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Luxemburger gazette. [volume] (Dubuque, Iowa) 1871-1918, November 06, 1894, Image 4

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Die Gdizette.
Dienstag, deu 6. November (894;.
Aatholilcher Ovirdicn - «KalenOcr.
Dom Samen und Unkrant. Matth.
13, 24.
Sonntag, den 11. Nov. Marlinns, 4*.
Mont. „ 12. „ Martinus. P. n. M.
Dienst. „ IN. „ Slanislans Kottka.
Mittw. , 14. „ loiaphat, B. u. M.
Donnerst. „ 15. „ Gertrnd, Jungfrau.
Freilag " „ 1». „
Samnag „ 17. „ Cregor, b. 46dth.
lum 3chrcivcn des pochlv.
'Datcr Papc
erlauben wir uns zn bemerken, dast
wir unsererseits anderer 2NelNnng sind.
Jnwiesern die ..Stimme der 29ahr
heit" sid) ..dnrchweg seindselig" gegen
die Leiter des KatholitentageS verhalten
Hat, ist nicht unsere Sacbe. Tie Bc
hanptnng aber, dast die ..Stimme der
Wahrheit" und ganz besonders „unser
2lbonnent" einen liesgew nrz e t
r e n ..Hast" gegen Herrn Hesing hegen,
das mag annehmen wer will, wir glan
ben es nicht, denn die ~Stimme der
Wahrheit" halten wir siir ein strainm
katholisches Blatt, dem 2tichts mehr zn
wider ist als dicies verachtliche Lieb
ciugeln mit den hochst zweibeutigen
krzliberalen Clementen, deren
Geist in der ..Illinois Staatszeitnng"
inkarnirt ist. Und jedes Kind weist,
dast Herr Hesing lianptsachlid) als Dcr
treter der ..Illinois Staatszeitnng" be
tannt ist. Und dast die „Stimme der
Wahrheit" cs wie einen Insnlt siitilt.
wenn Manner wie Herr Hesing ans
den dentschen Katholikentagen iidi breit
machen, darin geben wir ihr vollstandig
Red)t. 2lud) wir selbst haben es als
„e i n e S d) m a d)" im vollsten Sinne
DeS Wortes betradjtct, ♦Das; man zum
bedanern und anch znm Sd)aden der
'ntid)ieden tatholisdien Blatter einen
Mann nnstreten liest, dessen Organ
uit System den Bestredungen der
deutsdien tatholisdien Blatter „sd)iu>r
stracks" entgegenarbeitet. Tast man
deshalb einen ..tiefgkwnrzelten H a st"
gegen Herrn Hesing haben miissc, ton
nen wir nidjt einschen. Cs handelt
sich einfad) darnm, ob dic ernst katho
lischen Blatter sid) diese Schmach still
sd)weigend gesalten lassen sollen. die
ihnen angethan wnrde, indem man einen
Mann, der ein ..erzlibcrales" Blatt
vertritt, und weld)er von Bischof 2Nest
mer ans deMLKatholikentage selbst ge
mastregelt wnrde, und dessen Organ
tnrz nach dem Katholitentage die nn
vcrscheimte Fred)heit hatte, die Lesd)lusse
dieses selben KatholitentageS aIS „zag
haft", ..furchtsam" u. dgl. zu betrit
teln, als einen der tonangedenden Red
ner auftreten liest. Tast wir darin
iibrigens nicht allein siehen, daS weist
ein Jeder, welcher die deutsdien katho-
Uschcn Blatter nad) dem Katholikentage
gelesen Hat.
Was den „tiefgewnrzelten Hast", den
unser 'Abonnent fnr Herrn Hesing hegt,
detrisit, so iiberlasien ivir es diesem
selbst, nach Gutdiinken zn antworten
oder nicht.
Diese 2lngelc'genheit daher als „lel
denschaftliche Zankereien einiger Rebak
teure" zu dezeid)nen, ist, meine» wir,
etwas..klcinstadtisd)" betrad)tet. 29ir
haben nnr die eine Frage: „Sind die
erzliberalen Blatter vom Schlage der
..Illinois Staatszeitnng" als die
Organe und LKrtreter der dentsd)en
Katholiken zu betrachtenf" Man wolle
uns dieses gefalligst knndthnn. 29ir
unsererseits wollen nicht unter diesel
ben geredinet werden. 29enn derartige
Compronlisse gesd)lossen werden, halten
wir es fiir Chrensache, dnrch unsere
Abwesenheit zu glcinzen.
Ob Washington Hesing ein „p r a k
-1 i s ch e r Katholit" ist, wollen wir da
hingestellt sein lassen. Wenn man
aber praklischer Katholit sein kann unD
ZUgleich es zulasscn darf, das; tatholische
oiedrcivche nnd Grnndsape mit dem
Kothe eines niedrigen Hohnes veracht
lich gemad)t werden und dast immer
wieder behanptet werden dars, das; oie
tatholische Kirche intolerant nnd gehas
jig sei, wenn sie in einem Laude znr
Herrschaft komme, wie dieses zn viele»
Malen in der ..Illinois Staatszeitnng"
geschehen ist, dann inochten wir gerne
wissen. was ..prattischer Katholit sein"
heistt.
Tast die Redaktenre der dentschen
katholischen leitnngen ..eine allzlischarse
Lanze snr den Saloon gebrvchen ha
ben", das glauben wir kaum. In
jcdem Falle war die Lanze nicht so
schars, dast die tatholischen Bischofe diese
Dlatter Dafur riigen mustten, ivie dieses
Herrn Hesing ja gesd)ehen.
Sold)cs ist unsere 2lnsicht in dieser
Controverse. Wir halten dafnr, das;
es Pflicht der erusten, dentschen tatho
lischen Blatter ist, nach Kraften gegen
lue Glvrisikativn der 2>ertreter liberaler
nnd kirchenfeindlichcr Blatter auf den
dentschen Katholikentagrn zn protesti
ren. denn es liegt barin eine Inrud
sepung unb Mis;ad)tling der strnmm
tatholischen, dentschen leitungen.
In; Antlange an dic Correivondenz
des hochw. Dater Pe. pe betrefsend den
..prakttschen Katholrzismns" des Herrn
Washington Henng machen wir ans
2!rtitcl ausmertsam'. „Cin mephitticher
2Roses". Ter Mann. welcher jene
leilen schrieb, liesert Deu Beweis da
fur. dast Herr Hesing als 'licrde eines
dentschen KatholitentageS nicht gerade
pastt.
Kcinc Religion, dico ist meine
Religion; kein Prinzip,
Vies ist mein Prinzip,
so nngesahr lailtct die Devise der reli
gionsseindlichen „J!l. Staatszeitnng".
Wie dic übrigen Kilownothings-Dtatter
hastt sie jede positive Religion, vor
allen jedoch die katholisd)e. Freihcit
siir alle, ansgenommrn siir die tatho
lische, wollte sie wohl noch zngeben.
'Aber ihre Rorgeleien an der tatholi
sd)en Religion tann sie iiidjt aufgcben,
weil sie ihr Lebenselement bilden.
Tavon legt wieder ein 2irtitel vom 1 <7.
Ott. unter dem Titet: ..Trennung
Vvn Staat und„Kirche" bercdtes lelig
nist ab.
Nnr der tatholischen Kirche ivill sie
am leng flicken; gegen die pratestan
tischen, rnssischcn, tiirkischen Staats
kirdien Hat sie nie ein Wort des Tadels.
Tiesmal ist es die tatholische Kirche in
Ungarn. wo die Protestantcn nnd In
den wohl volte Religionssreiheit be
sinen, aber nod) das Recht entbehren,
die Katholiken ungestraft unter die
Fiiste treten zri diirsen, welche ihr ein
Stein des 2lnstostcs ist. Sie iit nnn
der 2lnsicht, so lange die Protestanten
und Ilidcn dieses Recht nicht besipen,
sei ihre Freiheit nicht vollkommen; den
nngarischen Crilturtampsern minie oie
Regiernng sreie Hand in ihrem Kamps
gegen die tatholische Kirdie lassen. Sie
glanbt den Derus zli haben, iibcraU in
den Kamps fur die Kestersreiheit ein
zntreten, natnrlid) nnr gegen die tatho
lische Kirche: in protestantisihen uitD
rnssisihen Landcn ist die Religions
tyrannei ihr ganz recht. Mit lvinen
fdjaftlidjcr Miene beginnt sie ihren
tangathmigen 2lrtiket ganz seierlich:
Ter Kiiltnrkamps in Ungarn tann nnr
verstanden werden, wenn man die
zn Rathe ziehr.
Ia wohl, liebe Tante! desthalb
stndire reirllch die 18eschichte, bevor dn
solche Fragen behandelst. Um den
Leser nicht zu langweilcn, nbergehe ich
vieles wasserige Geschwap, nnd erwahne
nnr die Hanptirrthumer:
i'inige hunderl .Zahre spater sinden ivir
eine mcichlige .itirchc; ans den oeriolgien
Obristeu werden verfolgende .starl
der i>nosrc liest an einem einzigeii r ag. l-“»oo
Sachsen :n Dcrdnn a,i der Aller hiitrictuen.
'AUmahlich bilbere ,ict, ans der Slaaiskirche
der .Nirchcitstaat herano, d. b. die xirche trat
die Herrschaft an. der 'Papst ie me iich die
Tiara, die dreifache .Nrone ans s Haupc, ;uin
leichen der Macht iiber alle Herrichati ans
Vrdkn, iiber bie biichofliche Auiorital sowohl
wie iiber die Majcnat der Konige.
In welcher Geschidzte hast Du gele
sen, dast aus den verfolgten Christe»
sehr bald verfolgende Christe» wurden.
Solche Behauptungcn bcdnrscn eines
Deweiscs. Beispiele sind sd)led)te Dc
weise; und dies Deispiel Karts des
Grotzen beweistt gar nichts, wcil er
diese Sachsen nicht als Heiden. sondern
als Redellen hinrid)ten liesten, nnd weil
diese Hinrichtnng weder im 2lnstrage
noch mit der Dillignng der Kirche
geschah.
Tie dreifache Krone des Papstes,
liebe Tante, flostt dir gewattigen
Sd)recken ein und mag deinen Sd)tas
storcn. Schlase nnr ruhig. Dic 2Nn
jestat der Konige ist nicht in Gefahr.
Ter Papst glanbt, dast es zwei 0)e
--walten ans Crden gibt, die geistlichc
und weltliche; er bcansprllcht nnr die
erstere und iiberlaht die letztere dem
Gezanke der Fnrsten.
Tamals dachre'.iNemand an cine Trennung
von Staat und.Uirche; die deider.
das vollige Durchvringen des Staates seilens
der Kirche galt ais begehrensiverth; alle
slaattichen uno geieUichaillichen Formen soU
len ans der christliche» Anschanunasiveiie
jener leit entspriiigen und iich den
deS obersten 4'i>chotes von :)i'oin iinlerwerten.
Aus jener leit stainmen jene 'privilegien der
Xirche, welche in fatholischen vander» selbst
noch in nnseren Tagen. an der Schwetle des
■2O. labrl,underis, zu den sogenannlcn „.Nnl
turkaiilpsen" suhren.
Ter christliche Staal, der in diesen
verworrenen leilen angedeutet ist, bil
bet ein wahres (Srcuel in den 2lngen
der ..Staatszeitnng", iveil er ihrem
Ideal, dem Staat ohne l6ott nnd ohne
Religion so sehr widerspricht. 29as
sie aber von Privilegien der Kird)e
fasclt, welche in katholischen Landern
selbst noch in nnseren Tagen zn Knl
tnrtampsen suhren, ist ein Cieheimnist,
das sie wohl nnr allein losen tann.
29 a S jederzeit zn Knltnrtampfen 2tn
last gab, waren oie rcid)en Stistnngen
der Kirche nnd der Klbster, ans welche
die weltlichen Fnrsten ihre liisternen
Augen warsen, nnd die sie zu satnlari
siren wiinschten, um ihre stets leeren
Kasten Zll sullen. Gegen diesen Kir
dienranb Hat aber die ..Staatszeitnng"
nichts einznwenden. Was ferner zn
Knltnrtampfen 'Anlast gab, war die
sreie Selbstverwaltnng der Kirche,
weld)e ihre Feinde ihr nicht gonnten.
Sie wotlten eine gekaechtete Kirche uitD
wer anders tonnte sie tnechten als der
Staat. In dieser Knechtnng der
Kirche sieht die „111. Staatszeitnng"
ihr Ideal der Religions- nnd Geivls
sensfreihcit. Tast der Staat die tatho
lifchen Bischofe, Domherren, Prosesso
ren, Techanten n. s. >v. ernennt,
scheint ihr ganz in der Ordnnng. Sie
sahe togar einen Uebergriss der Kirdie
in die Rechte des Staates. wenn sie
nicht gednldig diese Knechtschast erdnl
dete. In jeder Cinporung gegen die
Kirche sieht sie einen Hostnnngsstrahl
snr bessere leilen; jeder Revolutionar
ist ihr cin erwunschter Bundesgenosse
in i lirem Kampse gegen die Kirche.
Schon dic Reforination war ein Aurbau
men der Freiheit gegen kirchlichen Iwang;
die rn neueiu Veben erwnchteir Nuilike und
L6tsseiischasteu, die Orsindung der Buch
druekerlnnsr und deo Fertirobres, die t'ut
dcetiingeil neuer 46elten, altes Irng ba;n bei,
erue neue gei,uge 4'ewegnng rn Flirst zu brirr
gen. deren Bahnbikcher wie .'lntold von
'Drescia oder Hrls rreiltch noch aus dem
Schenerhausen endigleir, deren ipareren Lra
ger wie Vuther, Iwingli u. s. w. jedoeh
eiiolgreich inr 4'ettetiing der «''eister nnd die
Voslrennnug der ltrchtichcn »»d staailtchen
«Kewalten von dcc Oberherrichail Roms i»
die Lchranten traren.
Ter Stnrm der Holle gegen die
Kird)e Clottcs mnstte fvrttoben. bis die
Kirche, alles irdisd)en Schupcs beranbt,
ans gleiche Linie mit Heiden, Inden
nnd Kcpern sich gcstellt sah. Tas ist
die ideale Freiheit „fiir alle Irrthii
mcr", iiir „alle Kepereicn", welche die
„111. Staatszeitnng" cntzudt.
Aber die Fretbeit rnhte nicht, bis nicht die
ganzliche trennung von 3taat nnd Kirche
lnrbeigefubrr war.'wie sie i» den Vereinigten
3taaten, in unserer Revnbllk inr labre
177» sich volOogen nnd in VandeSver
sassnng grnndrechllich gcwahrleistet wor
den ist.
Trennung von Staat nnd Kird)e ist
hentzntage das Schlagwort Aller, die
keiner Kirche angelibren, wie die „111.
Staatszeitnng". 290 aber noch Cin
heit des Glaudens besteht, ist ein
freundidiastliches Insammengehcn von
Staat nuo Kirche gewis; beiden Theilen
vorthcilhafter als die Trennung, das
wird jeder Cleschichtskenner, liebe Tante,
recht gnt wissen. Wo aber viele eiser
sttchtige Setten in einem Staate neben
einander leben, da mnst natnrlid) der
Staat sid) entweder paritatisch oder
iientral halten, nm den Frieden zu
bcwahren. Und selbst diese 2(enlrali
tat ist noch cin '2>ortheil im Dergleich
mit der Kneditichast, ivelche die Kirche
in Cnropa zn crdulden Hat.
<t’it hundert Kainen verlaitqi der religiose
ZersaU anci, gebieierisch die vollige rreirunug
von <£. taat huD Kircbe. 46 iv lmben sie i dio 11
nnd wir aUetahreit wobl dubet. lene taibo
liicben Vander aber. nnd sene proleitaniiicheil
oder griechisch orlbodoren Liaaten, welche
dieses Prinyp der Trennung der beiden Ee
walien noch nicht anertaiiiil babe». ite haben
...Uullurtainpfe" ;n beilkben und nirgenvs in
ei» solcher beiper entbrannt. nls gegeiiwar
lig iit Ungar». '?l»ch dort tvird das ireiheit
liche 'Prinyp siegen. tvenn anch die kirchlt
chen 'Dollwerke nicht aus den ersten Anlauf
ichott saUeu.
Hoste nnr wohlgcmnth, liebe Tante,
die nngarischen Knltnrtampser werden
nicht rnhen, dis sie die reichen Klrd)en
giiter satularisirt, die kirdilichen Schn
len verstaatlicht nnd die Kirche gcinedi
tet nnd zum Clespotte der Inden ge
madit haben....
Und dentsche Katholiken lassen sich
ain Clangelbande svlcher Stiimper
leiten!
Und fold>c Man ner bernft man als
Redner ans eine
lnng! O tempora! o mores!
Corresponde»;.
Cleehrter Herr Redaktenr!
Mit anfrichtigem Bedanern habe id)
seit einigen Wochen in Ihrem gc,'chaic
te n Dlatte die gchassigen 2lngrisse gele
sen, weld)e die „Stimme der Wahrheit"
nnd ..Ihr 2lbvnnent" aus die Leiter
des jiingst verslossenen Kathotitentages
nnd svmit and) ans den Katholitentag
selbst machen.
29as wollen denn diese Herren mit
den sortgesepten Rorgeleien bezivecken i
Tie „3timme der Wahrheit" Hat sich
dnrchweg seindselig gegen die Leiter des
diesjahrigen Katholikentages verhalten.
Tainit nicht genng, mnst man diese
nnbegreistiche Thatsache den Lesern der
lathotisdien leitnngen mittheilen >'Fer
ner hegen der Redattdnr der ..Stimme
der 29ahrheit" nnd ~'lhr 2lbonnent"
xinen ties gewnrzelten Has; gegen Mr.
Hesing: das liest man in nnd zwischen
den leilen ihrer 2tbhandlnngell über
diesen Herrn. Doch, was geht das
nns an i' 29arn»i sollen tatholische
leitnngen die leidenschastlid)en lante
reien einiger Redattenre in der 29clt
nmher tlatschen - 29ozn lanil's from
men?
Id) war in Lonisville nnd muh
sagen, das; der Katholitentag in diesem
lahre in jeder Weite ersolgreid) war.
Id) war Telegat des Priestervereins
von lowa nnd siihle mich deshalb ver
pstid)tet, die plnmpen 2lnsdinldigungen
nnd die standalosen Besdiimpsnngen
gegen die Leiter des diesjahrigen Ka
tholitentages mit Derachtnng znrndzn
weisen.
Tie Herren Cieistlichen nnd Laien,
besonders von Lonisville nnd Umge
gend, weld)e die Leitung nnd 2iorbe
reitung des KatholitentageS iibernom
nitzn hatten, verdienen das hochste Lob
und den illnigstett Tant aller vernuns
tigen >tatholiten2lmerika's. 'Dvlltom
menheit fur jede 2tbthcilung des Pro
gramnis beansprnchen die Leiter des
Katholikentages uidjt; and) dursten sie
nicht hoste n. ledem zu gesalten. Nnr
die Betheitigten wissen, ivie viel Miihe
nnd Arbeit die Dordereitung und Lei
tnilg eines KatholitentageS dem Local-
Comlte dereiten.
Mr. Hesing wnrde von Priestern
nnd Laien aus der Crzdiocese Chicago
vorgesd)tagen und als gnter Redner
nnd praklischer Katholit empfohlen.
22arnin solite das Comite das 2lner
bieten nicht allnehmen? Und ware ein
'Mistgrist gemacht worden, so ware das
ja tcln Weltereignist nnd teine lliliver
sal-Calamitat!
Mr. Hesing Hat eine gnte Rede ge
halten: 21. P. 21. und verwandte ge
heime Cjesellschaften furd)tlos bekampst.
Cr mad)te freilich einen 2Nis;griss, in
dem er Dischos Watterson wegen seinech
Cntsd)eidung in der Wirthesrage nngc
bnhrlich tadelte. 2lber dafur, meine
id), svllten die meisten Rcdakteure der
dentid)en katholischen Zeitnng dem
Herrn Hesing eine lederne 'Medaille
votieren, sintemal gedad)te Redaktenre
in lepter leit eine allzusd)arfe Lanze
siir den Saloon gebrod)en haben.
ist siirwahr sehr zu betlagen, dast
fast nichts Clntes Nlid Niiplichcs in die
ser 28elt mehr gestiftct werden tann,
ohne das; Mensdien sid; veranlaht siih
len, Deu gnte» Cssett foldjer Unterneh
mcn dnrch allerlei 21nsechtungen zn
sd)malern, nnd das einsach, um den
eigenen OhiUai zn geniigen nnd per
sonlichen Hap zn befiiedigen.
F. W. P a p e,
Rektor der St. Donifatius-Kirche 311
Nen-Wien, la.
Cin mepr,itischcr Mose».
2i)ashington Hesing Hat wiederum
den Rocl gewed)selt. Dieses 2Nal tehrte
er seiner Partei, seiner Nationalitat
xiuee,nl«uvgcr Gaiette.
i und seiner Religion den Riicken. Fnr
diejenigen, welche den Mann tennen,
Hat diese neneste Wendnng nichts Auf
sallendes. Fur die Allderen scheint es
nnglaublich, dast ein demokratischer
Postmeister und zugleid) Cigenthiimer
eines demokratischen taglichen Blattes
ploplich iiber Nad)t in's repnblikanische
Lager desertiren tonne. Aber diese
Lente sind anch keine Politikcr. Andcre
endlich halten es fur nnmoglich, dast
ein Mann, der noch ans der letzten Ka
tholiken-Dersammlnng sich nicht scheute,
Sfsentlich als Redner anfzntreten, fahig
sei, nach einigen 2ilochen in's Lager der
Katholitenfeinde ltberzngeheu. 2lber
diese Lente tennen alich nid)t die Fabel
voii der FledermanS. Tie Fabel ist
diese: Zu Olims Zeiten bekriegten sich
die Dogel nnd die vierfiistigen Thiere
init abwediselndem Crfolg.' Tie Fle
dermauS ad)tete jedesmal auf den 2tus
gang des Kampses und mad)te sid) dann
ans die Seite des Siegers; bei den
nannte sie sich einen und
bei den Diersiistigen cine Mans. Tic
sen politischen Tricl spielte die Fleder
mans so lange, bis die beiden Parteien
Zlllept Frieden schlosten; dann erst kam
ihre Falschheit an's Tageslicht.
Nach der lepten 2Lcndnng unserer
chicagoer FledermanS zn schliesten.
werden ihre Aussichtcn in der repnbli
kanisd)en Partei woht glanzender sein
als in der demotratisdien. Ter repn
blitanische 26ahlfond ist bedeutend gro
fer als der demokatische; derselbe wird
zum grosten 'Theile angewendet, um
ciuslustreiche TageSblatter zu bestechen
und 2tiemand weist, wie viel unsere
FledermanS schon empfangen Hat, nnd
wie viel ihr noch versprochen ist. 29cr
ans einem Lager in's andere desertirt,
der wird.nach rciflicher Crwagnng wohl
zn dem Sdilntze getommen sein, das;
die Clefahr und die Schande. weld)e mit
diesem Schritte verbnndeli sind, reich
lich dnrch den materiellen Gewinn anf
gewogen werden.
28ie der tatholisd)e demotratische
Postmeister von Chicago nnd der Pra
sident Johnson der „21. P. 21." an
einem Strange ziehen. nm der repnbll
kanischen Partei znm Siege zu verhel
sen, das erhellt ans solgender 2lngrei
fung des repnblikanisd)cn Candidate»
29nlst.
2lns ~2l>ash."
vom i7»te»r
rnen Oircularc
vco Pafidcnren
i Johnson an
Vi- A. P. A.
Brndcr.
,7iir das .'lini eineS
Lchaymeisters sollen
Maniier gewahll wer
de» ohne Riicksichr ani
Deren politische < s ‘e
ii n nnng sondern cui
6g ans Demi riichlig
feu. 64 iit unsere
ptlicht;n sage», das;
von den imndidaleii
aller 'parteien, der re
pnblilanuche WutDi
dat 46»!ii iueitano der
wnrdigne iit. Uns er
46alti iit skol; a»i iei
nen plaudent,chen
Rame n, bcm er ichon
io viele c> hre gebracht.
,viir <laalsschaz<
mcntet nciiry AOilii
uou o'liicago. Wurdc
in L>ukicl>laiid getio
vcu, kam im eiltcv uou
4 x \nl)ifu mit femen
Oitcvu nach A merita,
wnrde ptoieftautiici)
; rrzogrn, ist ein Hrei
inaurer n. ein Lchret
ner, wurde vvn xo
niiid) lailioliichen 6l
tem g eborei,, n*, aber
irin tem Mikgtiev die
I ,ci' Kirche; ienie Uiu
' der werden protcstau
erzogen, bemd)eu die
plldlikschnle uub l»
ltieriiche Loiuirags
: idutle. OrluiltA.V.
A. Vente tu fetnetti
j riftuie uiiqeachiet der
'prole ile der Of um
liitge.
Warnm ist 29nlst der Candidat die
ser Beiden? 29eil cr ein Freimanrer,
ein Schreiner, ein Lutheraner ist, der
die!atholisd)e Religio» seiner Cltern
aufgegeben, der „21. P. A." Lente, den
Katholiken zum Trob, in seinem Tienste
halt, der ein eifriger 2>ertheidiger des
verbastten Cdwards Sd)nlgesek;eS ist,
welche» die Katholiken nnd Lutheraner
im lahre 1892 gemeinschastlich znm
Falle gevrad)t. Tieser Wulst steht ans
dem repnblikanischen Ticket, in der
Hostnnng, das; er die Lutheraner wie
bernm aus die repnblikanische Seite zn
ziehen vermoge, uno Hesing wnrde siir
dieselbe Partei getapert, in der Host
nnng, das; er die Katholiken mit her
iiberziehen tonne. Im St. Loniser
..Church Progrctz" gibt ein Kenner
folgende natnrgesd)ichtliche Beschreibllng
nnseres seltsamen 2'ogels:
AZaihliigkou Heii»g's polikische V iuibahi,
isl, seikdent cr gropjahrig geworbe», auster
ordeiulich buntschrickig. A»s einem juiigen
eisrigcii Republitauer nach dem
goer .rener eutpupoke iich bald ein Andaiiger
der pclksparlei, welcher »l weuiger als lah
resiritt i»'s demokratische Vager hiiiiibersloy.
AUenl es war nicht on,ft ; er hielt es imt
beiden parteien, nciqte sich bald links balo
rechls, wohin eben sein poribril ihn *ocfte,
tu ie dies die lepte Mavors Wahl bewies;.
Ipaidington Hesing wnrde anr 14. Mai 1
iit Oincimiati, C., geborcu, graduirte 1770
in Oale irnllege. Aach Da» Chicagoer ,rener
ivnrde er unter seinem Dater Mitarbeiter an
der „Llaalszeilting". ,'lls republitanircher
Hcitimg«matiii emamite >b» Mayor 'Medill
in den Lchnlboard. L,ction in ieiiiem 82
.lahre beganu er seine polniiche vausbahn
nnd hielr Ltnmp - Reden ni denncher nnd
engliicher Lprache siir die repnblitantsche
'parrei. ,>»t ,>ahre IHTiI finbeu tui v ibit bei
der pvltspariet; ein auderet Leiltauzerspruiig
tuhrte ihn in die deniokraiiiche 'parlei; aber
vie gthossle Onrenttung zum Congrri; schlug
sebi. z?an» gad er iich nnd die »Ltaak;ei
luiig" stir nnabhuiigig aus lauchle ini 60euf
lichen Vcbeu wieder ani als Mitglied des
2chulboardo im sahre l^so.
rara», iivH er zurark iu s republikatiiiche
Vager, wo er iich eruige ladte ta»g sehr eiirtg
reigle. Tann ivtederii», tm Zahre 1E foti,
er iuritcf und ertldvte iich iii v daa demotrailiche
i iefet uno oie Laris dieiorni. .'lver ichoi» iin
felbeu ,mhre litt seine demokransche Cesin
nnng Lchistbriich. als er als <»<egeiika»vival
nm Oarter Harrisou nach der tuirgermeislers
ANirde sirebte, tind gtan;rnd durchiiel. >L.choil
am selben lluglnckstage ertldvte er nch tind
sei» Alan siir iiidepeiidein.
Cinen amnsirlichen Streich, der ganz
Chicago znm Lachen brad)te, spiette er
am Tage der Crwahlnng Clevelands
znm Prasidenten, als er diesem die
schmeichelerische Tepescche sandte: „26ir
haben Illinois siir >sie gewonnen, als
lucuu bei Derabrebnng." Aber der
Streid) brad)te fnr ihn gnte Frilchte; er
erhielt die Stelle eines Postmeisters von
Chicago, vbgleich sein <>iegner Frank
Lawler von Senator Palmer nnd allen
Congrebmitgliedern des Stantes unter»
stiipt wnrde. 2<om Tage seiner Crnen»
nnng am 25. November 1893 war er
Temokrat dis zum 15. Ottvder 1894.
Wo oder was er nachstenS sein wird
weist Niemand und sragt anch Niemand
darnach.
Arnchte vcs Religions. Par-
Don Washington kommt die Nach
richt, dast Cr-Staats°Sekretar John
W. Foster, der soeben von einer Reise
um die Welt heimkchrte, am 16. Okt.
eiue Rede vor dem 29ashingtoner Pres
byterium hielt, in welcher 'er von den
Crfolgen der christliche» Missionare in
heidnischen Landern redete. Herr
Foster behanptete, dast die diristliche
Religio» nicht gleichen Schritt hielt mit
dcm Fortschritt der Civilisation in
lapan. Ferner. dast der lapanische
lijesandte zum Religionsparlament in
Chicago semen Landsleuten derichtetc,
dies Parlament sci ans dem Grnnde
zusammenbernfen worden, weil die
westlichen Nationen zu der Cmsicht
gelangt seien, das Christenthum sei ein
Miherfolg sicilui-e) nnd das; sie mit
hin berathschlagen mustten, welche Re
ligion die beste sei. Terselde Gesandte
dehauptetc anch, der BndhaiSmns sei
dein Christenthum als itberlcgen aner
kannt worden, nnd die Ameritaner
seien bereit, diese vorziigliche Religio»
lapans anznnehmen. Herr Foster
war znr leit des ReligionS-Parlaineii
tes in Asien, nrld versicherte. das; die
Delegate» der Hindu nlid der Moha
medaner dieselbe» Cindrncke vom Reli
gions-Parlament mit nach Hanse ge
brad)t haben nnd in Folgc dessen im
Degrisse sind. Missions - Gcsellschasten
zn organisiren, nm die Amcrilaner zn
ihren respektiven Religionen zn bekch
ren. Herr Foster behanptete anch, das;
das Parlament ganz entmnthigend ans
die Missionare unter den Heiden wirkte
(was disheurteniug). >Lvweit diese
Demerknng die katholischen Missionare
angeht, ist sie kid)t begreislid), weil
unter ihnen der Libcralismns nod)
nid)t so verbreitet ist als bei nns. Nnr
eine christliche Secte Hat, incines 2»is
sens, bei Gelegenheit dieses Parlamcn
tes sid) consegnent nnd ivurdevoll ge
zcigt; nnd dies ist die Cviscopaltirche
Cnglands.
Aus dcm „-ir:zo»a
An s Des nch in Bi g Den d.
Schon seit Monaten wnsttcn wir, das;
es nm Frennd Scivell von der „Dig
Dend Gazette" nicht znm Besten bestellt
sci. Als Mr. Sewell vor einem lahr
ans dem Weg nad) Dig Dend hier
dnrchlam uno wir ersnhren, das; er dort
eiue leitung zn grunden beabsiditigte,
hatten wir wenig Dertranen in den Cr
solg 'eines llnternedmens, ermnttiigteli
ihn aber gleichwohl und versprachen
ihm nnseren Deistand. hatte his
dahin in irgend einem Winkel des Staa
tes Illinois ein den Interesten von
Dntter nnd Ka'e gewidmdes Dlattd)cn
redigirt und Hat eigenttich nie so recht
ertlaren tonnen, wcshalb er sid) west
warts gewandt.
4lno dem gehci
Als nnn lente Woche die „C>azette"
nnr in haldem Format herauskam.
machten wir nnS ans einen Nothschrei
gesastt nnd der Nothschrei tam am
i Tienslag Morgen per Telephon. Cine
? Stunde spater befanden wir nns bereits
nnterwegs nach Big Dend in Deglei
tung nnfercs Pserderebattcnrs. Wir
i konnten nns lingesahr vorstellen. wie
! sich dort die Lage gestaltet hatte nnd
waren ans harte Arbeit vorbereitet.
Wir erwartetcn, Freund Sewett im
Gefangniv zu finden, doch sayen lvir
nns hierin getanscht. Sie hatten ihn
wohl zwei Tage eingesperrt, aber cine
Stnlide vor unserer Antnnst hatten sie
ihn aus einen blinden Maulescl gesept,
demselben die Tirettion nad) Satt Late
gegeben nnd ihm bei Todesstrafe ver
boten, vor 30 Tagen Halt zu machen.
Wir schickten nnseren Pserderedaktenr
aus die Spnr des Derurtheilten nnd
ritten selder nad) der „C!azette"-Ossiee.
Trop der hoslichen Cinwande Frennd
SeweUs ist seine Ossice seit Monaten
daS Hanptquartier aller Tagediebe nnd
Rohlinge der Stadt gewesen. Als wir
vor der osten stehenden Thure abstiegen,
fand gerade drinnen ein Hundekampf
statt unter den Augen einer lusd)ancr
bande von etwa 30 Kdpsett. Cs gibt
hente nod) Lente in Big Dend. welche
Nicht wisten, ob ein Cytlon über die
Ossice getommen oder ob ein Crdbcben
sie erschuttert Hat. Wir sanberten den
Platz m siehen Minnke». llhr 1» der
Hand, und sanuntlich liefen sie mehr
als eiue halde Meile weit, ehe sie nm--
der znr Desinnung tamen.
Ctwas Tranrigeres als die ..Ciazette"-
Ofsice hatten ivir im Leben nicht ge
sehcn. Sammtliche Trnd- nnd Redak
tionsntensilien hatten die Kerle in den
Hos hinansgeworsen, nm vorher Plap
zn bekommen; nnr cin Fas; Trnder
schwarze, weldies als Sin diente, war
im Ranm geblieben. Trci Cyinesen
hatten wir schon angestellt, nm sanber
zn machen nnd Lrdnnng zu schassen,
als endlid) Frennd Sewell mit unserem
Pserderedaktenr ankam. Cr sd)wamm
in Thranen nnd jammerte nns vor,
er sei ein rninirter Manu nnd gedenle
Selbstmord zn begehen. Wir nahmen
ihn ohne Zeitverlnst nach seinem Hos
nnd druckten ihn so tange gegen d;e
laniiivand. dis ivieder ein Funte seiner
Mannkichteit erwachte nnd wir Anzei
chen des wiedertehrellden ChrgeizeS an
ihm entdeckten.
Tann arbeiteten wir alle zusammen
hart bis Tonncrstag Nachmittag, um
die Ossice in Ordiiung und das Cleschast
wieder in Clang zu kriegen. Wahrend
einer Rnhepanse gingen ivir znm Frie
densrid)ter, iueld;er den Haftbesehl we
gen Derlenmdung gegen Frennd Sewell
ansgestellt hatte und zn dem Klager und
dessen Advolate» nnd erhielten nderall
die weitgehendsten Entschnldignngen.
Unscr Pserderedalteur nahm versd)ie
dentlich Cletegenheit, Frennd Sewell zn
zeigen, wie man zwei Revolver an
sdinallt, sie zicht nnd schietzt. Am
Tonnerstag nach dem Cssen machten
wir uns zusammen auf, nm den rnck
standigen Dctrag von 226 Abonnenten
einzutajsircn, nnd innerhalb 24 Stnn
den waren nnr noch zehn Ansstande
vorhanden. Tie betrestenden Telin
gnenten hatten Tags znvor die Stadt
verlassen; so ware es leitverlnst geive
sen, dieselbe» zu versolgen.
lamenti.
In Big Dend existiren 18 Wirth
schasten, zwei Restaurants nnd drci
Laden nnd kein einziges dieser Etabli'-
sements hatte in der „18azette" ange»
zcigt. Wir nahmcn Ireniid bewell
in den Arm und zeigten ihm, wie
die Anzeigcn gcmacht werd"N. Iu
unserem Crstannen nnd unserer Ircnde
lernte er es sehr rasch, den Revolver zn
ziehen, wenn es nothwendig war, einem
Argnment das richtige Gewidit zn ver
leihen, nnd vier Spalten gnter lahres-
Annoncen waren das Resultat unserer
Spriptour. Wahrcnd er zeitweilig
allein in seiner Office sas;, kam ein
Diehtreiber von einer benachbarten
Rand) uno verlangte die Zuriicknahme
einer vor einem Monat gebrachten No
tiz, aber Freund Semel! dndte ihn so
grnndlid), das; der Kerl nm Clnade
henlte. Kanm war dieses Faktum in
der Nad)barsd,ast bekannt geworden, so
kainen and, schon siins prominente Diir
ger nnd abonnirten aus Cxtra-Crem
plare, um sie arl,lrcnnde im Osten zn
verscnden. Bevor wir Big Dend ver
licsten. schrieben wir noch 14 schneidige
Artikel siir die kommenden Nummern
der „Clazctte" nnd schenkten.Freund
Sewell zwei alte Revolver und eiue
Schachtel Patrone». Sewell ist ent
sd)ieden ein anderer Mensch geworden
und er siihlt sid) jeid ziemlid) sidier, es
sei denn, das; die ganze Devolkerung
vod 12.'»0 Scelen ans cinmal gegen ihn
losgehe. Inr Borsicht haben wir ihm
snr den Rcst der Wod)e nnseren Pscrde
redaktenr gelichen nnd versprochen, nn
ser pseilsdincllds Manlthier Tag nnd
Nacht gesattett zn hatten, bis sich die
Ansregling driiben gelegt Hat. Dcr
solgt Frennd Sewell nnr die Richtnng,
die wir ihm vorgezeichnet haben, so
kann oie ..itzazette" mit der leit noch
eiue Macht im 2ande werden. ,Oleat
ihm aber der Mnth ans, so tvird er
Arizona zn Fns; verlassen, gebrodienen
Herzens, nnd Riemand wird ihm eiue
mitleidige Crinnernng weilien.
Die ludcitplattc in Ungarn.
Tie'lahl der Inden vermehrt sid) in
Ungarn in nngewohnlicher Weise. Dor
huildert lahren wnrde» in Ungarn nnr
7.',m»» Inden vorgesnnde». Im lahre
184 C war ihre lahl ans 263.<><»«>, j»,
lahre 1818 ans 292.000, im lahre
1*."»7 ans H 3,000, im lahre 1870 ans
.''.'»2,000 gestiegen nnd hente überstcigt
sie weit ooo.nm». Dergleid)t man da
gegen die Bevvlkernngs-lunahme be,
den .Oatlioliten, so findet man, vast die
ielbe in einem leitraum von mehr als
«io lahren sid) nicht einmel verdoppclte,
wahreiid die luden in derselben Icit
nm mehr als das vierfachc sich vermehr
ten. Tiese annallende Dermehrnng ist
sowohl der groneren Irnchtbarteit der
Ra>.-e als der fortdanernden Inwan
dernng ans Clalizien znznschreiben.
3cit dem Toleranz-Cdiete im lahre
1782 drangten die Inde» sd)aarenweise
nad) Ungarn nnd besonvers nach Tsen-
Pest, so das; der Regiernng darob bange
ward. Schon im lahre 178! waren
die luden ans der MnntaeserHerrschast
so stari verbreitet. das; ein gleichzeitigcr
Bericht ihnen die sichtbare Derarmung
des Danerrivoltes zn chreibt. Sie hatten
dort nicht nnr alle Torsschenten sondern
anch in der Stadt Munkaes z>vei au
se!,nliche Wirthsbanser, uiehrcre Muh
len, die St. Milloser Manth und die
Steinbriiche von Mnhalla nnd Deregh
s"s; in Pacht.
Cin groster Thcil der Inden unter
den slavischen Doltern lebt vom Pachte
der Wirthshanscr, neben welchem sie
noch Ulein-Kramerei treiben. TaS ist
fnr das gemeille Doli die verderbtichste
Klasse, iveld)e die mit
ihrem Lchantrechte grostgezogen haben.
Tnrch leichtgewahrten Credit ans >vn
d)eri«che linsen, verlocken sie das nnge
bildete Dolt zum Dorgen nnd Trinken
bis detsen Dermogen nnd Derstand im
Drailntwein untergeht, so das; die la
milien elendigtid) zn Clrunde gehen
mussttt. Tas Ld)ankred)t, ivelcheS an
den Meistbietenden so. h. den Inden.
der meistens allein Cleld beiipt) vcrpach
tet wird, ist darnm siir das Dolt eiue
Ouclle des Derderbens. fnr die Inden
aber eiue duelle des Reichthnms. C'ha
rakterislisch ist. das; der jiidische Wirth
und Uramer am tiebsten die jt ovat i schen.
ruthenisd-eil und rlimaliischen Torser
anssncht nnd hier am besten gedeiht; in
magyarischen nnd in dentschen Trtschas
ten koinmt er nidd gnt sort. Beweis
deisen, das; die dichteste jiidische Devol
terung in den von Slovaten, Rnthenen
nnd Rnmanen bewohnte»
anzntressen ist. Ter gesanimte Handel
Ungarns liegt and» hente hanptsachlich
in den Haiiden der Inden, welche die
Herren des Candes geworden sind.
So weit iit es in dieser Hinsicht ge
konimen, das; der tatholische Psarrer
beim Antritte seineS Anites feitieii ersten
ossiziktlen Desnch beim Torsjnden, wel
cher Schentivirth. ztramkr, Cllaubiger
nnd Herr der Daucru ist, machen mntz.
In irnhren leiten war der adelige
Grnndherr der Magnat seineS Torses,
hente ist es der jiidische Wirth nnd
lltramer.
Wie drnckend die jiidische Herrschaft
ist. in welcher die nngarischen Rnthenen
schmachten, belveist solgender Dorsall.
welchen die ..Kansas City Times" vom
o. Sept. berichtet:
Ter Crzbischos SembrakowirS in
Ungarn kam ncnlich nach Gliniany.
nm ei,ie rnthenische .Cirche cinzuwcihen.
An denr feierlichcn Cmpsang nahmen
anch der Dorsiper der judischen Ge
meinde und der Tberrabiner C-rnns
berg Theii. Als der Crzbischos den
Tbcrrabiner bcmertte, der seine Sepher
Torah trng, trat er zn ihm. hin, und
nachdem er ihm flir den herzlichen Cm
psang gedanlt, sagte er: Wir glauben
Alle an Cinen Clott nnd sind Ziinder
Cines Daters, darnm utiiffcu wir unS
gegenseitig lieben nnd in Irenndschast
mit einander leben. Und im Derlans
seiner Predigt in der Ztirche sorderte er
die Cremeinde ans. ihre Tantbarkeit
gegen die Inden, welche ihn nngeachtet
ihreS Sabattes bei seinem Cmpsange
geehrt, nicht zu vergessen.
Wie erklart sich die an pallende
ranz dieser beiden Wurdentrager^
KeineSwegs dnrch ihre religiose -Telo
ranz oder Gleichgiltigkeit, wie die
„Kansas City Times" uns glauben
machen will, sondern dnrch die soziale
SleUnng der deipen Parteien. Tie
luden sind die Herren, die Christe» die
Sklaven. Tie heptere» leben von der
Gnade der luden, die luden aber von
der Arbeit der Christe». Keine der bei
dcn Parteien ist unabhangig; jede be
darf der Anderen. Ter Ruthene bedars
den luden znm leben, der Inde bedars
den Nnthenen nm reich zu werden.
Und was von einzelnen Torfern gilt,
das gilt anch von ganz Ungarn und
vom ganzen osterreichischen Staat, wel»
cher von den luden abhangig ist, und
ohne die luden (d. h. ohne das Geld
der Inden) nicht mehr bestehen kbnnte.
Tas erttart die Indensrenndlichkeit der
Regiernng in Qesterreich und in Un«
garn. Tie Indenherrschast ist zn stark;
eme Reaction gegen dieselbe brachte die
Cristenz deS StaateS in Gcfahr, dest»
halb mnh Regiernng nnd Bolk sich in
dic unvermeidliche Indenherrschast
bengen.
Ter Slave scheint and) znm Sklaven
des luden geboren zn sein. Ihm fehlt
der Ileis;, die Borsicht. die Mapigkeit
und Sparsamkeit des Dentschen.
lebt in den Tag hinein ohne an die
Zukunft zn denken. vergendet sein
OJdD im Wirthshaus, ohne daS tZlend
des nachsten Tages zn ahnen. (sr ist
gewohnt den einen Tag im Ueberflus;,
den anderen in der Noth zn leben. Er
ledt immer im Ueberflntz so lange er
l>)eld und Credit Hat. Geht ihm bei»
des ans, so tommt er zum luden und
bittet nm Arbeit. Ter lude ist also
naturgemas; der .itonig unter der slavi
schen Bevolkernng wie der Weitze unter
den Neger» oder Indianern. Unter
solchen Umstanden wird man leicht be
greisen, das; nid)t der Zigenner, der
nach weiter nichtS trachtet, als sein
zn machen» sondern der Inde,
dessen unersattliche Habgier darnad)
trachtet, nm jedcn PreiS reich zn lver
den nnd die Habe ganzer Torser in sei
ner Hand zn vereinigen, hier verachtet
ist wie das schmnpigste Thier nnd ge
has;t. wie der erbitterste leind der
Menschheit. Don den Marmaroser
Saline» angesangen, deren Millionen
reprasentirender Absap von luden be»
sorgt wird, bis zn den allergeringsten
ttnternehmnngen herab, geht a lier Han»
del nnd Wandel im Ruthenen (Mediet
von ihnen aus. In der Wahlerliste
der Uajchaner Handels- nnd tsjewerbe
kammcr beini Hnhter Stnhlbezirl tom»
men unter 48 DZahler nnr 13 Christe»,
beim Homonnarer unter 3.'» nnr 8,
beim Rahoer unter 38 nnr 7. beim
Dartieldee unter 47 nnr 3 Christe» vor.
Im Tetormezoer Beznk mit 23 Wah
lern, im Sztropkoer mit 21 nnd im
Svioniker mit 19 Wahlern befanden
Nch "nter diesen nnr je ein Ungar; im
Also-Dereczker Dezirk aber unter 24
Wahlern kein einziger UngaS. Tas
sittd die Instande in Ciegenden. wo die
luden em lehnicl. ein Achtel, ein
Diertel oder gar die Halste der Devol
ternng ansmadien.
Dei der Solidaritat der Interessen.
welche unter den In den herrscht, halt
es dem Ruthenen schwer der jiidisdM
Uebermacht gegettiiber sich daheim als
Kausmann zu behaupten. wenn er anch
Talent genug dazu desaste. So aber
ist es iiberhanpt nichts mit dem ruthe»
niichen Kausmann, der Inde Hat ihn
vollig aus diesem Crwerbszlveige ver»
drangt und den Handel in Lber-Un
garn monopolisirt. Ist es da ein
Wnnder, das; daS christliche Bolk die
luden aIS die Herren des Landes be
trachtet, und entweder tnechtlich vor
ihnon fchmeifwedelt. oder mit verbisse
nem Groll sie Alle nach Amerita ver»
wiinscht?
2lus den Norwegischeit Mis
storre».
Anr 23. August d. I. erschien im
Pariser ein 2lrtikel, der gegen
Migr. Fallize die ungerechte Slnklage
erhob, er untergrabe das Franzosen.
in Wottoefteit, insbesondere judjc
ei’ mit allen Mitte!n die sranzosischen
Miisionare der
JS:t 1 i*tte, tucldje bis buljin mit groster
vlurobferuurt den durd) die illesorm der
!att)oiifd)en ftirdje entsremdeten Acker
bebant hatten. zn verdrangen. Tem
orlennisiiidien 2Uatt i|t es weniger uni
t)ic tatholische Religion. als nm ein
chauvinistisd)es Fralizosenthum jn thun.
wOimt nadjbciti die Kunde vom er»
wahnten2lrtilel nach 2torwegen
iU” i«eifrtfjte Herr Si Icis, Sekretar
bcs iipoitoliidjiMi eiue Ant»
niort, welche dnrch Ansuhrnng genaner
-rhatsachen die vagnen a der srhweren
'Atrschuldigunqen deS erwaliuten Arti
tels vernichtete. Tie Antwort ist als
Meinoire separat erschienen. Sie stellt
nn Wesentlichen sest, dast dem im lahre
INB< mit der nvrwegischen Mission
betrantcn apostolischen Prafekten. dem
U. l'. Bernard, aus dessen instandiges
Lcrlangen. die Temission gelvahrt
wnrde. und das; zwei lahre nachher die
Oonflrcftotton der Dater von la Sulette
belchlossen hatten. ihre Missionare aus
diorwegen znrudzuziehen. Als Herr
behnss naherer Informationen
nach Rom tam, und man ihm die
Griinde feitier Crnennung zum Mif»
sionsobern von Norweqen erklarte de
mevttc man ihm. der Odere der Dater
von la habe auf semen Begehr
von der Propaganda die Bewilllgnng
erwirkt, das; diese liongregation ihre
Missionare ans Norwegen znruckziehen
kvnne. die übrigens dort nnr versud)s.
iimk anflfjtcllt uwren, fobolD niou
anDcrc Missionare zum gefun»
den haben iviirde. Bon seiner Cigen
lchnit als Lurenibnrger. als Angeljori.
ger einev neutrale» Staates, erwarte
man, dast es ihm gelingen witrde
«olche Crsastmanner anznwerben. Herr
,vallize nalnn darans seine Crnennung
nnr a>l. nachdem Seine Cminenz Ear.
dinal Simevni ihm versprochen, das; er
pch dem Derbleib der Dater von la
«alette nicht entgegenstellen wnrde
wenn die Cinwilligung des
obern erwirtt werden tvnne. Tas at.
la»i nach tangwlerigen Derhandlungew

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