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Luxemburger Gazette. [volume] (Dubuque, Iowa) 1871-1918, November 05, 1878, Image 5

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Kirchtiche Hleuigkeiten.
Jnland.
Die Jesuiten, so erzsthlt der Know-
Nothing Le Duc, der Vorsteher de» Acker
baubstreau» in Washington, die Jesuiten
haben die Olive vor nun 150 lahren zuerst
in den Ver. Staaten. und zwar zunstchst in
California, angepflanzt. Die bSfen Ie»
suiten!
Rev. Schweninger, unser College vom
„Katholischen VolkSblatt" in New Pork,
der kstrztich von einem bedauerlichen Un
salle betroffen wurde, ist nach Erklarung
der Aerzte auher Gefahr. Er Hat durch
den Sturz au» einem Buggy einen Bruch
deS linken Vorderarms und eine Gehirner
schsttterung erlitten. Hoffen wir, dah er
bald wieder im Weinberge deS Hrnn und
am RedactionStifch fein wird!
Correspondenz.
St John'» College. St. Joieph, Minn. (
29. Ociober, 1878 s
Werther Herr Redact.ur!
Fstr Ihre vielen Leser lft eS sscherlich von
arohem Jnteresse zu HSren, wie es in St.
John'» College geht. Jowa. Wisconsin
und Mnnesota sind auch diese» Jahr gut
vertreten. Die Zahl der Studenten «st
nicht gering, aber e» ist viel Platz in einem
solchen grohen Collegium, wie St. John'»
ist. WLren die Zeiten nicht so schlecht und
wstrde da» bersthmte und allgemem beliebte
St. John'» College seine Teims etwa» er»
niedrigen, so hitte e» nicht Raum genug,
um die Anzahl der Studenten zu faffen.
E» ist unleugbar dah die Lage de» Insti
tuis eine anstbertreffliche ist und dah das
Klima Vortheile Hat, die man sonst irgend
wo vergebens sucht.
Die Profefforen sind Leute, die auf Er
fahrung und Kenntnisse Anspruch machen
kbnnen und die durch langjsthrigeS Dociren
wissen, wie ste da» Wohl ihrer Schstler am
besten befSrdern.
DaS College steht unter der umsichtsoollen
Leitung deS hochw'sten Herrn Abtes Alerius
Edelbrock und durch semen Muth und seine
Entscheidenheit Hat er eS zur Lehranstalt
ersten RangeS erhoben.
Wie ich aus sicherer Quelle soeben ver
nommen, wird der Herr Abt fstr die nstchste
Session, die mit dem 1. Februar 1879 an
fangt, die Terms fstr Board und Unterricht
auf sls per Monat herabsetzen, um jedem
eine Geleqenheit zu geben im lieben alten
St. John's College grstndtiche Studien zu
machen.
In diesem Jahre wurden drei neue Brick
gebaude vollendet, ein viertes ist der Vollen
dung nahe. Durch Dampfkraft wird das
College und Kloster mit Wasser veisehen
und durch Steam sogar die Wasche auf das
prachtoollste gereimgt.
In dcr Hoffnung Jhnen, geehrter Herr
Redacteur, von Zeit zu Zeit einige Zeilen
zuschicken zu kSnnen, bin ich achtungSoollst
Ihr Amicus.
E r z d i S c e f e Cincinnati.
Ge. Heiliakeit. Papst Leo XHI., beauf
tragte Se. Eminenz Cardinal Franzelin,
dem hoch». P. Weninger zu dessen Prie»
fter-Jubilstum feinen Glstckwunfch zu mel»
den, mit Ertheilung seines besonderen
apostol. Segen».
ErzdiScefe Milwaukee.
Vor 25 lahren hielt Reo. P. Wenin.
ger in der damal» kauw 6 Jahre bestehen»
den Pfarrei New CSln eine Volksmisston.
Wer hatte geahnt, dah ebenderselbe nun be
rsthmte Missionar von Nord Amerika hier
al» PriestergreiS wieder die lube lm i f
fi o n feiern wstrde ? Und doch ist es so! Am
letzten Sonntag. den 27ten Okt. nahm
die Mission ihren Anfang und schtieht am
3ten November.
Erzdiocese Philadelphia.
Am Sonntag, den 20. Oktober, wurde
die neue St. Agatha-Kirche durch den
hochw'sten Herrn Erzbischof Wood feierlich
eingeweiht. Die Kirche ist 150 bei 75 Fuh
groh.
In ToyleDtown, Pa., wurde der Thurm
der katholischen Kirche, wahrend eines hef
tigen Sturmes, am 23. Okt. beschadigt.
DiScefe St. Paul.
In Preston, Fillmore Co.,,wird eine
neue katholische Kirche gebaut, deren Kosten
auf $2,000 veranschlagt sind.
In Minneapoli», Minn., wurde am 13.
Okt., die von den Dominikaner Vatern
pastorirte Kirche zum hl. Rosenkranz durch
den hochw'sten Bifchof Grace feierlich ein
geweiht. Die Kirche ist 125 bei 50 Fuh
groh und Hat beqem Raum fstr 800 Pcrso
nen.
Diocefe Chicago.
Hiock Jsland, Jll. Am Sonntaa. den
13. Okt., weihte der hochw'ste Bifchof
Foley eine neue Kirche dem T ienste des
Henn.
IU. Die neue St: Michaels-
Schule wird, wenn vollendet, eine Zierde
kstr die ganze Rordseite sein und sich von
keiner Puvlic Schule der Stadt iibetbieten
lassen. Man beabsicktigt, nach stes Flsth
jaht, so bald als die Wlllerung es gestattet,
den Bou des einen, fstr acht Schulen 'ino
Halle bestlmmten Flugels (120 bet 08)
in Angriff nehmen Das Fundament
uud der Rchbau de-r Eidgeschosses fur die
sen Flugel werden diesen Helbst zur Bol
lcndung kommen —Die Kirche zum hl.
Philippus Neri :»i Town Cicero, wurde
am 20. Okt. vom hochw'sten Bifchof Foley
feierlich eingeweiht.
Di o c e f e Alton.
Eine gemeinr Luge. Wie Lstgen fabli
zilt und von gewissenlosen Schurken wciter
veibteiiel welden um Ordensleutc der kath
Kirche zu beschimpftll und zu beschuiupen,
Hat sich in diesen Tagen wieder in Ouinci),
JllS gezeigt. Von einem dortigen C ire
spoudciien cnglischer Bliitter in Sl. Louis
und Chicago winde vie geineiue Luge in die
Well geietzt, dah ein junges llltadchen von den
Monchcnve'fiihit wurde Diese Luge hatte
jedoch schr kurze Beine uud wuide auf ihier
Rundreise durch die Presse von der Wahr»
heit bald stberholt. Da» von einem Schur
ken durch Vermittlung einer notorischen
Kupplerin oerfsthrte MSdchen Hat nstmlich
in voriger Woche Gift genommen und auf
dem TodeSbette da» Bekenntnih Sffentlich
gemacht, dah e» von der Kupplerin dazu
oerleitet worden, einen MLnch al» Berfsthrer
anzugeben. So werden
ten" fabrizirt.
Ausland.
Ein junger .katholischer" Lehrer im Op
pelner KreiS in Schlesien bekaunte offent
lich feinen Unglauben: er glaube nichl an
die HSUe, nicht an die Gottheit des hl.
Geistes. die Menschwerdung Chnsti u. s.
w. Die komqliche Regierung in Oppeln
eibielt daoon zuverlSssige Kenntnih und
entlieh den noch nicht definitio angestellten,
wenn auch schon selbsistandig ats zwerter
Lehrer wirkenden Herrn ga"zlich aus dem
schuldienst, da er bei solchem Unglauben
nicht als Jugendbildner heilsam wirken
kSnne." Auch Zeichen der Zeit!
Am 6. September schloh der Knaben
lehrer Schmitt zu Allendorf bei Fulda in
Oberhessen, einem eigenthstmlichen inneren
Antriebe folgend, die Schule 5 Minuten
vor der festgesetzten Zeit. Unmittelbar da
rauf ststrzte die Decke de» Schulzimmer»
ein und wstrde der stbrigen Verhaltnisse
wegen (Bruchtheile der herabgeststrzten
Decke wogen stber 40 Pfund) sech» bi» acht
kleine Knaben getSdtet haben, wenn sie
noch in den Bilnken gesessen HStten. Kin
der haben ihre Schutzengel.
In Holland rststen sich zehn Jesuiten zur
Uebernahme einer neuen Mission in dem
heihen und ungesunden Central - Afrika.
Am I. December werden die PatreS und
Brstder nach dem Vorgebirg der guten Hoss
nung abreisen. Von da haben sie dann
fllnf Monate zu Fuh quer durch Afrika zu
reifen. Fllr den Anfang gehen im Ganzen
10 MifsionSre hin: drei auS der dentfchen
OrdenS Provinz, drei EnglSnder, drei Bel
gier und ein Hollander; zusammen sind eS
sechs Patres und vier Brstder. Das Rei
segeld fur alle zehn betragt 70,000 Frcs.
Wolle Gott, dah da» Geld bald beisam
men ist, denn eS ist gerade nicht wenig.
Herr Bietor Lalmon, ein Priester au»
der DiScefe RenneS in Frankreich, welcher
daS Unglstck hatte, sich den schweizerischen
SchiSmatikern anzufchliehen, sehnte sich
kurz vor feinem Tode nach einem katholi
schen Priester, um mit der Kirche verfShnt
aus dem Leben zu scheiden. In einem von
ihm verfahten Aufrufe bittet er alle Katho
liken um Berzeihung wegen seines Abfalles
oom Glauben und unterwirft sich ohne Vor»
behalt den Anordnungen des apostolischen
Stuhles. Gleich nach seiner Lekehrung
wurde er von feinen festheren Freunden ge
drangt, zum Schisma zurstckzukchren. Al
lein er blieb ftandhaft und starb als ein
guler Katholik. MSge er ruhen in Frie
den!
In Paderborn, Wrstfalen, haben die
sogen. franzSstschen Nonnen nach mehr aIS
200jahriger segensreicher Wirksamkeit An
fang Oktober ihre Thitiokeit einstellen
mussen. Sie sind nach Neufoille bei
Brsisiel abgereist, wo sie ihre Thiltigkeit
fortsetzen. 30 ihrer Schiilerinnen sind ih
nen dorthin gefolgt.
Europaische Lorresponbenz der
Au» meinem Dagebuch.
Zu Anfang dieses KapitelS mriffen wir
einer Beobachtung erwahnen, die unS
Deutschen sehr auffiel, namlich, dah man
den Priester nicht grstht, weder in Frank
reich, noch Jtalien, nicht einmal in Rom
selbst; selbst BischSfe gehen vorriber, ohne
salutirt zu werden. Wir konnten die Ur
sache hievon nicht aussinden.
Von Bordeaur auS frihrte uns unsere
Reife durch das Departement des Landes nach
Pau. Nimm die Karte zur Hand! Da
hast Du vor dir eine grohe Haide mit
Ginster und Fichten bepfianzt. Es ist eine
traurige, emtSnende Gegend. Hier sahen
wir Drahtfenzen wie in Amerika, um die
Schaafsheerden einzufriedigen Anders
gestaltet sich die Landschaft bei und um
Pau herum. Am 1. September kamen
wir bei den Redemptoristen Patre» an;
trafen auch hier zwei luremburger Sohne
in der Person von Reo. Blum aus Lu»
remburg. Rector, und Pater Zigrang au»
Befort, beide ausgezeichnete Sbhne des hl.
Alphonsus. Die Congregation leistet auch
hier sehr viel Gutes. Die P. P. FranziS
caner und die Jesuiten, auch sie haben hier
gesegnete Niederlassungen, ncbst vielen
weiblichen Congregationen. Pau ist der
Gcburtsort HeinrichS IV. ; man zeigt noch
feine Wiege im wohlerhaltenen Schlotz;
selbes Schloh war auch der AufenthaltSplatz
fiir Abdel Kader und Jfabella'auS Spa*
ni en. Auch Bernadotte. spater KSnig von
Schweden, ward hier geboren. Die Stadt,
mit 30,000 Einwohn rn, liegt auf einer An
hohe und schaut hinunter auf die beiden
Flusse Save und Ossau. Ringsum erhe
ben sich dieAuslSufer der Pyrenaen, die alle
bis zur Spitze hin theils mit Rcben, theils
mit BLumcn angepflanzt sind. Die Vil
la's der Reichen sind wie in diese Gebiigs
kamme hineingesact. Dic heri lichsten 'Aus
sichten gewinnt man von diesen ungehcuren
Hohen aus. (Kostet abcr auch Skvweih,
um doit hiiraufzustlampcln.) Auf dcr
Villa Dareu empsing uns Monstcur D '.reu
und erwieS uns Hospiinliial Er felbfi
lcbie 20 Jahre in New OrlcanS, uno so
that es ihm gut einen Ametikaner m»t sci
nen Freund n bcwirthen zu konnen. Hoch
auf den Bergen siehcn wir, im klaren
Soniienscheln und haben dann Ncoel ru
unsern Fuhen; unwillkuhrlich muhlen wir
bier auSrufen: Omnia opera Domini lau
date Dominum (Alle ihr Werke Gottes lo
bel euren schopfer)! D n Wmter kennt
man nicht; zweimal im Jahr zieht man
Kraut. Welichkolir gibk hier das Bros
ab frir den gew3hnl'chen Mann.
Bei der Abendandacht in dcr Patrekca
pelle sin g t «egan zeG e m ind e,
und zwar iheila in Latein, tbeils in Fran
zSsisch Die Capelle war Audachiigen
gesulli, und wir eibautcir uns sehr ai. der
reliziisen Haltung der Betenben. l'ioie»>,
ereseas, kleines CupeUchen!
Peregrinus.
?iif cm inir ft c r Gaze re
vereinigte Staaten.
Hierfchtgedanken.
De Summer, de Summer huot fort scch gemacht;
Seng Rose sin dod, de onS ftendlich grlacht.
Fort vun es sen Schmuolvrn, fort »un eS gezuo'n,
An d'Hemecht am Sude», duor sin se grflu'.
De Summer, de Summer, den a- net me do;
Seng Blumen, seng Bleen, de sin em all no;
De gude Beroch. an hir Farwen srn hin.
En zeitleche grascht huot en rkn LuodeSstuo» gin.
De Summer, de Summer, den aS nu vergang,
'T as Hieresch», an't da u ert nu guor net me lana.
Da kent ons de Wanter entgent mat Gewalt.
E brengt ons seng Stirm a seng tropeg Gestalt.
De Summer vum Liewen, de kreit och en Enn ;
Drrm pleckt irch seng Frichten mat firihegen Pann;
An halt irch, 'we d'Schmuolmesch, »um Alee berct,
An d'Hemecht do uowrn, de eweg brstet.
Random Lake., Wis., N. E. Brcker.
Herr John Conter in Carroll, Jowa,
Hat don wieder einen schSnen MSbelstore
erngerichtet. John Hat sich diesen Sommer
in der Ferne umgesehen und ist dann nach
Carroll zuriickgekehrt. Er Hat Recht ge
habt.
Am 10. Juni 1879 wird hochw. Herr
Karl Raphael an der St. Bernhard» Kirche
zu Paoli, Wisc , sein 25jShrige» Priester»
lubilaum feiern.
Au» Chieag, wird un» ein schwcrer
Schlag gemeldet, der unsern Freund Herrn
N. Bernard betroffen. In der Nacht vom
14. auf den 15. d. M. brannte die grohe
und gerLumige Mobelfabrik der Hrn. Whit»
mer und Bernard, Ecke der 18. und Canal»
strahe, nieder bis auf den Grund. Der
nette Verlust der Firma betragt »10 —12,
000 riber die Vesicherunq. Der Verlust ist
um so grStzer, als das Geschaft eben grohe
Contracte an Hand hatte, die so verloren
gehen. Wir zweifeln nicht, dah die Firma
daS Ungluck oerwinden wird und bald wie»
der an der Arbeit rst.
Einem Schreiben aus South St. Loui»,
(Carondelet) Mo., entnehmen wir da» fol
gende Item. Herr N». Schartz Hat dort
letzte» Friihjahr einen hiibschen Laden mit
eiserner Front erbaut, 45 bei 21 Fuh, und
trcibt ein Schuh- und StiefelgeschLft drin,
das recht gut geht, trotz der schlechten Zei
ten' Es freut uns dies zu horen und hof
fen, dah Herr Schartz in Zukunft ebenso
gute Fortschritte macht, wie bisher und ihm
des Hrmmels Segen zu Theil werde. Wir
danken frir die Anerkennung, die er der
zu Theil werden laht.
Unserm Landsmann M. Mohr, auslste
mich, dem wrr wahrend des kurzen Aufent
haltes in Daoenport einen Besuch abstalten
konnten, wurden, wie er uns erzahlte, »3 00
aus der Schublade gestohlen, als er sich auf
eine Minute aus dem Geschafte entfernt
hatte. Glrickllcherweise hatte Mohr sein
Packetbuch zu sich genommen, sonst ware er
an jenem Tag nicht so leichten Kaufes da
von gekommen.
Herr Christ. Conrad au» Port Wash
ington stattete kiirzlich feinen alten Frean
den in Kenosha einen Besuch ab. Er kam
dort sehr willkommen, schreibt man un».
Am Samstag, den 19. d». Abends, starb
in Dacada, sheboygan Co., Wisc., im
Alter von 28 lahren, Susanna Schoeder,
Ehegattm von Nicola» Schoeder, und Mut
ter von zwei kleinen Kindern, am Nerven
fieber.
Die Eltern der Verstorbenen (Schrantz)
stammen von Diekirch und gehSren zu den
ersten Ansieblern der Gegcnd.
Herr Schoeder selbst ist gebrirtig aus
Wolker, Provinz Luremburg. 11. I. P.
Die Doppelhochzeit in der Familie Die
grell in St. 'Anna, Calumet Co., von der
wir kiirzlich meldeten, fand am 15. Octo
ber statt, wie wrr nachtraglich horen.
funften Distrirt von New Nork
(Stadt) ist der bisherige Abgeordnete, unser
Landsmann und Schulgenosse, Nicholas
Muller, von den Demokraten wieder frir
Congreh ausgestellt worden, was gleichbe
deutend mit seiner Erwahlung ist. Mril
ler Hat sich dadurch das BekLmpfen der pro
testantischen Prosyletenmacherei in der Ma»
rine bekannt gemacht. Auch in der Geld
frage huldigt er gesunden Ansichten und ist
nicht von deS GreenbackS Blasse angekran
kelt.
Correspondenz.
Sehr werther Herr Gonner!
Die vorletzte Nummer der geschatzten
„Luremburger Gazette" bringt uns eine
kurze Noti» über die Ertheilung der hl.
Weihen in Notre-Dame, Jnd., bei welchen
zwei unserer Landsleute daS hohe Gluck
hatten, zur hehren Priesterwllrde erhoben
zu werden, namlich: die H.H. N. Stoffel
aus Holzem und P. Johannes aus Eischen.
EtwaS Naheres über dieselben. sowie deren
Primizfeierlichkeiten wird Jhnen daher
wunschenswenh sein.
Beide Herren betraten ihre studieubahn
im Jahre 1868 im 'Athemium in Lurem
burg, mit dem Endziele sich auf die Pne
sterwilrde auszubiloen. Dort fvlgten sie
den oerichiedenen Eurie bis auf Secunda,
als sie voll von Nachstenliebe uud Aiisopse-,
rung den lobenswerlheu sahten,
ihr Leden, ihre Kiiisle, kurz ~'Alles'', dem
lieben Gotte aufzuopsern uud m seinein
» ienste sili das Wohl und Hei', der Mit-'
menichen in den Mi stonrn Anterikas zu ar
beilen. besonderS au der Ctziehung der Fu
gend. Im F.ihre 1874 v rliehen sie daher
ihre Eltern, Freunde und heimath uud
traten in die Rerhen der Milglieder der Ge
scllschaft vom hl. Kreuz m Notre-Dame
ein. Nach Beendigung der klassischen
Studien, sowie der Philosophie, und iiach
Ablegung der ewigen Geludde. bekleidtte
Herr Johannes auf tangere Zeir eine Pro
sessorstelle im Sr. Joseph's l ol! ze, Ein
cinnat», Ohio. Bon voit ader , .iidberu
feii, wurde er zum 'Assiist.uten deS lltovi,en
meisters erwiiylt, welche steUe er biS zu
seinerPriesterweche innehalte. Sein liste»
hl. Mehopfer biachic er daher auch, 14.
v. M. im Noviziale unter sciueu'Auempsoh
lenen dar, die ihn mit Schmerzen aus ih:er
Mitte scheiden sahen. Darauf reiste er mit
Reo Father Schumacher. Waterford, Wis.,
nach dessen Heimath in WiSconsin, um dort
ernige Tage in Mitte seiner Bekannten und
Freunde zuzubringen, wonach er mit der
Seelsorge beauftragt werden wird.
Herr Stoffel blieb bestandig in Notre-
Dame, Unioersity, wo er als Professor der
alten Sprachen die besten Leistungen er
wirkte und sich der grShten Liebe und de»
ZutrauenS aller, besonders der Studenten,
erfreut. Seine Primiz celebrirte er am
20. Oktober, am Feste Puritas 6. M. V.
in der St. Joseph's Kirche, Mishawaka,
Jnd., wozu ihn der dort wirkende leutseli
ge und seeleneifrige Vater Oechtering ein
geladen, welcher Alles ausis feierlichste
fur diesen den schonsten Tag eines PriesterS
bestellt hatte. Vierzehn kleine, weihgeklei
dete Madchen empfingen den Primizianten
am Ciagange der Kirche und begleiteten ihn
vor den Altar des Sanktuariums. Nach
dem Absingen deS Baeerdos", etner
mehrstimmigen Composilion von Franz
Witt, welche das von Hrn. Winkeler gelei
tete und eingeschulte Chor auf Meisterart
(Mishawaka besitzt nSmlich ungetheilt daS
beste Ehor des Staates) vortrug, traten
zwei kleine Madchen vor den Primizianten,
von welchen die eine ihn im Namen der gan
zen Gemeinde beglstckwilnschte, und eine
Adresse voll der kindlichsten und innerlich»
sten Au-drstcke zLrtlicher Liebe verla», wo
rauf die andere Kleine einen Blumenkranz
zur KrSnung de» Neugeweihten prasentirte.
Nach Beendigung dieses, begann das hl.
Mehopfer, bei welchem die H H. M. P.
Fallize C. S. C. unb Ph Walfch C S C.
al» Diakon und Subdiakon, und Hochw.
Vater Oechtering als Hillf» Priester des
Primizianten funairten. Vater Oechtering
selbst hielt die Fcstpredigt, eine Festrede im
wahren Sinne des WorteS. In der Ein
leitung beruhrte er die Feierlichkeit, die
Prioilegien und Scho.lheit einer Primiz,
wandte sich dann mit Uebenden, vaterlichen
Worten an den Neugeweihten und hielt an
rhn eine langereAnrede, bei deren Schluh er
den Segen frir feine knieende Heerde bi
gehrte, den der Primiziant dann oom Altare
aus ertheilte. Mit Worten voll Salbung
und Begeisterung erging sich der Festredner
dann Lber die Wurde de» PriesterS am
Altare, seine Macht im Beichtstuhle und
dessen sendung al» Lehrer.
Eine auhergewShnliche Menge von An
dersglaubigen, welche herbeigeellt waren,
dic Ceremonre in Augenschein zu nehmen,
befanden sich unter den ZuhSrern und
sicherlich wurden sie von den Lippen des ge
wandten Redners in manchen Wahrheiten
und Lehren der katholischen Kirche unter
richtet, an welche sie in ihrer leeren Reli
gionswissenschaft nie ermahnt wurden.
Nach Beendigung der hl. Messe sang
man das Gott wir loben Dtch",
welches aus tausend Stimmen mit Macht
unb Kraft zum Himmel emporstieg als
Danksagung, dah nunmehr wieder ein
Diener mehr im Weinberge de» Herrn ar
beite, um durch Wort, That und Gebet die
Seelen seiner Mitmenschen zu Gott und
zur ewigen Herrlichkeit zu bringen.
MSge der AllmSchtige die Neugeweihten
mit Gnade und StSrke ausrsi stcn, da mit sie
lange unter unS wirken u. deren Bemsthun
gen reichliche Frstchte tragen werden.
Vum Har vum, echte Kuor a Schrot".
«eine Reife nach dem Weste»
und Norden.
IV.
Dut, tut, ali abord for Port Wiishin*;-
ton, Centerville, Sheboygan and Manito
woc, so rief man, als eS am 22. Augun
halb sieben Uhr MorgenS auf der Lake
shore Bahn abging zum Besuch der lieben
Landsleute in Town 17 Manitowoc Co.
Hier hatte ich das Glrlck den sogenannien
..Bummelzug" zu erwischen, obschon ich ersier
El. bezahlt hatte. Es war namlich ein
Fracht» und Personenzuq, AccomodationS
zug. der an jeder Fenzecke anhielt. Wir,
d. h. ich und noch so ein Unglucklicher, das
ganze reisende Personal, amusirten uns auf
der Bahn oorwarts zu laufen, um zu sehen,
ob AU es in Ordnung sei. Genug, nach
elfstundiger Fahrt haite ich mein Ziel Cen
teroille, eine Eisenbahnstation und Lager
biersaloon erreicht; distance about 37 miles.
Es war sechs Uhr Abends. Wohin mich
wendenum nach Osmann,Town 17, Meme,
zu kommen, wuhte ich nicht. Da erblicktc
ich in der Ferne eine katholische Kirche und
wanderte hin. Sie war, gewih keine Kleinig
keit, eine Meile entfernt, da ich selbst 180
Pfund wiege, eine H» dtasche mit gelade»
nen Pistolen, zwei weihe Halstucher und
dret Papierkragen zu schleppen hatte. Hier
traf ich den plattdeutschen Jockel und
letzeburger" Peter Hostmann, der eine vcr
kauft Schuhe und Strrimpfe, St. Jacobs
Oel, Nahmaschinen, fertige Kleider, Mah
maschinen, Strohhute, Blitzableiter, Hat
Feuer- und Lebens Versicherungs Agentu
ren und ist zugleich Kuster in der Kirche.
Was will man noch mehr? Pitt Hoffmann
ist sein Partner, er verkauft blos Bier.
Ob'S Bier gut ist, fragst Du mich. Geh'
versuch's mal!
„so. Du willst zum Ehul an dem Frenz ?"
„Jo, jo! Mike, fpan emol de zwen Heng
sten un" und um 8 Uhr g:iig's ad nach Os
man Pasha W iltenbach Propi letur. —Zch
muh dir j gen, Onkel, urlterwcgSjivurde es
mir unheimlich, denn rechis uno tliiks —11
Uhr l achts —sah ich ~ Lraulichlet", sagte
aber isichls, denn als ich nachsten Morgen
t.ie sachc untersuchte, fand ich, dah es
stumpen und Baumstamme wa
ren Um Mitt rnacht kamen wir an. Franz
wurde mit Frau und Kindern aus de>".
Beilc aelrommeik, an meine bieite Biu,t
gednlckl uud gckiisit, ja auch die Frau, denu
versiehe. wir sind Blulsverivundie, leevte
me in e Pijtolen, denn hier war ich ja auf
Freundrsbodeu u. legte mich um zwei Uhr
Morgens zur Ruhe.' Um 5 Uhr horte ich
schon Larm, schaute zum Fensier hmautz u
sah Frauenziunner Holz hackeu —was, wie
tu, spater erfuhr, m den „letzeburger setk
leinentS" 9 aus 10 Frauen ihmr mussen
um das Fciihstuck zu bere.ien, unv va glaa
den die Farmer noch, sie haben allein olle
schwere li!e .t ans dieser WeU zu verrich
ten, z. B. da.> kalie Vier aus oen harten
Stuhl.i. zu trinken u. s. w. Nun richle
ich m.iiic Vlickc uach der uud was
sah ich? Einen Mann mit den Handen in
drr Tasche kreuz und quer daherlaufen; ich
dachte, er sei benebelt, rief meinem Freund
und sagte ihm: Kuck mal, e» ist ein Mann
in deiner karn/arcl, er lSuft hin und her
wie irrsinnig. „OH nan, mei Jong, de
wellt enq well Ganz senken zum Lreakfast."
Ma jo Frenz, we kann en dann dat, kuck, en
huot jo d'HSnn an der TLsch."
Um 8 Uhr Morgen» ging'» zum „Ehm";
wir trafen ihn am Frsthststck, halb gekleidet.
die Flasche neben ihm, gefllllt mit was man
bei uns Whiskey nennt. hier aber unter dem
Namen Lightning" bekannt ist. Kills
at forty K(kls. „Ma Ehm, warum sind
Sie zu so spater Stunde noch nicht ganz
angekleidet? Nun lachte „Sis" laut. „Ge>
stern Abend kam ich durch „de Besch, do
gesong ech e so e schen Deerchen, d'wuor
eng Fred, du duocht ech, de Pelz, den as
seng fenf Tollar werth. Ech hun et mat
engem Buonestach duotgeschlo'n an huolen
et hem, do seht eise Jong: Pap, wat
huod der dan elo?" „E shent Deer, mei
Jong, d'Herren aus der Stadt, gin ei» gLr
5 Dollar fir de Pelz. „Kerje, wat richt dann
efuo? Pfui, dat a» de lebendege Satan."
„Den net an d'LauS durft goen, bi» seng
Kleder am Drepschlag luogen,dat warech."
't war eng Stenkkatz!"
Nachdem ich eine Woche gemstthlich hier
zug. bracyt, den dicken 400 pfstndigen Wirth
le»tgen'an der Greenbayroad besucht, beim
Kettenhosen in Manitowoc manche frohe
Stunde erlebt und verschiedenen „geie
rigen Landsleit de Marsch gemacht hatte,
dah se d'„Gazette" net halen", da» badi
sche Seltlement St. Nazianz mit seiner
wirklich feinen Kirche besucht, nahm ich auf
unbestimmte Zeit Urlaub und reiste nach
Town 12. „wuo de Jrisch (Irlander) letze
burger Deiisch schwetzen."
Mein Empfang in Port Washington,
war über mein Erwarten. Dr. Scholl,
Math. Glaesener, Wellenstem und- der
joviale A. Hein machten mir den Besuch
angenehm, letztere war eben in der Erndte,
er hatte ,ein sechzehntel" Acker Hafer abzu
nehmen.
Pap, Pap, schrie jetzt mein Carl,
de dann de ruode Klos (Gin der »ch alt do
zu Port Washington?—Red.) net gesin zu
Port Washington?" Iongl" Seit
dem Krieg ist er nicht mehr, ruode Klos",
sondern em Gentleman Mr. Colling mit 3
l ebenswsirdigen, mutterlosen Kindern; frei
tlch er Hat mich sogar umannt und dachte
noch an den Feldzug. Was mir gefiel und
nicht gefiel in Town 17 und 12 werde ich
spSter schreiben, unterdessen bleibe ich stets
de Jong vu Lchwrtzbrngkn un drr Musrl.
Krohyerzogthum.
DaS zwritc Examen fur die Candidatur
in Naturwrsienschaft haben kiirzlich bestan
den:
Mit Aaszeichnung:
HH. Cary August von Luremburg und
Nepper Philogon von Junglinster;
Mit Befriedigung:
HH. Ackermann Felir von Luremburg,
BSoer Johann von Holsthum und Kopp
Joh. Nikolau» von MunShaufen.
Der letzthin genannte Hr. Grechen ist der
Erste, welcher vor der Jurtz fur die Natur»
wiffenfchaften da» Eramen „mit grShter
Auszeichnung" bestanden Hat.
Rirderkerschen. In dem an da» Wohn
hau» stohenden Schuppen des HandelSman»
mes I. P. Laur brach am Abende deS.6.
Ocrober'S eine Feuersbrunst auS. Der
erwahnte Schuppen war mit Heu u. Stroh
so wie SchreinergehSlz angefullt. Die em
porschlagenden Flammen dehnten sich sofort
auf das Wohngebaude aus und war es den
herzueilenden Dorfbewohnern nicht einmal
mSglich, die Mobeln vom Stockwerke zu
retten, doch konnten die Waaren deS LadenS
den Flammen entristen werden. Die Fen
erspritzen der Petinger Eisenbahn-Werkstat
ten mit ihren an der Spitze trafen
noch rechtzeitig an der Brandftatte ein, um
die Einascherung der anstohenden Scheune
und Stallung des Ackerers H. zu verhin
dern. Laur. welcher versichert ist, erleidet
einen Verlust von circa 15,000 Fr.
Der Diekircher Dreieck Correspondent be»
klagt sich, dah die Eisenindustrie de» Groh»
herzogthums nicht auf der Pariser
stellung reprafentirt So weit Hat er
Recht. Unrecht Hat er aber zu sagen, die
Regierung sci gSnzlich Schuld daran. Die
Minetts Herrn haben den Fehler begangen;
jetzt wird thr Fernbeiben sie reuen und nun
greinen sie. Etwa» anders ist die Politik,
etwaS anderS die Industrie ihr Herm! Sie
wollten der Regierung einen Trick spielen
und haben sich selbst den Finger in's Auge
gerannt. la, so gehl's oft.
Die Zeitung" ist wegen
Beleidigung des Pastor's von Riimlingen
vor Gericht citirt worden.
Ueber die Verwaltung der luremburger
Tramways. so nennen sie die Pferdeeisenba
hnen auf guljDeutsch, werden in den offent
lichen Blattern schwere Klagen laut.
Es wird mitgrthcilt, datz Herr Fr.
Marhieu, DtstiUateur in Fristngen eine sil»
berne Medaille fur feine Visure und eine
Ehrenmeldnng fur seinc iibngen Pryducte
auf der Pariser Ausstellung erhallcn Hat.
Etteldrust. Der diesjahrige sogenannte
„grosre Markt" «ar gar nich: oom Wetter
degunstigt und die Freguenz war nichl so
stark als in fruheren lahren. Odschon
viet verkaun ivurde, war der Handel zieui
lich stau.
2t?ic wir vernrhmrn, ist Herr Tony
D rtreur. der Ausstellungs Commifsar des
Grohherzogthum» in Pans, zum Rstter des
NlUerordens von san Manno ernannt
worden. Wre schon genreldet, wrrrde auch
Baufuhrer Siezrn dieselbe Auszeichnung
zu r aerl.
Der Hat sich
fur den Bau einer B-.ucke über
d,e 'losel .'ntschiedeiz ' somit ist der erste
in dieser «ichiigrn Lache geschehen.
Prinz u..v Prlnzesfiu Seiniich sollen
gegen dc»« '7. Oktober in Isuremburg ein
j getroffen tet.:.
Herr I. Knrpper von Kehlen ist zum
District- Architekten in Diekirch ernannt
worden.
Unsere Nachrichten au» der lieben Hei
math sind dieSmal fparlich, doch wir musten
dieselben nehmen, «ie sie kommen.
Ner-Ifch-«Lruke»H«rg.
Das Dorf A t tert vergrbhert die
Wohnung seines Lehter» und Nobresiart
richtet sein Schulhaus neu ein. Die erste
Arbeit kostet ewa 9,000, die letztere 13,000
Franken.
Z u Anli e r r»h am 13. Oktober eine
Dame, Mad. W. ihr 15. Monate alte»
kleines Kmd mit Lebensgefahr vor den RL
dern eineS schweren Gespannes weg. Ein»
der RLder hatte bereits die Kleider des Kin
des stberfahrcn.
Am 13. October legte eine FeuerS
brunst die Wohnung deS Taqelohners Pa
quet in Aye in Asche. Mobiliar, Erndte
und mehrere Stiick Bieh wurden ein Raub
der Flammen. Man muthmaht, dah un
vorsichtige Kinder das Haus anaeziindet
haben. Berlust 4000 Fr. Verstcheruug
1500 Fr.
Zu FaiS-leS-veneur» ist der friihere
Gendarmerie- Brigadier Jaeque», versehen
mit allen Sakramenten der h. Kirche, ge
storben. Derselbe war lange in Arlon sta
tionirt und beliebt. R. I. P.
Der lahrm ark t, der am 3. Octo
ber zu Arion abgehalten ward, war schlecht
besucht. Geschafte wurden fast keine ge»
than; es waren nur 4 Stiick fette Ochsen
beigetrieben worden.
Z u F r e u r wird ein Schulhaus errich»
tet, das auf 34, Fr. angeschlagen ist.
Von Martelingen nach Tintelin»
gen wird ein neuer Communalweg gebaut,
der auf 11,500 veranschlagt ist.
Herr C. V A. Papier ist zum Ein
nehmer der direkten Steuern zu Barvaur
ernannt worden. Nach Bouillon kbmmt
als Controlleur der Douane Herr M.
Thiry, Verificator, und zum Zolleinnehmer
nach Sterpenich Herr R. Carmoy.
Die KrammetSoSgel werden in
der ganzen Provinz aufgekauft und in
Massen nach Briiffel gesandt. Handler
durchziehen die Ardennen zu dem Zweck und
bezahlen die Vogel auherordentlich theuer.
Am 4. Oktober zerstSrte ein Feuer
einen Getreideschober des Hrn. Jacquemin
I. B. zu Porcheresse. Verlust 600 FrcS.
Versicherung 500 Fr.
H er r I. A. C o u l o n Hat feine Ent»
lasfung ais Schosse der Gemeinde Malem»
pre (Marche) eingereicht.
Am 29. September wurde eine von der
Kirmeh zu Hardigny nach Bourcy (Bast»
nach) heimkehrende Wittwe unterweas von
zwei Strolchen angefallen und schrecklich
zugerichttt. Ihre sie begleitende Tochter
entkam und brachte Hiife au» dem Dorfe.
Man hob die stbel zugerichtete Frau auf
und brachte sie nach Hause. Rache scheint
das Motio der That gewesea zu fein.
Saar, «osel, «ifel und HuuS»
rLcke«.
M e tz. Eeit einigen Wochen waren hier
und in der Umgegend grohe Ptakate ange»
schlagen, durch welche die Glaubigen zu
dem jedeS Jahr in dem nahe gelegenen
Villers lOrms zu Ehren von Xotre Darne
-Je la Salette abzuhaltenden grohen Wall
fahrtsfeste eingeladen wurden. Dreser Ein»
ladung folgten 2000 2500 Wallfahrer
aus allen Theilen Lothringens und den be»
nachbarten franzSstschen Gegenden; auch
von hier waren vielr Pilger zu Fuh und zu
Wagen erschienen. Da die Wallfahrts»
Kapelle uur fur wenige Andachtige Platz
Hat, so wurden die Predigten im Walde ab»
gehalten.
Z u Liese m trug sich an einem Tage
Mitte September eine originelle Jagdge»
schichte zu. Zwei JLger jagten einen Fuchs
aus einem Kartoffelfeld in's Dorf und
Meister Reineke retirirte in den sog. KSlner
Hof. Man schloh das Thor und machte
Jagd mit Gabeln, Flegeln und KlSppelea
auf den geangstigten Hsthnerdieb. Aber das
Thier wuhte einen AuSweg und sprang noth
gedrSngt zum Kellerloch hinein. Im Keller
selbst war die Frau des HauseS eben be»
schaftigt und entfloh mit grohem schrecken.
Jetzt wurde im Keller auf den Dieb Jagd
gemacht und derselbe nach vieler Muhe
schliehlich getodtet. Reinecke wurde nun
mit Musik durch'S Dorf getragen und so die
gerade gefeierte Kirmes auf unerwartete
Weise verfchonert.
Zu C o ch e m Hat am 20. September die
Lese der Fruhburgunder begonnen. Die
Trauben haben durch den Sauerwurm stark
gelitten.
In der Gegen d von Wadern Hat
Eade september die Kartosfelerndte ihr
Ende erreicht. Dieselbe ist quantilativ und
qualitatio gut ausgefallen.
Z u Bad e m bei Littburg feierte am
23. September Psarrer Jacob Merz sein
50jahriges Priefieljubilaum. Dasselbe
Fest ieierte anr Tage vorher Herr Pastor
Peter S chiis.
Km 3. O k i o b e r vergiftete der Photo»
graph Paul F. aus Colu eme junge Dame
Frauziska O. in euiem Gasthause zu !rier
mit Cyankalt. Der Morder ist in der
Hand der Gerechligkeil. Ueber dem Ver
brechen schwebt ein gewisseS Dunkel.
U m Tri e r herum haben zwei Haupl
producte, Heu n Gelreide, emen gulenEr
lrag geliefert. Heu gab einschliehlich des
zweilen schnilres und der beiden schnitte
u, Klee fast den Ertrag erner ge
wohnlichen Erndle, das Getreide einen gu
ten Mittelrrtraz, Roqgen und Gerste st«l>
lenweise weniger, Weizcil und Haser desio
mehr, so auch die Hulicnsruchle. beionders
Crbsen. Von den Kaiioffelu ist ein segens
reicher Crtrag zu erwauen. Weihkohl unlp
Rurikeliubcu gadru rcichUchen Ertrag.

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