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Westliche blätter. [volume] (Cincinnati [Ohio]) 1865-1919, June 23, 1867, Image 4

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MefiUche Hlätter.
Eonntagsblatt
Sstrottiflfi WfeMsttci
e. H»f A. Hassaure? Httm»geber
Ss«M«ff, de» 23. I«vi 1867,
Politischer Dochenbmch!.
DaS Gutachten des @enera!*9tnh?a!t6
Stanberry itt Salben der südlichen Mili
tär- Gouverneure hat einen Aufruf des
Repräsentanten Gen. Schenk an die Con
grchmitglieder, sich am 3. 3uH zu einem
Quorum in Washington einzufinden, zur
Folge gehabt.
Du republikanische GtaatSconvention
von Ohio hat am 19. dieses eine treffliche
Platform entworfen, gegen welche, ob
gleich sie vom Kiesigen Volksfreund eine
jesuitische genannt wird, selbst die Demo
traten keine gegründeten Einwürfe erhe
Bett können.
Die RcgMrirunz der stimmberechtigt?!,
Wähler geht im Süden rasch und munter
vorwärts.
Für den Gesandtschafisposten in Me
rico ist ein Deutscher auS Milwaukee,
NamenS Ottenburg, ernannt worden
Derselbe sympatiüfirt mit Marimilian
und wird nichts unversucht lasse», das
Leben de» Manne? retten.
Außer einem in Birmingham gegen die
StathoUlen vorgekommenen, aber bald ge
dämpften Aufstand, ist in Europa wäl
rend der letzten acht Tage nichts von Be
deutung vorgekommen.
Kdr die „Westliche« Blatter")
1S4N
is
©Oil A. B.cktr.
Kar! Vogt, die Brüder Büchner stub
Ander«.
Der erste Bekannte, den ich itt Gießen
besuchte, war Karl Bogt, damals Profes
foi der Geologie und Petrofakten-Kunde.
Ich erwartete einen unfreundlichen Em
pfang von ihm.
Eigenthum für Diebstahl halte und der
so- DtebstahlStheorie Weirlings huldige.
Schon itt der Schweiz hatte sich Vogt ge
legentlich darüber mokirt, daß ich mich mit
Weitling, dem ..Schneiderkönig", dem
„Knipperdolling IL", wie er jenen
nannte, so weit eingelassen habe
freundet war, haue Gnade gefunden vor
seinen Augen.
Außerdem war etwas anderes zwischen
uns vorgekommen. Er hatte mir einmal
das Manuscript ernes auf seinen späteren
überschwenglichen Schwager Fröhlich, sei
Karl Vogt war zwei Jahre jünger als
ich. Als sein Papa mit Frau und Kindern
(es waren ihrer 4 Buben und 4Mädchen,
das jüngste ein Baby) und mit dem oben
erwähnten Hauslehret Fröhlich nach der
neugegründeten Uniderntät Bern über
fiedelte war Karl allein in Gießen zu
rückgeblieben besonders um bort seine
chenuschen Studien unter Liebig zu vol
lenden. Als wir andern aber eingesteckt
worden waren, haite er, statt sich seinen
Studien ausschließlich zu widmen, mit der
jüngeren Studenten Generation eine
Verschwörung angezettelt, die sich, wenn
ich mich recht erinnere, der „Bund der
Geächteten" nannte und war dann, als
man auch dieser Conspiration aus die
Schliche kam, nach Straßburg zu den
übrigen hessischen Flüchtlingen durchge
Aermel auswischte, man den allen Väter
Petz, yd er Mutz, natürlich vor sich zu
sehen glaubte. Daher und von seinem
etwas bärenhaften Aeußersn, der Name
Mutz, den er unter seinen Wissenschaft!
chen Freunden und in der Wissenschast
selbst geführt hat. Das Alles haben mir
ferne jüngeren Brüder erzählt. Ob es
wörtlich wahr, weiß ich nicht.
Sei dem indeß, wie ihm wolle, auch
dieser Studienplan war nicht nach dem
Geschmack des alten Bogt gewesen, und so
hatte er seinen Sprößling kurzer Hand iu
dem berühmten Professor Agasfiz tn
Neufchatei die Lehre und Kost gegeben
Hier in Neufchatel, in Agasfiz's Haus,
scheint, wenn auch nicht der Ernst (denn
recht ernst habe ich ihn nur einmal ge
sehen als er die Nachricht vom Tode
seines Freundes Robert Blum erhielt) so
doch das Interesse der Wissenschaft
zuerst über dem in Deutschland so berühmt
gewordenen Natursöcher gekommen zu
sein.
Ich hatte ihn nach dielen Jahren in
1840 zuerst wieder oben auf dem Eis des
Aargletschers gesehen, auf welchem er mit
Agasfiz, Defor und anderen Gelehrten
und Ungelehrten den zweiten Spätsommer
zubrachte und denselben täglich einen
ganzen Hammel und einige Körbe
pagner über die Forschungen nach der
wahren Gletscher- Theorie vertilgen
half. Von der durch Agasstz schließlich
aufgestellten Theorie wollte er nichts wis.
sen, aber einige .Dimenutiv-Muschcln
^ader waren es Infusorien?), die er im
Gletscher-Wayer entdeckt, find nach ihm
Mutziae genannt worden. Den eigentli
chen berühmten Eisfloh hat indessen De
sot entdeckt und derselbe heißt auch Deso
ria saltans. (Von anderen Geschichten,
die dort oben auf dem Gletscher und wei
tet unter im Grimsel-Haus beim alten
Supach pasfirten, an einer anderen
Stelle.)
Von Neufchatel war Karl Vogt nach
Paris gegangen, hatte dort bei Arago und
Bousfingault studirt, hatte dann in Nizza
seine Briese vom mittelländischen Meere
geschrieben und war auf ausdrückliches ka
tegorisches Verlangen Liebigs derselbe
hatte für den Weigerungsfall gedroht, ei
nen an ihn ergangenen Ruf nach Peters
burg anzunehmen an die Universität
Gießen berufen worden, und hatte dort ei
nen Inaugural-Bortrag gehalten, der in
der Allgemeinen Zeitung abgedruckt, durch
den herausfordernden kecken antichristli
chen Eeist, der ihn durchwehcte, großes
Aufsehen und Geschrei in ganz Deutsch
lano erregt hatte.
Mein guter Name war durch den Com
munmen-Bericht und durch die aus dem
Zusammenhang gerissenen Auszüge mei
iter Briefe an Weitling, welche das
frankfurter Journal und die Augsburger
Zottung veröffentlicht hatten, in argen .. ..
Mißcredit gerathen und selbst in Gießen deren erfreulichen Dingen. Er stellte mich
glaubten Viele ganz im Ernst, daß ich das sofort seiner Hauswirthin, der Frau des
Die Aufnahme, die ich bei Vogt fand,
war die freundlichste und cordialste von
der Welt. Kein Wort vom verlorenen
Manuscript, aber tausend andere von an-
Professors Knapp, vor, der Schwester des
Justus Liebig, einer schönen, geistreichen
und liebenswürdigen Dame, und nahm
mich dann unter den Arm, um mich durch
die ganze Stadt, vom Heltersberg bis zum
Rappen zu der Tafel zu führen, an welcher
er speiste. Nach Tisch ließ er einspannen
und nur der gemäßigte Simon Schmid, »und fuhr mit mir um die Stadt herum.
der tit seinem väterlichen Hause sehr be-
e--'
am Abend führte er mich in den sonst sehr
e u s i v e n V e e i n e u n e n o
e n ett ein, in welchem ich eine Menge
bekannter und unbekannter geistreicher
junger Männer kennen lernte, die schon
darnels von sich reden gemacht hatten in
der Wissenschaft Kopp, welcher gerade
nen früheren Lehrer, gemachten Lustspiels damals an seiner berühmten Geschichte der Struve in Mannheim herausgegebenen
nach Genf übersendet, und ich hatte ihm E Hernie schrieb, der junge Knapp, Liebigs Zuschauer gelesen hatte.
das Beste und Witzigste, was er, wie er
damals glauben mochte, je geschrieben,
verloren. Darauf nun hatte et, in
der Meinung, ich habe das Opus auf
Wunsch seiner Mutter, meiner Frau
Mama, wie ich fie in meinen Briefen an
fie nennen durfte, vernichtet, mehrere und
zuletzt einen so groben Brief geschrieben,
daß ich es nicht hatte wagen dürfen, den
selben hinter den Spiegel zu stecken.
Schwager, welcher in seiner berühmten
Technologie gerade bis zur Bereitung des
Leders angelangt war, Zaminer, den aus
gezeichneten Acustifet und Optiker, Will,
den späteren Nachfolger Liebigs. Beson
dets aber freute ich mich in dem Club
meinen alten Freunden Winter, Cartiete
(dem Schwiegersöhne Liebig'S), und
Diessenbach zu begegnen, die es in der
Zwischenzeit alle bis zum Professor ge
bracht hatten und deren Letzterer, nachdem
er als Flüchtling in London die Aufmerk«
famkeit Lord Hills auf sich gelenkt, auf
Verwenden desselben von der englischen
Regierung nach der eben erst den britti«
schen Besitzungen einverleibten Insel Neu
Seeland geschickt, und nachdem er dieselbe
geologisch untersucht, mit einem Sack voll
Geld und zahlreichen Andenken seiner süd
insulanischen Freundinnen nach Gießen
zurückgekehrt war, um hier seinen althes
fischen Schatz zu heiratlien und die Stu
denten in die Geheimnisse der Minerals
gie einzuweihen.
Der eordialen und franken Freund
lichk?it Vogts lag natürlich keinerlei Be
rechnung zu Grunde sie war ungesucht
Sobald Papa Vogt die Gewißheit er- stecken versteht. Wäre indeß sein Beneh
langt Helte, daß sein Erstgeborener nichts men gegen mich darauf berechnet gewesen,
lerne in Straßburg, hatte er ihttt Befehl meinen guten Ratnen in Kanne-Gießen
geschickt, sich Jofort nach Bern zu begeben, wieder herzustellen, eS hätte nicht anders
sein dürfen.
und solchen Orders mußte patiit werden
In Bern hatte nun Mutz, d. H.Bär,
denn dieser Spitzname wurde ihm dort
beigelegt, seine naturwissenschaftlichen
Studien bei seinem Freunde, dem revolu
tionaren Buchhändler 3enni, begonnen,
der ihm zunächst Unterricht in Rachah
mung der Stimmen und Manieren ge
wisser Tbiere ertbeilte eine Kunst, in
weicher es der Schulet in kurzer Zeit so
weit brachte, daß er nicht nur das Sum
men und Schwirren der Hummeln, Wes
Pen und Bremsen, sondern auch der
Schmeißfliegen so genau nachzuahmen
verstand, daß Leute, welche sich mit ihm
in einem Zimmer befanden, zuweilen mit
der Hand nach ihjen Köpfen fuhren, aus
Furcht, von einer dieser Bestien gestochen
oder molestirt zu werden. Auch im
Bauchreden soll er es damals zu einer ge
wissen Fertigkeit gebracht haben. Beson
ders aber interefnrten ihn die Bären im
Barengraben zu Bern, denen er Stunden
lang zuschauen konnte, und deren Sitten
und Manieren er so genau üudirte und
nachzuahmen verstand, daß wenn et sich
Aus seinem ungenirten Berkehr mit
mir schlössen Viele, daß es denn doch nicht
so schlimm mit mir stehen müsse, und an
dere, die andere: Ansicht waren, hielten
es für klug, diese ihre Anficht sür sich zu
behalten, um es nicht mit der scharfen
Zunge und spihen Feder des berühmten
und beliebten pmgen Professors zu ver
derben.
Aber auch in anderer Weise half mit
Vogt auf den Damm. Du mußt Geld
verdienen, sagte er, und übergab mir ein
SonnwgMM tie* PolksdUtt.^
Ich war in 4 oder 5 Wochen fertig mit
der Arbeit und hatte meine Freude daran.
Jeden Abend ging ich auf den Selters
berg zu Vogt hinauf, trank den Tdee mit
ihm bei seiner liebenswürdigen Wirthin
und las ihm dann das lledersetzte vor, das
er hin und w ebet korrigirte und später
mit Anmerkungen, Zeichnungen, einer
Borrede und Einleitung versah. Schließ
lich schob er mit eine Nolle mit 300 Tha
lern zu, mehr Geld, als ich bis dahin je
in der Tasche geführt hatte. Und schon
hatte er eine andere Arbeit für mich in
Bereitschaft/
Bieweg iy Braunschweig verlangte ein
Buch über die schweizerische Militärder
fassung, und da sich Vogt mit der schwei
zerischen Politik und Verfassung weit we
niger zu schassen gemacht hatte alS ich (die
fortwährenden politischen Discussionen
in seinem väterlichen Hause hatten ihn
zuletzt gelangweilt)— auch außerdem mit
der Herausgabe seiner „Briese von der
Nordsee" (deren Text er, aus dem Sopha
hingestreckt und eine lange Pfeife ran
chend, einem verbummelten Studenten,
dem sog. Baßröder, nach den Notizen ei
neS Tagebuchs in die Feder dictirte), be
schäftigt war, so ließ et mir das nothige
Material für das verlangte Werk auS der
Schweiz kommen, und ich machte mich an
die Arbeit.
werden, daß er nicht glauben konnte an die
Vernichtung des Individuums, während
er den sterbenden Danton um sein Wort:
„Ich kehre ins Nichts zurück!" beneidete
und sich über die verbohrten Schwach
köpfe mokirte, welche ihn glauben machen
wollten, dao Ding, was in ihm denke und
fühle, sich freue und gräme, sei eine Com
bination von PlMphor, Kalk, Eiweiß,
Gallerte, Sauerstoff und dergl., während
er steif und fest glaubte und mit den fehlet»
gendsten Gründen behauptete, daß die per
sönliche Hudelei nie aushören und daß wir
nie und nimmer zu der ersehnten Ruhe
und Vernichtung unsere? Ichs gelangen
könnten— lachte der LouiS Büchner
schon damals über alle diese Schrullen und
Alexander vertheidigte sie wenigstens
Nicht.
Grad, als hätten fie in mit einen re
volutionären Sturmvogel gewittert, er
schienen nun auch andere revolutionäre
junge Kerlchen bor mir, um mich auszu
fragen, wie es stehe in der Welt, und ob
es denn nun endlich bald losgehe. Da
kam der geistreiche, losmänlige und un
erschrockene Studiosus Rudolph Fendt,
von welchem ich bereits eine Reihe sulmi
nunter herausfordernder, ja geradezu wü
thenber Artikel gegen das Miniflerium
du Thil und die Satrapenwirthschaft der
„darm-hefsischen Kreisräthe" kurz vorher
in Kehl bei Straßburg in dem von Gustav
Da kam ferner der scharfsinnige aber
mißtrauische und unerbittliche Otto
über mich nach Darmstadt geschickt und
dort angefragt habe, ob er weitere „Er
hebungen"'über mich anstellen, oder ob er
mich sofort verhaften und eine Vorunter
suchung gegen mich einleiten solle.
englisches Buch: Vestiges of a natural konnte, und traf andere'Maßregeln füt
biötory of creation, das et zum BeHufe I eine eventuelle Flucht,
der Ueberletzung.WS Deutsche von Vie- Während ich dort oben hinter bet
weg in Braunschweig empfangen hatte. ?ampe saß uno die schweizerischen Miliz.
DaS anonyme Werk hatte ungeheueres besetze studirte, hörte i6 unten auf der
Aufsehen in England gemacht und alle Straße unter memern Fenster und aus den
Zeitungsschreiber hatten sich den Kopf mit
der Frage zerbrochen, wer wohl der gott
vergessene Verfasser desselben fein könne,
als „Punch", nachdem er die verschiedenen
Vermuthungen zusammengestellt und lä
cherlich gemacht hatte, endlich zum Aerget
und Gaudium von ganz Alt-ttngland er
viele Monate lang mit andern Kameraden V e ahlunge it. Bahret#
tü!i i»«°QreC!l0n5tlak-8 Glessen, weil die dcr mit dem gestrigen Tage geschlossenen
jungen ^eute, als die gußenet Polizei ei- Woche haben die folgenden 58 Paare ihre
^teLa! Marburg zu Besuch in HeirathS-Lieensm in der Probat-Eourt
G,eßen anwesenden churhkssischen Gesiu«
nungsgenossen wegen revolutionären Ge
bahrens eingesteckt, ihrerseits einen Holz.
schuppen angesteckt hatten, um in der Auf
regung deö Feuerlärms die Gefangenen zu ®u~fl
befreien. Die Stimme des Hannes Roll ÄÄ*"
erkannte ich deutlich, und ich öffnete das ILm .{umt
Fenster, als er gerade, eine lange Pfeife u Eeais
in der Hand, eilig davon lief. „Hannes,"!
nef i'ch ihm zu, „was giebt's?^ „Revo -1 iLm&aSe
lautton tn Parts!" antwortete er, indem, W'Uiam Cast
er weiter lief. „Aber warte doch Hannes!", Louis Kähln
Me ich ihm nach. „Kann nicht,
kann
nickt!« rief et, „komm in Leibs." jWilliam Sbawhan
Danut meinte er ein Bierhans, welches Tdomas Bray
von einein gewissen Leib gehalten wurde. iA^ Browne
Es ist doch sonderbar! dachte ich bei mir j-
selbst pajsirt etwas Großes in der Welt,
so ist Durst die erste Empfindung der
Deutschen und ihr erster Gedanke das
Wirthshaus Indeß was war da zu
thun? Auch ich fühlte das Bedürfnis», die
Aufregung zu löschen, in welche mich die
eben gehörte Nachricht versetzt hatte
und so machte ich mich henn ebenfalls aus
nach Leibs
Ehe ich indeß dieselbe noch angefangen,
hatte ich andere interessante Bekanntschaf
ten in ließen gemacht und erneuert. Da
kamen zuerst die Brüder Louis und Alex
ander Büchner. Ich hatte die beiden,
als kleine Jungen? in Darmstadt gesehen,
wo fie mir ihr älterer, in Zürich Verstor
bener Bruder Georg, an jeder Hand ei
nen, zugeführt und vorgestellt hatte.
Jetzt waren fie groß und Studenten ge
worden, und kamen zu mir, mich nach ih
rem Bruder auszufragen, dessen bester
und einziger vertrauter Freund ich in
mun gemjm tt«. Bk wten int.ee Si fen a n u n s-ll. Man
ptedclutionart iro jener, ab« mit Lut Cl-s-l-nd Mm SS, 3um
,phal iimäit
MiUmilMtilM
Zur Entgegennahme von !Anzeige»
für unser
MoutngS
if! unsere Office am Sonntag Morgen von
bis Ii' Uhr und von 6 bis 8 Uhr
Abends offen.
Wor(|m
bann be|tanb, ia§ er fem Materialist fcft ^äbe von (Bullion einen
AevZll abging, übe-juh-
Die Diebe hatten sich durch die auf den
Seitenweg ausmündende Kellerthür, die
sie offen gebrochen hatten, Eingang in daS
Innere drS Stores verschafft und schlepp
ten dann mit der größten Ruhe und un
gennt die Waaren auf einen für diesen
Zweck mitgebrachten Wagen. Verschie
dene Nachbarn hatten den Operationen
der Diebe zugeschaut, waren tndeß durch
die Ruhe derselben zu dem Glauben der
anlaßt worden, baß Alles in Ordnung sei,
und daß die Leute zu dem Fortschaffen der
Waaren angestellt worden seien.
Deteetivs find natürlich bereit? g-schäf
tig, den Verbleib der Waaren und den
Aufenthalt der Diebe aufzuspüren.
JtW
Schenk, mein späterer M'tredaeteur, da! und schon gestern in aller Frühe verhaftete
kamen Bopp, einer der jüngeren Assiiten- "ct frühere Polizeibearnte Fortmann ei
ten Liebigs, Leisler, ein junger Sachse,inen jungen Mann, RamenS 2saac Baum
Dörnberg. Götz aus Mainz, St. George, «R
Indessen hütete ich mich wohl, mich mit
den jungen Leuten in revolutionäre Um
triebe einzulassen. Ich wußte, daß ich
Nicht vollständig amnestirt war und noch
unter polizeilicher Aufsicht stand und
wenn man 4 Jahre in Untersuchung?
SIrrefi gesessen hat, verliert man alles
Gefallen am Gesängnißleben. Ich be
schränkte mich also darauf, ihnen meine
in Frankreich gemachten Beobachtungen
mitzutheilen und unterließ eS auch im
WirthshauS, mich in Discussionen übet
deutsche oder hessische Politik einzulassen
oder ein Urtheü darübet abzugeben. Und
wie wohl hatte ich daran gethan.
Denn außer und nach den oben er
wähnten jungen Leuten erschien, wie Ni
i codemus in der Nacht, ein anderer Mann
und ihm natürlich. Denn der Mann ist, vor mir, um mir im tiefsten Vertrauen
was et absolut nicht sein will, ein sehr mitzutheilen, daß der Kreisrath Prinz,
brannt, wo er, darf ich feinen ehemaligen guter, ja ein empfindsamer und gcfühl- welcher einige Wochen später aus Gießen
Kumpanen Glauben schenken, sich beson- voller Mensch, derben weichen Kern sei- «flüchten muhte, und dann bei einer VolkS
derS durch den Unstnn und die practical nes 3nnern mit vielem Geschick, aber nicht: Versammlung im Odenwald von den
jokes auszeichnete, die et überall auszu- ohne Mühe und Anstrengung unter einem Bauern erschlagen wurde, einen Bericht
führen verstand. angenommenen rauhen Aeußereu ju vet-
Der Ricodemus, dessen Name ich noch noch nach Iahten die armen Waisen daß
heute nicht nennen mag, war Schreiber
aus dem KreiSamt und kannte uuch von
der Schule her.
Ich hatte einen so gründlichen Abscheu
vor dem geheimen Jnquisitionsverfahren
in mich gesogen, daß ich sofort entschlos
sen war, durchzubrennen, falls man einen
Versuch machen sollte, mich zu verhaften.
Ich miethete mit daher meinen Schwe
stern gegenüber ^ei vertrauten Nachbarn
ein Stübchen, aus welchem ich, eintreten
den Falle, leicht in's Freie entweichen
Nachbarsfenstern heraus eine lebhaste Un
terhaltun.i aus der» ich nur die Worte
Paris, Revolution, Barrikaden, Louis
Philipp, u. s. w flat deutlich beistand.
Auch die Stimme meines Freundeö vom
weiland Corps der Rache, Hannes Noll,
auf die Fersen niederkauerte und sich die i klärte, daß er, der Puuch, selber das Buch i hatte einer revolutionären Verbindung und einem zweistöckigen Zramehguse an Blue
Augen mit dem über die Hand gezogenen^geschrieben habe. 'junger BürgerSsöhne angehört und hatte! der Buckeytstraße. Sttienae Arnanö
Roch e i n E i n u Das
Juwelen-Geschäft an der Ecke der Front
straße und Broadway wurde gestern Nacht
um eine Anzahl von Uhren vno Ringen
im Werthe von ungefähr H300 bestohleo.
5
und gar viele andere, die alle später eint ^.in' Diebstahl verübt zu haben. Bei
Dtrtie in der sogen. Revolution gespielt
haben.
Straßell geny aus den Verdacht
einet Durchsuchung desselben im Stations
hause fand man in den Taschen von Baum
15 silberne Uhren und anbete gestohlene
Sachen, die »ach dem sofortigen Bekennt
Nisse dts Diebe» au dem genannten Store
von ihm geraubt waren. Er hatte vor
längere Zeit in dem Geschäft gearbeitet,
und sich während der Zeit einen Schlüssel
zur Thür des Stores verschafft, mit dessen
Hülse er mit der größte» L«chügkü den
Raub ausführte.
Baum ist ein kurzer untersetzter Mau«
mit einem Stelzfuß, den wir vorgestern
Abend gegen halb GinS an der Ecke der
Main und ti. Straße elftere Straße hin
untergehe» sahen, und dessen Geficht und
ganze« Benehme» in uns den Verdacht
erregte, daß er etwas Schlechtßt im Sinne
habe müsse.
a e s a e n e v e r
storbenen H:rrn A. W. Frank wurde ge
stern in der Probat Court zugelassen die
Gesaminifumrae des persönlichen Aigen
thums desselben beläuft sich aus $125,COO
da Grundbesitz ist ebenfalls $125,000 und
somit repräsentirt der Gesammt-Nachlaß,
die Summe von $25O,0X), welche der
Testator seine? Frau uno feinen Kindern
vermacht. Außerdem hat derselbe dem
deutschen protestantischen Waisen-Verein
die Summe von $1000 vermacht, wofür
Andeuten des edlen ManueS segnen wer
den.
MST Der Polizei-Beamte Tain hat
feinem Besitz in dem Walnut Hills Pound
einen weiß und schwarz gefleckten Eber,
den der Eigenthümer gegen Zahlung der
Kosten itt Empfang nehmen kann, widri
gensalls derselbe öffentlich versteigert wird.
I S i u n s e s e E i n
eimmti Schützen-Verein wird am 1.3ult
fein erstes Stiftungsfest feiern, wo
rauf wir Schützenfreunde hiermit dorläu
sig4lufmerkfam machen.
Der Verein bedauert, bei dieser Gele
gevheit nicht andere Bereine zur Theil
nähme einladen zu können, da durch die
noch ««vollendeten Neubauten.!»« Raum
deö FeftplatzeS zu sehr beschränkt ist.
Die Prozession wird von der Turnhalle
direct nach Fairmount marsch Ken.
A u i o n S -B e k a u W i
verweisen auf die Anzeige der Firma
Hemmelgarn und Eo. in Betreff des auf
den nächsten Donnerstag angesetzten Bet
des Bäckers, erkannte ich genau. Derselbe kauss von zwei dreistöckigen Brickhäufem
@i,!tle"
Eatt
mit
iturt
in der Rahe von Gallion einen mit zwei
Pferden bespannten Wagen, wodurch
Wilson Sipes und Gattin getödtet und
drei ihrer Kinder schwer verwundet wur
den Auch die Pferde wurden getödtet.
Sipes wollte über die Schienen fahren,
ehe der Zug an der UebttfahtUstelle an.
gelangt war.
B3T Verwegener ?. in 5 ruch
Deren der Ecke der Wade und Melanch
ton Straße gelegene Grocery Store
wurde gestern Nacht von drei Einbrechern
heimgesucht, die aus eine unerhört freche
Weife eine Quantität Waaren im Werthe
von $500 oder StiOO per Wagen davon
führten.
V'
-Marisn O «dorne.
ScnahIRosecran».
^ISatbaui Trappir.
Spnngeimeijtr.
tlizabeih
t-W Wir machen unsere Leser auf die
Beute und Morgen staUstadeadea Pic
Nics aufmerksam:
o e s A u o a i e i e
Heute am Sonntag wird in New Rich
mond unter den Ausspielen von John
Kehler ein gemüthlicheS Pic-Aie abge
halten werden.
Ein romantisch gelegener kühler Pla^,
Brands Mustkbande sowie plenty Erfn
schungen find ganz dazu geeigntt, die Ex
cursion per Dampfst Champion R». 6,
der heute Morgen um 10 Uhr von hier
abfährt, zu einer angenehme« zu machen.^
o e s i N i i n V o e
Grove. Die Herren Kammacher, Meyer
und George Dauber haben auf Morgen
in Vogels Grove (Mount Airy) einen
Pic-Ric veranstaltet, wobei es an nicht«
sehlen wird.
i i e i a e e i n e n
e u s e n V e e a n e n e e i s
Der obige Berein hat auf heute in a r
lor Grove einen Pic-Ric verannal
tct, wozu zwei große Dampfer und Wal
ters Mustkbande engagirt worden ist. Ti
ckets sind in der Arbeiterhalle und bei je
dem BereinS-MitgUede zu habe».
a n A y o e e u
i c. Der Pic-Ric der Grand Army of
the Republic findet tun nächste» Dienstag
den 25. d. Miß. in Parlor Grove statt,
worauf wir alle Freunde etneS gemüthli»
chen FetteS aufmerksam machen.
Die Abfahtt zum Festplotze ist aus acht
Uhr MorgenS vom Fuße der Walnut und»
halb 10 Uhr vom Fuße der 5. Straße fest
gesetzt worden.
a S u i e n S n e -C o
o n i n i n n a i gibt am Donner
stag den 4 July in Butz Grove an der
Martette und Cincinnati Eisenbahn ei
nen P:c- Ric. worauf wir hiermit vor
läufig aufmerksam machen.
i i e e i i n i n n a i
MännerchorS. Zur Feier feine!
zehnjährigen Stiftungsfeste« hat der
Cincinnati Männerchor auf Morgen in
9lew Palace Grove einen Pie Stic ver
anstaltet, der, »ie wir im Voraus über#'
zeugt find, der großartigste der Saison
werden wird, da der Männerchor, welcher
un8 (£incmnatiem mit der uneigennützig
sten Aufopferung so manchen Kunstgenuß
bereitet hat, auch Bei dieser Gelegenheit
AüeS mögliche aufbieten wird, um am
morgigen Tage den Festplatz so anziehend
wix möglich zu machen.
Herr August Becker wirb bie Fchrede
halt« n.
Die Bereinl-Mitglied er werden mar
gen früh um 7 Uhr in Procession von der
National-Halle zum Dampfer Ohio No.
3 am Fuße der Mainstraße marschiren,
und ist die Abfahrt auf halb acht Uhr
festgesetzt.
Dasselbe Boot macht einen zweiten
Trip um halb 1 Uhr.
W W a i s e n e s Z u e i e
4 Jnli hat der St. AloystuS Waisen
Berein bei dem Waisenhat^e an der Rea«
ding Road ein W ai s e n s
i
ft veranstal­
tet, wozu alle Mitglieder deS Vereins so
wie die Freunde und Gonuer der Wisen
eingeladen find.
Im Interesse der Waisen wünschen wir
dem Feste durch günstige? Wetter und regt
Theilnahme aller Menschenfreunde jtat
besten Erfolg.
Tickets find bei den Heiken Tapke und
Rune an der Eckender Main unb12. Str.
zu haben.
Ebenso ist daselbst auch bie neue Fahne
des Gt. Luiwtgl UnterstützungS-Bereins
angekommen, die an Pracht und Kostbar
Zeit irgendeine andere Fahne in der Stadt
übertrifft dieselbe soll
Ejm
2. eingeweiht werden.
n
M&- Für Musitsreunbe.^ In
der MusikalienHandlung von 3 3. Dob
meyer «nd Co. *n *e. 50 West Biertestr.
find folgende neu« Publicatio»«y.Mchv
nen: ,-i

K a n n e i e e n
S Ä, ..'i "fr! r'' Cincinnati Kxpnßzllg, weicher beute
ten. tsabtenb Georg gro$t fatot eil
von Hamilton County herausgenommen
v*otjn ftnüicän mit Marv Cunw.
George ©iftöiS' SttMeih Brown.
K W Pyron -Harriett Luck.
Elizabeth Krank.
Clara Klump.
MinaRkidel.
Amciia Beck.
IHaiti
Studbenmauu
Heniy Meyer
3otm Holnnann
Zohann Teski
E Anthony
William Hearth
Akam Riley
James 28 9iv,lanb
Thomas ©filmet
James Greenlet»
Louis Möft
John Maller
Patrick B.'alone
James Gouge
Patrick Maloy
Henry Hillmann
WiUiuii'. Icii:S
I
Campbell.
Louisa voenbotf.
Christina Canfiets.
Dliiit) Leonard.
6iiil)arhie Powe».
Auguste 4)?üet.
58atbira »«itfctl.
M.n A Hinksoii..
EÜzaA Lohd.
John Smith
William McKilloV
Philpp RuiUmau
John W Power
Chas Schell«
Michael WaterS
George W Hopkins
Andrea« Heß
Htmy Hanler
Sohn 8'ct)
Sohn Charit« Anton
Solomon Thompson,
Daniel WcÄuich
William Urban
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Edward Higgint
Charles Dart
Henry Riaka
Eeoryc Klein
Matthias Bretten
Charit« Geibig
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Progreee March von P. Marten! und
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