmachten
Wie Ihr
mir die Krone bewahren, die mein seliger! VllM herausschneiden zu wollen aber in
in Erbtheit hinterließ. Gedanken versunken, ließ cr das Messer
Vater mir zum Erbtheil hinterließ.
Und erst nach vier Monaten endigt der niederfallen. Nach einer Weile
Waffenstillstand? fragte Chlodwig. tentcnZ sagte er bei sich selbst:
Nach vier Monaten, bekräftigte der
Wenn ich thäle, was Ihr von mir ver
langt, welche Hülfe würbet Ihr dagegen
mir'leisten zn meinem Zug nach Gallien die Furcht mit, die mich vor der Zukunft
gegen die Römer 5 zurückschrecken läßt, er würde vielleicht
Für'« Erste würde ich nichts thun fön--! »nsern Entwnrfen feindlich werden, sie
»en, antwortete kcr Fürst, denn rückte ich ^wahrscheinlich vereiteln. Remigius ist
I mit meinem Heere in"« Feld, so. winde üt'cr ^,lle machtig sei» Rath ist ein Be
mein Bruder Ohmbobnüi darin einen! ffh' fiiv bc.5 Botk und die Kirche von
Bovwand finden, den Wuffenst.llstand zu Gallien.
brechen, bevor Ihr mir zu Hülfe kämet.! Er schwieg eint Weile unb fuhr dann
Später, wenn ich von bietet- «eile nich:s wieder mit nachdenklichem Tone fort:
mehr zu fürchten Hab?, werde ich Euch ein D^r Herzog ist diesen Morgen bereits
I treuer Bundesgenosse sein unb E. tch nach |ucir onnett .usgang mit dem König ans»
«neiuem '^eimögen helfen. Ve.langen gcrilten. Er iagte mir, baß bie Zuiaiiv
Eure Mannen eine Bclf nung, ich habe, menknnft über große Tinge entscheiden
{-Schälte, sie zu befriedigen. i!»üßte. Ehlotilbe ist nicht bubei.
I lim Schäke hniibe't es sich hier nicht,' Wa-Z in aß Ehlobio:- so Geheinu^ mil
bemerkte (ihijobiuig, die werden wir in b-'iii K..:!g verhandeln liabvn Him
Gallien genug finden. mel, wenn er bei ihm um dir Hand sei
I Ihr stimmt also z» in bent, um was »er Tochter anhielt? Der Gedanke macht
ich Euch bitte? mich zittern. Aber es ist nicht möglich,
De/ ^^'?5g bot bcm König die Hand1 Ehlobiuiß i'onit nicht hoffen, baß ein
und sprach christlicher König, obschon Ariaiter, feine
Ei fei, tu
it Ihr (jefagt habt ich stimme Tochter entern hcid'.M'cheu .Uiiegöm.uui
I in. geben werbe. Unb wäre bie Ausführung
Herr König,
Ajtipriichett, die Grenzen Eures Geichs
3()r
bem
Th-OS. C. McClnre, Von solchen Ansprüchen stehe ich ab,
fkfinbler in *!aud Sä.irrents nub Vfliio» c.cn)j.' flnltöortetc ^ifpev.ch, in ber Voraus
(lolltctiivten aller Art werden prompt besorgt. fktznng, daß Herzog (j,^luilöig mir gegen
Et. Cloud, Min». i_ meinen Bruder Gunbobalb helfe
—'.-—1 Es bleibt also babei, Herzog. Ihr werbet
F^^eubunbe einigen
I Vcistaub geleistet haben sollte!
zur rechten Zeit Euch mit Euren Wehr
maniteit auf beut Grund und Boben
meines Reichs einfinben
wieber wer»
sich vortrefflich auf feine Arbeit er
I sie schnell fertig haben.
Unb nachbellt wir unsere beiben Sic*
gel auf biefeu Vertrag gebrückt haben,
können wir hierher zurückkehren uitb ivei
tcr über die Angelegenheiten Galliens
uüb Burgunbiens sprechen. Kommt,
laßt uns schnell machen.
Der König sah sich um unb sagte
Ich sehe (vlilotilbe nicht.
Dort auf ber Bank neben bem großen
Eichbaum sitzt sie, antwortete Ehlobwig,
sie bemerkt, daß wir fortgehen wollen
und steht auf von der Bank.
was könnt Ihr scharf
chen! fügte verwundert
Herr Herzog,
und in die Ferne
der König:
Untcrbcffen kam Ehlotilde herzugelöu«
fcn.
Du kannst im Hain bleiben, sprach ihr
Vater, ich begebe mich mit bcm Herrn
Herzog nach ber Halle.
Ich gehe mit, Vater, antwortete die
Jungfrau, ber Herr Herzog geruhe mein
Begleiter zu sein.
Unb ohne Schüchternheit nahte sie [ich
mit lititoichem Blick dem herzog, fafctt
St. Cloud, Minn., Dounerstag, den 15. Zum 187Ii.
ihn bei der Hand und schritt an seiner
Seite fort. Sic hob ktihnlt'ch das Haupt
empor,» ihre Augen glänzten vor Freude.
Chlodwig bebte innerlich die Hand,
die in der Seinen ruhte, war wie ein
Zanverstab, der eine nnwiderstehbare
Glnth süßer Gefühle in seinem Geiste er
zeugte und sein Herz mit unbekannter
Freude bewegte. "Ganz eingenommen,
wie er war, that er sich keine Gewalt an,
jeint Anfregnng zu verbergen und fuhr
dahin auf dem Strom einer verführen
scheu Bezaubernng.
Als sie den Park verließen und Hand
in Hand auf den Vorplatz traten, bt»
merkte Aurelianns, wie der Hansgraf
Siegebatd^on einer Seitenthür der Halle
aus den Herzog beobachtete. Der Rö
nier glaubte zu sehen, daß Sicgebatd's
Augen vor Zorn glühten und daß er die
geschlossene Faust fest an die Brust drückt«.
Ach! was wird daraus werden, seufzte
Aurelianns angstvoll. In der Luft hau»
gen unheilvolle Gewitterwolke».
Mit gebeugtem Haupt und traurigen
Gedanken trat er hinter dem König und
dem Herzog in bit Halle. ,,.
t1?-
IV.
Bier Tage später saß wt frühen Mor
gen Aurelianns am Tische im großen
Saale der Halle, (fr hielt ein Stück
Pergament in der Hand und schien ein
I diese« verkehrten Wiiii cly? möaüch,
fi-i^jhm Aurelianns in bie Rede. Wo- ^'.'lodivig mürbe hoch bie Penvuilichiing
fern bei Herzog bas initiiere G.iilie», bus beijelbcn verwerfen beim wenn er biete
bei, Römern noch gehört, überwältigt! ^"binbiing einginge, so wäre Alles für
und einnimmt, steh: Ihr ab von allen U:n verloren. Seine Wehrmannen wiir-
beugegen ihn sich erheben unb tljit
lassen Raganher würbe Cbert)erzog
werben Aber, wer weiß, Gott, wo
zu bie Leidenschaft meinen Herrn (ihlob'
in
ig verleiten kann?... Was anders
sollte die Ursache bicfcs unjeitiaen Mor
genrilts fein
Aurelianns stand ganz evgüffen von
feinem Seffel auf unb ging langsam bi6
zu einem kleinen Fenster, fah eine Weile
zerstreut auf ben Vorhof, kehrte bann
tuieber bot Blick in ben Saal zunick unb
fugte:
Es ist, als schickte ber böfe Geist selbst
alle biese Zufälle, um die Hoffnung ber1
Christen zu vereiteln! Durch viele, ja
gefährliche Bemühungen habe ich ben
Herzog vermocht, Raganher's Schwester
zu ehelichen der Frankenbunb ge
schloffen unb Ehlobwig ist zum Oberher
zog erkoren. Da erscheint eine juirge
Fürstin, fchoii unb bezaubernb wie bas
Mvrgenroth der Herzog entbrennt in
feuriger Liebe für sie sie wird gleichfalls
beherrscht durch eilt uuwiberstehliches
Gefühl, bas sie zu Ehlobwig treibt. Sie
träumt, baß Gott sie zu seiner Braut
cm llm|tanb ein entferntes,
fragte ber König Ehlobwig. ganzes Geschlecht ist besteckt mit ber fal
wollt: AnreliannS versteht fchen Lehre, bie ben Felsen Petri auf fei
wirb
Er ging an den Tisch, fehle fich niebtr,
stützte ben Kopf mit den Hauben und
blieb in Nachdenken versunken.
Plötzlich ward er aus seinem trüben
Grübeln aufgeweckt burch b»s GcriiuU
einer Thür, bie leise weggeschoben würbe.
Er sprang auf unb rief verlegen
Lutgaibis
Wirtlich, ba staub vo» ihm bie
iiuiiim, uii], ynm |a zu «uiu ^unu ,iivft Ihr allmächtig neben ibin .. Unb
vorbeifcc]ti:iimt ha .Ich, wie muhet-oll,
auch zu erreichen, so läge vielleicht in bie-
Hfiluolle Zukunft,
neu Grunbfcstcn wanken macht unb bas
Echristcnthuni mit ettbloscm Unheil be
broht Also tönulc bas Unmögliche
möglich werben, Ehlobwig würbe eilte
Arianifchc Fürstin zur Oühegeitoffin neh
men feine Kinber würben bie Verfolger
ber Kirche werben unb ich Unseliger
würbe Von Kiiiocsbciuen an gearbeitet
haben,... um was 5 Um bie Fciitbc
meines Glanbens auf beit Thron G.il«
liens, meines Vatcrlanbes, zu erheben!
Aber nein, das foll. nicht geschehen!
Müßte ich, in beut Streit gegen bei! Geist
bes Böfen, Alles verlieren, ja selbst bas
Lebe», wohlan, ich werbe kämpfen ....
Ach, meine Seele wirb sich erheben zum
I Helbcnmulh aber wo ist meine Macht
hendcn Blicke die Tiefe des Eindrucks zn
messen schien, den ihr Erscheinen auf ihn
machte.
Mich dünkt, Herr Aurelianns, daß
mein Kommen Euch nicht angenehm ist,
sprach sie mit bitterem Spott. Die
schwarzhaarige Christin ist Euch wikkom
metier, nicht wahr?
Mirwi?.kommen? riefAnreliannS, wie
verletzt, mir willkommen Ich gäbe zwei
Finger meiner Hand dafür, wenn sie nie
mals in dieser Halle erschienen wäre.
Lulgardis schien über die Worte des
Römer» verwundert sie sah ihn eine
Weile fragend an. Dann ».ihm sie einen
Sessel und sprach mit weniger Bitter
keit:
Angesichts seiner 'Lenke Ist es
daß er täglich mit ihr und ihrem
Stundenlag im Lnsthain bleibt?
Nach«
Was soll ich doch au Bischof Remigius
schreiben? Ich selbst weiß nicht mehr,
wie diese unheilvolle Verwickelung endi
gen soll. Und theille ich dem Bischof
wahr,
Vater
ES ist wahr, sagte Aurelianuü.
Ifemit Ihr den Traum, beit bie
Per'
führeriu ausgedacht hat, um Ehlobwig
Ich Hobe jenen Traum ans ihrem eige-
Um Eurer Würde willen, Fürstin,
mäßigt Eureu Zorn unb sprecht doch
nicht so laut, bat Aurelianns. Vielleicht
ist unsrc Furcht unbegniiibrt. Es kann
gefährlich sein, wenn man Euch hört
Herzog Ehlobwig ist gleichfalls empstnb
lid).
:,ir 1
Ihr hättet ein Mttel finden müssen,
um bie schwarzhaarige Christin von hier

entfernen. Eure Phantasie unb vor
Allein Eure List fiub reich genug, um
viel mühin mere Räthfcl aufzulösen. Aber
nicht ivabr, es ist ba in Eurem Herzen
eine Hoffnung vorhanben Ihr heuchelt
vor mir, um mich sicher zu machen Euer
Wunsch ist nichts destoweniger auf bas
frnnbe Weib gerichtet. Sie ist Ehri'
ft in mürbe fi«* Ehlobwigs Ehegattin, fo
luri mcifL ob )r
„j^ in Eurem Wahn
bllf
,«hm h,r
bit Lehre bcijcnigen, tueiu^e üu
Christen hassen unb verfolgen.
Da:' Gesicht
der
vor Wuth.
S a
Sollte ich mich getäuscht haben
Ich werde es erfahren Aurelianns, Ihr
habt Euch nm meine Verlobung mit dem
Herzog rechtschaffene Mühe gegeben ich
glaubte es zum Wenigsten. Nun jedoch
Zweifle ich, ob Eure Mitwirkung nicht eine Rachsucht ihre Seele verzehrt
feige List verbarg, wie ihr Römer ge-1 Der Römer antwortete verlegen
wohnt seid, six zu hegen. Antwortet mir! Fürstin, die Frenbe, die ich plötzlich
Ist es wahr, daß Ehlodwig mit der Toch- bei Eurer Mittheilung empfand, Hut «thlvdwia trat in den Saal, blieb
ller Htlperich's Hand in Hand wandelt einen Grund, der Euch nicht erbittern stehen und ließ seine Blicke forschend von
neu Mnnbe gehört, bestätigte Aurelianns aufstehend. Ich werde ihn selbst sprechen
initjurchtjamer Stimme. um mit Gewalt den Schleier von beti
Sagt mir aber aufrichtig meint {Rathsei zu heben, bas mich quält.
Ihr. daß i» Ehlobwigs Herze» Liebe zu Der Herzog ist diesen Morgen beim
der schwarzhaarigen Ehr ist in entstanden Aufgang der Sonne mit dem König aus
istl- geritten, antwortete der Römer. 2ie
Ich glaube ... Wie laitn ich wissen, sind den Hügel nach dem Weihhof hin
Fürstin, was in beut Busen meines Herrn aufgeritten.
vorgeht iinb ul)ne Zweifel schon Ivieber mit
Ihr zögert Gebt Acht auf Euch,! Ehlotilde
Auixlifliiii:-: Ibr kennt Lulgardis nicht!! Nein, oluie Hilperichs Tochter...
Ich meine, stammelte der Römer, baß Aber, beliebe es Euch, wieber niederzu
Ehlotildens Anwesenheit dem Herzog an
genehm ist.
Aber ist es Liebe, frag' ich Euch?
ES kamt vielleicht der Beginn einer
Liebe fein.
Ach, rief LntgardiS, inbem sie wiilhenb List Laßt hören
aufsprang, so also durste man Spott mit
wir treiben So brach man de» Eid, der
auf dem Wei( !'of im Angesichte ber Afeii
geleistet nunben Wehe, wehe, wofern
der so iueii geiyelwi is! I.
Lirißirbis setzte sich tuieber, und fragte kam, suhr Aurelianns fort, aber ba li
mit zurückgehaltener Stimme, boch noch I g.v.m auf eimua! .^ilpericli lochler in
be be nb vor A erger unb Grain ungemeinem Feuer von einem Traum zu
lint. Iljr. ber Ihr vvrtheilhaft fiir e*- bet fie bie erst
!111ober folches geheuchelt habt,1 A ihiiift aufgeregt hal e. Sie erzählte,
Was konnte ich für's Erste ihnit?
Stumm unb traurig an Euch beiiken, unb
mit Vorsicht mich bemühen, bie Zusam
menkünfte bes Herzogs mitHilpeiich unb
feiner Tochter tuiuber zahlreich zu ma
chen.
Weiter nichts?
Aber Fürstin, ich habe doch gewiß nicht
das Recht, vom Herzog Rechenschaft zu
fordern, über bas, was in feiner Seele
vorgeht?
tjöien. was habt ihr gethan, um bie bi ein Engel bau Ijeifjr ein Geist bes
iU|,i
Schaube Oou mir abzuft'bren Ilm bie
Gefahr zu beschwören, bie meine Ehre
unb nu in Herz bebroht
sitzen, Fürstin ich werbe Euch etwas er
zählen, bas Euch vielleicht minder hübe
Gebauten einflößen wirb, ja mich uns
ein günstiges Ende hosten läßt.
träumt, buy 3-)i* ouSbcui Cbcvfjcr^oi] ber Vulßttvhiv ivi! 5'
Franken einmal eii.cn 2iciicr gurcr Sie hcbcutcit, 5iirftin/ bafi mir toofir- Vcu.cr.
Lulgarbis enlbrannlc
Aber warum
Is"' nniHut mir den'wäre
Grunb Eures Betrugs
3
tiefer
Fürst in aigtc Aurelianns ben offen. yjtumg warten,
Was wollt Ihr
nicht.
Verstockter Heuchler, spottete Lutgai
bis, Ihr versteht mich nicht? Ihr wißt
nicht, das Eblofifoc feine Arianerin ist
Ich, ich weiß das Gcgemheil. Ihr
Va'cr, ihre Ohiiii.c, ihre Brüter, ihr
ganzes Geschlecht ist Arianisch.
Wie vmtrcrtlich Ihr betrügen könnt!
Hersetzte Lutgarbis. Ih ich weiß
furchtjanirn Götter machen fönntei scheinlich Heute noch erfahren werben,' Wtib mit Einsehen, ale juich'
Diuck Ehlotilbc? fragte ber Römer! waS wir zu fürchten ober zu honen ba- Morb.
mit zwcifelnber ben beim jeib sicher, der Verbnin öcs ...
Ja, burch Hilperichs Tochter! bekräf- Königs i,.it de# fvv»na ,« einem beftimm-1Mr,tJlr .l'l,,vm Sepel unb^ vor ihr
»igte Lulgardis. I ten Entschluß gebracht. A-so, i'utgar-1 'uder,ttzenb, sprach er mit ci.ue «limine,
O, wie weit greift Ihr fehl, Fürstin dis, bleibet kalt unb gcbulbig, bis wir
6Hi. ubc eine Arianerin, sie beteuiU hnt Aufgang bicser Ziiiainmcitfunft ken--1
wahren licit Eure Ucbcrciliing möchte Euch zu
aber wißt Ihr den» nicht, 93crb!fitbelcr, I Kiinst, jcimuib mit W
baß öic Eifersucht mehr Augen hat, als sagte lulgarbis, inbem sie sich ...... ... .,.
Eure scharsinnige Bosheit gläubigem viu! -"»'ifrichtete. Nun ja, ich
nicht, was Ihr mich wollet glaube.. ...a- aiil:vortete Lutgarbis. Er lvst*v?
chcn. Ihre Mutter war ein Römerin,! im Hain mit Hilperich'? Feldherrn.
oi,., kine sohy., bic üeute Hilperichs eine I vor ich jrboch fortgehe, will ich Euch ein
iniiir um» ifu-'irt Drlhodoxe nennen. Ihre zwei Töchter! schließliches Wo,t s.i^cn Aurelianns,!
lobte de. Hrigpg., wuche mit ihnm gm-
mit
um
^ch versteh' Euch unb ihm in'? Angesicht zu sagen, was
mir auf bem Herzen lastet.
T. erlotiu .in Hornstoß in ber Feme.
Es ist ber Herzog, uvi .yl *i•:u zu«
riickichrt, bemerkte Aurelianns. Fürstin,
wäic es nichl Ihr entferntet tet ich
SöuiHs jitstimmung im bei Eurem Allem, was Euch
Glaubenskennlniß ihrer Mutler erzv- theuer ist, gebt wohl Acht auf bas, wa«
gm. .- I Ihr thut oder denkt. Seht hier, wa«
Wie? WaS sagt Ihr? Ehlotilde wäre Lutgardis Euch anbietet. Wofern durch
keine Arianerin? rief AurelianuS mit
Verwunderung und Frend« ans.
Der mächtige Eindrnck, welchen ihre
Erklärung auf Aurelianns gemacht hatte,
machte Lntgardis betroffen: sie merkte
nun, daß dieser besondere Umstand in
Bezug auf Ehlotildens Glauben ihm
wirklich unbekannt geblieben war. Nun
bedauerte sie ihre Mittheiluug denn die' und mir über die Mächtigste« erheben.
Freube, welche in AurelianuS Augen wie Aber, wenn Ehlodwig mich verstoßt e?
ein flüchtiger Schimmer geleuchtet hattc, fei burch Euren Rath oder gegen Eures
sagte ihr hinlänglich, daß sie im Herzen Absicht dann werde ich Euch unter
des Römers zum Vortheile ihrer Feindin meinen Füßen zertreten wie ein Uugezie
gerrbet hatte. fer, Euch unbarmherzig quälen. Euer
Aurelianns, AurelianuS, drohete sie, jBlnt soll stieße« bis zum letzten Tropfe«,
nnterdrückkt tie Hoffnung, die da äugen» und durch Euren Tod will ich mich tut
blicklich in Euer Herz gekommen ist. den mir angelhanen Schimpf rächen ....°
Unterdrücket sie, oder Ihr sollt erfahren, Wohlan, was wählt Ihr, LutgardiS'i
was Lntgardis vermag, wenn gerechte Schutz ober Lntgardis' Haß?
ztger Fürst, der die Lehre der ursprüng- tiefe Aufregung und Angst, die auf den»
lichen christlichen Kirche bekennt die Mö= Gesicht des Rötners zu lesen stand. ließ
t^ge und ihre Hofbedienten sind Heiden jh„ oijnc Zweifel errathen, was hier g«^
oder Ananer. Es freut mich, daß noch schehe» war. LntgardiS hatte ihre ftert
»g e.ne „unliN'auf oder neben dem Throne hcit ganz verloren sie jenttc wie be-
durch die ^erktiudigung einer gropen Zu- ytzend, der Bersuhruug des Bö^en hat! sch^.it ihr Haupt unter dem machtigen
utnft zu bezaubern tpicrstefKn kennen." Blick deS Herzogs, der ihr im strengen
Wo ist der Hetzog? fragte Lulgarbis Ton sagte:
Nuii, waS sollte bas sei» Eine neue
Gestern tnstwandelle der Herzog mit
dem tiöitig im Hain Ehlotilde und n.ue
beiben Gesellschafterinnen waren gleich
fall« ba ich selbst folgte beut Herzog.
Ungemein liebreich tvae iie junge Fuijtii:
gegen Chlodwig ich glaubte mich inch!
zu täuschen, indem ich dachte, daß in
Ehlotitben's Hn-z, unbeioiißt vielleicht,
ehr inniges Licbesijejiitji für nieine»
Herrn aufgekeimt fei.
Der Vermessene! rief Luigardi^
Ich wtiß nicht, wie b'.e eic barauf
H.mmcls ihr geoffenbart habe,
würbe mit Ehlobwig burch bie Ehe ver
einigt werben daß ber Engel sie in eine
.(iirche zum Altaic führte unb baß sie
wirklich durch ben Bischof mit ihm sei
vermählt worben.
Nun, ist eS weiter nichts? Ich kenne
bicfcii Traum, betrügerisch ersonnen, nm
ben Herzog zu verführen.
Was ich Euch fagen wollte, ist, baß
ber König bei biefer Erzählung von gro
ßem Aerger entbrannte und feine Tochter
mit harten Worten anließ, baß Ehlotilde t"!y' bleich vor Angst hinter der Ta
weinte, daß der Herzog ans Mitleid sie fc.' Auf den Sötnl bes Herzoges
zu tntfchulbigcn suchte, aber baß ber Kö- ^n?„£r.^u beibe traten zurück unter
nig sie mit erzürnter Hast bei der Hand die Pfeiler deS ^aals, wo Chlodwig ici
nahm und sie unmittelbar in die alle "cm .j01llfn
unb nach ihrem Zimmer brachte. 'Den j" 9c^l'n l.ch'f"- Ter Römer sprach mit
ganzen Tag habe ich iveber ben König 'ltt zufanunengefa.leiten v)anbcii zum
noch feine Tochter gcfchen. ^cv
ganz allein mit ihm zu sein. Ier ijouigi.,13 »'V
!...
Thatcn unb Worten antreiben, tic viel- W^das Tu mir vor bem Weih
a
Eure Verinuthiing ganz ungegninbet! loac^eiue ver-^
3 0
ocrbccgcit 2i.Me wunbersch?»
9?e. 2«.
Eure Mithilfe mir die Geneigtheit Ehlod-«
wig's bewahrt wird, wofern ich durch?
Euer Znihun, nach so vieler Widerwär
twjfcit, feine Fran werde dann werde
ich Euch m.'hr Höfe und Goiter schenken,
als der Reichste von Ehlodwig's Mannen
jemals befihen wird ich werde Euch
Schätze geben und Euch neben Chlodwig
Der Herzog! rief AimThUtus, auf
springend und noch immer zitternd unter 5
dem Einbrnck dieser Drohungen.
Cccidcnt 'st kein ein-1 Aurelianns auf Lulgardis fallen. Tie
LntgarbiS. warum ehrst D« die Woh-
bttn iiiing Deines Henn nicht Warum er«:
kühnst Du Dich so weit, meinen treuen
Diener und Freund Aurelianns zu be
brohen
Diefe Worte verwundeten seine Ber
lobte tief daZ Gefühl ihrer Erniedri
gimg vor dein Römer trieb sie an. oufzii*
iviingcn —, uoei Thronen ber Wu!h
tollten ans ihren Augen, unb zitternb
antwortete sie:
Ach. was wirb mir hier noch wider,
fahren? Ich, eine lochte Mennigs, fort
mit 5ch.im.oUze aus der Stirn baftehii
vor 'einem Romer, einem Christen?
Chlodwig, Ihr seid mein Herr, und als
solchen ehre ich Euch, selbst in Eurem
Etobriich.. Aber baß Ihr Eure Ver
lobte so brhmibclt vvr Eurem Diener,
:vi
ichinipf tobtet mich 'Alfa bie
2chivfster RagnnHers, wäre sie Eure
Fvau, winde bie Dienerin Eures dir ist«
uchen Diener« Kin müssen.. LhrHä«jcht
Euch, Herr Her-og, solch LooS nehmrich
nicht an. Das vor ber A sen Weihtisch
Solschen uns geschlossene Battb ist nicht
io '"i'irk, baß co nicht unter dem Schlage
fe:- HoViiu« zerreißen konnte.
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iBruber ist mächtig genug, um Rache zn
nehmen sin meine Schaube bie Fruit»
lvii noch treu genu.z ihren Äsen, um mich
zn verthr.: g.-,:, ,:cht allein gegen den
Udu'rmuth, gegen die schnöde Verfnh-
"n I i'!uv.'! der Ebriftcn, uibern mich gegen
Euch, der Ihr Euch über alles Recht er«
_! haben iviihut, und ooch feige bas HaiEt
"c beugt uuier flembev Lisi.
Ihre S tiü'ine war allmählich immer
biuiuifcf geworben ȟb sichtbar erbebte
ihre Bn-.si uuier ber Glnth ihres Grimms
oder der Tiefe ihres Schmerzes, i^eiv.:
Schluß ihrer Worte legte sie die Haud vor
bie Augen, um bie Thtauen zu oerbcrijqi,
bit über thrc Wangen rollten.
Chlodwig hatte ihre broheiiben Worte
mit finsterem Blick, boch ohne Zorn an»
gehört. Nun wcnbete er sich zn Amelia'
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Abcitb hat Chlodwig beit König ersuchen kctne^gunstige Aittivort, bemi er vcrlvH
lassen, mit ihm bei uo v.f.iang unc!bc" 'f'11(11 ^f^'d "»b UtU Hb« den Kopf
Spazierfahrt nach bcm Weibioaib zu itia= I Or^llc".cn Händen, a .yj
chcn er brückte babei den Wunsch aus, ^. -tcr jpcqog ging laiigiam auf
hat in bicsc« Gesuch eingewilligt ... !l(,rc ^aube stchcub nach il»n nuSUreckte.
»nb was bebauen alle biese Worte Ehlobwigs Gc,,cht war ruhig uiih Mit
bekam loahnchctulich
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messinen Worte bedeuten Wosei ich
ventebt Ihr bic brache, welches Jiecht
Worte» zu fangen,, f11 Oubni,^ mir i'ciniei,eM.
H-iti sie sich mit im-
bie
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,Ö1C ,^!h.
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plötzliche Zorn, will Eurem Rathe folgen, unb bjs nach! Ach Herr, vergebt mir, tciiyve t'ii
zi:ui Heizoge zu geh,, garbis. meiii Schmer ist unendlichL tief.
es möchte bcm Herzog fcltfam scheinen, gegen mich onstreW. ich werde, von i: ei
erwartet nnd ganz tiüein "N-t S»g nnch Gallien abstehen unb Dei-
Euch hier so liner
zu sin ben. I nen ruber zerschmettern seinen Ra«
Ich gehe j» meinem Brubci Raganher, "ten zerstören —, seine Läitbvr zn bvn
vit h,
ivlvl1"
Out,
C'
lllu
Du Hast rich mit beut Zorn Demes
Vrnticv5 bebroht, fuhr ber Herzog fort,
und Du ww(iöhnie|t mich burch Worte,
bie bezeugte», baß D» au .Chlodwigs
Starkmuth zweifelst. Wohlii», brich Dem
Gilöbniß laß Deinen 33ruber beiViirnct
W a a a N
yc,|Eures
Geschlechts von der Erde ver-
tilgen, wie der Sturmwind den Staub
wegjagt und »»rrschwinden- läßt!*..
A/yotUcfimg folgt)

Melrose, Minn. 14-
burch bie Hülfe ber Franken
bell
ber

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