OCR Interpretation


Luxemburger Gazette. [volume] (Dubuque, Iowa) 1871-1918, January 09, 1883, Image 5

Image and text provided by State Historical Society of Iowa

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn84027101/1883-01-09/ed-1/seq-5/

What is OCR?


Thumbnail for

Schiiler, so dah wir nicht den geringsten
Platz übrig haben. Trohdem wir Schuler
verschiedener dkationalitat und Neligion in
Masse haben, wohnen meist aUe dem christ
lichen-Religionstlnterrichte bei.
Die lefuitenvater haben hier ein Colle
gium gegnindet, doch ist mir die Zahl ihrer
Zogtinge jeht nicht bekannt.
Die Franziskanervater sind im Kegrisfe,
eine neue Pfarrei zu errichren, um den sta
tholiken das Horen der h. Mesie zu erleich
tern. Die meisten Soldaten der englischen
Armee sind katholisch und, obschon sie ihre
eigene Militarseelsorge haben, leisten ihnen
die Franziskanervater manchen Diensi.
Schon mehrmals sind h. Messen in arabi
schen Moscheen gelesen wordcn, ohne dah
die Araber Cinwand erhoben.
Die Bevolkerung von Alerandrien ver
mehrt sich sehr schnell, kein !ag vergeht,
ohne dah die Schiffe nicht 300 bis 400 Pas
sagiere landen. Auch zum Ausbau der zer
ftbrten Hauser trifit man Anstalten. Ich
kenne manche Familie, die fruher wohlha
bend war und heute sehr bedurftig ist.
Was die Schulen und Schulbriider in
Ramleh anbelangt, so haben sie Alles ver
loren, nur die Mauern der Anstalt stehen
noch da. M.
WeftfiUischer und amerikanischer
In keinem Theile Deutfchland's sind die
Proteste gegen daS Berbot der Einfuhr von
Schweinefleisch energischer, als in Westfa
len, der Heimath der „achten" westfalischen
Schinken. Aus Gutersloh ist eine beson
dere Delegatio» nach Berlin gereist, um wo
moglich, Bismarck selber von feinen Borur
theilen gegen das amerikanische Schwein
abzubringen. Und merkwurdiger Weise
sind nicht nur die westfalischen Arbeiter,
welche sich seit lahren von amerikanischem
Speck genahrt haben, eifrige Anhanger des
amerikanischen SchweineS, sondern auch die
Produzenten der beruhmten westfalischen
Schinken selber stimmen in seine Bertheidi
gung gegen die schnoden Angriffe ein, welche
es wegen seiner angeblichen Trichinengc
fahrlichkeit erfahren muh.
Letzteres Hat freilich seinen eigenen
Grund.
s>
ist schon eine Reihe von lahren her,
dah der Besiver eines Cincinnatier grohen
„Pork-Hauses" bei einer euro
paischen Reise auch Westfalen besuchte und
dort an Ort und SteUe Studien über dos
Wesen der achten westfalischen Schinken
machte. Bei dieser Gelegenheit schloh er
mit dortigen Geschaftsleuten Contracte über
Lieferung von amerikanischen Schinken nach
Westfalen ab. Das Gefchaft fiel fur beide
Theile vortheillioft ous. Der hiesige „Pork
packer" hatte sich daruber unterrichtet, rvelche
Schinken man drauhen vorzicht, und lraf
danach fciitc Auswahl. Cs sind die mage
ren Schinken, welche von tiier noch Westfa
len gehen. Sie werden hier nicht ganz fcr
tig gemacht, sondern die letzte Haud wird
in Westfalen daran gelegt, so dah sie von
den „achten westfalischen" selbst von Ken
nern nicht zu uuterscheiden sind. Mogli
cher Weise zeichen sie sich noch dllrch beson
deren Wohlgeschmack aus. Das Gefchaft
ist von kleinen Anfangen ;u einem recht
umfangreichen und eintraglichen herange
wachsen.
Chicaflo. Zn der St. Peters Kirche
sank, ivie das „Kathol. Wochenblatt" be
richtet am Weihnachtsfeste wahrend des
Hirtenamtes um halb <» Uhr der
plotztich uni 2 ssutz. Die Kirche war voU
von Andachtigen, welche natiirlich in
die griihte Berwirrung geriektien und angst
erfiiUt die AusgSnge zu erreichcn suchten.
Glucklicheriveise ist hierbei Niemand be
schadigt worden, und man hofft, daft die
Kirche selbst bald wieder benutzt werden
kann. Wahrscheinlich war das Holzwerk
durch die dumpfe Vuft des Erdgeschosses
morsch geworden und fomite dem Geivichte
der auherordentlichen Zahl der Besucher des
Gottesdienstes nicht mehr Widerstaud
leisten.
h
Ter hochw'ste Bifchof Bouraes von
Detroit Hat am Feste des hl. Apostels und
Evangelisten lohannes die neue Kirche in
Fowler, Clinton Co., Mich., feierlich ein
geweiht. Fowler war friiher nach West
phalia eingepfarrt und wird jetzt von dem
hochw. Hrn. B. HolthauS Rektor der Ka
tholiken-Gemeinde in St. lohns, pastorirt.
Rev. M. G. BanterS, ein Priester der
Dibcese Detroit, ist in seinem Geburts
lande Holland am 2. December gestorben.
Rev. Martin Gottfried Canters war zuletzt
Rektor der Katholiken Gemeinde in 'West
Bay City, Mich.
DiScesePi t t s b u r g.
Das Befinden des an einem Herzleiden er
krankten Blschofs Tnigg Hat sich so gebessert,
dah die Aerzte jede Gefahr fiir beseitigt er
klitren.
Hnglaud. Ein protestantischer kord Hat
sich kurzlich verpflichtet, jahrlich 40,000 Mark
zebn Jahre lang zum Bau eines Klosters
m» Kirche beizusteuern, unter der Bedin
{gmg, dah von anderer Seite die noch seh
enden 280,000 Mark hergegeben werden.
Bald darauf waren die 280,000 Mark ge
zeichnet, darunter 100,000 Mark von einem
rinzigen Edelmann, Mr. Morlei, von einem
anderen 50,000 Mark. Dies Beispiel ist
darnach angethan, sowohl die katholisch sein
wollenden Kirchenstunner in andern Van»
dern zu beschamen, als auch diejenigcn Ka
tholiken, welche sich nicht bereit sinden las
sen, eine Kleinigkeit von ihrem Ueberflusse
auszugeben, wenn es sich um religiose
Zwecke handelt.
Der Papst Hat 12,000 Fr. zum Ankauf
von Betten fur die Armen angewiesen.
Selbst von Sorgen schwer bedruckt, Hat das
viiterliche Herz Veo's XNI. immer noch das
Mitgefuhl fur die leidende Menschheit.
Wie viel Gutes und Grohes wurde dieser
hochherzige Papst zu leisten im Stande sein,
wenn ihn nicht die Herrschsucht und Unge
rechtigkeit seiner Einkiinfte und seiner
Macht beraubt hatte.
Lchinken.
Kirchtiche Neuigkeiten.
Inland.
E r z d i o c e s e Chicago
D i o c e s e D e t r o i t.
A«Ola«d.
o
' Bereinigte Staaten.
Getraut wurde in St. loseph, Viver
more, Kosinth Co., lowa, durch den hoch
wurdigen Herrn Zigrang am 26. Dezember
Herr I. B. Altmann von Vivermore, mit
Franlein Anna Erpclding von St. loseph.
(Gliick zum Bunde!
Alls Tipton, Milchell Co., Kansas,
schreibt uns Herr P. Gengler am .30. Te
zember. VetzteS Jahr haben wir nnsere
Kirche vergrohert, so dah sie jetzt groh ge
nug ist fur die 58 Familien der
Jeden Monat erhalten wir zweimal h. Messe.
Dieses Jahr hatten wir das Gliick, auf
Weihnachten drei h. Mesten zu horen, was
hier in Tipton noch nicht vorgekommen ist.
Die waren von Nah und Fern
herbeigeeilt und das Gotteshaus war auher
ordcntlich gut besucht. P. Clemens 0.8. P.,
blieb auch auf St. Stephanus bei uns und
celebrirte ein Hochamt. Dcr Winter war
bisher wild; St. Nicholaus brachte etwas
Schnee, der aber bald schmolz. Am 22. u.
23. Dezember flogen die wilden
nordlich, als gabe es Fruhling, doch heute
ist eo wieder kalt nnd schneit ordcntlich.
Die Gegend hier herum ist gut zur Bieh
zucht. Die Kuhe sind heiler kraftig und
g»lt in der Mich. Schafzucht wird hier
ebenfalls mit Erfolg betrieben.
Wie uns Herr I. P. laminet mittheilt,
geht die Erpevition, die er zu einer Reise
nach dem Grohherzogthum arrangirt Hat,
am 21. April von New Bork ab. Dieje
nigen, die sich daran betheiligen ivollen,
sollen unverzuglich sich niit Herrn laminet
in Berbindllna setzen. Adreste: Mr. I.
P. laminet, Juatice of tke Peace, Mon
roe, Michigan.
Ter »Port Washingtou Zeit." entneh
men wir das folgende Item °.
Samstag, den 23. Dez., wurde hier
sPort Washington, Wisc.) eine alter An
siedler, Nicholas Kutten mit Namen, begra
ben. Der Berstorbene war unS Allen be
kannt und ein gnter, braver Mitburger.
Biele von uns kannten ihn mehr als 20
Jahre zuruck, als er noch in Mequon wohn
te. Sein Ende erreichte er in Chicago im
K reise seiner Kinder, welche pietatvoll genug
seine irdischen Ueberreste nach hier übcr
fuhrten, wo er unter Begleitung seiner
9iachbarn und Freunde seine letzte Ruhe
statte auf dem katholischen Friedhofe fand.
liv<jnio>!t.'ut iu pace.
Zll New Bitlina in diesem Counly ver
starb am Nkittwoch letztcr Woche Frau
Bauinle, die Tochter des Herrn Hess von
Vuremburg in diesem County', wohlversehen
mit den h. Sakramenten. Die Berstorbene
hinterlaht, wenn ivir gut unterrichtet sind,
einen traucrnden Gatten und mehrere Kin
der. Moge sie ruhen in Friedcn!
<»rostt)er;ottthum.
Correspoiiden; fiir die „Gazctte".
Folgender drolligc Borfall creignete sich
Ende October zn Flebour. ln genann
tes Dorschen kam eines Tages eine kleine
Anzahl Vuremburger Touristen, welche dics
mal ihren Ausstug nach dem Oesting alis
gedehnt hatten. In einem beschcidenen
Wirthshaus einkchrend, wo man auher
SchnapS, Bier auch noch gewohnlichen Mo
selwein haben konnte, foroerte einer der le
benslustigen Gesellen, den der Schelm stach,
ein Glas Madeire ssprich Madeir), und der
dienstbestisscne Wirth, welcher den Nainen
Madeirawein wohl nie hatte nennen horen,
brachte dem Stutzer auch sogleich ein mit
Eier bis oben angefulltes Bierglas. Das
nun darauf allseitig erschallende heftige Va
chen wuhte der Wirth nicht zn dente» ; doch
aIS endlich einer ihm das Mihverstandnih
f lar machte, lachtc er selbst herzlich mit.
Zu Anfang der hl. Adventzeit fand zu
Christnach eine heilige Missio» statt.
Wo gnter Wille vorhanden ist, wird ohne
langeS Gefchwatz manches beabsichtigte
C»lute und Schone bald in's Werk gesetzt.
So fande» sich mehrere auf den Namen
Barbara getaufte Tamen aus Fels zusam
men, wtlrden unter einander einig, eine
schone Statue ihrer dtamenSpatronin siir
die Pfankirche anfertigen zu lassen nnd ohne
viel Worte zu machen, brachten sie das Geld
zur Beschafsung derselben sofort zusammen.
Die bei HerrnlHKiefser auf dem Vimperts
berg zu Vuremburg bestellte Statue der hl.
Barbara wird eine Grohe von I M. 40
Centimeter erhalten, soll gegen Weihnach
ten fcrtig sein und dann in der Felser Pfarr
kirche aufgestellt werden. Wenn nun auch
noch der allzudunkel angestrichene Hochaltar
neu polychromirt sein wird, waslier Absicht
des Herrn Pfarrers gemah wohl auch bald
erfolgen wird, indem das zur Bestrei
tung der Kosten sein frommes Bermacht
nih) bereit liegt, so wird die N irche nicht nur
ein viel frenndlichereS Aussehen gewinnen,
sondern auch nach und nach dem Bauwert
entsprechend prachtig moblirt.
Der Schriftsteller W. Herchenbach aus
Diisteldorf übersandte dem Handwcrker-
Berein von Fels am 5. Dezember einige
Dutzend Bande lugendschriften. Auch
von Herrn Fallize in Vuremburg wurden
dem Berein mehrere Bande zum Geschenke
gemacht. Der Berein war sehr erfreut
über die wiUkommenen Beitrage zur Ber
starkung der Bibliothek. Die Bucher wer
den den Vesern gegen einen Entgeld von 10
Centimes per Band ausgeliehen und die so
gesammelten Gelder werden zum Ankauf
neuer Bucher verwendet.
Vangere Zeit befand sich uuter den Vei
Heru ein ludensohn aus M., der alle 14
Tage einige Bande entlehnte. Ader auch
hier zeigte es sich, dah das Wagen und Ab
schatzen bei den Israeliten, selbst wenn es
sich um einige Pfennitze handelt, die veraus
gabt werden sollen, ii» Fleisch und Blut
übergegangen ist und nicht unterlasten wer
den darf. Wenn unser Israelitenjungling
zum Bibliothekar kam, mehrere Bucher ver
langte und der Bibliothekar die Bande
brachte, so wog er vorerst dieselben in den
Handen ab, um zu sehen, dah er doch das
schwerste fur seine Paar Sons erhielt. Auch
wollte er zuweilen mit dem Bibliothekar
markten, um dickere Bande zu erhalten.
Der aber «nachte ivenig Umstande mit ihm,
sagte wenn die Pucher ihm nicht dick genug
L«xemb«rger Gazette.
seien, so solle er zum Pfarrer gehen. dort
konne er derselben bekommen, die so schwer
seien, ivie ein gemastetes Kalb. Ter lude
lvagte es nicht, noch einmal zuruckzukom
men.
Correspondenz.
Nleiimiacher bei 'Wellenstein. den (
28. Nov. 1882. s
Werthestcr Herr <>lonner!
Da das Jahr jetzt zu Ende geht, will ich
den Freunden und Bekannten jenseits des
DceanS etwaS von unserem Besinden mit
theilen. Sie wissen, dah bei uns der ver
flossene Wiuter so wie daS letzte Friihjahr
so gunstig maren, dah man sich berechtigt
glaubte, aus ein sehr gutes Jahr zu hofsen.
Es ging so ziemlich gut bis den 6. Juni,
als es zu regncn ansing »ind seit dieser Zeit
Hat eS so zn sagen alle Tage geregnct. Rorn
nnd Weizen sowie auch und Hafer
waren sehr schon. Hulsenfriichte: Erbscn
und Bohnen waren so groh wie noch je in
den besten lahren, aber mit dem Einheim
sen ging es wegen dem vielsaltigen Rcgen
sehr schlecht; Hafer faulte viel im Felde;
konnte fast nicht eingebracht wer
den. Mit den Kartosteln steht es nicht bes
ser; sie sind schlecht gerathen und faulen
noch haufig im Keller. So ivurden unsde
grohen Hosfnungen zu Wasser.
Mit den Weinbergen hatten wir auch un
ser Veid, man versprach sich Anfangs viel,
aber die Bliithe fiel schlecht aus, und die
„Sang", wie man es hier nennt, trat so
boSwillig' auf, dah eS Weinbecgc gab, wo
wenige gute Blatter zu finden waren und
die junge» Trauben daher abfielen. Bei all
dem Regen, und da die Tage, wo es Son
nenschein gab, so gar selten waren, wie
konnte da noch etwaS Gutes wachsen. Am
2. d. Nov., am Allerseelentage, singen wir
die Weinlese an; es gab wenig Trauben,
aber noch weniger Wein. Die D.uantitat
rechnet man im Durchschnitl auf 20 pCt.
Der Wein ist zwar nicht gar sauer, aber
auch nicht suh. Mit der Herbstsaat ging
es auch nicht gut, weil es jeden Tag reg
nete; die Saat wurde, wie man es nennt,
„eingeschmiert". Es ware noch manches
Stuck zu saen, wenn eS konnte gethan wer
den. Die Mosel ist jetzt hoch über die User
getreten und steht cben jetzt in vielen Hau
serit. In Rcmich ist das Waster zwischcn
zwei bis drei Meter hoch in vielen Hausern
in der Machergasie. Das Wasser fangt je
doch wieder langsam an zu sinken und es
war kaum 3 Zoll niedriger als beim Hoch
waster am 3. lanuar 1880.
Handel und Geschafte gehen langsam, es
fehlt überhaupt an Geld. Berdienst ist
wenig, die Taglohner wollen sich an den
hohen Vohn halten, aber die Arbeitgeber su
chen die Taglohner so viel als moglich zu
sparen, besonders da auf dem Felde, wegen
des bestandigen Regens nichts gemacht wer
den kann.
Die Huttenwerke sind wieder in vollem
Betricb und beschastigen ziemlich Vente.
Auch in der Vuremburg herrrscht eine
grohe Bauthatigkeit und wird vel
dienl. Wer seit 10 bis 15 lahren nicht
mehr in unserer Hauplstadt war, kSmmt
von der Eisenbahn über den Viaduct und
fidit sich die 3 tabt von der h. Geist Kaserne
bis an's bischofliche Convict zur Hollericher
Scite an, der kann sich nicht genug wun
dern über daS, was in einer so kurzen Zeit
da geschehen ist. Dort rciht sich ein Pracht
bau an den andern in gleicher Hohe und
Symmetrie, nur in det Architeetur rivalisiren
sie untereinander an Schiinheit. Es scheint
die schmalspurigcn Eisenbahnen kommen im
Vuremburgischen in Gebrauch, denn die lu
remburger Bad-Mondorf-Remicher-Bahn
soll sich gut rentiren und es sind mehrere
ncue Projecte zu solchen Bahnen vorge
schlagen. Diese Schienenlinien sind fast
überall ausfuhrbar uitd nicht kostspielig.
Nun will ich Ihnen und Ihren Vesern
noch die Preise der gewohnlichen Producte
anzeigel». Das Malter Weizen kostet 40
Frs., Korn und Bkischelfrucht 32 bis.34
Frs. und das andere demnach. Kartosseln
sind theuer und nicht gut. Fleisch ist ctwas
theuerer. Rind-, Hammel- und Kalbfleisch
kostet 14 und 16 Sons. Schweinefleisch
von 16 bis 20 Sous; wan glaubt aber,
dah es spater etwas billiger werde.
Die Nemicher Brucke ist vorige Woche
etwas billiger verpachtec ivorden, als sie es
fruher war, weil, wie man sagt, die Pri
vatfahre von Bcch-Macher der Briicke jahr
lich wohl über2ooo Frs. schadet.
Tie Tebatten, die gelegentlich der Fest
stellnng des Budgets gefuhrt wurden, wa
ren in verschiedener Hinsicht lehneich. Es
geht aus denselben hervor, dah das Vurelll
bnrger Vand bei dem vorjahriqen Krach der
Natioilalbank 8,407,309 Fr. eingebuht
Hat, namlich 1,020,486 an DepotS und
2,386,823, die Cinlosung ber Banknoten.
Der Berlust ist durch eine Anleihe von Fr.
3,000,000 gedeckt worden. Als erste Di
vidende Hat der Staat Fr. 238,260 erhal
ten, der bald eine zweite von gleichem Be
trag folgen soll. Ueber weitere Dividenden
liegen der Regierung sichere Angaben nicht
vor. Ungefahr 14 pCt. gehen bis jetzt aus
der Masie der Bank hervor. Der Berlust,
den die Sparkasse erlitten, wird durch die
Reserve und die Coursgewinne gedeckt. Das
Jahr 1882 wird ooraussichtlich mit einem
Boni von 1,447,075 Fr. schliehen. —Mit
Energie traten die Herrn Breisdorff und
l>r. Fallize fur Minderung der Vasten des
AckerbaueS ein, besonders der Vetztere, der
denn auch den ganzen Hah der Viberalen
auf sich geladen Hat aber ihnen scharf und
schneidig heimzahlt.
Bei Gelegenheit des Ausgabenbudgets
gab der Staats-Minister solgende Erkla
rung in Betress der hollandischen Consulate
in Amerika:
„In Folge der mit den Niederlan
den abgeschlossenen Convention werden
die lureinburger Interessen seither durch
die niederlandische Diplomatie vertre
ten, auf deren Mitwirkung wir überall zah
len konnen. AllerdingS gibt es imn»er
Zseute, die sich beklagen, den nothigen Schutz
im Auslande nicht zu sinden; diese Klagen
werden tu allen ('andern von I'euten erho
ben, die gerne auf Kosten ihres Baterlan
des unterhalten sind, aber sicher ist jeden
falls, dah die ernstlichen Interessen unserer
('andsleute überall die nothige Benicksichti
gunq sinden. Es ist nns speziell in Ame
rika von Werth, dah wir ein Consularcorps
zur Berfugung haben, dessell Mitglieder sich
gegenseitig die verlangten Aufschliisfe erthei
len. So ist es z. B. dem niederlandischen
Consul in New gelungen, einen seit
10 lahren verschollenen Vuremburger anf
zusinden, den auch unser fruherer Consul
vergebenS gesucht hatte. Es ware fchmer
fur unS überall Luremburger zu sinden,
welche die nothige Honorabilitat besitzen,
um die Intresfen ihreS Bateelandes vertre
treten zu konnen. Uebrigens konnen wir
nicht überall Confuln anstellen; unser Land
ist zu klein und muh in seinen Ausgaben
bescheiden sei."
Wir werden in nachster Nummer in ei
nem eigenen Artikel die Angelegenheit des
Langern besprechen cind die Worte des
Staats-Ministers in ihrem wahren I!ichte
darstellen.
Die Herrn Fallize nnd Norbert Metz
traten fur die deutsche Sprache vor Gericht
ein und sprachen in warmen Worten gegen
den schmahlichen —wenn auch constitutionell
gebilligten Unfug—der franzosischen Sprache
vor Gericht, wo die in einer Sprache
verurtheilt werden, die ihnen fremd ist.
Auch fur eine ceremoniellere Eidesleistung
und das Bild des im <>lerichts
saal trat I)r. Fallize ein. Wir sehen init Bei
gnugen, dah die beiden Cleriker, die in der
Kammer sind, ihre volle Schuldigkeit thun.
')coch mehrere dieser Herren in der Kammer
wurden dem und besondcrs dem ge
dnickten Bauernstande zum Heile gereichen.
Ter Banquier M. §. Bleichroder von
Berlin Hat die Ausgabe der
schen Anleihe übernonniten. Die Anleihe
bringt 4 Prozent Interessen und ist ruck
zahlbar in 65 lahren vom I. April an.
Nendorf. Das mit Schiefern bedachte
Wohnhaus der Wittwe I,'amesch Nik. wurde
am Abende deS 12. Dezembers durch eine
Feuersbrunst zerstort. Es gelang jedoch
einen Theil der Mobel zu retten. Ter
theilweise durch Bersichening gedeckte Scha
den belauft sich auf ca. 1000 Fr. Der
Ackerer Wemvertz 1., Mitbewohner fragl.
Hauses, welcher nicht versichert ist, erleidet
einen Schaden an vcrbranntrn Mobeln von
250 Franken.
Peter Wahl aus Rameldingen, * i Jahre
alt, Maschinist auf dem Huttenwerke Metz
und Comp. zu Esch a. d. A., ivurde am
Morgen des 9. Dezembers in einer Grube,
in welcher sich das grohe Schwungrad der
sog. BlaSmaschine bewegt, mit zerschmet
tertem Hirnkasten aIS Veidje aufgefunden.
Der Bcrungluckte versah bei der Maschine
den Nachtdienst und wird beim Putzen der
selben auSgerutscht, hinabgesturzt und von
dem in Bewegung sich besindlichen Rade
zerdrnckr ivorden sein. Er hinterlaht eine
Wittwe mit zwei kleinen Kinder».
Steinfel. Am 11. Dezember fand man
im Hofraum des Ackerers I. Hansen den
Veichnam seines bei ihm wohnenden 6I jah
rigen Schwiegsrvaters Mathias Hellers,
geboren zu I,'eUig, liegen. Man vermuthet,
dah H. sich auf das Fenster seines Schlaf
zimmers gelegt, das verloren
habe und herabgesturzt sei.
Huttchcringcn. Am 11. Dezember fand
man unweit deS Dorfes den Veichnam des
Oljahrigen Schosten lohann Nau aus
Schifsiingen todt im sogen. Schentengraben
liegen. Der Tod war in Folge Ertrinkens
eingetreten. Der Berungluekte hatte sich
am 9. l. Mts. geschastshalber nach Vurem
burg bcgcben, war des Abends mit dem
lepten Juge bis Bettemburg zuruckgekehrt,
von rvo aus er den Weg zu Fusi forlsetzend
gesehen wurde. In der an diesem Abend
herrschenden Dunkelheit wird er sich verirrt
haben nnd in das Wasser gefallen sein.
Bon dcr Obermoscl, Dez. Auf das
scit einigeil Tagen eingetretene Frostwetter
ist das Hochwasser der Mosel bestandig am
Sinken. Uebcrall aber sind noch Boden
senknngen und Graben vom Wasser gefiillt.
Das Grundwasser in den Nellern, von dem
alle Drtschaften an der Mosel zu teiden ha
ben, wird noch lange Zeit brauchen, bis es
wieder abgezogen. Allenthalben sind die
Veute an der Arbeit, die Nellcr auSzupum
pen.
Die Borstudien zum Bau einer schmal
spurigen Eisenbahn Medernach —Diekirch —
Bianden sind im Gange; in ein paar Wo
chen ivird die Sache hochstwahrscheinlich so
weit gediehen sein, dah die Gesellschaft die
Plane der Negienuig zu unterbrciten ver
mag.
In der Berwaltnng der Einregistrirung
und Domanen sind solgende Ernennungen
erfolgt. Hr. Meyer, Einnehmer in Wiltz,
ist zum Einnehmer nach Nedingen in Ersez
zung des zum Verificator promovirten Hrn.
N. Carmes; Hr. Thilges, Einnehmer in
Clervaur, an die Stelle des Hrn. Meyer
nach Wiltz; Hr. Schumacher. Eupernume
rar in I'uremburg, zum Einnehmer nach
Elerf ernannt worden.
Obertor». der Nacht vom 10. auf
den 11. Dezember gegen 2 Uhr kam der
2ljahrige Mineur Peter Schneider aus
Neimberg von der Arbeit nach der von ihm
bewohnten Baracke. Da er sich unwoht
suhlte, legte er sich auf's Fenster, verlor je
doch das Gleichgewicht und siel herab. Der
Tod trat eiitige Augenblicke spater in Folge
der erhaltenen inneren Berletzungen ein.
Zu GroSbouS amusirte sich ein stainmir
ger Bursche des AbendS in der Stube mit
einem geladenen Nevolver. Ein Schuh
entlud sich, die Kugel sauste über den Tisch,
zerbrach die Petroleunilampe und fuhr an
die Wand. Niemand wurde verletzt.
Hr. Ad. Cravat, Stener-Einnehmer zu
Mersch, ist zum Controleur 2. Elasie der
Steuer- und Accisen-Berwaltung ernannt
worden.
Bkydorf. Ein dem Pachter Lambert N.
zugehoriger in dessen Garten stehender
Fruchtschober wurde am 14. Dezember durch
eine Feuersbrunst zerstort. Der Schaden
betragt ea. 3000 Fr. EntstehungSursache
unbekannt.
ASPtlt. Der ItijahrigeSohndesSchenk
wirthes Anlner lohann, Namens lohann
Peter, wurde am 14. Dezember als er mit
einen» mit zwei Pferden bespannten Wagen
Steine ztA' Anlegung neuer Chaussee auf
die Strahe brachte, bei einer Biegting von
der Deichsel an eine Mauer gednickt, wo
durch derselbe derartige innere Berletzungell
erlitt, dah er am folgenden Tage gestorben
ist.
Bei der am 19. Dezember
stattgehabten ErganzungSwahl fur den Ge
meinderath crhielt Hr. Nuppert-Fonck 318
Stimmen, Hr. A. Rnaff 198.
Herr Eduard Wolff, Advokat-Anwalt
und Erganzungsrichter beim Bezirksgerichte
zu Vuremburg, ist zum Substitute» des
StaatSanwalts beim Bezirksgerichte zu
Diekirch, in Ersetzung des zu anderen Funk
tionen berufenen Hrn. Emil eniannt
worden.
Pulvennuhle. Am Abende des 4. De
zembers losten sich an der namlichen Stelle
der Felswand, wo im lanuar letzthin Nltt
schungen vorgefallen, ca. 2 Cnbikmeter Fel
sen und bedeckten theilweise den daselbst vor
bcifuhrenden Weg. Fast ware ein Fuhr
mann zum Dpfer gefallen, denn derselbe
hatte sich mit seinem Fuhtiverke kaum 5
Schritte von der Stelle entfernt, als die
Felsen unter starkein Getose niedersturzten.
HIIMM. Am S. Dezenlber Morgens ge
gen 6 Uhr fand man den 26jahrigen Wcber
Thepe Heinrich aus Schleswig-Holstein,
laut rochelnd ans offener Strasie liegen.
Nach einem in der Nahe gelegenem (ste
baude gebracht, verschied derselbe, ohne zum
Bewusitscin zuruckaekehrt zu sein. Der sehr
sich verbrcitende (><eruch von Branntwein
lasit schliesten, dast Th. am gestrigen Abende
in stark betrunkenem Zustande sich auf offe
ner S trahe niedcrgelegt und daselbst die
Nacht zugebracht hatte, so dah der Tod in
Folge Erstickung oder vielmehr Erkaltung
eingetreten ist.
Ans Elerf wird untenn 6. Dezember
gemeldet: Gestern Abend geriethen die Ein
mohner von Elerf in einen panischen
Schrecken. Gegen 7 Uhr namlich ertonten
in der Nahe der Apotheke ein derart starker
Zinall, dah die umliegenden Hauser eine
Erschutterung erlitten und mehrere Fenster
scheiben zerbrachcn. In der grohten Span
nung liefen wir auf die Strahe, um die
Ursache dieses seltenen Ereignisses zu erfah
ren. Zwischen der Wohnung Mathey und
der Scheune der Gebriider Gillen fand man
Feuer vor. Auch entdeckte man dort ein
Loch von ungefahr 10 Centimeter tief nnd
8 Centimeter breit. Es unterliegt keinem
Zweifel, dah an dieser SteUe ein kuhner
Bubenstreich ausgefuhrt, namlich eine Dy
namitpatrone abgebrannt worden war.
Man forscht nach dem Thater.
Aus Diekirch wird folgendes Unglnck ge
nieldet:
.Am Nachmitkage des 13. Tezember ward zu
Tiekirch ein Manu begraben, welcber im onenen
Helde, ekwa:K>o Meter unterhalb des ..niedho
fes", im Trt qenannt .HkckendeUt", von einem
wilden Lchweine aufqerissen wurde; der
verwnndere schleppie sich zn dem etwa hundert
Meter entferillen wahrscheinlich in der
Absicht. die schreckliche Wunde. welche der
ihm mit deni Hauer beigebracht, ausznwaschen
und daS aus derselben iii Stromen enlweichende
Blut zn stillen; er brach am Aande des Baches
znsaminen und rollte der .uorper in's Wajser.
nachdem mit dem lepten das I'eden
aus demselden war. Perionen,
welche die ganze aus der Ferne milange
seben zu haben behanpten. kanren herzu, zogen
die reiche ans tzand nnd überbrachlen die .unnde
von dem der hiesigen Polirci, die
sich unverzuglich mit mehreren und eini
gen Lreibern nach dcr Unglucksttatte begab.
Ter LaglohnerM ar t i n Hila er, ein Manu
AnsangS der Mnfziger, war am Tiennag Mor
gen beaustragl worden, Wildlinge ans dem
nahen Walde zu holen. Mit einer Hacke ver
irhen und wohlgeinuth seinem
gewahrre er in dem vorbezeichnelen Crte ein wil
des 3d)iuein unter einem Taume rnhend liegen.
vas in einer tagsvorher in der Aahe staltgehab
ten !reibjagd angeschossen, iildetz der einbrechen
den Tunkelheik wege» meiter veriolgt wer
den konnte. Ter heiler sch.n den Wanderer
nicht zn beachten. Was fur tzlane sich Hilger
dei der Ansicht des mehr als zwei Oentner schwe
ren llngelduins ansgedacht haben mag, wer
kann s wissen—der Tod Hat den Mund dessen
geschlossen, der unS dies hatte sagen kSnnen. <LO
viel steht indest fest, dast Hilger seine Hacke und
seinen Mukh in deide Hande genommen hatte,
nnd dem scheinbar schlasenden Waldkensel eins
)ji verietzen beabsichligle, was dieser jedoch da
durch verhinderte, dast er ploplich aus den An
greiser zusprang und denselden mit einem Lchla
ge seines >?ancrs kampsnnsahig machte; er hatte
ihm das 1-ein unterhalb des BancheS von einem
Onde zum andern aufgerissen! Tie L'erlevung
war todtlich nnd wie wir bereits wissen. ist Hil
ger an hilselos verschieden.
Wahrend das o'ericht die Person und den rod
des Berungliickten eonstatirte, war die P 'lizei
mit ihrer Begleitung am rhatorte eingetrofjen;
die I'ohhecke, in welcher man den Keiler vermll
thete, ward recognoscirt. ohne dast man über die
Anwesenheit desselben ("ewiszheit erlangte; einen
Hund, der znm .gwecke nnbedingl hatte ver
wandt werden mussen, hatte man mitzubringen
vergessen. Ter !aglohirer AikolaS'Willmes, ein
beherzter Sechziacr, erbot sich. wenn moglich, das
Lchwein ansfindig zu machen und belrat zn dem
.gwecke die noch stark bclaubte 2ohhecke, war aber
noch kaum zwanzig Lchritte vorgedrungen, als
die Bestie sich auch schon auf ihn sturzte. Will
meS hatte die Brfinnung nnd daS Herz, dem 11n
thier bei seiner Herankunft mit seinen vickdesohl
ten Lchuhen eins ans die Aafe zu versetzen. ward
aber gleichzeitig vom Hauer des .NeilerS am,zupe
verletzt. 'Willmes war durch den starken Anprall
des EchweineS inS Etrancheln gerarhen; zum
(Bluck rrreichte er jedoch noch einen faustdicken
I'ohftamm. an den er stch anlehnte und init erho
denem.ZustedenerneuteilAngriffabivartele. In
zwischen ertonen aus dem die Rufe:
..Hulfe. Hulfe! Ich din verloren. lch din ver
loren!" Tie Faqer nmstanden den Busch ratb
und thatlos; ne vennochten den Hulferusen nicht
zu folgen, ohne ihr eigenes 2eden auf S Lpiel zu
iepen. und ziellos in die 2ohhecke zu fchiehen, war
durch die 'irorsicht verboten. Lo verstossen die
Sekunden als seien eS Ltunden und die Rufe
nach Hulfe liepen nicht nach. Nun fchost einer
der zwei Schuffe in die tzuft, in der Ab
sicht, das Lhier zu erjchrecken und es zu dewegen,
dei» Rinaplatz zu verlassen. Willmes hatte in
zwischen den zweiren Ansturm mit seinen Tickbe
>ohjte>t, weim auch mit eiuer zweilen 2'erwun
duna deS fustes, mit Erfolg abzuweijen ver
mocht, und beim dritten Andrana gelang eS ihm
iogar, dem Angrriier einen meterlangen Stock iu
den ausgerissenen Rachen zu stotzen. Tas half;
die Bestie wandte sich eiuen Augenblick aber
auch nur einen Augeitblick—jeilwartS und diesen
Augenblick vielleicht der glucklichste in seinem
I'eb'en—benutzte Willmes. um aus den 2obstamm
zn Nettern. der stark aenug war. um ihm oie er
flehtr Hulfe zu gewahren, welche ihm von aupen
verjagt blied.
Tie Hulserufe verstummten, die war
aber noch immer nicht deieitigt. Willmes thron
«e auf einem Lcheerenjessel der Vohstange und
rief der Potizei zu, dast er sein tzeden in E-icher
heit gebracht. er aber nicht eher vom Baume her
untersteigen werde, bis man ihm die
bringe, dap sein unwirthlicher traner entweder
todt oder ledendig ans der Umgebung gefchafjt
sei.—Ter rrste '4'ersuch. des Wunsch
zu ersullen, wurde mit eiireiu >Tchafershunde ge
macht, den man mitsamml dem Hirten von ra
itendorf herbeigeholt hatte. Ter Hund ging auf
das seines Her-rn iu die I'ohhecke. kam
aber bald mit eiagetieinintem nnd taut
heulend aus dem zuruck. ihn» hinterher
der .Neiler, der sich direct aus den Hirten diriairte,
dieser war indest gescheit nicht eist die
Herankunft des llngelhiuns abzuwarteil; er voll
zog seine im Zickzack und war so glucklich
den.Heiler zu bemegen, von seiner Bersolgung
abrusteben.
Ein besseres Aeiultat erreichre ein
unserer das kurz nach dem
Hirten und seinem Hunde am Playc eingetrossen
und ans die Nequisition des Hrn. LtaatSanwalts
Auaustin dorthin beordert worden w«kr. Ter
.Ueiler war nun bald ans dem Tickicht delogirt
und kurz nachdem er das freie .veld belrelen, hat
ten ihn auch ichon zwei Meitterschusie des
darmen Hansen niedergelegt. Willmes bielt
Wort und verlietz Lessel und Watd, nachdem
ihm die Eewischeil geworden. dah sein itzegner—
vielleicht der hartiiackigste und geiahrlicktte, dem
er im tzrben geczeniider gestanden,—ubenvunden
sei. Willmes wurde alsdann nach Hause und
in s Bell qebrachk; seine Wunden sind, sei
Tank, nichr lebensgefahrlich und honenilich wird
es ihm nach einer acht-, hochitens vierzehnragi
gen arztlichen Behandlung gestattet zein, das
>Lchmerzenslager vollstandig hergeslellt zu ver
lassen.—Ter Keiler jedoch ward aus eine impro
vinrte Iragbahre gelegt und im !rininph;uge
eingebrachl. Heute «Ireitag ist das .Ileisch des
morderiichen Eders ofjentllch stuckweise vcrskei
gerl worden: der t>rtrag wird der Wittwe Hilger
zngewendet werden. (tzandw.)
Belgtfch - Vuremburg.
A m 13. Dezember gegen 5 Uhr
Abends legte eine Feuersbrunst das Wohn
haus und ein Theil des Mobiliars des Hrn.
E. Deroitte, Schenkwirlh zu Cherain, K
Asche. Es gelang den Cimbohnent das
Feuer auf seinen Herd zu beschranken. Die
Berluste sind 2,800 Fr. und durch eine
Bersicherung von 3000 Fr. gedeckt.
Die Regie ru n g Hat angeordnet,
dasi in den Provinzen Ramur, Mttich und
I!uremburg Treibjagden zur Vertilgung des»
Schwarzwildes abzuhalten sind.
Z u Sterp eni ch ist ein seltsamer
Diebstahl begangen worden. Ein Han
delsmann aus der Nahe von Diedenhofen
hatte dem Hofmann von Stepenich 109
Schafe in Huth gegeben, die der Hirt P.
Schwartz zur Weide fuhrte. Am Sonntag,
den 10. Dezember kamen die Schafe an und
Montag fuhr der Hirt aus und zwar fruh.
Spat kam er heim. Am Mittwoch fuhr
der Hirt noch friiher aus, kam aber mit der
Heerde nicht Hause- Man fcrschte
nach, telegraphirte, ohne Erfolg. Erft
mehrere Tage spater traf ein
Hirt und Heerde zu Pin an. Der llnge
treue Schafer hatte die Absicht die Schafe
auf dem Markt zll Sedan zu verkaufen.
Schwartz ward festgenommeu, nach Arion
gebracht und sitzt dort jetzt seines Prozesses
harrend.
Es sind ernannt worden in den nach
folgenden Gemeinden: Hala nz u, zum
Schosten P. Watrin, an Stelle d.s ehren
voU entlassenen I. P. Rosmant. Ba r
vau r, zum Schosten B. Lunbiotte.
Hall eu r, zum Burgermeister H. I.
Vamboutte, und zum Schosten N. Bouri
vain. —M a rco ur t, zum Schosten B.
Orban. Re c ogn e, zum Burgermei
ster A. Thiry und zu Schosten ')l. I.
Hotton und I. Veroy.
Civilstaud der Stadt Arlou.
(Gestorben. Am 4. Dezember.
Atphons Pascal, 28 Jahre alt, Junggesell.
I. Innocent Sibenaler, 62 Jahre alt,
Ehegatte von Anna Riedel. 7. Dezem
ber. Henry loseph Jaffogne, 63 Jahre alt
Ehegatte von Eatharina Breyer. Catha
rina Monen, 46 Jahre alt, ledig. l2.
Dezember. Susanne Bosseler, 85 Jahre
alt, Ehegattin von I. B. Schwartz.
Saar, Mosel, Eifel nnd HunSeiick.
Eine m in der N a h e von Biiderich
wohnenden Ackersmann sind in Folge deS sich
so schnell einstelleuden Hochwasters 8 Stiick
Rindvieh, feiit ganzer Bestand, ertunken.
Um das Elend zu vergrohern, wurde er vom
Wahusinne befaUen und nach Grafenberg
gebracht.
Eine Frau aus der Krahnenstrah zu
Trier trug am 7. Dez. Todtenzettel in der
Stadt herum. Als dieselbe in einem Hause
einen Zettel abgcgeben, stet sie um und war
kodt.
In der Na h e des Ortes Kirs, in
welchem eine ganze Bande Wilddiebe steckcn
soll, ist es am tt. Dez. Nachmittags zwi
schen den» Pachter der lagd von Kirs
nnd zweien verinummten. mit auSeinander
genommenen, versteckt getragenen
waffen ausgeriisteten Manner von Kirs zu
eincm Recontre gekommen, wobei einer der
Bermummten seine Waste lassen muhte nnd
demnach stbeidedaS 'Weite suchten. le)eil
faUs wird die Angelegenheit am Gerich.e
ihren Abschluh finden.
I n St. 'A vo 1 d bei Metz Hat eine
Wasserhose nnd die darauf solgende Ueber
ftuthung von Mertzelle und Roselle gewal
ligen Schaden angerichtet. Die Wasserhose
iibenaschtedießewohnerNachts im Schlafe.
Bo n der Ober mof e 1. Der „Mo
niteur de la Moselle" Hat ausgerechnet, dah
in der Zeit vom 1. Dez. 18» 1 bis 30 Nov.
ISHU nicht weniger als 208 Rcgcntage ihnen
beschieden worden sind. Ueberhaupt wird
1892 «14 das regenreichste Jahr dieseS
lahrhunderts gelten. Gclind aber ist die
Witterung bis jetzt geblieben. Dadurch
ivnrde der schwache Holzbestand in den Woche»
derart auSgereift, dah er Frost nnd Kalte
Widerstand leisten kann. Erfahrene Win
zer wollen fur 1883 einen vollkommenen
weinreichen Herbst prophezeien. Bor dcr
Haud aber sind die Weinpreise noch stei
gend. Unter 0—9,50 Fr. ist nichts mehr
von dem Neuen zu haben, so ist er schon an
nnd moselabwarts
gewandert. 1881. ist nur mehr wenig hi r
vorrSthig. Es werden verhaltnihinahig
hohe Preise gcboten. In letzter Woche
wurden in Nittel 4 Fuder H; 110 Thaler
gekauft. Sonst steht der Preis 18 Fr.
per Hotte.
Am 10. Dez. wurde dcr
Grenzaufseher Friedrich Wampach, gc
borei» am 13. Oct. 1827 zu Binfeld, Ge
meinde Weiswampach, in seiner Wohuung
iTrinitarierstrahe 14, in'Metz,) todt aufge
funden. Allem Anscheine nach ist derselbe
eines naturlichen Todes gestorben. Er Hat
in Metz keine Verwandten. Dashiiuerlas
sene Bermbaen desselben, bestehend taut
Bericht der PolizeibehSrde aus einigen flci
neu Mobeln nnd wohl auch aus einigem
baaren Gelde, steht seinen Berwandteu
zur Berfugung.

xml | txt