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Der Nordstern. [volume] (St. Cloud, Minn.) 1874-1931, December 28, 1922, Image 4

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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Seite 4
Vorgänge
Stadtleben
mm»Mommmimmmi
Gelegentlich der Dienstagabend in
der Vereinshalle abgehaltenen Bersamm
lung des St. Joseph Männervereins wur
de die Wahl neuer Beamten für das
kommende Bereinsjahr mit folgendem
Ergebnis vorgenommen: Paul Ahles,
Präsident Paul Koschiol. Nicepräsident.
Anton Ethen. protokollierender Sekretär
Joseph Winkler. jr.. Finanzsekretär Ju
litis Dominik. Schatzmeister Joseph
Schellinger und Robert Eigener, ^Mar
schälle. Hochlv. Pfarrer Luke. O. S. B..
Hi. P.. hielt eine ermunternde Ansprache
über die wichtige Bedeutung der Central
stelle und die Notwendigkeit der Erhal
tung derselben.' die er durch seine frei
willige Beisteuer bekräftigte.Es wurde so
dann ein Komitee ernannt, das mit dem
bochtu. P. Luke Mittel und Wege bespre
chen wird, die für deu Erhaltungsfonds
der Zentralstelle dem St. Josephs Man
nerverein zugesprochene Beitragssumme
aufzubringen.
August Willike. Mitglied der
Standard Grocery Company, welcher am
Tage vor Weihnachten plötzlich derart er
krankte, daß er nach dem St. Raphaels
Hospital gebracht werde,: mutzte, unter
zog sich Mittwochmorgen, einer Blind
darmoperation, deren Folgen das Beste
für den Patoienten erhoffen lassen.
Johann Schmitt, welcher vor drei
Wochen im St. Raphaels Hospital eines
Bruchleidens wegen operiert wurde, ist
soweit hergestellt, dah er vor Ablauf die
sei- Woche nach Hause entlassen werden
und er sich des Neujahrsfestes im Krei
se seiner Angehörigen erfreuen kann.
Um allseitige Befriedigung zu ge
ben, hat Kongreßmann Harold Knutson
von St. Cloud den Herausgeber des
..Journal Preß" wissen lassen, daß er
immer noch die „trockenen" Pfade wand
le, wiewohl er einige Tage vorher sich
in allen Zeitungen Vonwegen seines Um
schwungs in die Reihen der „Nassen" Lob
lieber hatte singen lassen.
-^Sonntagnachmittag geriet das Dach
der Wohnung der Frau M. I. McKelvey
durch Funken aus dem Schornstein in
Feuer, und bevor die Feuerwehr zur Stel
le war. hatten die Flammen einen Teil
des Daches fortgefressen doch es gelang
den Anstrengungen der Feuerwehr, das
Gebäude, dessen innere Ausstattung durch
Wasser beschädigt wurde, zu retten.
Bevor die letzte Woche des alten
Jahres wird zu Ende gegangen sein, ist
der Umzug der County-Beamten aus dem
bis dahin als Courthaus dienenden. In
stitut nach dem neuen Courthausgebäude
vollzogen und werden im neuen Jahre die
Countybeamten in ihren herrlichen Amts
stuben zu begrüßen sein. Kreisrichter
John A. Roeser wird nächsten Dienstag
den ersten Prozeß im neuen Gerichtssale
leiten. In diesem Prozeß hätte die Kla
ge des Math. Schwintek gegen Markus
6f:
Kropp verhandelt werden sollen dieselbe
ist aber nach gegenseitigem Ueberein
kommen beigelegt worden.
Dr. I. B. Gumper. welcher in den
letzten Jahren sich in Becker einer guten
und erfolgreichen Praxis erfreute, wird,
wie es heißt, anfangs des neuen Jahres
Heim und Praxis nach St. Cloud verle
gen.
Bon einem längeren Leiden ist letz
teti Donnerstag Frau Amalia Wyland
im Hause ihres Sohnes Guido Wyland.
Mitglied der Fakultät der Technischen
Hochschule, durch den Tod Befreit wor
den. Die Leiche wurde nach Moline, III.,
zur Beerdigung gebracht.
Mit Ed. Henry als Präsident an
der Spitze dienen der Foley Livestock
Shipping Association nachgenannte Ben
ton County Bürger als Beamten: Johann
Winkelmann. Bicepräsident Elmer Ket
cham. Sekretär und Schatzmeister, Peter
Henry und Frei). Aouso, Direktoren.
In der Person des Freeland H.
Dam ist einer der ersten Pioniere von
Stearns County, ein im ganzen County,
wie im Staate hochgeachteter Mann, in
letzter Montagnacht in seinem Heim an
fünfter Avenue südlich durch den Tod
in die Ewigkeit entführt worden. Er war
einer der ersten Fabrikanten^ und Ge
schäftsleute der Stadt und er sah die
Stadt St. Cloud Jahr um Jahr aus ei
ner winzigen Ortschaft zu einer der
größten und besten Städte des Staates
Minnesota emporblühen. In 1835 wurde
F. H. Dam im Staate Maine geboren, in
seinem besten Mannesalter aber ließ er
sich in St. Cloud nieder, wo er eine Sä
gemühle Jahre lang in Betrieb hielt, zu
den Gründern der First National Bank
zählte, deren Direktorenbehörde er 44
lange Jahre angehörte. In allen Unter
nehmungen sah sich der Dahingeschiedene
seines redlichen Wesens halber erfolgreich
und seine Redlichkeoit gepaart mit Offen
heit und Zuvorkommenheit im geschäft
lichen wie geselligen Umgang mit seinen
Mitbürgern werden ihm ein gutes An
denken bei allen, die um seine vorzügli
chen Eigenschaften wußten, wahren. Sei
nen Tod betrauert die hochbetagte Get
tin, der in der Stunde des herben Ver
lustes allgemeines Bilid bekundet wurde.
Die Beerdigung findet heute, Donners
tag, nachmittags halb drei Uhr, vom
Trauerhause aus auf dem North Star
Friedhofe statt.
In der Nacht von Mittwoch auf
Donnerstag letzter Woche wurde im Hun
stiger Metzgergeschäft in Waite Park fri
sches Fleisch im Werte von $40 bis $50
gestohlen. Trotz eifrigen Nachsuchens des
Sheriffs ist bis jetzt noch keine Spur des
Diebes gefunden, trotzdem mc\ einen
Daumenabdruck auf dem Spiegelglase im
'Geschäftsplatze wahrgenommen hat.
Die Prohibitionisteir machen viel Auf
Hebens davon, daß California sich bei der
letzten Wahl für Prohibition erklärt hat.
Warum nicht? Wir lesen, daß die Wein
bauer Californias nie so gute Geschäfte
gemacht haben, wie seit Einführung der
Prohibition.
Happy New Year
TO ALL
Our 40th Year In St. Cloud
"fM
r*
rz
-p^ ^v~-
-sL"
Kirchliche
Ruchrichtt»::
*3 Ii der St. Johannes Abtei er
teilte der hochw'ste Bischof Busch ant
vorletzten Samstag den Seminaristen
Leo Dworschak, Emil Lütticke und
Bernhard Westermann die Tonsur u.
tun darauf folgenden Sonntag nebst
den genannten dem Joseph Arrell u.
dem! Fr. Gerhard Sastre, O. S. B.
die anderen niederen Weihen. Die
SubdiakonstHihe erteilte Hochdersel
be dem Fr. Mllerianus Theten, O. S.
B. von der St. Johannes Wtei und
dem Joseph Gafftiey für die Diözese
Le Crosse. Die Diakonatsweihe em
pfinden Jacob Cysewski und Hugo
Kopf für die Diözese La Crosse, Ro
man Dworschak für die Diözese Far
go, Johann Ganz für die Diözese
Crookston, Peter Sturm für die Diö
zese Sioux City, Heinrich Streichen
für die Diözese St. Cloud und Peter
Bannon für die Diözese Fargo.
Durch eine besondere und denk
würdige Festlichkeit wird der kommen
de Neujahrstag in St. Cloud ausge
zeichnet werden. Falls die Witterung
eine öffentliche Feier erlaubt, werden
nachmittags 3 Uhr die Statue des HL
Clodoaild. des Patrons der Diözese
St. Cloud und die Reliquiem des
Heiligen, die vom Bischof Busch ge
legentlich der vierzehnten Jahrhun
dertfeier des Diözesan- Patrons in
St. Cloud Frankreich, verehrt wur
den, in feierlicher Prozession vom bi
schöflichen Palais aus nach der Ka
thedrale überbracht werden. An die
sex öffentlichen Feier werden sich die
hochw. Geistlichkeit der Stadt St.
Cloud und der Nachbarsgememden
wie auch die verschiedenen in den Ge
meinden der Stadt St. Cloud bestehen
den Vereine beteiligen. Die Reliqui
en des HI. Clodoald werden im Mut
tergottesaltar der Kathedrale aufbe
wahrt, und am Sonntagnachmittag
beginnt nach der feierlichen Prozession
eine ötägige Andacht, die jeden Abend
in der Kathedrale verrichtet wird.
An jenem Altare, in welchem die Re
liquien aufbewahrt werden, wird je
den Montag eine hl. Messe zu Ehren
des hl. Clodoald gelesen und um des
sen Fürbitte in besonderen Anliegen
gefleht, in denen man sich an den Diö
zesan-Patron wenden mag. Besondere
Medaillen für die Priester u. für alle
Gläubigen der Diözese, die zur Pil
gerschaft des hochw'sten Beschofs nach
St. Cloud in Frankreich ihr Schert
lein beitrugen, und deren Namen in
eine diesbezügliche Liste eingetragen
wurden, sind den.hochw. Pfarrern zu
gesandt worden und werden von die
sen, unter jene, die zu eier Medaille
berechtigt sind, verteilt werden.
Höchte. Wilhelm Gumpert, der
anfangs November eine Romreise
A,
J-*«.
Tf?
Oer FTorvstern
antrat, ist letzten Samstag wieder in
St. Clond eingetroffen ud hat ande
reit Tages die Amtspflichten der ihm
anvertrauten Gemeinde in Rockville
auf sich genommen.
In der Pfarrkirche zu Holding
ford, allwo der hochw. Herr H.
Zöller als Seelsorger angestellt ist,
fand letzte Woche die vierzigstündige
Gebetsandacht statt, während welcher
hochw. Herr Leuthner von Buckmann
in der ihm eigenen markanter Weise
die Festpredigten hielt. Die Gnaden
zeit wurde von der ganzen Gemeinde
in löblicher Weise zur Wirkung des
Seelenheiles benutzt.
Die in der St. Michaels Kirche zu
Spring Hill erhobene Weihnachts
kollekte, ergab die schöne Summe von
$1,300.
Gin Schreiben ans Köln
am Rhein.
Nach vorausgegangenen Dankes
worten für den vom hochw'sten Bischof
Busch empfangenen Gaben liest sich
der vom hochw. Pfarrer Schmelcher
aus Köln im Rheinland an Bischof
Busch gerichteter Brief wie folgt:
Die Ausländer, die Deutschland
besuchen, fönen gar nicht in die Not
und das Elend eindringen, das tat
sächlich in den weitesten Kreisen des
früheren Mittelstandes herrscht. Nach
außen scheinen wir in Saus und
Braus izu leben. Es sind aber die
neuen Reichen, das heißt die Schieber,
/Spekulanten und Betrüger, die durch
weg aus den niedrigsten Volksschicht
ten stammen und nun wegen ihres
weiten Gewissens hochgekommen sind,
welche ein solches Schlemmerleben
mit Dirnen und Sekt führen. Auch
der ehrliche Arbeiter, der sich zwar
besser «Äs viele gradierte Leute stellt,
muß seine Papierlappen gut zu ra
te ziehen, um sein Auskommen mit
seiner Familie zu finden. Und wenn^
Poincare, immer behauptet, daß wir"
zahlen könnten, so kann er sich mit
einem gewissen Scheine von Recht auf
diese kleine, aber nach außen hin sehr
in die Augen fallende Gruppe von
Deutschen berufen. Die große Mehr,
heit ist arm und wird, wenn es so
weiter geht, noch ärmer werden.
Deutschland ist bankerott. An
dieser Tatsache ist nun einmal nichts
zu ändern und nichts zu deuteln. Wfc
kämen wieder hoch, wenn wir nicht die
se furwtbaren Lasten zu tragen hät
ten, weil wir arbeiten können und ar
beiten wollen. So aber kann uns
jalles nichts nützen. Die Franzosen
haben eben, nur den einen Wunsch,
das linke Rheinufer von sich in voll
ständige,, wenn auch nicht in politi
sche, doch in wirtschaftliche Abhängig
keit zu bringen, wobei dann weiter
ihre große Furcht mitspricht, daß sie
noch einmal von den Deutschen Hiebe
erhalten könnten, was ^aber nach
menschlichem Ermessen völlig ausge
schlössen ist, da wir ohne Heer und
lötoffen sind, und, was noch wichti
ger ist,' weil die größte Mehrheit des
Volkes nichts mehr von einem Krie
ige wissen will. Ich bin wenigstens
so sachlich, mir zu sagen, daß Poinca
re in einer Sackgasse sitzt,. weil er
seinen Landsleuten zu viel verspro
chen hat, was er nicht leisten kann,
und dadurch auch Frankreich immer
mehr dem wirtschaftlichen Bankerott
entgegengeht. Geht Deutschland zu
grunde, dann geht sicher ganz Euro
pa mit ihm. Diese Wahrheit jam
mert immer mehr in klugen Köpfen,
zumal in England.
Doch über dieses Thema könnte
man Bogen über Bogen schreiben.
Es ist jedenfalls für Sie von Nutzen,
einmal die Wahrheit von einem zu
hören, der nie in seinem Leben ein
Preußenfreund gewesen, aber immer
ein Kerndeutscher gewesen ist. Mein
Ideal ist und bleibt:'Rheinland muß
von Preußen, aber als ein ganz
selbstständiger deutscher Bundesstaat
nach Art von Bayern. Französisch
werden wir nie. Wir sind uns be
wüßt, daß bei uns die Wiege des al
ten römischen Kaisertums deutscher
Nation gestanden hat u. wir die besten
Deutschen sind, die Gottes Sonne
bescheint..
Sie meinen in ihrem Briefe, die
GläuRgen müßten für ihre Priester
Opfer bringen. Dabei haben Sie,.
Hochwürdigster Herr, die amerikani
schen Verhältnisse im Auge, die eine
solche Forderung als etwas ganz
selbstverständliches voraussetzen. Doch
liegen bei uns die Sachen ganz an
ders. Unsere Gläubigen sind gav
nicht gewohnt, für die Geistlichen et
was zu tun. Dies rührt daher daß
bisher der Staat für unsere Gehäl
ter aufgekommes ist. Wie Sie wissen,
waren bis zur Säkularisation unse
re Bischöfe auch mächtige Reichsfür
sten, die aroße Besitzungen besaßen.
Bei der Neuordnung der kirchlichen
Verhältnisse im Jahre 1821 hatte
der preußische Staat, ebenso die süd
deutschen Staaten, die. Verpflichtung
übernommen, die kath. Kirche durch
Ländereien, Waldungen zu entschä
digen. Diese Verpflichtung hat er
erfüllt, vielmehr statt dessen die
lGetstlichen durch Staatsgehalt abzu-
v) ,,
vis* yf»Jty»T&y ^^*4ffPÖF??^
j!Ä*f p-l/&
finden gewußt, auch die Bischöfe. So
ist es gekommen, dcch wir vom Staate
abhängig wurden, die Gläubigen
aber so zu sagen nichts für die Prie
ster zu spenden brauchten. Diese
Staatsbesoldung hatte noch die an
dere Folge, daß man uns regierungs
seitig und schließlich auch vom Volke
für halbe Staatsbeamte ansah. Nicht
ganz mit Unrecht sah man in uns die
schwarze Polizei, die im Bunde mit
der blauen, d. h. der wirklichen die
Massen in Zucht und Ordnung zu
Halten hätte. Hiezu kam noch, daß
die Regierung auf die Besetzung der
Bischofssitze, der Stellen der Dom
kapitulare, der Religipnslehrjer an
den höheren Schulen, der Universi
tätsprofesoren der Theologie und
auch vieler Pfarreien einen maßge
benden Einfluß ausübte, so daß ohne
staatliche Genehmigung diese Stellen
nicht besetzt werden konnten. Da sie
aber finanziell durchweg die besten
Iwaren, so ist leicht einzusehen, daß
die Bewerber recht zahme Leute sein
mußten, die mit dem Rechte vielfach
durch DtdE und Dünn gingen, aber
nur nicht selbständige und unabhän
gege Charaktere sein dursten. Nun
können sie sich ausmalen, wie vielfach
die Verhältnisse lagen, daß selbst
manche bischöfliche Kurie demGrund
satze huldigte: „Qieta non movere"
Das hat sich jetzt infolge der Revo
lution mit einem Schilage geändert.
Wir stehen vor einer völligen Neuge
staltung der Dinge und tappen einst
weilen im Dunkeln. Man kanns
am besten so ausdrücken: „es wird
fortgewurstelt, so gut es geht."
Ich habe diese für die Kirche sehr
mißliche Lage immer sehr empfun
den und auch mit meinem Urteile
nie zurückgehalten. Das brachte
mir früher den Titel eines Drauf
gangers und Querkopfes ein, wäh
rend man heute mir recht zu geben
gezwungen ist. Ich kannte eben zu
gut die Preußische Geschichte und das
preußische Regiment. Auch war mein
Blick durch den Verkehr in Innsbruck
weit über unsere Grenzpfähle hin
ausgedrungen, vo rallein hatten es
mir die Schilderungen der Amerika
ner über ihr Land und die dortigen
kirchl. Verhältnisse angetan. Es ist
mir eine Bemerkung des alten Paters
Hurter immer in der Erinnerung ge
blieben—ich weiß nicht, ob auch Sie
sich ihrer erinnern—: „Auf Ameri
ka, d. h. Nordamerika beruht das
Heil der Kirche und von dort aus
wird ihr neues Leben werden." Das
kird von Tag zu Tag! mehr Wiklich»
feit. Halten Sie um Gotteswillen
Ihre Freiheit 'hoch und halten Sie
sich den Staat in kirchl. Angelegen
heiten so weit vom Halse, wie Sie
können. Er ist das böse Prinzip,
die Welt, vor der der göttliche Er
löser in seiner Abschiedsrede am mei
sten warnt.
Ihr ergebener
Schmelcher, Pfarrer a.D.
Ersuchen amtlich bestrit
ten.
Berlin, 22. Dezember. In Ber
lin wurde am Freitag amtlich in Ab
rede gestellt,, daß, wie in der aus
ländischen Presse teilweise behauptet
werden war, Kanzler Dr. Cuno oder
irgend ein anderer Reichsbeamter
den Vorschlag gemacht hätte, daß eine
amerikanische Kommissionbestellt wer
den sollte, die nach Prüfung der Wirt
schaftlichen Verhältnisse Deutschlands
ihr Urteil über die angemessene Höhe
der gesamten Entschädigungssumme
iabgeben sollte.
Es verlautet ferner ms unterrich
teten Kreisen, die neuen Entschädi
gungs- Vorschläge, an denen der Kanz
lex und der Finanzminister, fotoüe
die nächsten Berater zur Zeit arbei
ten sich auf keinerlei Voraussetzun
gen einer etwaigen finanziellen Hilfe
seitens der Vereinigten Staa
ten beziehe. Man glaub nun,
daß die Reichsregierung entschieden
für endgültige Entschädigung u. Fest
setzung einer endgültigen Gesamt
Summe eintreten wird.
Historische Kirche einge
äschert.
Quebec, Queb., 24.Dez. Die
historische Notre Dame- SErdjfe in
Quebec, als die „Basilika" bekannt,
deren erste Anfänge aufs Jahr 1647
zurückgeht, wurde ein Raub der
Flammen. Polizeichief d'Lorarin
ge, er teilt mit, er habe kürzlich einen
anonymen Brief erhalten, in dem cm
gekündigt wurde, die Kirche würde
am 28. Dezember angezündet. An
fangs hatte man das Feuer auf einen
Kurzschluß der Elektrizitätsleitung
zurück geführt.
Der rein finanzielle Schaden soll
durch Versicherung vollständig ge
deckt sein. Die Basilika, enthielt
W '-If- WWMWWVHWW 'iälPMWK''^
MERCHANTS NATIONAL BANK
ST. CLOUD, MINNESOTA
zahlreiche wertvolle Kunstschätze, die
alle verloren sind, darunter auch das
Altargeräte. Erst vor kurzer Zeit ist
die Kirche, die für eines der schön
sten kixchlichen Bauwerke TKanadqs
galt, mit einem Aufwand von $90,»
000 im Innern renoviert worden.
Pläne für größeres Sow*
jet-Reich.
Moskau, 24. Dez. Eine der
wichtigsten Fragen, die auf dem Pro
igramm des allrussischen Kongresses
stehen, der ctn\ Samstag in Moskau
eröffnet wurde, ist die einer Vereini
gung, bezw. Wiedervereinigung aller
Sewjet Republiken zu einem einzi
gen Staatsverband mit Moskau als
gemeinsamer Reichs Hauptstadt.
Der Vorschlag einer solchen Zu
sammenschlusses geht von der Ukrai
ne aus, und sein Ziel ist,"die gesamte
Regierung in Moskau zu konzentrie
ren, von wo aus jetzt schon Heer, Fi
nanzen Bahnwesen Lebensmittel
und auswärtige Politik kontrolliert
werden, während die örtliche Verwal
tung- noch in den Händen der ein
zelnen Republiken ist.
Unter den Vertretern aus allen
Teilen Rußlands sind allein 120
aus der ostsiebirischen Republik un
ter Führung des früheren Ministers
des Auswärtigen Janson.
Die Verhandlungen des Kongres
ss wird ungefähr eine Woche in An
spruch nehmen.
Auf der Spur.
Denver, Colo., 23. Dez. Wie
in Denver, Colo., berichtet wird, sei
es gelungen, die Spur der vier Bau
toten die, Montag vor dem hiesigen
Münzgebäude einen verwegenen Ue
berfall, der ihnen $200,000 in bar
eintrug, ausführte, zu finden.
Der in Greeley wohnhafte Farmer
Fuequa berichtete dem Sheriffsamt,
daß er in einem leerstehenden Haus
auf einer seinem Bruder gehörigen
Farm, 18 Meilen von der Stadt ent
fernt, vier Personen gesehen, die der
'Beschreibung der Gesuchten entspra
chen. Sheriff Hall begab sich sofort
nach der Farm hinaus, wo sie das er
wähnte Haus Wohl verlassen, aber
.alle Anzeichen, daß es kurz vorher
bewohnt gewesett. fanden.
In der Zwischenzeit langte auch
von einr auf inem Ranch nördlich
von Greeley wohnhaften Frau na
mens John. jDowner die Nachricht
ein, daß ein großes Tourenauto vor
ihrem Haus angehalten u. ein Mann
sie um warmes Wasser für einen Ver
letzten, den sie in ihrem Auto mit
führten, ersucht hätte.
Gegen Besuch russischer
Schauspieler.
Washington, 26. Dec. Die American
Defense Society protestierte Montag in
A
Zu dieser Jahreszeit lenken sich nn
sere Gedanken ans jene hin, durch
deren freundliche Unterstützung sich
stufet? Geschäft zu einem derartigen
emporgeschwungen hat, das in jeder
Hinstcht die beste Zufriedenheit gibt.
Und angesichts dieser Tatsache kön
nen wir nicht umhin, jenen Frenn
den nnd Kunden unfern herzlichen
Wnnsch für ein
Glückselige«
zn entbieten.
Der Store mit einem vewisfe«
viB
,-:^y^ All
28. Dezember, 1922
Washington gegen die geplante Tournee
einer Moskauer Theatergesellschaft in den
Ver. Staaten!"Die American Defense So
ciety behauptet, daß der Theatergesell
schaft nur unter der Bedingung die Reise
gestattet würde, dah sie ein Drittel ihrer
Einnahmen an die Sowjet-Regierung
abführten. Auch sollen die Schauspieler
besondere Propaganda zugunsten Ruß
lands betreiben, wie sie sich verpflichte
ten, nach beendigter Reise wieder nach
Moskau zurückzukehren.
Ueberröschend warme
Weihnachten.
Chicago, III., 26. Dez. Der Weih
nachtstag brachte überall in den Ver.
Staaten äußerst warmes Wetter. Die
wärmste Temperatur hatte Fort Worth
in Teas mit 78 Grad über Null zu ver
zeichnen in Chicago bewegte sich das
Quecksilber um 45 Grade über Null. Es
war einer der wärmsten Weihnachtstage,
den die Stadt je erlebte.
Im Nordwesten, der eben., erst eine
scharf Kältewelle zu verspüren bekommen,
hielten die wärmeren Temperaturen vor.
In den östlichen Staaten bewegte sich
die Temperatur durchschnittlich zwischen
40 und 66 Grad über Null. Auch der
Westen sowie Kanada hatten vorwiegend
schönes und warmes Wetter.
Werden begnadigt.
Manila, 26. Dez. Generalmajor L.
Wood, der Generalgouverneur der Phi
lippinen, hat elf zum Tode verurteilte
Unteroffiziere der Philippinen Konstab
lertruppe zu lebenslänglicher Zuchthaus
strafe begnadigt für 66 andere Verur
teilte setzte er die Zuchthausstrafe von
Lebenslänglich auf siebzehn Jahre herab.
Die Urteile sind die Folge von einem blu
tigen Krawall zwischen Konstablern und
eingeborenen Polizisten am 15. Dezem
ber 1920 in Manila, bie dem vier Ame
rikaner und sieben Eingeborene fielen.
Fünf Jahre Leberleiden. Frau Mar
garete Johnson von Knapp« Oregon,
swreibt: „Fünf Jahre lang wurde ich von
einem schmerzhaften Leberleiden geplagt,
welches gegen Abend immer schlimmer
wurd. Mein Magn wurde dann zu ei
nem harten Klumpen und schmerzte mich
schrecklich. Ich hörte von Form's Alpen
kräuter und schickte dafür. Es hat mir
wunderbar geholfen. Meine ganze Fami
lie gebraucht es jetzt und wir möchten
nicht mehr ohne dasselbe sein." Dieses al
te Kräuterheilmittel wird besonders ge
lobt wegen seiner vorteilhaften Wirkung
auf die Leber, diss wichtige Organ des
Körpers, welches die Galle erzeugt und
das Blut des Magens und Unterleibes
reinigt. Etliche Dosen Forni's Alpenkräu
ter, hin und wieder genommen, stärken
die Leber und schützen gegen peinliche Le
verleiden. Der Apothker kann es nicht
-verkaufen besondere Agentn liefern es
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Peter Fahrney und Sons Co., 2501
Washington Blvd., Chicago, III.
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iL

The world looks brighter to everybody on
New Years Day of 1923 than at any time since
the world began.
The period of deflation is over, for the
present. Wages are stabilized and everybody
is employed.
The wonderful harvests have been gather
ed and factories are busy everywhere. The
period of uncertainty is past and now we shall
go forward to the greater prosperity that is
promised to the entire nation—
Metzroth Clothing Co:

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