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Katholische Volkszeitung. [volume] (Baltimore, Md.) 1860-1914, August 31, 1878, Image 6

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158
Inländische Ucbersicht.
DaS gelbe Fieber in den
Städten desSüdens richtet fort
und fort die schrecklichsten Verwü
stungen an. Aus allen Städten
und Dörfern, die von dieser schreck
lichen Pest heimgesucht wurden, drin
gen Angst und Trauerrufe an
unser Ohr. Gott der Herr erscheint
wieder mit seiner Strasruthe. Sein
Racheengel haucht abermals Tod und
Pestilenz in die Atmosphäre. Die Stra
ßen der Städte sind öde und leer, die
Kaufläden sind geschlossen, der Handel
stockt, die Geschäfte gelähmt, und der
Todtenwagen in beständiger Thütigkeit.
Die Tage vergehen in Angst und Besorg
nis, da Niemand weiß, wer das nächste
Opfer sein wird. Die Nächte sind ru
helos, der Schlummer wird von dem
Stöhnen und den Seufzern der Kran
ken und Sterbenden gestört. Diese
schreckliche Krankheit schont weder Ge
sundheit noch Jugend ; sie ergreift das
Kind an der Mutterbrust! wirft die
junge, trauernde Gattin auf das Ster
belager, während sie sich über die ge
schwärzten Ueberreste ihres seitherigen
Stolzes und ihrer Ehre beugt; wie ein
Blitz vom Himmel wirst sieden stärksten
und kräftigsten Mann zu Boden und
jede ausgehende Morgensonne beleuchtet
neue Grabhügel und neue Scenen der
Verwüstung. Wir, die wir von solchen
schauderhaften Seenen verschont sind,
sollten da wenigstens den Unglücklichen
zu Hülse kommen durch unser Gebet
und unsere Almosen und das möchten
wir für die Aermsten von unsern Lesern
durch diese paar Zeilen erflehen.
Er-Gouverneur Palmer von Jlli
u o i's hat einen Brief über den Charak
ter der zwei alten Parteien veröffent
licht, dem auch von der östlichen Presse
Beachtung geschenkt wird. Der vor
malige Liberalrepublikaner gibt darin
die republikanische Partei vollständig
auf und glaubt, daß sie sich durch ihre
Usurpation unmöglich gemacht habe.
Dabei hat er nicht sowohl den Wahlbe
trug als ihre allgemeine Tendenz, die
Militärmacht herrschen zu lassen imAuge.
Die Partei habe ihre Mission erfüllt und
hätte sich längst auflösen sollen. Von
der demokratischen Partei sagte er, daß
sie die richtige Theorie von den wichtig
sten und wesentlichsten Grundsätzen
constitutionellrepublikanischer Regierung
habe.
Eine originelle Rede hat jüngst Gou
verneur „Blue - Jeans-Williams" von
Indiana gehalten. „Ich wünsche",
so sagte er, „mich an meine Freunde von
der Nationalpartei zu wenden. Ich be
anspruche eine Parteiverwandtschaft mit
Ihnen, und in so fern, als wir dieselbe
Finanzresorm anstreben, wie Sie, be
anspruche nh Sie als Verwandte. In
der That Sie stehen in demselben Ver
hältnis; zu der demokratischen Partei,
wie ich zu den Methodisten. Meine
Frau ist eine Methodistin und ich bin so
ein Schwager derselben. Ich wünsche,
das; die Nationalen kommen, und ihren
Schwägern zum Siege verhelfen. Sie
allein können die Wirthschast nicht füh
ren, wenn wir aber alle zusammenste
hen, sind wir dazu im Stande. Sie be
finden sich in derselben Lage, in welcher
ich sein würde, wenn ich versuchen wollte,
ohne meine Frau zu wirthschaften. Ich
kann nicht allein wirthschaften, und ihr
könnt nicht allein eine Partei bilden."
Wenn die „Nationalen" diese Worte nur
beherzigen!
Die Lor b eere n K e a r ncy' s
haben seinem Collegen Georg Francis
Train den Schlaf geraubt. „Jene
30,000 Stimmen in California,"
schreibt dieser an jenen, „gehören mir
und nicht Dir. Dn schnupfest eine Ar
beiterprise, die ich schon vor zehn Jah
ren genommen habe. Du gackerst aus
den Grünback-Eiern, die nicht zu legen,
mir Ralston in 1869 einen Check von
820,000 anbot. Deine Arbeiter erwa
chen soeben von einem Rip Van Winkle
Schlafe, nachdem ich durch vierzehn Ge
fängnisse geschleppt worden, weil ich
ihre Schlachten focht." Zum Schluß
meint der übergeschnappte Communi
sten-Agitator, es müsse irgend Jeman
des Bezahlung hinter Kearney stehen.
Vielleicht gar die Leute, welche Grant
zum Kaiser machen möchten und des
halb eommnttistische Unruhen als den
besten Vorwand zu seiner Wiedernomi
nation herbeiwünschen. Wäre so ganz
undenkbar nicht.
In V irgi ni e n hat man das Bei
spiel Delaware's und Kentucky's nachge
ahmt und die Prügelstrafe eingeführt.
Durch Zufall geschah es, das; das erste
Opfer, welches dieseStrafe traf, ein wei
ßes Mädchen war, welches einen kleinen
Diebstabk begangen hatte. Natürlich
rief die Thatsache, das; ein weißes Mäd
chen öffentlich gepeitscht wurde, allge
meine Entrüstung hervor und ein gro
ßer Lheil der englischen Presse nahm
für die Delingnentin Partei. Als
jedoch dasselbe Mädchen kurze Zeit dar
aus abermals einen Diebstahl beging,
trat ein Umschwung der öffentlichen
Meinung ein und man findet es jetzt
in der Ordnung, daß sie noch einmal
diese Strafe erleide.
Der Präsident hat dem Obersten John
S. Moseby aus Virginien, dem
bekannten eonförderirten
Guerrillasührer, die Ernennung zum
Konsul in Canton, China, angeboten.
Mosebv erklärte heute, er hätte sich bis
jetzt noch nicht entschlossen, ob er das Amt
entnehmen sollte, oder nicht.
Ben Butler wird das Gouverneurs-
Amt von Massachusetts erhalten,
meint eine republikanische Zeitung,
wenn er's stehlen kann. Das Blatt
glaubt offenbar an die Geschichte von
den silbernen Löffeln.
Neue Goldminen sind am Stinkt n g
R i v e r in Dakota entdeckt worden. Eine
Schaar Goldsucher kehrte letzten Sam
stag von den Stinking River Bergen
südlich von Fort Custer zurück. Diesel
ben berichten, daß sie ein großes Placer
-entdeckt haben, in welchen; sich reiche
Goldschätze befinden, und daß in Folge
dessen Soldaten von den Forts am Yel
lowstone desertirt und nach dem neuen
Eldorado geeilt sind.
Die Fälschung von ameri
kanischen Silb er m ü n z e n hat in
den letzten Wochen ganz überraschende
Dimensionen angenommen. Nachah
mungen und zwar treffliche Nachahmun
gen des neuen Silberdollars, des Trade
dollars, der Halben- und Viertel-Dol
larsstücke befinden sich in Menge im Um
lauf. Dieselben bestehen, wie eine
chemische Analyse sestgestellt hat, aus
Zinn, Antimon und Glas. Sie sind
meistens in Gypssormen gegossen. Eine
nähere Untersuchung ergab, daß die
Falsifikate durch das Elektro-Plattir-
Verfahren mit einem Silberüberzug
versehen waren, der sich stark genug er
wies, um den Wirkungen der Säure zu
wiederstehen. Nur durch das Gewicht
vermag man eine mit solchem Geschick
angesertigteMünze von der ächten zu un
terscheiden.
Der diesjährige Erntesegen inKan
s a s ist im Gegensatz zu den bescheidenen
Ergebnissen in Nebraska, Iowa und an
deren nordwestlichen Staaten geradezu
unerhört. Die Weizenernte ist beson
ders gut ausgefallen, und die Kansas-
und Pacific-Eisenbahn bringt täglich
100 Wagenladungen Weizen von Län
dereien, die längst der Bahnstrecke gele
gen sind.
I)r. John P. Gray vom Staats-
Jrrenasyl in U tica spricht im „Ameri
can Journel of Jnsanity „die Ansicht
aus, mangelnde moralische Erziehung
und nicht Geistesstörung sei die Ursache
der meisten Selbstmorde.
Ein gewisser Megy, ehemaliges Com
mune-Mitglied zu New - Yo r k, wurde
ausgewiesen. In einem öffentlichen
Vortrage hatte er die Frechheit, den
Cardinal McCloskey, Erzbischof von
New-York, mit demselben Schicksale zu
bedrohen, wie den Erzbischof Darboy
von Paris, zu dessen Mördern gehört zu
haben er sich laut rühmte.
Ä a b e l n a ch r i chte n.
Deutschland und der Vatikan.
London, 24. August.—Eine Ber
liner Depesche des „Manchester Guar
dian" meldet, daß die Unterhandlungen
zwischen dem Fürsten Bismarck und
Hrn. Massela, dem päpstlichen Nuntius,
zu keinem Resultate führten. Die ul
tramontanen Neichstagsmitglieder wer
den daher nach wie vor der Regierung
opponiren.
Grant Ln Wien.
Wien, 24. August.—Herr Kasson,
der hiesige amerikanische Gesandte, gab
heute Abend zu Ehren des Gen. Grant
ein großes Bankett. Grant reist am
Montage nach Steyermark ab.
DieOesterreicher haben die auf
ständischen Türken in Serbien auf
allen Punkten geschlagen, sie aus ihren
Positionen geworfen, die Hauptstadt und
andere bedeutende Punkte eingenommen,
worüber in Wien und Pesth großer Ju
bel herrscht.
—- «N » -
OPscr Lcs gr!bc;i Fiebers.
Die Congregation der hochw. Patres
Redemptoristen liefert ihr Kontingent
zu den Opfern, die das gelbe Fieber in
den Südstuaten fordert. In Zeit von
einigen Tagen hat diese furchtbare Pest
zwei Mitglieder, einen Pater und einen
Laienbruder hinweggerafft. Beide bat
ten sich den tödtlichen Keim der Krank
heit in; Dienste der Angesteckten ein
gesogen. In edler Hingabe, ohne To
desfurcht wagten sie ihr Leben, um das
Leben ihrer Nebenmenschen zu retten.
Hier die Namen und einige Notizen
über diese Helden christlicher Nächsten
liebe:
Bruder Sylvanus Eglofs, 6. 88. R..
ward geboren den 22. Januar 1842 in
Weddingen, Canton Aargau, in der
Schweiz. Er erhielt das Ordenskleid
am 1. September 1869, machte Profeß
den 1. Septbr. des folgenden Jahres,
war ein sehr erbaulicher frommer Laien
bruder. Er siel als Opfer des gelben
Fiebers am 18. August 1878. Bruder
Sylvanus war der erste, der starb, k.
Murphy folgte ihn; mit dem Tode zwei
Tage später.
Am 20. August 1877 starb 0. Franc.
Murphy, ('. 88. II. War in Irland
geboren den 4. Juli 1846 ; kam als
Kind nach Amerika; sein Vater starb
sehr früh. Seine Geschwister und
namentlich seine Mutter legten ihm
viele Hindernisse in den Weg, um ihn
von seinem Vorhaben, Priester zu wer
den, abzuhalten. Er überwand Alle,
aber nur durch bittere Kämpfe.
Dafür die Belohnung, das; er am
22. April 1866, am Josephsseste, als
Noviz der Redemptoristen eingekleidet
wurde.
Sein Eifer im Streben nach Tugend
und Vollkommenheit während seines
Noviziates zog ihm ein Leiden zu, von
dem er sich nie mehr erholte.
Am 22. April 1867 schenkte er sich
gänzlich Gott und seinem Berufe durch
die Ablegung der Ordensgelübde.
Nachdem 'er sein Noviziat vollendet,
verlegte er sich mit allen; Fleiße auf
seine' Studien, und während der gan
zen Zeit seiner Studien lebte er stets
so, daß er allen seinen Mitbrüdern zur
Erbauung gereichte.
Mit dem beiligsten Eifer bereitete er
sich aus die Priesterweihe vor, welche er
am 20. Mai 1875 aus den Händen des
verstorbenen Erzbischofs Bayley em
pfing. Au; 3. Februar 1876 wurde er
von seinem Ordensobern nach St. Louis
gesandt, um dort an der St. Alphon
sus-Kirche am Heile der Seelen zu wir
ken. Von hier kam er nach New-Or
leans, wo ihn das gelbe Fieber aus
das Todtesbett warf. Er litt nur 4
Tage, aber seine Schmerzen, wie es
sich leicht denken läßt, waren entsetzlich;
er ertrug sie aber bis zu seinem Ende
mit wahrer christlicher Geduld.-11.1. ?.
Bei dem Schah von Persien hat wäh
rend seines Aufenthaltes in W i e n auch
der päpstliche Nuntius, Erzbischof Jaco
bini, seine Aufwartung gemacht und
denselben gebeten, den Katholiken in
Persien ww bisher schütz angedeihen zu
lassen, was der Schah, der den Christen
sehr freundlich gesinnt ist, gerne ver
sprach.
A a khaN sch e P „Nis - A e» k u « g.
Thomas E. kahiil.
Am Sonntag, den 4. August, starb
zu Cape May, N.-J., Thomas E. Ca
hill, ein Mann, der wegen seiner wahr
haft christlichen Wohlthätigkeit verdient,
in weiteren Kreisen bekannt zu werden.
Derselbe war geboren am 27. Mai
1828 zu Philadelphia, und nachdem er
eine gute Schulbildung erhalten, sing
er das Groeerie - Geschäft an. 1850
fegte eine gewaltige Ueberschwemmung
des Schuylkill sein Lagerhaus fort und
Cahill war dem Bankerotte verfallen.
Doch verlor er den Muth nicht. Auch
speiste er seine Gläubiger nicht nach
amerikanischer Mode mit 50 Cents aus
den Dollar ab, sondern bezahlte in
Verlaus von 2 Jahren jeden Cent sei
ner Schuld, ein für unser Land sicher
ungewöhnliches Zeichen von Ehrlichkeit.
Aber Cahill war ein praktischer Katho
lik und das erklärt alles leicht. Bald
daraus wurde er wegen seiner Fähig
keiten zum Präsidenten der „Knicker
bocker Eis- und Kohlen-Co." erwählt
und legte so den Grund seines Ver
mögens. Er war stets wohlthätig
gegen die Armen und vertheilte jeden
Winter mehrere Hundert Tonnen Koh
len an die Armen; auch lieferte er den
katholischen Waisen- und Krankenhäu
sern Eis für den Sommer unentgelt
lich. In seinem Testamente, welches
er am 31. August 1872 verfaßt hatte,
bestimmte er die große Masse seines
Vermögens, das aus 8500,000 geschützt
wird, für milde Zwecke.
Je 81000 fallen an das Seminar
von Charles Vorromeo, St. Joyn's
Waisenhaus, St. Vincent's Waisen
haus, Cathedral Waisenhaus, St. Jo
seph's Gesellschaft für die Erziehung ar
mer Kinder, Haus vom guten Hirten,
Franziskaner-Schwestern u. s. w.
Von den; übrigen Vermögen wird
ein Thcil zurückgelegt, von dessen Zin
sen jährlich die Armen der Stadt Phi
ladelphia unterstützt werden sollen. Der
übrige größte Theil ist bezeichnet, um
eine Hochschule zu gründen, worin ka
tholische Knaben von 11 Jahren an
und zwar zunächst aus Philadelphia
freien Unterricht in den höheren Wis
senschaften erhalten. Der Vorstand ist
zusammengesetzt aus dem Erzbischof
Wood als Präsidenten, Bischof O'Hara
von Seranton und mehreren ausgezeich
neten kathvl. Laien. Das Institut soll
den Namen führen: Cak/Mi/c
//FM Xe/roo/ o/ " Es ist
das erste Institut seiner Art, und steht
ganz unter der Leitung der Kirche und
wird sicherlich auch würdige Früchte
bringen und den Namen des edelmüthi
gen Testators ehren. C. K.
s G » - - —
Fragen und Antworten.
(Fortsetzung.)
In welchem Falle allein ist es wahr,
daß ein Ehrenmann seine Reli
gion ni chtwechselt? Wenn von den;
Katholiken die Rede ist, denn er hat eine
solche Menge von Gründen und Zeug
nissen zu seinen Gunsten, daß er, um
die Religion zu wechseln zuvor auf die
Vernunft verzichten müßte; nur die ka
tholische Kirche strahlt von solchem Lichte,
daß man sie alsbald als die Quelle aller
Wahrheiten erkennen muß; sie allein
hat jene vollkommenste Einheit der Lehre,
welche Jesus Christus seiner Kirche als
Unterpfand gegeben hat, sie allein hat
als Fundament den Felsen, auf welchem
Jesus Christus sie bauen zu wollen ver
sichert hat; sie allein hat jene volle Hei
ligkeit, welche ihr göttlicher Bräutigam
ihr als Morgengabe hinterließ ; sie allein
hat die außerordentlichen Wunder und
die Gnaden, welche sie begleiten; sie al
lein sah alle Mächte der Erde gegen sie
anstürmen, ohne daß dieselben je ver
mocht hätten, sie auszurotten ! sie allein
hat alle Ketzereien, die aus ihrem S-chooße
sich erhoben, eine nach der anderen in
sich selbst zusammensinken sehen ! sie al
lein segelt ruhig mitten in den Stür
men, welche die' mit der Wuth der Hei
den verschworenen Leidenschaften "der
Menschen, die Feinde von Außen mit
den Verräthern im Innern gegen sie er
regt haben, dahin, und sie ist nie auf eine
Untiefe gerathen, hat niemals Schisf
bruch gelitten, und da sie allein diese und
andere zahllose menschliche und göttliche
Gründe zu ihren Gunsten hat, kann der
jenige, welcher in ihrem Schooße lebt,
gewiß nicht die Religion wechseln, ohne
der offenbaren Wahrheit zu entsagen.
Aber daß ein Protestant, ein Anglikaner,
dasselbe sagen könnte, das ist der unge
heuerlichste Jrrthum, der je ersonnen
wurde. Sie sind von gestern und leiten
ihren Ursprung von Männern her, wel
che nichts weniger als Tugendhelden
waren. Mit blutigen Metzeleien haben
sie Länder und Anhänger erobert ; kaum
entstanden, spalteten sie sich in so viele
Secten, als ihrer Köpfe sind, mit im
mer neuen Spaltungen jeden Tag ; sie,
die ohne die Ueberlieserungen sind, wel
che bis zum göttlichen Haupte hinaus
steigen, ohne Wunder, welche ihre Lehre
bestätigen, ohne geistliche Gnaden, wel
che sie aufhellen; sie, welche keine Kirche
bilden, weil sie die Einheit des Glaubens
nicht haben; sie, welche keine religiöse
Gesellschaft bilden, weil sie keine unfehl
bare Autorität haben, welche ihre Zwei
fel löst ; sie, welche, wenn sie auch wis
sen, was sie heute glauben, doch nicht
wissen, welchen neuen Glauben ihnen
der morgige Tag bringt, —wenn sie in
solcher Lage sagen dürfen : EinEh -
renmann wechselt seine Reli
g ion nicht — wer kann das vertra
gen ? Also nicht einmal, wenn ihnen das
Licht der Wahrheit rein und heiter strah
len würde, dürsten sie dieselbe anneh
men ? Und ein Katholik kann, um v o r
urtheilssrei zu erscheinen, ihnen
eine solche Abgeschmacktheit zugeben 2
(F ortsetzu ng folgt.)
Washington, D. C.—Am Montag, den
2. September, wird in Herrn Jünemann's Ver
gnügungs-Garten ein gemächliches Schul- und
Familienfest abgehalten werden zum Besten der
St. Josephs-Schule und Kirche, wozu alle Eltern,
Freunde und Bekannte höfischst «ungeladen sind,
recht zahlreich zu erscheinen.
Im Aufträge des Comites : F. T. L.
Unverhoffte Anerkeununfl.
Christliche Erziehung.
In einem Rundschreiben an alle Pro
vinzial-Schulräthe des Reiches, fordert
der traurigberühmte preußische Cultus
minister Dr. Falk die Lehrer aus, „ihren
Schülern mit einem guten Beispiel
in Religion, Betragen. Beschäftigung,
Selbstüberwindung und tadellosem Le
benswandel vorzugehen. Er wünscht,
daß Eltern und Lehrer Zusammenwir
ken, Hand in Hand gehen, um von der
Schuljugend Alles fern zu halten, was
ihren religiösen und moralischen Gefüh
len Schaden bringen und den Patriotis
mus der Schüler verletzen könnte."
Diese Worte im Munde eines vr. Falk
riechen die Lunte, deuten aus Furcht
oder beweisen einen großen Umschwung
in Bezug aus Erziehung in den Ansich
ten dieses Staatsmannes. Er verlangt
> also jetzt, was der hl. Vater und die ka
tholischen Bischöfe immer und allezeit
- gefordert und verlangt haben. Sind es
vielleicht die Fortschritte des Sozialis
mus im Lande der Unschuld und from
> men Sitte, die dem preußischen Nero II.
diesen Nothschrei auspressen ? Erkennt
- er, wohin seine Verfolgung der katholi-
schen Kirche hinführt ? Sieht er, wie das
- lecke Staatsschiff dem Abgrund der Re-
volution und das Volk dem Atheismus
' mit Riesenschritten zueilt? Wird es ihm
endlich klar, daß ihreMajestätenWilhelm,
' Fritz und Bismarck mit all' ihren Ka
l nonen und Bomben die Gesellschaft nicht
retten und aus ihrer abschüssigen Bahn
' zurück halten können? Wird er im
Bund mit seinem Freund Bismarck die
- rettende Hand ergreifen, die ihm von
- Rom aus entgegen gestreckt wird? Wir
- wünschen es, jedoch ohne große Hoffnung.
> Allerdings sind die Unterredungen Bis
marck's mit dem päpstlichen Nuntius von
> guter Vorbedeutung, ein guter Anfang,
' doch bis zu einem befriedigenden Resul
- täte, bis zu einem annehmbaren Ueber
' einkommen sind so große Schwierigkei
l ten zu beseitigen, so gewaltige Reformen
' vorzunehmen, so viele beschädigte Jnte
l ressen wieder gut zu machen-, daß es mehr
l wie menschlicher Klugheit bedarf, um
' das Ziel zu erreichen, den ersehnten
l Frieden herbeizusühren. Doch wer
weiß! Die Vorsehung hat ihre Mittel
l und Wege. Vielleicht ist es gerade der
- so sehr gefürchtete Sozialismus, der in
l Gottes Hand dienen muß, den Triumph
' der katholischen Kirche vorzubereiten und
l anzubahnen.
l Schließlich müssen wir bemerken, daß
> Herr Falk durch sein letztes Circular seine
- berühmte Ordonnanz vom 24. Juli 1865
' so ziemlich widerrufen hat, durch die er
allen religiösen Unterricht aus den Schu
len verbannt und den Lehrern verboten
hatte die Schüler an Messen, Prozessio
nen und sonstigen kirchlichen Feierlich
keiten Theil nehmen zu lassen. Er hat
die Ueberzeugung gewonnen, daß eine
. religionslose Erziehung auch eine reli
- gionslose Nation hervorbringt, die spü
i ter Altar und Thron bedroht und um
: zustürzen sucht, und daß, wo christliche
- Herzens- und Charakterbildung fehlt, die
- wissenschaftliche, Bildung keinen Halt
! hat. '
Eine neue katholische Kirche.
. — Die Zahl der katholischen Kirchen
Pittsdurg's wird durch die Erbauung
einer neuen Kirche um eine vermehrt
. werden. Bischof Tuigg hat zu diesen;
' Zwecke ein an der Ecke von Sechs und
' dreißigster und Libertystraße liegendes
Grundstück angekauft. Dasselbe hat bei
einer Länge von 174 Fuß eine Breite
von 120 Fuß und es wird mit der Er
bauung der Kirche ohne Verzug begon
, nen werden. Den in jener Nachbar
schaft wohnenden Katholiken kann das
nur angenehm sein, denn bisher muß
ten sie, wenn sie zur Kirche gehen woll
ten, entweder nach der SK. Augustinus-
Kirche in Lawrenceville oder der St.
Patrick's-Kirche in der zwölften Ward,
als den ihnen am nächsten liegenden ge
hen.
Qninch, Jlls., 16. August.—In ver
gangener Nacht verstarb nach 14 tägigem
Leiden der Professor am St. Franciscus-
Collegium, Pater Benedict, im
St. Marienspital. IL Benedict lebte
seit 12 Jahren in Amerika ; vor 4 Jah
ren war er zun; Priester geweiht wor
den. Er war Lehrer der Mathematik
und der griechischen Sprache im oben
genannten Collegium, das mit ihm eine
höchst schützenswerthe und beliebte Lehr
kraft verliert. Als Priester und Leh
rer genoß der Verstorbene die Liebe und
Hochachtung Aller, die das Glück hatten,
demselben näher zu treten. H. I. ?.
Nene Agenten in Buffalo, N.-d).
Durch den Tod unseres früheren
Agenten Hrn. E r n st sind wir genöthigt
worden, neue Agenten für Buffalo,N.Y.,
zu ernennen und machen wir deßhalb
hiermit bekannt, daß die Herren Louis
Schmidt und Heinrich Zillig
die Güte hatten, die Agenturen anzu
nehmen. Herr Louis Schmidt, Nr. 158,
Locust-Str., besorgt die Collektionen in
dem Stadttheil nördlich von der Genesse-
Street, und Herr Heinrich Zillig, 367,
, Walnut-Str., im Stadttheil südlich von
Genesse-Street. Wir empfehlen diese
l Herren dem Wohlwollen unserer zahl-
reichen Freunde, hoffen, daß es ihrem
Eifer gelingen werde, die Interessen
unseres Blattes bestens zu förden, und
autorisiren sie, neue Leser anzuwerben
und für die Subseriptionen in unseren;
! Namen vollgültig zu guittiren.
Kreuzer Brothers.
i Der Acker- und Gartenbau-Zeitung,
Milwaukee, Wisc., vom 1. Juni d. I.
entnehmen wir folgendes Eingesandt:
„Gegen wunde Schultern Ihrer Pferde
' können wir Ihnen mit gutem Gewissen
das St. Jakobs-Oel empfehlen, wie
dieses überhaupt als nützliches Mittel
bei manchen Krankheiten und Verletzun
gen, welche bei Thi -ren so häufig vor
l kommen, von vortrefflicher Wirkung ist.
- Sie finden dieses Oel in allen Apotheken
) und den meisten Kaufläden vorräthig.
r Waschen Sie die Schultern des Pferdes
, 4 bis 5 Mal mit lauwarmen Wasser
, und reiben sie dabei die Umgebung der
Druckstellen mit der Hand.
H. A., Tiger Mills, Texas.
Feierliche bonsecratiou des hochw.
Herrn Bischofs Keane von
Nichmond, Ba.
Am letzten Sonntage fand in der
Cathedrale zu Richmond die feierliche
Consecration des hochw. Herrn I. I.
Keane zum Bischof von Richmond und
apostolischen Vicar von Nord-Carolina
statt. Die Consecration vollzog der
hochw. Herr Erzbischof Gibbons -von
Baltimore, unter Assistenz der hochw.
Herren Bischöfe Moore von St. Au
gustine in Florida, Groß von Savan
nah, Lynch von Charleston, S.-C.,
Foley von Chicago, Kain von Whee
ling. Auch an 50 Priester waren zu
gegen . Tie F-estpredigt hielt der hochw.
Herr Bischof Lynch von Charleston, ein
ausgezeichneter Kanzelredner, in welcher
er unter Anderem die Frage stellte:
Wer hat diese Consecration angeordnet?
Leo XIII., ein alter Greis, im fernen
Rom, der da gefangen ist in seinem
eigenen Palaste, seiner Einkünfte und
weltlichenBesitzungen beraubt, der seinen
Fuß nicht über die eigene Thürschwelle
setzen darf, aus Furcht beleidigt oder
beschädigt zu werden, ein Mann, der,
als er vor einigen Monaten zu einer so
hohen Würde erhoben' wurde, nicht ein
mal wagen durste, seinen herrlichen
Skt. Petersdom zu betreten, um seine
Person nicht der Schmach auszusetzen.
Dieser in Nom scheinbar so schwache
Leo XIII. ist doch so mächtig hier,
5000 Meilen von Nom entfernt, hierin;
freien Amerika, wo wir die Einmischung
in kirchliche Angelegenheiten scharf und
entschieden zuruckweisen und uns über
haupt von Ausländern wenig gefallen
lassen, wenn sie in unsere Angelegen
heiten etwas drein reden wollen. Auf
das Wort Leo XIII. aber wird gehorcht,
man folgt ihm, denn er reprüsentirt ein
Prinzip und eine Thatsache. Er ist der
Mittelpunkt der Einheit; Ihm gelten die
Worte Christi: „Du bist Petrus, ein
Fels, und auf diesen Felsen will ich
meine Kirche bauen;" „Weide meine
Lämmer, weide meine Schafe;" „stärke
deine Brüder." Gott war viel barmher
ziger zu den Menschen, als die Menschen
zu einander selbst waren. Sein Reich
sollte nie untergehen, seineVerheißungen
stets erfüllt werden. Der Teufel in der
Hölle sollte sich nie rühmen können, ihn
überwältigt zu haben. Das Reich, das
Christus gegründet, zur Rettung der
Menschheit wuchs und breitete sich
aus und die Verheißungen Gottes waren
so wie Er selbst, ewig und treu. Es ist
wahr,Petrus wurde gekreuzigt für seinen
Herrn und Meister, mit dem Haupte
nach unten, auf dem Janiculum zu
Rom. Aber aus Petrus folgte Linus,
und als auch er starb für seinen Meister,
folgte Cletus, und aus ihn Clemens und
so fort bis herab auf Leo XIII. An sie
wandten sich alle Völker, zu ihren Ver
sammlungen kamen die Bischöfe aller
Länder, um sich im Glauben stärken und
kräftigen zu lassen. Zum Schluffe erin
nerte der -Prälat noch an die dahinge
schiedenen und versetzten Bischöfe von
Richmond und gratulirte und tröstete
dann den neugeweihten Bischof zu seiner
Erhebung aus den Stuhl so eminenter
Prälaten. Desgleichen beglückwünschte
er auch das Volk von Virginien, das
sich durch Offenherzigkeit und Gast
freundschaft auszeichne'und nie vergessen
sollte, daß die katholischen Missionäre
aus Frankreich Briese und Grüße mit
ürachten von Lasayette und Andern an
Washington, Jefferson und Madison.
Virginien hat daran gedacht, als der
Know-Nothingismus sein freches Haupt
erhob und hier in diesem Staate erhielt
derselbe seine erste Todeswunde. Vir
ginien sollte darum auch der auserwühlte
Platz sein für einen Katholiken und
einen katholischen Bischof. Trösten und
ermuthigen muß man einen katholischen
Bischos/weil die bischöfliche Würde eine
gar schwere Bürde, die Mitra mitunter
eine Dornenkrone ist.
Nach dem feierlichen Pontificalamte
und der Consecration, worüber wir keine
weiteren Worte verlieren wollen, da die
selben in diesen Spalten schon sehr oft
beschrieben wurden, hielt der neuge
weihte Bischof noch eine längere An
sprache, worin er vor Allem dankte für
das herzliche und warme Willkommen,
welches ihm zu Lheil geworden ist. Der
heutige Tag sei ein Wendepunkt in sei
nem Leben. Er habe diese Würde und
Bürde nie gewünscht, sondern habe be
absichtigt, sich mehr und mehr von der
Welt zurückzuziehen. Ter Ruf Leo XIII.
aber ist Gottes Ruf, Christi Ruf, der
Ruf.des göttlichen Hauptes der Kirche,
der mein Gott und Herr ist, dessen Wil
len ich mich vollständig unterwerfe und
der auch die Gnade gibt, die Gebote zu
erfüllen. Ich denke nicht an meine
Schwäche, sondern vertraue aus die gött
liche Vorsehung, lege mein Nichts in
Gottes Hand, aus daß er mit mir thut
was er kann zu Seiner Ehre und dem
Heile euerer Seelen.
Von Baltimore waren an 600 und
von Washington an 400 Personen zu
gegen.
Der Kelch, welcher bei dieser Festlich
keit verwendet wurde, ist aus solidem
Golde angesertigt und ist ein Geschenk
der Madame De Freyre, Wittwe des
früheren Gesandten von Peru.
Ti- -uilden Gabcu für nnscrn hl.
Vater.
An milden Gaben sind von unseren
Lesern für den hl. Vater, Leo XIII., in
der letzten Zeit nahe an 8125.00 einge
gangen, die wir durch den hochw. 1". Moc
zygemba Vermittelsteines Wechsels, lau
tend aus 528 Francs und einem kleinen
BruchtHeil, abgesendet haben. Es thut
uns nur leid, daß der Betrag nicht noch
größer war, und möchten wir darum un
sere Leser freundlich daran erinnern,
daß wir mit größtem Vergnügen auch
in Zukunft für solche Dienste zur Ver
fügung stehen. Die frühere Nothlage
herrscht noch immer vor und darum muß
auch der hl. Vater nach wie vor unter
stützt werden. Wir sehen darum reich
licheren Opsergaben in der Zuknnstent
gegen.
Anknnst des hochw'sten F. T.
Chatard, Bischofs von Vincrn
nes, in Indianapolis.
Tie Nachricht, daß der neue Bischof
der Diözese Vincennes, Monsgr. Fran
cis Silas Chatard, am Samstag Abend,
den 17. August, hierankommen werde,
hatte schon eine Stunde vor Ankunft des
Zuges eine große Menschenmenge, mei
stens natürlich Katholiken, auf dem
Union Depot versammelt. Alle waren
begierig den neuen Oberhirten zu sehen.
Die Knights of Father Mathcw waren
in voller Uniform mit einer Musikbande
erschienen. Gegen 64 Uhr kam der
sehnlichst Erwartete von Terre Haute
in Begleitung mehrerer geistlichen Her
ren an und wurde sofort in einer bereit
stehenden Kutsche, unter
Knights Mathcw, zum Pfarr
haus der John's-Cathcdknle, seiner
zukünftigen Residenz, geführt. Hier
wurde der hochw'ste Bischof von vielen
geistlichen Herren begrüßt und vom Gou
verneur Williams im Namen des Staa
tes Indiana und vorn Mayor Caven im
Namen der Stadt Indianapolis ossiciell
empfangen. Beide hießen Bischof Cba
tard in einer kurzen Ansprache herzlich
willkommen. Ter hochw'ste Prälat ant
wortete, indem er seinen Dank aussprach
und zugleich die Hoffnung, daß die kirch
lichen, sowie staatlichen Behörden stets
in; besten Einvernehmen stehen werden.
Ein dreifaches Hoch vom Generalvikar
Rev. Bessonies ausgebracht, wurde von
den Versammelten kräftig unterstützt.
Darauf zog sich der hochw'ste Bischof zu
rück und die Menge verlief sich. Es
freut uns bemerken zu können, daß der
hochw'ste Prälat wieder sehr frisch und
gesund aussieht; hoffentlich wird seine
Gesundheit noch lange eine gute bleiben,
damit er noch manches Jahr zum Wohle
seiner Diözese wirten kann.
Die kirchlichen Empfangsfeierlichkeiten
fanden am Sonntag Morgen in der
St. Johns-Cathedrale statt. Bis um
10 Uhr war das geräumige Gotteshaus
bereits vollständig gefüllt'. Gegen 1(H
Uhr zog der hochw'ste Bischof in vollem
Ornat, begleitet von vielen Priestern in
kirchlichen Gewändern von; Pfarrhaus
in die C athedrale. Nachdem die kirchli
chen Empfangsceremonien vollzogen wa
ren, celebrirte der Bischof Chatard selbst
das feierliche Hochamt unter Assistenz
von Rev. Benoit, Generalvikar von Fort
Wayne, als Erzpriester, Rev. Brandt
von Madison und Rev. Chasse von Terre
Haute als Ehrendiakone, Rev. Audran
von Jeffersonville als Diakon, Rev.
Klein von New Albany als Subdiakon
und Rev. O'Donohue von der Cathe
drale hier als Ceremonienmeister. Nach
dem Evangelium bestieg der hochw'ste
Bischof die Kanzel und hielt mit schöner
und klarer Stimme eine gediegene An
sprache an die Gläubigen. Er sprach
erst von der göttlichen Sendung des Pap
stes und der Bischöfe, als der rechtmäßi
gen Nachfolger des hl. Petrus und der
Apostel. Dann sagte er, der hl. Vater,
der ihn hierher gesandt, habe ihm bei
seinem Abschiede' noch speziell besohlen,
in seiner ersten Ansprache seinen Gläu
bigen an's Herz zu legen, daß sie festhal
ten sollen am alten Glauben und nicht
leichtsinnig sich der Gefahr aussetzen,
dieses von Gott uns gegebene Kleinod
zu verlieren. Besonders solle man aus
gute Schulen sehen, damit dein Kinde
schon der rechte Geist eingeflößt werde.
Ter Chor der St. Johns-Cathedrale
trug während des Amtes Haydn's I.
Messe mit Instrumentalbegleitung aus
gezeichnet vor. Zun; Schluffe er'theilte
dann der hochw'ste Bischos Chatard den
Segen und endete damit die kirchliche
Feierlichkeit.
An; Nachmittag, um 4 Uhr hielten
die verschiedenen kathol. Vereine der
Stadt zu Ehren des neuen Bischofs ei
nen großen Umzug durch die Hauptstra
ßen der Stadt. Der hochw'ste Bischos,
sowie alle anwesenden Geistlichen der
Diözese nahmen daran Theil. Vom
schönsten Wetter begünstigt und
unter der Leitung der tüchtigsten Groß
marschälle Brinkmann und Teery ging
Alles schön von statten. Tie Uniformen
der verschiedenen Vereine waren präch
tig und war der Zug ein sehr imposan
ter. Gegen 6 Uhr langte der Zug wie
der bei der Cathedrale an ; nachdem sich
die Vereine zu beiden Seiten der Stra
ßen ausgestellt hatten, fuhr der Bischof
Chatard, sowie die übrige Geistlichkeit
durch. Am ober;; Ende der Procession
angelangt, bewillkommnete der hochw.
O'Donohue den Bischos im Namen der
Stadt und versprach ein eifriges Zusam
menwirken unter dem neuen Oberhaupt.
Nachdem der hochw'ste Prälat in kurzen
aber herzlichen Worten geantwortet,
löste sich der Zug auf.
Man konnte aus den Gesichtern aller
Versammelten lesen, daß die Katholiken
von Indianapolis alle beglückt sind, den
höchsten Würdenträger der Diözese in ih
rer Mitte zu haben. Und mit Recht!
Möge der Lenker alles Guten den hoch
w'sten Bischos F. S. Chatard noch man
ches Jahr seiner Diözese erhalten, zum
Wohle der Gläubigen!
Des Kindes Engel.
Dieser Tage saß das anderthalbjährige
Söhnchen der Hausbesitzerin Francisca
Weiß aus der Brüstung des Fensters der
im ersten Stock gelegenen Wohnung in
Ober-Döbling, Nußdorserstr., Nr. 54.
In unmittelbarer Nähe des Knaben
stand dessen Mutter, mit einer Handar
beit beschäftigt. Durch eine rasche Be
wegung des Kindes nach rückwärts sprang
das verschlossen gewesene Fenster plötz
lich aus und der Junge .stürzte kopfüber
zuerst aus ein Schindeldach, das sich un
ter dem Fenster befindet, und von hier
auf den Gehweg hinab. Passanten eil
ten rasch herbei, hoben den Kleinen au.f
und trugen ihn n; die Wohnung seiurr
Mutter, die in Folge des Schreckens be
sinnungslos zusammengestürzt war. Ter
schleunigst herbeigerusene Arzt, welcher
den Knaben genau untersuchte, konnte
keine Verletzung finden.
In Philadelphia fängt am künftigen
Sonntag in der St. Peters - Ki /ch e
eine hl. Mission an und in New-York
in der St. A lph o nsus-Kirche im
Monat October.
August 31.

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