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Luxemburger Gazette. [volume] (Dubuque, Iowa) 1871-1918, November 05, 1878, Image 4

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Die G aret te.
Dienstag, den 5. November 1878.
«atbolischer Kirchen • Kalender.
Vom ZinSgroschen. Matth. 15.
GOnni. dea 10. Nov. AndreaS Av. TtSeriuS.
Mont. „ H. „ W<irfinu4. Bischof.
Dieast. , 12. n ManinuS Kunideit.
Dkttt». » 13. „ StaniSlaus Kostka.
Vvaaerft.» 14. „ Elisab. Bona, Deaerand.
Greitag „ 15. 0 Leopoldus, Markgraf.
Samilag „ 16. „ Othmar, A' t.
Achtung ihr Katholiken!
Dle Stimme deS verst. Pius IX.
In unsern Tagen scheint die Borsehung
ber katholischen Presie eine besondere Mis
gon Aegeben zu haben. An ihr ist es, die
der Ordnung und des Glau
ben» dort, wo dieselben herrschen, zu bewah
ren und sie da zu verbreiten, wo Gottlo
sigkeit und eine kalte Gleichgilltigkeit die
selben in Bergesienheit gerathen liehen.
Pius IX. in einem Schreiben von 1851.
Wir ersuchen Sie instLndigst allen denen
«tt eurem guten Willen und eurer Gunst
Geizustehen, die mit Geist begabt und mit
GenLaender Kenntnih ausgenlftet, sich an
bte Arbeit machen und Bilcher und Zeitun
-s;en zur Bertheidigung und Berbreitung der
atholischen Lehre oerSffentlichen. Ency
rlica Pius IX.
Laht Nichts unversucht, wodurch unsere
Heilige Religion und ihre heilsame Lehre in
den Dereinigten Staaten weiter verbreitet
werden kSnnen, damit verirrte Manderer
nuf den rechten Pfad zurilckgeleitet werden
«Sqen.—Schreiben Pms Ix. an die Bi
fchSfe dcr B. St.
Katholische Prefte.
Die katholischen Redacteure au» allen
Welttheilen sind bekanntlich zu einer Pil
gerfahrt nach Rom eingeladen und ist filr
dieselben am Jahrestage der ErwShlung
Papst Leo Xlll. eine specielle Audienz beim
hl. Bater arrangirt worden. Wir machten
nun kurzlich den Borschlag eine Nr. aller
kath. Blatter der Ber. Staaten in ein Al
bum einbinden und mit einer von allen Re»
dacteuren unterzeichneten Adresie durch ei
nen Dclegaten dem h. Bater ilberreichen zu
lassen. Mehrere der kath. Blatter erklLr
ten sich mit dem Borschlag einverstanden
und die „Aurora" proponirte die Gebruder
Herausgeber des „WahrheitS
freund", des altesten katholischen Blaties
in den Ber. Staaten, zu ersuchen, in dieser
Angelegenheit die Jnitiatioe zu ergreifen.
In der letzten Nr. des „Wahrheitsfreund"
sehen wir nun, dah die Redaction dieses
Blattes nach genommener Rucksprache mit
un Herrn Berlegern in der Lage ist anzu
kilndigen, dah die Firma „Benziger" sich
gern bereit findet, zur Herstellung eines sol
chen Album» mitzuwirken und sie in ltberal
ster Weise die Ausstattung und Einbindung
besselben besorgen will. Sie bittet tie Re
dactionen der kath. Zeitungen recht bald ihre
Ansichten zu Luhern.
Wir unsererseitS schlagen nun weiter vor,
1) dah der Redacteur des
freund", der hochw. Herr Jessing vom
Waisenfreund" und Herr Milller,
Redacteur der der Wahrheit", mit
dec der Adresie betraut werden
u:.': dieselbe soviel mSglich beeilen;
2) Dah eine Eopie der verschiebenen ka
tholischen Blatter, und zwar die Nr. von der
ersten Woche Dezember d. 1., worin wohl
jede Redaction einen Artikel bezuglich des
hohen Festes der Unbefleckten EmpfSngnih
bringen wird, welches Fest Papst Pius se
lig so hoch schatzte, an die Firma „Benziger"
m Cincinnati einsendet. Hierbei ist zu be
merken, dah um dem h. Bater eine klare
Jdee der hiesigen katholischen Presie zu ge»
ben, nicht eine Ertra Nr. zu dem Zweeke zu
fertigen ist, sondern eine Nr. wie sie dem
Leser allwSchentlich zugehl, eingeschickt wer
den soll.
Wie die Uebergabe in Rom zu geschehen
Hat, daruber ware ein Wort von den Herrn
Collegen ebenfalls willkommen.
Also haben wir unS nicht geirrt.
Wir haben schon lange gemuthmaht, dah
die geheimen Gesellschaften unter der Hand
sich fur ihre Candidaten bei den Wahlen
verwendeten, hatten aber keinen klaren Be
weis dasrlr. Der ist nun aber auch gelie
fert. Kurzlich war das.Grand Encampe
ment" der Jowa Odd Fellow Logen in Da
venport in Sitzung. Wie das dort erschei
nende „Sternenbanncr" sagt, war der
,wich'.igste" Leschluh, der gefaht wurde,
derjenige, d a h k e i n e L o g e W a h l c i r
cutare ert-.sseir oder t u irgend
einer Wc i j edie politischen An
sichlen rt, rer Mitglieder beein
flui >e n soll Es beiht in dem Be
schlug, dah die P raris der Wahlci,culare
u. s. w. sc> eingerisien sei. dah es Zeit se:,
dem abzuyelsen. Damrt gibt dre hochste
Autoritat des Odd Fellow Ordens des
Staates Jowa birect zu, dah die Logen
.W a hlci rc u la r e er l ass e n unb die
politischen Ansichten ,hr e r
Mi t g ll e d e r b e e in f l u h t haben.
Das wirst ein grelleS Licht auf diese Sene
des Treibens des Odd Fellow Ordens unb
deweist nn Klein en oie Gefahr fur die bur
gerliche Freiheit. die rn den geheimen Ge
fellschaften liegt
Dieser Beschlust erklart auch, warum
manchmal die besten Candidaten, trotz gu
ten Parteinominationen, trotz den besten
AuSsichten bei Wahlen gegen alles Erwar
ten geschlagen wurden, und besonders gute
katholische Candidaten unterlagen. Oef
fentlich sprach man es nach der letzten Cam»
pagne aus, dah Fouk nie seinen Gegner
Power» aIS Anwalt des Districtgerichtes
geschlagen, HStte Fouk nicht mit an der
Spitze des Geheimordens der „Bereinigten
Arbeiter" gestanden. Wenn die Katholiken
so waS thun wrlrden, waS sollte man da ein
Hallo hSren, aber so, ja Bauer, das ist was
anders. Ob in den Logen der Odd Fel
lows nun die politrsche Beeinflusiung der
Mitglieder aufhSrt, wir hoffen es; aber uns
fehlt noch der Glaube.
f Bischof Rosecran-. f
Wie bereits kurz mitgetheilt, Hat die DiS
cese Columbus, Ohio, einen schweren Ber
lust erlitten, indeui diesetbe den Generalvi
car I B. Hemstegger und ihren Oberhir
ten, Bischof RosecranS, durch den Tod ver
loren Hat. Der Berstorbene hatte noch am
Sonntag den 20. d. M. die Freude, die
Einweihung der neuen Kathedrale mit
groher Feierlichkeit nollziehen zu sehen.
Al» er am Nachmittage der Vesper beiwoh
nen wollte, trat ptStzlich eine Lungenblutung
bei ihm ein. Bald ttafen ihn drei weitere
AnfSlle. In der Nacht von Sonotag auf
Mvntag befand sich der hohe Kranke leidlich,
aber am Montag Morgen traten mehrere
Blutungen rasch nach einander ein und
wurde der Patient von Stunde zu Stunde
schwiicher, blieb jedoch bis zu seinem Hin
scheiden am Montag Abend um halb 11
Uhr bei vollem Bewuhtsein. Die Todes-
Rachricht wurde erst um Mitternacht bekannt
aegeben. In Folge des plStzlichen Able.
benS waren nur wenige Geistliche am Ster
bebette. Der Bischof starb ohne Kampf.
Sein Tod war wie ein sanfter Schlaf
Kurz vor seinem Ableben ertheilte ihm Pa
ter EIS alle Sterbe-Sakramente. Als sem
Arzt ihm sagte, dah er sterben milsie, ant
wortete der Bischof, er sei bereit und er
filhle keinen Schmerz. Seine letzten hSr
baren Worte waren: Maria und
Joseph". Obwohl er selten ilber sein Lei»
den klagte, Hat der Bischof dennoch sein bal
diges Ende erwartet.
Der Berewigte war geboren in Lincking
County, Ohio, graduirte am Kenyon Colle
gium, wo er den derzeitigen Prasidenten
Hayes zum Mitschuler hatte, und wurde
vor 26 lahren in Rom zum Priester ge
weiht. Am 2L. Marz 1862 wurde der
hochw. S H. Rosiccanz zum Bischof von
Pomp.;cpoUs, i. p i., consecrirt und dem
hochw'sten Erzbischof Purcell von Circin,
nati als Weihbischof beigegeben; sechs
Jahre spater, am 2. Marz 1868, wurde er
der erste Bischof der DiScese Columbus.
Zehn Jahre lang hatte er die ihm anver
lraute Drocese treu oerwaltet und mit freu»
diger Sehnsucht sah er wahrend dieser gan«
zen Zeit dem Tage entgegen, da die St.
Joseph's Kathedrate dem Dienste GotteS
geweiht werden konnte. Er Hat den Tag
erlebt, der Herr lieh ihn die Bollendung
seines TagewerkeS schauen, beior er ihn ab
rief, um ihm im seligen JenseitS die Krone
der Gerechtigkeit zu oerleihen. Die Kathe
drale wird die Ruhestatte der irdischen
Ueberreste und zugleich da» Denkmal sein
filr den edlen ersten Oberhirten der DiScese
ColumbuS. Bischof Rosecranz war be
kanntlich der Bruder deS GeneralS Rose»
kranz.
Die Beisetzung der Leiche fand am Frei
tag Morgen im Beisein einer ungeheuren
Menge von Leidtragenden statt. Um 7 Uhr
MorgenS wurde die Leiche von dreihrg
Mannern in die Cathedrale getragen; um
halb neun Uhr wurde vom hochw'sten Herrn
Bischof Toebbe von-Covington ein itilles
Seelenamt gelesen, dem 1500 Kinder bei.
wohnten. Um 9 Uhr wurde das frierliche
Todtenamt celebrirt und das gregorianische
Requiem gesungen. Bischof Foley von
Chicago, Borgeh von Detroit. Gilmorc
von Cleoeland, Ehatard von Bincennes,
Kain von Richmond und Toebbe von Co
oington und Erzbischof Purcell von Cin
cinnati wohnten der Leichenfeier bei. Die
Leiche wurde in einem GewSlbe unter der
Cathedrale, das stch der Berstorbene selbst
zur letzten Ruhestatte auserwahlt hatte, bei
gesetzt.
Strahlende Lichtbilder au-
Memphis.
(AuS den Brirfrn von I'. Thoma, 0. ?. P. S.)
St. Patricks Kirche, den 13. Okt. 1878.
TheuersteFreunde!—Nachdem ich
so viel Trauriges von hier geschrieben, wilrde
ich unrecht handeln an Ihren Lesern und
dem hiesigen guten Bolke, wenn ich nicht
auch einmal etwas TrSstliches schreiben
wurde, da doch auch von Diesem sehr Bieles
hier zu sinden ist.
Also mogen dies Mal einige Helle Licht
bilder das Reich des Todes erleuchten und
erheitern. Nicht von Priestern oder Schwe
stern, deren übermenschliches Arbeiten ja
schon bekannt ist, sind sie entnommen, son
dern aus der Mitte des Bolkes.
Er stes Lichtbild.
Es ist dieses hochst ruhrend und bczeugt
den feften, lebcndigen Glauben, der ur dre
sem Bolkc lebt lch rede namlich nur von
Katholiken.
Die Sterbenden, die ich versehen, waren
meisteus lunglmge und Jungfrauen in der
Bluthe oer lahren. Mon kennt vcn Leichl
sinn so Mancher dieses Alte, t; .vie erfreut
war ich deshalb. als ich jad, k.>.u diese jn"-
gen Leute alle m-hr thun wolllen, als ,c
Psticht chuen uutcitrgle. Btkanlitlich wollte
uns der Herr nur zu crner Ohreu-Btichr
verpflichten, nicht zu einer Sff.ntl!chen. Nun
traf es 'ich m den meisten Fallen, d.ih die
Kluirken nlchl allein ware.i :m Betir, oder
zum wenigsten nicht allein im tleinen Zim
mer. Tretzdem gelang es mir nicht ein ein
ziges Mal die Sre benven, die >-och vollen
Berstund hauen, dazu zu bea>egen, uon >h
rem P itegluni Gcbrarlch zn mach-.n Alle
vollt. beichten wie im Beichtstuht, ganz
unbekriinmert. ob's Audere hortu. oaer
«uzemburger Gazet»-
Welch' erhabenes Beispiel filr so Manche,
welche vielleicht sogar im Beichtstuhle noch
Schwierigkeiten haben, Alles aufnchtig zu
bekennen. Mogen sie denken, dah auch sie
bald sterben werden und immer so beichten,
wie in der Todesstunde.
Zweites Lichtbild.
Jch wurde eines AbendS gerufen zu einem
sterbenden Knaben von 15 lahren. Nach
dem er die Trbstungen der Religion alle
empfangen hatte, fragte er mich, ob ich
meinte, er habe den schwarzen Husten? Jch
sagte: Oh! es ware wohl moglich. Bater,
sagte er daiauf, ich muh es bestimmt wis
len, denn wenn ich den schwarzen Husten
habe, so sterbe ich noch diese Nacht, und da
muh mein kleiner Bruder sorgen, dah ich
gleich sortgeschasft werde, damit meine
Schwester, welche jetzt auf dem Wege der
Desserung ist, vom iiblen Geruch nicht ruck
fallig werde. O qotdener Knabe, der du
noch im Tode sorgst sur deine Schwester!
Jch sagte nun bestimmt: la, du hast ihn.
Des andern Morzens kam ich; der
Knabe war todt, der Leichnam fort, das Bett
oerbrannt. Er hatte gut gesorgt.
Drittes Lichtbild.
ES ist hier ein sehr grohes HauS, das
frilher ein Hotel war, jetzt ader von zahl
reichen armen Familien bewohnt wird. Biel
Mal kommt e» vor, dah keine etwaS zu esien
Hat, auSgenommen einige, und diese theilen
mit, so lange sie haben, gerade wie die ersten
Christen. Und der liebe Gott sorgt immer
wieder. So war z. B. vor kurzer Zeit
eine arme Polen-Familie mit zwei Kindern
in dem Hause. Nebendran eine Franzbstn,
welcher erst der Mann gestorben. Die
Polen hatten nichts mehr zu esien. Die
Franzbsin hatte noch viete Kartoffeln Nun
wurde getheilt, aber es kamen auch Andere;
es wurde wieder getheilt und bald war Alles
fort. Nun starben beide Polen Eltern zu-
Sleich. Die Kinder kamen zur FranzSsin.
sttzt war sie erst recht in Berlegenheit.
Sie lief zu einer Nachbarin und fragte:
Mas anfangen? Nichts zu esien und die
Kinder da! Die Nachbarin sagte: Fur
Esien werden die Pnester sorgen und filr
die Kinder daS Waisenhaus. So geschah
es. Die Kinder sind bei den Schwestern
und ein Priester Hat fsir die gute FranzSsin
und ihre Armen 15 Dollars geschickt, die
wohl einige Tage langen, und dann hilft
Gott wieder.
Ein wahrhaft nachzuahmendeS Beispiel
bietet dieses Haus filr Stadt und Land, be
sonders filr manchen hartgesottenen Farmer
oder Farmerin. Manche werden sich hier
vielleicht wieder an die „Howard Associa
tion" erinnern; aber man muh wohl be
denken, dah dreselbe weder allmachlig noch
allwisserld ist. Fur 7000 Kranke zu sorgen
ist schon Trubel genug. Zudem gibt es
viele Familien, bte mehr Bertrauen zu einem
kathotrschen Priester haben in der Stunde
der Noth, als sonst zu irgend Jemand.
Soll man sie deshalb tadeln? O ware
grSheres Bertrauen bei so Manchem, es
wurde ihm nichts schaden.
B ierte» Lichtbild.
Seit eioigen Tagen erholen sich wieder
viele von denen, die schon »., 5., 6. und
auch mehr Wocheu krank waren. Die
Stadt ist mehr belegt. Mein Zimmer liegt
der Kirche gegenilber, die immer offen steht.
Jch sehe nun, was ich sonst nie gesehen.
Eine grohe Zahl der Borllbergehenden—»b
mit Korb oder sonst einer Last, da» macht
nichts —begibt sich in die Kirche und betet
eine Zeitlang. Ahme dieses Beispiel nach,
mein Leser. Gar Bieles Hat das gSttliche
Herz Jesu dir zu sagen und du ihm vielleicht
noch mehr —zu klagen. Warum fliehst du
deinen Heiland? Bersuche eS ein paar Mat
und klage deinem verborgenen oder lebendi
gen Gott deine Noth ganz. Bald werdet
ihr intime Freunde sein und du wirst sanst
ruhen an seinem Herzen.
Filnftes Lichtbild.
Schon mehrmals habe ich angedeutet, dah
etwa 500 Personen auf den Hugeln sind,
die wir erhalten mit dem Getbe, das uns
von Priestern perfonlich zugeschickt wird.
Wre aber diejelben auf die Huget uuler Zrl
ten gebracht worden sind, das ist b.wunbe.
rungswurdig.
Bekanntlich geht Niemand gerne von
Haus und Hof fort, besonders wenn er
auf's Feld soll und dort unter einem Stilck
Leinwand monatelang mit der ganzen Fa»
milie oerweilen soll. Und dennoch gingen
so Viele. Was sie fortbrachte, war mehr
die Liebe zu Gott, als zum Leben. DaS
ist Thatsache.
Sie HSrten von den Priestern: „ Bleibt
Ihr in der Stadt, so habt Ihr keinen Gott
tesdienst; geht Ihr in's Camp, habt Ihr
jeden Tag Mesie, kSnnt beichten und corn
muniziren, wenn Ihr wollt. Der Sonn
tag wird gefeiert wie immer und Eure Re
ligion leidet keinen Schaden." Dieses zog.
Jch wiederholr, dah ich hier von Thalsachen
rede. Dle Menschen leben alle noch, wer
den aber am jungsten Tage Zeugnih able
gen gegen Jene, die um der Bequemlichkeit
willen oder um schnoden Gewinn ihren hl.
katholischen Glauben oerkauften.
Sechles Lichtbild.
Weltbekannt ist es, dah bei einer an
steckenden Seuche proleilantriche „Preacheis"
meisteus — Ausnahmen gib.'s immer so
rar werden, ats weihe Sperlinge, obschon
sie sonst wie SchwSmme aufschiehen. Uub
ist auch ganz recht; dcnn Sakrainentc lon-
Uen sie deu Sterbeildeu keine spenden uich
das arme Wetb liegt in wah
reud der Mann—wenn's je vorkommr—am
K;ar kenbcttc oes Berpesteten weilt.
' ist es deiiil geschehen, duh gtaabcns
tceue P'.o«estantcn auch bet dieser Seuche
lyre Zuflucht zum kathotlscheil Pnester ge
namur.n, unb m wenlgrr ats zwei Mana
te» si hier alieni viele Hundene zuruckge
kehrr m deir der kathoil>chen Kitche,
lva sie f isi auch alle sanst im P)errn ent
fd;lafcu sinv. la, kacholtich isl gut sterben!
Siebe nt e s Llch tb: Id.
Schon aus Obigem kann man leicht nr
theilen, welch' hohe Achtung drc katholischen
P rester, dn am Playe geblreben bis zum
To^ —i i .ad eslordeu —ccer so lange als
Gotl mer geniehen.
Doch eines ist auffallend, namlich, dah
man auch den Priester ehrt, den man nicht
einmal kennt! Nur deShalb, weil er Prie
ster ist! Jch bin hier fremd. Niemand
kennt mich fast, denn die Kranken, die ich
versehen, sind alle gestorben. Und dennoch
nimmt sich dieses gute Bolk meiner an.
Nur einige Beispiele: E» kommt ein Kind,
bringt einen Apfel und sagt, das ist der
erste, den der Bater gefunden, braten Sie
ihn, er wird Jhnen gut thun. Ein anderes
bringt einen Blumenstrauh, gibt ihn und
sagt: Der macht Wohlgeruch im Zimmer.
Ein drittes überreicht zwei Eier urd sagt :
Diese sind ganz frisch, trinken Sie eines
heute und eines morgen. Ein Mann bringt
eine Flasche italienischen Weines und sagt:
Trinken Sie immer ein Bischen daoon. das
macht Sie stark. Ein Anderer bringt Au
stern, ein Anderer Maccaroni, ein Anderer
eingemachtes Obst und so fort.
Es sind dieses Kleinigkeiten, aber eine
ganze Welt von Liebe ist da,in verborgen.
Mochten alle Katholiken eine solche Liebe
zu den Priestern haben.
Hiermit will ich nicht sagen, dah es keine
Schattenbilder hier gebe; es gibt deren zu
viele, aber gerade aus dem Schatten glanzt
das Licht am schbnsten.
Ein katholischer Priester als
Jnvianer-Agent ernannt.
AIS Jndianer Agent filr die Reservation
zu Standing Rock, Dakota Territorium,
wurde hochw. Herr I. A. Step ha n,
bisber Pfarrer der katholischen Gemeinde
zu St. Pierre, Jndiana, von der BundeS
regierung angestellt. Es kann dieh als
ein neuer BeweiS von der Umsicht und dem
Gerechtigkeitsflnn des jetzigen Minister»
des Jnnern in Washington, Hrn. Carl
Schurz, betrachtet werden. mit welchem der
selbe die Jndianer-Angelegenheiten ver
waltet. Die getroffene Wahl ist eine sehr
gute, denn hochw. Hr. Stephan nimmt an
seinen sehr schwierigen Posten eine sehr
reiche Eriahrung mit, welche er in verschie
denen Lebensstellungen gemacht, m frilhe
ren lahren als Ingenieur, wahrend der Zeit
des letzten Bilrgerkrieges als Militargeist
licher und in seiner biSherigen Seelsorger
stellung, so dah selbst diejenigen, welche m
ihm nicht gern den katholischen Priester in
diesem Amte sehen, dennoch beruhigt sein
konnen. Hochw. Hr. Stephan Iras bereit»
in St. Paul ein und reiste, begleitet von
Dolmetscher, Unteragenten und Indianer-
Hauptlingen nach seinem Posten ab. MSge
sein Wirken in der ihm ilbertragenen Stelle
ein erfolg- und segensreiche» fein. Die
Jndianer haben an ihm einen wahren Ba
ler. W.
„Ultramontane <HrSn-er."
(Auch ein Zeitbild.)
Unter obizem Trtel bringen die ..Christ
lich sozialen-Blatter" —das heroorragendfte
sozialpolitische Organ der deutschen Katho
liken einen interesianten Artikel. Der
selbe lautet folgendermahen:
„Vor oielen lahren machte das von dem
Grafen Lagrand-Dumonceau in Bekgien
m's Leden gerufene grohartige kathotifche
BankgefchSft in ganz Europa gewaltige»
Aufsehen. Der Herr hatte es sich zur Auf
gabe gestellt, die Katholiken au» den HSn
den judischer und liberaler Banquiers z»
befreien; mit Hilfe hoher und reicher GSn
ner gelang es ihm, sein neue» Unternehmen
immer mehr zu Heben. Die Katholiken
fahten Bertrauen zu dem Unternehmen, um
so mehr, als die den BanquierS dienstbaren
Blatter mit Lug und Trug gegen den ge
fahrlichen Rioalen ganz gewaltig loszogen.
Da regnete es in den liberalen Organen
Tag filr Tag grausige Anklagen gegen La
grand: er sei ein Lilgner, ein Betrilger. ein
Halsabschneider, ein Erzlump, seine Mani
pulationen gehSrten vor den Staatsanwalt,
der Staat miisie filr die irregeleitete Menge
eintreten, sie oor dem sicheren Verderben zu
bewahren. Damals waren in Belgien die
Liberalen am Ruder, der ,lungling" Bara
war Justizminister; ihn hatten die Blatter
besturmt, „das Land vom Tyrannen zu be
freien " Richtig ging der gestrenge Herr
auf den Leim; ohne allen Rechtsgrund ver
ordnete er, das Gericht soll plotzlich in die
Bureaur Lagrand'S etndringcn, die Bilcher
mit Beschlag belegen. Der damalige
Ober Prokurator und der Prokurator deS
GerichtS weigerten sich, dem hohen Befehle
nachzukommen, weil kein Paragraph des
Gesetzes ein solcheS Verfahren rechtfertige.
Sie wurden einfach abgesetzt. GerichtS
herreu drangen in die Bureaur ein, revidir
ten, legten die Bilcher in Beschlag: die
liberalen Blatter jubelten, da der Betrug
constatirt sei und declamirten von da an
bis jetzt: fehet, welche schlechten Kerls die
Katholiken sind. Ueber Nacht wurde so
daS blilhende Gefchaft ruinirt. Die Guter
und Estekten (Werthpapiere) wurden um
Spottpreise losgeschlagen, und doch kamen
alle Betheiligten fast zu all lhrem Gelde.
Eln reichrr Banquier erktarte, in der gan
zen Welt eristire kein Geschafl. welches die
tSlaubiger in gleicher Weise hatte befriedi
gen konnen, wenn ihm m derlelben Weise
der GarauS gemacht worden ware. Bara
war damit nicht zufrieden, der ungesehliche
Henker des verhahten Instituis geworden
za sein; er wollte den Bcrwattungsrath
in's Locy bringen. Darum ordncte er oie
eingrhendste Untersuchung gegen dle belgi
jchen Grafen. Deputtrten und Grohinvu
striellen an. welche den getauften und nn
gelauften Juden aus dle Filhen geireten
hatten. Piastdent des Berwaltul-.gsrathes
war Sultsbury, teyiger Minister deS
AuSwartigen in England; den packte Herr
Bara nicht, weil er stch oann ru
jofort lacherlich gemacht hatte. delgl
fchen Herreu vefatloeu stch z>.h.l I ch.e ur
Untersuchung; Foliaute» aiuwcit uuf Fo
lianitu gchault. Zehn lubre wledeiholteu
die liberalen Blatt-r aller Lauder ore An
klagen gegen dic Kathotlkeu als unfcihige
Geichapsteute und BetrLger unter dem
Deckntantel der Reltgion. Envlich ,st die
Untersuchung g ichlosten. Die ersten Irr
stanzen beschlossen, die Berwa.tungslalhi:
musten auf dcr A-stsenbank Platz nebm .r;
der obcrfte Gerrchtshof befrtt ledoch,
kriner der Herren gehore aus d:e
cherbank, do. ke-.ne einzige der angezogenen
Haudlungeu vor dem Gesetz ftrasdar i|t.
Danach sind also die Herren freig. --rocheu;
verurtheilt ist der Justizminister Bara, dem
eS schwarz auf weih in daS Stammbuch
eingekreidet wurde, dah er gesetzlich nicht
berechtiat gewesen ist, daS Institui zu rumi
ren Dem Staat Hat der Spah 800,000
Fravc- gekostet. Die liberalen Zeitungen
im In- und AuSlande sind natilrlich ob die.
fes unerwarteten AuSaanges der viel kom
mentirten Affaire verschnupft. Bara will
die Sache bei den Haaren in die Kammer
ziehen und stch rechtfertigen, und nach sei
nem Leiborgan klarlegen, wie es milglich
war, dah die Geschichte endete, wie sie eben
geendet Hat. Nun sind aber die Richter in
der Wolle gefarbte Liberale."
Wir bemerken noch zu diesem Artikel der
„Christllch sozialen-Blatter," dah vor zehn
lahren namentlich auch die weitverbreilete
es war, welche in einem
langen Artikel, an den wir nur mit Eket
zuriickdenken kSnnen, den Gcaf Lagrand-
Dumonceau in der heftigsten Weise angnff.
Ob dieses Journal, sowie die übngen
gegnerischen Zeitschriften und Blatter nun
auch sammtlich ihre Berunzlimpfungen zu
rucknehmen werden? BiS jetzt Hat noch
keins es gethan.
Der Kortschritt des Katholizi-.
mu- in Sugland.
Ein Correspondent der ,New sork
Times" in London, wie seine Bemerkungen
zeigen, ein Protestant, schildert den Fort
schritt der katholischen Kirche in Grohbri-.
tannien auf nachstehende Weise:
„Ein katholisches Journal Hat unlLngst
eine Lifte von etwa 600 Personen bekannt
gemacht, welche seit 15 lahren stch in
Grohbritannien vom ProtestantiSmus los
sagten und stch der katholischen Kirche an
schlossen. Es ist daS keine amtliche Liste,
sondern ein Namensverzeichnih, wie es ein
Mann aus der Reihe der ihm bekannten
Convertionen zusammenstellte. Es kann
lange nicht auf BollstSndigkeit Anspruch
machen, da eine grohe Anzahl Eonvertiten
darin nicht aufgenommen erschernt Und
doch Hat diese» unvollstSndige Berzeichnih
bereiis die Hauptoertreter des ProtestantiS
mus im Parlamente, die Herren Whalley
und Newdegate mit Entsetzen erfullt. Es
Hat einen tiefen Sinn, dah der Papst heute
einen Nuntiu» an den englischen Hof schik
ken will. Bor 20 lahren noch hatte ein
solcher Borschlag das ganze protestantische
Gemeinwesen in Aufruhr gebracht. Heute
laht man diese Rachricht ganz gleichgjltig
an stch vorbeigehen. Berachtung kann man
kaum annehmen, da jene Tage, wo der eng
lische ProtestantiSmus die katholische Kirche
verachten konnte, langst vorbei sind. Die
ln der englischen Constitution oorgesehene
religiSse Freiheit ist der katholischen Kirche
sehr zu Statten gekommen. Sie hal in die
sem Garten mit grohem Eifer gearbeitet.
Niemand legte ihr Hrndernlffe in den Weg.
Heute kann man ilberall Priester und Non
nen sehen. Ueberall erheben stch katholi
sche Kapellen, in jedem englischen Thale
kann man katholische KlSster sehen. In
allen ParkS London'S kann man katholische
Pnester an der Spitze oon Prozessionen von
Schulkindern sehen. Der Papst Hat das
Land in Bisthilmer abgetheilt. Man em
pfangt seine Diener ilberall mit Achtung
und Ehrfurcht. Sie erziehen Tausende
non armen Kindern und beeinfluhen damit
ihre Eltern. Der EnthufiaSmuS ihrer Eon
vertiten ist so grohartig, dah Viele ihrem
neuen Glauben zu Lube grohe Opfer
brachten.
Als Dr. Newman zu Rom ilbertrat,
sagte Lord Beaconsfield mit Recht, dah die
anglikanische Kirche damit einen Schlag
bekam, den sie lange Zeit suhlen muh. Der
Erzdiakon Mannrng und die grohen her»
zoglichen Hauser lliorfolk, Veeds, Ripon,
Bute, Hamilton, Londonderry, Lolhian,
Queensbary, Herbert u. Denbigh sind nur
em Paar ihrer Errungenschaften. Die Liste
der Rekruten Rom's schlieht beriihmle Theo
logen, Barone hochgeboiene Da
men, einfache Arbeiter, Geistliche, Dichter.
SchnftsteUer, Kaufleute, Commodores u.
s. w. ein. Cooenlry Patmore und Aubrey
de Bere vertreten die Dichter. M,h Glad
stone, Schwester des ehemaltgcn Premrers,
und Lady Charles Thynne und Frau Pye,
Tochter von Bifchosen, reprasentiren Da
men aus der HSHeren Gesellschaft; Frank
Marshall, Mih Florenee Maryatt und Hr.
Almont Scott sind Schriftsteller, welche
sich dem Katholizismus anschlosien. So
auch Hr. F. C. Burnard von m.d
Arthur A. Becket. Unter den Convertrten
findet man auch Armee- und Marine-Of
siziere, Profefforen und Manner der Wis
senschaft wie z. B. Profeffor Paley von
Camdridge, Professor Seager von Orford,
den Chemiker Barsf und berilhmte Adoo
katen wie Hope Scott, Bagshawe. ASpi
nall und Badeley. Selbst Dean's Stan
ley Schwester schloh sich der katholischen
Kirche an und gibt eS kaum eine einzige
englische Adelsfamilie, welche nicht einen
oder mehrere Eonvertiten an die katholische
Kirche abgab, so dah heute zwischen Pro
testanten und Katholiken ein gegenseiliges
gutes Einvernehmen herrscht. Jch kann
mlch noch jenes Tages erinnern, wo sich kein
katholischer Priester im Ornate auf der
Strahe zeigen durfte, heute kann man sie
und katholische Schwesteru fast überall se
hen."
FctUgi fchlastcnc protestantische
Propaganda in Rom.
Selbst d-m Karholizismus enischreden
feindliche Zeitungen, wie ,I''ltali.l" in
Noin mussen zugeben, dah die protestanti
sche Propaganda in Rom ganz fehlgeschla
i) i; ist. In einem dieseur Gegenstande ge
wlbnleten Aufsatze sagt das obige Journal,
dah Rom im lahie 1870 mit dem Einmar
sche der Piemontesen allen moglrchen Sec
ten osfen stand. Englander und Ameri
kaner benritzten diese Clelegenheit mit En
thusiacmus. Sie ichicktr.l Predig.r voU
Eifer. straft und Einsicht. Geld gab es
genug. Man baute eine grohe Anzabl Bet
hauser, woooneine» alleur -140,000 kostete.
Man veranstaltete Predigten, Ihei.te Bi
beln aus, griindete Kleinkinderbewahran
stalren, kurz unb gut. man verabsiiumtr
kein Minet, Prosyleten zu machen. Was
Hat man über danlit erreichk? Ei»ie Secte
Hat 40, eine audere 80 Auhanger und die
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ilbrigen ebenso wenig. Im Ganzen gibt eS
heute in Rom HSchstens 700 Protestanten.
Das ist die Frucht einer SjShrigen ange
strenaten THLtigkeit und groher Geldopfer.
Es ist das ein neuer Beweis, dah der Pro»
testantismus in einem katholischen Lande
niemal» Wurzel faffen kann. Ein guter
Katholik bleibt Katholik und ein schlechter
Katholik wird nur sehr selten ein Prote»
stant, da er gewShnlich dem Unglauben in
die Arme fallt. So geht es auch in Ita»
lien und Rom zu.
Htlft NichtS.
Bei Gelegenheit der Debatte deS nun
angenommenen GesetzeS gegen die Sociali
sten in Deutschtand macht die „Coblenzer
Volksztg." folgende sehr richtige und tref
fende Bemerkungen:
Die G e s ch ich t e sollte der deutschen
Regierung schon langst di e Ueberzeu
gung beigebracht haben, dah mit den in
dem Lozialistengesetzentwurf gebotenen
Waffen gegen die Sozialdemokraten gar
wenlg gedrent sein dllrfte. Die Geschichte
weiht kein einziges Beispiel auf, welche»
zeigt, dah e» jemals gelungen sei, auf dem
Wege der polizeilichen Mahregelung einen
anderen Menschen zum Aufgeben seiner
Ansichten und seines Glaubens zu bringen.
Nennt nur einen Fall, in dem es einem
Machthaber gelungen ist, durch Gewalt
mahregeln zu verhmdern, dah mihliebiae
Ansichten geheim, also sicher vor polizeill»
chen Angriffen, und noch wirksamer als
frilher, verbreitet wurden.
Filr daS Gegentheil wollen wir Euch
Beispiele in Hillle und Fillle liefern:
1) Trotz ca. 10 Christenoerfolgungen
gibt es ungezShlte Millionen Chnsten.
2) Trotz ludenverfolgungen noch ea. S
Million» n Juden.
3) T.otz Buddhistenverfolgungen in In»
dien noch M Ilionen Buddhisten.
4) In Folg> reactionarer Prehordon
nanzen verloi Narl X. seinen Thron.
5.) Nach vem Attentat de» FieSchi auf
Louis Pyil'pp wurde die Prehfreiheit und
daS Beifammlungsrecht beschrankt Schiltzte
das den kurzsichtigen KSnig oor Reoolution
und Absetznvg?
6) Welche Regierung der letzten 20Jah
re war deSpotischer aIS die Loui» NapoleonS
111., unter welcher Regierung wurden
Presie, Versammlungs- und Vereinsrecht
mehr geknebell, unter welcher Regierung
strenger gegen Demokraten und Sozialisten
vorgegangen? Was war die Folge?
Stetiges Wachsen der Opposi
tion Was war das Ende? Sed an
und die Commune.
7) Welches Land Hat mehr Ausnahms»
geseye gegen mihliebige Parteien als das
.heitige" RuhlatU»? Was sind die Folgen?
Nur starkeres Heranwachsen des Rlhitismus
und Zanahme ver politischen Morde.
6) Hinderte das russtsch-preuhische Poli
zei und Spionir-System die grohe polnische
DerschwSrnng unter KoSzciusko, dle be
kanntlich an 100,000 Personen umfahte
und doch ganz unerwartet ausbrach?
Au- dem Lnger der Gegner.
Was a u » den altkatholischen
Pfarrern werden soll! Filr den
FaS eines AusgleicheS mit Rom —schreibt
das „ Wiener BolkSblatt"—soll den altka
thotischen Pfarrern in Preuhen, deren
Stellung dadurch natilrlich unhaltbar wklr»
de,, ein Unterkommen als TabakSaufseher
in Aussicht gestellt worden sein. Starker
Tabak!
Der letzte Student der altkatho»
lischen Theologie in Bonn, ein Bayer, ist
gegen Mitte September mit Sack und Pack
durchgedrannt, nachdem er noch zuvor einen
altkatholischen Professor um einige hundert
Mark angepumpt hatte. Auch Hat er bei
serner Hauswirthin eine nicht unbetrachtli
che Summe Schulden als theuere Erinner
ung hinterlahen. Ein vrachtiger Student
das?
D i e *Chureh Seascn" routbe in Louis
ville, Ky, wie ein englisches Abendblatt
berichtet, vorigen Sonntag in den „fashion
ablen" amerikamschen Kirchen erSssnet.
Diese Leute haben also ihre Kirchen-Sai
son, wre ihre Erbsen- und Austern-Saison.
Der ru s s »fch e Pope in New-sork,
N. Bjerring, frnher Ciganenmacher-Lehr-
Ung, Kellner unb weih der Himmel sonst
noch waS, Hat vom Czaren die „Ka
molafjka" ode, daS oiolette Barett, in An
erkennung seiner Berdienfte um. die grie
chisch russtsche Kirche in New svrk, erhal
ten.
Der „«hrwuldige" Talmage in Brvok
lyn, Beccher's „Amtsbruder", Hat eine Er-
HSHung seines GehalteS von -7000 auf
412,000 beantragt. Er kSnne mit der
obenerwahntrn Bagatrlle schlechterdings
nicht auSkommen, sayt er. Der braucht
etwas mehr als einen Stein, um sein Haupt
draus zu tegen.
In P i t t s b u r g wild jetzt der Sonn
:a>z echt puritanisch gefcicrr. Die Kausta
ben, ilarbieist:ben, die Eigarrenladen, die
WntKschaften, Alles ist glchtosie». Es
tau > en (eme Straheneiscllbahnen, keine
Etsenbahnzuge, keine Wagen, keine Kut
jchen. 'Jiui die Kirchen sind ofjen.
Set bst o> e liberale „Rew Parker
Ltaalszettung" wird jetzt hosfenllich von
ihrer >oi!de>barrit Theorie zuruckkommen,
wetiher zasotge die blohe formale „Bit
dung" gute Biirger unb moralische Meu
schen macht. Eine lungst vorgenommene
statlstische Ausnahnre Hat nLmlich ergeben,
dah im Staatsgeiangmh \\i Anburn New
$Ol f 27 Prediger. feiu Pnester, 42 Adoo
katen uub 13 Doktoren „Terinine" von
g.sherer odei genugerer Lange absitzen.
Tas Testament dev oerstorbenen Ge-
Nci alvikars I (duriis von Omaha Reb.
lautel also: „Lchickt das Bivchen Bermo
gen, das ich hinterlasie, der« Rothlcidende
im Suden."

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