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Vorbote. (Chicago, Ill.) 1874-1924, October 10, 1917, Image 7

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Wissenswerte!
Ein Krankenbesuch an der Front.
Ein Telegramm der Militärbehörden
nes em. oas oe?agle.. vag S. m yraut
reich gefährlich verwundet worden sei.
Ich zeigte es im Kriegsministerium vor
und erhielt einen Paß, der mir gestattete.
Z5 ihm nach R zu eilen. Eilen ist
falsch- ich konnte nur mit einem Zuge
fahren, der um 10.30 vormittags von
Waterloo abging. In Southampton
louroen mehrere Stunden mit der Prüf
ung der Papiere in Anspruch genommen
und ich erreichte Havre nicht vor i) Uhr
am nächsten Morgen. Dort wurden wir,
die wir zu sterbenden Angehörigen
reisten, miteinander bekannt, denn wir
besaßen rote Karten und wurden abge
sondert am Landungsplatz visitiert. Die
Passagierliste war im Laufe der Nacht
von England nach Havre telegraphiert
werden und wir wurden ohne Aus
nahme sorgfältig untersucht und verhört,
mn zu ermitteln, od>-unsere Identität sich
während der Neise vielleicht in irgend
einem Punkte verändert habe.
Wir waren unser acht — ein Mädchen
auK Neuseeland, eine junge Gesellschafts
dame. eine Frau aus dem Arbeiterstanve,
ein alter Mann mit gekrümmten Glie
dern und einer -ganzen Reihe von
Kriegsmedaillen. der. unterstützt von
seiner ebenso alten, sanften Frau, auf
Krücken daherhumpelte, ein älterer Ge
schäftsmann. ein Wanderprediger und
ich. Der Prediger kam au» Schottland,
dern aus London und dem Süden Eng
lands. Man 'ah ts uns an, wir hatten
alle eine schlaflose Nacht verbracht; die
meisten waren abgespannt und die
Äugen cka^cker vom Weinen rotzewor
den. Die persönliche Abgeschlossenheit,
m der alle Engländer reisen, haftete uns
noch an, während aber die kostbaren
Stunden während unserer Untersusbung
eine nach der andern verstrichen, rückte
^die Arbeiterfrau näher zu mir heran.
.Es ist mein Mann," sagte sie, “mei
nen Sie, daß er schon toi sein könnte
und werden sie ihn beerdigen. ehe ich dort
ankomme?" Die Gesellschaftsdame be
fragt? in klagenden Tönen beständig die
vorübergehenden Beamten. Der Ge
schäftsmann summte in einemfort einen
uamelodiösen Gassenhauer vor sick hin
und trommelt? mit den Fingern an der
Wand. Der Wanderprediger flüstert:
mir zu: Da bnb?n <>in?n !
sillgt und dessen Sohn durch den Ncopf
^geschossen ist. Wenn es mein Sohn
wäre —. Mein Schwager ist schlimm
getroffen. Meine Frau konnte nicht ^
gehen und seine Mutter ist zu alt. Es!
isf ein schrecklicher Krieg/'
Endlich ließ man unS gehen und wir j
wurden wie eine Herde nach dem Bakn-'
rios getrieben. Dort prüfte ein Eisen
badnoffizier unsere Pässe, woraus ein
Sergeant uns nach dem Zuge brachte.
Mittlerweile !var ez Mittag geworden.
Vierundzwani.ig Stunden werren. ver->
gangen, seitdem wir die unangenehme i
Nachricht erhielten, die uns nach Frank
reich bracht--. Der Lug fuhr ab. Die
juna? Geselsschafi-dame trug einen Ehe-j
ring; wahrscheinlich war ihr Mann oer-j
wundet. Zuerst sprach sie beständig von i
den Unannehmlichkeiten der Reise unds
von Neuseeland, wurde jedoch bald still j
und zußer daß sie ein Taschentuch un
' 1 ... » ^ t. ^
rollst, verhiell sie sich ruhig. Der alte
Veteran schimpfte auf seinen Rheuma
tismus. vergeh aoer seine schmerzen,
als er mit seinen Krüiten 5!is den Fuß-!
boden des Waggons schlug, um semen
Erzählungen über ':!nen tapferen Tvhn.
emen zum Offizier beförderten Tolda
ten. den n besuchen wollte. Nachdruck zu
geben.
Nach einer Weile aab cr einige unver-!
stcm bliche Erinnerungen aus dem Krim - j
^ /«t> ,
! -öer
: ^
^ (^rzählunst vom Vodensee d
(l<). Fortsetzung. >
..Nicht-, nichts!" stammelte Anton un
reichte ihr zitternd den Revisionsboge
zur Unterschrift.
“Mutz das sein?" lachte schelmisch da
berrliche Geschöpf. “Wenn ick da nu
nicht mein Todesurteil unterschreibe?!"
Anton empfand Herzklopfen beim An
blick des schönen Mädels, und der Revi
sionsvoqen zitterte in seiner Hand. Mi
oen Z'Nern und der llnterichrift Fcnzi
wird dieses Vapier eine flaminende An
klage gegen Wüstcler sein: der Betruc
die Steuerhinter^iebuncl liefen offen
f-.indig zu:aye^
Z^nzeie'krit'?l:e ihren Flamen ein.
Anton sieht bleich neden ihr. >>at da
Mädcb?n eine Atmung von dem veriibte
Net-us oder nicku?
<--nzi erklärte, nun wieder in de
Harten und die Ääfte bedienen zu inuj
sen. Zum Abschied sagte nr: “Adjci
Herr Lergetdchrer^ Wie geht's dem lie
den Flock? Äringen >^ie ihn mir d?c
recht bald wieder!" Tani^ eilte da
Mädcwu die Kellertreppe hinaus un
wirbelte mit den Weinflaschen hinaus i
den Garten.
Heiß überlies es Anton. Wie süß un
lieb haben diese wenigen Worte gekluii
gen! Oder war es Täuschung? Bu
lurzem so schross und abweisend beuj
die Liebenswürvigteit selbst und ein
überaus freundliche Einladung! We
kann aus diesem Geschöpft Nur werden!
Nachdem ^erc^erbobrcr 5ä>lüssi
und beuchter und den Nevi>i^ne>bo^'.'
erlnv-^'Uen. 'chrin er 'chier rnnmeln
durcr, den ^luc ing ,^reie.
(»in Mück nur. daß ihm setzt nict
der .s^omin.ssär begc^ner und Nappm
verlangt. möchrc am liK'üe
stöhnen. Wi.' im Traum trollt er t
s dm Kriege.
^ l'riegc zum Bisten, bis Müdigkeit ind
Hitze ihn schließlich übermannten und e»
in seiner Ecke kräftig zu schnarchen be
gann. Seine Anwesenheit und sein
Gegacker hatten die Gesellschaftsdame
jsehr verstimmt. Der Geschäftsmann
pfiff und summte abwechselnd Lieder,
z^g häufig die Uhr, stierte jedoch die
meiste Zeit zum Fester hinaus. Die
Arbeiterfrau neben mir weinte ab und
zu still vor sich hin.
Der Prediger verkündete, irnr
würden R. ... in zwei Ttunden er
reichen. Er hatte festgestellt, das;
mir cine Person von der Reisegesell
schaft früher schon R .... gesehen ^
und dast nur Kioei jemals in Frank-!
reich gewesen waren. Zunächst be- >
lehrte er uns, daß N . ... 22 Ho
! vitaler zahle. Diese .Hospitäler ^
i hätten Nummern, keine Namen. Er^
! gehe nach No. 7, sagte cr. Die Ge
! sellschaftSdcnne. der alte Kriegsvete- ^
Iran und seine Frau gingen nach>
?Nr. 3; das Mädchen aus Neusee-i
! la“d und der Geschäftsnmnn nach
N?. 12. Tie Ardeiterfrnu hatte ihre
I Nummer verloren. Da würden. er>
klärrc er uns weicer. wenige oder!
gar keine Droschken zu haben sein, I
die Stadtbewohner hätten keine!
Kenntnis von den Hospitalmrmmern!
und der größte Teil unserer Neise!
würde cnlS^ dem Auffinden unserer !
Verwandtem' bestehen.
Drei. vier. fünf, »echs, sieben I
lange Swnden flössen auf irgendeine i
Art dahin. Die Hitze, der .junger j
und die Erschöpfung batten bei den!
meisten die Verzweiflung in Un- i
enTpfindlichkeü gegen die Verzöger- s
> ung verwandelt. Plöt?Iich. als '"?ir!
bereits nicht niebr daran glcrubten,
unser Reiseziel seuials zu erreichen. I
! erkaunt^ ich in der ^-erne die Türme j
der Kathedrale von N .... Ter i
alte Veteran Inurde geweckt, wir I
i vackten unsere Siebensachen zusam- i
men; die Besorgnis nahm uns wie
der gefangen; unser Zug. hielt in
! einem jener schwefeligen 'Tunnels.
die sich unter den Hügeln nach R
hinziehen.
» » »
Dann geschah ein Wunder. Ein
rettender Engel in einem aus gro
bem 5ton verfertigten .Neid, mit»
einem- Strolch-,: t von derselben dun- j
lelblaurm f?arbe und einenl Wenzen >
V-rnd am linken Oberarm, erschien >
an der Tür' des Waggons. Sie j
kannte uns alle; sie hatte uns er«!
wcrrtet. Dir kämen alle noch recht-!
zeitig; keiner von unseren Angehö->
rigen wäre gestorben. Der Mann >
der Arbeiterfrau und der Schwager!
des Wcmdervredigers befanden sich j
auf «dem Wege der Besserung und j
man wurde sick daher der librigen i
Verwandten zuerst annehmen. Man
brachte uns rasch zu dem Eisenbahn
Omzier; imseri.' Pässe wurden sofort
g^vackt und in einer balben Stunde
hatte mrsere. ^ührerin uns nach den
verschiedenen Hospitälexn verteilt.
Als mn 9 lAr nachts die Besucher!
die Qoslninler verlassen mußten.!
bolie sie uns ab und fuhr uns nach!
ihrem Lot7ierhause in der Rue de? ^
?huifs. lunter der Kathedrale. Dort i
crn>artete uns das Nachtessen, Sie i
servierte mit Hilfe eines einzigen!
T'icnstn'ädchens und brachte uns >
sväter nach unseren Zimmern, die
spärlich möbliert waren, aber einen
saul^'-en und frischen Eindruck mach
ten. Bettstellen gab es kaum, die
meisten von uns hotten daber Ma
tratzen ans dem Fußboden, auf denen
wir schliefen.
Ilm «! Ilbr am daraufsolgenden
'Morgen sand ich das ^ogierbaus be
>nche.<m, deren <Äcrttc plo^ich einen!
nanTsr.
<S
!on A^rihitr ^ctzteitner. H
i die Kaserne. uni in der Nnsamkei
^'seines Stäbchens nach Nuhe zu riw
n ^en. den rechten Entschluß für sein
! Ämtshandlung zu erkämpfen. Uni
- als er endlich müde die Augen schlos
r! und in Tchün fiel, da führten di
i Ziffern aciftundsechzig und dreiund
.! neunzig einen lrnrbenden Tanz in
-! Traume aüf.
Ii
^ 5.
' j ^>n ihrem Kämmerlein nm dieselb
^'lZeit blick.e ^enzele andächtig zun
' i Tternen^'lr des nächtlichen Himmel
i emvor und seufzte dazu anZ ilber
^! voller Brusr. Weich u>ar die Ztim
mung wie die Luft, die mild vom Tel
'' ^ bereriLvehte m die üille Stadt. Un!
.. l die (bedanken waren lind, beseligend
^! sie flogen von den Sternen flink zu
. i Erde heruuler. hinein in ein von de
' Phantasie traulich gedachtes Ztüb
^ änu. Ivo der fesche Ä?ü:!M in grüne
- ! tlniforzn mulmaMch iveilt^ Zenzell
g' denkt an Anton, nnd beiß ouillt e^
n auf in der Mädchenbrnst. Ja. de
! Mann gefälli ihr, das ist der Mann
d j den sie m heimlichen stunden sich er
. sehnt. dem ue. die stolze, lrntzig
r Dirn,'angehören inöchte. Wenn er s>
e! vor sie hintreten und mit männliche
t > Heiligkeit 'hr Jawort verlange,
r ^ würde, o. wie gern würde sie ihm a>
die ivarke Bruit fliegen, seinen .^al
'l .nnklammen'. nitd das liebe Msich
n kiis'en. Wie das nnr so gekonuner
d isr? Sie war ibm doch nicht so eigent
lich gut. eher f' oslia, abüonend. DlMi
wieder recht lieb ,-;n il>in. Warun
t!nur? Waruin so wechselnd in de
n> Gesinnung. w lannenbcist? Bin i6
n ss wetterwendisch?" frng sich Zenzel,
! nucrsau oeromnicn hatte. wurde
> schleunigst nach dem Hospital ge
, bracht. An sencm Abend kehrten
i diejenigen Besucher, deren Angekiö
^rige autzer Gefahr tvaren, nach Hause
i zurua; zwei oer Zurückgebliebenen
mutzten noch einen letzten Liebes
dienst verrichten, ihre vom Tode hin
I weggerafften Verwandten beerdigen.
q- q
Khaki ist kein Khaki.
! Die heutige Uniform der Bundes
! armee Kbaki zu nennen, ist. tvie uns
'der “Kansas Citn Star" glücklicher
! weise belehrt, gänzlich unberechtigt.
>Tas Kriegs-D^p.nlemknt trennt den
! Stosf. aus welchem die Uniformen
! bestehen, nicht Khaki, sondern “Cot
ton. O. D." oder ..Wool. O. D."
;Tas ..O. D." bedeutet “Olive drab"
> und gilt als eine Bezeichnung für die
^ Farbe der Uniformen: Olrvengrau.
! Baumwollene Uniforinen werden im
j Sommer, wollene im Winter getra
^ gen. Das Wort Khaki geHort einer
i ostindischen Sprache an und ist aus
dein Wort Khak, Staub, gebildet.
! ..Popular Snence Monthly" hat fol
gendes darüber zu sagen: Der laffee
i farbene Stoff, der durch -seine allge
! meine Berwendimg für die Unifor
>nvn zahlreicher Armeen bekannt ge
! tiorden ist. finden wir zuerst in Bri
!tisch-Andien, wo Sir Harrv Burnett
Lumsden ihn einführte, als er er
sucht wurde, ein Führerkorps zu or
ganisieren. das eine englische Streit
macht nach der nordwestlichen Grenze
Indiens bringen sollte. Der für die
Uniformen verlvendete Stoff war ein
leichter, dem Klima von Hindustan
angepaßter Vauimvollcdrillicb. der
seinen Namen von dem der Urdu
sprache entnommenen Wort Khak er
bie.lt, eS ist daher mehr die Farbe als
das Kewebe, das bier zu d^r Be
zeichnung .Khaki gerührt hat. Obschon
der Dik-tionär uns sagt, das Wort
werde von den Eingeborenen wie
Äekikie ausgesprochen, baden sich die
Engländer auf Kakie geeinigt und
das isr die korrekte Aussprache. Da
sich das Ahakituch bei den Führern
gut bewährte, fand es aucb bei an
dern Truvvenkörpern Indiens Ein<
gang und wurde bereits im Sepov
Aufstand von den englischen Truppen
getragen. Burenkrieg von 1899
bis 1902 wurde es in der englischen
Armee eingeführt u:ld auch für alle
Kolonialtruvpen in Afrika verwen
det. Da Baumwolle sedoch für die
afrikanischen Hochländer nicht ivarm
genug nxir, wurde Zerge in derselben
^arbe hergestellt, so daß jetzt die wol
lenen. sowohl als auch die baumwol
lenen (Gewebe den Namen Khaki füh
ren. Da sich der Stoff für das
.Mima von (sub^ und die Philippinen
gnt eignete, erhielten die amerikani
schen Soldaten im .Kneg gegen Spa
nien ebenfalls Kban-Uniformen.
(khiilesische Arbeiter in England. !
Der Zmethwick Trades Council
wandte sich unlängst beschwerdefuh-^
und verlangte die Beseitigung der in j
jener Ztadt in der Metallindustrie
beschäftigten Chinesen, widrigenfalls
energische Viaßregeln seitens der or-!
ganiüerten Arbeiterschaft gegen den j
Uebelstand ergriffen Inerden müßten.!
^n Birmingham arbeiten, wie denr>
dortigen Trades Tounei? ^meldet/
wurde, ebenfalls 250 Chinesen in der!
schweren Metallindustrie. Die Veliör-j
'den erklären, es sei ihnen unmöglich.
Engländer zu bekommen. die willens
wären, die Arbeiten aus^usiihren. siir
welche man die (shinesen angestellt
babe. Die ieytern seien zumeist Mit
glieder von Mannicharteii torpedier
ter Tchnse und weigerlen sich, tniedcr
zur 5ee ^u geben.
^ »
(nne sonderlinre Grenzsperre.
V5iiie ^perr,- ganz eigener AN er
richten die Franzosen, wie die “Bc'sler
melocit.^ emei?^ Punkte j
! selbst. Zie hasten ibn alle. die Gast,
»> die Wirte; er ist ja nur ein- ^inanzei
! ein Lveraufseher. der mit einer
>! Allste ob seines gefahrvollen Dienste
' - ain Patrouille in jeglicher Swnde n
' j Grabe steht und mit dem andere
^ i Fuße im ^kriminal. so er seine
> ^ Dienst vernachlässigt oder mit de
> 5 Parteien unter einer Decke steckt. Ei
! widerwärtiger Bertis! Eines Fincrn
^erö ,^ran7 Früher hätte Zenze!
^ schon bei dem leisesten Gedanken a
.! dergleichen aufgelacht. Und beul
klingt es gar nicht so übel: ..Fra
.! Oberaufsever!" Und der Anton so
! gar tüchtig sein, ein gescheiter Man,
, i mit Aussichten, bald Respizlent odc
^ gar Be^irksleiter M werden. Davo
> ivar des österen unter den Gästen di
jRede; der Neid, sagten manche, must
Angeben, daß in Vregenz ein s
! schlauer, diensteifriger Mn<rnzer no>
e!n'ie:nals gewesen ist. Ter Man
l j werde den Zchlauesten noch auf di
schliche komineu und große Anerlsn
-^nung finden, freilich nuf Kosten de
-! Ertappten. Zenzele seufzt abermals
?:«'in schrecklicher (Gedanke zieht durc
l>!ibr Köpfchen. Wie. wenn der sesch
! Mann im Dienst gegen den Pate
r! auftreten müßle? Die Finanz i
Limmer ,^eind geweäen> gegen- jede
- i Wirr. Es iväre schrecklich, ivenn e
rialich in ihrem Hvme zu einer ^ata
?! strophe kommen würde. Doch neu
Ilster kann nichts geschehen. Aber d?
».^Finanz ist nun und nimmer z
,'i rranen. sie findet innner eNvns
-1 ^ilUMretten, vi», n>enn Anton, die
l??ser schmucke, charakterfeste Mann. do<
i^beim Militär ivüre! Es steht ihr
Malier auch die grüne Kiuan^erunisorr
^ gut . . . Was die Freundinnen lvok
l j sagen würden, lvenn . . . .vm! De
5! fesche Mann, ihr Äatte. könnte ja in
t!<Acschast heiraten, er brauchte d-an
^! nimmer diesen Dienst zu versehen
-! der ihn mit schier jedermann in Kon
r slilt bringt . . . Lb Antm-. aber sol
i chen Berus ausgeben würde?
e zuliebe? DaS müßte er wn. jawohl
?! Die stolz< ^enzi nnd i'ur ein Ainan
: zerl Das ginge doch nicht gut! Wen
»
^der Grenze zwischen Frankreich und der
. Schweiz.
“Wie gxündlich die französische Grenz
! sperre der letzten Woche durchgeführt
! wurde," sagt das Blatt, “erfährt ma-n
erst nachträgliche Eine Vorstellung von
i der Strenge, mit welcher üe gehandhabt
! wurde, kann man sich machen, wenn
! man erfährt, daß während der ganzen
! Grenzsperre keine Zeitung, kein Brief,
kein Geld, keine Person die Grenze pas
sieren durfte. Die einzige Ausnahme
bildete der französische General Pau, der
kurz vorher seine Reise durch dieSchweiz
unterbrechen muhte, um wegen Fa
milienverhältnissen schnell nach Frank
! reich zurückzukehren.
In Saint-Gingolph, jenem eigentüm
! lichen Grenzorte am südwestlichen Ufer
! des Genfersce», dessen eine Hälfte mit
!der Kirche sich auf französischem und
! dessen andere Hälfte sich auf Walliser
! Boden befindet, wurde die Grenzsperre
!sehr schwer empfunden; ungeachtet ein»
! gewurzelter Gewohnheiten wurde den
Bewohnern des- schweizerischen Teiles
am Sonntag. 12. August, der Kirchgang
untersagt, und dem Pfarrer, der auf
französischem Boden wokmt, verboten,
die Messe drüben auf Schwcizerbodcn zu
lesen. Aber am empfindlichsten wurden
die.Bewohner unserer Grenze im Nord?
Westen getroffen, die doch sonst so gerne
über die Grenze liebäugein. Als am II.
August, in der Nacht »m 12 Uhr die ab?
solute Grenzsperre einsetzte, machten sich
plötzlich zahlreiche in Ruhestellung lie
gende französische Truppenabteilungen
daran, auf der ganzen Grenze von Pfet
! ierhausen bis in die Doubs-Tchlucht
! einen mit Blech beschlagenen Zaun zu
! erstellen, der drei Meter- hoch ist und 30
I Zentimeter tief verankert ist. Die Arbeit
> war in nur zwei Tagen vollendet. Dieser
! Zaun beginnt auf der Höhe nördlich von
j Bonsol, zieht sich dann westlich, durch
schneidet die erstklassige Landstraße
Delle—Boncourt, verläuft sodann längs
der Grenze vor der schweizerischen Ort
schaft Maira und zieht sich über das els
gauifche Plateau zwischen Bure und
! Villars»le-sec, zwischen Fahy und Abbc
^ villers hin. Dann steigt der Zaun auf
i die. äußerste Kette des Jura und läuft
j nus ocm o?incycn Ä.eu Oes Maies IM
! bis La Motte. Ivo er beim Doubs auf
! hört. Welchen Zweck dieser Zaun hat,
! tann auf unserer Seite niemand er
! messen. doch empfindet es die Grenzbe
j völk.'.rung schwer, daß man ihr die freie
I Aussicht auf die benachbarte Gegend, wo fe
' zahlreiche schweizer Landwirte Land zu H
^ bestellen oder die Ernte anzubringen l
> daben, verwehrt l)at. Dieö empfindet ^
; man umso - schwerer, als ihnen bisher ^
j der Gouverneur von Belfort in weither
^ zs?er Weise Passierscheine aus? 'stellt hat i -
! für die Vollendung von Helbarbeitcn auf >
j französischem Boden. Infolge des Ar
! beitermangelz in s?rantrcich war eZ
^ nävilich vielen. schweizerischen Bauern
möglich, drüben im benachbarten Grenz
gebiet Land zu mieten oder zu taufen.
Allerdings, war die Kontrolle dabei eine
sehr scharfe, denn der französische Zoll
^ kordon hatte strengen Befehl, dafür zu
! sorgen, daß die Scmdeizer nicht in die
französischen Orte oder Höfe kamen, und
es war ihnen sogar verboten, mit den
auf den benachbarten Feldern arbeiten
den französischen Landwirten zu spre
chen."
Schon möglich
Tic schottischen Dudclsackpfeifc.
äeßen die Atmosphäre erzittern und
.naltraitierten die Ohren der im Vor
garten des Landhotels, schenden Som
mergäste.
“Warum gehen eigentlich diese Tu
5eIiaÄpseifer, während sie spielen,
immer auf und ab?" fragte einer
oieser Gäste.
“Ja, das weiß ich auch nicht", er
ividsrte ein anderer. “Vielleicht, weil
sie dann schwerer zu treffen sind".
LM" Tie Arbeiterpresse ist der
schrecken der Feinde der Arbeit.
?, ^ er aber nicht will? Wenn d^r Mann
c. von Äzarakrer nnd fester Willenstraft
n > auf seinem Willen besteht, ja, dann
s müßte die srolze Zenzi nachgeben,
n > weil sie den feschen Mann liebt . . .
^sr es wirklich Liebe? Wieder flog
der sehnsüchtige Blick zu deii> Sternen
hinauf, und weich flüsterte das Mäd
n! chen das Gedicht des so friih Heimge
gangenen. unvergeßlichen Porarlber
gischen Tichlers Bonbun. das, ein
kostbares Vermächtnis des Ländchens,
in aller Munde verblieben ist:
Himmeb gelviß der Äetti
ivacht.
So ischt decht Hut c schöne Nacht
'Z ischt müslesrill uf Feld uich Au.
's ischt's Firniameni so bell und blau.
Und niena, weder wit noch nah,
Sieht ma ne Wöikli tiislet ta.
!r
Un-d wo man luegt, nu Stern an^o
Stern! > i
No jo, sie d'scbauen d' Nacht o gern, i o
Drum wind' s der gar so freundli da
Millionenw-is der Reihe nab s
Und fu-nFelen, es ischt e Pracht, r.
Ma weih net, wer'L mn schönsra
^ macht?
st^ O liebe Zit, wie g'sallst mer guet.
Wie wiird's mer decht so g'svätzig j
'Mut!
^e länger i hall schau und schau
De stcrlm na am Himmelsblau.
So möcht' mer 's Herz fast übergab.
Es züchr mi nämm wie Heimweh na.
EH ischt halt o so rusig sckö
Tort domma i der wite Hob',
Es schimmeret so mild und klar, . ! d
So rüedig still und wunderbar, ! t
^ l Und 's müßt' drum o so liedli si ^ z
! ^in sella Mau bim Sternaschi! d
Vielleicht ischt 'Zoe Sternanacht.
" ^ Wo mal mi letztes Stündli schlacht, ?
Mid lisli schwebt an Ei?geli
^m goldne tÄ'wand i d's Kämlnerii
Und rüeft: Wach' us, mi liebe Bu<,
Mer wanlen jest de Sterna zuel"
Eine Zähre rollte die Wange hin
ab. ZenZelc legte die schmalen Hände
Unser Hans.
Ski^e von Louis Kugel.
Wir hatten ihn alle gern — .un
rn Hans". Mit seiner großen, träf
genGestallt, seinem kurzgeschnittenen
onden Haar und seinen offenen
ugen von der Wasserkante. Trotz
iner 32 Jahre und seines nicht un
!wegten Ledens hatte er sich die
znze Frische des Empfindens und
is - reiche Gemüt eines glücklichen
indes bewahrt.
Nichts war schöner als die unge
übt fröhlichen Abend- und Nacht
unden, die wir in seinem Atelier
klebten. Die grünverhängte Lampe!
l der Mitte des Raumes spendete!
cke, in der wir um den runden
isch versammelt waren, fast ganz
^ Dunkeln lag. Schwerer, roter
!ein funkelte in den Gläsern, und
chte blaugraue Rauchschwaden
irchzogen das Zimmer.
Äeim zweiten oder dritten Glase
legte unser Hans aufzu tauen.
>ann erzählte er von seiner nordi
hen Heimat, von den alten Leutchen
der keinen holsteinischen Stadt,
m seinen Schulstreichen und von
ufend kleinen Erlebnissen, die erst
irch die Art seiner Schilderung Far
! gewannen. Auch von seiner Stu- ^
en- und Militärzeit berichtete er ^
^d — wenn es später wurde, und
T Wein auf die Neige ging — von
inen Wünschen, Hoffnungen und
ielen.
Nur von “ihr" sprach er nicht.
Und doch wußten wir alle Bescheid
id kannten sie alle. Ihr Bild hing
-üben an der Wand, und im Halb
inkel schien es, als wollte sich ihre
estalt im hellblauen Kleide vom
intergrund? lös?n und aus dem
ahmen heraustreten.
Seit acht Jahren kannten sie sich,
it acht Jahren warteten sie. Aon
aus aus waren sie zwar beide nicht «
ibemittelt, und beide hatten sie oie '
rast und Fähigkeit, sich durchs Le
n zu schlagen. Sie waren Schü
rt eines Professors gewesen, und
ans Nielsens herbe Art der Tech
t. die ihrem eigenen Empfinden fast
lwider war, hatte Lotte Wagners
nteresse erregt. So kamen sie fast
glich ins Streiten, wobe: sie sich
genleitig immer mehr von ihrem ^
nersten Denken und Fühlen offen
sten.
Sprach Hans von “ihr" nicht, so -
en. llud der Schlauch geht seltsamer-! ^
?eise dllrch ein großes Loch am Kel-! ^
erbo!>en binüber in den Keller des«,
iackdars. Cafetiers Merkle.
Zen^ele unterdnickt einen, Zchrei
er Ueberraia>ung bei dieser Wahr
ehmung. schleicht näher und verbirgt
!ch hinter einem Weinfaß. ^
Ein Zweifel kann mcht bestehen; !
rüden mutz erne Weiirpumpe in Tä- ^
igkeit sein, der Nuchbar vumvt den ^
Lein aus seinem K?Üer herüber, und ^
er Vater füllt hier die Hasser auf.
Zenzi hat genug gesehen; bebend
or Schreck schleicht sie, während der 5
tater eifrig sortf'ihrt. die s^äh'er auf- ^
nsüllen, aus dem Keller.
Wie weggeweht ist die frühere ^
xibevolle Gtnnmung. Als Wirts- ^
ochter versteht sie von der gei'chauten >'
Manipulation genügend, um die Ge- k
ahr zu etbiteri. welche eine Äuf^eckiura p
racy er ooa? veno meyr von >einer!
^kunft, von seinem zukünftigen!
!im. Loll Stolz berichtete er stets.
>ß er s'.ch das Geld für einen Bii
?rschrank, für ein Klavier, für ei«
n Tisch oder für eine' .^chenein
chtung zurückgelegt hätte.
Und dann kam ^das Glück über !
.icht. Irgendein reicher Pelzhändler ^
>t!e ein Bild von ihm auf der Aus
llung gesehen und für den märchen
ften Preis von dreitausend Mark!
kauft. Aber damit nicht genug, ^
t ihm ein Aerlag, für den er zeit- >
:ilig Arbeiten auf Bestellung gelie
't hatte, unter sehr anehmbaren Be- >
ugungen eine feste Anstellung an.
Hiein Mensch war glücklicher als
nser Hans". Er nahm das Geld
s Pelzhändlers, verschrieb sich dem
:rlage mit Haut und Haaren und
stellte sofort das Aufgebot. — Kei- >
n glücklicherem ^bemann habe ich
>ors Antlitz und ließ den Tränen j
rcien Lauf. ^,
eierlich und em st die mitternächtige i
stunde. !
Ein dumpfes (Äeräuscb wiederholt i
ich in turzen Intervallen-, es ist. als >
töhne ein Ungetüm zutiefst im Hause >
ILüslxlers. ein gewaltig Atmen, un- '
!eimiich in steter Regelmäßigkeit.
dm7n wieder tiefste Rube. Zeozi <
»erliest das Kmnmerlein, von dem >
eltsamen Geräusch beunruhigt. Ein i
jerzhaft in»dtiges Madchen, will sie <
lachsehen, was im Hause zu später!
5tunde so rumort. Dem Gestöhnes
lachgehend, gelangt Zen^ele an die! l
mgelehnte Kellertür. Sollten Dieve ^'
inten sein? sylin? huschte ^s Mäd-! ^
hen die Treppe hinauf, den Vater zu''
necken und zu holen, seine Stube ist^ ^
ffen und leer. Seltsam! Das Hau? > (
st längst geschlossen - sollte der Barer!«
ausgegangen seini
Wieder eilte Zenzi lopier und ^'
ürchtlos hinunter und schlich in den
on einer Blendlaterne schwach er-i,
enctueren Keller. Hier ist der Vater ^ ^
msig beschäftigt, mit Hilfe eines!'
Schlauches Wein in die Laster .,u sül-! ^
gesehn-als “unfern Hans". Er. hatte
eine reizende Wohnung gefunden, weit
draußen vor der Weltstadt und sogar
tin Stück Garten nannte er sein ei
gen.
Die Zimmer waren stets^voll Son
ne. Lachen und Scherzen erfüllte die
Räume, und überall standen Blumen
Und dann der Krieg.
Hans Nielsen war Bizefeldwebel,
und mußte sich am zweiten Tags nach
der Mobilmachung stellen. “In vier
zehn Tagen sind Sie Leutnant", hatte
Stolz verkündete.
Der Abschied war kurz und ernst. >
Er drückte uns allen die Hand, und ^
als er sah, wie die Augen seiner ^
Frau feucht wurden, zwang er sich zu!
einem Lächeln und rief uns zu:
“Na, Binder, in sechs Wochen sind
wir wieder hier. Wir werden die
Bande schon Nein kriegen!" — Dann
setzte sich der Zug, den er eilig erklom
men hatte, in Bewegung.
Er kam früher zurück, als er sich's
gedacht hatte. Auf einen Stock ^-c-!
stützt, hinkle er seiner Wohnung ent
gegen, aber seine Augen leuchteten,
denn auf seiner Brust hing das öt-reuz
am schwarzweißen Bande.
Zeiten der Ruhe, des Friedens und
des Glückes folgten. Frau Lotte
pflegte ihren Mann mit rührender!
Sorgfalt, und er wiederum umgab!
sie mit zärtlicher Fürsorge. Denn!
was er selbst uns mit geheimem Stolz!
vor Monaten angekündigt halte, war >
jetzt längst allgemein offenbar. Und 5
dann kam wieder ein Tag des Ab- i
schieds.
“Jetzt komme ich nicht wieder ohne
das Eiserne Kreuz 1. Klasse", sagte
er. “Mein Junge — und ez wird
ja sicher ein Junge! — soll mal
ital: >'?in mn i?in?n
Wochenlang hörte ich nicht- von
“unseren! Heins" und seiner Aran,
^ch hatte mich, um wenigj-ens etwa;
Dem Vaterlands zu dienen, zum No
ten Kreuz gemeldet uns war nach
me'mer Ausbildung bald ins Fe:d
gekommen. Da erreichte mich eines
^ages ein Brief eines unserer geniein
samen Freunde. Hach einem kur
zen Bericht über sich und über d.is
Leben daheim schrie» er weiter:
“Uno nun zu Frau Lotte. Ich
besuchte sie gestern mittag; Tu we-tzt.
wie Hans es nur ans Herz gelegt
hatte, recht oft zu ihr zu ge^i un5
sie aufzuheitern. Ä>ir plauderten ganz
vergnüglich, nur — Hans wuroe nicht
erwähnt. Da brachte oas ^iaochen
eine Feldpostkarte herein. Sie war
von ihm. Frau Lotte las und er
bleichte. Dann reichte sie mir oie
starte. Sie lautete:
j “Liebsie! Nachdem wir wochen
lang dem Feinde im Schützengraben
gegenübergelegen haben, steint er
endlich mürbe geworden zu lein. Au
genblicklich schüttet unsere orave Ar
tillerie noch einmal ihren ganzen Se
gen über die /kindlichen. Stellungen
aus. Jeden Augenblick kann der Äe
fehl znm Sturm iommen. Wir bren
nen schon alle darauf! Wenn Du;
diesen Gruß bekommst, ist hossentli^
der Sieg unser. Denke an mich, wie
ich an Dich denke. Wenii ich doch
in Deiner schweren Stunde bei Dir
sein könnte —" ,
Ein kiser Seufzer ließ mich auf- >
sehen. Frau Lotte lag bleich in ihren!
Stuhl zurückgelehnt. Ihre Hände!
krumpften sich im Schatz. Läcycln) I
winkte sie mir zu, und ich ging h n-s
aus. Nachdem ich dem Mädchen Ä;'
i'ckeiv gesagt datte. fu^r ich ^um Arzt.
seitens der Verneuerungsorgane der-! w
ausi'eschivören mutz.
Weh wird dem Mädchen im Käm
merlein bei d^n Gedanken, daß der
Vrrter sich eine unlautere Handlung
zuschulden kon?men läßt: ein Zittern
?e^ällt Zcn^ele in: (Gedenken, das; An
ton gan<z qelvig diesem Bnrug ans die!
spur kommen wird. Was dann?!
Angst und Sorge quält das Mäd-^
^enherz durck bange Standen
)urch, und ersl gegen Morgen entrückt! ^
kurzer Schlaf Zen^ele den veinigenden >
Aedcmken. . ! ^
Die Nachbarn setzte» ihr Heimlich!^.
Wer'k sort, bic- alle der Steuer unter-' ^
iegenden Fässer ausgefüllt Ivaren.
Auf ein Klopfen des Wirtes an die
Kklierwnnd stellte Merkle drüben das
Pumpwerk aufler Betneb. zog den
Zes Mulidrobrcs wie! r beraubten!.
Ntf hüben Wiisreler da? Loch itt der^
Nauer durch Steine sorgfältig ver->^
)cckte, Tvllndfcdei^ usw. darauf warf'"'
ind da' Mundrohr in einer finsteren
kcke versteckte. Befriedigt nahm er'^'
ne Blendlaterne sick, löschte deren
^icht aus und schlich aus dein .Ueller. ^
!)aö gelvinnbringende Werf ist für!
)iese Nacht getmi. dein t'iese:? ein!.^i
ücktig Zchnipvchen geschlaaeil.
Grinsend suchte der pfiffige Wirt
ein Lager auf.
Lergetliohrcr >rxrr am früben Mor
ien nach der qualvollen Traumnacht
o unschlüssig ivie vorher und suchte
»illch einen Gang ins ^reie seiner
oiderstrekk'ndc'n ^»1-1- ZI,
Hi
Ri
er!
di«

M
zel
oerden. Flock sprang munter voraus.
?>er Weg führte an der Weimvirt
chaft Wüitelers vorüber, und an der
bcmstür blieb der Hund tredelnd ste
hen. >>um Zeichen dost er dieses üaus
ennt und verlangen trage, jcman
em s-.inen Morgenbesuch abzuftatlen.
lnton lächelte ob des Gebarens sei
ies flugen Hündchen-?, und unwill
Lrlikb sandte er einen Blick z'i den
fenstern hinauf, wiewohl er nicht
i-»I
Spat am Abend rief mich dd»
Mädchen telephonisch noch einmal hm.
Es wäre sehr schwer, und ich möchte
ooch lieber kommen, sie hätte jotche
Angst. Als ich das Zimmer betrat,
stand der Arzt und hielt die .^.md de!
ohnmächtigen Frau. Nebenan besorg
te die Hebamme das Neugeborene. .Ojß
Sekunden wurden zu Ewigkeiten.
Endlich schlug Frau Lotte die Äu
gen auf. Ihr Blick irrte fragend
dnrchs Zimmer unv vliev schließlich
auf dem Gesicht des Arztes hängen.
“Ein träftiger Junge ist es" sagte er
leise. Da huschte ein glü^lichcs Lä
cheln über ihr bleiches Besicht und
fast unhörbar kam es von ihren Lip
pen: “Ein Junge! — Wie wird
Hans iich freuen! — Schreibt e»
ihm!" Äann schlummerte sie wieder
ein. Spät in der Nacht ging ich.
nachdem mir der Arzt versichert yatle,
daß sie gerettet wäre. Ich habe
bekommen. Tu bist doch in derl?l!.ea
Gegend. Wenn Du ihn siehst, el ^le
ihm alles, und wenn er nicht j^r.'i
ben kann, schreibe Du!" —
Und draußen auf ödem s^eld in
Feindesland liegt ein junger Offizier.
Aus dem bleichen, blutbeschmuyteu
Gesicht starren die Äugen gläsern zum
nächtlichen Himmel. Der linke Arm
schlaff zur Äeite; aber die underlease
Rechte umkrampft ein Aild und ?:n
Älatt Papier — — —
To fanden wir ihn, als wir da»
Schlachifeld u.-.H ^'rwundeten ah«
suchten.
Es war “unser Hans". —
Ewiger Vartcn.
Sage mir nicht, daß der Tc>>
laicht der Tod sei.
Verwehen, zergehen,
Starr unp kalt,
Ist all unser Lc>s.
Sage mir nicht, daß die welke Blum«
^?eu sich erschließe;
Ihre Blätter
Irrten im Winde,
Sanken spurlos.
Aber der Samen
Fiel ins Erdreich,
Wlrzelte. wucbs
Und ward zum Schwarme
Neuer Knospen.
Also welken wir.
Zeder und Alle,
Nur die Erde
Ist ewiger Garten.
Darin die Menschengeschlechter
Als Vlumen sterben
Und wieder aufgeh'n.
Theodor Curti.
Heiteres.
— Schreckens!! nd. “Kann ich
jemand von deinen Eltern sprechen,
Lieschen?"
“Nein, Papa ist auf seinem Bureau
und Mama bedauert, nicht zu Hause
zu sein."
— K l a s s i s ch. Hausfrau: “Hier
babcn-Sie 'n Billett zu Minna von
Barnhelm."
Köchin: “Nicht wa.hr, das is daZ
Mädchen, das auch 'n Schah bei den
Soldaten hatte?"
— Begründet. Gericht»rat:
“Sie suis berauscht, Herr Assessor. Wie
lvmncn ^sie in incstin ^u?:an^e ausS
Bureau kommen?"
Assessor: ..O, 'nauf gild's noch —
ging's noch so ziemlich, aber freilich
nachher — nachher auf der verdammten
— Treppe wieder — 'nunter, da?
wird — das wird — mehr Schwierig
keit haben/ .
«
eiß. welches Fenncv zu Zcn.'elc-?
einach gehört. Dann nfisf er .'eise
m Oüi>dchen. das nun gleichfalls
nporguckte und zögernd gek>vv6:e^
Hinter dem Vorhang stehend h.'tre
is Mädchen das Kommen de? >vi,
mzers und das Gebaren ^-!i'?s
ohl beobachtet und Herzklopie: »
ürr. Wie das Hündchen doch dank«
ir ibrer gedachte! Und Anton hat
sehnsüchtig heraufgeblirkt! Großer
ott! W^nn der Mann wüßte, was
der Nacht vorgegangen ist? Kommt
heute, wie gestern, zur Revision,
r Betrug mus; entdeckt werden, es
nn nicht anders sein!
Und was wird und muß der Fi«
mzer von der Tochter des Steuer
fraudanten denken?!
schimpf und Schaiche zum nnnde«
n wird ihr LoS sein, wenn sie nicht
r der Mitwirkung angeklagt >l!ird. .
irr ward es Zenzeie im Kopf. Angst
ld Sorge drücken ihr schier das Herz
^ Haftig kleidet sich das Mädchen
llig an und ve.rläßt das Haus, in
schein die Mägde mÄhlich iür Tage
Wobin? Auis (Keratewohl dem
nan^er nach.
Am Ende der Oberstadt erblickt
nzi das i'twas zuriictgebliebc^e
lndchen Antons, und ein zärtlicher
Lr lockt es heran. Flockt guckt und
kennt nun seine Pflegerin. Freu
? bellend springt er herbei und
vft an der herrlichen Geitnlt des
ädchens lvie tokl hinauf, fällt pur
'nd nieder und springt wieder auf.
llend. das; es weitum gekt.
Airton drehte sich um: beiße Röte
ckte seine Wenigen bei dem Anblick /
nzeleS. T<rn Mädchen just jetzt zu /
segnen, das steigert hie Qual seiner
'danken in? Ungemessene. Soll er >l
ureiäien. -feia nck dritten?
isr sick? keiner Schuld bcwußr,
(Fortsetzung folgt.)
— Leset die Fackel!

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