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Täglicher Baltimore Wecker. [volume] (Baltimore [Md.]) 1867-1877, March 13, 1867, Image 2

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HMmöre Uecker.
HernuSgegebe» von ««. T-dnauffer Sc W. Rapp
Redakteur W. Rapp
Baltimore, den 13. März 1867.
Der Eindruck drr Rode deo Prrußcn
kvnigö dci Erüff-ung des norddrutschrn
Pnrlurnrntv
scheint allgemein ein sehr günstiger zu sein.
(Wir tbkilten sie gestern wörtlich im Wecker
mit ) Sie ist von Bismarck mit großer Um
sicht und Klugheit entworfen; und ihre pa
triotische Wärme, ihr acht deutschnationaler
Ton muß selbst hochgespannte Erwartungen
übertreffen.
Mit Recht weist sie darauf hin, daß die
Hauptsache jetzt darin besteht, den gegenwär
tigen Geschichlömoment, in welchem Deutsch
land Gelegenheit hat, nach Jahrhunderte lan
ger Schmach und Zerrissenheit seine Einheit
und Freiheit zu erlangen oder wenigstens kräf
tig anzubahnen, nicht zu verpassen, da er, wenn
man ihn ungenutzt verstreichen ließe, nicht so
bald wicderlehren würde. Darum dringt die
Rede darauf, daß jetzt ungesäumt mit der Er
richtung des neuen deutschen Reichs auf star
ken Grundlagen begonnen werde, selbst auf das
Risiko bin, daß da oder dort ein später zu än
dernder Fehlbau angebracht wird.
Auf wüte Obmacht in Deutschland sich be
rufend, fordert Preußens König für sich selbst
die Führerschaft im neuen deutschen Reich und
von den noch bestehenden Fürsten die Ve,zicht
leistung auf einen Theil ihrer SouveränelätS
rechte. Aber auch die'e Forderungen stellt er
durchaus nicht in spezifisch preußischem, sondern
in nationalem deutichen Tone, und wie aus
dem ganzen Habitus der Rede hcrvorgeht, auch
in deutschem Geiste.
Besonders erfreulich ist der freundliche, ja
brüderliche Ton, den die Rede gegen die Süd
deutschen anschlägt. Sie will eine Einigung
der sämmtlicken deutschen Stämme und Ge
biete „von den Alpen bis zum Meer". Eben
damit ist deutlich genug gesagt, daß der nun >
möglichst rasch zu vollendende Norvbund nur
der Kern sein soll, um den Geiammtdeutsch
land sich sammeln muß. Und während die Rede
schon für die allernächste Zeit ein enges
Bündniß zwischen dem Nordbunde und den
Südstaaien in Aussicht stellt, läßt sie eben so
deutlich merken, daß der völlige Eintritt Süd
deutschlands in den neuen Bundesstaat nur
eine Zeitfrage ist, die um so schneller erledigt!
werden wird, je besser sich der norddeutsche
Bund organisirt. Schon der nationale und
freisinnige Gebalt dieser königlichen Rede
selbst wird mächtig zur Bannung partikula
ristlscher Vorurtheile im Süden beitragen
und den Drang der Süddeutschen nach enger
bundesstaatlicher Bereinigung mit den nord
deutschen Brüdern gewaltig steigern, und ihn
da, wo er noch nicht vorhanden ist, kräftig er
wecken. „Einheit, Freiheit und Macht des
deutschen Vaterlandes" und „Gewährung der
Fundamentalbedingungen des politischen Fort
schritts in den weiten deutschen Gebieten von
den Alpen bis zum Meer" — so lautet das
ausdrückliche Programm der preußischen Ne
gierung und ihm kann der Süddeutsche so
wenig widerstehen wie der Norddeutsche.
Lob gebührt auch dem Theile der Rede, der
über das Verhältniß des zu errichtenden neuen
deutschen Reicks zum Auslände handelt. Ter !
Sinn desselben ist : Deutschland denkt nicht !
daran, aggressiv gegen das Ausland vorzu
gehen, aber cs läßt sich auch nicht ferner das
Recht nehmen, gleich den anderen Culturvöl
kern Europas ein großer nationaler Staat zu
werden; Deutschland will nicht länger das
recht! gte'Großmacht unter den ersten Mächten
Europas sein.
Kein Wunder, das; die Zuhörer mehrmals
dieser Rede zujauchzten. Sie ist ein Ebren
denkmal für ihren Urheber Bismarck. Möge
das Parlament die Mahnung dieses großen
deutschen erfüllen können!
Möge cS, wie Bismarck ft.gt, den Traum der
Jahrhunderte und das Sehnen und Streben
der jüngsten Generationen nach einem eini
gen, freien und mächtigen deutschen Vater
lande verwirklichen! Möge von ihm das große
nationale Werk, zu dem die kühne und glän
zende Initiative Bismarcks und der preußischen
Armee den Grund legte, zu Stande gebracht
werden! Möge cs nach dem Worte Bis
marckS — von einer dankbaren Nachwelt als
der Anfang der Einheit, Freiheit und Macht
der Deutschen betrachtet werden können!
Tie „Militärpflicht" amerikanischer Bür
ger in Frankreich und Preußen.
Der Präsident hat dem Ver. Staaten Se
nat dir seit ackt Zehren über obige Angelc
g nheit geführten diplomatischen Correipon-
Lenzen eingtscmdt. Aus ihnen soll nach der
Arg. te der hicsigen „Sun" hervoraehen,daß
beinahe in allen Fällen dir Freilassung des
brir V. St. Bürgers erfolgte, wenn er seine
E.acnzck.ft als V. St. Bürger «ackwies.
Jeder Zertungsleser weiß, daß dies grundfalsch
ist Und vie in den Washingtoner Blättern
enthaltenen mageren Auszüge aus den betr.
diplomatischen Correipondenzcn beweisen eben
falls cie Unrichtigkeit jener Angabe.
Selbst Frankreich hat sich bis jetzt stets ge
weigert, den Grundsatz der Expatriation voll
ständig anzuerkennen, wiewohl allerdings
dort die Befreiung amerikanischer Bürger, die
man zum Militärdienst anhalten wollte, im
Allgemeinen leichter zu bewerkstelligen war
als in den deutschen Staaten. Der Franzose
hat nach der Verfassung des Kaiserreiches
nickt das Recht, seine Nationalität aufzugc
bcn; aver cr verliert sie dadurch, daß er in
einem fremden Lande naiuralisirt wird.
Wandert ein Franzose aus, ohne seine Mili
tärpflicht erfüllt zu haben, so ist er bei seiner
Rückkehr nach Frankreich, selbst wenn er eine
Naturalisation im Auslände erlangt hat, straf
bar und kann sogar als Deserteur verfolgt
werden. Staatszekretär Seward hat wieder
holte Versuche gemackt, die französische Re
gierung zur Verzichtleistung auf diese Theorie
oder wenigstens zur theilweisen Anerkennung
des von der amerikanischen Diplomatie schon
früher mit so großem Talente verfochtenen
Expatriativnerechtes zu bewegen — aber ver
geblich. Doco zeigte sich die' französische Re
gierung wenigstens in der Praxis, wie bereits
oben angedeutet, meist nachgiebig.
Wie streng früher Preußen und noch mehr
die kleineren deutschen Staaten gegen ameri
kanische Bürger verfuhren, die ihnen nach dev!
monarchischen Theorie Militärdienst schulde-!
ten, ist bekannt genug, Doch wird es auch
durch die jetzige Vorlage an den Senat bestä-
trat, daß Bismarck schon im November 1865
sich bereit erklärte, auf eine bedeutende Modi
fikation dieser preußischen Theorie und Praxis
einzugchen und zwar mittelst eines zwischen
Preußen und den Ver. Staaten abzuschließen
den Vertrages. Ende Dezembers 1866 —
bis dabin erstrecken sich ncmlich die in der
Vorlage enthaltenen diplomatischen Corre
spondenzen — war ein solcher Vertrag noch
nicht zu Stande gekommen, und seitdem kann
dies auch nicht der Fall gewesen sein, da er
sonst dem Senate hätte vorgklegt werden müs
sen.
Wir tbeiltcn unseren Lesern schon früher
! einmal mit, daß der Vertrag namentlich des
halb noch nicht zu Stande kam, weil Bismarck
zwar nachgerade zu der für einen monarchi
schen Staatsmann ziemlich weit gehenden
Conzession bereit war, daß ein nach den Ver.
Staaten ohne Erfüllung der Militärpflicht
auöwanderr-der Preuße nach sieben Jah
ren, wenn er inzwischen amerikanischer Bür
ger geworden, ungehindert nach Preußen zn
rückkehren könne, während Seward nur die
fünfjährige Naturalisationsfrist selbst beobach
! tct wissen wollte. In diesem Stadium schei
nen die Verhandlungen noch heute zu stehen.
Mit den kleineren deutschen Staaten scheint
die V. St. Negierung über diese Militär
pflichtfrage gar keine Unterhandlungen mehr
gepflogen zu haben, weil sie wohl von der
Ucberzeugung anSgeht, daß Preußen bald die
diplomatische Vertretung aller anderen deut
schen Staaten allein besorgen wird.
Repräsentant Frank Thomas von
Maryland.
Die geistvolle Feder Forney's entwirft im
gestrigen „Washington Cbronicle" folgen
des wohlgetrossene Bild von dem edlen Greise,
der den 4. Evngreßdistrikt Marylands auch
im 40. Congrcß vertritt:
„Da kommt mit dem Schnee des Alters
auf dem Haupte, der Veteran von Maryland,
der furchtlose Patriot, der Herz und Ohr be
zaubernde Redner, der alte Vorkämpfer der
Jackson-Demokratie, der unbczwingliche Füh
rer der heutigen radikalen Armee, der alte
Gouverneur und ewig jugcudkräftige Staats
mann, Francis Thomas.
Ec war schon ein Mitglied des Nepräsen
tanrenhauscS des zweiundzwanzigsten Congres
ses, vor sechsunddreißig Jahren, und so re
präsentirt dieser merkwürdige Mann drei
Generationen von Staatsmännern. Dem
jungen Volke von heute ist er ein Gegenstand
geschichtlichen Interesses als Zeitgenosse und
Mitarbeiter der mächtigen Geister der Ver
gangenheit. Wenn man ihn im alten Capi
tole, wo er seine ersten Schlawten schlug, auf
recht und kräftig wie eine uncrschüttcrte alte
Eiche stehen sieht, während nur Marmorge
bilde seine alten Genossen repräsentiren, dann
wiro die Geschichte zur Romanze; er erscheint
als die Mittelfigur unter abgeschiedenen!
Staatsmännern, und wie ein Geisterchor um
ringen sie ihn. Ohne Anstrengung bannt
die Einbildungskraft den anmuthigen und
einnehmenden Clay her, und den prächtigen
gewichtigen Webster, den herrlichen alten Rö
mer Bentvn, den ernsten majestätischen Jack
son; ja der Kreis erweitert sich, und cs zei
gen sich Ealhoun und Caß, Van Buren und
Adams, Polk und Dallas, Dickinson und
Douglas, alle stumm wie die Tiefe. Wir,
die wir kein Wort von ihren marmornen Lip
pen vernehmen, wundern uns, wenn sie zu ihm
sprechen. Er kannte ihre geheimen Gedanken
und die Triebfedern ihrer Handlungen. Sie
herrschten und gingen weg; aber sie führten
keinen Schlag, um die Ketten zu sprengen,
welche das Gesetz dem Sklaven und die Skla
verei der Nation schmiedete. Waren auch sie
Sklaven, Sklaven der Gewohnheit? Oder
fesselte der Ehrgeiz ihre Zunge? Der Mann,
ressen Seele tugendhaft ist, befiehlt nicht und
gehorcht nicht; er kämpft für das Recht und
siegt oder stirbt. Francis Thomas war stets
in der Vorhut der vorwartöschreitenden Frei
heit ; und darum stebt seine radikale Haltung
nicht im Widerspruche mit seiner früheren
Laufbahn, sondern ist die nothwendige Folge
derselben. Er war ein radikaler Demokrat,
Hauptstütze in den nördlichen Staaten hatte.
Im Jahre 1848 war er ein Anhänger der
Freibodenpartei Van Buren's; und weil
für die Freiheit kämpfte, mußte cr sich fünfzehn
Jahre vom öffentlichen Leben in Maryland
zurückziehen. Als der Krieg gegen die Union
losbrach, da stieg er herab aus seiner Einsie
delei im Gebirge, wo das Gerücht sein Leben
in das Dunkel des Geheimnisses und des
Menschenhasses gebullt hatte, und seither
ertönt seine Stimme mit alter Beredtsamkeit
und altem Eifer für Union, Freiheit u. Men
schenrecht."
Weiteres über die Beerdigung der Ver
unglückten in Washington.
Washington. 11. März.
An die Redaktion des „Wecker".
Obgleich nach langen trüben Tagen ein
heiterer Himmel beute über uns aufging, so
waren doch die Herzen aller fühlenden Men
schen von Trauer umschattet, denn es galt ei
ner ernsten, tiefwehmülhigen Todtenfeier. —
Drei der Opfer der unglückseligen Katastrophe,
die unsere Stadt so schwer heimgesucht, sollten
dem stillen Grabe übergeben werden. ES
waren die Leichen des jungen Mannes Ehrig,
sowie die des Hrn. P. Emrich und des Hrn.
Ferdinand Mühlinghans. Erftere wurde
still bestattet, wie es denen ziemt, die in der
Jugend Blüthe dahingehen. Emrich's Leiche
wurde unter den Ceremorüen des Frcimau
rervereinS und unter Begleitung einer äußerst
zahlreichen Freundesschaar hinausgetragen,
und um das Grab unseres Mühlinghans
stand eine ernste Schaar deutscher Männer,
die fern edles Herz zu würdigen gewußt und
ftine Gesinnung getheilt hatten. Die Mit
glieder des deutschen radikalen Lincoln Clubs,
dessen Mitglied der Verstorbene gewesen, hat
ten sich so zahlreich eingefunden als die hiesi
gen Verhältnisse es nur immer gestatteten und
ihnen war es denn aufgegeben das letzte Ab
schiedswort am Grabe zu sprechen. Möge
ein Theil desselben auch hier eine Steve blei
bender Erinnerung finden. Nachdem die reich
mit Blumen geschmückte Bahre vor dem offe
nen Grabe niedergelassen worden, unterbrach
Herr E. L. Schmidt, Vorsitzer des Lincoln
Clubs, die lautlose Stille, zu Häupten des
Sarges hintretend. „Hier," sprach er, .am
Grabe unseres verehrten Freundes und Ge
nossen unserer Bestrebungen, Ferdinand Müh
linghauS, sei es mir vergönnt, seinem Anden
ken noch ein letztes Wort zu widmen; a m
Grabe, sage ich, an der Stätte, an wel
cher die Meinungsverschiedenheiten der Men
schen in ihr Nichts zerfallen und wo wir heute
den Verlust eines unter so verhängnißvollen
Umständen aus dem Leben abgeruftnen Ge
nossm betrauern." Mit warmen Worten
schilderte der Redner darauf die persönlichen
Eigenschaften des Geschiedenen, die ihn so
Vielen werch gemacht, und die ihm namentlich
während der langen Zeit der Wirksamkeit der!
deutschen Unterstützungögesellschaft für ver- i
wundete Soldaten einen so allgemein geehrten
Namen gemacht. „Seine persönliche Herzens
gute," fuhr der Redner fort, „sein Eifer, seine
Nebenmenschen zu unterstützen, zu Kelsen, wo
es der Hülfe bedurfte, haben ihm ein Monu
ment im Herzen seiner Mitbürger gesetzt, dau
ernder als Erz." Dann auf die unermüdliche
geschäftige Thätigkeit des Dahingegangenen
verweisend, sagte der Redner sehr treffend:
„Seine Unermüdlichkeit im geschäftlichen
Wirkungskreise hatte die glänzendsten Erfolge,
indem er einerseits die Interessen eines deut
schen Institutes gewissenhaft wahnrahm, an
dererseits aber uns allen die Segnungen die
ser auf deutsche Rechtschaffenheit und Stabili
tät gegründeten Versicherungsgesellschaft zu
gänglich machte." „Soll ich" — schloß der
Redner — „den Geschiedenen noch in seinem
Familienleben schildern, so genüge der Aus
ruf seiner treuen Lebensgefährtin, als ihr die
Trauerkunde hnitcrbracht wurde ur'id den ick
ihr hier in den Mund legen darf, ohne eine
Indiskretion zu begehen: „O, Mühling
hauS hat nur für mich gelebt!"
Lassen wir der Trauernden diesen schönen Trost
und scheiden wir von hier uns beugend unter
dem Nathschluffe einer unsichtbaren Vorse
!hung!"
! Nächst den Mitgliedern des Lincoln Clubs
! hatten sich außer sonstigen zahlreichen Freun
den des Verstorbenen auch der Arion-Gesang-
Vcrein und die meisten Mitglieder des Wash
ingtoner Schützenvereins, welchem derselbe
einst angehört hatte, bet der Trauerfeier cin
gefunden und wohl mancher Gedanke über die
Flüchtigkeit des Erdendascins folgte dem
Sarge nach, der nun unter stiller Trauer dem
Wohnhause der Todten übergeben wurde.
Ehre dem Gedächtnisse des Geschiedenen!
R.
AmeMsuijchk Nachrichtes suo Mtze»
Der für den Ver. Staaten Se
nat nominirte Exgouverneur
PhtllipFrankTbomas von Mary
land ist bekanntlich das gerade Gcgentheil
seines Namensbruders Exgouverneur Frank
Thomas von Maryland. Während letzterer,
wie er noch in seinen alten Tagen im Congrcß
beweist, ein Frciheitsmann und Unionist von
reinstem Wasser ist, kann P. Frank Thomas,
den die vorübergebe» d unseren Staat beherr
schende Partei anstatt des als Senator ver
dufteten Swann in den Bundessenat schicken
will, noch heute seine alte reaktionäre Gesin
nung, die er einst als Mitglied des Repräsen
tantenhauses des Cvngresses und als Mitglied
des Buchanan'schen Kabinets wie später wäh
rend der Rebellion und neuerdings als Mit
glted unserer Staatsgesetzgebung betätigte,
noch heute nicht verbergen. Die Rede, die cr
nach seiner Nomination hielt, ist daö non
plus ultra von Unverschämtheit. Er schimpfte
die republikanische Partei im Congrcß, welche
die Union retten und die Sklaverei zertrüm
. mern hals, eine Bande von Verrätbern und
I Militärdespoten und versprach, im Bundesse
nate für die Staatenrechte zu kämpfen und
den republikanischen „Verrathern" den Fehde
Handschuh ins Gesicht zu werfen. Das wird
aber dieser großmäulige Patron von Talbot
County ohne Zweifel bleiben lassen!
(Nackscbrift. Wie die Nachtdepeichen zei
gen, ist Thomas gestern erwählt worden )
Abweisung des SumnerjchetZ
Antrages. Wie redlich die republikani
sche Partei cS mit der Reconstruktionsbill deö
CongresseS meint, daö zeigte sich im Bundes !
scuate, indem sie den von uns bereits kurz ge
schilderten , über diese Bill hinauSgehenden
Antrag Sumners zurückwicö. Neverdy John
son sprach bei dieser.Gelegenheit sein volles
Vertrauen in die guten und mit keinen Hin
tergedanken verschanzten Absichten der Repu
blikaner aus.
DaSNcgistrirgcsetzfürdieRe
b e l l e n st a a t c n, das in keiner Weise
über die Reconstruktionsbill des CongresseS
htnausgeht, sondern nur die zu ihrer Aus
führung nölhigen Anordnungen trifft, ent
hält in der vom Hause des CongresseS ange
nommenen Bill folgende Bestimmungen:
In jedem Distrikte sollen unter Leitung des
kommandirenden Offiziers die Stimmgeber
re,liürirt werde».,. Ziektero lc<ih-„
Recon,truttloneolll vorgeschncbenen Eid zu
leisten. Nach Vollendung des Registers sind
die Delegaten zum Staatsconvente zu wählen.
Ist die von letzterem zu entwerfende Ver
fassung von der Majorität der gesetzlichen
Stimmgeber des Staates und vom Präsiden
ten genehmigt, so werden loyale Vertreter des
Staates im Congreß zugelassen.
Präsident Johnson wrrd höchst wahrschein
lich diese Suplemcntbill ebenfalls mit seinem!
Beta belegen, worauf in beiden Häusern mehr
als zwei Drittel zu ihrer Aufrechtbaltung vor
handen sein werden. Dies in Aussicht stehende!
Veto macht nach dem ganz gerechtfertigten
Beschlüsse des Caucus der republikanischen
Senatoren eine Verlängerung der jetzigen
Congreß-Sesston um einige Tage nöthig.
Ein derartiges Registrirgesetz ist, wie John
Minor Bottö von Virginien und andere
südliche Patrioten versichern, ganz absolut
nöthig, indem sonst die Rebellen die Convents-
wählen beherrschen und der Mehrzahl der
Farbigen das Stimmen unmöglich machen
würden.
Erkrankung unseres Mini
sters in Berlin. — Beim Staatsde
partement in Washington lief die traurige
Nachricht ein, daß der V. St. Miniftrr Wrigbt
in Berlin von der Wassersucht so aufgeschwol
len ist, daß man an seinem Wiedcraufkommen
halb verzweifelt Mr. Wright hat mit Recht
den Ruf eines sehr braven Mannes, gehörte
aber seit Jahren zu den extremsten Wasser
aposteln und liest selbst bei seinen offiziellen
Mahlzeiten in Berlin kein anderes Getränke
serviren als Wasser. Und jetzt hat er die
Wassersucht!
Der Ehefdes nationalen Er
zieh u n g s - B u r e a n. Zum Chef dieses
vom 39. Congrcß geschaffenen Bureau hat
der Präsident den Professor Barnard von;
Connecticut, einen erfahrenen Schulmann er-!
nannt.
Gen. Grant in Betreff der
Indianer. Der Kriegsminister hat dem!
V. St. Senat eine Mitlheilung des General
Grant aus die Anfrage des Senats hin über-
sandt, ob militärische Expeditionen gegen die!
Indianer der westlichen Territorien im Gange
seien. Die jetzigen Vorkehrungen — sagt!
Gen. Grant — seien mehr auf Verhinderung !
weiterer Metzeleien als auf Feindseligkeiten!
gegen die Indianer der Ebenen berechnet.
Gen. Hancock meldete dem Obergeneral am
16. Febr., er werde baldmöglichst alle entbehr !
lichen Truppen nach Fort HayS führen, dann
eine Unterredung mit den Indianerhäuptlin
gen halten und falls das Resultat derselben
nicht befriedigend sei, einen Angriff machen.
Gen.Sherman schreibt an Grant: „Wir wollen
die Indianer fühlen lassen, daß sie, wenn sie
fechten wollen, so viel Gefecht haben können,
als sie wünschen." In demselben Schreiben
befürwortet Sherman die von Gen Hancock
erbetene Erlaubniß, den friedlich gesinnten
Indianern Rationen geben zu dürfen. Gen.
Grant erwiderte, daß die Erlaubniß hiermit
ertheilt sei.
Ferner bat Gen. Grant seiner Mittheilung
einen Brief von Gen. Augur, dem Komman
deur des Platte-Departements, bcigelegt, wo
rin dieser seine Pläne behufs Beichützung der
Eisenbahnen und Bestrafung der feindlichen
Indianer auseinandersetzt.
Mehrere der Generale verlangen Truppen
versiärlungen gegen die Indianer.
Ouäker gegen SonntagSmuk
k e r. Einige Quäker in Pennsylvanien ha
ben sich veranlaßt gefunden, einen Protest an
die Legislatur zu schicken und auch zu veröf
fentlichen dagegen, daß die Sonntagsmucker
in ihren Petitionen sich auf Wm. Penn stützen
und dadurch den Glauben veranlagen wollen,
als habe Wm. Penn solch fanatischem Treiben
seine Billigung ertheilt. Der Gründer Penn
sylvaniens — sagen die protestirenden Quä
ker — und seine Freunde hatten zu viel ge
opfert für die Freiheit des Gewissens von je
dem Zwange, und waren und sind so entschie
den dagegen, bestimmte Tage per „muß" als
heilige zu betrachten, daß sie (die Quäker) es
nicht ruhig mit ansehen können, daß der Cha
rakter und die Gesinnungen Wm. Penn'S un
wahr dargestellt werden.
Adolph Schwartz, der zu Großwar
dein in Ungarn Unterschleife im Betrag von
K 160,000 verübt haben soll, ist an die öst
rrichische Regierung auSgcltefert worden. Am
Samstag fuhr er in Begleitung eines östrei
chischen Polizeibeamten von New Aork nach
Europa ab.
Bogumil Dawison als Wal
lenstein. Unter der Rubrik „Stadtthea
ter" schreibt die gestrige N. A. StaatSztg :
„Abermals führte uns Bogumil Dawison
gestern Abend eines seiner klassischen Gebilde
vor, welches sich würdig seinem Richard der
Dritte, Othello n. A. an die Seite reiht.
Groß wie diese steht auch sein „Wattenstein"
da, angestaunt von der Menge, bewundert vom
Kunstfreund. DawisonS Darstellung dieses
ehernen Helden, der zwischen seinem Ehrgeiz
und Sternenglauben untergeht, indem er
vergeblich gegen das über ihn hereinbrechende
finstere Geschick, das er selbst heraufbeschworen,
wie eine Schlange an seinem Busen groß ge
zogen hat, ankämpft, söhnt das Publikum mit
dem Verrathe an seinem Kaiser aus. Ein in
die Augen springender Zug dieses WaUen
steins ist seine Freundschaft, seine Liebe zu
dem jungen Piccolomini ; der alternde Held
sich t sich mit warmer Regung zu dem offe
nen und ehrlichen Jüngling hingezogen. Da
wison versiebt cs meisterhaft, diesen Zug her
vortreten zu lassen, wodurch er dem sonst dü
steren Gemälde einen warmen Lichteffekt von
seltener Wirkung verleibt. Muster der
Deklamation war die Schilderung des Trau
mes im zweiten Akte und der Schluß des
dritten Aktes; wenn Dawison das „Und Roß
und Reiter sah ich niemals wieder" seinen
Freunden schaudernd zuflüstert, packt den em
pfindenden, mitfühlenden Zuhörer Schrecken
und Grauen, während, wenn Wallenstein
sein „Nacht muß es sein, wenn Friedlands
Sterne scheinen" klar und gefaßt auSipricht,
das Publikum aufathmend seinen Helden als
geiettet, sich selbst erhalten, betrachtet."
A ch t st u n d e n s y st e m i n I l l 1 njo i S.
Gouv. Ogleöby hat die von der dortigen
republikanischen Gesetzgebung angenommene
Bill unterzeichnet, welche acht Stunden zu
einem gesetzlichen Tagewerke macht, wenn
i nicht im Arbeitscontrakt eine andere Arbeits
j zeit stipulirt ist.
DieTodesstrafeundJllinois.
Wrr meldeten kürzlich, daß die Gesetzgebung
; von Illinois die Todesstrafe abgeschafft habe.
Die Sache verhält sich jedoch nach der deut
schen Zeitung von Peoria nur folgender
maßen :
„Zwei Tage vor der Vertagung der Legis
latur wurde cm „Unterhaus" derselben durch
ein Comite eine „Bill" eingebracht, nach wel
cher es fernerhin einer Jury, die über Crimi.
nalverbrecher abzuurthcilcn bat, bis zu gewis
sem Grade anheimgegeben werden soll, auch
bas Strafmaß zu bestimmen; in allen Fällen
nämlich, wo seither dem Schuldig der Jury
uuf Grund des Gesetzes die Todesstrafe zu
folgen hatte, soll die Jury ermächtigt sein,
lebenslängliche Zuchthausstrafe cintreten zu
lassen. Das Repräsentantenhaus der Legis
latur hat diese Bill dahin amenbirt, daß eine
Gesetz vorgcschriebene Todesstrafe in Gefäng
nißstrafe auf Lebenszeit oder nicht unter 14
Jahren umzuwandeln: Der Senat trat die
ser so amcndirten Bill rasch bei.
„W>r nennen das einen Fortschritt, denn
schwerlich dürste sich in Zukunft eine Jury
finden, die. von-er ihr ertbeilten Macht in
humanem Sinue nicht Gebrauch, d. h. die
Galgen überflüssig machte."
«eMche Äschnchte» L8S Notizen
Norddeutscher Bund. Parla
ment, Flotte rc. Zwischen der preußi
schen Negierung und dem Herzog von Nassau
bat eine Vereinbarung stattgesunden und es
hieß, baß auch die Unterhandlungen, die jetzt
zwischen Preußen und dem Exkönig von Han
nover im Gange sind, eine Verständigung
herbeizusühren versprechen.
Der Eindruck, den die Thronrede des Kü
i nigö von Preußen auf die Reichstagsabge
ordncten, wie überhaupt auf die öffentliche
Meinung gemacht hat, ist ein durchweg gün
stiger gewesen. Die auf Süddeutschland be
züglichen Stellen riefen auch in den Reihen
der liberalen Mitglieder lebhafte Beifallsbe
zeigungen hervor.
Die Kölnijche Z itung bemerkt mit Bezug
auf die Eröffnungsfeierlichkeit: „Es war ein
weltgeschichtlicher Moment, als gestern König
Wilhelm von Preußen auf dem Schlosse sei
ner Later, die durch eine Geschichte ohne
Gleichen von Burgarafen zu Nürnberg zu
Kurfürsten des römischen Reicks deutscher Na
tion, und als die Herrlichkeit der deutschen
Nation erblichen war, zu Königen von Preu
ßen emporgestiegen sind, den ersten Reichstag
der erneuten deutschen Nation eröffnete. Der
König ließ die alten Kroninsignten sich Vor
trägen, gleichsam als sollten sie Zeugen eines
Tages sein, der ihnen neuen Glanz verliehe.
Er sah vor sich die Abgeordneten von dreißig
Millionen Deutschen. Auf dem ganzen wei
ten Gebiet des Norddeutschen Bundes wird
von nun an Ein allgemeines Bürgerrecht,
völlige Freiheit des Verkehrs im Innern und
gemeinsamer Sckutz und Vertretung nach Au
ßen, Ein Zollsystem und Gleichheit der wich
tigsten Steuern, Einheitliche Leitung der Po
sten, Telegraphen, Eisenbahnen, Wasserstraßen
und Häsen, Eine Flotte und Ein Heer sein. —
Wahrlich, der Feldherr eines solchen Heeres
ist rin wahrer Cäsar und die Deutschen, die
in Folge der Zerrissenheit ihrer Neichsverfas
sung ihr Vaterland seit Jahrhunderten einen
Spott und eine Beute der fremden Nationen
geworden sahen, die Menschenalter hindurch
gegen den Fluch der Zerrissenheit und der
armseligen und überlebten Kleinstaaterei ver
gebens ankämpften, hatten wahrlich an dem
gestrigen Gedenktage Ursache, mit tiefstem
Herzensgründe zu singen: „Nun danket Alle
Gott."
In der Sitzung des Parlaments vom 25.
Febr. waren 220 Abgeordnete anwesend, un
ter ihnen Prinz Friedrich Karl. Bis zur
Annabme einer eigenen Geschäftsordnung
ward provisorisch die Geschäftsordnung des
preußischen Abgeordnetenhauses angenommen.
Dann schritt man zur Vepjssung der Mitglie
der in die Abteilungen, welche die Wahlprü
fungen vornehmen sollten. Graf Bismarck
theilte dem Hause die Anordnung des WnigS
von Preußen betreffs der Ernennung der
Commiffäre mit und er bemerkte, daß die
nicht-preußischen Commissäre dieselben Rechte
wie die vom Präsidenten des Bundesrathes
ernannten haben würden.
Der Abgeordnete Wiggers (aus Mecklen
burg) beantragte, daß darüber abgcstiirimt
werde, ob die Delegaten der Bundesregierun
gen dieselben Rechte wie die des Präsidenten
! des Bundksralbeö haben sollten.
! Graf Bismarck versprach, den Bericht über
j die Unterhandlungen der Regierungen betreffs
dieser Angelegenheiten einbringen zu wollen;
erbestritt aber das Recht des Hauses, über
den Antrag des Abgeordneten Wiggers abzu
stimmen, da derselbe sich aus eine Angelegen
heit bezöge, die der König allein zu entscheiden
vermöge.
Der Antrag des Abgeordneten Wiggers
ward nicht von der erforderlichen Anzahl von
Abgeordneten unterstützt.
Es ward beschlossen, daß eine Nednerbühne
errichtet werden sollte. Mit dem Sitzungs
saal ist man nickt zufrieden, er ist io klein, daß
das Zusammensitzen der Parteigenossen gar
nicht möglich ist.
In dem preußischen Marinedepartcmcnt
herrscht jetzt die größte Thätigkeit. Eine
große Anzahl Kriegsschiffe sind im Bau nach
dem neuesten System begriffen. Eine Fre
gatte wird binnen Kurzem vom Stapel lau
fen, die ein wahres Muster von Vollkommen
heit sein wird. In den Ver. Staaten sollen
eine Anzahl kleiner Kanonenboote aufgekaust
werden.
Preußen will nicht blos das schönste Heer
in der Welt haben, sondern es will auch, daß
seine Marine keiner andern nacksstche.
Der Fürst von Waldeck hat Unterhandlnn
! gen zur Abtretung seiner Souveränetätsrechte
an Preußen eingeleilct.
Der durch seine Kennerschaft und begeisterte
Liebe der Musik ausgezeichnete Professor L.
Bischofs ist in Köln in Folge eines Schlagan
salls gestorben.
Am 21. Februar starb in Marxhcim bei
Nassau der Prinz Alexander zu Svlms-
BraunfelS, ein Stiefbruder des Exkönigs
Georg von Hannover. Der zu Wien im Du
ell gebliebene Prinz Bernhard von Solms
war sein Neffe.
Aus dem französischen gesetz
gebenden Körper. In der Sitzung
des gesetzgebenden Körpers am 25. Februar
fand eine Debatte über die Interpellation deS
Herrn Lanjuinais in Bezug aus das kaiser
liche Dekret vom 19. Januar statt. Herr
Lanjuinais erkannte die Wichtigkeit der an
Stelle der Adreßdebatte gewährten Conccssio
nen an, allein er behauptete, daß das Jn>er
pellationSrecht in der Weise, wie es controllirt
sei, kein Recht, sondern bloße Duldung sei. Er
betrachte das kaiserliche Decret als unregel
mäßig und meinte, daß die darin angekündig
ten Maßregeln durch ein SenatuS consultum
hätten authorisirt werden müssen.
Herr Chesnelory erklärte, daß die Mehrheit
das Kaiserreich nicht von der Freiheit trenne
und er wies auf die fortschreitende Entwick
lung der nationalen Institutionen seit 1852
hin.
Herr Marie behauptete dagegen, daß die
Unterdrückung der Adresse ungesetzlich sei und
daß sie das Recht der Debatte und die volks
tümliche Controlle der öffentlichen Angele
genheiten beschränke.
Herr Vutny suchte zu beweisen, daß daö
Jnterpellationürecht in vorteilhafter Weise
der Adreßdebatte substituirt sei und daß die
Angriffe der Herren Marie und Lanjuinais
jeder Begründung entbehrten.'
Herr Jules Favre wies m einer glänzen
den Rede nack, wie unwesentlich, bloß auf den
Schein berechnet, alle Zugeständnisse der Re
gierung seien und er schloß mit den Worten:
„Wir wollen die Adresse behalten, sie gehört
uns."
Garibaldi in Florenz. Die De
büts veröffentlichen ein Schreiben von Florenz
vv... Lo. »rvr., worrn es yerpr :
Wir waren hier nicht wenig überrascht,
durch das plötzliche Erscheinen Garibaldis. —
Er fuhr durch die Stadt in einer geschlossenen
Kutsche, als ihn aber das Volk gewahrte, ward
er der Gegenstand allgemeiner Aufmerksam
keit.
Man behauptet, daß Griechenland der Zweck
seiner Reise ist, aber es giebt nichts, was diese
Vermutung bestätigte.
Die Regierung beschäftigt sich sehr angele
gentlich mit der orientalischen Frage, aber
nichts läßt vermuten, daß Garibaldi damit
in Verbindung steht.
Eö ist daö Wahrscheinlichste, daß er wegen
der Wahlen sein Asyl verließ u»d diese Reise
unternahm.
(Seither meldet eine Kabeldepesche, daß die
Wahlen zu Gunsten Nicasvli's aussielen.)
Weiteres über das Erdbeben
auf Cephalonia. Von Corfu sind
weitere Berichte eingegangen über das Erd
beben. Oryostoli ist gänzlich zerstört. Der
untere Theil der Stadt liegt in Trümmern
und der mittlere ist sehr beschädigt. D.r
Theil am Gebirge blieb verschont, aber es ist
zweifelhaft, ob die so blühende Stadt wieder
aus ben Ruinen emporkommen wird. — Dies
ist der Platz, wo die Eorinthen und die Oliven
so herrlich gediehen und der Rosinenhandel war
hier concentrirt.
Alle öffentlichen Gebäude liegen in Ruinen
und die grüßte Anzahl der Bewohner ist in
einem Feldlager versammelt. Im Innern
ver Insel ist der Schaden nicht minder be
deutend.
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Conrad Reinhardt,
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Gesckäft wurde heute nach gegenseitigem Uebereinkommen
ausgelost. N. C. Mason tritt aus; W. A. Maso n
bezahlt alle Schulden und kassier alle Ausstände ein.
Baltimore, 1. Febr. 1367. N. C. Maso n.
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N. C. Mason, früher älterer Associe der Firma R.
Mason L Söhne, hat da« ThoS. McToubray'jche Etab
liss-meut in No. 45 u. 47 W. Prattstr. und No. LI Tha
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Den Passagiere» des Zwischendecks wird deS Mittags
Wein gereicht.
Wege» Fracht und Passage wende man sich an
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Murddi iltjchcr
In Folge eine» UebcreinkommenS mit dem Pottdepar
temrut in Washington wrrdru die Dampfschiffe deS Nord
deutschen Ltovd von
Donnerstag, 21. März,
an regelmäßig an jedem Donnerstag von New York
und von
Dienstag, 2. April,
an regelmäßig an jedem Dienstag von Southampton
abgehen, an welchem Tage dann die
Vereinigte Staaten und Deutsche Post
ausschließlich durch sie befördert werden wird.
Von Bremen werden die Dampfer vom 8. März
an regelmäßig jeden Sonnabend expedirt.
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68 Broad Str., New Aork.
In Baltimore wende man sich an die Expedition dt»
„Balto. Wecker". 20fe —20mrz
Neueste Nachrichten.
Lc'r.srllpinrl für den „Baltimore Wecker".
CvngVe p
Washington, 12. März
Senat.
Wilson vom Militärcomite berichtete
eine Bill, wornach der Kriegsminister dem
Gouverneur Tennessee'S die nötbige Ausrü
ftuug für 2500 Milizen liefern soll.
Johnson erhob Einwand.
Ny e beantragte eine Sympathie - Erklä
rung für das irische Volk in seinem Kampfe
gegen britische Tyrannei. Auf Sum
ner ' s Antrag zurückgelegt.
Die Hauebill über ein Registrirgesetz für
den Süden wurde zweimal verlesen und dann
an daö Justizcomite verwiesen.
Morton billigte den Theil der vom
Senate abgelehnten Sumner'schen Anträge,
der sich auf Erziehung im Süven bezieht.
Trumbull beantragte eine Exccutiv
sitzung.
Sumner machte hiergegen in aufgereg
ter Weise Opposition.
Trumbull und Fessenven riefen
ihn zur Ordnung.
Sumner: Er kenne die Regeln des
Senats.
Fessenden: Natürlich! Sie wissen ja
! Alles besser als alle Andern.
Sumner: Nicht halb so gut als Sie.
Darauf ging der Senat wirklich in Execu
tivsitzung und vertagte sich dann-
DaS HarrS
, Stevens brachte eine Bill ein, welche
! die Fonds bewilligt, welche nöthig sind, um
!die Reconstruktionsbill und die Suplementbill
zu ihr durchzuführeu. Au das Plenarcomite
verwiesen
Ohne sonstige Geschäfte von allgemeinem
> Interesse zu erledigen, vertagte sich das
!HauS.
Die SLaatsgcsctzgedung.
Senatorwahl. Thomaserwählt.
Die Vertagung betreffend.
Annapolis, 12. März.
Im Senat legte heute Mules einen
Protest von G. Hewüt und verschiedenen an
deren Bürgern aus Baltimore gegen eine
neue Munizipalwahl vor; ferner wurde ein
ähnlicher Protest des Dr. Baltzell u. a. vor
! gelegt.
Mules brachte eine Bill ein, betreffs der
! Collection von Staatssteuern in der Stadt
! Baltimore.
Beide Häuser schritten um 12 Uhr zur Se
natorwahl.
Carle nominirte Philip Francis Thomas
von Talbot Co.
Billmgslea nannte I AI Creswell von
Cecil County
Frazier nannte I W Criöfield von Som
merset.
Der erste Sekretair rief die einzelnen Na
! men und die Abstimmung ergab folgendes
Resultat: Thomas 15, Creswell 5, Crissield
1. Im Hause erhielt Thomas 55 u. Cres
well 16 Stimmen.
Earle vom Finanz Comite berichtete eine
Bill ein, H100,000 zur Unterstützung der
! Nothleidenden im Süden zu verwilltgen. Er
beantragte die Tagesordnung auszujetzen und
! diese Bill erst zu erledigen.
Die Bill verwilligt die obgenannte Sum
me; welche einem Comite, bestehend aus dem
Gouverneur, dem Präsidenten der Korn und
Mehlbörse, dem der HandelS'Commtssion und
Hrn. L. Sangston, übergeben werden soll. —
Dieses Comite soll alle nöthigen Lebensmittel
rc. aukaufen und nach den südlichen Staaten
schicken. Wenn der Staatsschatz leer ist, sol
len Bonds ausgegeben und eine Sieuer von
- 1 Cent auf jedes H100 erhoben werden.
Die Bill lag zur zweiten Vorlesung vor.
Mr. Davis von Caroline County bean
tragte ein Amendement, daß die Verwilltgung
dem FreedmenS Bureau üoeraeben werde. —
Dasselbe sei mit dem Bedürfniß des Südens
am besten vertraut. Prinzipiell sei er gänz
lich gegen eine solche Verwilligung seitens des
Staates. Als der Vorichlag, den Gouver
neur Bradford für seine Verluste zu entschä
digen, der Vorgelegen habe, sei
er gegen denselben gewesen, aus dem Grunde,
daß eö Sache der Ver. Staaten Regierung
sei, derartige Entschädigungen zu machen auch
in diesem Falle solle die Regierung Hülfe
leisten, dieselbe hc.be bereits Schritte gethan
und werde ohne Zweifel noch mehr thun
Earle sagte, der Senator (Davis) sei über
die Frage sehr im Jrrthum, es handle sich
nicht darum, Verluste zu vergüten, sondern
den Hungernden Brod zu geben. Der An
trag beü Davis, daö Geld dem FreedmenS
Bureau zu übergeben, wurde niedergestimmt
und die Bill passirte
Auf Henklcs Antrag wurde daS Votum,
mit welchem die Conventionsbill passirte, wie
der bcratheu und die Bill wurde informell zur
Seite gelegt.
Im Delegaten Hause wurden ver
schiedene Petitionen zu Gunsten einer Unter
stützung der Nothleidenden im Süden vorge
lcgt. Israel brachte eine Bill ein, den Stadtr
behörden vou Baltimore zu erlauben, eine
Verwilligung für den Süden zu machen-
Nachdem die SenatoNvahl (deren Resultat
bereits oben berichtet ist) vorüber war, wur
den die Berichte der verschiedenen Cvmites
entgegen genommen. Hetzer die Bill, Kl8t)0
für das Union Orphan Aiylum zu verwillt
gen, wurde günstig berichtet; ebenso erstattete
das Comite über Mittel und Wege günstigen
Bericht über die Bill, betreffs Ausgleichung
der BountieS von Marylander Soldaten wel
che zwischen dem 16. und 26. Mai 1863
eingemustert wurden.
Mr. Carmichael berichtete günstig über die
Bill, welche zum Zweck hat, einen anderen Ge
richtshof in Baltimore zu errichten. Der
Antrag, die früher verworfene Bill betreffs
Lrtheilung eines Freibriefes an die Chcsapeake
und Eric Bahn Comp, wieder zu beralhen,
wurde niedergestimmt.
Beide Häuser beschlossen, sich am 22. näch
sten MonalS sills ciw zu vertagen.
Bundeshauptstadt.
Washington, 12. März.
Execntivsttzun g des Senats.
In der heutigen Exekutivsitzung des Senats
wurde vie Nomination des Jacob Zelin zum
Brigadegeneral und die dcS I. M. Hurley
zum Revenne-Affeffor des 4. Distrikts von
Maryland bestätigt. Verworfen wurden die
Nomination des CxsenatorS Cowan zum Ge
sandten in Wien, die des I. Farrell von Mv.
zum Consul in Neapel und die des John B.
Hopper zum Innere Rev. Collektor des 4.
Distrikts von Maryland.
Zurückberufung des spanischen
Gesandten.
Sennor Don Gabriel Garcia Tassara,
welcher seit 10 Jahren die Königin von Spa
nien als außerordentlicher Gesandter bei der
hiesigen Regierung vertrat, ist zurückberufen
worden. Bei seinem Abschiede tauschte er

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