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Luxemburger Gazette. [volume] (Dubuque, Iowa) 1871-1918, September 17, 1889, Image 3

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Endlich faltete er die Hande und naherte
sich bittend dem Madchen:
Lenora habe.Mitleiden mit mir, sagte
er, fasie dich um rneinetwillen! In dieser
Unterredung mit Herrn Deneker habe ich
alle O.ualen erlitten, die daS Herz eines
Edelmanns und Baters nur foltern kon
nen! Ich habe den Kelch der Erniedrigung
bis auf den Boden gcleert .. .Aber das
Alles ist nichis gegen den Anblick deines
Schmerzes, o fasie dich, zeige mir dein Ant
litz, lah mich bei dir Trost sinden! Ach,
Lenora, mein Kopf verwirrl sich! ich konnte
sterben vor Oual!
Indem er dies sagte, sank er kraftlos
auf einen Stuhl. DaS Madchen naherte
sich ihrem Bater und lehnte ihren Kopf an
seine Schulter, indem sie schmerzlich seufzte:
Ihn nicht mehr sehen! Seine Liebe, all
das qetrSumre Gluck vergesien! Ach! er
wird sterben vor Schmer;!
Lenora, Lenora, schluchzte der Edelmann
flehend.
O mein Bater, rief die lungfrau, Gu
stav auf ewig verlieren! Ich konnte verge
hen bei dem furchtbaren Gedanken! Doch,
so lange ich dich habe, will ich Gott danken
und preisen
Herr von Dlierbeke drSckte seine Tochter
an'S Herz, ehrte sprachlos ihren Schmerz
und eine Todesstille umgab Bater und
Tochter.
VI.
Vier Tage waren verflosien, seit Herr
Deneker Gustaos Berbindung mit Lenora
zurllckgewiesen, da fuhr eine Miethkutsche
llber die Haide: ungefahr eine halbe
Stunde weit vom Grinselhof hielt sie an
einem einsamen Sandwege.
Ein junger Mann sprang auS dem Wa
gen, bezeichnete dem Fuhrmann eine nahe
Schenke als Haltort und wahrend dieser
dahin rurucksuhr, eilte er selbst in der ent
gegengesetztcn Richtung rasch vorwarts.
Er schien von hefliger Ungeduld getrieben,
und erbtbte mitunter, als wenn er vor sri
nen eigenen Gedanken erschrScke.
Sobald er den Grinselhof zwischen den
Baumen htndurch schimmern sah, gmg er
vorsichtig von der einen Seile des WegeS
zur andern, um die PlStze zu suchen, wo
das dichteste Laub ihn verbergen konnte.
Ein Freudengeschrei enrflog seiner Brust,
aIS er das Thor sah, es stand weit of
fen. Borsichrig schlich er durch das Ge
strSuch brs an die Brucke und ging dann
biS zu ten hohen BLumen, lie wie eine
Mauer den Gtinselhoi umgaben.
Kaum hatte er wenige Schritte in den
Garten gethan, als er zitternd stille stand.
Unter dem Katalpa- Strauch sah Lenora,
den Kopf auf die Ecke des Tn'che« gestutzt.
Der Illngling nahte sich mit leisen
Schritten, doch die lungfrau bemerkte ihn
und sprang zitternd auf, wahrend daS Wort
Gustav! sich wie ein Anqstschrei ihrer Brust
cntwand. Sie wollte stiehen, aber ehe sie
einen Schritt zu thun vermachte, lag der
Jungling zu ihren Fuhen und sprach mit
groher Angst, indem er rhre Hand erfahte:
Lenora, Lenora, horen Sie mich! Wenn
Sie sliehen, wenn Sie mir diesen Trost
versagen, Jhnen auszusprechen, was ich
leide und hcffe, so sterbe ich zu thren Fu
hen, oder ich werde dahin schwinden, fern
von meinem Baterlande, von Jhnen, mei
ner Schwester, meiner Geliebten, meiner
Braut. Ach, Lenora, lch beschwoce Sie
bei unserer Liebe, verstohen Tie mich nicht!
Obgleich Lenora an allen Gliedern zitt
terte, zeigte sich doch Stolz und Wurde auf
ihrem Antlitz. Sie antwortere kalt und
ruhig:
Ihre Kuhr.heit wundert mich, mein Herr,
es gehSrt viel dazu, um wieder auf dem
Grinselhof zu erschcinen, nach der Beleidi
gung, die meinem Bater angethan ist. Jetzt
liegt er krank zu Bette, sein Gemuth ver
mochte diese Schande nicht zu ertragen, ein
Fieber Hat ihn ergriffen. Ist das der Lohn
firr meine Liebe?
Gott, Gott, Sie beschuldigen mich. Le
nora! Was habe ich denn verbrochen?
rief der Jllngling verzweifelnd.
ES bestehr keine Gemeinschaft mehr zwi
schen uns, sagte daS Madchen; sind wir
auch nicht so reich als Sie, so duldet doch
das Blut, das in unsern Adern stieht. keine
Beleidigung. Stehen Sie auf, entfernen
Sie sich; ich darf Sie nicht ISnger sehen.
Gnade, Barmherzigkeit! stehte der Jilng»
ling mit erhobenen HSnden, ich bin un
schuldig, Lenora!
Die lungfrau verbarg die ThrSnen, die
aus ibren Augen stSrzten, und wandte sich
zum Gehen.
O Grausamkeit! klagte verzweifrlt der
Jllngling, Sie verlasien mich fllr immer,
ohne Abschied, ohne Lebewohl, ohne Trost!
Sie bleiben taub gegen meine Bitten, ge
fllhllos fur meinen Schmerz? Wohlan
denn! ich will mein Loos ertragen!
Sie haben es so gewollt!
Er legte den Kopf auf den Tisch und rief
unter HSusigen Thranen:
Lenora! Sie verurtheilen mich zum To
de, ich verzeihe Jhnen, mogen Sie ohne
mich auf Erdcn glucklich sein! Leben Sie
wohl, leben Sie wohl auf ewig!
Bei diesen Worten schienen ihn seine
Krafte zu verlasien; er wollte sich erheben,
sank aber kraftlos ans den Stuhl zuruck.
Lenora hatte einige Schritte gethan, um
sich zu entfernen; die Berzweistung des
Geliebten hielt sie zuruck. Man konnte
den heftigen Streit vor Psticht und Liebe
auf ihrem Gesichte lesen. Endlich schien
ihr Herz in diesem Streite zu brechen,
ThrSnen entstilrzten ihren Augen. Sie
nSherte sich den» Jllngling, ergriff seine
Hand und seufzte zSrtlich:
L
».
Gustav, armer Freund, wir sind unglilck»
lich, nicht wahr?
Der
arme Edelmann.
B on
b)einrich Lonscience.
—o—
Bei dem sllhen Tone dieser Stimme er
wachte der Jllngling, sah dem Madchen
mit seligem LLcheln m 8 Auge und sagte
ganz auher sich vor Freude:
Lenora, theure Lenora, Sie sind zu mir
zuruckgekehrt! Sie haben Erbarmen mit
meinem Leiden, Sie hasien mich also nichr!
Bergeht eine Liebe, wie die unsere, Gu
stav, in einem Tage ?
O nein, nein, rief der Jungling heftig,
sie ist ewig, ewig, nich wahr, Lenora?
Stark gegen Ungluck und Noth, unaus
loschlich, so lange unser Herz noch schlagt.
Das Madchen senkte baß Haupt, schlug
die Augen nieder und sagte feierlich:
Glauben Sie nicht, Gustav, dah unsere
Trennung mir weniger Schmer; machl, als
Jhnen; wenn die Gewihheit meiner Liebe
in meiner Abwesenheit Sie tr osten kann,
so seien Sie muthrg und stark; ich werde
Ihr Andenken ewig bewahren, Sie lieben,
bis daS Grab den Abgrund ausfullt, der
sich zwiichen uns aufgelhan Hat. Dort
oben sehen wir uns wreder auf Erden
nicht mehr.
O Lenora, Sie tSuschen Sich. rief Gu
stav aus, mein Oheim ist nicht unerdittlich,
er wird mein Flehen erhoren!
Das kann sein. aber meines Bater Ehr
gefuhl rst unbeugsam, sagte das Madchen
mit traurigem E>nst. Sie musien mich ver
lassen. Gustav, schon zu lange übertrat ich
sein Gcbot, verletze meine Psiicht, in
dem ich mit einem Manne allein blieb, der
nie mein Gatte werden kann. Berlasien
Sie mich; wenn man uns hier überraschte,
mein armer Bater wllrde sterben vor
Schmer; und Scham.
Noch einen Augenblick, theure Lenora!
Mein Oheim Hat mir Ihre Hand verwei
gert; ich habe geweint, gefleht, gebeten,
die Haare mir auSgerauft, Alles oecgebenS;
da habe ich ihm in meiner Berzweislung
Dinge gesagt, wooor ich selbst schauderte,
als ich wieder zur Bestnnung kam. Auf
den Knieen erbat ich seine Bergebung, mein
Onkel ist gutig, er verzieh mir, unter der
Bedingung, ihn sogleich auf eine Neise
nach Italien zu begleiten, die er lSngst be
absichtigte; er hofft, dah ich Sie vergesien
werde! Sre vergesien, Lenora! Aber ich
habe diesen Neiseplan mit heimlicher Hoff
nung vernommen, ich werde lange mit ihm
allein sein, ihn mit Liebe und Sorgfalt um
geben, ihn durch meine unbegrenzte Ehr
furcht erweichen, endlich seine Einwilligung
erhalten, dann siegreich zuruckkehren, Sie
mit dem frohen Braulkranz schmucken und
vor Gottes Altar als meine Gattin em
pfangen.
Ein Lacheln erhellte Lenora'S Gesicht,
ihre Augen glanzten bei dem Gedanken an
daS mSgliche Gluck, doch bald verlieh die''e
TSufchung sie wieder und sie sagte schmerz
lich:
Armer Freund, es ist grausam, Jhnen
auch diese letzte Hoffnung nehmen ru mus
sen; lhr Onkel maz wohl einwilligen,
aber mein Baler!
Ihr Darer wird Alles verzeihen mich mit
offenen Armen als seinen Sohn empfangcn.
Nein, nein glauben Sie das nicht, Gu
stav, seine Ehre ist verletzt: als Ehrist
wird er vergeben, als Edelmann aber die
Schmach nichr vergesien.
Ach, Lenora, Sie thun Ihrem Dater
Unrecht! Wenn ich mrt der Zustimmuna
meines Oheims zuruckkehre und ihm sage:
hier bin Ich, der Ihr Kind gluckuch ma
chen will, ich will ihr Leben mit aller Liebe
und Freude umgeben, deren mein Her; fu
hiz ist, ihr Schicksal soll beneidenswenh
sein auf Erden, geben Sie mir Lenora zur
Frau. Was glauben Sie, wird er ant
worten?
Mit niedergeschlagenen Llrcken sagte Le
nora:
Sie kennen seine unendliche Gute, Gu
stav, mein Gluck rst sein einziger Wunsch.
Er wurde Sie segnen und Gort danken.
Nicht wahr, Lenora, er wurde einwilli
gen? Sie sehen, eS ist noch nicht Alles ver
loren; geben auch Sie sich der suhen Hosi
nung auf eine gluckliche Zukunft hin; lasien
Sie mir den Trost auf dieser belrubten
Reise. dah Sie Gott vertrauend auf mich
warten wollen. Beten Sie fllr mich, spre
chen Sie zuweilen meinen Namen aus in
diesen schattigen Pfaden, die zuerst die
Seufzer unserer Liebe gehort! Lacheln Sie
mir zu in ihrer Einsamkeit, mein Her; wird
Ihren Gruh empsinden. ich werde mich da
ran erfreuen und Muth finden, die Tren
nung zu ertragen.
Lenora weinte still; die trostenden Worte
deS lunglings hatten ihren Stolz llberwun
den, in ihrem Herzen war nur Schmerz und
Liebe. Gustao bemerkte es und sagte:
Ich gehe, Lenora, mit voller Zuversicht
verlasie ich Baterland und Geliebte. Kom
me, was da will, ich werde es muthig er
tragen. Sie werden meiner gedenken, Le
nora, taglich an mich denken; nicht wahr?
Gott, ich habe meinem Bater gelobt,
Sie zu oergesien, seufzte daS Madchen er
schreckt.
Mich vergcsien? Sie wollten Sich
zwingen, mich zu oergesien?
O nein, Gustav. war die leise Antwort,
ich werde meinem Bater zum ersten Male
ungehorsam sein, die Kraft zum Gehorchen
fehlt, mein Becsprechen war eine Lllge, rch
kann Sie nicht vergesien, ich muh sie lie
ben, so lange ich lede.
O Dank, Dank, Lenora rief Gustao
entzrlckt. Ihre suhen Worte geben mir
Kraft und Muth, Gott mSge Sie bewah
ren; wie ein Schutzengel wird Ihr Bild
mich begleiten begleiten, bei Tag und Nacht,
in Freud und Lerd.
Mein Herz bricht beim Abschiede, aber
die Pflichr gebietet, ich muh gehen. Leben
Sie wohl, leben Sie wohl!
Mit ungestllmer Hast druckte er ihre bei
den HSnde und oerschwand dann in den
BaumgLngen.
Gustao, Gustav, leben Sie wohl! rief
Lenora, wie bewuhtlos. Sie war wie zer
schmettert und suchte mit bebender Hand ei
nen Stuhl. Gleich daraus sank sie kraft
lo» auf denselben nieder, legte den Kopf
auf den Tisch, und gab sich ganz ihrem un
beschreiblichen Schmerze hin, wahrend heihe
Thrilnen liber ihre HSnde stromten.
Auxemdurger Gazetre.
VII.
Lenora hatte ihrem Bater den letzten Be
such Gustav'S erzahlt und sich bemuht, die
Hoffnung einer besiern Zukunft auch auf
ihn zu übertragen, doch Herr von Dlierbeke
hatte gefuhllos, mit bitterm LLcheln, ihre
Mittheilung vernommen, ohne ihr irgend
eine bestimmte Antwort zu geben.
Seit diesem Tage war der Grinselhof
noch einsamer geworden, als zuvor. Der
Edelmann, sichtlich von einem geheimen
Leiden niederzebeugt, sah fast stets den
Kopf in die Hand gestutzt, die Augen zu
Boden gerichtet. Gewih sah er den un»
glucklichen Berfalltaz des Schuldbriefs vor
Augen, der unaufhaltsam naher ruckte, um
den armen Dater mit seinem Kinde fur im
mer in's Elend zu stohen.
Lenora verbarg ihren LiebeSschmerz, um
den Gram des Daters nicht noch zu ver
grohern. Obwohl ihr Herz mit truben
Gedanken erfullt war, stellte sie doch heirer
und getrost und rhat und sagte Alles, was
das liebende Herz ihr eingab, um den Kum
mer des Baters zu verscheuchen, aber alles
vergebens ; er dankte ihr wohl durch ein
Lacheln, eine Liebkosung, aber das Lacheln
war traurig, und die Leebkosung matt und
schmerzlich. Fragte Lenora zuweilen mit
ThrLnen in den Augen nach der Ursache
seines Kummers, so wuhte er jeder Erkla
rung auSznweichen. Ganze Tage irrtr er
einsam durch die dustern GLnge deS Gar
tens und schien selbst die Gegenwart der
Tochter zu fliehen; gewahrte Lenora ihn
von weitem, so erschrack sie vor seinen fin
stern Dlicken, seinen verzweisiungsoollen
Geberden. Naherte sie sich, um durch Be
weise kindlicher Theilnahme seinen Schmerz
zu lindrrn, so antwortete er ihr kaum, und
eilte in das Haus, um dort ein stilles Play
chen zu suchen.
Ein ganzer Monat verfioh so, in Schmerz
und Trauer; Lenora bemerkre, wie das
Gesicht ihres Baters an Magerkeit und
BlLsie zunahm, wie seine 'Augen ihren
Glanz verloren, als ob eine verzehrende
Krankheit an seinem Leben nagte.
Ungefahr um diese Zeit überzeugte sie
eine Aenderung in seinem Benehmen, dah
ein grohes schrcckliches Geheimnih auf sei
nem Herzen laste.
Seit einer Woche war sein Blick mitun
ter wieder lebhafter; er schien von einem
Fieber aufgerezt zu sein; seine Worte,
Handlungen und Geberden, Alles zeugte
von groher Spannung; auch fuhr er fast
in jeder Woche zwei oder dreimal nach der
Stadt, ohne im mindesten vermuthen zu
lasien, was er dort rhue. Spat em Abend
kehrte er nach dem Grinselhof zurllck, setzte
sich ruhig zu Tikche, bis er Lenora auffor
deite, in ihr Z mmer zu gehen und sich
selbst nach dem seinrgen begab. Aber
dah er mcht 'chlafe, wuhte seine traurige
Tochter nur zu wohl, denn wenn dre
Angst auch sie am Schlummern hindcrte,
houe sie oft den Fuhboden umer den Schrrt
ten ihres LalerS achzen und stand dann
selbst die furchterlichste Uaruhe aur.
Lenora war von Natur muthig und enr
schlosien, und hatte durch ihre unzewohn
liche Erziehunz eine fast mannliche Gerstes
kraft erlangt; so entstand allmilhlich der
Entschluh in ihr. den Bater zur Errtdeckung
seines Geheimnisies zu zwingen; obgleich
die Ehrfurcht oor ihm sie von diesem Schritt
zuruck hal:en wollte, spornte dach anderseirs
ihre sorgliche Liebe sie machtig dazu an.
Oft schon haue sie ihren Bater in dreser
Absicht aufzesucht, aber sein durchdringender
Blick. der sinstere Ausdruck seines Gesichts
hatten sie stets zuiuckgehalren. Sie sah,
dah ihr Bater ihre Absicht erkenne und ihre
Frage furchte.
Eines Tages war Herr von Dlierbeke
wieder sehr fruh in die Stadt gefahren.
Tie Mittagstunde war schon voruber;
Lenora durchschrilt langsam, in bittre Ge
danken verjunken, die stillen Raume des
Hauses. In ihrer Zerstreuung und ohne
zu wisien warum, Sffnete fle eine Schudlade
des Tisches, an welchem rhr Leter zu schrei
ben psiegte; vielleicht trieb das Berlangen,
sein Geheimnih zu erfahren, sie unbewuht
zu dieser That, kurz, sie fand in der
Lade ein osfen liegendes Papier. Kaum
hatte sie eS besehen, als ein» plotzliche
Llasie ihr Gesicht bedeckte, und bedend las
sie, was dieses Blatt ihr offenbarte.
Dann schloh sie die Lade wieder und ver
lieh das Zimmer mit gesenktem Haupte und
langsamen Schrirten, wie jemand, der in
einen Strom bitrere Gedanken versunken
ist. In dem Borzimmer blieb sie eine
Weile still sitzen, und seufzte dann:
Den Grinselhof verkaufen! warum?
Herr Deneker Hat meinen Dater ver
spottet, weil wir nicht reich sind; waS
ist das fur ein Geheimnih! Sollten wir
wirklich so arm sein! Gott! ist daS die Lo
sung des Rathsels von meines Baters Lei
den!
Lenora versant in tiefeS Nachdenken.
Allmahlig oerklarte sich ihr Antlitz, ihre
Lipprn beweglen sich rasch, ihre Augen de»
gannen zu leuchten.
Wahrend sie sich so zum Kampf gegen
Schmach und Erniedriqung zu starken such
te, sah sie ploylich das al:e Eabriolet ihres
BaterS in den Hof fahren.
Sie bemerkte alsbald, dah ihr Bater
ganz wie gefuhllos, den Kopf auf die Brust
gesenkt, in demselben Tief erschsittert
von diesem Anblick oermochte sie kein Wort
an ihn zu richten. Als er in das Haus trat,
aber fahte sie sich, indem sie zu sich selbst
sagte:
Soll ein falscheS Ehrfurchtsgefuhl mich
noch lLnger zuruckhalten? Soll ich meinen
Bater sterben lasien? Nein, ich will Alles
wisien. ich will den Wurm des ZchmerzeS
aus seinem Herzen reihen, :hn retten durch
meine Litbe.
Mit diesen Worten durchcilte sie einige
Zimmer; in dem letzten sah rhr Later, mit
beiden Armen auf den Ti>ch gestutzt: aus
seinen Augen floh ein Strom strller ThrL
nen. Lenora sprang weinend auf ihn zu,
und rief mit flehend erhobenen Armen:
Barmherzigkeit! mein Bater, rch bitte
dich knieend, lah mich deinen Kummer wis
sen, sage mir, was dir das Herz zernagt!
Lah mich erfahren, warum mein Bater ein»
sam weint!
Lenora, du mein Alles, was mir übrig
bleibt auf Erden, seufzte der Edelmann
mit trubem Lacheln, wilhrend er sich erhob,
ich habe dir viel Schmer; bereitet, nicht
wahr?—O komm, fluchte an meine Brust!
ein furchtbarer Schlag droht uns zu ver
nichten, mein armeS Kind!
Die lungfrau schien diese Klage nicht zu
achten und entzog sich der Umarmung des
Baters. Mit groher Willensfestigkeit sagte
sie:
Mein Bater, ich bin mit dem festen Ent
schlusie hierherzekommen, dein Leiden zu
erfahren; ich gehe nicht von hier, ohne zu
wissen, welches Ungluck mich so lange der
Liebe meines Baters beraubt. Wie groh
auch meine Ehrfurcht gegen dich rst, die
Pflicht spricht noch lauter in meinem Her
zen! Ich will, ich muh das Geheimnih dei
ner Leiden kennen lrrnen.
Dir die Liebe des Baters geraubt? Das
Geheimnih meines Leidens ist die Liebe zu
dir, mein angebetenes Kind! Zehn lahre
habe ich den bittersten Kelch des Leidens ge
trunken, taglich Gott um dein Gluck ange
fleht; aber ach, er Hat mein Gebet auf im
mer verworfen!
Also ich soll unglucklich sein? fragte Le
nora, ohne das geringste Enrsetzen.
Unglucklich durch Armuth! antwortete
der Bater. Der Schlag, welcher uns
trifft, beraubt uns all' unserer Habe; wir
werden den Grinselhof verlasien musien.
Durch diese letzten Wort, welche ihre
Furcht bestStigten, schien daS Madchen ei
nen Augenulick sehr besturzt zu werden,
aber bald bezwang sie ihre Angst und sagte
muthig:
Und nicht weil dieser Schlag dich trifft,
mein Baker, nicht deShalb stirbst du lang
sam dahin ich terne ja deine unbezwing
liche Seelenkraft nein, dein Herz erliegt
nur darum den Leiden, weil ich deine Ar
muth mit dir theilen muh! Sei gesegnet
fstr deine zu innige Liebe! Aber sage mir,
wenn man mir alle Schatze der Erde an
bSte, unter der Dedingung, dich einen einzi
gen Tag leiden zu sehen, waS glaubst du,
wurde ich dann antworten?
Sprachlos und verwundert betrachtete
der Edelmann seine Tochter, deren Augen
begeistert strahlten. Ein schwacher Hande
druck war seine einzige Antwort.
Ach, rief sie aus, ich wsirde die Reich
thumer verschmahen, und freudig die Ar
muth erdulden. Und du. Bater, wenn
dir die Delt gelasien wurde, alles Gold
Amerika's zu besiyen, oder Lenora zu oer
lieren, was wurdest du thun?
Himmel! seufzte der Edelmann, gibt
man denn fur Schatze und Guter sein Leben
hin?
Also entgegnete die lungfrau, Gott Hat
uns beiden das Theuerste auf der Welt ge
lasien, warum denn klagen? Lah den Muth
wieder in deine Brust zuruckkehren, mein
Bater! waS auch unser Schicksal sein mo
ge, und muhten wir in eine Hutte ziehen, —
so lange wir zusammenstehen, soll uns nichis
nieveibeugen.
Eln eigenthumlicheS Lachcln vcn Srau
nen und Bewunderung verklLrtedas Antliy
des Edelmanns. Es kam ihm vor, aIS sei
etwes Unbegreistiches geschehen. Indem er
die Hande faltete, rief er aus:
Lenora, mein Kind! b.st da ein überir
disches Desen, ein Engel?, Meine Sinne
vcrwirren sich, lch begreife deine Seelen
grohe nichr.
Das MLdchen sah mit groher Freude,
dah der Siez ihrer war, denn in den Augen
deS Barers glLnzte wieder das Feuer des
MurheS, er hob langsam sein edles Haupt,
aIS ersullte Srolz ihm die Brust. Einen
Augenblick betrachrete sie mit himmlischen
Lacheln die Dirkung ihre Worte, dann
nef sie mit begeistertem Tone:
Bater, mein Bater. N'mm mich in deine
Arme! Kein Kummer mehr! Das Schick
sal ist ja ohnmachtig gegen uns!
Bater und Tochter umarmten sich mit
groSer Innigkeil; als ditse hrilige Umur
mung ooruber war, und beide Hand in
Hand neben einander sahen, schwtbte auf
ihrem Antlitz ein so seliges, zufriedens La
cheln, als hatten sie der ganzen Welt ver
gesscn.
Der Edelmann war noch mehr ergriffen,
als seine Tochter; mit geruhrter Ltimme
sprach er:
Neues Leben, neuer Muth erfullt mein
Herz! Ich habe Unrecht gerhan, dir nicht
AlleS zu sagen, aber verglb mir! Die
Furcht, dich zu belrstben, die Hoffnung, es
konne Alles noch wieder gut werde.., hielt
mich zurllck. Ich kannte dich noch mcht
die ganze Grotze des Schatzes, den mir
Gott in seiner Gllte verliehen. Jetzt sollst
du Alles wisien, ich kann dir nichts mehr
verbergen; der oerhangnihvolle Zeipunkt ist
gekommen, der Schlag, der uns bedroht,
ist nahe, wir konnen ihm nicht mehr aus
weichen. Bist du bereit, Lenora, meine
Mittheilung zu vernehmen?
Durch daS heitere Lacheln ihreS Baters
erfreut, antwortete die lungfrau mit ssther
Stimme:
O Bater, vertraue mir all deine Schmer»
zen an, aber oerhehle mir nichts; mein An
theil soll vollstandig sein; du wirst filhlen,
wie AlleS, was du mir mtttheilst, dem Herz
erleichtern wird.
Der Edelmann ergriff feierlich die Hand
seiner Tochter und antwortete:
Dohlan denn! nimm Theil an meinen
Leiden, hilf mir mein Kreu; tragen! Ich
will dir nichtS verschweigen; was ich dir
erzZhlen werde, ist eine traunge Geschichte
doch bebe nicht, mein Kind, es ist nur die
Darstellung von deines BaterS Leiden.
Du wirft nun erfahren, weShalb Herr De
neker so hart gegen uns handelte.
Er lieh die Hand seiner Tochter loS,
ohne sein Gesicht von ihr abzuwenden und
begann mit Nuhe und Nachdruck seine Er
zahlung:
Du warst noch klein, Lenora, sckSn und
gut wie jetzt, die Freude und der Stolz dei
ner Mutter. Wir lebten ruhig und zu»
frieden auf dem Gute unserer Borfahren
und fanden in den Einksinften unserer G 2»
ter Mittel genug, um mit Sparsamkeit,
unserm Stande und Namen Ehre zu ma»
chen. Ich hatte emen jllngern Bruder, gut
und edel, aber unoorsichtig: er lebte in der
Stadt mit seiner Frau, welche von edler
Herkunft, aber nicht reicher als er selbst
war. Ob ihn diese auS Brunksucht an
trieb, unsichere Mittel zur Bermehrung sei
ner Gsiter zu versuchen ich weih es nicht
kurz, er spielte in den Fonds. Du ver
stehst nicht, was das heiht; es ist ein Spiel,
in welchem man in einem Augenblick Mil
lionen gewinnen, aber auch eben so rasch
mit Frau und Kindern an den Bettelstab
kommen kann.
Mein Bruder hatte anfangs viel gewon»
nen, und fctri Haus auf einem grohen Fuhe
eingerichtet, so dah selbst die Reichsten ihn
hatten benelden konnen. Er besuchte uns
oft, brachte fur dich. Lenora, seinen Lieb
ling, allerlei Geschenke mit, und bewies
uns um so viel mehr Freundschaft, als sein
Bermogen das unsrige zu übersteigen schien.
Oft stellte ich ihm die Gefahr seiner Unter
nehmungen vor und suchte ihm zu beweisen,
wie unpassend es fur einen Edelmann sei,
taglich Hab und Gut auf unsichere Zei
lungsnachrichten zu wagen, da aber der
Erfolg gegen mich war, blieben meine Er
mahnungrn fruchtlos, seine Spielsucht,
denn es ist ein Spiel war machtiger,
als meine Wort.
Das Gluck, welches ihn so lange begun
stigt hatte, schien ihn endlich veriaffen zu
wollen; er vertor einen grotzen Theil seines
fruhern Gewinnes und sah nach und nach
sein Vermogen abnehmen; trotzdem vertor
er den Muth nicht, er schien harrnackig ge
gegen daS Schicksal ;u kampfen und hoffte
das Gluck zur Ruckkehr zu zwingen. Unse
liger Jrrthum!
An eincm Winterabend ich denke noch
zitternd daran sah ich im untern Zim
mer, im Begriff zur Ruhe zu gehen, deine
Mutter betete an deinem Bette, wie sie es
gewShnlich ;u thun pflegte. Es stllrmte
drauhen fllrchterlich, der Regen schlug an's
Fenster; der Wind tobte in den BSumen
und schien unser Haus in seinen Grundfe
sten erschuttern zu wollen Plotzlich
wurde heftig am Thore geschellt, wahrend
das Wiehern von Pferden die Ankunft ei
nes Wagens verkundigte. Der Diener
wir hatten deren damals zwei Sffnete
die Thur, eine Frau stLrzt weinend ins
Zimmer und zu meinen Futzen! ES war
die Gattin meineS Bruders! Zitternd
vor Schreck und Aufregung wollte ich sie
aufheben, doch ste umklammerte meine Kniee
und stehte um Hitlfe, wahrend ein Strom
von Thranen über ihre Wangen floh. In
unoerstSndlichen Worten stehte sie mich an,
das Leben meines Bruders zu retten, und
lieh mich ein furchterliches Schicksal ahnen.
Deine Mutter kam indesien auch zu unS,
wir oersuchten die halb wahnsinnige Frau
zu beruhigen, und es gelang durch Beweise
von Frcundschaft und Theilnahme, ste zum
Bewutztsein zuruckmbringen.
Ach, mein Bruder Hat Alles, Alles ver
loren, ja vielleicht mehr, als er besah.
waren die Worte seiner un
glucktichen Frau! —am mersien aber ent--
'eyre uns das Ende ihres Berichtes. Mein
Bruder, erdruckt von der Ueberzeugung,
dah er die Ghre seines Names nicht erhal
ten konne, dast die Gerichte eiuschreiten
wurden mein Bruder war in furchtbare
Dcrzweistung aerarhen, hatte selbst seinem
Leben eur Gnoe machen wollen. Seine
Frau. von Gott geleitet, hatte ihn bei die
sem Boihaben überrascht und die Mord-
seinen H3nden entrissen. Ittzt sah
er starr und stumm in seinem Zimmer, von
zwei treuen Freunden bewacht. Wenn je
mand auf Erden ihn der Berzweistung ent
reihen konnte, sa war es sein Bruder.
Dies hrtte auch die ar.ne Frau gedacht,
sie hatte sich in einen Wagen geworfen, und
war allcin in Dind und Wetter zu mir ge
kommen, als dem einzigen Retter in ihrer
Noth. Da lag ne nun zu memen Fuhen,
und flchte Mlch an, mit ihr sozleich nach der
Stadt zu eilen. Zch zogerte keinen Au
genblick Deine gute Mutter, mcht we
i.iger als ich von btefer schrecklichen Nach
richt betroffen, und woh! ahncnd, un- was
eS sich handle, rief mir noch in den Wagen
nach: O rene ihn, sieh nur auf ihn! ich
heihe Alles gut!
Der Kutscher peitschte die Pserde und
wir stogen mu Sturmeseile durch die Nacht.
Du zirterst Lenora, o e 8 war schrecklich!
Es war eine fsirchterliche Nacht; meine zu
fruh erblerchten Haare sind ein trauriges
Andenken jener Angst. Fasse Muth, mein
Kind, und hore das Ende.
Lenora sah ihren Bater mit starren Blik
ken an; diesec fuhr fort:
Es ist nutzlos, dir zu beschreiben, in
welchem Zusiand ich meinen Bruder fand,
wie lange lch mich anstrengen muhte, um
einen Llchtstrahl in sein verfinstertes Ge
muth zu bringen. Nur ein Mitte! gab eS,
ihn zu retten, aber welcheS Mittel, o Gott!
Ich muhte meine wenigen Gllter fltr die
Schulden meines Bruders verpfanden; daS
Gut unserer Bater, den Brautschatz deiner
Mutter, dein Erbtheil, Lenora, Alles,
Alles wagen mit der Ueberzeugung, den
grShten Theil daoon fllr immer zu verlie
ren. Nur auf diese Weise konnte die Ehre
meines Bruders und sein Leben gerettet
werden, nur so konnten wir ihn von dem
Borhaben abbringen, seinem Leben selbst
ein Ende zu machen. Er verlangte dies
nicht von mir, er glaubte auch nicht, dah ich
es thun wurde, aber ich hatte die Ueberzeu
gung, er werde seinen verbrecherischen Plan
auSfsihren, -wenn ich nicht augenblicklich
seine Angelegenheiten ordnete; und den
noch mochte ich mich nicht dazu entschliehen!
Wie, rief Lenora entseyt, bu hast dich
geweigert, mein Bater?
Ein Lacheln stiller Frende trat auf das
Anttitz des Edelmanns; statt stch beleidigt
zu ftihlen durch diesen anklagenden AuSruf
feiner Tochter, leuchteten seine Augen und
er erhob das Haupt, indem er krLftiger
fortsuhr:
Ach, Lenora, ich liebte meinen Brudcr,
aber dich mein einziges Jtinb noch mehr.
Was man verlangte war Armuth fitr dich
und deine Mutter
Gott, Gott, seufzte Lenora mit angstli»
cher Ungeduld.
(Fortsrtzung folgt.)
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