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Der Nordstern. [volume] (St. Cloud, Minn.) 1874-1931, November 23, 1922, Image 1

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49. Zahrgang.
vS'
if-
fe:"
6,.
^T
$-:
Harding unterbreitet sei
ne Botschaft.'.
Washington, 21. Nov. Präsi
dent Harding brragt seine Schisfssub
fobte heute persönlich in ben Kongreß.
Ilm halb ems erscheint der Prafi
dent in einer gemeinsamen Sitzung
des Kongresses, mit einer Botschaft,
welche Errichtung einer Regierungs
snbfidie unter der SchiffcchrtsbehorLe
zur Förderung der amerikanischen
Handelsflotte empfichlt. Das Eintre
ten des Präfidenten für die Schiffs
subsidie angesichts starken Widerstands
im Kongreß wird eine wirkliche Pro
Be fur fcme Führerschaft bilden.
SrSßte Eile empfohlen.
Die Botschaft empfiehlt größte Ei
le bei Annahme der bereits dem Hau
fe vorliegenden Schiffsvorlage und
schlagt geringere Abweichungen von
seinem ursprüglichen Plan vor, wel
chen Harding in seiner letzten Sonder
Botschaft an den Kongreß dargelegt
hat. Das persönliche Erscheinen des
Präsidenten soll Anhänger der Ver
waltungsvorlage zu größerer Tätig
feit anspornen. Es wird erwartet, daß
dann im Hause kein erfolgriecher Wi.
derstand gegen den Vorschlags zu
Stande kommen kann. Vor der An
sprache des Präsidenten wird im Se
nat entschieden, ob Frau Felton, der
erste weibliche Senator, die Botschaft
anhören kann. Ihre Ausficht, daß fie
für einen Sitzungstag vereidigt wird,
ist günstig. Ihr Nachfolger George,
am siebten November gewählt, woll
te Frau Felton heute noch immer Ge
legenheit geben, eingefHooren zu
werden und einen Tag im Senat zu
fitzen, bevor er seine Beglaubigung
überreicht. Mehrere andere neue Se
natoren sollen heute vereidigt we
iten. Auch das Rücktrittsschreiben von
Senator Newberry von Michigan soll
heute ins Protokoll verlesen werden.
Eine „Kampfbstschast.".
Washington, 21. Nov. In einer
fubsidien mtf, die Verantwortung fiir
das Mißlingen der Vorlage zu übe
reichen. Harding befaßte sich in fei
iter Botschaft fast ausschließlich mit
kraftiger Befürwortung der Subsidie,
er erwähnte nur zwei andere nationa
le Fragen, weiteren Beistctttd für die
Srntiteirtschoft. Diese Fragen behan
delt seine Botschaft für die regelmä
hege Tagung am vierten Dezember.
Diese Frage darf nicht länger igno
riert werden, sagte Harding. Der Lö
sungsversuch kann nicht langer ver
schoben werden. Wenn der Kongreß
keine Entscheidung trifft, so ist dies
nicht weniger verhängnisvoll als ein
ungünstiger Beschluß.
Ersparnis b** GÄ
Der Präsident suchte zu beweisen,
daß die Subsidie der BundeskasseGeld
Daren werde wegen der großen Ver
luste, welche die Schiffahrtsbchörde
«och immer erleidet. Er trat dringend
dafür ein, Amerika wieder zu einer
hervorragenden Stellung unter den
seefahrenden Volkern de rWelt zu er
heben. Dem Kongreß stehen drei Wege
offen. Einmal aufhauend, Annahme
der Vorlage. Meiner Überzeugung
nach.kann dann eine amerikanische
Handelsflotte, privatim geeignet und
betrieben, aber dem ganzen Volke die
nend und der Regierung, im Notfall
zur Verfügung/ errichtet und erhalten
werden, sagte er. Der zweite Weg ist
hindernd, weiterer Regierungsbetrieb
mit Regierungsverlusten und Entmu
tigung privater Unternehmungen
durch Wettbsverb der Regierung. Der
dritte ist zerstörend, Opferung unse
rer Schiffe, Aufgabung unserer Be
strebungen und der Welt gegenüber
dasGeständnis unserer Ohnmacht und
unsere Demütigung vor den tvettbe
werbenden Rationen.
Keine
ft
.-- .^SV
Snbsckie."
„n&ttuliäft
Hardwg zufolge ist die Vorlage kei
ne Subsidie, sondern Regierungshil-
ebenso wie die Regierung beim
Bau inländischer Wasserstraßen oder
der Verbesserung von Landstraßen zur
Hebung des Verkehrs Beistand leistet.
Der Präsident erklärte, da die Regie
rung der Industrie durch Tarife, Re
klamation helfe, solle sie nicht zögern
Sie Schiffahrt zu unterstützen. BkEr
schilderte die Lage und zeichnete ein
Düsteres BW unserer Verluste," Es
handle fich daher nicht um neue La
sten für den Schatz und das Volk, fon
Setn um Verminderung der bereUS
getwgMen Lasten.
Die Regierung, meinte er, ware un
würdig, wennfie ein Mittel zur jähr
xicheN Ersparnis von 50 Millionen
kennt und nicht für solche Ersparnis
Bayern hält treu zum
deutschen Reich.
München, 21. Nov. Anläßlich
des Antritts seines' Amtes als bay
rischer Ministerpräsident hat Dr. Eu
gen von KnMmg mit Reichspräsident
Ebert Depeschen ausgetauscht, in de
nen dem gegenseitigen Wunsch- auf
Pflegung des engsten Verhältnisses
zwischen Bayern und dem" Deutschen
Reich Ausdruck verliehen wird.
von Knilling wies besonders
Dr.
auf
Staatenbudes
Prä'ftdenten seiner höchsten
vox
5
Bayrische Regierung besorgt.
Hie bayrische Regierung beginnt,
BeSrgnis ützer die zunehmende .Tä
tigkeit der Nationalsozialisten, die
als deutsche Fascisten bekannt sind,
und ihres Führers Adolph Hitler zu
zeigen. Premierminister Knilling
sagte.im bayrischen Landtage: „Das
Land ist in gefährlicher Stimmung.
Die neue Gefahr verursacht- große
Aufregung. Wir müssen, auf alles
vorbereitet sein.
Für die Farmer der Wei
zenregion.
Washington, D. C. 19. Nov.
Vom Landwirtschastsdepartenrent
cherden Vorbereitungen zu einer am
24. November in Washington, D. C.
abzuhaltenden Konferenz getroffen,
die fich mit dem Frühlahrs Weizen
anbau in den Staaten North Dakota,
outh Dakota und Montana beschäfti
gen soll. Die Lage soll dort für man
chen Farmer eine recht ernste sein.
Man hofft fich von dieser Versamm
lung einen Ausweg aus -dem Di
lemma.-
eintritt: Bei dem Problem solle der
Kongreß lokalpolitische Fragen ver
geffen. Manche Mitglieder^ fürchten,
daß eine Stimme für die ubfidie sie
bei ihren Wählern schädige. Er er
mahnte-fie zu „höherer Staatsmanns
kunst" anstatt den übereilten Entrü
cken eines Wahlkreises nachzugeben.
Handelsvorherrfchaft der Ver. Staa
ten sei für die Bewohner des Missis
sippi und Missouri Tals, des Nordwe
stens und der Felsgebirggegend nicht
minder wichtig als für Staaten an
den Seeküsten.
Mir
Seemanusgesch.
Der Präsident widerfetzt sich der
Aufhebung von Gesetzen wie das La
Follette Seemansgesetz, um die Lebens
Haltung von Arbitern auf amerikani
schen Schiffen zu heben. Tie Gerech
tigVeit erheische ih« Weiterdauer, bis
die ganzeWelt-auf den gleichen Stand
Punkt gebracht sei. Nach Behauptung
mancher Rheder machen diese Gesetze,
erneu Wettbewerb mit mchländischen
Schiffen unmöglich. Der Senat ver
schob wieder eine EntMeidung darü
ber. ob Frau Felton ihren 'Sitz als
erster weiblicher Senator einnehmen
Washington, 22. Nov. —Frau Fel
ton aus Georgia wurde spater für ei
nen Tag als Senator vereidigtM
.- W' AMM
MOW.Z
innerste Ueberzeugung be-
seine
züglich der Erhaltung des deutschen
hin und versicherte den
Achtung
und seine
der Reichsregierung
Bereitwilligkeit, sich dieser unterzu
ordnen.
In seiner Antwort gab Präsident
Ebert' dem Wunsch Ausdruck, daß nicht
nur Bayern, sondern das ganze Reich
wachsen und gedeihen möge. Er füg
teJjei, er werde sich als Präsident zur
besonderen Pflicht machen, die zwi
schen Bayern und dem Reich bestehen
den Bande noch zu festigen.
Besprechung mit C«no.
Berlin, 21. Nov. Die „Zeitung
am Mittag" in Berlin schreibt, in
wirtschaftlichen Kreisen sei mit beson
derer Genugtuung von der Tatsache
Notiz genommen worden, daß der
nette Reichskanzler kürzlich mit dem
bayrischen Ministerpräsidenten von
Knilling eine Unterredung gehabt
habe, die jedenfalls nicht rein zusäl
und nicht vollständig persönlicher
Art gewesen.sei.
Das Blcüt fügt bei, in den Kreisen,
die in letzten Monaten wegen des
gespannt«! Verhältnisses zwischen
Berlin und München beunruhigt ge
wesen, herrsche die Anficht vor, die
Einigkeit des Reiches fei von entschie
den größerer.Bedeutung als etwaige
Parteidifferenzen. In diesen Kreisen
werde dann auch gehofft, daß es Cuno
gelingen werde, die zwischen dem Reich
und BayUn schwebenden Fragen zu,
lösen und öß«S5^cfacheöC-»späterer
Streckrgkeiten aM dem Wege zu räu
men. '-'A
Eröffnung der Grient^
konferenz. ..
Lausanne, 20. Nov. Die Konfer
enz wurde heute Nachmittag 3:45
formell eröffnet. Der Schweizer Prä
pent Haab, der Vorfitzende für die
erste Sitzung, kam pt dieser Stunde
in den Saal und verlas seine
kommrede auf welche Lord Curzon,
der britische Ausbandsminister, erwi
derte.
Die Schweiz, wo viele internatio
nale Konferenzen veranstaltet worden
find, beherberget wieder eiche Versamm
lung von Diplomaten, die eine der
wichtigsten derzeitigen Weifragen
raten, ikr» Problem der Türkei und
des nahen Ostens., Viele verwickelte
Fragen, darunter FriehensWuß zwi
schen' der Türkei und Griechenlands
Freiheit der Detrdanellenftraße und
der künftigen staatsrechtliche Zustand
der Türkei stehen zur Behandlung^
"Amerikas Beteiligung.
Große Genugtuung erregte eß,^daß
der amerikanische Botschafter in Iba
kien, der Gesandte bei der Schweiz u.
Admiral Bristoll mit Beobachtung
der Verhandlung beauftragt wurden.
Das Interesse stieg, als es hieß^daß
die anterikanischen Vertreter ihre Stint
me in der Versammlung erheben wer
den, wenn immer dies im Interesse
der Ver. Staaten liegt.
Mussolinis Ehrgeiz.
Lausaune, 20. Nov. Premier
Mussolini von Italien hat offenbar
die Abfdtzt, die leitende Rolle auf der
Konferenz zu spielen. Er zwang ge
stern Pomrare und den britischen Mi
nister Curzon nach Territot zu kom
men, um vor der Zusammenkunft mit
den- Türken die italienifM AüMf
sung zu hören und fetzt heute feine
Verhandlungen mit den britischen u.
frazöfiMen Ministern fort. Die Alt
ierten brauchten Zeit, um vor ihrer
Begegnung mit den Abgesandten der
siegreichen, türkischen Nationalistenre
gierung ihre Anficht in Einklang zu
WnW«., vitnWchtet großer Versöhn
zMgHMrfuM'Mnpftn" die Eriken
und Franzosen darüber, welche Na
tion die Oberherrschaft im nahen O
sten «richten soll. Die Friedenskon
ferenz hat zwei Aufgaben Abschluß
eines Friedensvertrages zwischen den
Griechen und siegreichen Türken sowie
Entwurf eines Vertrags zwischen den
Türken und Alliierten an Stelle des
Vertrags von Sevres, welchen dor
Sieg der Türken über die Griechen
und ihr Staatsstreich in Ko:lstantino-
pel beseitigt hat.
Verhandlungen wieder
geheim.
Lausanne, Schweiz, 22. Nov.
Nachdem die internationale Frie
dens Konferenz für den nahen Osten
am Montag vom schweizerischen Bun
des- Präsidenten Dr. R. .Hagh in
Lausanne am. Genfer See eröffnet
worden ist, sollten am Montag die ei
gentlichen Verhandlungen beginnen,
die unter Ausschluß der Öffentlich
keit stattfinden.
In den Reden bei "der Eröffnung
sprachen sowohl Dr. Haab, wie der
britische Staatssekretär des Auswar
tigen Marquis Curzon und Jsmet
Pascha, der Vertreter der türkischen
Nationalisten, die Hoffnung aus, daß
es gelingen möge, einen dauernden
Frieden zustandezubringen. Immer
hin seinen die Vertreter der Türkei
weniger zuversichtlich, ttls bei ihrem
Eintreffen in Lausanne, und man
glaubt, daß sie bereit sein würden,
im Interesse des Friedens in ihren
Forderungen zihmlich herabzuge^n.
Es scheint ihnen zum .Bewustsein ge
kommen zu sein, daß die Türken nur
die Griechen besiegt haben, nicht die
Großmächte.
Dr. Fridtjof Nanssen ist in Lausan
ne eingetroffen, um in der Konferenz
im Interesse der Christen in der Tür
kei zu wirken.
Britisches Schiff heschlas-
Hongkong, 20. Nov. Ca chine
sische Seeräuber reisten als Passagiere
auf dem britischen Dampfer Sut-An,
der mch Maeaö nach Hongkong ab
ging. Kurz darauf befchlagnahnüen
die Piraten das Schiff und hielten es
13 Stunden lang. Besatzung und
Passagiere kamen heute nach Hong
kong, ihre Häscher wurden erst nach
heMgem Kampf vertriebenes Zwei
Leute wurden getötetund mehrere
verwundet,-darunter der. Kapitän die
Schiffes-, ein französischer Priester 4t.
ein anderer Europäer.
vti.v
„Naß" die künsttze Prä
ftdentfchaftspairofe*
"'St. Louis, Mo., 22.. Zsv. Auf
der Möntag in St. LouU, Mo., öe
gonnenen Versammlung |er Assocta=
tian against the JrohibitÄn Amende
ment wurde üker MittÄ^und
setzes beraten, sowie die 'Frage eine
Organisierung der „naßen" Kräfte
in jedem Staate in ErwiWwg gezo
gen.-
Die Bsesamm^M war^« Anficht,
daß die Getränkefrage bei den Prüft*
dentKkwaMen im Zßchre 1W4 von
ausMaggebender BedMung Mn
dürfte Ss wurde such aM
Bett Erfolg der „Nassen"' bei den letz
ten Wahlen hingewiesen. Die Dele
Men sprachen fich gegen:- die Grün
dung einer dritten Pariet die »für
Amendierung des Vollsteadgesetzes
eintreten solle, aus und" erklärte, daß
sowohl republikanische wie demokrati
sche Kandidaten, die-mtf tmsser Seite
stünden, ihre Indossiemng zu teil
werden solle. Wo es mr 86r geeigne
ten Persönlichkeit fehle, j^erde ein
unabhängiger Kandidat inF- Feld ge,
stellt werden.
prohtbitions^perf^nal
Washington, D. C. 2^ Nov.''
Wie in Washington verkautet, find
der Bundes- Prohibitions Behör
de in Washington sowie einer Reihe
von Staaten in Erwägmtg. Es
werden die Staaten' New Jersey,
Maryland, Illinois. Wisconsin, In
diana, Massachnsetts'-Pennsylvania
und Lonifiana genannt. ,•
Prozeß gegen Schiffs
prohibition.
Washington, D. C. 2Z^-Nov.
Die Anwälte der Reedereien, die
GeMralanwalt DaugtzertzH^^^Ms,
fett für Durch^hrunK^ dS^WroM-i
tion auf Schiffen beanstanden^sowie
die Vertreter der Bundesregierung in
diesem Falle" haben gemeinschaHich
das ButHessWrgericht in Washing
ton ersucht, die Verhandlung des
Falles zu beschleunigen.
Betreffs der Ueberschreib^tng ame
rikanischer schiffe in ausländische Re
gister, zu der die Zustimmung der
Bundes- Schiffsbehörde notwendig ist,
verlaute^fetzt, diese solle nur gegeben^
werden,, wenn die betreffenden
der verpflichten wollenAÄuch
Die Gegener jener Schulen hatten
eine Abstimmung in der Herbstwahl
bereils ungefähr hunderttausend Stim
men gesammelt, den Antrag aber dann
zurückgestellt mit der Abficht, ihn für
die MühMrsMihlen einzureichen.
Diese Unterschriften find jetzt durch
die Entscheidung des Generalan
walts, der' vom Sekretär um ein
Gutachten ersucht worden war, wert
los.
Msmtende BHchewngM im Personal größer fem.., Auf jeden Fall kann
"V w. ,,
Fünf Tage im Schriee 6e
-^-/-^raben^
Cheyenne, 28ye., 19. Nov. Eine
vergangenen Samstag in zwölf Au
tomobilen ausgezogene Wköpsige Ge
Mfchaft, wurde von einem Schnee-'
stürm überrascht, der ihr den Heim
weg abschnitt. Fünf Tage verstri
chen, ehe die von der Stadt Cayenne,
Wyo., aus abgesandte Rett««gsmann
fchaft die Eingeschneiten erreichen
vermochten. Die Lehrte hatten Äe
fünf Tage.Wer nichts anderes als
Kartoffeln und Bohnen zu „essen*,,
Molgen.
tat*
ter fremder Flagge keirK^ ^geistigen
Getränke an Bord zu führen.
Eine Entscheidung^ die dqs Bun
desobergericht abgab, bestimmt, daß
die Zuständigkeit amerikanischer
Strafgerichte sich auf amerikanische
Bürger auch dann erstreckt, wenn ein
Verbrechen auf hoher See begangen
worden isb
Feinde ler Kirchenschulen
in Michigan.
Lansing, Michigan. IT. Nov.
Der staatliche Generalanwalt von Mi
chigan hat, wie in Lansing, Mich.,
^kanntgegeben wird, entschieden, daß
die »Gegner der Kirchen- und Privat
schulen im Staat, die sie durch eine
Aenderung der Staatsverfassung ab-Konferenz
geschafft sehen möchten, ihren Znitia
tiv Antrag neu, mit neuen Unter
schriften einzureichen haben,^ wenn die
Angelegenheit in der nächsten Früh
jahrswahl zur Abstimnntng kom
men soll.
St. Cloud, Minnesota, Donnerstag, 06« 23. November, 1922. Nummer 3 'g^Sh-1*
Resultat der Wahlen in
^M^-W^Lngland.
"'Mi gg
Nov.^— Der^MWf
Mschen Äotzd George Mb Sir Ge
orge Nounger hat mit einer vollstän
digen Niederlage des ersteren geendigt
Schon seit geraumer Zeit hatte Sir
George berfizcht, das KoakitionMabi
nM, das noch' aus der^Kriegszeit üb
xig geblieben war, Fall pt brin
gen und wieder eine reine Paöteire
gierung einzuführend. Nachdem diese
Verfitche wiederholt Wßglückt waren,
fetzte er es VÄ? eisWen Wochen durch,
daß die Konservativen, Me fich auch
als Mionisten bezeichnen, der Regie
rung ihre Unterstützung versagten.
Damit wurde der Stwtz Lloyd Geor
ges unvermeidlich, obwoM noch eine
ganze Reihe angesehener konfervati
ven Führer zu ihm hielte?«.
Der Premierminister löste ^.das
Parlament auf und beraumte
Mge-
meine Wahlen für das Unterhaus an.
Obgleich die Liberalen,
deren Spi-
an
tze Lloyd George stand, über fchi
unbeschränkte Geldmittel verMgten,
obwohl ihr Führer eine außerge
wohnlich energische und leidenschaftli
che Kampagne machte, hat die Wahl
doch mit enter schweren Niederlage
der Liberalen geendigt. Schon im
vorigen Parlament hatten die Kon
ferbotitien. 380 Sitze,'und wenn die
Resultate vollständig vorliegen, wird
ihre Zahl im neuen Parlament noch
Und
der tseue Premierminister Andrew Bo
nar Law mit Bestimmttheit harcut
rechnen, daß er stets eine sichere zu
verlässige Majorität von ungefähr
achtzig Stimmen im Unterhaus haben
nj&S, denn'die Zecht der Konservati
ven ist ungeMhr um achtzig größer
als die aller anderen Parteien zu
sammen.
Zum ersten Mal wurde auch "ein
Komunist in das llnterhaus gewählt,
nämlich I. T. Walton von Newbold,
der im Beztrf von Motherwell in La
AarkWxe gewählt flÄtrde.-
'Qt&jsßmfö:
Gaus wird am Montag Msanmren
treten. Am Dienstag und Mittwoch
werden die' Mitglieder den Amtseid
ablegen, und am Donnerstag'wird die
formelle Eröffnung durch den König
Kiautschau fällt an China
20. Nov. China wird
Rei^ytKiauts'chau am 2. möglicherweise am
t. Dezember „Herrin im eigenen Hau
se" werden, nach der Erklärung von
Katfuji Dechuchi, dem Vorsitzenden
der japanischen Shantung- Kommis-
Das frühere deutsche Schutzgebiet,
das später von den Japanern über
ttotranen wurde nachdem fie die deut
sche Besatzung im Weltkriege besiegt
hatten, wird an den oben genannten
Tagen wieder der Pekinger Regierung
übergeben werden. Japan bat be
reits seinen Generalkonsul für Kirnt
tschou ausgewählt, der die Regierung
in Tokio in Mautschou repräsentieren
wird, wenn die japanische Zivilbe
Hörden die Stadt verlassen haben.
Die detaillierte Abmachtmg für.die
NebertraMng in Uebereinftimmung
mit dem während der Washingtoner
unterzeichneter Vertrag ist
fast vollendet. Eine Streitfrage muß
nur noch geregelt werden, nämlich
die Bedingungen für die Anleihe in
der Höhe Von 83,000,000 Den. die
China Japan für feine Kapitalan
lagen und Verbesserungen in dem
früheren deutschen Schutzgebiet spater
auszahken muß..
Bolschewismus breitet
:•&pch aus.
Washington, D. C. 21. Nov.
Nach Berichten an Rsgierungsstel
len treibt der Bolschewismus in Chi
na fein Wesen und erstrebt Beherr
schung des Ostens als eine Waffe ge
gen den ^Besten. Eine starke Zunah
me des Einfsusses des "russischen So
biet ist berichtet nebst der Gründung
zahlreicher Mreimgimgen chinesischer
Studenten und Intellektueller. Unter
dem öWchen Programm der Bolsche
ttristen würden China und Korea
eine Pftklnzstätte der' kommunistische^
Ideen und Ewrichtungen, später ka
uie eine soziale Revolution in Japan
un&# nach dem AuMMnenbruch des
japanischen Jmperalismus im Stil
len Ozean, ein^Bolschsmstisches Asien
der Panasiatischen Soviets, welches die
„kapÄalistische" Zivilstation des We
stens zu vernichtet sttchL
Wirth's offene Ausspea
che- •.
Berlin, iS. No& Äs« einem
Interview, dem ersten nach dem
Sturz feines Kabinefts, erklärte der
frühere Reichskanzler Dr. Joseph
Wickh: „AtnerÜa muß eine Welt
Wirtschaftskonferenz einberufen. Es
ist seine Pflicht." Sett neunzehn
Monaten hat Wirth an der Sprtze der
deutschen Regieruns gestanden und
fetzt ist er Mn ersten Mal der
Loge, offen und ohne Rücksichtnahme,
feine Ansichten über die politische
Lage zu äußern. Und es ist bezech
nend, daß sich in dieser Lage sofort
seine BHdfc nach Amerika wenden.
Wirth erAärte, Amerika müsse in
der Entscheidungsfrage eine
scheidende Rolle spielen. Es müsse
wr Unparteiische fur Eurchm sein.
Falls es das nicht tue, so würden
Ruin und Bolschewismus fur gattz
Europa die FÄge sein. Der frühere
Kanzler wies darauf Mn, daß die
»Bereinigten Staaten fich durch
Woodröw Wilson "auf die vierzehn
Punkte verpstichet hätten, abes es
Meine, daß Jetzt niemand in Amerika
willens sei, fie durchzuführen.
Femer erMrte Wirth: „Wer
das europäische Problem lösen, das
jetzt ein Weltproblem geworden ist?
Nicht die Politiker, nicht Premiermi
nister Poineäre, Amerika muß ein
greifen, und zwar so bald wie möglich.
Es muß eine Konferenz einberufen,
dee das Problem vom wirtschaftlichen
StandMnkt aus zu losen sucht. Ame
rika hat zwei Herren, und es find
wirWch zwei vollendete Gentlemen, an
der Ontfchädigungskommission, A der
warum hat es keine offiziellen Ver
treter dort?. Die muß es hoben, da
mtt es eine entscheidende Rolle spielen
kann, eine Art Schiedsrichter oder
Unparteiischer."
Newberry scheidet auM
Washington) D. E. ZI. Nov.
mtf ettten- Sitz im Senat lange und
heftig umstritten war, hat sein Rück-
Wittsgesuch mit dem Beifügen einge
daß eH sofort in Kraft treten
möge. In einem Schreiben an Gou
verneurMroesbeck Hgt Newberry, die
Niederlage -seines )'rebpublikanischen
Rollten Townsend in der November
waW Ä^nlasse ihn zum freiboillig-en
MHeGen. SerjStmg der Ereignis
se mäche einen Versuch zztr Ausübung
seines öffentlichen-Dienstes nutzlos,
denn er würde beständig „durch par
teipolitische Verfolgung gehemmt"^
Recht bestätigt.
Nach einem Rückblick aus dett Streit
der aus feiner Erwählung über feinen
demokratischen Gegner Henry Ford
vor vier Jahren hervorging, sagt
Newberry, daß sein Anrecht auf einen
enMsfitz völlig bekräftig worden
sei. Sollte es in Zukunft Gelegen
Herten zu öffentlichem Dienste geben,
so werde-er nicht zögern, sich seinem
Staat und Land zur Verfügutbg zu
stellen. Ter RüMritt beendet einen
Kampf, der wahrscheinlich in der Heu
te beginnenden Gongreßtagung bald
erneuert worden wäre. In Michigan
wegen einer Verschwörung zur Verletz
ung derWahlgefetze verurteilt, legte der
Senator dewberry beim Obergerichr
Berufung ein. Das Obergericht er
klärte das Gesetz, unter dem er an
geklagt war, für verfassungswidrig.
ich langer Untersuchung bestätigte
der Senat sein Anrecht auf einen Sitz
mit nur fünf Stimmen Mehrheit.
In der jüngsten Kampagne bildete
der Fall eine Frage in vielen Staaten.
ChiWgo, III., 20. Nov. Eu
ropa befindet sich augenblicklich so
dicht am Abgrund eines neuen Krie
wie es zu keiner Zeit vor dem
war. Dies ist die lieber
zeugung der Mitglieder der Hntema
tionalien KommWon des Southern
Commercial Congrch, die dem Iah
reskonvent des Verbandes, der «t
Chicago vom 20. bw 22. ov. tagt,
chren SSerüht Velgen njcrden
KommiMoN ist erst kürzktch von
einer Studienreise in Deutschlands
Großbriwnien, Frankreich, Belgiens
Italien, Holland und der Schweiz
zurückgekehrt. Der Bericht der Kom
mission, der spater dem Kongreß vor
gelegt werden soll, ist durchaus von
keinen politischen Rüch'ichten. beein
jjlttfjt und durchaus unparteiisch zum
alleinigen Zweck des wirtschaftlichen
WiedercmMauder. Welt^faU. wor
den.
Kabinett soll vollständig
•. sein. 'Mg
'Berlm. 22. Nov.
wurde die Bekanntgabe der Kabinetts,
Lifte Dr.
Reichskanzler ausersehen ist, ^wartet.
Wie verlautet, soll daS Kabinett, dem
angeblich mehrere Mitglieder des
verflossenen Wirthschen Kabinetts
angehören, sich ausschließlich aus Ver
.tretern der Arbeitsgemeinschaft der
bürgerlichen Parteien, Zentrum, De
mokraten und Volkspartei, zusammen
fetzet, unter Verzicht aus die Ritwir
kung der Sozialdemokraten. Es ist
die Abficht der Regierung, daß der
Reichstag am Donnerstag über An
nähme d^ neuen Kabinetts abstim
men folkMDie Bürgerlichen verfü
gen in diesem über 197 Stimmen,
die Sozialdemokraten über 195
man erwartet, dafr die 71 Deutschna
tionalen mindestens wohiwollende
NeutrÄiM halten wttden. wenn es
zur Abstimmung kommt. Für den
Fall, daß der Reichstag das Kabinett
ablehnen sollte, wird die Möglichkeit
fetner, Auflösung und der Abhaltung
von Neuwahlen angedeutet.
Die Leiter der verflossenen Ham-'
burger Uebersee- Woche haben durch
ihren Direktor Sann eine Erklä
rung. veröffentlicht, der fie die
Wahl Dr. Cunos zum Kanzler als
ein Zeichen dafür begrüßen, daß die
Erkenntnis von der Notwendigkeit in
ternationalen wirtschaftlichen Ein
vernehmens Und der Forderung der.
auswärtigen Be&tehungert, fich im
mer mehr Bahn breche
Deutschland muß Rech
.y nung zahlen.
Paris, 22. Nov. Großbrittani
ens Vertreter bei der Entschädigungs
Kommission der Entente,^^ Sir John
.Bradbury, bat von seiner Regierung
Weisung erHelten, Frankreichs
Entsthädigungs Forderungen ans
±%iri
Cunos, der zum neuen
W.
^£r,
MMN
Itmf.i wnrir
untersetzen. Dies ifHtor Preisr
den EWland/FränkrÄch fur ^eine Ns^
terstützung fn der Lausanner Frie
!^ns- Konferenz der Turfet gegenü
ber zahlt.
Zu den Bedingungen, die Eng
land'in Lausanne durchgesetzt haben
will, gehören Freiheit der Dardanel
len und des Bosporus, nötigenfalls
militärischer Druck auf die Türkei,
Besetzthaltung Konstantinoplels und
der neutralen Zonen in Kleinasien bis
zur Ratifizierung des Friedensver
träges seitens aller beteiligten Mächte,
Erneuerung der sogenannten Kapi
tulationen in etwas veränderter"
Form, Bestätigung der Mandate über
Palästina, Mesopotamien und Syrien,
Schutz der Christen in der Türkei,
Entschädigung an Ausländer für
Kriegsveriuste ferner soll der Tür
kei nicht gestattet werden, von Grie
chenland Krtegsentschädigung W
fordern.
Bürgerliche Parteien un
terstützen (Luno.
Berlin, 21. Nov. Zentrum, De
mokraten, Deutsche Volkspartei fmi*1'
mft Dr. Cunos neuem Plan, der Bil
dung eines über den Parteien stehen- ^.
den Kabinetts, einverstanden.
fuhren,' der sich sehr scharf
/B&-
liegt die ganze Verantwortung für
das Zustandekommen eines solchetr
Kabinetts jetzt bei den Mehrheits- So-.
zialdemokratan, die auf.Montagnach
mittag alle ihre führende Mitglieder
aus allen Teilen des Reiches zu einer
Versammlung nach Berlin berufen
haben
Es ist die Frage aufgeworfen wor» ',
den, ob es nötigenfalls möglich we
re, ein Kabinett ohne die Zustimmung
dex Mehrheits Sozialdemokraten zu
bilden. Dr. Cuno selbst soll vsrläu« ...
fig gegen ei rem bürgerliches Reichs«^ 1
Ministerium fem.
Das Einkenken der Parteien ist ra
genfcheinlich auf einen starken Drucks'
der öffentlichen Meinung zurückzu»
1
gegen.
„Aemterjäger, parlamentarische Hn4
reife und Kleinigkeitskrämerei" aus«
gefprochM hat. Die Hecktung Präfl-4
dent Eberts und Dr. Cunos findet all-y
gemein Billigung, selbst der konsew«^^
tive Betifmer LoHlkanzeiger fingt
Loblied E6*t. Cuno soll tn
Entschadigmigs Frage-freie
erhalten und nicht an die Wünsche
Parteien gebunden sein. So gl
man in der Wilhelmftraßs, HM
Ausfitht, auf Erfolg habe.
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