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Pennsylvanische Staats zeitung. [volume] (Harrisburg, Pa.) 1843-1887, August 10, 1876, Image 1

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Jahrgang 11.
Dt
ennsylvanische StaatSzeitg,
Herausgegeben on
Z. Gkana Nivvnn, Rox 19,
erscheint jpben Donnerstag, und lostet stiZ.DN
per Jahr, zahlbar innerhalb des Jahres, und
2.ZV nach Verfluß des Jahrgangs.
Einzelne Eremplaren, A EentS per Stück.
Keine Subscriptlonen werden für wenige,
als sechs Monaten angenommen, auch kann
Niemand das Blatt abbestellen, bis alle Rück
länae bezahlt find.
Um die Adresse einer Zeitung zu er
ändern, must man die alte ioivohl als auch
die n e ue Adresse miNheilen.
vi größte Verbreitung.
Die Sircutation der „Penn s, Ivanis ch e
StaatS-Zeitung" in Dauphin ountp
ist größer als die irgend einer anderen in Har
-iSdurg gedruckten deuisckien oder englischen Zei
lang. Sie biete, desbald die best Gelegenheit,
Anzeigen in diesem Ideiie des Staates eine
weite Verbreitung zu verschaffen.
Iffto ltirxtßl tfiii nliition.
DI! Oircirlatin ns tlis "rtmnavr.vanl
<.-iikBraai-s>-/i-rv!sli" in lnz>l>in t'oimtx
tlia tliat ol nnv utlioi- ziapvr
nubliKreck i lenulintzaa e-II a
tlermnn. It in lli?rcsr>! tlio liovt nckvvrlia-
Bedingungen er Anzeigen r
Anzeigen erde elngerücki wie folg;
Geschäfts-An, eigen beim Jahr, der
sür einen Theil des labreS;
3 Monate. 6 Monate. >2 Monate.
Ein Zoll I.Vit 7 Vit 12-60
Zwe. Zoll 7.00 >2 0 20.00
Drei Zoll 10.00 17.00 28.00
deigenlhum-, persönliches E i
acntbum- und allgemeine Anzeigen 10
EenlS die Zeile für die sie Einruckung und
5 EenlS dir Zeile für tedr nachheeige Em-
Pa , inltrte Mediin-, BiNerS- und alle
andere Anzeigen dei der ganzen, d den. dril
iel oder viertel Spalte werden wie folg be
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Eine stanze (spalte jährlich Slbtl.W
Eine halbe Spalte „ 80.00
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Dank - Abstattung a.i ,. 50 SIS.
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wir folgt abresstrt werden!
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11-äIikIUBVIi, I'ä.
Agenten
Pennsylvanischen Staats-Zettung.
Pennfplvanlai
Allighcilp.—Väl. Hoffmann,l7s Ohio Sir
Nltoona. Gottlirb Hauser.
tllhrist. grldt,SarsonSi.
Birmingham. <lakob Drrsscl.
t Ehartes Förster.
BrownStown (Ormsövl—l ohn Lu p.
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Brralneck. Dr. Theod. Kc >st > „
Ikarliste.-Philipp Lißmann
IhambrrSburg. o Vitts ch.
Danvllle.—Michael Rosenstcin.
DradoSdurg, Soat Bälle-A dam Schüß,
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Philadelphia, Juni t, 1876-, f.
Harrisbnrg, Pa., Donnerstag, Angnst 10, 187.
Poesie
Am Schluß der Krndte zu singen.
Mcl.; Nu danke All' und bringe Ehr'.
Brich anS, dn Menscheichcrz, brich ans
In Lob und Preis nd Dank!
Ans jedem Dorf, ans-jedem Hau?
Erschalle Lobgcsaiig!
Der Segen ist nun eingebracht,
Wir zieh zum Thor hinein.
Der Herr hat Alles wohlgcmacht,
Im sei die Ehr' allein !
Er schloß die Hinelshrcn ans
Und tränkte unser Land.
Kali Wärm' und Sonnenschein darauf,
Daß Alles fröhlich stand
Da schoß empor die junge Saat
lind wogte wie ein Meer,
Als käm ans diesem Wogcnpfad
Die Gnade Gottes her!
Das Wogcnmeer ward still und weiß,
Der Schnitter zog in s Feld;
lind siehe, ans de Herrn Geheiß
Schloß sich das Himmelszelt.
Und wohl gereift und unversehrt
Bei stetem Soiincnschcin.
Ward, was der treue Herr bcschccrt,
Bon uns gesammelt ei.
Die Wagen schwanken voll und schwer
Mit ihrer Segcnslast;
Die Scheunen habe nimmermehr.
De Uclierschwaitg gefaßt.
Die Schober steh' zu Hanf im Feld,
Wie gegen theure Zeit
Als Hctdc GotlcS hingestellt,
Als Sieger ohne Streit.
Brich ans, dn Mcnschenhcrz brich aus
I Lob und Preis und Dank!
AnS jedem Dorf, ans jedem Haus
Erschall' ein Lobgcsaiig!
Nu ist der Segen eingebracht,
Wir zieh zum Thor hinein.
Der Herr hat Alles wohl gemacht!
Ihm sei die Ehr' nllcin !
4 eui 1 leloi
Jedem das Seine.
—(0)
Novelle
Von Ad. von Auer.
jSortscßmig.j
„Weiter, Lindcmann, noch mehr von
der alte Tante und ihren hübschen
Nichten," sagte der Krcisrichtcr.
„Ja, fahren Sic fort, Sic Bädckcr
von L.!" spottete Eleiucns wieder.
Liiidemami warf ihm nur einen Blick
z, dann sich zum Krcisrichtcr wendend
fuhr er ort:
„Die Mädchen sind Engel, die Tante
ist ein Original, voller Grillen nd
Launen, aufrichtig lns zur Grobheit,
rücksichllos, mißtrauisch, aber ein Origi
nal, daß sich ans der ganze Welt nichts
macht."
„Wenn sic reich ist, hat sic Recht,"
schalle Brücken ei.
„Reich wie Crösns nd Alles bekom
me einmal ihres Bruders Kinder,"
meinte einer der Herren.
„Das weiß ich besser," berichtete Li
dciiiann. „Die Zwillinge bekommen
eS. Gülzcnow freilich wird sie dem
Hasso nicht vorenthalten könne; der
arme Junge, das Gut ist verschuldet,
das wird eine Erbschaft vom Teufel sein.
Fräulein Ursula wird in ri Stift ein
gekauft, sie ist häßlich und das Fräulein
liebt die Schönheit; hlcibt Nicmand znm
Erben als Summa snmmarnm die
Zwillinge oder eine derselben, da Frau
von Fuchs, wie man sagt, das Geld bei
sammen lassen will."
„Aber welche, welche?" fragte einer
der Herren.
„Vielleicht die, die nach dem Willen
der Tante hcirathet," meinte Linde
manu, „oder die am längste ihre Stim
me conscrvirt, die Dame ist eine Mnsik
cnthusiastin!"
„Bei allem dem aber," fuhr Linde
manu in schwcrmüthigcniTon fort, „wie
sollte mau s machen, eine der Zwillinge
zu liebe und die andere nicht?"
„Nun, man müßte eben keine liebe
und die hcirathcn, die das Geld kriegt,"
scherzte einer der Herren.
„DaS Mißtrauen der allen Tante,"
fiel ein Anderer ei, „kann dabei nicht
hinderlich sein; Mißtraue ist immer
blind, der Laune läßt sich jederzeit schmei
chcln und Solchen, die uns durch Grob
heit imponircu wolle, imponirt man
selber, wen man sich nicht verblüffe
läßt."
„Hört, hört, ein Recept zu Wcltklug
heit!" rief der Krcisrichtcr.
„Ich wcrd's zun Apotheker tragen,"
scherzte Brücke. „Schönsten Dank da
für. Ich habe die Ehre, der Dame
Neffe zu sein."
„Ihr Neffe, was, Sie? O Sie
Schelm, Sie Vcrräthcr!" riefen die
jungen Herren durcheinander.
„Ihr Neffe? Und unser Bädckcr hat
das nicht gewußt ?"
„Ihr Neffe!" wiederholte dieser.—
„Wahrhaftig ja, Sic sind ein Brücken,
und dsr Vormund der Kinder, ein Vet
ter der Dame, heißt auch Brücken, ein
prächtiger alter Herr —"
„Mein Vater," sagte Clemens.
„O Kinder, da schadet es nichts,
dann haben wir's mit einer ehrliche
Haut zu thun, Der Apfel fällt nicht
weit vom Stamm nnd er ist seines Va
ters Sohn!" rief Lindeman, sich ver
gnügt die Hände reibend.
„Ich habe auch eben nicht viel Neues
erfahre, meine Herren, nnd hatte mir
schon vorgenommen, meiner unbekann-
Ic Tante z imponirc, wen auch nicht
um der jnngc Damen willen,"
Elemens frcnndlich.
Die Kerze brannten hell, im Ball
saal. Noch ivar der Tanz nicht ange
gangen, obgleich schon-jene leichte, durch
einzelne Bogenstriche sich verrathende
Unruhe im Orchester de baldigen An
fang verhieß.
Die alle Damen in ihren schweren
seidncn Gewänder schwammen wie
Segelschiffe durch de Saal, sich bei Zei
ten den beste Platz zum Zusehen zn si
chcrn i ältere Herren in schwarzem Frack
oder bunter Uniform warfen jchiisüchtigc
Blicke ach de Spieltische im Neben
zimmer, diesem Hafen der Ruhe ach
den ansgcstaiidcnrn Leiden der Polo
naise. Die junge Welt wogte lustig
plaudernd durcheinander.
Ein fröhlicher Anblick, ein buntes
Blatt im Buche menschlichen Lebens,
dem oberflächliche Betrachter nur harm
lose Schriftzügc zcigrnd nd doch ein
Feld, auf dem Nessel wachse wie Ro
sen.
„Da komme sie!" sagte Lindcmann
zn Brücke, der sich zwar den Vätern
nd Müttern der Stadt, den älteren
Herrschaften vom Lande hatte vorstellen
lasse, die jnngc Damen aber noch
musternd, a eine der Säule der Gal
len? gelehnt stand, ans der das Orche
ster placirt war.
„Wer?"
„Die Gülzciiower, die Fuchsin iit
den Schwcstcrcltcrn. Nähern Sic sich
ihr jetzt. Sie liebt es nicht, während sic
dem Tanz zusieht, incommodirt zn wer
den. Sonst kommen Sie hier weg,
denn hier, just hier pflegt sic zn sitzen." '
Clemens lachte. .
„Wozu die vielen Umstände, ich will
sic nicht beerben," sagte er ziemlich laut,
so daß die Dame wohl die Worte hätte
hören können, denn sic, die mit kurzem
Kopfnicken durch die begrüßende Menge
gerade ans ihren gewohnte Platz zuge
schritten war, stand dicht vor ihm, sah
ihn mit ihren grauen Augen, die sich sa
scharf wie Dolche in de betrachteten Ge
genstand cinbohrcn konnte, forschend
a, dann, da er nicht gesonnen zu sein
schien, den hinter ihn ihm stehenden
Stuhl durch sei Fortgehen frei zu ma
chen. schritt sic hart a ihm vorbei, er
griff de Stuhl, ihn so dicht an seine
Füße stellend, als es nr möglich war,
ohne diese empfindlich zu berühren und
setzte sich behaglich hin, ihr rosinfarbcncs
Sainnictklrid dicht zusaiiiinenrnffend
damil es im Gedränge nicht mit im
vcrmcidjichen Fußtritten rcgalirt wür
de.
Brücken fühlte eine. Anwandlung in
lautes Lachen auszubrechen, theils über
das energische Verfahren der Dame,
theils über der Umstehenden verblüffte
Gesichter. Er unterdrückte 'es, und
nachdem er ein paar Secunden in seiner
unbequemen Stellung zwischen Säule
und Stuhl verharrt hatte, zog er sich mit
dem Bewußtsein in s Spielzimmer zu
rück, jedenfalls auf die Dame einen Ein
druck gemacht zu haben, gleichviel wel
chen.
Der Tanz begann und dcrßallabcnd
hatte seinen gewöhnlichen Verlans. Alt
und Jung schaute hinein in den bunten
Zanberspicgcl des Vergnügens, dcrzwar
viel oberflächliche Bilder, aber doch auch
Jedem etwas von der eignen Seele zu
rückstrahlt.
Vor den Augen der Frau von Fuchs,
sic mochte nun hinsehen wohin sie wollte,
schwebten zwei jugendliche Gestalten,
einfach in Weiß gekleidet, die eine mit
rosa, die andere mit blaue Schleifen
und Kränze, sonst eine ivie die andere.
Gestalt, Gesichtszüge, Farben, Aus
druck Eins, über Beide derselbe
Hauch der Unschuld, der harmlosesten
Freude, deS gänzlichen Fcruscius hohler
Eitelkeit, bewußten Triumphes, ob
gleich nicht nnr die Schmeichelei ihre
Künste an Liddy und Elly von Fuchs
versuchte, sondern auch wirkliches re
spektvolles Wohlgefallen dem Zwillings
schwcstcrpaar vielfache Huldigungen
darbrachte.
Was wttßtcn die holde. Kinder da
von, für die der Tanz nichts als ein
Ausdruck innerer Herzcnsfröhlichkcit
war, die in der Huldigung, der sie bc
gegiietc, nichts Anderes sahen als zahl
reiche Beweise der zur Güte geschaffene
Mcnschcnnatur!
Es hatte Ivohl Jeder seine Freude an
den liebenswürdigen Mädchen. Nur
Clemens Brücken schien unempfindlich
dagegen oder affectirte wenigstens eine
völlige Gleichgültigkeit gegen die unbe
kannten Verwandten.
Er sah, mit dem Rücken dem Ball
saal zugekehrt, im Spielzinimcr und bc
antwortete jede Frage, ob er schon sei
ner gestrenge Tante oder seine schöne
Cousinen vorgestellt sei oder ob er es
nicht zu thun wünsche, mit einem gleich
gültigen „Es hat Zeit, nachher."
Inzwischen hatte auch Frau von
Fuchs schon der Anwesenheit des Neffen
gehört, den sie selbst nie gesehen, mit des
sen Vater sie aber i mancherlei Bezieh.
iiiigc stand. Halb ärgerte sic sich über
die Ungezogenheit des Sohnes, halb
freute sic sich, ntcr so Viele, die ihre
Verhältnissen, wen auch nicht ihr selbst,
Aufmerksamkeiten erwiese, endlich Ei
lten zn finde, der sich, um ihre eige
nen Gedanke wiederzugeben, den Teu
fel in sic nd ihr Geld schecrtc. So
waren ihre Empfiiidungeii sehr getheilt,
als plötzlich während des Cvtillons
Brücke, der seine Partie beendet, quer
durch die Reihe der Tanzende hindurch
ans sie ziigcschlcndcrt kam, sich gerade
vor sie hinstellciid und ihr so die gesuch
te Aussicht abschneidend, mit einer leich
ten aber graziöse Verbeugung freund
lich sagte;
„Gnädigste Tante, ich gebe mir die
Ehre mich Ihne selbst vorzustellen, ich
bin ein Brücken."
„Gut," sagte die Dame, seinen ver'
bindlichcn Grus; mit steife Kopfnicken
erwidernd, „gut, mein Herr von Brüt
ken. Es laufe viel bunte Hunde i
der Welt herum und sind deshalb doch
nicht alle mit cinander verwandt." .
„Aber wir bunten Hunde sind es,"
entgegnete er lächelnd. „Ich bin der
Sohn des Major von Brücken."
„So hör' ich; aber die Verwandt
schaft ist auch mir von Adam und Eva
her."
„Verzeihung, gnädigste Tante—mci
c Mutter war eine gcborne Fuchs,
meine Großmutter-"
„Sic nehme mir ganz und gar die
Aussicht, Herr Neffe, ich sehe dem Eo
tillo gern zn," ntcrbrach ihn die
Dame.
Vrückc irat mit einer artigen Ver
beugung zur Seite und da er zufällig in
der Nähe einen leeren Stuhl sah, rückte
er diesen eben die Tante.
„Wenn Sie erlauben ?" sagte er und
nahm Platz.
„Der Stuhl wird sich sehr freuen,"
entgegnete sic kurz.
Ein kurzes frö stiches Anstachen folg
te dieser Abweisung. Brücken hatte,
ebenso ivie einen hübschen sonoren
Sprachton, so auch etwas Melodisches
in seinem Lachen. Es klang frisch ans
dem Herzen herauf und wirkte leicht an
steckend. Frau von Fuchs hatte wohl
am wenigsten diese harmlose Erwider
ung ihrer unhöflichen Vcmcrknng erwar
tet. Sie sah ihn ganz erstaunt an, fühl
te sich aber unwillkürlich geneigter ihn
zuzuhören, als er ganz ruhig wieder von
seiner Großmutter anfing und die Be
merkung einfließen ließ, daß diese eine
intime Freundin von Tante Rosincns
Mutter gewesen sei.
„Ich wollte, sie wäre es nicht gewe
sen, ich habe den verwünschten Rainen
von ihr geerbt," brummte Frau von
Fuchs. „Rosine! Wie tan mau ein
Kind Rosine nennen, es zu dem Znstand
vertrockneter Süße prädcslinirc! Ha.
nichts gräulicher als süß sei! Das ist
nicht mal an einem Conrmachcr angc
nehm. Rosine! In meiner Jugend
wollten sic Rose daraus machen. Das
habe ich mir verbeten. Ich habe ic et
was von einer Rose gehabt es müßten
den die Dornen gewesen sein"—sie
blickte ihre Rachbar hcransfordcrnd
an, als wolle sie Widerspruch heraus
locken, nr um das Recht zn haben, sich
über die Schmeichelei zu nrgcrn, aber
seine Aufmerksamkeit war nr eine hal
be gewesen. Zum Theil unbewußt, Ivie
er in den Kreis der Tanzenden schaute,
war ihm ans cinmal ein Blick ans zwei
blancn Mädchenangen begegnet, so al
lerliebst verwundert, so schelmisch neu
, gierig nd so ohne alle Koketterie unbc
sangcn, daß sei für Franciischönheit
sehr empfänglicher Sinn sich wunderbar
getroffen fühlte.
Die jnngc Dame schossirtc vorüber
ans einen in nächster Nähe der Fron
vo Fuchs sitzenden Herr zu; zn glei
cher Zeit kam von der entgegengesetzten
Seite des Saales ein anderes junges
Mädchen leichtfüßig einhcrgchüpft, den
selben Herrn in die Tour zn wähle.
Lachend blieben Beide stehe. Es wa
ren die Zwillingsschwestcr. Im Flu
ge ivnrdcn ei paar Worte ansgctanscht.
„Es ist wirklich Hexerei, daß wir im
mmcr dasselbe thun und denken," mein
te Liddy.
„Hexerei? Sage doch lieber Zaube
rei," entgegnete Elly.
Sic nickten einander zn und wollten
der Tour folge, da sagte Letztere noch
eilig;
„Liddy, weißt D, wer der Herr ist,
der neben der Tante sitzt?"
Jene schüttelte den Kopf.
„Bemerkt habe ich ihn auch, aberöch
weist es nicht," encgegnctc sie schnell.
Dies flüchtige Zusammentreffen der
Beiden, ihr kurzes Zwiegespräch siel stö
rcnd zwischen der Tante letzte Aeußerung
und die in halber Zcrstreuug gegebene
Gegenbemerkung:
„Was thut der Name zur Sache?"
„Sehr viel; er bezeichnet sie und soll
te es wenigstens thun," sagte Fraai von
Fuchs. „Was denken Sie sich z. B.
unter Elly und Liddy ?" fragte sic, den
Blick airsfangcud, der dcri Schiveestern
folgte.
„Zwei nette kleine Balogncr
chcn," antwortete er.
„Unsinn!" fuhr sic auf. „Polygne
scr Hündchen!" und sic dvchte ihm den
Rückbn zu.
Brücken lachte wieder stell in sich"hi'
ei, aber diesmal unhörbwr, und somit
blieb ihr Antlitz abgewendet. Eine
Weile saß er schweigend neben ihr.
„Wer sind die beiden blonden Mäd.
che, die cinander so ähnlich sehen, gnä.
digstc Tante?" redete er sic da wieder
a. „Sic sind recht artig, in der
That!"
„Recht artig, in der That!" wieder
holte sie. „Welch nichtssagendes Lob l
Es sind meine Nichte, Liddy und Elly;
vscllcicht übertreffe sic ein wenig die
Phantasie von de Bologneser Hüd
che hm?"
Brücke lehnte sich in de Stuhl zu
rück, schlug ein Bein über das andere
und sagte in einem zwischen Unver
schämtheit und Gleichgültigkeit schwan
kendem Tone:
„Recht artig in der That; was be
kommen sie mit. Tante?"
„Drei Geschwister und mich, sowie
die alte Dorc, die noch wcnigcr eine
Rose ist und noch mehr Dornen hat als
ich. Ucbrigcns werde ich sorgen, daß
sic Keinen heiralhc, der nach der Mit
gift fragt," aiitwortclc sic scharf.
„Da habe Sic auch lecht; denn
wer erst ach der Mitgisl fragt, hat das
Mädchen gewiß nicht lieb," sagte Brüt
kcn sa treuherzig, daß sic ganz irr wurde.
Hatte er den nicht in seinem Inte
reffe die unverschämte Frage gcivagl?
Was dachte er sich überhaupt dabei ?
„Die Leute sagen, Better Hassa, Ihr
Universalerbe, Tante, würde einmal ein
verteufelt reicher Kerl als Besitzer von
Gülzcnow," fuhr Brücken mit nncr
schüttcrlichcr Ruhe fort.
lSortseßuna solch.f
Wichtig sür Hotelbesitzer, Wirthe
und Kostgänger.— lm Interesse von
Hotelbesitzern, Wirihcn und Kostgän
gern veröffentlichen wir folgendes von
der Staatsgcsctzgcbnng erlassenes und
vom Ganvcrncnr gcnchinigtcs Gesetz :
Sectio l. Daß jede Person, Ivel
che in irgend einem Hotel, Gasthans
oder Kasthans, Logis oder Kost erhält
und den Eigenthümer desselben nin sein
Gnlhabcr betrügt, oder Kost oder Logis
nnlcr falschen Vorspiegelungen erlangt,
oder Vaggagc bei demselben dcponirt,
die einen geringeren Werth hat, als der
erhaltene Credit ausmacht und die Ab
ficht hat denselben zu hintergehen, oder
nach Erlangung des gewünschten Cre
dits seine Vaggagc oder Eigenthum cnt
fernt, sich eines Vergehens schuldig ge
macht hat und nach seiner Ucbcrführnng
eine Strafe von nicht mehr als sechs
Monaten in der Eonnly lail erleiden
soll.
Scetion 2. Jeder Eigenthümer ei
nes Hotels, Restaurants, Gasthauses
oder Kosthauses so au einer in die Au
ge sallcndcu Stelle seiner Office oder
gemeinschaftlichen Zimmers und in je
dem Schlafzimmer das bewohnt wird,
eine gedruckte AbsctnM dieses Gesetzes
befestigen, solvic die Llugabc, wie viel er
seine Gästen für Mahlzeiten und Lo
gis per Tag berechnet. Es darf kein
Geld kollectirt werde für Dienste, die
nicht wirklich geleistet worden oder für
Gegenstände, die der Gast nicht em
pfangen hat oder sür eine längere Zeit
als der Gast an dem besagten Platze
verblieben. Irgend eine llcbcrtrctnng
dieses Gesetzes oder eines Theiles dessel
ben soll zur Folge habe, daß der An
sprach ans Bezahlung verwirkt ist und
daß der llcbcrsührtc eine Strafe von
nicht mehr als sechs Monate im Connt
gefänglich erleide soll.
Scctio 3. Im Falle irgend ei
Gast seine Baggagc etc, binnen 00 Ta
gen nicht einzulösen im Stande ist soll
dieselbe, wenn che zur Sicherheit für die
Zahlung der Rechnung gegeben worden,
ans öffentlicher Anction verkauf werden,
nachdem 5 Tage vor dem Verkaufe
schuldige Notiz gegeben worden; der et
waige Ucbcrschich soll dem Schuldner
gegeben werde.
Sectio 4. Dieses Gesetz tritt nach
dem 1. Juni 1870 in Kraft.
Genehmigt den 20. April 1870.
Das Washington Monument.
Der Ver. Staaten Senat hat 8100,-
000 zur Bollcndung des Washington
Monuments vcrwilligt; cS ist höchst
wahrscheinlich daß das Haus des C'on
grcsseö diesem Beschluß zustimmt. Als
dann wird ein Monument zpr Vollen
dung kommen, dessen Monstrosität eben
so berüchtigt ist, wie die Gleichgültigkeit,
welche man Jahrzehnte dagegen bewie
se. Der Senat will die Vollendung
ganz ach dcm iirsprünglichcu Plan aus
geführt haben, die bekanntlich in der Aus
richtung eines riesigen Steinhaufens bc
steht, der jetzt erst zu z oder, ausgeführt
ist, und seit Jahren als eine Ruine da
bist die Frage, wb mit Benntzuug
des bereits vorhandene Baues, nicht ei
ne VollcndungdcöWcrkö möglich wäre,
die mehr künstlcrich und ästhctich sein
würde, wie der ursprüngliche Plan.
Selbst in dieser Stunde scheint es dazu
noch nicht zu spät zu sei. Man kann
die unvollendete Pyramide, wie sie jetzt
vorhanden ist, als den Unterbau oder
dießasiS eiucrColossal-Statnc benutzen,
womit man dieselbe krönt, indem man
ihr eine kleinere Pyramide zum Picdc
stahl gibt, dicsich in dcrMittc der Plat
form erhebt, welche von der Spitze der
Basis gebildet wird. Ueber der große
abgcstumpstcnPyramidc würde sich dann
eine Art Obelisk erheben, mit der Ko
lchal-Statuc Washington'S auf dessen
Spitze.
Dieser Obelisk wird allerdings eine
ziemliche Höhe haben müssen, aber sicher
würde ein solches Werk dem ganze
Monument das geben, was ihm jetzt
fehlt, eine Kunst-Bedeutung, die es
wcrthvoltcr, würdiger und eindrucksvol
ler machen würde. Und dabei würden
die Kosten der Vollendung sicher weni
ger betragen, wie der Ausbau des pro
jcktirten Steinhaufen. Während die
ser wohl noch einige hunderttausend
Dollars verschlingen wird, könnten für
Obelisk und Statue vielleicht jene 8 100,-
000 hinreiche, die der Senat zu geben
entschlossen ist.
Nro. s.
Dir Geschäftslage.
Von New- Aork kommt die Klage,
das Geld ans den verschiedenen
GrtchatlS Canalc sich j jene, Ccn
trum angesammelt und gestaut hat.
I der Wall Straße liegen jetzt Millio
nen von Dollars todt.
Das ist die allgemeine Klage. Das
Geld stießt ans den Geschäften in die
Pauken und staut sich hier. Die Ban
tcn sind zum Ucbcrflns, mit Wcrthpapie
rcn gefüllt; aber verschiedene, nncrwar
tct eingetretene große Bankerotte und
die Ahnung noch komincndc Unhcils
haben „c so scheu gemacht, daß sie drei
bis vn'itachc Sicherheit für Darleihen
vcrlangcn-einc Forderung, welcher bei
dem allgemeinen Mißtrauen viele Ge
schäftsleute nicht zn entsprechen vermö
gen—oder et vorzuziehen, gor kein Geld
ansznleibeii. selbst ans die Gefahr hin,
'eine Dividenden erklären zu können
oder die Dividenden vom Capital z
nehmen.
in den vbcngcbranchicil Ausspruch
lestzuhallc: Die befruchtende allge
meine Berieselung deS GcschäftSfeldcS
durch das Capital dessen Vermittler die
Banken sind, hat aufgehört; das Geld
sammelt sich in kleinere „d größeren
Teichen und viele Stellen des Geschäfts
feldcs zeigen bereits Spuren bedenklicher
Tnrrc Eine Besserung ist auch in den
nächste Monatcn nicht zn erwarten.
lind ob die Besserung dann to,me
wird ? Schwerlich! Wir wvllc den
Teufel nicht an die Wand male. Aber
cs.liegt ans der Hand, daß. wen das
Militianen zu weit getrieben und den
Geschäften das befruchtende Element
fast ganz vorenthalte wird, i neuer
Krach im nächsten Herbst und Winter
kaiiinien miift—so gewiß wie zweimal
zwei vier ist.
Schulden.
Eine lhcilwcisc Ursache der viclbcklag
teil „schlechten Zeiten," welches och im
mer wie ein Alp ans dem Geschäftslc
bei, der ganzen Bcr.Staatc lasten, liegt
auch in de vielen Schulde, welche
nicht die Hans-, sonder auch die Stadt-
und Staatsschnhc drücken.
Die Schulden der fünfzehn großen
Städte Allcghei.y, Albany, Baltimore
Boston, Chicago, Clcvclaiid, Detroit
Lonisvillc, Milwankec. Ncwart New
ort. Philadelphia, Portland, Pitts
bürg und St.Lonis. betrugen imlahrc
1807, also nach Bccndigniig des Bür
gerkrieges zusammen 8143,193.287.29
—heute 8380,314,377,25. Binnen acht
Jahren sind sic fast ans ihren dreifache
Betrag vermehrt worden. Im Znsam
mcnhang damit steht natürlich die Er
höhnng der Stenern.—Dieselbe betrug
nämlich für dieselbe Frist 8 Prozent
durchschnittlich. Enorm sind auch die
(staalsstcncrii während des nämliche
Zeitraumes gewachsen. Während die
Bevölkerung sich seit dem Jahre 1800
zniaiilincngcnoiiimen, nur vo 31,258.-
824 ans 44,134 000 erhoben, stieg die
Gesamintiiiassc der jährlich ciiigetricbe
c Taxen von. 827,205,110 ans 870-
404,220.
In vorderster Reihe stehen hier nicht
allein die Sud-, sonder noch mehr die
Ncn-Englandstaatcn. Während nämlich
n Weiten und Süden die Taxen um
193 Prozent zugenommen haben, sind
lic in Ncncngland nin 525 Prozent ge
wachsen. Ebenso die Schulden. Hier
erfreut sich nämlich -der Süden einer
Zunahme van nnr 100, der Osten und
speziell dic Ncu-Eiiglandstaatcii dagegen
incr von 437 Prozent.
i Räuber sängs sich selbst in der
Falle.
In der Nähe von Faycttc, Pa., erhielt
tnrzlich ein Einbrecher in seltsamer Wei
sc die wohlverdiente Bestrafung. Die
Gegend wird schau seit einiger Zeit start
von Räubern heimgesucht. Simon
Jcldt, c, reicher deutscher Farmer da
selbst, erwachte am letzten Freitag gegen
Mitternacht, hörte verdächtige Laute,
sprang geräuschvoll ans dem Bett und
ergriff seine Schießprügel, mit welchem
er ans Fenster eilte. Er sah einen
Mann durch den Garten laufen, schoß
auf ihn und traf ihn auch, wie andern
Tages an den blutbefleckte Kohlstandcy
zn sehen war, tonnte aber seine Fluchs
über den Zann nicht hemmen. Als am
nächsten Morgen die Schwester Feldt's
ans einer im Waschhansc befindlichen,
mit einer häufig offen stehenden Fall
thürc versehenen Eistcriic Wasser schöp
fe wollte, stieß ihr Eimer, ohiic unter
zusinken ans eine festen Gegenstand,
und das blast?, gräßlich entstellte Ant
litz eines Todte starrte ihr mit wcitge
öffneten Augen ans der Tiefe entgegen.
Der laute Aufschrei des Mädchens zog
natürlich rasch die Leute herbei; die
Leiche ivnrdc ans dem Wässer gehoben,
und stellte sich als die eines ziemlich
wohlgcklcidctcn Kerls von etwa 25 Jah
ren dar, den Niemand in der Umgegend
kannte. Ans sein Fanstgelcnk waren
die Buchstaben >K. 'l. tätowirt. Der
Bursche hatte wahrscheinlich, von dem
Schusse des Farmers erschreckt, qch der
nnrechtcn Seite hin die Flucht ergriffe
und fiel in die offenstehende Cistcrnc, ay
deren Rande er sich heftig den Schädel
anfschlng. So hatte den vo der Wun
de betäubten Räuber, in dem nicht sehr
tiefen Wasser des Ziehbrunnens Ivie i
einer Rattenfalle sei Vcrhängniß er
eilt.
Eine praktische Grsindnng. Als
wir neulich in Allcghcny waren, zeigte
man ns cincEinrtchtnng, die sehr prak
tisch nd gut ist. Dieselbe besteht näm
lich in einer Kette, wodurch der Pferde
stall und der Feuer Alarm-Telegraph
tilcinandcr in Berührung gebracht wer
den. Im Spritzenhaus an der Madi
so Avenue (eben dem Salon iinscrs
jungen Frcnndcs, Hrn. Theo. Geisel-
Hardt) ist eine dieser Einrichtungen an
gebracht, und „schafft" ans eine höchst
befriedigende Weise. Sobald der Ruf
> „Feuer!" erfolgt nnd vom Alarm-Tclc
t graph angegeben wird, löst sich diese
> Kelle welche die Pferde eingeschlossen
- hält, los, und im Nu stehe sie (die
i Pferde) auch schon da, um eingespannt
- zn werden; gerade als ob sie cS wüß
ten, was losgebrochen sei! Die Einrich
tung ist indessen so einfach nd praktisch,
) daß wir uns höchlich darüber wunde
r tcn. Zguiw Polster, durch' dessen An
- rcgiing ns diese praktische Erfindung
l gezeugt wurde, sind wir zum wärmsten
Danke verbunden.

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